Aus dem geplanten
Erholungsurlaub von Detective Chief Superintendent Tom Pollard von New Scotland
Yard wird nichts. Wanderer entdecken in einer alten keltischen Grabstätte
entlang des Jakobsweges sterbliche Überreste, die ganz offensichtlich erst
kürzlich dort abgelegt worden sind. Der Todeszeitpunkt liegt ebenso
eindeutig schon länger zurück. Doch wo hat das Skelett vor dieser Entdeckung
gelegen? Und weshalb wurde es genau jetzt an einer gut frequentierten Stelle
so platziert, dass es unmöglich übersehen werden konnte? Und wer überhaupt ist der oder die Tote?
Fragen über Fragen mit denen sich
Tom Pollar und sein Team sowie die örtliche Polizei beschäftigen. Die Beamten sind nicht zu beneiden. Denn welcher
potentielle Zeuge weiss schon nach über einem Jahr noch genau, was er gehört
und allenfalls beobachtet hat? Der
pathologische Bericht datiert den Zeitpunkt des Ablebens auf rund dreizehn bis
sechszehn Monate zurück und kann schliesslich auf Ostern 1975 festgelegt werden.
Und damit erscheint ein anderer Todesfall als Folge eines Sturzes von einer
Leiter während dem Abschneiden von verwelkten Rosenblüten und Aufbinden von
längeren Trieben plötzlich in einem ganz anderen Licht.
Im Text werden immer wieder
botanische Details eingeflochten. So arbeitet die Tochter eines Verdächtigen an
einem „Horticulturel College“ und für die Lösung des Falles ist die Erwähnung
von Bedeutung, dass ein Garten auch bei Ferienabwesenheit und Trockenheit
regelmässig gewässert werden soll. Gärtnerisch zur Sache geht es aber erst
gegen Ende des Buches als die Ermittlungen in die Schlussphase treten.
Ein Krimi ohne blutige Szenen.
Zwar nicht gerade in Miss Marple-Manier, aber es ist doch eine schöne
Abwechslung wieder einmal zu lesen, wie ein Buchkrimi mit Kombinationsgabe und ohne
Hilfe von DNA-Tests, Kameraunterstützung oder anderen modernen Hilfsmitteln
gelöst und der Täter überführt wird.
Elizabeth Lemarchand:
Suddenly while Gardening
Dales Large Print Books, 2008
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