6. April 2009

Gartenfreundinnen

Auf einer Gartenreise durch bekannte südenglische Gärten wie Hidcote Manor und Sissinghurst Castle haben sich Brigitte Nagiller, die in der Nähe von Wien lebt, und die Südtirolerin Martha Canestrini kennen gelernt. Die beiden blieben nach der Reise per E-Mail in Kontakt und aus einer Urlaubsbekanntschaft ist eine wunderbare Freundschaft entstanden.

Zu Beginn der elektronischen Korrespondenz überlegt sich Martha Canestrini, alle Reben eines Weinberges auszureissen und einen weiteren Garten anzulegen. Sie liebäugelt mit etwas Japanischem. Darauf protestiert Brigitte Nagiller energisch und fragt die Gartenfreundin, was denn fernöstliche Gartenkultur in Neumarkt verloren hat.

Neben Berichten aus eigenen und fremden Gärten, Gartentipps und vielen Rezepten gehen im Laufe der Zeit immer mehr persönliche Erlebnisse von einem Computer zum andern. So handeln die launisch verfassten Emails auch immer wieder über Frauenalltag, Falten und das Aelterwerden. Teilweise kommen auch nicht ganz schmeichelhafte Details über die Ehemänner und Söhne ans Tageslicht. Was diese wohl dazu meinen?


Eine charmante Lektüre. Die beiden Frauen scheinen sich auch immer mal wieder persönlich zu treffen. Gerne hätte ich etwas mehr von dieser Ebene der Freundschaft erfahren.

Das Buch erinnert mich an den Titel „Gartengespräche unter Frauen“ von Carol Graham Chudley und Dorothy Field, zwei Nachbarinnen, die sich in den 90er-Jahren regelmässig Gartenbriefe geschrieben haben.



Brigitte Nagiller und Martha Canestrini:
Gartenfreundinnen – Männer, Schnecken, Frühlingsblumen
Orac/Verlag Kremayr & Scheriau KG, 2009