9. November 2009

Ganz schön gefährlich

In den letzten Tagen habe ich unter anderem zwei Bücher über Giftpflanzen gelesen. Eines der beiden enthält Passagen, die ich doch ziemlich erschreckend und abstossend finde. So wird als Ziel des Buches die Feststellung der optimalen toxischen Qualität angegeben, damit diese von Tätern als Werkzeug verwendet werden kann. Und der Autor hofft, dass dadurch viele bestehende Konflikte zur Zufriedenheit aller gelöst werden können. Bei meiner nach dieser Einführung eher oberflächlichen Lektüre konnte ich nicht herausfinden, was an diesen Aussagen und am ganzen Buch besonders witzig sein soll. Diese Informationen über Pflanzengifte sind selbstverständlich auch anderweitig zu beschaffen, aber dennoch verzichte ich darauf, Autor und Buchtitel hier zu erwähnen.

Morde mit Giftpflanzen füllen die Geschichtsbücher durch alle Jahrhunderte hindurch. Die Pflanzen sind als Mordwaffe mehrheitlich abgelöst worden und zu den häufigsten Vergiftungsopfern gehören mittlerweile (Klein-)Kinder, die giftige Blätter, Samen oder Früchte in den Mund stecken oder auch Bärlauchsammler, welche die Blätter der Zwiebelpflanze mit jenen der Herbstzeitlose verwechseln. Das Buch „Schön, aber gefährlich“ von Helga Urban ermöglicht einen informativen Einblick ins Thema Giftfplanzen.

Kapitel mit Überschriften wie „Auf den Inhalt kommt es an“, „Kann eine Pflanze böse aussehen?“ und „Es ist Arznei, nicht Gift …“ machen neugierig auf die Lektüre und der Leser bleibt erstaunt zurück, ob der Fülle an Vergiftungsmöglichkeiten und wundert sich aufgrund der erwähnten Vorfälle, auf was für Ideen Leute kommen, um Abwechslung in die Salatschüssel zu bringen.

Eines der Pflanzenportraits ist dem Kaffeebaum (Coffea Arabica) gewidmet. Je nach Konstitution des Kaffeetrinkers ist ein Konsum von und 100 Tassen Kaffee pro Tag tödlich. Ein solch extensives Trinken dieses Genussmittels wird wohl kaum einer pflegen. Aber anscheinend lassen sich die Nacktschnecken im Garten mit doppelten Espressos reduzieren. In anderen Steckbriefen werden dann auch gefährlichere Kaliber vorgestellt, wie der Fingerhut und Lupinen.

Die Texte sind sehr informativ und interessant abgefasst und werden durch pointierte Bemerkungen der Autorin abgerundet. Positiv zu erwähnen sind auch die schönen Fotos von Marion Nickig. Das Buch enthält ausserdem ein ausführliches Register, ein Literaturverzeichnis und nützliche Adressen.



Helga Urban:
Schön, aber gefährlich
Books on Demand, 2009