Anlässlich des 350-Jahres-Jubiläums der hiesigen Stadtbibliothek sind 2010 in der lokalen Tageszeitung in loser Folge Geschichten rund ums Buch erschienen. Diese Woche war der Titel „Nachsommer“ von Adalbert Stifter Thema eines Beitrages. Dieses Buch liegt bei mir beinahe seit ewigen Zeiten ungelesen herum. Letzthin habe ich in einem Beitrag erwähnt, dass die Lektüre desselben geplant ist. Da immer wieder andere, vermeintlich interessantere oder spannendere Bücher dazwischenkommen, habe ich es bis dato aber noch immer nicht gelesen.
Der oben erwähnte Artikel handelte vom Lesen, Wiederlesen, Schreiben sowie von Pflichtlektüre und was man gemeinhin dazu zählt. Der Autor des halbseitigen Berichtes hatte als junger Musikstudent einen Schlummervater, welcher für ihn persönlich dem personifizierten Freiherr von Risach aus dem „Nachsommer“ entsprach. Als Überraschung hat er diesem Rosen in den Garten gepflanzt und ihm stolz von der gelesenen Sommerlektüre berichtet, zu der da „Doktor Faustus“ und eben „Der Nachsommer“ zählten. Der knappe Kommentar des Vermieters gipfelte in der Aussage, dass dies ohne den geringsten Zweifel das langweiligste Buch sei, das er selber je gelesen habe…
Nun, „gluschtiger“ auf die Lektüre des „Nachsommers“ hat mich dieser Artikel nicht gemacht. Um mir eine eigene Meinung zu bilden, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als das Buch selber zu lesen. Vielleicht ein Vorsatz fürs neue Jahr? Dagegen sprechen meine derzeitige Lektüre - ein englischer Pflanzenjägerroman sowie "Herr Adamson" von Urs Widmer - ebenso wie die verlockenden Vorschauen mit den Frühlingstiteln 2011, wo ich für mich schon etliche Perlen entdeckt habe. So wird im Schöffling Verlag (endlich) wieder einmal ein Buch von Beverley Nichols neu aufgelegt und deutschsprachigem Publikum zugänglich gemacht, von Rosemary Harris erscheint auf Englisch der vierte Gartenkrimi um Paula Holliday und fast gleichzeitig der erste aus der Reihe auf Deutsch („Der weisse Garten“, Thiele Verlag). Gespannt bin ich auch auf den zweiten Krimi rund um die BUGA 2011 in Koblenz und freue mich auf eine neue Fantasy-Reihe mit botanischem Hintergrund.
Bis auf weiteres geht mir das Lesefutter also nicht aus und Stoff für weitere Buchvorstellungen gibt es zu Genüge. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein gesundes und erfolgreiches 2011!
Die Sofagärtnerin
PS: Übrigens sind bei Jokers derzeit verschiedene Bücher, die ich in den letzten Monaten hier im Sofagarten vorgestellt habe, als preisreduzierte Mängelexemplare deutlich günstiger zu kaufen. Da wären beispielsweise "Die Tulpe des Bösen" von Jörg Kastner (Buch und Hörbuch), "In der Blüte ihres Grabes" von Amy MacKinnon, "Das Liebesleben der Farne" von Beate Rygiert" oder "Als Tom mir den Mond vom Himmel holte" von Silke Schütze. Oder geben Sie das Stichwort "Stauden" ein - "Faszination Stauden" von Christian Kress (Sarastro-Stauden) wird anscheinend ebenfalls remittiert.
30. Dezember 2010
27. Dezember 2010
Alan Bloom: Come you here, Boy!
In den letzten Tagen habe ich die 1995 veröffentlichte Autobiographie von Alan Bloom (1906 – 2005) gelesen. Dieser Name ist in der Gartenszene auch heute noch ein Begriff, hat Alan Bloom (nicht zu verwechseln mit seinem Sohn Adrian) doch Bressingham Gardens gegründet und aufgebaut, einen grossen Schaugarten gestaltet, über 170 Stauden eingeführt, zahlreiche Bücher verfasst und sich nicht zuletzt in der „Hardy Perennial Society“ engagiert.
Im Alter von vier Monaten fiel Alan in ein Koma und der Arzt hatte schon alle Hoffnung aufgegeben. Doch das Baby schlug die Augen wieder auf und hatte noch fast hundert Lebensjahre vor sich. Die Liebe zu Blumen war dem Jungen bereits in die Wiege gelegt worden, denn schon der Vater zog auf einem Feld Blumen und verkaufte diese auf dem Markt. Bereits als Kind entwickelte Alan eine Vorliebe für Stauden, die ihm interessanter erschienen als einjährige Pflanzen. Was lag also näher, als nach Beendigung der Schulzeit Arbeit in einer Gärtnerei zu suchen?
In der Autobiografie sind die Anfänge des Berufslebens beschrieben, seine kurze Ehe und wie er mit seinen drei eigenen Kindern und seiner damaligen Lebenspartnerin Myrah und deren Tochter in Kanada eine neue Existenz aufbauen wollte, was aber gründlich misslang. Die Berichte von der wochenlangen Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Heim, verbunden mit hunderten von zurückgelegten Kilometern sind sehr eindrücklich und heute im Zeitalter von Immobilien-Portalen im Internet kaum mehr vorstellbar. Jedenfalls fiel die Idee, jenseits des Atlantiks ein Zentrum für Gärtnerei-Importe aus England einzurichten auf keinen fruchtbaren Boden und die Auswanderer sahen sich gezwungen, in die Heimat zurückzukehren.
Weitere Themen in der leicht zu lesenden Lektüre sind die Überflutungen der Gärtnerei, Erkenntnisse wie jene, dass auch an der Chelsea Flower Show gewonnene Goldmedaillen keine Garantie für finanzielle Stabilität sind, Alans Leidenschaft für Dampfmaschinen, neue Beziehungen und sehr intime Einblicke in die Entwicklung der Persönlichkeit wie auch in die Beweggründe, die dazu geführt haben, dass Alan Bloom als älterer Mann gewagt hat, sämtliche Bedenken über Bord zu werfen und seine Haare schulterlang zu tragen.
Alan Bloom:
Come you here, Boy!
Isis Publishing, 1995
Im Alter von vier Monaten fiel Alan in ein Koma und der Arzt hatte schon alle Hoffnung aufgegeben. Doch das Baby schlug die Augen wieder auf und hatte noch fast hundert Lebensjahre vor sich. Die Liebe zu Blumen war dem Jungen bereits in die Wiege gelegt worden, denn schon der Vater zog auf einem Feld Blumen und verkaufte diese auf dem Markt. Bereits als Kind entwickelte Alan eine Vorliebe für Stauden, die ihm interessanter erschienen als einjährige Pflanzen. Was lag also näher, als nach Beendigung der Schulzeit Arbeit in einer Gärtnerei zu suchen?
In der Autobiografie sind die Anfänge des Berufslebens beschrieben, seine kurze Ehe und wie er mit seinen drei eigenen Kindern und seiner damaligen Lebenspartnerin Myrah und deren Tochter in Kanada eine neue Existenz aufbauen wollte, was aber gründlich misslang. Die Berichte von der wochenlangen Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Heim, verbunden mit hunderten von zurückgelegten Kilometern sind sehr eindrücklich und heute im Zeitalter von Immobilien-Portalen im Internet kaum mehr vorstellbar. Jedenfalls fiel die Idee, jenseits des Atlantiks ein Zentrum für Gärtnerei-Importe aus England einzurichten auf keinen fruchtbaren Boden und die Auswanderer sahen sich gezwungen, in die Heimat zurückzukehren.
Weitere Themen in der leicht zu lesenden Lektüre sind die Überflutungen der Gärtnerei, Erkenntnisse wie jene, dass auch an der Chelsea Flower Show gewonnene Goldmedaillen keine Garantie für finanzielle Stabilität sind, Alans Leidenschaft für Dampfmaschinen, neue Beziehungen und sehr intime Einblicke in die Entwicklung der Persönlichkeit wie auch in die Beweggründe, die dazu geführt haben, dass Alan Bloom als älterer Mann gewagt hat, sämtliche Bedenken über Bord zu werfen und seine Haare schulterlang zu tragen.
Alan Bloom:
Come you here, Boy!
Isis Publishing, 1995
24. Dezember 2010
Frohe Weihnachten!
Herzliche Weihnachtsgrüsse aus dem Sofagarten!
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern aus nah und fern frohe Weihnachten und vielleicht liegt unter dem Weihnachtsbaum ja das eine oder andere interessante (Garten-)Buch...
Die Sofagärtnerin
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern aus nah und fern frohe Weihnachten und vielleicht liegt unter dem Weihnachtsbaum ja das eine oder andere interessante (Garten-)Buch...
Die Sofagärtnerin
20. Dezember 2010
Der versunkene Garten
In diesem Buch spielt der Garten, wie ich beim Durchblättern bereits vermutet habe, nur eine untergeordnete Rolle. Er ist zwar ein wichtiger Ort, wird aber nur an wenigen Stellen erwähnt, ist aber passenderweise als Titelbild ausgewählt worden. Der Roman ist aber dermassen spannend, dass ich ihn dennoch kurz vorstellen möchte.
Die Investmentbankerin Lucy hat vor drei Jahren nach dem Tod ihres kleinen Sohnes ihren Mann und ihre Familie in Kalifornien zurückgelassen. Sie versucht, in New York ein neues Leben zu beginnen und ihre Vergangenheit abzustreifen. Sie ist mitten in wichtigen Verhandlungen als sie vom plötzlichen und unerwarteten Tod ihres Vaters erfährt. Als sie in ihre Heimat zurückfährt, stellt sich heraus, dass die Polizei von einem Verbrechen ausgeht.
Lucy ist nicht die einzige Frau in ihrer Familie, die einen Sohn im Babyalter verloren hat. Schon ihre Mutter und ihre russische Grossmutter mussten das gleiche Schicksal erleiden. Lucys Mutter erlitt nach dem Verlust ihres jüngsten Kindes eine Psychose, von der sie nie mehr genesen ist. In Lucys Familie und der näheren Umgebung gibt es mehrere rätselhafte Todesfälle zwischen denen die Polizei einen Zusammenhang zu vermuten scheint und im Laufe der Ermittlungen kommen immer mehr Ungereimtheiten zu Tage.
Stimmen Lucys Erinnerungen mit wirklichen Erlebnissen überein oder wurden ihr gewisse Vorfälle und Daten solange eingeredet, dass sie diese nun für wahr hält? Getrieben von Schuldgefühlen gegenüber ihrem Sohn stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an und Kapitel um Kapitel setzen sich die Bruchstücke zusammen - Lügen werden entlarvt und längst vergessene Vorkommnisse entpuppen sich als wichtige Details.
Um die Spannung bis zum Ende des Buches aufrecht zu halten, sollten Sie es unbedingt unterlassen, schon vorzeitig den Schluss zu lesen!
Liz Rigbey:
Der versunkene Garten
Ullstein Verlag, 2005
Die Investmentbankerin Lucy hat vor drei Jahren nach dem Tod ihres kleinen Sohnes ihren Mann und ihre Familie in Kalifornien zurückgelassen. Sie versucht, in New York ein neues Leben zu beginnen und ihre Vergangenheit abzustreifen. Sie ist mitten in wichtigen Verhandlungen als sie vom plötzlichen und unerwarteten Tod ihres Vaters erfährt. Als sie in ihre Heimat zurückfährt, stellt sich heraus, dass die Polizei von einem Verbrechen ausgeht.
Lucy ist nicht die einzige Frau in ihrer Familie, die einen Sohn im Babyalter verloren hat. Schon ihre Mutter und ihre russische Grossmutter mussten das gleiche Schicksal erleiden. Lucys Mutter erlitt nach dem Verlust ihres jüngsten Kindes eine Psychose, von der sie nie mehr genesen ist. In Lucys Familie und der näheren Umgebung gibt es mehrere rätselhafte Todesfälle zwischen denen die Polizei einen Zusammenhang zu vermuten scheint und im Laufe der Ermittlungen kommen immer mehr Ungereimtheiten zu Tage.
Stimmen Lucys Erinnerungen mit wirklichen Erlebnissen überein oder wurden ihr gewisse Vorfälle und Daten solange eingeredet, dass sie diese nun für wahr hält? Getrieben von Schuldgefühlen gegenüber ihrem Sohn stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an und Kapitel um Kapitel setzen sich die Bruchstücke zusammen - Lügen werden entlarvt und längst vergessene Vorkommnisse entpuppen sich als wichtige Details.
Um die Spannung bis zum Ende des Buches aufrecht zu halten, sollten Sie es unbedingt unterlassen, schon vorzeitig den Schluss zu lesen!
Liz Rigbey:
Der versunkene Garten
Ullstein Verlag, 2005
16. Dezember 2010
Trauer, Hoffnung und Radieschen
Zehn Jahre nach der Gründung des Staates Israel kommt Gerschonas Vater mit einem „völlig neuen“ Grossvater und einem grünen Occasionswagen, einem Plymouth, von einer sechsmonatigen Reise nach Amerika zurück in den noch jungen Nahost-Staat. Gerschona hatte bis anhin keine Ahnung, dass sie einen Opa hat und der Plymouth ist das erste Auto in der Strasse, in welcher ihre Familie wohnt. Das Einzelkind Gerschona hat keine Freunde, fühlt sich sehr einsam und schämt sich nicht zuletzt für seinen Namen. Als die Nachbarskinder Gerschona anbieten, gegen eine Runde Mitfahren in Vaters Auto bei der Anlage eines gemeinsamen Gartenbeetes mitzumachen, möchte sie diese Gelegenheit unbedingt nutzen.
Leider springt der Wagen genau am ausgemachten Tag nicht an, so dass Gerschona weiter von den Aktivitäten der Gleichaltrigen ausgeschlossen bleibt. Die bereits besorgten Radieschen-Samen sät sie deshalb in einen Blumentopf und wartet ungeduldig auf die ersten Keimblätter. Während die Nachbarskinder schon bald die Sorgfalt zur Pflege des Gartenbeetes vernachlässigen, schaut Gerschona gewissenhaft nach dem Topf auf dem Fensterbrett. Ein ausgedienter Glacestängel dient als Mini-Spaten und gegossen wird in homöopathischen Dosen mit der Pipette von Omas Augentropfen.
Als sich trotz dieser guten Pflege nichts Sichtbares im Topf zu regen scheint und es im Beet ein paar Etagen weiter unten zu spriessen beginnt, zweifelt Gerschona an der Gerechtigkeit der Welt. Mitten in diese Gefühlsregungen fällt der Einzug eines Jungen ins Nachbarhaus, der das junge Mädchen sympathisch zu finden scheint.
Das Taschenbuch wird übrigens derzeit verramscht. Ich habe es im Jokers-Katalog entdeckt, in welchem es preisreduziert bestellt werden kann.
Nava Semel:
Trauer, Hoffnung und Radieschen
Fischer Taschenbuch Verlag, 2005
Leider springt der Wagen genau am ausgemachten Tag nicht an, so dass Gerschona weiter von den Aktivitäten der Gleichaltrigen ausgeschlossen bleibt. Die bereits besorgten Radieschen-Samen sät sie deshalb in einen Blumentopf und wartet ungeduldig auf die ersten Keimblätter. Während die Nachbarskinder schon bald die Sorgfalt zur Pflege des Gartenbeetes vernachlässigen, schaut Gerschona gewissenhaft nach dem Topf auf dem Fensterbrett. Ein ausgedienter Glacestängel dient als Mini-Spaten und gegossen wird in homöopathischen Dosen mit der Pipette von Omas Augentropfen.
Als sich trotz dieser guten Pflege nichts Sichtbares im Topf zu regen scheint und es im Beet ein paar Etagen weiter unten zu spriessen beginnt, zweifelt Gerschona an der Gerechtigkeit der Welt. Mitten in diese Gefühlsregungen fällt der Einzug eines Jungen ins Nachbarhaus, der das junge Mädchen sympathisch zu finden scheint.
Das Taschenbuch wird übrigens derzeit verramscht. Ich habe es im Jokers-Katalog entdeckt, in welchem es preisreduziert bestellt werden kann.
Nava Semel:
Trauer, Hoffnung und Radieschen
Fischer Taschenbuch Verlag, 2005
12. Dezember 2010
High Heels und Gummistiefel
Die Studentin Isabelle plant, in London Leben und Werk der eher unbekannten Autorin Meredith Quince zu erforschen und sucht per Internet eine Wohnungstauschpartnerin. Die modeverrückte Daisy ihrerseits möchte die Stadt der Mode erobern. Bald sind alle wichtigen Infos per Email ausgetauscht und das Abenteuer kann beginnen – Isabelle fährt für ein Jahr nach London und Daisy auf dem umgekehrten Weg nach Paris. Die beiden jungen Frauen tauschen nicht nur ihre Unterkünfte. Gleichzeitig werden sie auch in den jeweiligen Freundeskreis der Tauschpartnerin aufgenommen.
Für Daisy bietet Paris eine schier unerschöpfliche Quelle an modischen Themen, die sie in ihr Blog einfliessen lassen kann. Isabelle erfährt zufällig von einer kleinen Gruppe älterer Leute, die sich regelmässig als Teilnehmer der Quince-Society treffen und hofft, mit deren Hilfe ihre Arbeit erfolgreich abschliessen zu können.
Sie fragen sich, wo in dieser Lektüre das gärtnerische Element versteckt ist? Der Neffe der der Krimi-Autorin Meredith Quince übt den Beruf eines Gärtners aus. Er kennt nicht nur köstliche Quittenrezepte, sondern bringt auch Isabelles bisher straff durchgeplantes Gefühlsleben ziemlich durcheinander.
Muriel Zagha:
High Heels und Gummistiefel
Manhattan (Goldmann), 2010
Für Daisy bietet Paris eine schier unerschöpfliche Quelle an modischen Themen, die sie in ihr Blog einfliessen lassen kann. Isabelle erfährt zufällig von einer kleinen Gruppe älterer Leute, die sich regelmässig als Teilnehmer der Quince-Society treffen und hofft, mit deren Hilfe ihre Arbeit erfolgreich abschliessen zu können.
Sie fragen sich, wo in dieser Lektüre das gärtnerische Element versteckt ist? Der Neffe der der Krimi-Autorin Meredith Quince übt den Beruf eines Gärtners aus. Er kennt nicht nur köstliche Quittenrezepte, sondern bringt auch Isabelles bisher straff durchgeplantes Gefühlsleben ziemlich durcheinander.
Muriel Zagha:
High Heels und Gummistiefel
Manhattan (Goldmann), 2010
9. Dezember 2010
Nein, die andere Martha!
Martha Smith begann nach einer krankheitsbedingten Operation mit Gärtnern. Zu den Erfahrungen, die sie aus ihrer Lieblingsbeschäftigung gewonnen hat, gehören das egoistische Beanspruchen von Zeit für sich selber (und natürlich für den Garten), das grosszügige Verschenken von Blumensträussen und das aufrichtige Verteilen von Lob an Gartenanfänger. Ihre Erlebnisse auf dem Weg zu diesen Erkenntnissen hat sie im Buch „Beds I have known“ veröffentlicht.
Kapitalüberschriften wie „Canna Lily kill ya?“, „Don’t bug me“ oder „Flower shows are not for wimps“ lassen wahrscheinlich so manches literarisch interessierte Gärtnerherz etwas höher schlagen.
Zwischen Sätzen mit der Frage, ob Demi Moore wohl je auf allen vieren kriechend im Garten Mist verteilt und einem Hinweis auf einen Garten ohne Platz für Verzweiflung, weil jedermann dort damit beschäftig ist, etwas Wunderschönes zu gestalten, ist die Lektüre etwa gefüllt mit der Freude über den Beginn einer Gartenwerkzeugsammlung. Diese wird verglichen mit den Empfindungen einer Vierzehnjährigen, die ihr erstes wertvolles Schmuckstück erhält. An anderer Stelle wird der manchmal traurige oder trauernde Gärtner darauf hingewiesen, dass selbst das Absterben der Lieblingsrose es keinesfalls rechtfertigt, an der nächsten Gartenparty mit einer schwarzen Armbinde aufzutauchen und dass auch der wiederholt vorgebrachte Satz „Help yourself“ des netten Nachbarn von nebenan kein Freibrief ist, nachts dessen preisgekrönte Dahlien auszugraben und im eigenen Garten einzupflanzen.
Der Titel dieses Blogeintrages bezieht sich übrigens auf ein Kapitel, in welchem die Autorin darüber berichtet, wie sie sich dabei fühlt, immer wieder mit DER Martha Stewart verwechselt zu werden.
Martha Smith:
Beds I have known – Confessions of a passionate amateur gardener
Moyer Bell, 1997
Kapitalüberschriften wie „Canna Lily kill ya?“, „Don’t bug me“ oder „Flower shows are not for wimps“ lassen wahrscheinlich so manches literarisch interessierte Gärtnerherz etwas höher schlagen.
Zwischen Sätzen mit der Frage, ob Demi Moore wohl je auf allen vieren kriechend im Garten Mist verteilt und einem Hinweis auf einen Garten ohne Platz für Verzweiflung, weil jedermann dort damit beschäftig ist, etwas Wunderschönes zu gestalten, ist die Lektüre etwa gefüllt mit der Freude über den Beginn einer Gartenwerkzeugsammlung. Diese wird verglichen mit den Empfindungen einer Vierzehnjährigen, die ihr erstes wertvolles Schmuckstück erhält. An anderer Stelle wird der manchmal traurige oder trauernde Gärtner darauf hingewiesen, dass selbst das Absterben der Lieblingsrose es keinesfalls rechtfertigt, an der nächsten Gartenparty mit einer schwarzen Armbinde aufzutauchen und dass auch der wiederholt vorgebrachte Satz „Help yourself“ des netten Nachbarn von nebenan kein Freibrief ist, nachts dessen preisgekrönte Dahlien auszugraben und im eigenen Garten einzupflanzen.
Der Titel dieses Blogeintrages bezieht sich übrigens auf ein Kapitel, in welchem die Autorin darüber berichtet, wie sie sich dabei fühlt, immer wieder mit DER Martha Stewart verwechselt zu werden.
Martha Smith:
Beds I have known – Confessions of a passionate amateur gardener
Moyer Bell, 1997
5. Dezember 2010
Lust auf Laube und Liebstöckel
Unter obigem Titel hat die Kulturhistorikerin Karen Meyer-Rebentisch die Geschichte der Lübecker Kleingärten und Kleingärtner in Wort und Bild veröffentlicht. Diese bildet die Entwicklung über eine Zeitspanne von rund hundert Jahren ab und zeigt auf, wie die Nachfrage nach Parzellen parallel zur wirtschaftlichen Situation und Bevölkerungswachstum verläuft.
1903 entstand die erste Kleingartenkolonie mit Pachtflächen von rund 300 m2, drei Jahre später kam eine weitere dazu, in welcher „Pflanzblätze“ von rund 1000 m2 gepachtet werden konnten. Diese beiden Anlagen bildeten den Anfang des Lübecker Kleingartenwesens. Wer Pachtland ergattern konnte, was in Jahren mit grosser Nachfrage vom Auslosungsglück abhängen konnte, musste oft strenge Regeln einhalten. Gemüseanbau war vorgeschrieben und es galt Buch zu führen über die Aussaat, Ausbringung von Dünger und den Ernteertrag. Die übernommene Scholle war oft kein eigentliches Kulturland, sondern es handelte sich um festgelagerten Boden mit viel Unkraut, der in mühseliger Arbeit erst urbar gemacht werden musste.
Mit dem Aufschwung der Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Stadt Lübeck an allen Ecken und Enden und etliche der Kleingartenkolonien und ihre Lauben, welche in schweren Zeiten auch als Wohnräume gute Dienste geleistet hatten, wurden zulasten von Strassen oder anderen Geländeüberbauungen plattgewalzt.
Neben der ausführlich dokumentierten Entwicklungsgeschichte erfährt der interessierte Leser in verschiedenen Geschichten und Portraits Anekdoten aus dem Leben rund um die Laube. Es geht ums (nicht immer harmonische) Zusammenleben Parzelle an Parzelle, um ökologische Betrachtungen oder um die Verwendung von Ertragsüberschüssen. Und last but not least sind die tollen Fotos in beeindruckender Qualität nicht zu vergessen! Vom 16. Januar 2011 bis 31. Juli 2011 findet übrigens im Museum für Natur und Umwelt in Lübeck eine Ausstellung mit dem gleichen Namen wie der Buchtitel statt.
Die verschiedenen Erwähnungen von Kleingärten, die Sportstätten oder Häusern weichen mussten, haben mich an die ehemaligen Pünten (CH-Dialektausdruck für Schrebergärten) auf dem Gelände des heutigen Erlebnisparks Technorama erinnert. Zwischen der Räumung der Gärten und Baubeginn bin ich seinerzeit mit Schwester und Nachbarskindern durch die verlassenen Parzellen gestreift. Dabei konnte das eine oder andere Pflänzlein gerettet werden. In etlichen Gärten war Rhabarber in Hülle und Fülle zurückgelassen worden. Diese Gelegenheit liessen wir uns nicht entgehen und haben diesen teilweise direkt vor Ort in grösseren Mengen gegessen. Dabei haben wir leicht mehr als eine kleine Überdosis erwischt. Jedenfalls habe ich viele Jahre lang keinen Rhabarber mehr angerührt. Inzwischen wird aber auch in der Küche der Sofagärtnerin während der Saison dieses Gemüses regelmässig Rhabarber-Wähe gebacken, während andere, die damals dabei waren, immer noch konsequent auf diesen Genuss verzichten…
Karen Meyer-Rebentisch / Hrsg.: Grüner Kreis Lübeck e.V.
Lust auf Laube und Liebstöckel – Lübecker Kleingartengeschichte(n)
Lübeck Verlag Karen Meyer-Rebentisch, 2010
Buchbestellungen und Leseprobe auf http://www.luebeck-verlag.de
Webseite der Autorin: http://www.gemuese-info.de/
1903 entstand die erste Kleingartenkolonie mit Pachtflächen von rund 300 m2, drei Jahre später kam eine weitere dazu, in welcher „Pflanzblätze“ von rund 1000 m2 gepachtet werden konnten. Diese beiden Anlagen bildeten den Anfang des Lübecker Kleingartenwesens. Wer Pachtland ergattern konnte, was in Jahren mit grosser Nachfrage vom Auslosungsglück abhängen konnte, musste oft strenge Regeln einhalten. Gemüseanbau war vorgeschrieben und es galt Buch zu führen über die Aussaat, Ausbringung von Dünger und den Ernteertrag. Die übernommene Scholle war oft kein eigentliches Kulturland, sondern es handelte sich um festgelagerten Boden mit viel Unkraut, der in mühseliger Arbeit erst urbar gemacht werden musste.
Mit dem Aufschwung der Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Stadt Lübeck an allen Ecken und Enden und etliche der Kleingartenkolonien und ihre Lauben, welche in schweren Zeiten auch als Wohnräume gute Dienste geleistet hatten, wurden zulasten von Strassen oder anderen Geländeüberbauungen plattgewalzt.
Neben der ausführlich dokumentierten Entwicklungsgeschichte erfährt der interessierte Leser in verschiedenen Geschichten und Portraits Anekdoten aus dem Leben rund um die Laube. Es geht ums (nicht immer harmonische) Zusammenleben Parzelle an Parzelle, um ökologische Betrachtungen oder um die Verwendung von Ertragsüberschüssen. Und last but not least sind die tollen Fotos in beeindruckender Qualität nicht zu vergessen! Vom 16. Januar 2011 bis 31. Juli 2011 findet übrigens im Museum für Natur und Umwelt in Lübeck eine Ausstellung mit dem gleichen Namen wie der Buchtitel statt.
Die verschiedenen Erwähnungen von Kleingärten, die Sportstätten oder Häusern weichen mussten, haben mich an die ehemaligen Pünten (CH-Dialektausdruck für Schrebergärten) auf dem Gelände des heutigen Erlebnisparks Technorama erinnert. Zwischen der Räumung der Gärten und Baubeginn bin ich seinerzeit mit Schwester und Nachbarskindern durch die verlassenen Parzellen gestreift. Dabei konnte das eine oder andere Pflänzlein gerettet werden. In etlichen Gärten war Rhabarber in Hülle und Fülle zurückgelassen worden. Diese Gelegenheit liessen wir uns nicht entgehen und haben diesen teilweise direkt vor Ort in grösseren Mengen gegessen. Dabei haben wir leicht mehr als eine kleine Überdosis erwischt. Jedenfalls habe ich viele Jahre lang keinen Rhabarber mehr angerührt. Inzwischen wird aber auch in der Küche der Sofagärtnerin während der Saison dieses Gemüses regelmässig Rhabarber-Wähe gebacken, während andere, die damals dabei waren, immer noch konsequent auf diesen Genuss verzichten…
Karen Meyer-Rebentisch / Hrsg.: Grüner Kreis Lübeck e.V.
Lust auf Laube und Liebstöckel – Lübecker Kleingartengeschichte(n)
Lübeck Verlag Karen Meyer-Rebentisch, 2010
Buchbestellungen und Leseprobe auf http://www.luebeck-verlag.de
Webseite der Autorin: http://www.gemuese-info.de/
3. Dezember 2010
Das Geheimnis der verdorrten Rosen
Laut eigenen Angaben verwebt der Autor in diesem Roman verschiedene Volksglauben und Traditionen des heidnischen Glaubens mit Erkenntnissen aus unterschiedlichen Projekten und schafft damit die Hauptperson Fergus. Dieser führt eine Detektei, wo Raphael eine Stelle antritt. In diesem ersten Fall der beiden fallen verschiedene Gäste einer Party in eine Art Wachkoma und die Ärzte stehen vor einem Rätsel. Ist dies der Beginn einer neuen Epidemie? Und was haben seltsam riechende verdorrte Rosen mit der Geschichte zu tun?
Die Rosen sind zwar der Schlüssel zur Lösung, ansonsten beschränkt sich das Gärtnerische auf einen kurzen Hinweis auf falsch geschnittene Rhododendron. Die Geschichte wird in verschiedenen Strängen erzählt und ich hatte Mühe, mir die diversen Personen einzuprägen und den raschen Wechseln zu folgen.
Laut Einführung zu Beginn dieses Buches handelt es sich um ein sprachliches Projekt und das Manuskript wurde von verschiedenen (acht!) Lektoren gelesen und korrigiert. Die Satzstellungen sind teilweise derart ungeordnet, dass ich mich so ganz im Geheimen frage, ob diese den Entwurf tatsächlich durchgegangen sind. Aber vielleicht kommt ja gerade darin das „sprachliche Projekt“ zum Ausdruck? Für den Moment ist mir jedenfalls die Lust auf Lektüre von Büchern aus Eigenverlagen (gewissermassen auch eine Art „Projekt“) etwas vergangen … Wieso ich den Buchtitel überhaupt fertig gelesen habe? Da ich vor einiger Zeit eine Buchbesprechung angekündigt habe, wollte ich meinen Leserinnen und Lesern einige Angaben zum Inhalt nicht vorenthalten.
Paul Riedel:
Das Geheimnis der verdorrten Rosen
Reimo-Verlag, 2010
Die Rosen sind zwar der Schlüssel zur Lösung, ansonsten beschränkt sich das Gärtnerische auf einen kurzen Hinweis auf falsch geschnittene Rhododendron. Die Geschichte wird in verschiedenen Strängen erzählt und ich hatte Mühe, mir die diversen Personen einzuprägen und den raschen Wechseln zu folgen.
Laut Einführung zu Beginn dieses Buches handelt es sich um ein sprachliches Projekt und das Manuskript wurde von verschiedenen (acht!) Lektoren gelesen und korrigiert. Die Satzstellungen sind teilweise derart ungeordnet, dass ich mich so ganz im Geheimen frage, ob diese den Entwurf tatsächlich durchgegangen sind. Aber vielleicht kommt ja gerade darin das „sprachliche Projekt“ zum Ausdruck? Für den Moment ist mir jedenfalls die Lust auf Lektüre von Büchern aus Eigenverlagen (gewissermassen auch eine Art „Projekt“) etwas vergangen … Wieso ich den Buchtitel überhaupt fertig gelesen habe? Da ich vor einiger Zeit eine Buchbesprechung angekündigt habe, wollte ich meinen Leserinnen und Lesern einige Angaben zum Inhalt nicht vorenthalten.
Paul Riedel:
Das Geheimnis der verdorrten Rosen
Reimo-Verlag, 2010
30. November 2010
Monty Don zum 2.
Vielleicht erinnern Sie sich an meinen früheren Beitrag über Monty Don. In diesen Tagen erschien gerade sein aktuelles Buch „Fork to Fork“. Auch seine früheren Bücher sind immer wieder eine Lektüre wert. Zuletzt habe ich „Growing Out of Trouble“ gelesen.
2005 plante Monty Don ein neues Projekt. Die Idee war, Suchtkranken zu helfen, indem diese gesunde Ernährung selber produzieren. Mit Unterstützung sollte die Erde vorbereitet, gesät, gedüngt, gegossen, gejätet und geerntet werden. Auf einem kleinen Bauernhof in Herefordshire sollte das Vorhaben umgesetzt werden und mittels klaren Vorgaben eine Struktur in den Tagesablauf der Drogenabhängigen gebracht werden. Dem Idealisten Don stellten sich jedoch von Beginn weg fast unzählige Hindernisse in den Weg. Das fing bei den Nachbarn an und hörte bei der Unzuverlässigkeit und den Essgewohnheiten der Teilnehmer nicht auf.
In diesem Tagebuch berichtet der Autor und „Projektvater“ sehr offen darüber, wie er gewisse Probleme unterschätzt hat, über seine Enttäuschungen und seine Schuldgefühle. Natürlich gibt es auch positives zu lesen, wenn etwa die Teilnehmer endlich so etwas wie ein Team bilden und gesunde Ernährung schätzen gelernt haben. Auch die jungen Drogensüchtigen kommen zu Wort. Besonders aufschlussreich sind die eingeschobenen Portraits von Andy B., Andres P. und wie sie alle heissen. Diese geben Einblick in die Kindheit, familiäres Umfeld, die Gründe und Umstände die zum Einstieg ins Drogenmillieu führten und die vielen gesundheitlichen Probleme durch den Drogenmissbrauch.
Monty Don:
Growing Out of Trouble
Hodder & Stoughton, 2006
2005 plante Monty Don ein neues Projekt. Die Idee war, Suchtkranken zu helfen, indem diese gesunde Ernährung selber produzieren. Mit Unterstützung sollte die Erde vorbereitet, gesät, gedüngt, gegossen, gejätet und geerntet werden. Auf einem kleinen Bauernhof in Herefordshire sollte das Vorhaben umgesetzt werden und mittels klaren Vorgaben eine Struktur in den Tagesablauf der Drogenabhängigen gebracht werden. Dem Idealisten Don stellten sich jedoch von Beginn weg fast unzählige Hindernisse in den Weg. Das fing bei den Nachbarn an und hörte bei der Unzuverlässigkeit und den Essgewohnheiten der Teilnehmer nicht auf.
In diesem Tagebuch berichtet der Autor und „Projektvater“ sehr offen darüber, wie er gewisse Probleme unterschätzt hat, über seine Enttäuschungen und seine Schuldgefühle. Natürlich gibt es auch positives zu lesen, wenn etwa die Teilnehmer endlich so etwas wie ein Team bilden und gesunde Ernährung schätzen gelernt haben. Auch die jungen Drogensüchtigen kommen zu Wort. Besonders aufschlussreich sind die eingeschobenen Portraits von Andy B., Andres P. und wie sie alle heissen. Diese geben Einblick in die Kindheit, familiäres Umfeld, die Gründe und Umstände die zum Einstieg ins Drogenmillieu führten und die vielen gesundheitlichen Probleme durch den Drogenmissbrauch.
Monty Don:
Growing Out of Trouble
Hodder & Stoughton, 2006
27. November 2010
Gartenbücher (nicht nur) für Kinder
Vor bald hundert Jahren ist das wohl meist verkaufte Kinderbuch aller Zeiten zum Thema Garten „Der geheime Garten“ erstmals erschienen. Frances Hodgson-Burnett (1849 -1924) schrieb einen Klassiker für Kinder ab 10 Jahren, der auch für interessierte Erwachsene eine Lektüre wert ist.
Mary, welche die ersten zehn Jahre in Indien verbracht hat, wird nach dem Tod ihrer Eltern zurück in ihre Heimat England auf das Schloss eines Onkels gebracht. Der Witwer hat den frühen Tod seiner Frau nie verwunden und ist häufig auf Reisen. Das hochnäsige und verwöhnte Mädchen Mary hat Mühe sich einzuleben und langweilt sich in dem riesigen alten Herrenhaus. Da lernt sie zwei Freunde kennen: das Hausmädchen Martha und den Nachbarsjungen Dickon, der Tiere zähmen kann. Mary entdeckt in einer hohen Gartenmauer hinter dichten Büschen eine abgeschlossene Türe. Mit Hilfe des Rotkehlchens Robin findet sie auch den passenden Schlüssel und entdeckt einen versteckten Garten, der anscheinend seit dem Tod ihrer Tante vor zehn Jahren nicht mehr betreten worden ist. Zunächst heimlich und nur mit Hilfe von Dickon, später mit Unterstützung des Gärtners Ben Weatherstaff beginnt Mary, den Garten zu pflegen. Innert kurzer Zeit beginnen das Mädchen und der Garten förmlich aufzublühen.
Eines Nachts hört Mary im Haus ein Weinen und entdeckt den ihr bisher unbekannten kranken Cousin Colin. Der einsame Junge befürchtet, bald sterben zu müssen. Die beiden Kinder freunden sich an und Mary führt Colin in den verborgenen Garten, wo er durch die Gartenarbeit rasch kräftiger wird.
Eine empfehlenswerte Lektüre mit hortikulturellem Hintergrund über wahre Freundschaft und die Entwicklung von einem unausstehlichen verwöhnten Mädchen zu einem liebenswerten Kind, eingebettet in einen prachtvollen Garten. Das Buch ist in verschiedene Sprachen übersetzt worden und wird auch heutzutage immer wieder neu aufgelegt. Zu den reizvollsten Ausgaben zählt ein leider vergriffenes Bühnenbilderbuch, das aufgeklappt werden kann und dessen vier Buchszenen mit vielen liebevollen Details ausgestattet ist. Das Buch ist auch wiederholt verfilmt sowie als Musical aufgeführt worden und auch als Hörbuch erhältlich. Anfang 2000 erschien eine nicht sehr erfolgreiche Fortsetzung.
Ein verwilderter Garten in einer Grossstadt ist der Schauplatz im Buch „Der alte Garten“ von Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974).
Im Schatten von hohen Neubauten zieht ein geheimnisvoller Garten zwei Kinder aus einem angrenzenden Miethaus an. Der neunjährige Junge und seine um ein Jahr jüngere Schwester dringen in die Wildnis ein und richten unüberlegt böse Zerstörungen an. Daraufhin wird der Garten lebendig und Tiere und Pflanzen beginnen auf sonderbare Weise mit den Kindern zu sprechen und halten erbarmungslos Gericht über die beiden Eindringlinge. Da sich kein Fürsprecher für die beiden findet, werden sie zum Sterben verurteilt, erhalten aber eine Gnadenfrist bis zum Sonnenaufgang. Diese Zeit sollen sie für eine Reise nutzen, die sie in die Tiefe der Erde, die Höhe des Himmels und in die Fluten der Gewässer führen wird. Der Weg zu Erdmutter und Meervater ist von vielen Gefahren begleitet und die beiden Kinder haben verschiedene Abenteuer zu bestehen, die ihnen beibringen sollen, die Natur mit dem notwendigen Respekt zu behandeln.
Das gegen 1940 verfasste und 1975 erstmals erschienene Märchen hat auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüsst.
Frances Hodgson Burnett:
Der geheime Garten
diverse Ausgaben erhältlich, z.B.
Carlsen Verlag, 2008
ISBN 978-3938899403
Marie Luise Kaschnitz:
Der alte Garten
Insel Verlag, 2006
ISBN 978-3458340942
(Diesen Artikel habe ich bereits vor längerer Zeit verfasst und er ist bereits in der diesjährigen Herbstausgabe von Vivace, der vierteljährlich erscheinenden Publikation der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde, veröffentlicht worden.)
Mary, welche die ersten zehn Jahre in Indien verbracht hat, wird nach dem Tod ihrer Eltern zurück in ihre Heimat England auf das Schloss eines Onkels gebracht. Der Witwer hat den frühen Tod seiner Frau nie verwunden und ist häufig auf Reisen. Das hochnäsige und verwöhnte Mädchen Mary hat Mühe sich einzuleben und langweilt sich in dem riesigen alten Herrenhaus. Da lernt sie zwei Freunde kennen: das Hausmädchen Martha und den Nachbarsjungen Dickon, der Tiere zähmen kann. Mary entdeckt in einer hohen Gartenmauer hinter dichten Büschen eine abgeschlossene Türe. Mit Hilfe des Rotkehlchens Robin findet sie auch den passenden Schlüssel und entdeckt einen versteckten Garten, der anscheinend seit dem Tod ihrer Tante vor zehn Jahren nicht mehr betreten worden ist. Zunächst heimlich und nur mit Hilfe von Dickon, später mit Unterstützung des Gärtners Ben Weatherstaff beginnt Mary, den Garten zu pflegen. Innert kurzer Zeit beginnen das Mädchen und der Garten förmlich aufzublühen.
Eines Nachts hört Mary im Haus ein Weinen und entdeckt den ihr bisher unbekannten kranken Cousin Colin. Der einsame Junge befürchtet, bald sterben zu müssen. Die beiden Kinder freunden sich an und Mary führt Colin in den verborgenen Garten, wo er durch die Gartenarbeit rasch kräftiger wird.
Eine empfehlenswerte Lektüre mit hortikulturellem Hintergrund über wahre Freundschaft und die Entwicklung von einem unausstehlichen verwöhnten Mädchen zu einem liebenswerten Kind, eingebettet in einen prachtvollen Garten. Das Buch ist in verschiedene Sprachen übersetzt worden und wird auch heutzutage immer wieder neu aufgelegt. Zu den reizvollsten Ausgaben zählt ein leider vergriffenes Bühnenbilderbuch, das aufgeklappt werden kann und dessen vier Buchszenen mit vielen liebevollen Details ausgestattet ist. Das Buch ist auch wiederholt verfilmt sowie als Musical aufgeführt worden und auch als Hörbuch erhältlich. Anfang 2000 erschien eine nicht sehr erfolgreiche Fortsetzung.
Ein verwilderter Garten in einer Grossstadt ist der Schauplatz im Buch „Der alte Garten“ von Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974).
Im Schatten von hohen Neubauten zieht ein geheimnisvoller Garten zwei Kinder aus einem angrenzenden Miethaus an. Der neunjährige Junge und seine um ein Jahr jüngere Schwester dringen in die Wildnis ein und richten unüberlegt böse Zerstörungen an. Daraufhin wird der Garten lebendig und Tiere und Pflanzen beginnen auf sonderbare Weise mit den Kindern zu sprechen und halten erbarmungslos Gericht über die beiden Eindringlinge. Da sich kein Fürsprecher für die beiden findet, werden sie zum Sterben verurteilt, erhalten aber eine Gnadenfrist bis zum Sonnenaufgang. Diese Zeit sollen sie für eine Reise nutzen, die sie in die Tiefe der Erde, die Höhe des Himmels und in die Fluten der Gewässer führen wird. Der Weg zu Erdmutter und Meervater ist von vielen Gefahren begleitet und die beiden Kinder haben verschiedene Abenteuer zu bestehen, die ihnen beibringen sollen, die Natur mit dem notwendigen Respekt zu behandeln.
Das gegen 1940 verfasste und 1975 erstmals erschienene Märchen hat auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüsst.
Frances Hodgson Burnett:
Der geheime Garten
diverse Ausgaben erhältlich, z.B.
Carlsen Verlag, 2008
ISBN 978-3938899403
Marie Luise Kaschnitz:
Der alte Garten
Insel Verlag, 2006
ISBN 978-3458340942
(Diesen Artikel habe ich bereits vor längerer Zeit verfasst und er ist bereits in der diesjährigen Herbstausgabe von Vivace, der vierteljährlich erscheinenden Publikation der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde, veröffentlicht worden.)
24. November 2010
Blütenträume
Der Roman erzählt aus dem Leben von drei verschiedenen Frauen, die in völlig unterschiedlichen Umständen leben, aber dennoch eng miteinander verbunden sind. Das Trio besteht aus der Blumenhändlerin Dannie, die nach einer grossen Enttäuschung keinen Mann mehr in ihre Nähe lassen will, der attraktiven und erfolgreichen Karrierefrau Calypso und der allein erziehenden Rosa.
Der englische Titel des Romans lautet „A perfect Life“ und genau davon träumen die drei Dubliner Freundinnen. Rosa scheint gerade Welten von diesem Ziel entfernt zu sein. Sie verliert durch gezielte Verleumdung ihren guten Ruf als Sprecherin von Werbespots sowie Audio-CDs und erhält keine Aufträge mehr. Der Verlust dieser einigermassen regelmässigen Einnahmen lässt sie immer häufiger zur Weinflasche zu greifen.
Calypso hingegen scheint ihr Leben perfekt im Griff zu haben. Ihr reicher Mann vergöttert sie und beruflich schwebt sie auf einer Erfolgswelle. Da bringt eine junge Schauspieler-Entdeckung sie beinahe um den Verstand.
Die Floristin Dannie hat sich mit einem eigenen Blumengeschäft selbständig gemacht und glaubt inzwischen akzeptieren zu müssen, dass ihr Kinderwunsch unerfüllt bleiben wird. Da beginnt ein scheinbar echter Gentleman, die Frau zu umwerben. Liegt das perfekte Leben in Greifnähe?
Die Floristin und ihre Blumensträusse spielen trotz dem deutschen Titel „Blütenträume“ eine eher untergeordnete Rolle. Als leichte Urlaubslektüre zu empfehlen.
Kate Thompson:
Blütenträume
Weltbild Verlagsgruppe, 2010
Der englische Titel des Romans lautet „A perfect Life“ und genau davon träumen die drei Dubliner Freundinnen. Rosa scheint gerade Welten von diesem Ziel entfernt zu sein. Sie verliert durch gezielte Verleumdung ihren guten Ruf als Sprecherin von Werbespots sowie Audio-CDs und erhält keine Aufträge mehr. Der Verlust dieser einigermassen regelmässigen Einnahmen lässt sie immer häufiger zur Weinflasche zu greifen.
Calypso hingegen scheint ihr Leben perfekt im Griff zu haben. Ihr reicher Mann vergöttert sie und beruflich schwebt sie auf einer Erfolgswelle. Da bringt eine junge Schauspieler-Entdeckung sie beinahe um den Verstand.
Die Floristin Dannie hat sich mit einem eigenen Blumengeschäft selbständig gemacht und glaubt inzwischen akzeptieren zu müssen, dass ihr Kinderwunsch unerfüllt bleiben wird. Da beginnt ein scheinbar echter Gentleman, die Frau zu umwerben. Liegt das perfekte Leben in Greifnähe?
Die Floristin und ihre Blumensträusse spielen trotz dem deutschen Titel „Blütenträume“ eine eher untergeordnete Rolle. Als leichte Urlaubslektüre zu empfehlen.
Kate Thompson:
Blütenträume
Weltbild Verlagsgruppe, 2010
21. November 2010
Garden Tales
Seit 1994 öffnen Cynthia und John Ramsden regelmässig ihre Gartentore für ein interessiertes Publikum. Fanshaw Gate Hall, wo das Ehepaar seit über fünfzig Jahren wohnt und gärtnert, hat sich mit den Jahren zu einem der meistbesuchten Privatgärten in Derbyshire entwickelt. Im Buch „Garden Tales“ erzählen neben den Eigentümern rund vierzig fleissige Helferinnen und Helfer über ihre vielfältigen Aufgaben an diesen Publikumstagen und ihre Motivation sich zu engagieren. Der bis ins kleinste Detail durchorganisierte Anlass soll nämlich das Geld in der Kasse klingeln lassen, damit möglichst viele karitative Projekte unterstützt werden können.
Gärtner kommen ebenso zu Wort wie Jack’s Ladies, eine Gruppe von Frauen, die für das leibliche Wohl der Gäste zuständig ist. Die einen haben schon als Teenager mit Gartenarbeit auf Fanshaw Gate Hall ein Taschengeld verdient, andere haben selber keinen grünen Daumen, helfen aber gerne mit beim Pflanzen- und Ticketverkauf oder in der Küche. Allen Portraitierten gemeinsam ist die Begeisterung für den Garten. Das letzte Wort gehört übrigens dem Araucan-Hahn „Arry“.
Die vielen Geschichten und Fotos wecken die Lust, auf einen Ausflug in diesen Garten, um die Pracht mit eigenen Augen zu bestaunen und vielleicht mit der einen oder anderen vorgestellten Person ein Schwätzchen zu halten. Ein geeignetes Mittel, um die Zeit bis zur allfälligen Verwirklichung eines solchen Vorhabens zu überbrücken, ist wahrscheinlich das erste Buch von Cynthia Ramsden: A Garden in my Life.
Cynthia Ramsden:
Garden Tales
Grafika Ltd, 2009
Gärtner kommen ebenso zu Wort wie Jack’s Ladies, eine Gruppe von Frauen, die für das leibliche Wohl der Gäste zuständig ist. Die einen haben schon als Teenager mit Gartenarbeit auf Fanshaw Gate Hall ein Taschengeld verdient, andere haben selber keinen grünen Daumen, helfen aber gerne mit beim Pflanzen- und Ticketverkauf oder in der Küche. Allen Portraitierten gemeinsam ist die Begeisterung für den Garten. Das letzte Wort gehört übrigens dem Araucan-Hahn „Arry“.
Die vielen Geschichten und Fotos wecken die Lust, auf einen Ausflug in diesen Garten, um die Pracht mit eigenen Augen zu bestaunen und vielleicht mit der einen oder anderen vorgestellten Person ein Schwätzchen zu halten. Ein geeignetes Mittel, um die Zeit bis zur allfälligen Verwirklichung eines solchen Vorhabens zu überbrücken, ist wahrscheinlich das erste Buch von Cynthia Ramsden: A Garden in my Life.
Cynthia Ramsden:
Garden Tales
Grafika Ltd, 2009
19. November 2010
Die wunderbare Welt der Rosie Duncan
Als sie um fünf Uhr früh an einem Samstagmorgen mit ihrer Mutter für eine Hochzeit eine grosse Menge Knopflochsträusse binden muss, hat die damals zwölfjährige Engländerin Rosie Duncan beschlossen, niemals Floristin zu werden. Die Strasse des Lebens führt nicht immer dorthin, wo wir es geplant haben, und so führt Rosie nun in ihrer Lieblingsstadt New York einen florierenden Blumenladen – Kowalski’s.
Ausser ihrer besten Freundin Celia weiss niemand, warum Rosie nach Amerika gekommen ist und schliesslich Zuflucht inmitten von Mr. Kowalskis Blumen gesucht hat. Die junge Frau kann auf ihre Freunde und Mitarbeiter zählen und ist auch ohne Partner glücklich, blockt aber jedes Gespräch ihre Vergangenheit betreffend ab. Doch als sie Nate kennenlernt, beginnen diese Grundfesten zu bröckeln.
Romantischer Roman in blumiger Umgebung mit vielen integrierten kleinen Geschichten über meistens nette Kunden und unzähligen Gründen, Blumen zu kaufen und zu verschenken. Speziell empfehlenswert auch für New York-Liebhaber. Den Lesespass habe ich noch gesteigert, in dem ich parallel zu dieser Lektüre im New York City Garden Guide von Berner/Lowry geblättert habe.
Miranda Dickinson:
Die wunderbare Welt der Rosie Duncan
Wilhelm Heyne Verlag, 2010
Ausser ihrer besten Freundin Celia weiss niemand, warum Rosie nach Amerika gekommen ist und schliesslich Zuflucht inmitten von Mr. Kowalskis Blumen gesucht hat. Die junge Frau kann auf ihre Freunde und Mitarbeiter zählen und ist auch ohne Partner glücklich, blockt aber jedes Gespräch ihre Vergangenheit betreffend ab. Doch als sie Nate kennenlernt, beginnen diese Grundfesten zu bröckeln.
Romantischer Roman in blumiger Umgebung mit vielen integrierten kleinen Geschichten über meistens nette Kunden und unzähligen Gründen, Blumen zu kaufen und zu verschenken. Speziell empfehlenswert auch für New York-Liebhaber. Den Lesespass habe ich noch gesteigert, in dem ich parallel zu dieser Lektüre im New York City Garden Guide von Berner/Lowry geblättert habe.
Miranda Dickinson:
Die wunderbare Welt der Rosie Duncan
Wilhelm Heyne Verlag, 2010
17. November 2010
„… Der König vom Bodensee“
Vor ein paar Jahren habe ich die Autobiographie „… ein Leben für die Mainau“ von Lennart Bernadotte und Gunna Wendts Portrait über die Gräfin Sonja Bernadotte gelesen. Anlässlich unseres Besuches auf der Blumeninsel Mainau zum Abschluss der Dahlienblüte habe ich ein paar Euro in die nicht mehr gerade druckfrische illustrierte Biografie über Lennart Bernadotte von Roger Orlik investiert.
Haben Sie gewusst, dass Lennart Bernadotte ein bekannter Fotograf war und auch Filme gedreht hat? 1951 war er beispielsweise an der Produktion des Films „Kon-Tiki“ beteiligt, welcher seinerzeit den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat.
Neben einem detaillierten Einblick in die Kindheit am schwedischen Königshof und die verwandtschaftlichen Beziehungen zur russischen Zarenfamilie, erfährt der hortikulturell interessierte Leser im Buch „… Der König vom Bodensee“ auch, dass Friedrich I., Grossherzog von Baden, ein spezieller Naturliebhaber und Baumkundler war und grosse Teile der Insel Mainau in einen botanischen Park mit Rosengarten verwandelt hat. Aus dem Erbfürsten Lennart Bernadotte wurde bekanntlich nach seiner Heirat mit einer Bürgerlichen ein einfacher Bürger und sein einziges Habe war die Insel Mainau. Als das junge Ehepaar 1932 im Süden Deutschlands eintraf, wartete eine Menge Arbeit auf die Frischvermählten: das Arboretum hatte sich zu einem Dschungel entwickelt, auch im Schloss waren grössere Renovationen nötig und es war ein weiter Weg zum florierenden Unternehmen Insel Mainau, wie wir es heute kennen.
Da fast zehn Jahre seit Erscheinen des Buches vergangen sind, ist es natürlich nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Die Bildqualität lässt teilweise auch zu wünschen übrig – alles in allem ist das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Ich habe die Lektüre jedenfalls genossen und neben altbekanntem auch allerhand mir bisher unbekanntes erfahren.
Roger Orlik:
„… Der König vom Bodensee“
SP Verlag, 2002
Haben Sie gewusst, dass Lennart Bernadotte ein bekannter Fotograf war und auch Filme gedreht hat? 1951 war er beispielsweise an der Produktion des Films „Kon-Tiki“ beteiligt, welcher seinerzeit den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat.
Neben einem detaillierten Einblick in die Kindheit am schwedischen Königshof und die verwandtschaftlichen Beziehungen zur russischen Zarenfamilie, erfährt der hortikulturell interessierte Leser im Buch „… Der König vom Bodensee“ auch, dass Friedrich I., Grossherzog von Baden, ein spezieller Naturliebhaber und Baumkundler war und grosse Teile der Insel Mainau in einen botanischen Park mit Rosengarten verwandelt hat. Aus dem Erbfürsten Lennart Bernadotte wurde bekanntlich nach seiner Heirat mit einer Bürgerlichen ein einfacher Bürger und sein einziges Habe war die Insel Mainau. Als das junge Ehepaar 1932 im Süden Deutschlands eintraf, wartete eine Menge Arbeit auf die Frischvermählten: das Arboretum hatte sich zu einem Dschungel entwickelt, auch im Schloss waren grössere Renovationen nötig und es war ein weiter Weg zum florierenden Unternehmen Insel Mainau, wie wir es heute kennen.
Da fast zehn Jahre seit Erscheinen des Buches vergangen sind, ist es natürlich nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Die Bildqualität lässt teilweise auch zu wünschen übrig – alles in allem ist das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Ich habe die Lektüre jedenfalls genossen und neben altbekanntem auch allerhand mir bisher unbekanntes erfahren.
Roger Orlik:
„… Der König vom Bodensee“
SP Verlag, 2002
14. November 2010
Aus der Sicht eines Gewächshauses …
Man sagt, alte Häuser hätten viel zu berichten, falls sie reden könnten. Dann mag dies wohl auch für Gewächshäuser zutreffen. Spielen Sie mit dem Gedanken, im Garten ein solches aufzustellen? Dann ist es vielleicht eine Überlegung wert, vorher über das allfällige Seelenleben solcher Bauten nachzudenken. Susan Hillmore hat ein sehr spezielles Buch geschrieben, und zwar eine Geschichte aus der Sicht eines Gewächshauses. Kein Kleingewächshaus ist es zwar, von dem berichtet wird - nein, es ist etwa dreimal so hoch wie ein Mann und wirkt trotz der symmetrischen Struktur sehr zerbrechlich.
Das Gewächshaus erlebt den Wechsel der Jahreszeiten hautnah oder genauer „glasnah“ mit. Nach dem Blühen der Lenzrosen im frühen Frühling folgt die Fliederblüte, bald darauf die warmen Sommerabende, dann das Reifen und Ernten im Herbst und die Winterruhe. Es steht auf Land, das zu einem Bauernhof gehört und hat schon viele Männer in den Krieg ziehen sehen, die nicht mehr zurückkamen.
Aktueller Besitzer ist ein Vater, der jahrelang versucht, seine Unzulänglichkeiten durch die perfekte Pflege von tropischen Pflanzen – insbesondere Orchideen -, die er im Gewächshaus hegt, zu kompensieren. Schliesslich begibt er sich auf eine lange botanische Exkursion nach Südost-Asien und stirbt auf der Rückreise an einem Fieber. Alle Orchideen werden verkauft. Und das kein Geld mehr für Heizmaterial vorhanden ist, hat selbstredend einen direkten Einfluss auf das Gewächshaus.
Melancholische, poetische Lektüre, aber keinesfalls verrückt oder langweilig.
Susan Hillmore:
The Greenhouse
New Amsterdam Books, 1988
Das Gewächshaus erlebt den Wechsel der Jahreszeiten hautnah oder genauer „glasnah“ mit. Nach dem Blühen der Lenzrosen im frühen Frühling folgt die Fliederblüte, bald darauf die warmen Sommerabende, dann das Reifen und Ernten im Herbst und die Winterruhe. Es steht auf Land, das zu einem Bauernhof gehört und hat schon viele Männer in den Krieg ziehen sehen, die nicht mehr zurückkamen.
Aktueller Besitzer ist ein Vater, der jahrelang versucht, seine Unzulänglichkeiten durch die perfekte Pflege von tropischen Pflanzen – insbesondere Orchideen -, die er im Gewächshaus hegt, zu kompensieren. Schliesslich begibt er sich auf eine lange botanische Exkursion nach Südost-Asien und stirbt auf der Rückreise an einem Fieber. Alle Orchideen werden verkauft. Und das kein Geld mehr für Heizmaterial vorhanden ist, hat selbstredend einen direkten Einfluss auf das Gewächshaus.
Melancholische, poetische Lektüre, aber keinesfalls verrückt oder langweilig.
Susan Hillmore:
The Greenhouse
New Amsterdam Books, 1988
10. November 2010
Exerzierplatz
Auf dem Gelände eines ehemaligen Exerzierplatzes baut sich Konrad Zeller nach dem 2. Weltkrieg gegen viele Widerstände mit seinem Wissen, seiner Weitsichtigkeit und viel harter Arbeit eine neue Existenz auf - eine Baum- und Pflanzenschule. Schon seit über dreissig Jahren ist der durch eine Kopfverletzung etwas einfältige Ich-Erzähler Bruno Zellers fleissiger und loyaler Helfer, bleibt aber dennoch über alle Jahrzehnte hinweg ein Aussenseiter.
Die Erzählung wechselt jeweils unvermittelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Der Leser bleibt zunächst im Unklaren, was es mit der drohenden Entmündigung Zellers und einem Schenkungsvertrag auf sich hat. Bruchstückweise erfährt man von den schweren Aufbaujahren, vom zunehmenden Erfolg, erlebt mit, wie die Familie wächst und zu Wohlstand und Ansehen kommt und schliesslich fügen sich alle Informationsteilchen zu einem Puzzle.
So ganz nebenbei vermittelt die Lektüre einen aufschlussreichen Einblick in die Tätigkeiten in einer Baumschule, man liest von Okulier- und Kopuliermessern, Hippen, Amboss- und Papageienschnabelscheren und über die unterschiedlichen Auswirkungen vom Genuss von Samen aus Nadelholzzapfen oder von Spirea und Magnolien. Es wäre bestimmt interessant zu erfahren, woher Siegfried Lenz sein detailliertes diesbezügliches Wissen hat – beim Googeln habe ich leider keine entsprechenden Informationen finden können.
Siegfried Lenz:
Exerzierplatz
Deutscher Taschenbuch Verlag, 1989 / 7. Auflage 2009
Die Erzählung wechselt jeweils unvermittelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Der Leser bleibt zunächst im Unklaren, was es mit der drohenden Entmündigung Zellers und einem Schenkungsvertrag auf sich hat. Bruchstückweise erfährt man von den schweren Aufbaujahren, vom zunehmenden Erfolg, erlebt mit, wie die Familie wächst und zu Wohlstand und Ansehen kommt und schliesslich fügen sich alle Informationsteilchen zu einem Puzzle.
So ganz nebenbei vermittelt die Lektüre einen aufschlussreichen Einblick in die Tätigkeiten in einer Baumschule, man liest von Okulier- und Kopuliermessern, Hippen, Amboss- und Papageienschnabelscheren und über die unterschiedlichen Auswirkungen vom Genuss von Samen aus Nadelholzzapfen oder von Spirea und Magnolien. Es wäre bestimmt interessant zu erfahren, woher Siegfried Lenz sein detailliertes diesbezügliches Wissen hat – beim Googeln habe ich leider keine entsprechenden Informationen finden können.
Siegfried Lenz:
Exerzierplatz
Deutscher Taschenbuch Verlag, 1989 / 7. Auflage 2009
8. November 2010
Die Tochter des Webers
Holland – Ende des 16. Jahrhunderts: Während sich im Garten der Familie Fromenteel der junge Gärtner Jan an einem schönen Vorfrühlingstag um die Kräuter- und Buchsbaumornamente kümmert, verhandelt drinnen im Haus Cornelis Fromenteel über die Zukunft seiner Tochter Anna. Der flämische Tuchhändler lebt über seine Verhältnisse; sein Vermögen und seine Ausgaben übersteigen seine Möglichkeiten und er sucht verzweifelt einen Weg, um sein standesgemässes Haus nicht aufgeben zu müssen. Als letzten Ausweg aus seiner Misere sieht Fromenteel die Verheiratung von Anna mit seinem künftigen Geschäftspartner Otto de Hane, einem reichen, alten Witwer.
Anna hingegen möchte ihre heimliche Liebe Jan heiraten sobald dieser genügend Geld gespart hat, um ihr eine angemessene Zukunft bieten zu können. Die väterlichen Verhandlungen über die Eheschliessung mit de Hane veranlassen die beiden jungen Leute, Holland überstürzt zu verlassen und in England ihr Glück zu suchen.
Der Neuanfang im neuen Land erweist sich als schwierig. Während Jan eine gut bezahlte Stelle als Gärtner antreten kann, findet Anna Aufnahme im Haushalt des flämischen Pfarrers, der ihr von Beginn an nachstellt. Als die Situation für Anna unerträglich wird, flüchtet sie aus dem Haus. Danach ergibt sich für die gemeinsame Zukunft von Anna und Jan unerwartet eine Wendung zum Guten: die beiden jungen Leute können endlich heiraten und Jans Arbeitgeber stellt ihnen ein kleines Häuschen als Heim zu Verfügung. Schon bald erwarten die beiden freudig ihr erstes Kind. Wenige Wochen vor der Geburt wird Jan von seinem Arbeitgeber nach Holland geschickt, um Tulpenzwiebeln für den prächtigen Garten zu kaufen. Auf der Rückreise erkrankt der Gärtner schwer und stirbt noch auf dem Schiff.
Der beeindruckende von Jan für seinen Meister angelegten Garten wird häufig detailliert beschrieben und spielt auch nach Jans Tod gelegentlich eine wichtige Rolle.
Elizabeth Jeffrey:
Die Tochter des Webers
Mira Taschenbuch (Cora Verlag), 2010
Anna hingegen möchte ihre heimliche Liebe Jan heiraten sobald dieser genügend Geld gespart hat, um ihr eine angemessene Zukunft bieten zu können. Die väterlichen Verhandlungen über die Eheschliessung mit de Hane veranlassen die beiden jungen Leute, Holland überstürzt zu verlassen und in England ihr Glück zu suchen.
Der Neuanfang im neuen Land erweist sich als schwierig. Während Jan eine gut bezahlte Stelle als Gärtner antreten kann, findet Anna Aufnahme im Haushalt des flämischen Pfarrers, der ihr von Beginn an nachstellt. Als die Situation für Anna unerträglich wird, flüchtet sie aus dem Haus. Danach ergibt sich für die gemeinsame Zukunft von Anna und Jan unerwartet eine Wendung zum Guten: die beiden jungen Leute können endlich heiraten und Jans Arbeitgeber stellt ihnen ein kleines Häuschen als Heim zu Verfügung. Schon bald erwarten die beiden freudig ihr erstes Kind. Wenige Wochen vor der Geburt wird Jan von seinem Arbeitgeber nach Holland geschickt, um Tulpenzwiebeln für den prächtigen Garten zu kaufen. Auf der Rückreise erkrankt der Gärtner schwer und stirbt noch auf dem Schiff.
Der beeindruckende von Jan für seinen Meister angelegten Garten wird häufig detailliert beschrieben und spielt auch nach Jans Tod gelegentlich eine wichtige Rolle.
Elizabeth Jeffrey:
Die Tochter des Webers
Mira Taschenbuch (Cora Verlag), 2010
4. November 2010
The locked Garden
Die beiden sechs- und zwölfjährigen Mädchen Carlie und Verna haben vor zwei Jahren ihre Mutter verloren. Nun, im Jahr 1900, ziehen die Halbwaisen mit ihrem Vater, einem bekannten Psychiater, in ein neues Zuhause, das zum Grundstück einer psychiatrischen Anstalt gehört. Während ihr Vater seine Patienten und Patientinnen behandelt, werden die beiden Mädchen von ihrer Tante Maude betreut.
Maude fühlt sich in der neuen Umgebung nicht wohl und wittert ständig überall Gefahren. Gleichzeitig versucht sie vergeblich und mit allen Mitteln, die Liebe ihrer Nichten, speziell aber jene von Carlie, zu erlangen. Was Maude nicht gelingt, schafft die junge Patientin Elanor im Handumdrehen. Die natürliche Art der Farmerstochter verschafft ihr einen direkten Weg in die Herzen der beiden Mädchen. Maude kann und will diese Tatsache nicht akzeptieren und strapaziert das sowieso schon nicht sehr ausgeprägte Selbstbewusstsein der jungen psychisch kranken Frau. Die Beschimpfungen und hinterhältigen Machenschaften scheinen zu fruchten. Aber wird es Maud gelingen, ihren Schwager für sich einzunehmen?
Der Buchtitel bezieht sich auf den umschlossenen Garten des Genesungsheims, der im Wechsel der Jahreszeiten beschrieben wird, ist aber gleichzeitig auch ein Sinnbild für verschlossene Herzen.
Gloria Whelan:
The locked Garden
Harper Collins Publishers, 2009
Maude fühlt sich in der neuen Umgebung nicht wohl und wittert ständig überall Gefahren. Gleichzeitig versucht sie vergeblich und mit allen Mitteln, die Liebe ihrer Nichten, speziell aber jene von Carlie, zu erlangen. Was Maude nicht gelingt, schafft die junge Patientin Elanor im Handumdrehen. Die natürliche Art der Farmerstochter verschafft ihr einen direkten Weg in die Herzen der beiden Mädchen. Maude kann und will diese Tatsache nicht akzeptieren und strapaziert das sowieso schon nicht sehr ausgeprägte Selbstbewusstsein der jungen psychisch kranken Frau. Die Beschimpfungen und hinterhältigen Machenschaften scheinen zu fruchten. Aber wird es Maud gelingen, ihren Schwager für sich einzunehmen?
Der Buchtitel bezieht sich auf den umschlossenen Garten des Genesungsheims, der im Wechsel der Jahreszeiten beschrieben wird, ist aber gleichzeitig auch ein Sinnbild für verschlossene Herzen.
Gloria Whelan:
The locked Garden
Harper Collins Publishers, 2009
1. November 2010
Gärtnern für die Seele
Laut Kaufquittung (die ich üblicherweise als Buchzeichen verwende) steht das Taschenbuch „Gärtnern für die Seele“ seit bald fünf Jahren ungelesen zwischen anderen längst gelesenen Titeln aus dem Goldmann Verlag auf meinem Bücherregal. Ob es an dem Titel liegt, der mir etwas zu esoterisch ist? Nachdem ich diesem Buch in den letzten Wochen nicht nur auf Ramschtischen begegnet bin, sondern es auch in dem Roman „Herbal Beginnings“ (siehe Rezension vom 25.10.2010) wiederholt positiv erwähnt worden ist, habe ich es mir nun doch endlich gelesen.
Die Autorin Fran Sorin ist überzeugt, dass Gärtnern eine der effektivsten Möglichkeiten ist, die Kreativität zu wecken, die in jedem Mensch schlummert und dass diese einmal freigesetzten Energien einen positiven Einfluss auf andere Lebensbereiche haben. Fran Sorin entwickelte sich im Verlauf von zehn Jahren von einer Anfängerin in Sachen Garten und Gärtnern mittels Learning by Doing zu einer anerkannten Gartenexpertin und parallel dazu von einer zweifelnden, ihre Fähigkeiten unterschätzenden Frau zu einer zufriedenen und selbstbewussten Persönlichkeit. Sie tritt beispielsweise in Fernsehspots auf, führt Workshops durch und moderiert eine Garten-Ratgeber-Sendung im Radio.
Das Buch „Gärtnern für die Seele“ ist in sieben Phasen gegliedert, beginnend mit Vorstellungskraft, Vision, Planung geht es weiter mit Anpflanzen, Pflege, Freude und endet mit dem Kapitel „Abschluss – Im Zyklus der Jahreszeiten“. Eigene Erfahrungen und Erlebnisse der Autorin und aus ihrem Umfeld werden immer wieder eingeflochten. Ein inspirierendes Selbshilfebuch mit klaren, nachvollziehbaren Ratschlägen. Das Gärtnern ist als Metapher zu betrachten. Die Empfehlungen würde ich nicht gerade als „besserwisserisch“ bezeichnen, aber für meinen Geschmack sind es allzu viele „gute“ Tipps auf rund 250 Seiten - dennoch handelt es sich durchaus um eine interessante und lehrreiche Lektüre. Jedenfalls hat mich mein Bauchgefühl betreffend Inhalt nicht getrogen und ich weiss nun konkret, warum ich das Buch dermassen lange nicht gelesen habe ...
Fran Sorin:
Gärtnern für die Seele – Beim Säen, Pflanzen und Ernten zu sich selbst finden
Goldmann Verlag, 2006
Die Autorin Fran Sorin ist überzeugt, dass Gärtnern eine der effektivsten Möglichkeiten ist, die Kreativität zu wecken, die in jedem Mensch schlummert und dass diese einmal freigesetzten Energien einen positiven Einfluss auf andere Lebensbereiche haben. Fran Sorin entwickelte sich im Verlauf von zehn Jahren von einer Anfängerin in Sachen Garten und Gärtnern mittels Learning by Doing zu einer anerkannten Gartenexpertin und parallel dazu von einer zweifelnden, ihre Fähigkeiten unterschätzenden Frau zu einer zufriedenen und selbstbewussten Persönlichkeit. Sie tritt beispielsweise in Fernsehspots auf, führt Workshops durch und moderiert eine Garten-Ratgeber-Sendung im Radio.
Das Buch „Gärtnern für die Seele“ ist in sieben Phasen gegliedert, beginnend mit Vorstellungskraft, Vision, Planung geht es weiter mit Anpflanzen, Pflege, Freude und endet mit dem Kapitel „Abschluss – Im Zyklus der Jahreszeiten“. Eigene Erfahrungen und Erlebnisse der Autorin und aus ihrem Umfeld werden immer wieder eingeflochten. Ein inspirierendes Selbshilfebuch mit klaren, nachvollziehbaren Ratschlägen. Das Gärtnern ist als Metapher zu betrachten. Die Empfehlungen würde ich nicht gerade als „besserwisserisch“ bezeichnen, aber für meinen Geschmack sind es allzu viele „gute“ Tipps auf rund 250 Seiten - dennoch handelt es sich durchaus um eine interessante und lehrreiche Lektüre. Jedenfalls hat mich mein Bauchgefühl betreffend Inhalt nicht getrogen und ich weiss nun konkret, warum ich das Buch dermassen lange nicht gelesen habe ...
Fran Sorin:
Gärtnern für die Seele – Beim Säen, Pflanzen und Ernten zu sich selbst finden
Goldmann Verlag, 2006
28. Oktober 2010
Heinz-Peter Baecker: Blütenpracht - BUGA-Krimi
Den zur 2011 in Koblenz stattfindenden Bundesgartenschau erschienenen Krimi „Blütenpracht“ habe ich an der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt entdeckt.
In einer Panoramakabine der Seilbahn, die über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein führt, liegt nach dem BUGA-Eröffnungswochenende ein Toter. Der Mann ist ungefähr Mitte zwanzig und rund 175 cm gross. Die Ermittlungen ergeben, dass es sich um einen Kosovo-Albaner handelt, der als Hilfsgärtner auf dem BUGA-Gelände angestellt war. Dieser hatte zwar von Botanik keine allzugrosse Ahnung, war aber laut Auskunft seiner Vorgesetzten ein zuverlässiger und kreativer Mitarbeiter. Aber wie konnte sich das Mordopfer von seinem Stundenlohn von weniger als 8 Euro eine vorausbezahlte Dauerunterkunft in einem Hotel leisten?
Der SOKO-Name „Blütenpracht“ erweist sich nach dem Fund von Falschgeld als im zweifachen Sinn passend. Der erste Todesfall ist noch nicht aufgeklärt und die „BUGA-Leiche“ sorgt in den Medien immer noch für Schlagzeilen, als sich ein zweiter Mord ereignet.
Heinz-Peter Baecker:
Blütenpracht
Kontrast Verlag, 2010
In einer Panoramakabine der Seilbahn, die über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein führt, liegt nach dem BUGA-Eröffnungswochenende ein Toter. Der Mann ist ungefähr Mitte zwanzig und rund 175 cm gross. Die Ermittlungen ergeben, dass es sich um einen Kosovo-Albaner handelt, der als Hilfsgärtner auf dem BUGA-Gelände angestellt war. Dieser hatte zwar von Botanik keine allzugrosse Ahnung, war aber laut Auskunft seiner Vorgesetzten ein zuverlässiger und kreativer Mitarbeiter. Aber wie konnte sich das Mordopfer von seinem Stundenlohn von weniger als 8 Euro eine vorausbezahlte Dauerunterkunft in einem Hotel leisten?
Der SOKO-Name „Blütenpracht“ erweist sich nach dem Fund von Falschgeld als im zweifachen Sinn passend. Der erste Todesfall ist noch nicht aufgeklärt und die „BUGA-Leiche“ sorgt in den Medien immer noch für Schlagzeilen, als sich ein zweiter Mord ereignet.
Heinz-Peter Baecker:
Blütenpracht
Kontrast Verlag, 2010
27. Oktober 2010
Jürgen Dahl – (wieder)entdeckt
Haben Sie schon einmal die Liste mit meinen Lieblingsblogs durchstöbert? Der neueste Beitrag von „Garden Monkey's Book Flange“ handelt von den englischsprachigen Ausgaben der Bücher von Jürgen Dahl, einem meiner Lieblingsautoren.
Beide sind eine (Wieder-)Entdeckung wert: Jürgen Dahl und seine Bücher wie „Der neugierige Gärtner“ oder „Nachrichten aus dem Garten“ und der englische Gartenbuchblog! An diesem ist übrigens auch Nigel Colborn beteiligt (siehe "Contributors“).
Beide sind eine (Wieder-)Entdeckung wert: Jürgen Dahl und seine Bücher wie „Der neugierige Gärtner“ oder „Nachrichten aus dem Garten“ und der englische Gartenbuchblog! An diesem ist übrigens auch Nigel Colborn beteiligt (siehe "Contributors“).
25. Oktober 2010
Herbal Beginnings: A novel with herbal appetizer and cocktail recipes
Die Autorin Carolee Snyder führt in Hartford City “Carolee's Herb Farm”. Ihre Erfahrungen rund um das Führen eines solchen Betriebes hat sie in den Titel “Herbal Beginnings” eingebracht. Das Buch ist also nicht nur ein Roman mit gärtnerischem Hintergrund, gleichzeitig vermittelt es einen detaillierten Einblick in die Erfolge und Rückschläge in einer Kräutergärtnerei und kann bei Bedarf auch als Ergänzung zum letzthin hier vorgestellten Buch „So you want to start a Nursery“ betrachtet werden. Darum geht es:
Wenige Wochen vor der geplanten Hochzeit wird Callie von ihrem langjährigen Freund verlassen. Sie kündigt ihre Stelle und beschliesst einen Versuch zu wagen, um aus ihrer Lieblingsbeschäftigung, der Vermehrung und dem Verkauf von Kräutern, einen Beruf zu machen. In Heartland, Indiana, kauft sie eine alte Farm und startet ihr Projekt berufliche Selbständigkeit.
Callies Ideenreichtum ist schier unerschöpflich und die Leserin kann sich die Gärtnerei und die Dekorationen aufgrund der detaillierten Lektüre bildlich vorstellen. Neben ihrer Tätigkeit als Gärtnerin bietet die Jungunternehmerin Workshops zu unterschiedlichen saisonalen Themen an, schreibt eine Gartenkolumne für die Lokalzeitung, plant ein Buch zu schreiben, tritt im Fernsehen auf und erhält auch bei einem Radiosender Gelegenheit, ihr Wissen weiterzugeben. Doch nicht alles läuft rund - die Umsätze entwickeln sich nicht immer wie erhofft und eine Messe, von der sich Callie viel versprochen hat, erweist sich als Flop. Ausserdem wird auf ihrem Grundstück wiederholt gewildert und die junge Frau wird auf dem Flughafen und daheim ausgeraubt. Dann sind da noch verschiedene Junggesellen, die Callie gerne näher kennen lernen möchten.
Der unerwartete Schluss gefällt mir weniger - da ich aber eben entdeckt habe, dass es ein Buch mit einer Fortsetzung über Callies zweites Jahr als Kräutergärtnerin gibt ("Herbal Choices"), bin ich nun gespannt, wie es in Heartland beruflich und privat weitergeht. Der Roman ist übrigens in monatliche Kapitel gegliedert und wird jeweils durch ein ausführliches Kräuterportrait abgeschlossen. Wer Lust hat, kann auch eines der vielen Rezepte wie „Mini Pesto Balls“ oder „Herbal Hot Buttered Rum“ ausprobieren.
Im Buch wird wiederholt das auch auf Deutsch erhältliche Buch „Digging Deep“ (Gärtnern für die Seele) von Fran Sorin erwähnt, das derzeit gerade verramscht wird. Zum Inhalt möchte ich noch nichts anmerken, da ich gerade noch mit der Lektüre desselben beschäftigt bin.
Beim Lesen von „Herbal Beginnings“ habe ich immer wieder bedauert, dass es in meiner Nähe keine Callie mit ihrem interessanten Angebot gibt. Immerhin bleibt als Trost das virtuelle Vorbeischauen auf Carolee Snyders Herbfarm, die mit wenigen Clicks unter www.caroleesherbfarm.com jederzeit verfügbar ist …
Carolee Snyder:
Herbal Beginnings: A novel with herbal appetizer and cocktail recipes
AuthorHouse, 2009
Wenige Wochen vor der geplanten Hochzeit wird Callie von ihrem langjährigen Freund verlassen. Sie kündigt ihre Stelle und beschliesst einen Versuch zu wagen, um aus ihrer Lieblingsbeschäftigung, der Vermehrung und dem Verkauf von Kräutern, einen Beruf zu machen. In Heartland, Indiana, kauft sie eine alte Farm und startet ihr Projekt berufliche Selbständigkeit.
Callies Ideenreichtum ist schier unerschöpflich und die Leserin kann sich die Gärtnerei und die Dekorationen aufgrund der detaillierten Lektüre bildlich vorstellen. Neben ihrer Tätigkeit als Gärtnerin bietet die Jungunternehmerin Workshops zu unterschiedlichen saisonalen Themen an, schreibt eine Gartenkolumne für die Lokalzeitung, plant ein Buch zu schreiben, tritt im Fernsehen auf und erhält auch bei einem Radiosender Gelegenheit, ihr Wissen weiterzugeben. Doch nicht alles läuft rund - die Umsätze entwickeln sich nicht immer wie erhofft und eine Messe, von der sich Callie viel versprochen hat, erweist sich als Flop. Ausserdem wird auf ihrem Grundstück wiederholt gewildert und die junge Frau wird auf dem Flughafen und daheim ausgeraubt. Dann sind da noch verschiedene Junggesellen, die Callie gerne näher kennen lernen möchten.
Der unerwartete Schluss gefällt mir weniger - da ich aber eben entdeckt habe, dass es ein Buch mit einer Fortsetzung über Callies zweites Jahr als Kräutergärtnerin gibt ("Herbal Choices"), bin ich nun gespannt, wie es in Heartland beruflich und privat weitergeht. Der Roman ist übrigens in monatliche Kapitel gegliedert und wird jeweils durch ein ausführliches Kräuterportrait abgeschlossen. Wer Lust hat, kann auch eines der vielen Rezepte wie „Mini Pesto Balls“ oder „Herbal Hot Buttered Rum“ ausprobieren.
Im Buch wird wiederholt das auch auf Deutsch erhältliche Buch „Digging Deep“ (Gärtnern für die Seele) von Fran Sorin erwähnt, das derzeit gerade verramscht wird. Zum Inhalt möchte ich noch nichts anmerken, da ich gerade noch mit der Lektüre desselben beschäftigt bin.
Beim Lesen von „Herbal Beginnings“ habe ich immer wieder bedauert, dass es in meiner Nähe keine Callie mit ihrem interessanten Angebot gibt. Immerhin bleibt als Trost das virtuelle Vorbeischauen auf Carolee Snyders Herbfarm, die mit wenigen Clicks unter www.caroleesherbfarm.com jederzeit verfügbar ist …
Carolee Snyder:
Herbal Beginnings: A novel with herbal appetizer and cocktail recipes
AuthorHouse, 2009
21. Oktober 2010
Gelbes Strandgut
Die Romanschriftstellerin Ena Blomberg träumt seit Jahren davon, einen Bestseller zu schreiben. Ihr Alltag sieht aber anders aus, da sich ihre Bücher nur mit mässigem Erfolg verkaufen und verschiedene Manuskripte unveröffentlicht auf ihre Entdeckung und Publikation warten. Lesungen empfindet Ena als nicht viel angenehmer als für Recherchen unwillige Leute zu interviewen. Vom täglichen Allerlei und einer fast stumm gewordenen Ehe flüchtet sie sich in ihre Romanfiguren.
Als die Autorin am Strand von Usedom zum zweiten Mal eine gelbe Rose findet und von einem geheimnisvollen Rosenkavalier namens Jupp Jensen hört, ist ihre Neugierde geweckt. Dessen Frau Alexandra ist vor einiger Zeit auf rätselhafte Weise verschwunden. Je intensiver sich Ena mit ihrem „Fall“ beschäftigt, desto sicherer ist sie, einem Verbrechen auf der Spur zu sein und das Thema für einen Beststeller gefunden zu haben. Jensen verbirgt eindeutig ein Geheimnis und scheint mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Stimmt Enas Vermutung, dass mit den gelben Rosen um Vergebung gebeten soll?
Indessen Ena Blomberg immer tiefer in die Geschichte eindringt, tauchen immer mehr Parallelen zwischen ihrem Leben und jenem von Jensen auf und sie muss erkennen, was letztlich unbegründete Verdächtigungen für Zerstörungen anrichten können.
Mit Ausnahme der gelben Rosen - einer Metapher für ein gelbes Kleid - und einem Herbarium spielt die Botanik keine Rolle in diesem Roman. Ich glaube nun nicht, dass es dieser Titel auf die Bestseller-Liste schafft, war aber von Lektüre positiv überrascht, obwohl ich die Rolle der Betrügerin Maria überflüssig fand. Die Romanschreiberin Blomberg mit ihren Selbstzweifeln und ihrer rastlosen Suche nach dem richtigen Stoff für einen Bestseller ist authentisch gezeichnet und ihre Handlungen durchaus nachvollziehbar.
Maxi Hill:
Ein Bestseller fällt nicht vom Himmel
Buchverlag Andrea Schmitz, 2010
Als die Autorin am Strand von Usedom zum zweiten Mal eine gelbe Rose findet und von einem geheimnisvollen Rosenkavalier namens Jupp Jensen hört, ist ihre Neugierde geweckt. Dessen Frau Alexandra ist vor einiger Zeit auf rätselhafte Weise verschwunden. Je intensiver sich Ena mit ihrem „Fall“ beschäftigt, desto sicherer ist sie, einem Verbrechen auf der Spur zu sein und das Thema für einen Beststeller gefunden zu haben. Jensen verbirgt eindeutig ein Geheimnis und scheint mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Stimmt Enas Vermutung, dass mit den gelben Rosen um Vergebung gebeten soll?
Indessen Ena Blomberg immer tiefer in die Geschichte eindringt, tauchen immer mehr Parallelen zwischen ihrem Leben und jenem von Jensen auf und sie muss erkennen, was letztlich unbegründete Verdächtigungen für Zerstörungen anrichten können.
Mit Ausnahme der gelben Rosen - einer Metapher für ein gelbes Kleid - und einem Herbarium spielt die Botanik keine Rolle in diesem Roman. Ich glaube nun nicht, dass es dieser Titel auf die Bestseller-Liste schafft, war aber von Lektüre positiv überrascht, obwohl ich die Rolle der Betrügerin Maria überflüssig fand. Die Romanschreiberin Blomberg mit ihren Selbstzweifeln und ihrer rastlosen Suche nach dem richtigen Stoff für einen Bestseller ist authentisch gezeichnet und ihre Handlungen durchaus nachvollziehbar.
Maxi Hill:
Ein Bestseller fällt nicht vom Himmel
Buchverlag Andrea Schmitz, 2010
18. Oktober 2010
Garten-Glück
Wofür würden Sie sich entscheiden, wenn Sie ein Geschenk auswählen dürften zwischen einem Modellkleid, einem Wellness-Wochenende in einem Luxushotel und einer Ladung Mist? Falls Ihre Wahl auf den letzten Preis fällt, finden Sie bestimmt Gefallen an dem kleinen Büchlein von Ursula Beck. Es ist ein lesenswertes Mitbringsel oder Geschenk für sich selber und trägt den Titel „Garten-Glück – Aus dem Leben einer Hobby-Gärtnerin“.
Die Autorin bezeichnet sich selber als „Gartenfreak“ und hat ihre Erlebnisse rund ums Gärtnern in einem vergnüglichen Stil niedergeschrieben. So berichtet Ursula Beck beispielsweise über das Abwägen von Pro und Contra in Bezug auf die Teilnahme an einem Gartenwettbewerb. Jede passionierte Gärtnerin wird verstehen, dass ein Foto nie ausreicht, um die eigene Gartenidylle zu präsentieren. Wie sollen auch Stimmung, Weite, Üppigkeit und Schönheit auf einem kleinen Bild Platz finden?
Ursula Beck gärtnert in einer kühleren Region und die Auswahl der Rosen beschränkt sich auf Rosa canina und andere Pflanzen, die mit diesem Klima zurechtkommen. Alles ist schliesslich eine Sache der richtigen Einstellung und sie tröstet sich mit dem Gedanken, dass auch im Kühlschrank alles länger frisch bleibt und die Gärtnerin selber vielleicht auch persönlich davon profitiert…
Ich nehme diesen Absatz als Aufmunterung in die Herbstzeit mit und möchte als einzigen Negativpunkt anmerken, dass das Büchlein leider nicht sehr umfangreich und das Lesevergnügen allzu schnell vorbei ist.
Ursula Beck:
Garten-Glück – Aus dem Leben einer Hobby-Gärtnerin
Isensee Verlag, 2009
Die Autorin bezeichnet sich selber als „Gartenfreak“ und hat ihre Erlebnisse rund ums Gärtnern in einem vergnüglichen Stil niedergeschrieben. So berichtet Ursula Beck beispielsweise über das Abwägen von Pro und Contra in Bezug auf die Teilnahme an einem Gartenwettbewerb. Jede passionierte Gärtnerin wird verstehen, dass ein Foto nie ausreicht, um die eigene Gartenidylle zu präsentieren. Wie sollen auch Stimmung, Weite, Üppigkeit und Schönheit auf einem kleinen Bild Platz finden?
Ursula Beck gärtnert in einer kühleren Region und die Auswahl der Rosen beschränkt sich auf Rosa canina und andere Pflanzen, die mit diesem Klima zurechtkommen. Alles ist schliesslich eine Sache der richtigen Einstellung und sie tröstet sich mit dem Gedanken, dass auch im Kühlschrank alles länger frisch bleibt und die Gärtnerin selber vielleicht auch persönlich davon profitiert…
Ich nehme diesen Absatz als Aufmunterung in die Herbstzeit mit und möchte als einzigen Negativpunkt anmerken, dass das Büchlein leider nicht sehr umfangreich und das Lesevergnügen allzu schnell vorbei ist.
Ursula Beck:
Garten-Glück – Aus dem Leben einer Hobby-Gärtnerin
Isensee Verlag, 2009
14. Oktober 2010
Das Labyrinth des Duft- und Heilkräutergärtners
Paul hatte keine einfache Kindheit. Er hat früh seinen Vater verloren, galt als „schwierig“ und begann schon als Jugendlicher in grossen Mengen Alkohol zu trinken. Aufgewachsen ist er auf der Schwäbischen Alb und lebt nun schon seit vielen Jahren in Norddeutschland.
Eine Seniorengruppe aus seiner Heimat entdeckt in einem Prospekt über ein Duftpflanzen-Labyrinth und Heilkräutergarten auf einem Foto eben diesen Paul zwischen zehn Nonnen stehend. Sie erinnern sich recht genau an dessen beinahe unzähligen Untaten und beschliessen, eine Reise Richtung Norden zu unternehmen, um zu erfahren auf welchen Umwegen der aufmüpfige Paul in den Klostergarten gefunden hat.
Eingebettet in die Führung durch Kräuter und Düfte erfahren die reiselustigen Senioren und der Leser Pauls bewegte Lebensgeschichte und nebenbei werden die Klostergärtnerei und verschiedene Heilpflanzen und ihre Wirkung vorgestellt.
Der Roman in Ich-Form liest sich wie eine detaillierte Biografie und ich habe mich bei der Lektüre oft gefragt, welche Stellen vielleicht autobiographisch sind.
Anna Schmidt:
Das Labyrinth des Duft- und Heilkräutergärtners – Vom Saulus zum Paulus
Geest Verlag, 2008
Eine Seniorengruppe aus seiner Heimat entdeckt in einem Prospekt über ein Duftpflanzen-Labyrinth und Heilkräutergarten auf einem Foto eben diesen Paul zwischen zehn Nonnen stehend. Sie erinnern sich recht genau an dessen beinahe unzähligen Untaten und beschliessen, eine Reise Richtung Norden zu unternehmen, um zu erfahren auf welchen Umwegen der aufmüpfige Paul in den Klostergarten gefunden hat.
Eingebettet in die Führung durch Kräuter und Düfte erfahren die reiselustigen Senioren und der Leser Pauls bewegte Lebensgeschichte und nebenbei werden die Klostergärtnerei und verschiedene Heilpflanzen und ihre Wirkung vorgestellt.
Der Roman in Ich-Form liest sich wie eine detaillierte Biografie und ich habe mich bei der Lektüre oft gefragt, welche Stellen vielleicht autobiographisch sind.
Anna Schmidt:
Das Labyrinth des Duft- und Heilkräutergärtners – Vom Saulus zum Paulus
Geest Verlag, 2008
11. Oktober 2010
Auf Rosen gebettet
Die Floristin Holly arbeitet auf dem Blumenmarkt, wo sie für einen Händler Tulpen, Gladiolen und andere Blumen begutachtet und die schönsten heraussucht. Bei ihrem Job handelt es sich um alles andere als eine Traumstelle, denn leider hat sie beim Selektieren ihrer Arbeitsplätze in etwa dasselbe glückliche Händchen wie beim Wählen ihrer WG-Partner.
Holly sucht sich nämlich immer wieder die falschen Unterkünfte aus. So ist sie eben aus einer Wohngemeinschaft voller Putzteufel geflüchtet und bei ihrem ehemaligen Studienkollegen Josh untergekommen. Ihre weiteren neuen Mitbewohner sind die Karrierefrau Kate und der geheimnisvolle Addison, welcher Tag und Nacht vor seinem Computer sitzt und nicht gestört werden darf.
Als Holly eines Nachts einfach die unsichtbare Grenze überschreitet und Addisons Zimmer betritt, verliebt sie sich auf der Stelle in den wortkargen attraktiven Mann und beschliesst, sein Herz zu erobern.
Ein Roman in der Ich-Form über das Leben von vier Singles, während dessen Lektüre die Leserin sich ziemlich über die unzähligen haarsträubenden Situationen wundert.
Jenny Colgan:
Auf Rosen gebettet
Wilhelm Goldmann Verlag, 2003
Holly sucht sich nämlich immer wieder die falschen Unterkünfte aus. So ist sie eben aus einer Wohngemeinschaft voller Putzteufel geflüchtet und bei ihrem ehemaligen Studienkollegen Josh untergekommen. Ihre weiteren neuen Mitbewohner sind die Karrierefrau Kate und der geheimnisvolle Addison, welcher Tag und Nacht vor seinem Computer sitzt und nicht gestört werden darf.
Als Holly eines Nachts einfach die unsichtbare Grenze überschreitet und Addisons Zimmer betritt, verliebt sie sich auf der Stelle in den wortkargen attraktiven Mann und beschliesst, sein Herz zu erobern.
Ein Roman in der Ich-Form über das Leben von vier Singles, während dessen Lektüre die Leserin sich ziemlich über die unzähligen haarsträubenden Situationen wundert.
Jenny Colgan:
Auf Rosen gebettet
Wilhelm Goldmann Verlag, 2003
7. Oktober 2010
Lilys Rosengarten
Auch dieses Buch habe ich schon wiederholt in Buchhandlungen durchgeblättert, konnte mich aber nie definitiv zum Kauf entscheiden. Ab und zu lohnt es sich zu warten (wenigstens mit Blick aufs Portemonnaie), denn viele Taschenbücher landen schliesslich auf irgendwelchen Tischen voller „ausgemusterter“ Titel und so hat auch „Lilys Rosengarten“ doch noch den Weg in meine Bibliothek gefunden.
Obwohl das Stöbern in häufig unordentlichen Haufen von Remittenden zuweilen recht mühsam ist, findet sich dort auch für gärtnerisch Interessierte immer wieder Lesefutter. Aktuell habe ich beispielsweise gerade das Buch „Die 64-Dollar-Tomate“ von William Alexander entdeckt (das ich aber schon längst besitze).
Hortikulturelles gibt es zum Rosengarten von Lily nicht viel zu berichten. Dieser wird erst ungefähr Mitte des Buches angelegt, und nachdem die Gärtnerin ihren Mann George heimlich verlassen hat, wird dieser in einem Brief mit dessen Pflege betraut. George – ein Anwalt, der seine Karriere abgebrochen hat, um nach dem Tod des Vaters, dessen Farm weiterzuführen – ist aber durch die strenge Arbeit auf seinen Feldern, mit seinen Tieren und Katastrophen wie Maul- und Klauenseuche und BSE selbsterklärend anderweitig mit Wichtigerem beschäftigt.
Der Roman erzählt die Geschichte der grossen Liebe zwischen Lily und George, dem plötzlichen Verschwinden von Lily. Und dem langen Warten und Hoffen von George, ob es für ihn und Lily letztendlich vielleicht doch noch eine gemeinsame Zukunft gibt.
Angela Huth:
Lilys Rosengarten
Piper Verlag, 2006
Obwohl das Stöbern in häufig unordentlichen Haufen von Remittenden zuweilen recht mühsam ist, findet sich dort auch für gärtnerisch Interessierte immer wieder Lesefutter. Aktuell habe ich beispielsweise gerade das Buch „Die 64-Dollar-Tomate“ von William Alexander entdeckt (das ich aber schon längst besitze).
Hortikulturelles gibt es zum Rosengarten von Lily nicht viel zu berichten. Dieser wird erst ungefähr Mitte des Buches angelegt, und nachdem die Gärtnerin ihren Mann George heimlich verlassen hat, wird dieser in einem Brief mit dessen Pflege betraut. George – ein Anwalt, der seine Karriere abgebrochen hat, um nach dem Tod des Vaters, dessen Farm weiterzuführen – ist aber durch die strenge Arbeit auf seinen Feldern, mit seinen Tieren und Katastrophen wie Maul- und Klauenseuche und BSE selbsterklärend anderweitig mit Wichtigerem beschäftigt.
Der Roman erzählt die Geschichte der grossen Liebe zwischen Lily und George, dem plötzlichen Verschwinden von Lily. Und dem langen Warten und Hoffen von George, ob es für ihn und Lily letztendlich vielleicht doch noch eine gemeinsame Zukunft gibt.
Angela Huth:
Lilys Rosengarten
Piper Verlag, 2006
4. Oktober 2010
Unterwegs nach Eden
Diese umfangreiche von Helga Volkmann zusammengetragene Sammlung von Literaturtipps aus Gärten und über Gärtner über viele Jahrhunderte stand jahrelang auf meiner Wunschliste, hat es aber bis vor kurzem nie bis in den Warenkorb geschafft. Wahrscheinlich wegen dem Umschlagbild, das einen Wunschgarten aus dem Mittelalter zeigt und mich an ein Buch über Gärten im Mittelalter erinnert, durch welches ich mich vor langer Zeit einmal durchgequält habe. Als „Unterwegs Nach Eden“ kürzlich bei einem Reststeller angeboten wurde, habe ich es mir dann doch noch gegönnt. Nach der Lektüre bin ich positiv überrascht, habe viele bekannte Stellen aus liebgewonnenen Büchern wiedergefunden und etliche ältere Bücher entdeckt, die auf die Wunschliste gesetzt worden sind.
Falls auch Sie sich literarisch auf den Weg nach Eden machen wollen, begegnen Sie zwischen Kapiteln mit Titeln „Die Gärtner und das Gärtnern“, „Gärten der Erotik“ und „Der Gartenfrevel“ beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Hans Christian Andersen, Rainer Maria Rilke und vielen anderen mehr. Der Titel „Nachsommer“ von Adalbert Stifter ist jedenfalls auf dem Stapel mit den ungelesenen Büchern wieder einmal weiter nach oben gerutscht und wird vielleicht demnächst endlich einmal gelesen werden …
Helga Volkmann:
Unterwegs nach Eden – Von Gärtnern und Gärten in der Literatur
Vandenhoeck & Ruprecht, 2000
Falls auch Sie sich literarisch auf den Weg nach Eden machen wollen, begegnen Sie zwischen Kapiteln mit Titeln „Die Gärtner und das Gärtnern“, „Gärten der Erotik“ und „Der Gartenfrevel“ beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Hans Christian Andersen, Rainer Maria Rilke und vielen anderen mehr. Der Titel „Nachsommer“ von Adalbert Stifter ist jedenfalls auf dem Stapel mit den ungelesenen Büchern wieder einmal weiter nach oben gerutscht und wird vielleicht demnächst endlich einmal gelesen werden …
Helga Volkmann:
Unterwegs nach Eden – Von Gärtnern und Gärten in der Literatur
Vandenhoeck & Ruprecht, 2000
30. September 2010
Wie Nalda sagt
Ein junger Mann namens T. ist auf der Flucht - seinen Namen erfährt der Leser aus Sicherheitsgründen während der ganzen Lektüre nicht. Die Ausdrucksweise des Ich-Erzählers in kindlich-naivem Erzählungsstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, es lohnt sich aber durchaus, weiterzulesen.
Aufgewachsen ist T. bei seiner Tante Nalda, die ihm das Gärtnern beigebracht hat. Er durfte nie die Schule besuchen und seine Allgemeinbildung beruht auf den vielen Geschichten, die ihm Nalda erzählt hat, und er nimmt die wunderlichsten Erzählungen für bare Münze. Eine handelt davon, dass sich in seinem Körper ein kostbarer Edelstein aus einem Juwelenraub seines Vaters befindet, der dort versteckt werden musste.
Als nun der Erzähler vierzehn Jahre alt war, wurde Nalda immer schrulliger und T. war alleine für den Lebensunterhalt der beiden zuständig. Schliesslich bestand der Tagesablauf von Nalda nur noch aus Schlafen und Schreien und sie wurde abgeholt. T. hat seine Tante nie mehr gesehen. Geschichten erzählte sie da schon länger keine mehr. Und so stand der Ich-Erzähler mit sechszehn Jahren ganz allein da und auch die „Auflösung“ der Edelstein-Erzählung war gewissermassen noch offen.
T. glaubt deshalb auch als junger Erwachsener immer noch, dass sich in seinem Körper der besagte Edelstein „auf Durchreise“ befindet und er deshalb verfolgt wird. Dieses Geheimnis muss er um jeden Preis hüten. Damit er sich nicht versehentlich verplappert, spricht er sehr wenig und trägt einen Bauchschurz. Immer wieder interpretiert er Situationen falsch, fühlt sich bedroht, bricht unvermittelt sämtliche Zelte hinter sich ab und zieht mit seiner stets griffbereiten Tasche in eine andere Stadt, wo er eine neue Stelle als Gärtner sucht. Und träumt gleichzeitig vom künftigem Glück, Reichtum und Freunden, wenn der Stein endlich seinen Körper verlassen hat und davon, nicht mehr für fremde Leute gärtnern zu müssen.
Stuart David:
Wie Nalda sagt
Fischer Taschenbuch Verlag, 2004
Aufgewachsen ist T. bei seiner Tante Nalda, die ihm das Gärtnern beigebracht hat. Er durfte nie die Schule besuchen und seine Allgemeinbildung beruht auf den vielen Geschichten, die ihm Nalda erzählt hat, und er nimmt die wunderlichsten Erzählungen für bare Münze. Eine handelt davon, dass sich in seinem Körper ein kostbarer Edelstein aus einem Juwelenraub seines Vaters befindet, der dort versteckt werden musste.
Als nun der Erzähler vierzehn Jahre alt war, wurde Nalda immer schrulliger und T. war alleine für den Lebensunterhalt der beiden zuständig. Schliesslich bestand der Tagesablauf von Nalda nur noch aus Schlafen und Schreien und sie wurde abgeholt. T. hat seine Tante nie mehr gesehen. Geschichten erzählte sie da schon länger keine mehr. Und so stand der Ich-Erzähler mit sechszehn Jahren ganz allein da und auch die „Auflösung“ der Edelstein-Erzählung war gewissermassen noch offen.
T. glaubt deshalb auch als junger Erwachsener immer noch, dass sich in seinem Körper der besagte Edelstein „auf Durchreise“ befindet und er deshalb verfolgt wird. Dieses Geheimnis muss er um jeden Preis hüten. Damit er sich nicht versehentlich verplappert, spricht er sehr wenig und trägt einen Bauchschurz. Immer wieder interpretiert er Situationen falsch, fühlt sich bedroht, bricht unvermittelt sämtliche Zelte hinter sich ab und zieht mit seiner stets griffbereiten Tasche in eine andere Stadt, wo er eine neue Stelle als Gärtner sucht. Und träumt gleichzeitig vom künftigem Glück, Reichtum und Freunden, wenn der Stein endlich seinen Körper verlassen hat und davon, nicht mehr für fremde Leute gärtnern zu müssen.
Stuart David:
Wie Nalda sagt
Fischer Taschenbuch Verlag, 2004
27. September 2010
Flowers on Main
Nachdem ihr drittes Schauspiel-Stück floppt, bricht Bree O’Brien die oberflächliche Beziehung mit ihrem Mentor Marty ab und kehrt mit zerstörtem Selbstwertgefühl von Chicago zurück nach Chesapeake Shores. Was zunächst als kurzer Aufenthalt gedacht war, entpuppt sich als privater und beruflicher Neustart.
Über Brees Rückkehr freuen sich nicht alle gleichermassen. Auch nach sechs Jahren hat ihr Ex-Freund Jake Collins das Ende der Beziehung nicht überwunden und wirft Bree noch immer vor, der Verlust ihres gemeinsamen ungeborenen Kindes sei ihr nicht ungelegen gekommen, um ihre Träume wie geplant umsetzen zu können.
Währenddessen springt Bree kurzfristig ein, die floralen Kreationen für eine Hochzeit zu fertigen und beschliesst daraufhin ziemlich spontan, am Ort ihrer Wurzeln einen Blumenladen zu eröffnen. Das nötige Know-How hat ihr während ihrer Kindheit die Grossmutter beigebracht. Da ihre erste Liebe Jake Inhaber der grössten Gärtnerei und gleichzeitig wichtigster regionaler Blumenlieferant ist, kreuzen sich ihre Wege zwangsläufig immer wieder. Zwischen den beiden knistert es immer noch. Schafft es Jack, endlich zu akzeptieren, dass Bree mit dem Verlust des gemeinsamen Babys anders umgegangen ist und finden die beiden auf Umwegen doch noch zusammen?
Sherryl Woods:
Flowers on Main
Mira Books, 2009
Über Brees Rückkehr freuen sich nicht alle gleichermassen. Auch nach sechs Jahren hat ihr Ex-Freund Jake Collins das Ende der Beziehung nicht überwunden und wirft Bree noch immer vor, der Verlust ihres gemeinsamen ungeborenen Kindes sei ihr nicht ungelegen gekommen, um ihre Träume wie geplant umsetzen zu können.
Währenddessen springt Bree kurzfristig ein, die floralen Kreationen für eine Hochzeit zu fertigen und beschliesst daraufhin ziemlich spontan, am Ort ihrer Wurzeln einen Blumenladen zu eröffnen. Das nötige Know-How hat ihr während ihrer Kindheit die Grossmutter beigebracht. Da ihre erste Liebe Jake Inhaber der grössten Gärtnerei und gleichzeitig wichtigster regionaler Blumenlieferant ist, kreuzen sich ihre Wege zwangsläufig immer wieder. Zwischen den beiden knistert es immer noch. Schafft es Jack, endlich zu akzeptieren, dass Bree mit dem Verlust des gemeinsamen Babys anders umgegangen ist und finden die beiden auf Umwegen doch noch zusammen?
Sherryl Woods:
Flowers on Main
Mira Books, 2009
23. September 2010
Peter Bochanan: Blume der Vergeltung
Rosen als Tatwaffe? In dem schmalen Büchlein mit dem Titel „Blume der Vergeltung“ treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der seine Opfer mit Hilfe von Baccarraosen umbringt. Die Erwähnung der Details erspare ich Ihnen hier und Sie lesen diese bitte bei Interesse selber nach. Der erste Mord wird im Anschluss an ein stark frequentiertes Blumencorso entdeckt und bereits drei Wochen später wird ein Schausteller auf die gleiche Weise getötet. Und diese beiden Opfer sind bei weitem nicht die letzten.
Kriminalhauptkommissar Marc Berger und sein Team erschienen mir bei ihren Ermittlungen recht hilflos, um nicht zu schreiben dilettantisch. Aber vielleicht habe ich, die die Polizeiarbeit ja nur aus Büchern und aus dem Fernsehen kennt, eine falsche Vorstellung. Ich hoffe aber doch, dass gewisse Schilderungen in Tat und Wahrheit effektiver ablaufen und die Ermittler nicht erst nach mehreren Morden mit Baccararosen überhaupt auf die Idee kommen, sich um die Herkunft der Blumen zu kümmern. Dieses Versäumnis spielt jedoch insofern keine Rolle, weil sich später herausstellt, dass sich der Täter in seiner Wohnung mit Hilfe eines Glaskastens, Heizung, Bewässerungsanlage und von Speziallampen selber hingebungsvoll um die Rosen kümmert (ob das tatsächlich funtkioniert?).
Das Buch habe ich schon vor mehreren Wochen gelesen, stelle jetzt aber gerade fest, dass meine obigen Anmerkungen zur Polizeiarbeit im Zusammenhang mit den Vorfällen in Biel in den letzten Tagen den Beiträgen und Vorwürfen in der Tagespresse ähneln ...
Peter Bochanan:
Blume der Vergeltung
Engelsdorfer Verlag, 2009
Kriminalhauptkommissar Marc Berger und sein Team erschienen mir bei ihren Ermittlungen recht hilflos, um nicht zu schreiben dilettantisch. Aber vielleicht habe ich, die die Polizeiarbeit ja nur aus Büchern und aus dem Fernsehen kennt, eine falsche Vorstellung. Ich hoffe aber doch, dass gewisse Schilderungen in Tat und Wahrheit effektiver ablaufen und die Ermittler nicht erst nach mehreren Morden mit Baccararosen überhaupt auf die Idee kommen, sich um die Herkunft der Blumen zu kümmern. Dieses Versäumnis spielt jedoch insofern keine Rolle, weil sich später herausstellt, dass sich der Täter in seiner Wohnung mit Hilfe eines Glaskastens, Heizung, Bewässerungsanlage und von Speziallampen selber hingebungsvoll um die Rosen kümmert (ob das tatsächlich funtkioniert?).
Das Buch habe ich schon vor mehreren Wochen gelesen, stelle jetzt aber gerade fest, dass meine obigen Anmerkungen zur Polizeiarbeit im Zusammenhang mit den Vorfällen in Biel in den letzten Tagen den Beiträgen und Vorwürfen in der Tagespresse ähneln ...
Peter Bochanan:
Blume der Vergeltung
Engelsdorfer Verlag, 2009
20. September 2010
Gartenstadt Winterthur - Gartenführer
Es ist schon eine Weile her, da habe ich an dieser Stelle über einen Park geschrieben, der in der Nähe in mehreren Etappen entsteht. Inzwischen ist der zweite Teil öffentlich eingeweiht worden und der Hain mit den Taschentuchbäumen ist auch angepflanzt. Ich hoffe, die an verschiedenen Stellen nachgelesenen Hinweise, dass eine Davidia erst nach über einem Jahrzehnt blüht, sind eher auf der pessimistischen Seite und ich muss nicht mehr dermassen lange auf flatternde Taschentücher an Bäumen warten - insbesondere auch, weil die Bäume mit einer Höhe von ca. drei bis vier Metern nicht mehr ganz klein sind.
In dem druckfrischen Führer „Gartenstadt Winterthur“ bin ich über einen Hinweis gestolpert, wo genau in welchen Parks in dieser Stadt blühfreudige, ältere Exemplare dieser Gehölze stehen. Dieser Tipp ist doch direkt einen Kalendereintrag in den Monaten Mai/Juni wert, um dannzumal einen Ausflug zu einem oder gleich mehreren der Bäume einzuplanen.
Der Gartenführer macht überhaupt Lust, eines der Quartiere der Grossstadt zu entdecken oder bei einem Besuch der Sammlung Hahnloser in der Villa Flora auch den Architekturgarten genauer unter die Lupe zu nehmen. Oder vielleicht einmal durch das auf dem Rietberg gelegene Püntenareal zu spazieren. Der Rietberg ist eine ehemalige Mülldeponie, auf welcher nach einer millionenteuren Sanierung gärtnern und ackern mit Aussicht möglich ist. Weitere Ziele eines Spazierganges könnten die Farnbuche im Stadtgarten sein oder die verschiedenen Japanischen Schnurrbäume. Eher speziell mutet der Garten des Schrotthändlers an – ein farbenfroher Dachgarten über einer Entsorgungshalle mit grossen runden Pflanzentrögen.
Im Kapitel über die Püntenstadt erfährt der interessierte Leser, dass in Winterthur die ersten Schrebergärten bereits 1623 angelegt worden sind und den Abschluss des Gartenführers bilden Kurzportraits über Gartenarchitekten, welche die Grünräume massgeblich geprägt haben – von Joseph Philippe de Clairville (1742-1830) bis zum Planungsbüro Rotzler, Krebs Partner.
Stiftung Edition Winterthur (Hrsg.):
Gartenstadt Winterthur – Ein Führer durch Winterthurs Gärten, Pärke und Grünräume
Stiftung Edition Winterthur, 2010
In dem druckfrischen Führer „Gartenstadt Winterthur“ bin ich über einen Hinweis gestolpert, wo genau in welchen Parks in dieser Stadt blühfreudige, ältere Exemplare dieser Gehölze stehen. Dieser Tipp ist doch direkt einen Kalendereintrag in den Monaten Mai/Juni wert, um dannzumal einen Ausflug zu einem oder gleich mehreren der Bäume einzuplanen.
Der Gartenführer macht überhaupt Lust, eines der Quartiere der Grossstadt zu entdecken oder bei einem Besuch der Sammlung Hahnloser in der Villa Flora auch den Architekturgarten genauer unter die Lupe zu nehmen. Oder vielleicht einmal durch das auf dem Rietberg gelegene Püntenareal zu spazieren. Der Rietberg ist eine ehemalige Mülldeponie, auf welcher nach einer millionenteuren Sanierung gärtnern und ackern mit Aussicht möglich ist. Weitere Ziele eines Spazierganges könnten die Farnbuche im Stadtgarten sein oder die verschiedenen Japanischen Schnurrbäume. Eher speziell mutet der Garten des Schrotthändlers an – ein farbenfroher Dachgarten über einer Entsorgungshalle mit grossen runden Pflanzentrögen.
Im Kapitel über die Püntenstadt erfährt der interessierte Leser, dass in Winterthur die ersten Schrebergärten bereits 1623 angelegt worden sind und den Abschluss des Gartenführers bilden Kurzportraits über Gartenarchitekten, welche die Grünräume massgeblich geprägt haben – von Joseph Philippe de Clairville (1742-1830) bis zum Planungsbüro Rotzler, Krebs Partner.
Stiftung Edition Winterthur (Hrsg.):
Gartenstadt Winterthur – Ein Führer durch Winterthurs Gärten, Pärke und Grünräume
Stiftung Edition Winterthur, 2010
17. September 2010
Forget me knot
Die 34jährige Floristin Abby Crompton ist Besitzerin des florierenden Blumenshops “Fabulous Flowers“. Seit kurzem ist sie mit dem angehenden Rechtsanwalt Toby verlobt und soll nun endlich dessen Mutter kennenlernen.
Seit Abby als kleines Mädchen einmal in einem Lift steckengeblieben ist, meidet sie diese Erfindungen der Zivilisation. Da sie zu dem Treffen mit Toby und ihrer künftigen Schwiegermutter schon viel zu spät dran ist, beschliesst sie zwecks Zeiteinsparung für einmal eine Ausnahme zu machen. Fast unglaublich, aber so hat es die Autorin vorgesehen und steht es im Roman: der Lift bleibt stecken. Zusammen mit einem überaus attraktiven Unbekannten ist Abby zwischen zwei Stockwerken gefangen. Dem Fremden gelingt es, die nervöse Floristin zu beruhigen und die beiden leeren zusammen eine Flasche Wein, der die Zunge der Abbys löst und sie dazu verleitet, allerlei Intimes aus ihrem Leben und vor allem aus jenem ihres Verlobten zu erzählen. Zu diesem Abend passt, dass auch das Essen mit Toby und dessen Mutter nicht besonders erfreulich verläuft.
Kurz nach diesem desaströsen Abend beginnen in Abbys Blumenladen die schon länger geplanten Dreharbeiten zu einem Film. Die junge Floristin ist ziemlich schockiert, als sie entdeckt, wer die Produktion leitet …
Leichte Urlausbslektüre mit wenig Überraschungen und voraussehbarem Ende.
Sue Margolis:
Forget Me Knot
Bantam Books, 2009
Seit Abby als kleines Mädchen einmal in einem Lift steckengeblieben ist, meidet sie diese Erfindungen der Zivilisation. Da sie zu dem Treffen mit Toby und ihrer künftigen Schwiegermutter schon viel zu spät dran ist, beschliesst sie zwecks Zeiteinsparung für einmal eine Ausnahme zu machen. Fast unglaublich, aber so hat es die Autorin vorgesehen und steht es im Roman: der Lift bleibt stecken. Zusammen mit einem überaus attraktiven Unbekannten ist Abby zwischen zwei Stockwerken gefangen. Dem Fremden gelingt es, die nervöse Floristin zu beruhigen und die beiden leeren zusammen eine Flasche Wein, der die Zunge der Abbys löst und sie dazu verleitet, allerlei Intimes aus ihrem Leben und vor allem aus jenem ihres Verlobten zu erzählen. Zu diesem Abend passt, dass auch das Essen mit Toby und dessen Mutter nicht besonders erfreulich verläuft.
Kurz nach diesem desaströsen Abend beginnen in Abbys Blumenladen die schon länger geplanten Dreharbeiten zu einem Film. Die junge Floristin ist ziemlich schockiert, als sie entdeckt, wer die Produktion leitet …
Leichte Urlausbslektüre mit wenig Überraschungen und voraussehbarem Ende.
Sue Margolis:
Forget Me Knot
Bantam Books, 2009
14. September 2010
Aufsteller der Woche
Per Email habe ich einen ganz speziellen Aufsteller erhalten. Und zwar hat Dietlinde Hachmann, die Autorin des Buches „Mein Wunscherbe“, das ich Ende August hier im Sofagarten vorgestellt habe, meine Rezension auf Band gesprochen und mir erlaubt, den Link hier zu veröffentlichen.
Falls Ihr also Lust habt, mal einen meiner Artikel vorgelesen zu bekommen statt ihn selber zu lesen, könnt ihr auf den nachstehenden Link klicken und auf der Webseite der Autorin in den Text reinhören!
www.dietlindehachmann.de/buchvorstellung-standard
Viel Vergnügen und nochmals herzlichen Dank nach Stuttgart!
http://www.mein-wunscherbe.de/
Falls Ihr also Lust habt, mal einen meiner Artikel vorgelesen zu bekommen statt ihn selber zu lesen, könnt ihr auf den nachstehenden Link klicken und auf der Webseite der Autorin in den Text reinhören!
www.dietlindehachmann.de/buchvorstellung-standard
Viel Vergnügen und nochmals herzlichen Dank nach Stuttgart!
http://www.mein-wunscherbe.de/
13. September 2010
Kalender? Kalender!
Der Sommer ist schon wieder Vergangenheit, Morgennebel gehören wieder häufig zum Beginn eines Tages dazu. In den Blumenläden und Gärtnereien stehen bereits die Blumenzwiebeln in den Regalen und fordern die Gärtnerin auf, sich Gedanken über den nächsten Frühling oder zumindest um die Blütenpracht zu machen, die dannzumal das Auge und das Herz erfreuen sollen. Also gerade die richtige Jahreszeit, nicht nur an Frühlingsblühern herumzustudieren, sondern eine Auswahl aus dem riesigen Angebot von Kalendern zu treffen.
Wenn Sie diese Zeilen lesen, sind Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Gärten und Literatur interessiert. Dann wäre bestimmt „Der literarische Gartenkalender“ mit Spiralbindung von Schöffling nach Ihrem Geschmack.
Jeden Montag darf zum Wochenstart eine Seite umgeblättert werden und eine neue Aufnahme der bekannten Fotografin Marion Nickig schmückt für eine Woche zusammen mit einem passenden hortikulturellen Zitat eines bekannten Schriftstellers oder einer Schriftstellerin eine Wand oder eine Türe. Karel Capek, Daniel Blajan, Colette und Alma de l’Aigle sind mit Äusserungen zum Gärtnern ebenso vertreten wie beispielsweise Erich Kästner.
Krokusse, Gänseblümchen, Tulpen, Pfingstrosen, Dahlien und viele andere Blumen mehr begleiten in schöner Bildqualität durch das (Garten-)Jahr. Ende Oktober erinnert ein Bild daran, dass es höchste Zeit ist, die Blumenzwiebeln einzubuddeln, während Mitte November „gefrostete“ Asternblüten an schöne Herbsttage denken lassen.
Je früher Sie sich diesen Kalender allenfalls kaufen und aufhängen, desto länger können Sie sich an dem Titelblatt, auf dem ein blauer Scheinmohn abgebildet ist, erfreuen …
Der literarische Gartenkalender 2011
Mit farbigen Fotos von Marion Nickig (Hrsg. Julia Bachstein)
Schöffling & Co., 2010
Wenn Sie diese Zeilen lesen, sind Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Gärten und Literatur interessiert. Dann wäre bestimmt „Der literarische Gartenkalender“ mit Spiralbindung von Schöffling nach Ihrem Geschmack.
Jeden Montag darf zum Wochenstart eine Seite umgeblättert werden und eine neue Aufnahme der bekannten Fotografin Marion Nickig schmückt für eine Woche zusammen mit einem passenden hortikulturellen Zitat eines bekannten Schriftstellers oder einer Schriftstellerin eine Wand oder eine Türe. Karel Capek, Daniel Blajan, Colette und Alma de l’Aigle sind mit Äusserungen zum Gärtnern ebenso vertreten wie beispielsweise Erich Kästner.
Krokusse, Gänseblümchen, Tulpen, Pfingstrosen, Dahlien und viele andere Blumen mehr begleiten in schöner Bildqualität durch das (Garten-)Jahr. Ende Oktober erinnert ein Bild daran, dass es höchste Zeit ist, die Blumenzwiebeln einzubuddeln, während Mitte November „gefrostete“ Asternblüten an schöne Herbsttage denken lassen.
Je früher Sie sich diesen Kalender allenfalls kaufen und aufhängen, desto länger können Sie sich an dem Titelblatt, auf dem ein blauer Scheinmohn abgebildet ist, erfreuen …
Der literarische Gartenkalender 2011
Mit farbigen Fotos von Marion Nickig (Hrsg. Julia Bachstein)
Schöffling & Co., 2010
9. September 2010
Elizabeth Lawrence
Die Gartenbücher der Amerikanerin Elizabeth Lawrence (1904 – 1985) gehören in den USA zu Klassikern in diesem Genre und ihre Popularität auf der anderen Seite des Atlantiks kann vielleicht mit jener der Publikationen von Gertrude Jekyll und Vita Sackville-West in England verglichen werden.
Im kürzlich erschienen Buch „Becoming Elizabeth Lawrence“ hat Emily Herring Wilson eine Auswahl aus mehreren hundert Briefen der Südstaatengärtnerin veröffentlicht. Das Buch beginnt mit der Vorstellung der wichtigsten Personen, die in der Korrespondenz vorkommen. Das sind sehr viele, weshalb die Zusammenstellung während der Lektüre eine willkommene Hilfe ist.
Anschliessend folgen über 250 Seiten mit Briefverkehr, gelegentlich sind Fotos eingeschoben. Leider sind mehrheitlich nur noch von Elizabeth Lawrence verfasste Schreiben vorhanden und die veröffentlichte Korrespondenz dementsprechend einseitig. Die emsige Briefschreiberin notiert jedoch an einer Stelle selber, dass sie zumeist gar keine Antwort auf ihre Zeilen erwartet. Nichtsdestotrotz erhält der Leser doch einen Eindruck über die Persönlichkeit der leidenschaftlichen Gärtnerin und Autorin Lawrence und erfährt etwa, dass sie mit Veränderungen in jeglicher Form ihre liebe Mühe hatte. Oder sie schreibt im Alter von 38 Jahren, "das einzige, was sie gelernt habe sei, dass die Tage mit jedem Lebensjahr kürzer werden. Wenn man also lang genug lebt, sollte das Sterben einfach sein, weil vom Tag praktisch nichts mehr übrig bleibt". Elizabeth Lawrence selber hat mit Mitte 40 so richtig durchgestartet, als sie begann, vermehrt Bücher zu schreiben und einen neuen Garten anzulegen. Vor allem regional bekannt wurde sie durch ihre wöchentliche Gartenkolumne im „Charlotte Observer“.
Ich habe bereits früher verschiedene Bücher von und über Elizabeth Lawrence gelesen, die mir ausnahmslos alle besser gefallen haben als diese Neuerscheinung. Einen auch für Aussenstehende sehr interessanten Briefwechsel führte Elizabeth Lawrence mit Kathrine S. White, der Autorin des Buches „Unward and Upward in the Garden“. Dieser Briefaustausch ist unter dem Titel „Two Gardeners – A Friendship in Letters“ erschienen. Einen noch detaillierteren Einblick in die Biografie von Elizabeth Lawrence gibt das Buch „No one gardens alone“. Diese beiden Titel sind ebenfalls von Emily Herring Wilson herausgegeben worden. Und dann wären da natürlich noch die von der Lawrence selber verfassten Bücher wie „A Southern Gardener“, „Gardening for Love – The Market Bulletins“ , „The little Bulbs – A Tale of two Gardens“ und andere mehr.
Emily Hering Wilson (Hrsg.):
Becoming Elizabeth Lawrence – Discovered Letters of a Southern Gardener
John F. Blair Publisher, 2010
Im kürzlich erschienen Buch „Becoming Elizabeth Lawrence“ hat Emily Herring Wilson eine Auswahl aus mehreren hundert Briefen der Südstaatengärtnerin veröffentlicht. Das Buch beginnt mit der Vorstellung der wichtigsten Personen, die in der Korrespondenz vorkommen. Das sind sehr viele, weshalb die Zusammenstellung während der Lektüre eine willkommene Hilfe ist.
Anschliessend folgen über 250 Seiten mit Briefverkehr, gelegentlich sind Fotos eingeschoben. Leider sind mehrheitlich nur noch von Elizabeth Lawrence verfasste Schreiben vorhanden und die veröffentlichte Korrespondenz dementsprechend einseitig. Die emsige Briefschreiberin notiert jedoch an einer Stelle selber, dass sie zumeist gar keine Antwort auf ihre Zeilen erwartet. Nichtsdestotrotz erhält der Leser doch einen Eindruck über die Persönlichkeit der leidenschaftlichen Gärtnerin und Autorin Lawrence und erfährt etwa, dass sie mit Veränderungen in jeglicher Form ihre liebe Mühe hatte. Oder sie schreibt im Alter von 38 Jahren, "das einzige, was sie gelernt habe sei, dass die Tage mit jedem Lebensjahr kürzer werden. Wenn man also lang genug lebt, sollte das Sterben einfach sein, weil vom Tag praktisch nichts mehr übrig bleibt". Elizabeth Lawrence selber hat mit Mitte 40 so richtig durchgestartet, als sie begann, vermehrt Bücher zu schreiben und einen neuen Garten anzulegen. Vor allem regional bekannt wurde sie durch ihre wöchentliche Gartenkolumne im „Charlotte Observer“.
Ich habe bereits früher verschiedene Bücher von und über Elizabeth Lawrence gelesen, die mir ausnahmslos alle besser gefallen haben als diese Neuerscheinung. Einen auch für Aussenstehende sehr interessanten Briefwechsel führte Elizabeth Lawrence mit Kathrine S. White, der Autorin des Buches „Unward and Upward in the Garden“. Dieser Briefaustausch ist unter dem Titel „Two Gardeners – A Friendship in Letters“ erschienen. Einen noch detaillierteren Einblick in die Biografie von Elizabeth Lawrence gibt das Buch „No one gardens alone“. Diese beiden Titel sind ebenfalls von Emily Herring Wilson herausgegeben worden. Und dann wären da natürlich noch die von der Lawrence selber verfassten Bücher wie „A Southern Gardener“, „Gardening for Love – The Market Bulletins“ , „The little Bulbs – A Tale of two Gardens“ und andere mehr.
Emily Hering Wilson (Hrsg.):
Becoming Elizabeth Lawrence – Discovered Letters of a Southern Gardener
John F. Blair Publisher, 2010
6. September 2010
Ein unmoralisches Sonderangebot
Fritz Gaertner ist ein eher unangenehmer Zeitgenosse. Der verwitwete Pensionär ist ausserordentlich geizig und tyrannisch. Und er ärgert sich über seine beiden Söhne, die mit über dreissig Jahren im Leben noch nichts erreicht haben, zudem seiner Ansicht nach die falschen Frauen geheiratet haben und nicht einmal fähig sind, ihm seinen Wunsch nach Enkelkindern zu erfüllen – ignorierend, dass seine Tochter gerade das vierte Kind erwartet und er nicht gerade als besonders kinderliebender Grossvater bezeichnet werden kann. Mit seinen Freunden heckt Fritz eine Wette aus. Und zwar sollen seine Söhne für ein halbes Jahr die Partnerinnen tauschen. Die Gärtnerin Olivia zieht zu ihrem Schwager Oliver in die Designerwohnung, während die attraktive und tüchtige Evelyn zu Stephan in die alte Gärtnerei zieht, die nur als mehrbessere Ruine bezeichnet werden kann. Als Preis winken den Ehepaaren je 1 Million Euro.
Erzählt wird die auf den ersten Blick ziemlich absurde Geschichte von Olivia in der Ich-Form. Sie hat zusammen mit ihrem Mann Stephan vor eineinhalb Jahren ein ziemlich heruntergekommenes Wohnhaus samt Gärtnerei gekauft und dafür einen immens hohen Kredit aufgenommen. Damit die Schuldzinsen pünktlich bezahlt werden können, muss die gelernte Staudengärtnerin widerwillig akzeptieren, dass palettenweise Begonien ins Sortiment aufgenommen werden. Diese finden dann beinahe reissenden Absatz und bescheren der Gärtnerei erstmals einen Ertragsüberschuss (im Cent-Bereich). Für die Abzahlung der Schulden reichen aber ein paar verkaufte Topfpflanzen nicht aus, und so ist ziemlich schnell klar, dass die lukrative Wette mit all ihren unangenehmen Bedingungen angenommen werden muss.
Besonders witzig ausformuliert sind die gelegentlich eingeschobenen Kurzzusammenfassungen zur Familien-Seifen-Oper über die Gaertners. Neben dem Einblick in die Gärtnerei-Arbeit erfährt die Leserin auch einiges über die Produktion einer TV-Gartensendung. Und vielleicht hat Fritz ja gar nicht so unrecht mit seiner Meinung, dass seine Söhne die falschen Frauen geheiratet haben…
„Ein unmoralisches Sonderangebot“ gibt es übrigens auch als Hörbuch. Die blitzblanken roten Gartenstiefel und das ungebrauchte Gartenwerkzeug, die auf dem Umschlag abgebildet sind, liessen mich vermuten, dass Gärtnern vielleicht ein Thema im Buch sein könnte. Ich habe während der Lektüre immer wieder laut lachen müssen – dieser Roman ist eine köstliche Entdeckung mit mehr als nur einer Prise Buchsbäume, Stauden und Begonien.
Kerstin Gier:
Ein unmoralisches Sonderangebot
Bastei Lübbe, 2004 (10. Auflage 2010)
Erzählt wird die auf den ersten Blick ziemlich absurde Geschichte von Olivia in der Ich-Form. Sie hat zusammen mit ihrem Mann Stephan vor eineinhalb Jahren ein ziemlich heruntergekommenes Wohnhaus samt Gärtnerei gekauft und dafür einen immens hohen Kredit aufgenommen. Damit die Schuldzinsen pünktlich bezahlt werden können, muss die gelernte Staudengärtnerin widerwillig akzeptieren, dass palettenweise Begonien ins Sortiment aufgenommen werden. Diese finden dann beinahe reissenden Absatz und bescheren der Gärtnerei erstmals einen Ertragsüberschuss (im Cent-Bereich). Für die Abzahlung der Schulden reichen aber ein paar verkaufte Topfpflanzen nicht aus, und so ist ziemlich schnell klar, dass die lukrative Wette mit all ihren unangenehmen Bedingungen angenommen werden muss.
Besonders witzig ausformuliert sind die gelegentlich eingeschobenen Kurzzusammenfassungen zur Familien-Seifen-Oper über die Gaertners. Neben dem Einblick in die Gärtnerei-Arbeit erfährt die Leserin auch einiges über die Produktion einer TV-Gartensendung. Und vielleicht hat Fritz ja gar nicht so unrecht mit seiner Meinung, dass seine Söhne die falschen Frauen geheiratet haben…
„Ein unmoralisches Sonderangebot“ gibt es übrigens auch als Hörbuch. Die blitzblanken roten Gartenstiefel und das ungebrauchte Gartenwerkzeug, die auf dem Umschlag abgebildet sind, liessen mich vermuten, dass Gärtnern vielleicht ein Thema im Buch sein könnte. Ich habe während der Lektüre immer wieder laut lachen müssen – dieser Roman ist eine köstliche Entdeckung mit mehr als nur einer Prise Buchsbäume, Stauden und Begonien.
Kerstin Gier:
Ein unmoralisches Sonderangebot
Bastei Lübbe, 2004 (10. Auflage 2010)
4. September 2010
In eigener Sache: Über Lust und Frust einer Bloggerin
Wer regelmässig hier reinschaut weiss ja, dass meine bevorzugten Hobbys lesen und gärtnern sind. Und wenn Sie aufgrund der Menge der hier vorgestellten Bücher davon ausgehen, dass ich mehr lese als im Garten jäte oder lang gehegte Pläne umsetze, liegen Sie nicht ganz falsch. Seit Anfang 2009 berichte ich im Sofagarten über meine Lieblingslektüre. Daraus haben sich verschiedene interessante E-Mail-Kontakte ergeben und besonders freue ich mich jeweils über direkte Rückmeldungen von Autoren und Autorinnen.
Wie alles andere hat auch das Bloggen nicht nur positive Seiten. Belästigungen können durch das Sperren von Direkt-Kommentaren nicht ganz verhindert, aber doch eingeschränkt werden. Aber gegen das abkupfern von Rezensionen, ist man weitestgehend machtlos, da im Internet das Durchsetzen von Recht trotz Haftungshinweisen ja sehr schwierig ist. Wenn ich dann zum wiederholten Male auf fast wortwörtlich übernommene Buchvorstellungen stosse oder sogar aus dem Leserkreis darauf aufmerksam gemacht werde, frage ich mich schon mal, wozu oder für wen ich eigentlich blogge. Es versteht sich von selbst, dass in Buchbesprechungen über das gleiche Buch der Inhalt nun einmal derselbe ist. Ich bemühe ich mich aber, aus Schweizer oder privater Sicht, Formulierungen in eine Rezension einzubringen. Und wenn dann diese Redewendungen, die wohlverstanden so nicht im Buch vorkommen, eins zu eins übernommen werden (natürlich ohne Hinweis „Die Sofagärtnerin meint“ oder ähnlich), ist das mehr als nur ärgerlich. Das Bloggen soll ja Spass machen und Gleichgesinnten den einen oder anderen Büchertipp vermitteln. Ich verdiene nichts dabei, da ich auf die paar Cents, die ich durch Verlinkung mit Online-Händlern einheimsen könnte, gerne verzichte. Vielleicht sollte ich auf Newsletter umstellen, was meinen Sie?
Diese Zeilen habe ich auf meinen Walkingrunden schon oft in Gedanken formuliert, aber dann auf die Veröffentlichung verzichtet. Jetzt musste es aber einfach mal gesagt (oder geschrieben) werden. So, nun habe ich aber genug lamentiert. Freuen Sie sich auf die nächste Buchbesprechungen: ein Roman aus dem Gärtnermilieu und eine Biografie über eine Südstaatengärtnerin!
Wie alles andere hat auch das Bloggen nicht nur positive Seiten. Belästigungen können durch das Sperren von Direkt-Kommentaren nicht ganz verhindert, aber doch eingeschränkt werden. Aber gegen das abkupfern von Rezensionen, ist man weitestgehend machtlos, da im Internet das Durchsetzen von Recht trotz Haftungshinweisen ja sehr schwierig ist. Wenn ich dann zum wiederholten Male auf fast wortwörtlich übernommene Buchvorstellungen stosse oder sogar aus dem Leserkreis darauf aufmerksam gemacht werde, frage ich mich schon mal, wozu oder für wen ich eigentlich blogge. Es versteht sich von selbst, dass in Buchbesprechungen über das gleiche Buch der Inhalt nun einmal derselbe ist. Ich bemühe ich mich aber, aus Schweizer oder privater Sicht, Formulierungen in eine Rezension einzubringen. Und wenn dann diese Redewendungen, die wohlverstanden so nicht im Buch vorkommen, eins zu eins übernommen werden (natürlich ohne Hinweis „Die Sofagärtnerin meint“ oder ähnlich), ist das mehr als nur ärgerlich. Das Bloggen soll ja Spass machen und Gleichgesinnten den einen oder anderen Büchertipp vermitteln. Ich verdiene nichts dabei, da ich auf die paar Cents, die ich durch Verlinkung mit Online-Händlern einheimsen könnte, gerne verzichte. Vielleicht sollte ich auf Newsletter umstellen, was meinen Sie?
Diese Zeilen habe ich auf meinen Walkingrunden schon oft in Gedanken formuliert, aber dann auf die Veröffentlichung verzichtet. Jetzt musste es aber einfach mal gesagt (oder geschrieben) werden. So, nun habe ich aber genug lamentiert. Freuen Sie sich auf die nächste Buchbesprechungen: ein Roman aus dem Gärtnermilieu und eine Biografie über eine Südstaatengärtnerin!
2. September 2010
Ein Garten am Meer
Die beiden ungleichen Schwestern Rio und Dervla Kinsella haben sich vor Jahren zerstritten und gehen sich seither so gut es geht aus dem Weg. Während Rio immer noch in ihrem Heimatdorf Lissamore an der Westküste von Irland lebt, hat sich Dervla mit harter Arbeit eine florierende Immobilienagentur aufgebaut. Rio ist eine Lebenskünstlerin und hat als alleinerziehende Mutter einen Sohn grossgezogen. Dessen Vater, ein Schauspieler mit geringem Einkommen, war ihre erste grosse Liebe und hat sie nur gelegentlich finanziell ein wenig unterstützt. Ihren Lebensunterhalt verdient sich Rio unter anderem mit Dekorationsaufträgen, Taxifahren und dank ihrem guten Ruf als „Pflanzenflüsterin“ hat sie verschiedene Aufträge für Gartenunterhaltsarbeiten. Ihr grosser Traum schon seit Kindheitstagen ist, einmal einen Garten am Meer zu besitzen und diesen nach eigenen Ideen gestalten zu können.
Erst der Tod ihres Vaters führt die beiden ungleichen Schwestern wieder näher zusammen, da sie gemeinsam den Nachlass ordnen müssen. Beim Durchsehen der Papiere kommt ein Familiengeheimnis ans Licht, welches die neu entdeckte Schwesterliebe bereits wieder auf eine Probe zu stellen scheint. Muss Rio ihren Traum von einem eigenen Garten am Meer definitiv begraben?
Kate Thompson scheint eine Vorliebe für „blumige“ Themen zu haben. Neben diesem Buch und dem Titel „Blütenträume“ (dessen Inhalt stelle ich demnächst hier vor) handelt auch die Kurzgeschichte „Star gazing“ von einer Floristin.
Kate Thompson:
Ein Garten am Meer
Weltbild, 2010
Erst der Tod ihres Vaters führt die beiden ungleichen Schwestern wieder näher zusammen, da sie gemeinsam den Nachlass ordnen müssen. Beim Durchsehen der Papiere kommt ein Familiengeheimnis ans Licht, welches die neu entdeckte Schwesterliebe bereits wieder auf eine Probe zu stellen scheint. Muss Rio ihren Traum von einem eigenen Garten am Meer definitiv begraben?
Kate Thompson scheint eine Vorliebe für „blumige“ Themen zu haben. Neben diesem Buch und dem Titel „Blütenträume“ (dessen Inhalt stelle ich demnächst hier vor) handelt auch die Kurzgeschichte „Star gazing“ von einer Floristin.
Kate Thompson:
Ein Garten am Meer
Weltbild, 2010
30. August 2010
Biografische Dokumentation einer Liebesreise mit einem Schuss Botanik
Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts in Schottland: Hat die aufkeimende Liebe zwischen der jungen deutschen Studentin Lieselotte und dem angehenden indischen Botaniker Deboo eine Chance? Bevor es überhaupt dazu kommt, das „Kasten-Problem“ zu lösen, trennt der vor der Türe stehende 2. Weltkrieg die beiden jungen Leute. Zurück in Deutschland heiratet Lieselotte ihren Verehrer Hans Hachmann und wird Mutter von vier Töchtern.
Bereits vor der Eheschliessung hat Lieselotte ihrem Mann von ihrer ersten grossen Liebe zu einem Inder berichtet. Nach Kriegsende nimmt sie über den Botanischen Garten in Kalkutta wieder Kontakt mit Deboo auf und es beginnt ein reger Briefwechsel. Neben dieser Korrespondenz und der schwierigen Aufgabe im Nachkriegsdeutschland den Haushalt und Garten zu organisieren, gründet sie die Deutsch-Indische-Gesellschaft und setzt sich als deren Präsidentin unermüdlich für Inder und die Indische Kultur ein.
Hans unterstützt seine Frau wo er kann und lässt sie sogar für eine monatelange Reise alleine nach Indien fahren. Doch nicht nur zwischen den Zeilen erkennt der Leser, dass diese Quasi-Ehe zu dritt nicht nur einfach gewesen sein kann. Während Lieselotte ab und an in ihrem Tagebuch von der schlechten Laune ihres Gatten berichtet (wer will es ihm verdenken?), beschreibt Hans seine Gefühle sehr detailliert in der im Schluss des Buches abgedruckten Korrespondenz. Er fordert seine Frau auf, ihrem Gewissen zu folgen und ihre Liebe zu Deboo zu leben. Im Gegenzug wünscht er sich uneingeschränkte Offenheit und hofft auf eine Ehefrau, die glücklich von ihrer Indien-Reise zurückkehrt.
Lieselotte Hachmann hat ihrer jüngstenTochter Dietlinde ein Paket mit Briefen, Tagebüchern und Fotoalben vererbt. Als Dietlinde nach 15 Jahren dieses endlich öffnet, erfährt sie etliche Details aus dem Leben ihrer verstorbenen Mutter, die ihr bis anhin unbekannt waren und hat diese hauptsächlich für ihre Schwestern und die Familie in Buchform zusammengefasst.
Die Biografie ist spannender als mancher Roman und für den Gartenfreund speziell von Interesse sind die eingestreuten Berichte von Deboo, der als Leiter des Botanischen Gartens in Kalkutta tätig war. Nun bleibt mir nur noch zu hoffen, dass ich nicht mehr allzu lange ungeduldig auf die Fortsetzung dieser sehr persönlichen Dokumentation warten muss.
Dietlinde Hachmann:
Mein Wunscherbe – Teil 1: Zwischen zwei Welten
Acabus Verlag, 2010
http://www.mein-wunscherbe.de/
Bereits vor der Eheschliessung hat Lieselotte ihrem Mann von ihrer ersten grossen Liebe zu einem Inder berichtet. Nach Kriegsende nimmt sie über den Botanischen Garten in Kalkutta wieder Kontakt mit Deboo auf und es beginnt ein reger Briefwechsel. Neben dieser Korrespondenz und der schwierigen Aufgabe im Nachkriegsdeutschland den Haushalt und Garten zu organisieren, gründet sie die Deutsch-Indische-Gesellschaft und setzt sich als deren Präsidentin unermüdlich für Inder und die Indische Kultur ein.
Hans unterstützt seine Frau wo er kann und lässt sie sogar für eine monatelange Reise alleine nach Indien fahren. Doch nicht nur zwischen den Zeilen erkennt der Leser, dass diese Quasi-Ehe zu dritt nicht nur einfach gewesen sein kann. Während Lieselotte ab und an in ihrem Tagebuch von der schlechten Laune ihres Gatten berichtet (wer will es ihm verdenken?), beschreibt Hans seine Gefühle sehr detailliert in der im Schluss des Buches abgedruckten Korrespondenz. Er fordert seine Frau auf, ihrem Gewissen zu folgen und ihre Liebe zu Deboo zu leben. Im Gegenzug wünscht er sich uneingeschränkte Offenheit und hofft auf eine Ehefrau, die glücklich von ihrer Indien-Reise zurückkehrt.
Lieselotte Hachmann hat ihrer jüngstenTochter Dietlinde ein Paket mit Briefen, Tagebüchern und Fotoalben vererbt. Als Dietlinde nach 15 Jahren dieses endlich öffnet, erfährt sie etliche Details aus dem Leben ihrer verstorbenen Mutter, die ihr bis anhin unbekannt waren und hat diese hauptsächlich für ihre Schwestern und die Familie in Buchform zusammengefasst.
Die Biografie ist spannender als mancher Roman und für den Gartenfreund speziell von Interesse sind die eingestreuten Berichte von Deboo, der als Leiter des Botanischen Gartens in Kalkutta tätig war. Nun bleibt mir nur noch zu hoffen, dass ich nicht mehr allzu lange ungeduldig auf die Fortsetzung dieser sehr persönlichen Dokumentation warten muss.
Dietlinde Hachmann:
Mein Wunscherbe – Teil 1: Zwischen zwei Welten
Acabus Verlag, 2010
http://www.mein-wunscherbe.de/
26. August 2010
Die Beute der Pflanzenjäger
Die früheren Bücher von Renate Hücking (*) gehören zu meinen Lieblingstiteln. Die Autorin ist für mich gewissermassen ein Garant für gut recherchierte interessante Lektüre über Pflanzenjäger. Nachdem sich meine ersten Befürchtungen zerstreut haben, dass es sich bei „Die Beute der Pflanzenjäger“ um eine überarbeitete Ausgabe des fast gleichnamigen früheren Buches handelt, konnte ich mich umso begeisterter in die Neuerscheinung vertiefen.
Wer gerne als „Armchair Gardener“ in einem der vielen verschiedenen Bücher über die Abenteuer der Pflanzenjäger schmökert, wird unweigerlich feststellen, dass sich die Geschichten immer wieder wiederholen. In diesem Buch sind nun auch Portraits von weniger bekannten Persönlichkeiten wie David Noble und Gerda Nissen vertreten, die Ende des 20. Jahrhunderts auf der Suche nach grünem Gold unterwegs waren.
Vielleicht sind Ihnen in einem Gartencenter oder einer Gärtnerei schon einmal Pflanzen mit der Bezeichnung „Wollemia nobilis“ aufgefallen. Ein junger Australier namens David Noble hat im September 1994 im Wollemi-Nationalpark einen bis dato nur aus Versteinerungen bekannten Nadelbaum entdeckt. Im Kapitel „Der Traum aller Pflanzenjäger – David Noble entdeckt den Dinobaum“ erfährt der Leser genaueres über diesen sensationellen Fund und die notwendigen Bemühungen, um die kleinen ursprünglichen Bestände zu schützen. Die ersten 292 Exemplare des nachgezüchteten Bestandes haben 2005 bei einer Versteigerung einen Erlös von rund einer Million Australischen Dollars eingebracht.
Ein wunderschöner Rosenstrauss soll die Journalistin und leidenschaftliche Gärtnerin Gerda Nissen (1929 – 1999) dazu verführen, ihre Skepsis gegenüber Rosen abzulegen und für einen Freund Ordnung in 250 Rosenstöcke bringen, die dieser von einer aufgelassenen Gärtnerei gekauft hat. Die Verlockung erfüllt ihren Zweck und als Gerda Nissen im Sommer 1975 zufällig eine Rose mit dicht gefüllten, porzellanrosafarbenen Blütenköpfen entdeckt, ist sie völlig vom Jagdfieber angesteckt und aus der Hobbygärtnerin wird eine Pflanzenjägerin. Auf der Suche nach neuen Schätzen durchstreift sie vorwiegend mit dem Velo die norddeutsche Provinz und wird auf Friedhöfen ebenso fündig wie an Telegrafenmasten und wagt sich sogar an einen dicht bewachsenen Wall, der von sechs Jungbullen bewacht wird.
Zwischen diesen beiden Portraits erzählen weitere spannende Kapitel von den Beutezügen von Hatschepsut, Engelbert Kaempfer, John und William Bertram, Reinhold und Georg Forster und Josef Franz Rock.
Renate Hücking:
Die Beute der Pflanzenjäger
Piper Verlag, 2010
(*)„Pflanzenjäger“, „Oasen der Sehnsucht“ und „Süchtig nach Grün“ – alle zusammen mit Kej Hielscher verfasst und bei Piper erschienen
Wer gerne als „Armchair Gardener“ in einem der vielen verschiedenen Bücher über die Abenteuer der Pflanzenjäger schmökert, wird unweigerlich feststellen, dass sich die Geschichten immer wieder wiederholen. In diesem Buch sind nun auch Portraits von weniger bekannten Persönlichkeiten wie David Noble und Gerda Nissen vertreten, die Ende des 20. Jahrhunderts auf der Suche nach grünem Gold unterwegs waren.
Vielleicht sind Ihnen in einem Gartencenter oder einer Gärtnerei schon einmal Pflanzen mit der Bezeichnung „Wollemia nobilis“ aufgefallen. Ein junger Australier namens David Noble hat im September 1994 im Wollemi-Nationalpark einen bis dato nur aus Versteinerungen bekannten Nadelbaum entdeckt. Im Kapitel „Der Traum aller Pflanzenjäger – David Noble entdeckt den Dinobaum“ erfährt der Leser genaueres über diesen sensationellen Fund und die notwendigen Bemühungen, um die kleinen ursprünglichen Bestände zu schützen. Die ersten 292 Exemplare des nachgezüchteten Bestandes haben 2005 bei einer Versteigerung einen Erlös von rund einer Million Australischen Dollars eingebracht.
Ein wunderschöner Rosenstrauss soll die Journalistin und leidenschaftliche Gärtnerin Gerda Nissen (1929 – 1999) dazu verführen, ihre Skepsis gegenüber Rosen abzulegen und für einen Freund Ordnung in 250 Rosenstöcke bringen, die dieser von einer aufgelassenen Gärtnerei gekauft hat. Die Verlockung erfüllt ihren Zweck und als Gerda Nissen im Sommer 1975 zufällig eine Rose mit dicht gefüllten, porzellanrosafarbenen Blütenköpfen entdeckt, ist sie völlig vom Jagdfieber angesteckt und aus der Hobbygärtnerin wird eine Pflanzenjägerin. Auf der Suche nach neuen Schätzen durchstreift sie vorwiegend mit dem Velo die norddeutsche Provinz und wird auf Friedhöfen ebenso fündig wie an Telegrafenmasten und wagt sich sogar an einen dicht bewachsenen Wall, der von sechs Jungbullen bewacht wird.
Zwischen diesen beiden Portraits erzählen weitere spannende Kapitel von den Beutezügen von Hatschepsut, Engelbert Kaempfer, John und William Bertram, Reinhold und Georg Forster und Josef Franz Rock.
Renate Hücking:
Die Beute der Pflanzenjäger
Piper Verlag, 2010
(*)„Pflanzenjäger“, „Oasen der Sehnsucht“ und „Süchtig nach Grün“ – alle zusammen mit Kej Hielscher verfasst und bei Piper erschienen
23. August 2010
Alte Gärtner – Alte Gärten
Auch Gärtner werden nicht jünger und kommen irgendwann zu einem Punkt, wo sie sich Gedanken darüber machen müssen, was alles im Garten unbedingt nötig ist und wo Erleichterungen angebracht sind. Im Büchlein „Alte Gärten – alte Gärtner“ hat Inge Kober ihre diesbezüglichen Überlegungen aufgezeichnet.
Wie gross darf/soll ein Topfpflanzengarten sein? Ist eine Gärtnerin nur eine gute Gärtnerin, wenn sie (fast) alle Pflanzen selber aufzieht? Ist es vielleicht sinnvoller, die Zeit und Kraft, die für das Aufbinden, von“ stengelschwachen“ Pflanzen benötigt wird, in etwas Sinnvolleres zu investieren? Was wäre allenfalls als sinnvoller zu bezeichnen?
Die Autorin ist nicht nur eine grosse Pflanzenfreundin, auch ihre Liebe zu den verschiedensten Tieren ist wiederholt ein Thema in den unterschiedlichen Kapiteln und es werden schon mal Raupen vor Spinnen in Sicherheit gebracht, weil die Vorfreude auf farbenfrohe Schmetterlinge doch nicht völlig zerstört werden darf. Auch im Zwischenstück „Krimis im Garten“ geht es nicht um die in diesem Blog üblicherweise unter diesem Label abgelegten Untaten, sondern um das Fressen und Gefressen werden direkt vor der Haustüre.
Auch Misserfolge sind ein Thema und zwischen den Gedanken zum Älterwerden sind verschiedene Anekdoten eingestreut wie beispielsweise jene aus Great Dixter. Oder es ist im Portrait eines englischen Gärtners die Rede davon, wie dieser Tausende von Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) pflanzen liess. Davon gingen genau sieben Stück auf. Anschliessend versuchte er sein Glück mit Tausenden von Cyclamen (mit mehr Erfolg). Wie sich zwischen den Zeilen lesen lässt, hat er bei diesen Aktionen wohl nicht seinen eigenen Rücken strapaziert.
Gedanken, die nicht nur für ältere Gärtnerinnen lesenswert sind.
Inge Kober:
Alte Gärten – Alte Gärtner
Aha Fliegeverlag, 2007
Wie gross darf/soll ein Topfpflanzengarten sein? Ist eine Gärtnerin nur eine gute Gärtnerin, wenn sie (fast) alle Pflanzen selber aufzieht? Ist es vielleicht sinnvoller, die Zeit und Kraft, die für das Aufbinden, von“ stengelschwachen“ Pflanzen benötigt wird, in etwas Sinnvolleres zu investieren? Was wäre allenfalls als sinnvoller zu bezeichnen?
Die Autorin ist nicht nur eine grosse Pflanzenfreundin, auch ihre Liebe zu den verschiedensten Tieren ist wiederholt ein Thema in den unterschiedlichen Kapiteln und es werden schon mal Raupen vor Spinnen in Sicherheit gebracht, weil die Vorfreude auf farbenfrohe Schmetterlinge doch nicht völlig zerstört werden darf. Auch im Zwischenstück „Krimis im Garten“ geht es nicht um die in diesem Blog üblicherweise unter diesem Label abgelegten Untaten, sondern um das Fressen und Gefressen werden direkt vor der Haustüre.
Auch Misserfolge sind ein Thema und zwischen den Gedanken zum Älterwerden sind verschiedene Anekdoten eingestreut wie beispielsweise jene aus Great Dixter. Oder es ist im Portrait eines englischen Gärtners die Rede davon, wie dieser Tausende von Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) pflanzen liess. Davon gingen genau sieben Stück auf. Anschliessend versuchte er sein Glück mit Tausenden von Cyclamen (mit mehr Erfolg). Wie sich zwischen den Zeilen lesen lässt, hat er bei diesen Aktionen wohl nicht seinen eigenen Rücken strapaziert.
Gedanken, die nicht nur für ältere Gärtnerinnen lesenswert sind.
Inge Kober:
Alte Gärten – Alte Gärtner
Aha Fliegeverlag, 2007
19. August 2010
Blumen für Madame Kyrill
Dieses Buch habe ich in Passau entdeckt, als ich vor der Hitze in eine Buchhandlung „geflüchtet“ bin. Die Lektüre dünkte mich passend, weil weitere Stationen unserer Ferienreise München und Paris waren – genau die Orte, in welchen der Roman spielt.
Simone Kyrill führt in München einen gutgehenden Blumenladen. Ihre Blumensträusse sind bei Prominenten genau so begehrt wie bei der Laufkundschaft und sie entschliesst sich zu ihrer Entlastung eine Mitarbeiterin einzustellen. Auf Simones Anzeige meldet sich auch Pierre Mathieu. Der sympathische junge Franzose ist zwar ausgebildeter Florist, hat zuletzt aber als Stuntman gearbeitet. Nach einem schweren Unfall muss er sich neu orientieren. Er überzeugt seine Arbeitgeberin nicht nur durch seine floralen Kunstwerke, die beiden Blumenkünstler kommen sich auch privat näher. Doch plötzlich scheinen sich Simones Wege immer wieder mit jenen ihres Ex-Freundes Fabian zu kreuzen.
Die zufälligen Begegnungen mit dem zwischenzeitlich straffällig gewordenen Fabian sind teils recht konstruiert und eher unglaubwürdig. Und leider wird der Lesegenuss dadurch getrübt, dass die Erzählstränge zeitlich nicht genau parallel verlaufen.
Wo ich gerade beim Thema Paris bin: Kurz vor unserer Abreise in die französische Hauptstadt habe ich in einem Gartenforum einen Hinweis aufgeschnappt, dass sich in der Nähe des Jardin des Tuileries eine Gartenbuchhandlung befindet. Eine genaue Wegbeschreibung oder Adresse habe ich mir nicht notiert. Wir waren schon beinahe durch den ganzen Park vom Louvre aus Richtung Arc de Triomphe hindurchspaziert und beim Place de la Concorde angekommen, ohne dass mir ein überzeugender Grund eingefallen war, meine Familie in östliche Richtung zu lotsen, wo ich das Geschäft am ehesten vermutete. Ich hatte eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet, so rein „zufällig“ dort reinschauen zu können, als wir doch noch an dem kleinen, aber feinen Laden „Librairie des Jardins“ vorbeiliefen (und ich natürlich hinein). Und der Stapel mit den ungelesenen Büchern ist wieder um ein Exemplar höher, nämlich um den Titel „Je plante donc je suis“ von Alain Baraton.
Elisabeth Eckerl:
Blumen für Madame Kyrill
Engelsdorfer Verlag, 2008
Simone Kyrill führt in München einen gutgehenden Blumenladen. Ihre Blumensträusse sind bei Prominenten genau so begehrt wie bei der Laufkundschaft und sie entschliesst sich zu ihrer Entlastung eine Mitarbeiterin einzustellen. Auf Simones Anzeige meldet sich auch Pierre Mathieu. Der sympathische junge Franzose ist zwar ausgebildeter Florist, hat zuletzt aber als Stuntman gearbeitet. Nach einem schweren Unfall muss er sich neu orientieren. Er überzeugt seine Arbeitgeberin nicht nur durch seine floralen Kunstwerke, die beiden Blumenkünstler kommen sich auch privat näher. Doch plötzlich scheinen sich Simones Wege immer wieder mit jenen ihres Ex-Freundes Fabian zu kreuzen.
Die zufälligen Begegnungen mit dem zwischenzeitlich straffällig gewordenen Fabian sind teils recht konstruiert und eher unglaubwürdig. Und leider wird der Lesegenuss dadurch getrübt, dass die Erzählstränge zeitlich nicht genau parallel verlaufen.
Wo ich gerade beim Thema Paris bin: Kurz vor unserer Abreise in die französische Hauptstadt habe ich in einem Gartenforum einen Hinweis aufgeschnappt, dass sich in der Nähe des Jardin des Tuileries eine Gartenbuchhandlung befindet. Eine genaue Wegbeschreibung oder Adresse habe ich mir nicht notiert. Wir waren schon beinahe durch den ganzen Park vom Louvre aus Richtung Arc de Triomphe hindurchspaziert und beim Place de la Concorde angekommen, ohne dass mir ein überzeugender Grund eingefallen war, meine Familie in östliche Richtung zu lotsen, wo ich das Geschäft am ehesten vermutete. Ich hatte eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet, so rein „zufällig“ dort reinschauen zu können, als wir doch noch an dem kleinen, aber feinen Laden „Librairie des Jardins“ vorbeiliefen (und ich natürlich hinein). Und der Stapel mit den ungelesenen Büchern ist wieder um ein Exemplar höher, nämlich um den Titel „Je plante donc je suis“ von Alain Baraton.
Elisabeth Eckerl:
Blumen für Madame Kyrill
Engelsdorfer Verlag, 2008
16. August 2010
Totenblüte
„Totenblüte“ ist der erste Kriminalroman mit der Ermittlerin Vera Stanhope und ihrem Kollegen Joe Ashworth. Vera Stanhope ist keine einfache Chefin und das Delegieren von Aufgaben zählt nicht zu ihren Stärken. Die ledige, übergewichtige Kommissarin geht in ihrem Beruf völlig auf. Ihr Stolz ist ihr zuweilen wichtiger als beispielsweise ein Entführungsopfer. Privat pflegt sie absolut keine Freundschaften und führt ein sehr zurückgezogenes Leben, sie ist dem Alkohol nicht gerade abgeneigt und bemitleidet ihre eigene Kinderlosigkeit. Trotz all diesen Fehlern und wenn Sie sich erst an Veras Angewohnheit gewöhnt haben, alle Zeugen ob männlich oder weiblich mit „Herzchen“ zu betiteln, werden Sie feststellen, dass sie durchaus auch liebenswerte Seiten hat und vor allem über einen untrüglichen kriminalistischen Spürsinn verfügt. Verdächtigen gegenüber präsentiert sie sich bevorzugt leicht schusselig, um diese dann mit unerwarteten Fragen zu verunsichern.
Innert wenigen Tagen werden ein Junge mit einer ausgeprägten Lernschwäche und eine angehende Lehrerin ermordet aufgefunden. Die Umstände der Tatorte lassen eine Inszenierung vermuten und befürchten, dass der Mörder wieder zuschlagen wird. Eine Gruppe von Vogelkundlern scheint Verbindungen zu beiden Opfern zu haben. Die vier unterschiedlichen Männer pflegen seit Jugendtagen eine Freundschaft, obwohl sie eigentlich gar nicht richtig zusammenzupassen scheinen. Und alle vier haben etwas zu verbergen – doch ist der Mörder wirklich in diesen Kreisen zu finden?
Ein Botaniker und die „Totenblüten“ machen zwar noch keinen Gartenkrimi, aber eine spannende Lektüre mit interessanten Charakteren ist dieses Buch allemal. Laut Webseite der Autorin ist das Buch übrigens für das britische Fernsehen verfilmt worden.
Ann Cleeves:
Totenblüte
Rowohlt Verlag, 2010
Innert wenigen Tagen werden ein Junge mit einer ausgeprägten Lernschwäche und eine angehende Lehrerin ermordet aufgefunden. Die Umstände der Tatorte lassen eine Inszenierung vermuten und befürchten, dass der Mörder wieder zuschlagen wird. Eine Gruppe von Vogelkundlern scheint Verbindungen zu beiden Opfern zu haben. Die vier unterschiedlichen Männer pflegen seit Jugendtagen eine Freundschaft, obwohl sie eigentlich gar nicht richtig zusammenzupassen scheinen. Und alle vier haben etwas zu verbergen – doch ist der Mörder wirklich in diesen Kreisen zu finden?
Ein Botaniker und die „Totenblüten“ machen zwar noch keinen Gartenkrimi, aber eine spannende Lektüre mit interessanten Charakteren ist dieses Buch allemal. Laut Webseite der Autorin ist das Buch übrigens für das britische Fernsehen verfilmt worden.
Ann Cleeves:
Totenblüte
Rowohlt Verlag, 2010
12. August 2010
Das Tulpenvirus
Die Niederländerin Danielle Hermans hat sich durch die Lektüre von Mike Dashs „Tulpenwahn“ zur Verfassung dieses Thrillers inspirieren lassen und lässt die Geschichte parallel in zwei Zeitebenen ablaufen.
Die Tulpenspekulationen in Holland sind kurz vor ihrem Höhepunkt als in Alkmaar im Juli 1636 ein Wirt ermordet wird und sieben Waisenkinder zurücklässt. Zur Erbschaft gehören viele wertvolle Tulpenzwiebeln, die im Februar des darauffolgenden Jahres bei einer gross angekündigten Auktion einen enormen Erlös einbringen, der die Zukunft der Waisen sichert. Kurz nach dieser Versteigerung bricht der Tulpenmarkt zusammen.
Im zweiten Erzählstrang erhält der Maler Alec Schoeller einen verzweifelten Anruf seines Onkels Frank Schoeller und eilt in dessen Haus. Frank wurde bei einem Überfall schwer verletzt und liegt im Sterben. In den Händen hält er ein kostbares Buch mit Tulpenillustrationen. Alec versucht gemeinsam mit seinem Freund Damian und dessen Frau Emma dieses Zeichen zu deuten und dem Mörder seines Onkels auf die Spur zu kommen.
Der Leser erfährt nebenbei einiges über die Tulpenspekulationen im 17. Jahrhundert. Der Lesefluss wird vor allem zu Beginn des Buches immer wieder unterbrochen, weil die Erzählstränge häufig wechseln. Die Beweggründe verleiten zu interessanten Spekulationen, doch die Charaktere bleiben eher fade und der Schluss erscheint ziemlich abrupt und konstruiert.
Wie „Tulpenvirus“ ist mir in den letzten Wochen bei Besuchen in Buchhandlungen zwischen Passau, München, Konstanz und Zürich auch immer wieder das Buch „Mein Wunscherbe“ von Dietlinde Hachmann aufgefallen. Darin spielt ein Botaniker eine Rolle und es kommen Szenen im Botanischen Garten von Kalkutta sowie in einem Garten in der Lüneburger Heide vor. Die bisher vorliegenden Buchbesprechungen sind uneingeschränkt positiv und bereits eine zweite Auflage in Vorbereitung, weil die erste schon beinahe vergriffen ist - da freue ich mich doch auf spannende Lesestunden!
Danielle Hermans:
Das Tulpenvirus
Piper Verlag, 2010
Die Tulpenspekulationen in Holland sind kurz vor ihrem Höhepunkt als in Alkmaar im Juli 1636 ein Wirt ermordet wird und sieben Waisenkinder zurücklässt. Zur Erbschaft gehören viele wertvolle Tulpenzwiebeln, die im Februar des darauffolgenden Jahres bei einer gross angekündigten Auktion einen enormen Erlös einbringen, der die Zukunft der Waisen sichert. Kurz nach dieser Versteigerung bricht der Tulpenmarkt zusammen.
Im zweiten Erzählstrang erhält der Maler Alec Schoeller einen verzweifelten Anruf seines Onkels Frank Schoeller und eilt in dessen Haus. Frank wurde bei einem Überfall schwer verletzt und liegt im Sterben. In den Händen hält er ein kostbares Buch mit Tulpenillustrationen. Alec versucht gemeinsam mit seinem Freund Damian und dessen Frau Emma dieses Zeichen zu deuten und dem Mörder seines Onkels auf die Spur zu kommen.
Der Leser erfährt nebenbei einiges über die Tulpenspekulationen im 17. Jahrhundert. Der Lesefluss wird vor allem zu Beginn des Buches immer wieder unterbrochen, weil die Erzählstränge häufig wechseln. Die Beweggründe verleiten zu interessanten Spekulationen, doch die Charaktere bleiben eher fade und der Schluss erscheint ziemlich abrupt und konstruiert.
Wie „Tulpenvirus“ ist mir in den letzten Wochen bei Besuchen in Buchhandlungen zwischen Passau, München, Konstanz und Zürich auch immer wieder das Buch „Mein Wunscherbe“ von Dietlinde Hachmann aufgefallen. Darin spielt ein Botaniker eine Rolle und es kommen Szenen im Botanischen Garten von Kalkutta sowie in einem Garten in der Lüneburger Heide vor. Die bisher vorliegenden Buchbesprechungen sind uneingeschränkt positiv und bereits eine zweite Auflage in Vorbereitung, weil die erste schon beinahe vergriffen ist - da freue ich mich doch auf spannende Lesestunden!
Danielle Hermans:
Das Tulpenvirus
Piper Verlag, 2010
8. August 2010
The Helmingham Rose
Joyce d’Avranche gehört zu einem verarmten Zweig der Familie und teilt sich mit ihrer amerikanischen Freundin Marsha Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine kleine Wohnung in London, als sie unerwartet Helmingham Hall erbt. Über ihren Besitz kann sie allerdings erst nach Ablauf von zwei Jahren verfügen, wenn ihr im Amazonas-Gebiet verschollener Cousin für tot erklärt werden kann.
Die junge Joyce ist überhaupt nicht auf ein Leben als Erbin eines grossen Besitzes vorbereitet und ihre Ankunft in Suffolk wird von ihren Angestellten auch keineswegs freudig begrüsst. Die offene Abneigung ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Joyce‘s Mutter zu Lebzeiten auf Helmingham alles andere als willkommen war und deren schlechter Ruf auf die Tochter übertragen wird. Einzig die kinderlose Rosenzüchterin Rose kommt der neuen Besitzerin unvoreingenommen entgegen, was aber wiederum deren Mann Bill verstimmt. Schliesslich gilt es strenge Standesregeln einzuhalten und der Obergärtner Bill fürchtet zu Recht, den Respekt seiner Untergebenen zu verlieren, wenn die Herrin über Helmingham Rose in seinem Häuschen ein und aus geht. So fühlt sich Joyce in ihrem grossen baufälligen Haus sehr einsam und vermisst ihre Freundinnen und Freunde aus London.
Die im Jahr 2001 verstorbene Autorin Joan Hessayon war die Frau von David G. Hessayon, welcher mit über 50 Millionen verkauften Gartenbüchern ein Vermögen verdient hat und damit laut Angaben aus dem Internet der „Non-Fiction“-Autor mit dem höchsten Buchumsatz in Exemplaren sein soll. Im Roman „Helmingham Rose“ spielt die Züchtung einer neuen Rose eine wichtige Rolle. Ich liege wohl nicht so falsch mit meiner Vermutung, dass das im Buch erwähnte detaillierte Wissen über die Rosenzucht nicht zuletzt Joans familiärem Hintergrund zu verdanken ist.
Zum Gedenken an Joan Hessayon hat David G. Hessayon den „Joan Hessayon Award“ gestiftet, der jedes Jahr für den besten romantischen Liebesroman verliehen wird. Im Hessayon-Garten sollen alle 10‘000 Pflanzen, über die der mittlerweile über 80jährige geschrieben hat, vorhanden sein.
Von den von Joan Hessayon verfassten Romanen haben zumindest die folgenden drei einen gärtnerischen Hintergrund:
- Capel Bells (1995)
- The Paradiese Garden (1999)
- Sesaon of Mists (2001)
Zu den älteren Büchern habe ich keine Angaben zum Inhalt finden können. Die erwähnten Joan-Hessayon-Romane sind alle noch erhältlich, teilweise allerdings nur noch antiquarisch und nur in englischer Sprache.
Joan Hessayon:
The Helmingham Rose
Corgi Books, 1997
Die junge Joyce ist überhaupt nicht auf ein Leben als Erbin eines grossen Besitzes vorbereitet und ihre Ankunft in Suffolk wird von ihren Angestellten auch keineswegs freudig begrüsst. Die offene Abneigung ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Joyce‘s Mutter zu Lebzeiten auf Helmingham alles andere als willkommen war und deren schlechter Ruf auf die Tochter übertragen wird. Einzig die kinderlose Rosenzüchterin Rose kommt der neuen Besitzerin unvoreingenommen entgegen, was aber wiederum deren Mann Bill verstimmt. Schliesslich gilt es strenge Standesregeln einzuhalten und der Obergärtner Bill fürchtet zu Recht, den Respekt seiner Untergebenen zu verlieren, wenn die Herrin über Helmingham Rose in seinem Häuschen ein und aus geht. So fühlt sich Joyce in ihrem grossen baufälligen Haus sehr einsam und vermisst ihre Freundinnen und Freunde aus London.
Die im Jahr 2001 verstorbene Autorin Joan Hessayon war die Frau von David G. Hessayon, welcher mit über 50 Millionen verkauften Gartenbüchern ein Vermögen verdient hat und damit laut Angaben aus dem Internet der „Non-Fiction“-Autor mit dem höchsten Buchumsatz in Exemplaren sein soll. Im Roman „Helmingham Rose“ spielt die Züchtung einer neuen Rose eine wichtige Rolle. Ich liege wohl nicht so falsch mit meiner Vermutung, dass das im Buch erwähnte detaillierte Wissen über die Rosenzucht nicht zuletzt Joans familiärem Hintergrund zu verdanken ist.
Zum Gedenken an Joan Hessayon hat David G. Hessayon den „Joan Hessayon Award“ gestiftet, der jedes Jahr für den besten romantischen Liebesroman verliehen wird. Im Hessayon-Garten sollen alle 10‘000 Pflanzen, über die der mittlerweile über 80jährige geschrieben hat, vorhanden sein.
Von den von Joan Hessayon verfassten Romanen haben zumindest die folgenden drei einen gärtnerischen Hintergrund:
- Capel Bells (1995)
- The Paradiese Garden (1999)
- Sesaon of Mists (2001)
Zu den älteren Büchern habe ich keine Angaben zum Inhalt finden können. Die erwähnten Joan-Hessayon-Romane sind alle noch erhältlich, teilweise allerdings nur noch antiquarisch und nur in englischer Sprache.
Joan Hessayon:
The Helmingham Rose
Corgi Books, 1997
4. August 2010
Ich bin dann wieder zurück
Das Ende der Schulferien rückt unweigerlich immer näher und der Bücherstapel mit gelesenen Büchern, die demnächst hier vorgestellt werden sollen, wird immer höher – also höchste Zeit im Sofagarten wieder einmal etwas von mir hören zu lassen. Unter den vielen gelesenen Seiten befanden sich beispielsweise Romane über Floristinnen, über Rosengärten und momentan lese ich endlich den Schafskrimi „Glennkill“. Mit dessen Lektüre komme ich allerdings nicht so recht voran; wenn ich mich weiterhin in diesem Tempo in die Geschichte vertiefe, kann ich die Fortsetzung „Garou“ ebenfalls in der Taschenbuchversion lesen. Immerhin überlege ich mir inzwischen beim Passieren von Schafherden jeweils, welches Schaf wohl ähnliche Charakterzüge wie Miss Maple aufweisen könnte und welches am liebsten Nasenwohlblumen frisst oder doch eher Gänseblümchen bevorzugt.
In den letzten Wochen besuchte ich neben verschiedenen Buchhandlungen am Reiseweg natürlich auch die eine oder andere Gärtnerei. Dabei hatte ich sogar Gelegenheit, die kürzlich in Sulzburg Laufen verschmähte Hosta „Fire and Ice“ doch noch zu erstehen, habe mich dann aber für eine „Whirlwind“ entschieden. Familienautos sind auf Ferienreisen ja ziemlich vollgepackt, aber für einen kleinen Pflanzentopf findet sich mit etwas gutem Willen meistens doch noch ein Plätzchen. Der neue Gartenschatz kam trotz Zwischenfall unbeschadet nach Hause und erlitt nicht das gleiche Schicksal wie ein seinerzeit in einer alpinen Gärtnerei gekaufter spezieller Mohn, den ich auf der Rückreise den damals noch etwas kleineren Kindern anvertraut hatte. Dieser sah daheim nämlich recht mitgenommen und bemitleidenswert aus, wurde aber doch noch in den Garten ausgepflanzt. Dort gaben ihm dann die Schnecken noch den Rest bzw. haben sich diesen geholt.
Apropos Mohn, dieser Tage habe ich in einem Selbstbedienungs-Antiquariat ein Buch mit dem Titel „Wiesenstück mit Mohn“ entdeckt. Beim Durchblättern konnte ich keinen speziellen gärtnerischen Hintergrund entdecken und die Beschreibung auf dem Umschlag war recht dürftig, so dass ich den Titel wieder ins Regal gestellt habe. Vielleicht passt das Buch aber dennoch zum diesjährigen Thema der Gesellschaft der Schweizer Staudenfreunde?
Der erwähnte SB-Rotary-Buchshop befindet sich in Rapperswil. Nachdem wir den Zug für die Heimreise verpasst hatten, spazierten wir durchs Städtchen und haben dieses Antiquariat zufällig entdeckt. Gut erhaltene Bücher können hier gratis abgeben und von Interessenten sehr günstig erworben werden. Aus dem Erlös wird der Neubau eines Dorfes im indischen Bundesstaat Andhra mitfinanziert.
Auf den hortikulturellen Gestellen befanden sich einige interessante Titel. Ich bin sehr zurückhaltend im Kauf von antiquarischen Büchern, weil mein Empfinden von „neuwertig“ oft nicht mit jenem von Händlern im Internet kompatibel ist. Das relativ strikte Ausschliessen von antiquarischen Buchkäufen hat zudem den Vorteil, die Bücherkaufsucht etwas einzuschränken. Schliesslich konnte ich aber dem ausgezeichnet erhaltenen Buch „Blumen“ von Hans E. Keller aus dem Jahr 1962 nicht widerstehen. Es ist eine Sammlung von Texten über heimische Blumenarten mit Beispielen aus Dichtung und bildender Kunst. Im Kapitel „Zyclamen“ wird berichtet, dass im Gebiet des Speers die Insassen eines Altersheimes jeweils im Wald die Erdscheiben gesammelt und an Kurgäste verkauft haben, um sich hin und wieder einen Schnaps zu leisten. Ob es in dieser Gegend wohl heute noch wildwachsende Cyclamen gibt?
In diesem Buchshop gibt es übrigens auch eine ganze Reihe von neuwertigen und ungelesenen älteren Ausgaben der Kulturzeitschrift DU für ein Taschengeld. Darunter konnte ich kurz vor dem Verpassen des zweiten Zuges zwei mit dem Thema „Garten“ entdecken – ein Heft aus dem Jahr 1980 und die Nummer 758 „In den Gärten – Jäten im Paradies“.
Auch die Sofagärtnerin überlegt sich ja gelegentlich, was in (hoffentlich ferner) Zukunft einmal mit ihren viiiiielen Büchern passieren soll – ein solcher Shop ist eine unterstützungswerte Idee.
In den letzten Wochen besuchte ich neben verschiedenen Buchhandlungen am Reiseweg natürlich auch die eine oder andere Gärtnerei. Dabei hatte ich sogar Gelegenheit, die kürzlich in Sulzburg Laufen verschmähte Hosta „Fire and Ice“ doch noch zu erstehen, habe mich dann aber für eine „Whirlwind“ entschieden. Familienautos sind auf Ferienreisen ja ziemlich vollgepackt, aber für einen kleinen Pflanzentopf findet sich mit etwas gutem Willen meistens doch noch ein Plätzchen. Der neue Gartenschatz kam trotz Zwischenfall unbeschadet nach Hause und erlitt nicht das gleiche Schicksal wie ein seinerzeit in einer alpinen Gärtnerei gekaufter spezieller Mohn, den ich auf der Rückreise den damals noch etwas kleineren Kindern anvertraut hatte. Dieser sah daheim nämlich recht mitgenommen und bemitleidenswert aus, wurde aber doch noch in den Garten ausgepflanzt. Dort gaben ihm dann die Schnecken noch den Rest bzw. haben sich diesen geholt.
Apropos Mohn, dieser Tage habe ich in einem Selbstbedienungs-Antiquariat ein Buch mit dem Titel „Wiesenstück mit Mohn“ entdeckt. Beim Durchblättern konnte ich keinen speziellen gärtnerischen Hintergrund entdecken und die Beschreibung auf dem Umschlag war recht dürftig, so dass ich den Titel wieder ins Regal gestellt habe. Vielleicht passt das Buch aber dennoch zum diesjährigen Thema der Gesellschaft der Schweizer Staudenfreunde?
Der erwähnte SB-Rotary-Buchshop befindet sich in Rapperswil. Nachdem wir den Zug für die Heimreise verpasst hatten, spazierten wir durchs Städtchen und haben dieses Antiquariat zufällig entdeckt. Gut erhaltene Bücher können hier gratis abgeben und von Interessenten sehr günstig erworben werden. Aus dem Erlös wird der Neubau eines Dorfes im indischen Bundesstaat Andhra mitfinanziert.
Auf den hortikulturellen Gestellen befanden sich einige interessante Titel. Ich bin sehr zurückhaltend im Kauf von antiquarischen Büchern, weil mein Empfinden von „neuwertig“ oft nicht mit jenem von Händlern im Internet kompatibel ist. Das relativ strikte Ausschliessen von antiquarischen Buchkäufen hat zudem den Vorteil, die Bücherkaufsucht etwas einzuschränken. Schliesslich konnte ich aber dem ausgezeichnet erhaltenen Buch „Blumen“ von Hans E. Keller aus dem Jahr 1962 nicht widerstehen. Es ist eine Sammlung von Texten über heimische Blumenarten mit Beispielen aus Dichtung und bildender Kunst. Im Kapitel „Zyclamen“ wird berichtet, dass im Gebiet des Speers die Insassen eines Altersheimes jeweils im Wald die Erdscheiben gesammelt und an Kurgäste verkauft haben, um sich hin und wieder einen Schnaps zu leisten. Ob es in dieser Gegend wohl heute noch wildwachsende Cyclamen gibt?
In diesem Buchshop gibt es übrigens auch eine ganze Reihe von neuwertigen und ungelesenen älteren Ausgaben der Kulturzeitschrift DU für ein Taschengeld. Darunter konnte ich kurz vor dem Verpassen des zweiten Zuges zwei mit dem Thema „Garten“ entdecken – ein Heft aus dem Jahr 1980 und die Nummer 758 „In den Gärten – Jäten im Paradies“.
Auch die Sofagärtnerin überlegt sich ja gelegentlich, was in (hoffentlich ferner) Zukunft einmal mit ihren viiiiielen Büchern passieren soll – ein solcher Shop ist eine unterstützungswerte Idee.
9. Juli 2010
Ich mach dann mal Blogpause
Über den Sommer gönne ich mir wieder für ein paar Wochen eine Blogpause und melde mich gegen Ende der Schulferien wieder. Falls ihr noch den einen oder anderen Lesetipp braucht, wisst ihr ja, wo ihr nachschauen könnt …
Ungefähr Mitte August findet ihr an dieser Stelle wieder neue Buchbesprechungen über versunkene Gärten, einem Geschichten erzählenden Gewächshaus und eine kleine Rosenserie mit Titeln, in welchen die Königin der Blumen die Hauptrolle spielt, ob in verdorrter oder ansprechenderer Form.
In den nächsten Tagen erscheint übrigens Tara Heaveys Roman „Sowing the seeds of Love“ (siehe Beitrag vom 4. Januar 2010) auf Deutsch und vielleicht lässt sich in den nächsten Wochen herausfinden, was genau die Perspektive des Gärtners in Hakan Nessers neuestem Buch ist. Übrigens lohnt es sich wieder einmal bei Jokers vorbeizuschauen – mit den Stichworten Callwey, Ellert & Richter und Prestel lassen sich einige interessante Schnäppchen finden.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer, viel Zeit zum Lesen und die dazu passenden interessanten und spannenden Bücher!
Ungefähr Mitte August findet ihr an dieser Stelle wieder neue Buchbesprechungen über versunkene Gärten, einem Geschichten erzählenden Gewächshaus und eine kleine Rosenserie mit Titeln, in welchen die Königin der Blumen die Hauptrolle spielt, ob in verdorrter oder ansprechenderer Form.
In den nächsten Tagen erscheint übrigens Tara Heaveys Roman „Sowing the seeds of Love“ (siehe Beitrag vom 4. Januar 2010) auf Deutsch und vielleicht lässt sich in den nächsten Wochen herausfinden, was genau die Perspektive des Gärtners in Hakan Nessers neuestem Buch ist. Übrigens lohnt es sich wieder einmal bei Jokers vorbeizuschauen – mit den Stichworten Callwey, Ellert & Richter und Prestel lassen sich einige interessante Schnäppchen finden.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer, viel Zeit zum Lesen und die dazu passenden interessanten und spannenden Bücher!
7. Juli 2010
Westerwälder Naturliebe vereint mit britischer Gartenkunst
Dieses Buch hatte ich vor einiger Zeit auf einen bestimmten Tag zur Abholung bestellt und war dann etwas enttäuscht, als es mit dem Kauf in der Buchhandlung, in welcher ich nur während einem Ausflug kurz vorbeikam, nicht geklappt hat. Mein Exemplar war dann aber wohl doch vor Ort, denn es kam per Post beinahe so schnell zuhause an wie ich.
Heute Abend habe ich mir nun im Garten endlich die Zeit genommen einen kurzweiligen Spaziergang durch die Jahreszeiten im Oehndorf-Garten zu unternehmen. Das Verlängern der Vorfreude hat sich durchaus gelohnt, denn bei diesem Buch handelt es sich um eine Produktion aus einem Eigenverlag, die sich wohltuend gegenüber etlichen anderen derartigen Druckwerken abhebt.
Wunderschönen Fotos und ein detaillierter Gartenplan geben einen schönen Einblick in einen tollen Garten. In den Texten erfährt der Leser, wie die beiden Oehndorf-Gärtner ihren Garten geplant und bepflanzt haben. Es galt die verschiedenen Vorlieben der Herren – englischer Cottagestil contra formale, architektonische Anlagen - zu vereinen. Mit verschiedenen Gartenzimmern wurde diese Hürde souverän gemeistert und ein jahrelang vernachlässigtes Grundstück in eine Gartenidylle verwandelt. Entstanden sind etwa der Vorgarten namens „Jedermanns Freude“, ein Knotengarten und ein Geheimer Garten (inspiriert durch den gleichnamigen Klassiker von Frances Hodgson Burnett). Überhaupt wird an verschiedenen Stellen auf Gartenliteratur hingewiesen.
Mehr Informationen und Buchbestellmöglichkeiten sind auf der Webseite zu finden (www.oehndorf-garten.de).
Georg Möller:
Oehndorf Garten,
Eigenverlag, 2010
Heute Abend habe ich mir nun im Garten endlich die Zeit genommen einen kurzweiligen Spaziergang durch die Jahreszeiten im Oehndorf-Garten zu unternehmen. Das Verlängern der Vorfreude hat sich durchaus gelohnt, denn bei diesem Buch handelt es sich um eine Produktion aus einem Eigenverlag, die sich wohltuend gegenüber etlichen anderen derartigen Druckwerken abhebt.
Wunderschönen Fotos und ein detaillierter Gartenplan geben einen schönen Einblick in einen tollen Garten. In den Texten erfährt der Leser, wie die beiden Oehndorf-Gärtner ihren Garten geplant und bepflanzt haben. Es galt die verschiedenen Vorlieben der Herren – englischer Cottagestil contra formale, architektonische Anlagen - zu vereinen. Mit verschiedenen Gartenzimmern wurde diese Hürde souverän gemeistert und ein jahrelang vernachlässigtes Grundstück in eine Gartenidylle verwandelt. Entstanden sind etwa der Vorgarten namens „Jedermanns Freude“, ein Knotengarten und ein Geheimer Garten (inspiriert durch den gleichnamigen Klassiker von Frances Hodgson Burnett). Überhaupt wird an verschiedenen Stellen auf Gartenliteratur hingewiesen.
Mehr Informationen und Buchbestellmöglichkeiten sind auf der Webseite zu finden (www.oehndorf-garten.de).
Georg Möller:
Oehndorf Garten,
Eigenverlag, 2010
5. Juli 2010
The Greenhouse
Seit er zehn Jahre alt war arbeitet Billy Anderson, der kurz vor Schulabschluss steht, im Gewächshaus der Witwe Abigail Spencer. Zwischen den beiden ist im Laufe der Jahre trotz grossem Altersunterschied eine tiefe Freundschaft entstanden. Billy profitiert von Abigails reichem Erfahrungsschatz und ihr ist die Muskelkraft des jungen Mannes sehr willkommen.
Abigail Spencer hat als junge Frau innert kurzer Zeit ihre beiden Kinder verloren und ist seit einiger Zeit verwitwet. Trotz dieser Tragödien hat sie ihren Glauben an Gott nie verloren und hadert nicht mit ihrem Schicksal. Sie findet in jedem Menschen etwas Gutes, erfreut sich auch an Kleinigkeiten und Billy hat in ihrem Leben längst den Stellenwert eines Sohnes erlangt.
Für Billys Vater steht fest, dass sein jüngerer Sohn das Collage besuchen soll, während für Billy selber die eigenen Zukunftspläne alles andere als klar sind. Von neuen Mitgliedern der Kirche, in welcher er mit seiner Familie und Abigail regelmässig die Gottesdienste besucht, erhält er den Auftrag, einen grossen Garten anzulegen. Liegt seine Berufung vielleicht eher in dieser Richtung? Mitten in die Entscheidung um seine Berufspläne fallen die Probleme seiner jüngeren Schwester, die sich in trügerischen Kreisen bewegt und zu viel Alkohol konsumiert.
Das Buch erinnert mich an die Garden Gate-Trilogie von Patti Hill („Like a Watered Garden", "Always Green“ und „In every Flower“), Leotas Garten von Francine Rivers und die beiden Titel „Ein Garten in Paris“ und „Über den Dächern von Florenz“ von Stefanie Grace Whitson. Diesen allen ist gemeinsam, dass der Glauben an und Zwiegespräche mit Gott ebenso eine zentrale Rolle spielen wie die Lösung von zwischenmenschlichen Konflikten und Liebe und Vergebung.
Sue Douglas:
The Greenhouse
Authorhouse, 2003
Abigail Spencer hat als junge Frau innert kurzer Zeit ihre beiden Kinder verloren und ist seit einiger Zeit verwitwet. Trotz dieser Tragödien hat sie ihren Glauben an Gott nie verloren und hadert nicht mit ihrem Schicksal. Sie findet in jedem Menschen etwas Gutes, erfreut sich auch an Kleinigkeiten und Billy hat in ihrem Leben längst den Stellenwert eines Sohnes erlangt.
Für Billys Vater steht fest, dass sein jüngerer Sohn das Collage besuchen soll, während für Billy selber die eigenen Zukunftspläne alles andere als klar sind. Von neuen Mitgliedern der Kirche, in welcher er mit seiner Familie und Abigail regelmässig die Gottesdienste besucht, erhält er den Auftrag, einen grossen Garten anzulegen. Liegt seine Berufung vielleicht eher in dieser Richtung? Mitten in die Entscheidung um seine Berufspläne fallen die Probleme seiner jüngeren Schwester, die sich in trügerischen Kreisen bewegt und zu viel Alkohol konsumiert.
Das Buch erinnert mich an die Garden Gate-Trilogie von Patti Hill („Like a Watered Garden", "Always Green“ und „In every Flower“), Leotas Garten von Francine Rivers und die beiden Titel „Ein Garten in Paris“ und „Über den Dächern von Florenz“ von Stefanie Grace Whitson. Diesen allen ist gemeinsam, dass der Glauben an und Zwiegespräche mit Gott ebenso eine zentrale Rolle spielen wie die Lösung von zwischenmenschlichen Konflikten und Liebe und Vergebung.
Sue Douglas:
The Greenhouse
Authorhouse, 2003
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