19. Juli 2014

Catrin Barnsteiner: Fräulein Schläpples fabelhafte Steuererklärung

Wiederholt lieferte dieses Buch von Catrin Barnsteiner beim Googeln nach Stichworten wie „Garten“ und „Gärtner“ am meisten Treffer, so dass ich es mir im letzten Herbst nach wochenlangem Zögern und obwohl mir der Titel überhaupt nicht gefällt und ich betreffend des Inhalts Zweifel hatte (will ich meine freie Lesezeit in berufswandte Themen investieren?) schliesslich doch zugelegt habe. Nach der Lektüre blieb ich mit zwiespältigen Eindrücken zurück. Hier zum Inhalt:

Im Roman „Fräulein Schläpples fabelhafte Steuererklärung“ prallen zwei gänzlich unterschiedliche Welten aufeinander. Der stets korrekte, sich penibel an alle Regeln und Gesetze haltende Finanzbeamte Fred Eisenbogen und die chaotisch veranlagte Gärtnerin Sandra Schläpple. Deren Vater war bis zur Pensionierung während Jahrzehnten ebenfalls als Betriebsprüfer tätig. Trotzdem oder gerade deshalb findet die ganze Familie Schläpple an einem ganz speziellen Spiel grossen Spass, das mit viel Enthusiasmus regelrecht zelebriert wird. Regelmässig werden Privatquittungen von sämtlichen Auslagen gesammelt und kommen in einen Topf, aus dem dann Zettel gezogen werden. Wer den originellsten einigermassen plausiblen Grund für einen möglichen Steuerabzug liefert und die Hürden umgeht, die einen als Spielverderber ausweisen, kriegt die Quittung und darf die Auslage auf der nächsten Steuererklärung geltend machen. Eine Idee ist etwa, den Rasenmäher als Dienstwagen auszugeben.

Sandra verdient ihre Brötchen als selbständige Gärtnerin und ist mit ihrer mobilen Gärtnerei zu ihren Kunden unterwegs. Sie träumt von einem eigenen Gewächshaus, um dort verbotene Unkräuter zu züchten. Privat ist sie mit dem Architekten Gerry liiert, der einen sehr strengen Geschmack hat und sich überhaupt recht intolerant aufführt. Fred seinerseits teilt seine dunklen Locken streng durch einen akkuraten Beamtenscheitel und entlarvt jeden potentiellen Steuerbetrüger. So ist er etwa auch im Baumarkt bestrebt, keine Quittungen liegenzulassen, die dann missbräuchlich verwendet werden könnten. Er braucht Sicherheit und liebt Vordrucke und Paragraphen. Höchstes Ziel ist die Vermeidung von Fehlern (wer weiss, ob es eine zweite Chance gibt?) und er korrigiert sogar seine eigenen Fehler auf von ihm verfassten Glückwunschkarten mit dem Rotstift.

Doch wie lernen sich Fräulein Chaos und Herr Korrekt überhaupt kennen? Am einem späten Abend kurz nach oder vor Schalterschluss (Ansichtssache) um 22.00 Uhr in der Post rettet Fred Sandra, die unbedingt ihre Steuererklärung noch auf den letzten Drücker fristgerecht abstempeln lassen und fortschicken will. Dank dieser kurzen Begegnung interessiert sich Fred endlich wieder für eine Frau und um sich selber vorteilhafter darzustellen, gibt er sich als Archäologe aus. Der Zufall will es, dass Fred ausgerechnet bei Sandra Schläpple aufgrund eines anonymen Hinweises eine Betriebsprüfung durchführen muss. Und während Sandras Vater die Steuerprüfung wie eine Schlacht vorbereitet, räumt der aufgeregte Beamte Fred seinen Schreibtisch auf und spült daheim Geschirr, das längst sauber ist.

Hortikulturelles ist trotz dem Beruf von Sandra eher Mangelware, dafür geht es immer wieder um eine Fehde zwischen Böblingen und Sindelfingen und um Finanzamtwitze. Das Buch liest sich zwar gut, aber irgendwie fehlte mir das gewisse Etwas.

Mit diesem Post verabschiede ich mich in die Sommerpause. Endlich habe ich hiermit alle längst fertig vorbereiteten Buchvorstellungen der letztjährigen (!) Urlaubslektüre online gestellt und es warten nunmehr aktuell gelesene Titel auf die Veröffentlichtung ab Mitte August. Wenn mich ein Buch nicht völlig überzeugt, rutscht es nämlich bei der Terminplanung fortlaufend weiter nach hinten, während interessantere Publikationen vorgezogen werden.

Sobald auch alle anderen"Pendenzen" abgearbeitet sind bzw. die bereits heute nur auf einen Knopfdruck wartenden Posts auch online gestellt sind, wird es hier im Sofagarten ruhig werden. Da ich im September mit einer zweijährigen Weiterbildung beginne, bleibt voraussichtlich keine Zeit mehr zum Sofagärtnern und zum Bloggen. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und werde mir ganz sicher die Zeit nehmen, Stefan Leszkos neues Büchlein "Was Sie schon immer über Gärtner wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten" (erscheint im September 2014) zu lesen und vielleicht mit weiteren längst notierten, aber nie online gestellten "Müsterlis" von unserer Gartenumgestaltung anno 2012 hier vorzustellen.



Catrin Barnsteiner: 
Fräulein Schläpples fabelhafte Steuererklärung 
Bloomsbury/Berlin Verlag, 2013

15. Juli 2014

Zuletzt ausgelesen: Simone Ehrhardt – Der Mörder ist manchmal der Gärtner

Auf Simone Ehrhardt bin ich durch ihren früheren Blog „Krimigarten – Gartenkrimi“ (inzwischen zusammengelegt mit "Crimelady's Notes") gestossen und habe irgendwann festgestellt, dass ich schon längere Zeit ein ungelesenes Buch von ihr herumliegen habe. Inzwischen weiss ich endlich, ob der Gärtner tatsächlich der Mörder ist oder eben doch nicht, wie der Buchtitel so schön suggeriert -  aber nun mal schön der Reihe nach.

Penelope Blank, eine kreative Schreiberin, die mehr oder weniger erfolgreich Romane verfasst, hat mit zwei älteren Damen einen Tagesausflug in den Zoo unternommen. Ziemlich entsetzt muss sie bei der Rückkehr feststellen, dass eine der beiden Frauen nicht wie angenommen tief und fest schläft, sondern gestorben ist. Wie sich erweist, ist sie nicht einfach sanft entschlafen. Nein, ihrem Leben wurde ein gewaltsames Ende gesetzt.

Und plötzlich steht die zweite ältere Frau vom Zooausflug, eine Nachbarin von Penelope, unter Mordverdacht. Da Penelope schon mehrfach erfolgreich ähnliche Fälle aufgelöst hat, wird sie mit der Bitte konfrontiert, ihre einschlägigen Erfahrungen einem weiteren Praxistest zu unterziehen. Hilfreich ist dabei der regelmässige Austausch mit ihrem künftigen Ehemann, dem Kommissar Peter Wilson.

Eigentlich hätte Penelope auch ohne private Mordermittlungen genug um die Ohren. Sie heiratet nämlich in drei Wochen und die ganze Hochzeitsfeier ist noch zu organisieren. Kurzerhand delegiert sie etliche Aufgaben an Mitglieder ihrer Kirchgemeinde und findet zwischen dem Anprobieren von Hochzeitskleidern und der Planung der Hochzeitsreise Zeit, sich an die Fersen des Mörders zu heften, den sie schliesslich (Zitat vom Umschlag) „mit Grips und Gottes Hilfe“ zur Strecke bringt.

In hortikultureller Sicht sind Penelopes Eltern etwas aktiv, die sich in deren Garten engagieren und Kleingehölze radikal zurückschneiden und dermassen rigoros aufräumen, dass ein Vogelbad zum Vorschein kommt, von dessen Existenz die Besitzerin gar nichts wusste. Die Schriftstellerin (die aus dem Buch) selber ist gärtnerisch nicht speziell interessiert und muss erfahren, dass es sich bei der von ihr geschätzten Kletterpflanze um ein tief wurzelndes Unkraut hält. Verraten sei auch noch, dass der Haupterbe Gärtner ist und die Autorin Simone Ehrhardt die Ich-Erzählerin und die Leserin nicht auf direktem Weg zur Lösung des Kriminalfalls führt.



Simone Ehrhardt: 
Der Mörder ist manchmal der Gärtner 
Books on Demand, 2011

11. Juli 2014

Sam Baker: Die besten Freunde meines Lebens

Als die junge Mutter Nicci den Kampf gegen den Brustkrebs verliert, vermacht sie ihn Abschiedsbriefen ihren drei besten Freundinnen Lizzie, Jo und Mona nicht nur ihren Garten, sondern auch die Zwillingstöchter und ihren Mann. Lizzie hat mit der Patenschaft für den Garten die scheinbar einfachste Aufgabe zugeteilt bekommen. Was sich in der Clique alles ereignet zwischen der Übernahme des krankheitsbedingt vernachlässigten Gartens, einem zwischenzeitlichen Aufblühen desselben und einer weiteren Verwilderung nach fast fünfhundert Romanseiten schildert Sam Baker in ihrem berührenden Roman „Die besten Freunde meines Lebens“.

Nicci war immer die erste (oder andere erste Male zählen eben nicht): beim Heiraten, beim Kinderkriegen und nun auch beim Sterben. Den Lebensinhalt der 150 cm kleinen Frau bildeten neben ihrer Familie modische Kleider. Ihren untrüglichen Fashion-Geschmack hat sie mit ins Grab genommen und wie sich herausstellt auch das eine oder andere Familiengeheimnis. Sechzehn Jahre war sie mit ihrem Mann David zusammen und fast gleich lange ging sie mit ihren besten Freundinnen durch dick und dünn und ein Wochenende ohne gemeinsamen Sonntagsbraten wäre kein richtiger Sonntag gewesen.

Der viel zu frühe Tod von Nicci lähmt ihre Freundinnen und auch die grotesken Briefe tragen nicht zur Vereinfachung bei. Was wollte sie mit diesem scheinbar sinnlosen Vermächtnis bezwecken? Doch schon allein wegen ihrer gemeinsamen Aufgabe, die vielen autobiografisch geordneten Kleiderschränke zu räumen, müssen die zurückgebliebenen drei Frauen als sogenanntes „Verscherbler-Bewahrer-Spenderinnen-Komitee“ funktionieren und sich regelmässig treffen. Bei diesem Schrank-Ausräumen bekommt die Leserin Einblick in weit zurückliegende Ereignisse und die dazu passenden Klamotten.

Und schon bald beginnt die unglücklich verheiratete Lizzie, Gartenbücher zu studieren. Zunächst fühlt sie sich mit ihrer Aufgabe überfordert und ist mit belastenden Erinnerungen an ein gepflegtes Gemüsebeet, einen bunten Garten, ein Wigwam aus Bohnenstangen und ein Flammenmeer aus Chrysanthemen behaftet, doch wider Erwarten bekommt sie dank angelesener Unterstützung von Alan Titchmarsh sogar Spass am Gärtnern. Bei dieser Tätigkeit kann sie ihren unerfüllten Kinderwunsch ebenso temporär bei Seite schieben wie die Sorgen um ihre demente Mutter.

Auch Mona, alleinerziehende Mutter und Geliebte eines verheirateten Mannes, bekundet Mühe mit dem ihr zugedachten Part. Sie soll nämlich den Witwer David heiraten. Da hat es Jo, die Zahlenjongleurin und Co-Geschäftspartnerin von Nicci, die sich bereits liebevoll um die beiden Söhne ihres Partners aus einer früheren Beziehung kümmert, einfacher. Ihr wurden die Zwillingsmädchen anvertraut.

Die Autorin hat überaus nachvollziehbare Charaktere geschaffen und die Abschiedsbriefe entpuppen sich als nicht ganz so absurd, wie zunächst allgemein vermutet wird. Die Zukunft und Gefühle lassen sich nicht steuern – oder doch? Sam Baker umschifft gekonnt Klippen, die dem Roman Glaubwürdigkeit genommen hätten, und so enden die harten Monate nach Niccis Tod mit vielen Ups and Downs in den Beziehungen zwischen diesen besten Freunden nicht überall mit einem Happyend, aber es sind Silberstreifen am Horizont auszumachen. Die Lektüre ist melancholisch und emotional, aber auch immer wieder witzig. Wie etwa dann, wenn es heisst, „Kohlenhydrate und Fett ölen den Motor häuslicher Harmonie“ (Zitat)….  



Sam Baker: 
Die besten Freunde meines Lebens 
Diana Verlag, 2013

6. Juli 2014

Shannon Stacey: Ganz oder Kowalski

Eben aus dem Militär entlassen, hat Sean Kowalski noch keine konkreten Pläne, was er mit seiner Freiheit und Selbständigkeit anstellen, geschweige denn, wie seine Zukunft überhaupt aussehen soll. Da klopft eine ihm unbekannte Frau an die Türe seines Zimmers und stellt sich als Emma Shaw, seine falsche Verlobte vor. Sean hält seinen attraktiven Besuch, dem er nie zuvor begegnet ist, zwar für verrückt, hört sich aber dennoch seine Erklärungen an.

Emma ist nach dem frühen Tod ihrer Eltern von den Grosseltern aufgezogen worden. Seit einiger Zeit lebt ihre inzwischen verwitwete Grossmutter in Florida. Und statt das Leben zu geniessen, macht sie sich ständig Sorgen um ihre allein lebende Enkelin. Um sie zu beruhigen, hat Emma einen perfekten Lebenspartner erfunden. Dieser Schwindel hat tatäschlich vorübergehend seinen Zweck erfüllt, doch nun steht ein einmonatiger Besuch der Grossmutter bevor und die junge Gartengestalterin muss Farbe bekennen. Oder eben sie schafft es, ihren angeblichen Verlobten Sean zu überzeugen, einen Monat bei ihrer Lüge aus Liebe mitzuspielen.

Sean lässt sich nach einer ersten spontanen Ablehnung auf das Unterfangen ein. Als Lohn für seine Teilnahme am Experiment springt für ihn ein Job auf Zeit in Emmas Betrieb „Landschafts- und Gartengestaltung von Emma“ ein und im Schlafzimmer bekommt er das Bett, während seine langbeinige Auftraggeberin mit dem kurzen Sofa vorlieb nehmen muss.

Die beiden versuchen, sich in zwei, drei Tagen miteinander vertraut zu machen und eine gemeinsame Vergangenheit zu konstruieren. In dieser kurzen Zeit ist es jedoch unmöglich, sich ein genaues Bild über die Vorlieben und Abneigungen des anderen zu machen und so hat Emmas Grossmutter schon als sie auf dem Flughafen von dem angeblichen Verlobungspaar abgeholt wird den Eindruck, dass in der Beziehung zwischen den beiden etwas nicht stimmen kann, lässt sich aber nichts anmerken.

Wenn Emma nervös ist, putzt sie wie verrückt. Und sie putzt viel in diesen Wochen. Denn während die beiden falschen Verlobten sich gezwungenermassen immer besser kennen lernen, steigt parallel die körperliche Anziehungskraft zwischen ihnen. Und Sean ist nicht nur dem Gespött seiner Cousins ausgesetzt, sondern als Wettobjekt auch den indiskreten Fragen seiner Brüder.

Nebenbei erfährt die hortikulturell interessierte Leserin, dass sich die körperlich schwer arbeitende Emma gerne auf die Gestaltung von Gärten konzentrieren und fürs Grobe jemanden einstellen möchte. Vorläufig muss sie sich aber selber mit schwarzem und goldenem Mulch und Akzentbeleuchtungen herumschlagen und versucht Sean zu erklären, dass der Kunde immer König ist und sein Wunsch Befehl. Auch wenn er einen Barfussweg mit ungeeigneten Kieseln auslegen will. Sean wiederum stellt schnell fest, dass er nicht sein ganzes Berufsleben mit dem Pflanzen von Blumen verbringen will und findet, der Name „Emma“ im Firmenlogo sei kontraproduktiv. Einig sind sich die beiden, dass ständig schwindeln und ein anderes Leben vorführen sehr anstrengend ist.



Shannon Stacey: 
Ganz oder Kowalski 
Mira Taschenbuch, 2013

1. Juli 2014

Katie Crouch: Der Magnolienclub

Zufälligerweise habe ich in letzter Zeit gleich zwei sehr ähnliche Romane aus den Südstaaten gelesen. Beide werden von jungen mutterlosen Frauen in der Ich-Form erzählt und beide hat des nach dem Tod der Mutter dorthin verschlagen. Dennoch könnten die Inhalte fast nicht unterschiedlicher sein. Bei diesem Buch hier habe ich mich vor allem darüber geärgert, dass ich nicht vor der Lektüre bemerkt habe, dass es sich nicht um eine abgeschlossene Erzählung handelt. Denn ich mag Bücher nicht besonders, wenn sie genau dann aufhören, wenn so etwas wie Spannung aufkommt. Letztere ebbt dann natürlich wieder ab in der monate- oder jahrelangen Wartezeit auf die Fortsetzung und wenn frau dazwischen Dutzende anderer Titel gelesen und durchlitten hat, ist der Inhalt des ersten Bandes längst in irgendwelchen Gehirnwindungen verschwunden. Und manchmal wartet man sogar vergebens auf die versprochene Fortsetzung, wie zum Beispiel bei den "Poison Diaries", wo sich die Autorin nach dem zweiten Band entschieden hat, kein drittes Buch mehr zu schreiben. Zum Inhalt:

Die 16jährige Alexandria Lee ist ohne Vater in einer Hippie-Kommune in Kalifornien aufgewachsen und hat schon als Kleinkind auf den Feldern mitgeholfen. Sie weiss alles über den organischen Anbau von Gemüse und einiges über die Herstellung und Verwendung von Naturheilmitteln. Nach dem Tod ihrer Mutter, die über ein umfangreiches Kräuterwissen verfügte und einen grossen Teil davon als Geheimnis hütete, wird Alex gezwungen, zu ihrer Grossmutter nach Savannah, Georgia, zu ziehen und sie muss ihren Freund zurücklassen. Nun gilt es die Regeln der Grossmutter zu befolgen und prioritär soll sie in den kleinen elitären Magnolien-Club eingeführt werden und sich an Weihnachten den Debütantinnen anschliessen.

Doch die umweltbewusste etwas pummelige Alex fühlt sich nicht wohl in diesem Kreis, es zieht sie zurück nach Mendocino. Sie haut ab und muss tief enttäuscht feststellen, dass dort das Leben auch ohne sie weitergegangen ist. Ihr Freund hat eine andere und der Kräutergarten der Mutter wurde komplett gerodet und musste Platz machen für eine besser rentierende Hanfplantage. Denn schliesslich müssen auch die Bewohner der Raincatcher-Farm ihre Steuern bezahlen und Oma Lee hat ja dafür gebürgt, dass die Drogenpolizei die Öko-Kommune in Ruhe lässt.

Alex kehrt also zurück zu ihrer Grossmutter und schickt sich in ihr neues Leben. Sie liest immer noch gerne und viel und sie fährt weiterhin viel Velo und lehnt sich gegen Geldverschwendung, Oberflächlichkeit, Klamotten und die Magnolien auf. Doch nach und nach entwickelt sie sich immer weiter weg von ihren früheren Prinzipien und eifert plötzlich selber irgendwelchen Schönheitsidealen nach. Zufällig findet sie ein Pendant vom Paradies-Garten ihrer Mutter und sie erfährt von den Buzzards, die Magie verkaufen, diese aber nur sehr beschränkt anwenden, während die Magnolien ohne sie nicht leben und herrschen können. Und es gibt jemanden, der sie mag, wie sich wirklich ist. Die echte Alex mit ein paar Kilos zu viel auf den Rippen, Dreadlocken, wilder roter Mähne und nicht die herausgeputzte abgemagerte Magnolie. Doch ist die definitive Verwandlung der Hippie-Ziege in eine Magnolie noch zu stoppen?

Ein Jugendroman mit offenem Ende (Fortsetzung folgt) über Manipulation, Intrigen, Zauberrituale, schwarze Magie (Hoodo ist nicht gleich Voodo), Kontrolle und die Gestaltung des Lebensweges und die Suche nach den Hintergründen des Rätsels rund um eine besondere Halskette.



Katie Crouch: 
Der Magnolienclub 
Carl Hanser Verlag, 2013