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20. Juni 2020

Blumen- Blüten- und Botanikwanderungen

Wenn jemand das notwendige Kleingeld für Gartenbücher, Gartenreisen, Pflanzen und natürlich auch für (noch) Wichtigeres wie Brötchen und Steuern als Bürolistin verdient, sitzt er oder eben in diesem Fall sie trotz intensiv genutztem Stehpult (zu) viel. Da sollte frau doch meinen, die regelmässigen Spaziergänge und Wanderungen an der frischen Lust seien nicht nur ein guter Ausgleich zum Büroklima, sondern auch gesund.

In den letzten Wochen habe ich aber für mich herausgefunden, dass dies nur bedingt zutrifft. Meine Nackenmuskeln werden nämlich nicht mehr nur durch das (zu) viele aufs-Handy-Gucken, das Sticken von Gartenbildern und das Lesen auf dem E-Reader oder in Büchern ge- und gelegentlich auch überfordert, auch beim Gehen ist eine ähnliche Haltung angesagt und die Augen sind meisten nur in eine Richtung gerichtet – nach unten. Tatsächlich habe ich in den letzten Wochen, die ja bevorzugt in der näheren Umgebung und mit möglichst wenig  zwischenmenschlichen Kontakten und Begegnungen verbracht werden sollten, hiesige Wälder und Wiesen (wieder-) entdeckt.

Selten habe ich so viele Türkenbundlilien fast direkt vor der Haustüre lokalisiert wie in diesem Jahr. Der fast schon obligate Ausflug zu dem tollen Frauenschuh-Orchideen-Bestand in Bargen an der deutschen Grenze war in diesem Frühling nicht möglich. Die kleineren Vorkommen nicht weit von hier haben wir wie auch die Küchenschellen leider nicht entdeckt. Als Kompensation verbuche ich dagegen die Sichtung von verschiedenen Knabenorchideen und weissen Waldvögelein sowie die Ragwurze direkt an einer Autobahnbrücke. Es lohnt sich also durchaus, beim Wandern nicht nur geradeaus zu Schauen!

Mit der für diesen Sommer geplante Erkundung der schottischen Gartenkultur klappt es ja leider nicht und diese Reise wird wohl durch UHU-Ferien ersetzt werden («ums Huus ume», ums Haus herum). Literarische Inspiration für Blumen-, Blüten- und Botanikwanderungen in der ganzen Schweiz habe ich jedenfalls inzwischen verschiedene im Regal stehen, so dass ich hier vielleicht demnächst von Schwanenblumen oder Drachenwurz berichten kann.


Andreas Grau:
Botanikwandern – Wege zur Blütenpracht im Frühling
Ott Verlag, 2019

Botanikwandern – Wege zur Blütenpracht im Sommer
Ott Verlag, 2020

Sabine Joss:
Blütenwanderungen in der Schweiz
AT Verlag, 2008

Beat A. und Claudia Wartmann
Orchideenwanderungen
Haupt Verlag, 2018

Blütenwandern – 20 Ausflüge zu Blüten, Bäumen und Urpflanzen
Coop Presse, 2012



Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selber gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.

8. Juni 2015

Rosie Sanders: Überwältigende Blüten

Die englische Blumenkünstlerin Rosie Sanders ist über ihr Heimatland hinaus bekannt durch ihr Buch über alte und neue Apfelsorten, in welchem sie 144 Sorten detailgetreu vorstellt. Nicht um knackige Motive, sondern hauptsächlich um Blumen und Blätter geht es es in ihrem neuen Werk „Überwältigende Blüten“ und schon beim ersten Durchblättern stellt man fest, dass der Titel nicht zu viel verspricht.

Im Vorwort „Von der Blume zum Bild“ verrät die Malerin, dass sie andauernd Objekte und Motive sammelt und wie sie beim Malen vorgeht. Ihre grossformatigen Werke entstehen Schritt für Schritt und stellen sie laufend vor die Entscheidung zwischen „was kann weggelassen werden?“ und „was ist unentbehrlich?“ Sie beschäftigt sich aber nicht nur mit dem Pinsel in der Hand mit der Botanik, vielmehr liebt sie auch den direkten Kontakt mit Pflanzen und der Erde. Ihr eigener Garten dient denn auch als wichtige Inspirationsquelle.

Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis gibt weitere Vorlieben preis: mit „Vielfalt im Garten“, „Die Magie der strahlenden oder düsteren Exoten“, „Die Faszination der Orchideen“ und „Die Suche nach der schwarzen Iris“ sind einige der Kapitel überschrieben. Auch Rosie Sanders Faible für dunkle Pflanzen ist nicht zu übersehen und im Buch finden sich dazu wunderschöne Bilder von Gladiolen, Tulpen und Iris. “Überwältigende Blüten“ ist aber kein reines Bilderbuch. Denn neben der Einleitung hat Andreas Honegger passend zu den abgebildeten Pflanzen Texte mit wissenswerten botanischen Hintergrundinformationen verfasst.

Durch das genaue Beobachten beim Malen lernt die Künstlerin selber die Pflanzen sehr genau kennen. Genau so hat sie erst festgestellt, dass etwa Amaryllis gar keine steifen, roten Blumen sind, sondern eine faszinierende Statur aufweisen und inzwischen schätzt sie die verschiedenen Blütenformen der vielen unterschiedlichen Sorten.

Das Buch enthält grossformatige Bilder in Aquarelltechnik, die im Laufe des letzten Jahrzehnts entstanden sind und die eine Präzision im Pinselstrich aufweisen, welche die Betrachterin nur neidlos und respektvoll zur Kenntnis nehmen kann. Die Künstlerin spielt mit Formen, Struktur und Mustern und dabei entstehen üppige, farbenfrohe Werke von oft grossblumigen Blüten wie Cannas, Schwertlilien und Fledermausblumen. Dazwischen sind aber auch zarte Motive zu finden wie die Schachbrettblumen und die Wiesenbewohner am Anfang und am Ende des Buches. Eines haben sie alle gemeinsam: die Bilder sind perfekt – samt der Flecken und vertrocknenden Stellen, die von der Vergänglichkeit der Motive zeugen, vor denen die wunderschönen Werke glücklicherweise verschont sind.

Worte können diesen Bildern kaum gerecht werden. Doch im Internet lassen sich mühelos etliche von Rosie Sanders Werken anschauen. In einem YouTube-Kurzfilm erhält man Einblick in den Garten und das Atelier der Künstlerin und man kann ihr sogar beim Ziehen von Pinselstrichen über die Schulter schauen. Das Malen eines Kamelienblatts sieht eigentlich gar nicht so schwierig aus…  



Rosie Sanders: 
Überwältigende Blüten 
Elisabeth Sandmann Verlag, 2015

26. Februar 2013

Tatjana Weih: Die Blumenfrau

Bei dieser Publikation handelt es sich um ein in der Grösse mittelformatiges Märchen für Erwachsene, das sich ausgezeichnet eignet als Mitbringsel statt oder vielleicht zusammen mit einem Blumenstrauss. Auf Doppelseiten ist jeweils rechts eine ganzseitige Illustration von Tatjana Weih abgebildet. Links findet sich ein kleiner Ausschnitt aus der gleichen Zeichnung und darum herum ist der Text angeordnet.

Erzählt wird vom Alltag einer unscheinbaren, zurückhaltenden Blumenhändlerin, die ein eigenes Geschäft in einem lebhaften Quartier am Stadtrand betreibt. Fräulein Rosa – so nennt sie ihr Blumenlieferant – stellt sämtliche Blumensträusse erst zusammen, wenn sie weiss, für wen diese bestimmt sind und aus welchem Grund sie verschenkt werden.

Oft ist die Floristin stundenlang allein im Laden und betrachtet die vorbeieilenden Passanten. Etliche davon gehören zu ihrem Kundenkreis und sie weiss viel Privates von ihrer vorwiegend männlichen Kundschaft. Nur von einem Mann, der regelmässig an ihrem Schaufenster vorbeiläuft, kann sich die Blumenfrau kein Bild machen. Da sie für ihn aber noch nie einen Blumenstrauss hat zusammenstellen dürfen, nimmt sie an, dass es keine Frau in seinem Leben gibt. Fräulein Rosa selber führt ein sehr zurückgezogenes Leben und gibt nichts von sich preis.

Mehr möchte ich nicht zum Inhalt verraten, sonst ist das Mini-Buch (23 Seiten) ja gleich in dieser Buchvorstellung fertig erzählt …

Die Zeichnungen sind sehr detailgetreu und passen ausgezeichnet zur Geschichte. Statt mich mit Beschreibungen zum Zeichnungsstil der Illustratorin abzumühen, empfehle ich ganz einfach einen Klick hierhin. 




Tatjana Weih: 
Die Blumenfrau 
Eigenverlag, 2006

14. November 2012

Renate Hücking: Blumenmalerinnen – Porträts besonderer Frauen und ihr Blick auf die Natur

In ihrer aktuellsten Publikation portraitiert Renate Hücking fünfzehn Blumenmalerinnen. Sie lässt den Leser und Betrachter in Ateliers blicken und entlockt den Künstlerinnen Antworten auf Fragen zu Beweggründen in Hinsicht auf Motivwahl und Technik und allerlei Persönliches. Unter den Malerinnen sind bekannte längst verstorbene Künstlerinnen wie Maria Sibylla Merian, Marianne North und Margaret Mee, aber auch verschiedene ausserhalb der entsprechenden Szene wohl eher unbekannte Frauen. Die Porträts sind gegliedert in die Kapitel „Im Blumengarten“, „Kunst trifft Wissenschaft“, „Für Natur und Umwelt“, „Schön und nützlich“ und „Exotik der Tropen“.

Blumen malen war früher die einzige Möglichkeit, diese in jeder Jahreszeit bewundern zu können. Heutzutage gibt es zwar etliche andere Möglichkeiten, die Blütenpracht zu konservieren, doch malen kann süchtig machen und ist für einzelne der portraitierten Frauen so wichtig wie atmen. Nicht alle dieser Künstlerinnen benutzen Pinsel oder Farbstift. Neben Kunstwerken in den Techniken Öl auf Leinwand, Karton oder Baumwolle und Aquarell, Acryl, Gouache auf Velin, Kupferstich und Farbstiftzeichnungen wird auch das Verfahren Fotografie/Scanogramm vorgestellt. Mit dieser Methode schafft Luzia Simons imposante grossformatige Bilder in Anlehnung an die barocken Blumenstilleben der niederländischen Maler. Ihr Motiv ist dabei seit über zehn Jahren ausschliesslich die Tulpe.

Andere Künstlerinnen bevorzugen oder bevorzugten als Motiv Wiesenblumen, Samen, Gemüse und Obst, die Flora des Amazonasgebietes, Beerenfrüchte, Medizinalpflanzen, Blumensträusse, Nutzpflanzen oder exotische Gewächse. Etwas befremdend muten im ersten Moment die Vorlagen jener Blumenmalerin an, deren Sujets den Hinweis „Made in China“ oder ähnliche Herkunftsbezeichnungen tragen. Regula Dettwiler konzentriert sich nämlich auf künstliche Blumen, genauer Plastik mit Seidenoptik. Diese Blumenjägerin vermerkt denn auch auf ihren Kunstwerken an jener Stelle, wo andere Blumenmalerinnen den Naturstandort angeben halt den Hinweis „Made in Taiwan“.

Fiona Strickland wiederum malt oft Blumen, die bereits am Verblühen sind. In ihrem Umfeld landen deshalb die nicht mehr ganz frischen Blumensträusse in ihrem Atelier. Sie könnten ja noch als Vorlage für Bilder taugen! Ebenso verschieden wie die Technik und Motivwahl sind die Wege, auf denen die Frauen zum Blumenmalen gefunden haben. Rachel Peddler-Smith etwa kam über den Abstecher Insekten- und Käfermalerei auf den Fokus Blumen. Das Einfangen und Töten der Kleintiere stellte sie aber je länger je mehr vor fast unüberwindliche Hürden und lenkte ihre Aufmerksamkeit schliesslich auf die Blumen am Wegrand.

Gärtnern Blumenfrauen auch gerne? Aus Zeitgründen liegt diese Tätigkeit bei den meisten dieser vorgestellten Blumenmalerinnen nicht drin. Was einen spätestens nach der Lektüre dieses Buches nicht wirklich wundert. Wenn man nämlich gelesen hat, dass für eine einzige gemalte Johannisbeere zwanzig Farbtöne nötig und zuvor stundenlange Naturbeobachtungen vorangegangen sind. Da relativiert sich der kleine aufgekommene Neid über die Talente dieser Frauen gleich wieder ein wenig!

Gelegentlich bekommt man ein Buch in die Hände, das einem fast zu schade zum Lesen dünkt und bei dem man es bedauert, wenn die letzte Seite umgeblättert ist und deshalb diesen Moment möglichst lange hinauszögern möchte. Mir geht es jedenfalls so. Und bei diesem Buch hätte ich dieses Phänomen nun nicht unbedingt erwartet. Bei der Durchsicht der diesjährigen Herbstpublikationen ist mir zwar der Name Renate Hücking sofort ins Auge gestochen, da ich ihre früheren Bücher sehr schätze, doch das Thema gemalte Blumenbilder sprach mich nicht besonders an. Ich bin froh, habe ich meine Bedenken ignoriert. Der Fokus der Frauenporträts liegt etwa gleich stark auf dem Text wie auf den – unbestrittenermassen- beeindruckenden Bildern. Der Autorin gelingt es mit ihren bemerkenswerten Porträts Interesse für das Thema Blumenmalerinnen zu wecken. Ich habe jedenfalls nach vielen Jahren wieder einmal die Biografie „A vision of Eden“ über Leben und Werk von Marianne North durchgeblättert. Wer nach der Lektüre des Buches "Blumenmalerinnen" ebenfalls neugierig auf mehr Lesefutter zum Thema geworden ist, findet im Anhang eine Auswahl zum Weiterlesen sowie Kontaktangaben und Informationen zu (früheren) Ausstellungen der Künstlerinnen.



Renate Hücking: 
Blumenmalerinnen – Porträts besonderer Frauen und ihr Blick auf die Natur 
Callwey Verlag, 2012

12. Februar 2011

Glück blüht – Die schönsten Blumenmomente

Auf einen Aufruf auf der Webseite des Blumenbüros Holland haben sich verschiedene Menschen entschlossen, ihre schönsten Blumenmomente auf Papier festzuhalten. Fünfzig dieser Einsendungen haben es schliesslich in die Publikation „Glück blüht“ geschafft, die mit einem Vorwort der Schauspielerin Christine Neubauer anfängt. Die einzelnen Erlebnisse sind ebenso verschieden wie das Niveau der Beiträge. So wird schon mal aus einer Paeonia rockii-Hybride kurzerhand eine Rose.

Handelt eine Geschichte, davon wie ein Brautrosenbouquet samt Familie des Bräutigams vor dem Altar vermisst wird (die Trauung ohne Verwandtschaft durchführen, o.k.; aber ohne Braustrauss, nein …), erinnert sich eine andere Erzählerin an die verlockenden Wiesenblumen jenseits des Zauns um eine Internierungslager, denen sie seinerzeit als Fünfjährige nicht widerstehen konnte. Was für eine Geschichte sich wohl hinter der getrockneten Rose versteckt, die in einem alten Buch entdeckt wurde, das auf einer Nachlassversteigerung erworben worden ist? Und vielleicht gelangen auch Sie einmal an eine Floristin, die Ihnen aus Freude darüber, dass Sie den Weg in ihren Blumenladen gefunden haben und weil sie den ganzen Tag über kaum Blühendes verkauft hat, einen Tulpenstrauss schenkt? Berührend sind die positiven Folgen eines kurzen Besuches samt floraler Kreation am Krankenbett eines mürrischen alten Mannes, der seit seiner Jugend als Aussenseiter galt.



Blumenbüro Holland (Hrsg.):
Glück blüht – Die schönsten Blumenmomente
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 2011

2. Juli 2010

Flowershows

Leider hatte ich noch nie die Gelegenheit, durch die Chelsea Flower Show zu spazieren (oder wahrscheinlich sollte ich besser schreiben: mich durch das dortige Gewühl zu kämpfen). Ich bin aber zuversichtlich, dass ich dieses Manko in naher oder ferner Zukunft beheben kann und bis dahin blättere ich einfach gelegentlich in meinen schon etwas älteren Büchern, die von Blumenausstellungen handeln.

Ursula Buchan wirft in ihrem Buch „The Village Show“ nicht nur einen Blick auf die Austellungsexponate an ländlichen Flowershows sondern gibt gleichzeitig Einblick in die Vorbereitung der Züchter, deren Lebensläufe, Beweggründe und Techniken. Etappen von Buchans Reise waren unter anderen die National Northern Rose Show in Lakeland und die Dumfries and Lockerbie Agricultural Society’s Annual Show.

Selbstverständlich darf auf meinem Regal ein Buch über die Chelsea Flower Show nicht fehlen. Der reich illustrierte Titel ist von der Gartenjournalistin Leslie Geddes-Brown. Die Kapitel reichen von den Anfängen bis zur jetzigen Show (sprich 2000, dem Publikationsjahr) und erlauben Blicke hinter die Kulissen dieses Riesenevents.

„Beautiful Madness“ heisst das Resultat von James Dodsons Streifzügen durch anderer Leute Gärten und die Flower Shows in Chelsea und Philadelphia. Ein Lesebuch, in welchem Kapitel mit Titeln wie „Garden Club Confidential“ und „Diarmuid’s Balls, Gentle Chaos, and the Mad Man of Kew“ Erwartungen wecken, die durch launige Texte mehr als erfüllt werden.

Wieder mehr zum Anschauen als zum Lesen bietet das Jubiläumsbuch zur 175. Philadelphia Flower Show aus dem Jahr 2003, einer Veranstaltung, die jährlich über eine Viertelmillion Besucher anlockt. Die vielen Fotos laden auf einen Rundgang durch die Ausstellung ein. Etliche der Bilder wirken recht grell und bunt und gewisse Farbkombinationen erscheinen mir gewöhnungsbedürftig.


Ursula Buchan:
The Village Show
Pavilion Books, 1990

James Dodson:
Beautiful Madness
Dutton, 2006

Leslie Geddes-Brown:
Chelsea – The Greatest Flower Show on Earth
Dorling Kindersley, 2000

Adam Levine and Ray Rogers:
The Philadelphia Flower Show – Celebrating 175 Years
Harper Collins, 2003


7. Dezember 2009

Flower Shops

Im dritten Band der Flower Shop-Serie besucht Sally Page quer durch England jeden Monat einen Blumenladen und stellt diesen mit Text und Fotos vor.

Katie kommt unverhofft zu einem wunderschönen Lilienstrauss, da der eigentliche Empfänger nicht erreichbar ist. Statt die Blumen wieder in den Laden zu bringen, entscheidet die Floristin Leen spontan, eine vorbeiradelnde Studentin damit zu beglücken. Diese und andere Anekdoten vermitteln zusammen mit den tollen Fotos einen Einblick in die unterschiedlichen Blumenläden mitsamt Kundschaft und der vielfältigen Gründe, Blumen zu kaufen.

Da gibt es beispielsweise einen Shop, der in einer ehemaligen Scheune untergebracht ist, den Blumenladen, der sich den Platz mit einem Delikatessengeschäft teilt (oder umgekehrt), oder die beiden Läden eines Ehepaares, die unabhängig voneinander völlig verschiedene Stile pflegen.

Neben den handgebundenen floralen englischen Kunstwerken werden auch die Ortschaften und die Umgebung der Blumenläden vorgestellt. Und es ist immer wieder interessant zu sehen, wie die Blumensträusse in Stil von Laden zu Laden und von Land zu Land unterschiedlich sind. So verrät ein Kurztext, dass in New York sehr wenig Grünzeug beigemischt wird und ein Blumenstrauss tatsächlich nur aus Blumen besteht. Und da sich in dieser Grossstadt (fast) keiner um Geld Gedanken macht, werden Blumen grundsätzlich mit passender Vase gekauft und geliefert.

Im letzten Kapitel lädt Sally Page alle besuchten Floristinnen und Floristen ein, so dass sich diese auch kennenlernen und untereinander austauschen können. Die Kontaktdetails mit Internet-Adressen am Schluss des Buches ermöglichen es, auch Online in den vorgestellten Läden herumzustöbern.

Ein schönes Bilderbuch für Erwachsene, das sich auch als dauerhaftes Präsent anstelle eines Blumenstrausses eignet.



Sally Page:
Flower Shops and friends
Fanaham Books, 2008

26. April 2009

Blumenläden

Im Moment lese ich gerade einen Roman, in welchem eine jüngere Frau eine der Hauptrollen innehat, die gerade eine schwere Krankheit überstanden hat und mit viel Engagement und Kreativität einen beliebten Blumenladen namens „Changing Season Floral“ führt. Dies ist ein passender Anlass, wieder einmal in meinen Blumenladenbüchern zu schmökern. 

Die beiden reich illustrierten Bücher „The Flower Shop“ von Sally Page porträtieren ein ländliches Geschäft im englischen Tisbury. Wie aus den Untertiteln hervorgeht zeichnet ein Band das Leben im Blumenladen im Verlauf der Jahreszeiten auf, während sich der zweite Band der Advents- und Weihnachtszeit widmet (zur Zeit natürlich nicht sehr passend). Viele meist kleinformatige Fotos bringen dem Betrachter zusammen mit kurzen Texten die Angestellten von „Ted Martins Flowers“ und ihre Kunden näher. Dekorations- und Bindetipps runden die sympathischen Bücher ab. Inzwischen ist ein weiteres Flowershop-Buch zum Thema Freunde herausgekommen. 

Die kürzlich verstorbene legendäre Blumenfrau Maria Binder und ihr Laden im Zürcher Oberdorf-Quartier werden im 2005 erschienenen schön eingefassten und illustrierten Buch vorgestellt. Auf den ersten knapp 20 Seiten wird ihr Werdegang erzählt, dann folgen Farbfotos aus dem Blumenladen, von floralen Kunstwerken und vier Betrachtungen von Nahe stehenden über die Blumenkünstlerin.

„Begegnungen im Blumenladen“ ist kein Buch, das einlädt in schönen Farbfotos von Blumenkreationen zu schwelgen. Nein, es gibt kein einziges davon. Wolf Klein schreibt Geschichten auf. Er sitzt in seinem Laden, betrachtet die Kunden und Vorübereilende und notiert, was passiert. Diese Episoden, welche früher in einem Blog veröffentlicht worden sind, protokollieren die Begegnungen im Blumenladen. Übrigens, bei diesem „Blumenladen“ handelt es sich nicht um einen Ort, wo Floristik in Form von normalen, natürlichen Schnittblumen verkauft wird, sondern alle Blumen sind fotografiert. Die Ware sieht zwar aus wie Blumen und funktioniert visuell wie Blumen, aber es sind eben keine echten Blumen. 



Wolf Klein: 
Begegnungen im Blumenladen 
Balkon und Garten Buch, 2008 

Sally Page: 
The Flower Shop – A year in the Life of an English Country Flower Shop 
Fanahan Books, 2006 

The Flower Shop – Christmas 
Fanahan Books, 2007 

Esther Scheidegger Zbinden (Text) und Nadja Athanasiou: 
Blumenfrau Maria Binder 
Th. Gut Verlag