19. Juni 2009

The Submerged Cathedral

Jocelyn und Martin lernen sich 1963 kennen. Sie arbeitet freischaffend an einer mehrbändigen Enzyklopädie über Australien, er ist Arzt. Weil Joycelyn heiraten zu “gewöhnlich” findet, leben die beiden in wilder Ehe in Martins Haus in Pittwater, nördlich von Sidney, zusammen. Etwas, das zu jener Zeit sehr unüblich und ungewöhnlich ist. 

Plötzlich taucht Jocelyns Schwester Ellen, die in England verheiratet ist, in Pittwater auf. Sie ist schwanger und hat ihre kleine Tochter Sandra dabei. Weil ihr Mann sie immer wieder verprügelt, hat sie ihn verlassen. Während sich Jocelyn nun intensiv um ihre fordernde Schwester und die Nichte kümmert, entfremdet sie sich immer mehr von Martin. 

Als Jocelyn und Martin ein paar Wochen vor der errechneten Niederkunft für wenige Tage wegfahren, passiert eine Tragödie. Ellens Baby stirbt bei der Geburt. Hätte Martin, ein fähiger Arzt, das Kind retten können? Schuldgefühle scheinen die Beziehung zwischen Jocelyn und Martin zu zerstören, und in der Folge kommt es zur Trennung. 

Martin tritt in ein Kloster ein. Ellen, Sandra und Jocelyn fahren nach England, wo Ellen mit ihrer Tochter wieder zu ihrem Mann zurückkehrt und den Kontakt zu Jocelyn abbricht. Diese baut sich in Europa ein neues Leben auf, wird Landschaftsarchitektin und heiratet Duncan. Mehr zum Ende des Romans möchte ich an dieser Stelle nicht verraten – kurz zusammengefasst: ein berührendes, traurig schönes Buch, dessen Charaktere man nicht gleich wieder vergisst. 



Charlotte Wood: 
The Submerged Cathedral 
Random House Australia, 2004

15. Juni 2009

Auf der Jagd nach dem grünen Gold

Eines meines ersten “grünen” Bücher war “Pflanzenjäger” von Michael Tyler-Whittle. Als meine Bibliothek noch nicht so umfangreich bestückt war wie heutzutage, habe ich es oft hervorgeholt, um darin zu schmökern, und ich habe es auch wiederholt vom Anfang bis zum Ende durchgelesen. Tyler-Whittle war nicht der erste und letzte, der solche Pflanzenjäger-Geschichten aufgezeichnet und veröffentlicht hat, und inzwischen habe ich verschiedene Bücher, die sich der abenteuerlichen Suche nach dem grünen Gold widmen, und diese fesselnden Geschichten zählen noch immer zu meiner Lieblingslektüre. 

Vielleicht haben Sie schon einmal von “Chinese Wilson” gehört? Ganz bestimmt kennen Sie verschiedene der von ihm eingeführten Pflanzen, zu welchen der Tauben- oder Taschentuchbaum (Davidia) genauso zählt wie verschiedene Mohngewächse. Der gelernte englische Gärtner Ernest Wilson fuhr Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal für die Firma Veitch nach China, um botanische Schätze aufzuspüren und in die Heimat zu schicken. 

Um die Königslilie aus einem abgelegenen Bergtal nach Europa zu bringen, musste er grosse Strapazen überstehen und setzte sein Leben aufs Spiel. Auf einem schmalen Pfad löste sich nämlich ein Felsstück und verletzte ihn schwer am Bein. Mit Hilfe seines Photostativs schiente er dieses notdürftig, da kam seiner Gruppe ein Maultierzug entgegen. Die rund fünfzig Maultiere konnten auf dem engen Weg nicht wenden, aber auch nicht warten, bis sich Wilsons Leute an ihnen vorbei gezwängt hatten, weil ständig herabfallende Steine ein neues Unglück anzukünden schienen. 

Die einzige Lösung schien darin zu bestehen, dass sich Wilson quer zum Pfad auf den Boden legte. Und genau so wurde das Problem auch gelöst. Ein Maultier nach dem andern stieg über ihn hinweg. Obwohl die Tiere trittsicher waren, kann sich jeder vorstellen, was für eine Tortur dieses Erlebnis gewesen sein muss. Nach einem mehrtägigen Marsch erreichte Wilsons Gruppe den nächsten Missionsposten. Inzwischen war sein doppelt gebrochenes Bein stark entzündet und sollte amputiert werden. Der Pflanzenjäger weigerte sich, und tatsächlich ging die Infektion zurück. Das verletzte Bein blieb aber verkürzt, und er bezeichnete seine Gehbehinderung als “Liliengehumpel”. Ein hoher Preis für die siebentausend Lilienzwiebeln. Doch Wilson war der Meinung, er habe sich gelohnt. 

Diese und viele weitere Geschichte sind im Buch “Pflanzenjäger” nachzulesen. Das Buch berichtet von vielen erfolgreich eingeführten Pflanzen. Die Pflanzenjagd war aber nicht zwingend ein lukratives Geschäft, sondern ein überaus gefährliches Unternehmen. Nicht wenige dieser unerschrockenen Männer haben ihre Sammelleidenschaft mit dem Leben bezahlt. Auch wurden viele Pflanzen an ihren Naturstandorten in solch riesigen Mengen geplündert, dass der Bestand dort gefährdet zurückblieb oder gar ausgerottet wurde. Teilweise haben die Sammler sogar gewisse Gebiete absichtlich angezündet und Pflanzenbestände am Naturstandort vernichtet, damit ihnen kein Konkurrent mit der Einführung der grünen Schätze in der Heimat zuvorkommen konnte. 

Der spannende Titel ist nur noch antiquarisch erhältlich. Auf englisch ist letztmals in den 90er-Jahren eine Ausgabe dieses Buches erschienen. 



Michael Tyler-Whittle: 
Pflanzenjäger 
Prestel Verlag, 1971 


The Plant Hunters 
William Heinemann Ltd, 1970

10. Juni 2009

Gräser im Garten

Gräser im Garten sind im Trend. Durch die Vielfalt an Formen und Farben sind die Pflanzmöglichkeiten und -kombinationen fast unbegrenzt. Einen ausführlichen Überblick in diese interessante Pflanzenwelt bietet das schön illustrierte Buch „Gräser im Garten“ von Katharina Adams und Petra Pelz. 

Gräser werden in drei grosse Gruppen eingeteilt: Süssgräser, Sauergräser und Binsengewächse. Obwohl eigentlich nur die Süssgräser echte Gräser sind, werden die grasähnlich wachsenden Pflanzen auch zu den Gräsern gezählt und in diesem Buch ebenfalls vorgestellt. Im ersten Kapitel werden Gräser an ihren Naturstandorten gezeigt – in Savannen und Steppen, in der Prärie und in kargen Wüsten. Diese verschiedenen Lebensbereiche dienen im Garten als Vorbild und legen fest, wo welche Gräser am besten Verwendung finden und gedeihen; am Gehölzrand, im Steingarten, an einem Wasserlauf, im Wasser selber oder etwa in der Staudenrabatte.

Zu jeder Jahreszeit ziehen Gräser die Blicke auf sich. Nach dem Zurückschneiden der Samenstände und Halme des Vorjahres folgt alsbald der Neuaustrieb und frühe Arten blühen bereits ab März. Viele Gräser laufen im Herbst zu Hochform auf, wenn sie feurige Herbstfarben annehmen und setzen darüber hinaus im Winter Akzente im Garten, wenn sie mit Raureif überzogen sind. Und wer Mähnengerste und Kolbenhirse setzt, tut gleichzeitig den Vögeln einen Gefallen.

Im vorliegenden Band erfährt der interessierte Leser, wie er Gräser vielfältig und ansprechend mit anderen Pflanzen kombiniert oder als Solitäre einsetzt. Dazwischen eingestreut werden einige Gartengestalter und Pflanzenzüchter vorgestellt, die mit mit ihren Gräsergarten-Kompositionen Bekanntheit erlangt haben wie beispielsweise Karl Foerster und Wolfgang Oehme. 

Unterteilt nach Standortansprüchen werden die schönsten Gräser in Kurzportraits vorgestellt. Dazu werden Wuchsform, Grösse, Blattform und -farbe und Details zur Blüte sowie Vorschläge für die Verwendung im Garten aufgelistet. Den Abschluss bilden Tipps zum Einkauf, Pflege und Vermehrung der filigranen Pflanzen, Bezugsquellen und ein Register. In einer übersichtlichen Tabelle werden alle im Buch beschriebenen Gräser alphabetisch aufgelistet (mit Sortenempfehlung, Besonderheiten und Seitenhinweis). 

Das Buch ermuntert dazu, (mehr) Gräser im eigenen Garten willkommen zu heissen. Eine Frage bleibt für mich allerdings offen: verlängert ein Gärtner, der allergisch auf Gräserpollen ist, seine jährliche Leidenszeit, wenn er diesen interessanten Pflanzen, die ja zu unterschiedlichen Zeiten blühen, mehr Platz einräumt? 



Katharina Adams / Petra Pelz: 
Gräser im Garten – Gestaltungsideen, Pflanzenportraits und Pflege 
Callwey Verlag, 2009

7. Juni 2009

Neues aus Charlotte

Inzwischen ist es schon eine schöne Gewohnheit geworden, dass im Frühling ein neues Buch aus der Reihe „Peggy Lee Garden Mysteries“ erscheint. Mittlerweile haben Jim und Joyce Lavene bereits fünf dieser Gartenkrimis veröffentlicht. 

Peggy Lee, Anfang 50 und seit bald drei Jahren verwitwet, ist die Inhaberin des Garten-Paradieses Potting Shed und arbeitet teilzeitlich als Forensik-Botanikerin. Kürzlich hat sie ihre Stelle an der Universität aufgegeben. Doch ausgerechnet jetzt wird Charlotte, ihr Wohnort, von einer ausgeprägte Dürre heimgesucht und die Geschäfte laufen alles andere als gut. 

Eine weitere einschneidende Veränderung in Peggys Leben bedeutet der Umzug ihrer Eltern nach Charlotte. Seit einiger Zeit nämlich ist Peggy mit dem jüngeren Tierarzt Steve liiert, versucht dies aber vor ihren Verwandten und Bekannten geheimzuhalten. Immer wieder tauchen ihre Eltern überraschend bei ihr auf, und die gestandene Geschäftsfrau fühlt sich bald kontrolliert wie ein Teenager. 

Um sich in Charlotte rasch zu integrieren, schliesst sich Peggys Mutter der Shamrock Historical Society an und überredet ihre Tochter, sie beim Aufspüren von Knochen und unschätzbaren Artefakten im momentan trockenen Lake Whitley zu unterstützen. Doch statt auf Gold stösst die Gruppe auf eine Leiche mit seltsam roten Lippen. Zunächst geht die Polizei von einem tragischen Unfall aus, aber Peggy mag wegen zahlreichen Ungereimtheiten nicht an eine solche Todesursache glauben und steckt bereits mitten in Ermittlungen in ihrem fünften Fall. 

Joyce und Jim Lavene sind eingespieltes Autorenteam und führen den Leser zu verschiedenen Verdächtigen. Bevor es soweit ist, den Täter zu überführen, gilt es erst einmal herauszufinden, wer überhaupt ein Motiv hatte, die Tante des Polizeichefs zu ermorden. Dazwischen eingestreut sind immer wieder Gartentipps und das Privatleben von Peggy, insbesondere ihre Bedenken betreffend ihrer Beziehung zu einem jüngeren Mann. 



Joyce and Jim Lavene: 
A Corpse for Yew 
The Berkley Publishing Group , 2009

3. Juni 2009

Kim und das Rätsel der fünften Tulpe

Zum Frühlingsabschluss nochmals ein (letztes) Buch, das von Tulpen und Amsterdam im 17. Jahrhundert während des Tulpenwahns handelt. In letzter Zeit sind für Kinder ja verschiedene Bücher auf den Markt gekommen, in welchen die Titelhelden aufgrund von Zeitmaschinen oder ähnlichem in anderen Jahrhunderten landen und dort irgendwelche Abenteuer erleben. Auf diese Weise erfahren die neugierigen Nachwuchs-Leser nicht nur eine spannende Erzählung, sondern nebenbei wird auch noch etwas Geschichte vermittelt. 

Kim ist in Schanghai aufgewachsen. Der dreizehnjährige Junge hat vor einem halben Jahr seine chinesische Mutter verloren und wurde daraufhin von seinem deutschen Vater nach Deutschland zu Tante Betty gebracht. Vor seinem Abflug nach Europa hat ihm sein Grossvater eine alte Uhr in einem alten Holzkasten gegeben. 

Inmitten des Trubels auf dem Flughafen hat Kim die Erklärungen bezüglich Gebrauch nicht richtig verstanden. Er hat nur gerade soviel begriffen, dass er mit dieser magischen Uhr ohne grosse Umstände nach Schanghai zurückreisen kann. In zwei früheren Büchern landete er aber statt in China in Paris und in der Karibik. Nachdem er sich wieder einmal über seine Tante Betty geärgert hat (und sie über ihn), versucht er ein weiteres Mal, die Uhr richtig einzustellen und in Gang zu bringen. 

Doch statt nach Schanghai verschlägt es Kim zusammen mit seinen Freunden Lisa und Dennis diesmal nach Amsterdam, ins Jahr 1637. Dort ist eine Tulpenzwiebel mehr wert als Gold. Aber die Tulpenspekulationen scheinen gerade ihren Höhepunkt überschritten zu haben und der Tulpenhändler Abraham van de Bos steht kurz davor, sein ganzes Vermögen zu verlieren. Können ihn Kim und seine Freunde davor bewahren? 

Die Erzählung ist spannend aufgebaut, aber da die Kinder nur 24 Stunden Zeit haben, um diese Geschichte zu einem guten Ende zu bringen (sonst könnten sie mir der Zeituhr nicht mehr ins 21. Jahrhundert zurückkehren), wirken die Handlungen oft ziemlich gehetzt. Im Rahmen der dichterischen Freiheit wird ja in Romanen immer wieder an der Wahrheit herumgeschraubt, so dass die Geschichte “funktioniert”. Trotzdem finde ich es unpassend, dass Kim und seine Freunde für Tante Betty ein paar Tage vor Weihnachten Tulpenzwiebeln im Garten ausgraben, säubern und in eine Kiste legen müssen. 



Eva Maaser: 
Kim und das Rätsel der fünften Tulpe 
Coppenrath Verlag, 2008

1. Juni 2009

Of Flowers and a Village

Der britische Kunsthistoriker Wilfred Blunt (1901 – 1987) war seinerzeit bekannt für seine Biografie über Carl Linnaeus und durch sein Buch “The Art of Botanical Illustration”, das er zusammen mit William Thomas Stearn verfasst hatte. Letzteres handelt von der Geschichte der botanischen Zeichnungen. Die Novelle “Of Flowers and a Village” ist eine einfachere Lektüre, in Form von Briefen verfasst und erstmals 1963 erschienen. 

Flora, eine leidenschaftliche aber unerfahrene Gärtnerin, erholt sich von einer Krankheit, die sie zeitweise ans Bett gefesselt hat. Ihr Patenonkel schreibt ihr zur Aufmunterung fast täglich Briefe. Diese handeln von Nachbarn, vom neuesten Dorfklatsch, aber früher oder später endet jede Korrespondenz in botanischen Themen. Die Erzählung ist überaus witzig, oft sehr sarkastisch und da der Autor sehr belesen ist, wird auch einiges an allgemeinem Literaturwissen vermittelt. 

So bemerkt er in einem Schreiben selbstkritisch, dass so ziemlich alle seine Briefe die Bemerkung “ich habe gerade gelesen ...” enthalten. An einer anderen Stelle überlegt er, ob es nun positiv ist, dass ein Nachbar seine Zwergensammlung an einer versteckteren Stelle im Garten aufgestellt hat und den vorherigen Platz durch eine Araucaria aufgewertet hat. Oder wäre es nun angebracht und freundlich, den Herrn zu informieren, dass dessen Haus in ferner Zeit wegen dieser Pflanze in arge Bedrängnis kommen wird? Das Dilemma des Erzählers liegt nämlich darin, dass er gleichzeitig befürchtet, dass dann die Gartenzwerge wieder an ihrem ursprünglichen Ort präsentiert werden. 

Am Ende des Buches kennt der Leser nicht nur die Eigenarten der Nachbarn und Bekannten des Erzählers, sondern hat sich nebenbei auch noch botanisch etwas weitergebildet. 



Wilfrid Blunt: 
Of Flowers and a Village – An Entertainment for Flower Lovers 
Timber Press, 2006

27. Mai 2009

Schottische Erbschaft

Die Hamburgerin Marie Moorburg erbt überraschend ein Cottage in Schottland. Die leidenschaftliche Gärtnerin hat ihre Eltern nie kennen gelernt und ist von ihren Grosseltern aufgezogen worden. Zuletzt arbeitete sie im Park des Grossindustriellen Cornelius Marienthal. Als dieser stirbt, verliert sie ihren Job und erbt von ihrem ehemaligen Arbeitgeber “Hardinghouse”, ein Anwesen in den Highlands. Der Reeder und Mäzen Marienthal hatte sich jeden Sommer alleine für einen Monat dorthin zurückgezogen, um zu jagen. 

Marie lässt alles stehen und liegen und fliegt umgehend nach Schottland, um sich über ihre Erbschaft ein genaueres Bild zu machen. Es stellt sich rasch heraus, dass es sich bei dieser nicht nur um das stark verfallene Cottage handelt, sondern dass ein gut unterhaltenes Schloss, eine Farm mit einer Pferdezucht und viel Land dazugehören. Marie wird von den Bewohnern der Farm von Hardinghouse nicht sehr freundlich empfangen und das Schloss wird von einer anscheinend verrückten Frau mit lebenslangem Wohnrecht bewohnt, die mit einem Gewehr auf alles schiesst, was sicht bewegt. Ausserdem sind die nächsten Verwandten von Cornelius Marienthal natürlich auch gar nicht begeistert von der Tatsache, dass eine Gärtnerin im Testament so grosszügig bedacht worden ist.

Die Geschichte ist ganz nett, aber mehr nicht. Die Leserin ahnt schon bald, warum Marie diese Erbschaft zugefallen ist und wer hinter der verrückten Frau steckt. Die Handlung des Romans ist zu einfach gestrickt, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Auch die Handlungen von Marie sind nur bedingt verständlich. Entscheidungen und Umbauten/Renovationen werden in diesem Roman in einem völlig unrealistischen Tempo vorgenommen. Unverständlich und ziemlich abrupt ist auch der Schluss. Wie sich aus einer fast als Hass bezeichenbaren Antipathie so plötzlich eine grosse Liebe entwickelt hat, ist nicht nachvollziehbar. 

Die Idee hinter der Geschichte ist eigentlich gut, aber die Umsetzung leider nicht sehr gelungen. Gärtnerisches kommt immer wieder vor, spielt aber sicher keine Hauptrolle. Nachdem es Marie als reicher Erbin bald ziemlich langweilig ist, ist es doch ungemein passend, dass ihr durch ihre neue Liebe die Restauration von Klostergärten vermittelt wird. 



Christa Canetta: 
Ein Haus in Schottland 
Edition Tosca, 2009

24. Mai 2009

Gartenverführung

Die gebürtige Hamburgerin Gabrielle Pape gehört in Deutschland und England zu den führenden Gartenarchitektinnen. Anfang der 90er Jahre gründete sie zusammen mit Isabelle van Groeningen eines der bekanntesten englischen Gartendesignstudios und seit 2008 leitet sie die von ihr gegründete Königliche Gartenakademie (KGA) auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Gärtnerlehranstalt in Berlin-Dahlem. Dort bietet sie ihren Kunden nicht nur Pflanzen, sondern auch Gestaltungskurse an. Ihr Ziel ist es, die Gartenkunst (wieder) nach Deutschland zu bringen. Und sie möchte dazu beitragen, dass man hierzulande auch “gärtnern” geht und nicht im “Garten arbeiten” - Zitat: “Sie gehen ja auch kochen und nicht in der Küche arbeiten, oder?”. 

Einen Einblick in das gärtnerische Schaffen von Gabriella Pape ermöglicht nun der mit wunderschönen Fotos illustrierte Band “Gartenverführung”. Zwanzig Gartenprojekte werden vorgestellt, ein kleiner Hinterhofgarten ist ebenso vertreten wie grosse Landsitze oder der eigene Garten in der englischen Grafschaft Yorkshire. Letzterer wird hauptsächlich als Versuchsfeld benutzt, benötigte jedoch weil ein Teil rund 50 Meter lang, aber nur 14 Meter breit ist, trotzdem - oder gerade deshalb - eine durchdachte Struktur. Aus einem unkrautfreien Garten der DDT-Generation ist ein blühendes Paradies entstanden. So wurde der ehemalige Vorgartenrasen umgegraben und durch Rosen und Stauden ersetzt und der alte Vorgarten bekam eine Bepflanzung mit Allium cristophii, Silene orientalis und Knautia macedonica. Laut Kurzsteckbrief sind rund 95 % der gesamten Gartenfläche von 1250 m2 mit Stauden überwachsen. 

Zu Papes Kunden zählt auch einer, der kurzerhand den lokalen Steinbruch wieder öffnen liess. Dieser war nach dem zweiten Weltkrieg geschlossen worden und der zum Haus des Kunden passende Stein war nur dort erhältlich... Am schönsten sind aber die Gärten, in welchen die Besitzer selber leidenschaftliche Gärtner sind, und die Bepflanzung entsprechend anspruchsvoller angelegt worden ist. 

Im Kapitel “Ein deutscher Garten für die Queen” sind interessante Hintergrundinformationen zur Chelsea Flower Show allgemein und zur Gestaltung eines grossen Schaugartens speziell zu erfahren. Jeder Garten wird mit einem Kurzsteckbrief vorgestellt, aus welchem unter anderem Baujahr und -zeit ebenso ersichtlich sind wie Grösse, Ausgangssituation, spezielle Wünsche sowie bevorzugte Materialien. Eine Skizze erlaubt dem Leser, sich ein genaueres Bild über die Begebenheiten zu machen. 

Teilweise dokumentieren Vorher-Nachher-Aufnahmen die Veränderungen in der vorgenommenen Umgestaltung der Gärten. Ein Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nehmen wird, um die konkreten Anleitungen nachzulesen oder sich eben verführen zu lassen. Leider fehlt ein Register, welches das Nachschlagen erleichtern würde. 

Wer näheres über die Königliche Gartenakademie wissen möchte, erfährt dies im letzten Kapitel des Büchleins “Schritt für Schritt zum Traumgarten” von Gabriella Pape oder auf der Webseite der KGA. 



Gabriella Pape: 
Gartenverführung – Traumhaft schöne Gärten und ihre Umsetzung
Callwey Verlag, 2009 

Schritt für Schritt zum Traumgarten – Eine Anleitung für die Zusammenarbeit mit dem Gartengestalter 
Callwey Verlag, 2008

22. Mai 2009

Die Rose des Schachspielers

Eine junge Frau wird brutal ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Auf dem Bauch der Toten liegen drei rote Rosen. Dem Mord voran gingen zwei anonyme Rosengeschenke. Durch den Briefschlitz in der Türe hineingeworfen lag zunächst eine Rose in der Wohnung, später dann nochmals zwei rote Rosen. 

Kommissar Kroll beginnt die Leipziger Blumenläden abzuklappern. Und schon im zweiten Geschäft wird der Ex-Freund der Toten anhand eines Fotos als Rosenkäufer erkannt. Von diesem Ingo Melzer werden am Tatort DNA-Spuren sichergestellt. Ein Interims-Staatsanwalt veranlasst trotz Widerstand von Kroll die Einstellung weiterer Ermittlungen. 

Ohne ein Geständnis abgelegt zu haben, wird Ingo Melzer anhand von belastenden Indizien zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Monate später findet eine weitere Leipzigerin eine rote Rose in ihrem Briefkasten. Obwohl sie die Polizei informiert, gelingt es dem Täter, auch diese Frau zu ermorden und er hinterlässt diesmal zwei rote Rosen. 

Vom Mörder falsch gelegten Spuren führen zunächst zu einem Schauspieler. Schliesslich kommt Kroll dem Psychopathen immer näher und wird auch noch privat in den Fall hineingezogen. Ein spannender Krimi mit Leipziger Lokalkolorit, der sich auch durch Fachkenntnisse des Autors, einem Juristen, auszeichnet. 



Andreas Stammkötter: 
Die Rose des Schachspielers 
Neuer Europa Verlag, 2008

20. Mai 2009

Im, um, auf, über und neben dem Baum

Eine uralte, riesige Eiche ist das Daheim von Tobie Lolness und seinem Volk. Der 13jährige gehört zu einer angesehene Familie und lebt mit seinen Eltern in den oberen Ästen. Die kaum mehr als einen Millimeter grossen Bewohner des Baumes wissen nichts von einer Welt ausserhalb der Eiche. 

Auf dem Plant Baum ist wie auf dem Planet Erde einiges im Argen. Tobies Vater Sim macht eine wichtige Erfindung, welche der Grosse Rat zweckentfremdet verwenden will. Um den Lebensraum Baum nicht zu zerstören, weigert sich Sim, sein Geheimnis um das Wissen vom Baumsaft preiszugeben. Daraufhin wird Sim mit samt seiner Familie in die unteren Äste ins Exil verbannt. Dort lernt Tobie Elisha kennen und gewöhnt sich rasch an sein neues Leben. 

Doch schon bald beginnt eine beispiellose Hetzjagd, mit welcher der Bösewicht Jo Mitch sein Ziel verfolgt, an Sims Erfindung zu gelangen. Im zweiten Band hat sich der Baum von einem wertvollen Lebensraum in eine Hölle entwickelt. Weil inzwischen der Baumsaft angezapft worden ist, stirbt die Eiche. 

Die beiden Bücher zeichnen deutliche Parallelen zwischen dem Lebensraum Erde und Lebensraum Baum. Auch in der Miniwelt gibt es äusserst rücksichtslose Bewohner, die nur an ihren eigenen Vorteil denken. Die Bücher sind teilweise auch sehr brutal. Doch soviel verrate ich nun doch schon vorweg: alles wendet sich zum Guten. Weiter positiv erwähnenswert sind die wunderschön gestalteten Einbände der beiden Tobie-Bücher. 




Timothée de Fombelle: 
Tobie Lolness 
Gerstenberg Verlag, 2008 

Tobie Lolness – Die Augen von Elisha 
Gerstenberg Verlag, 2008

16. Mai 2009

Magischer Gärtner

“Was liest du denn für ein komisches Buch?” fragte dieser Tage die Jungmannschaft. Nun, nicht nur das Umschlagbild, auch der Inhalt meiner letzten Lektüre ähnelte in keiner Weise den Büchern, die sonst herumliegen. Die Covergestaltung entspricht überhaupt nicht meinem Geschmack, aber vielleicht gehört diese zu einem Fantasy-Roman. 

In Brendens Dorf sind viele Menschen schwer erkrankt. Es gelingt ihm, mit Hilfe von Kräutern viele von ihnen zu heilen. Leider aber sind seine Eltern an dem Fieber gestorben. Nachdem ihn auch noch sein Bruder verlässt, versinkt er in seiner tiefen Trauer und wendet sich immer mehr der Natur, Blumen und Pflanzen zu, deren Sprache er intuitiv versteht. 

Dann kommt Od, eine Riesin, auf den Einzelgänger Brenden zu und bittet ihn, sich um die Gärten der Magierschule in Kelior im Land Numis zu kümmern, und er macht sich auf den Weg dorthin. In Numis werden die Magier unter der strikten Kontrolle des Königshofes ausgebildet und jede private Ausübung unterliegt strengen Regeln. Brenden ist von Od dazu ausersehen worden, durch seine Magie ein uraltes Rätsel zu lösen. 

Das Buch liest sich recht flüssig, aber ich hatte Mühe, mir die Namen der verschiedenen Figuren zu merken. Es werden verschiedene Erzählstränge angefangen, aber nicht alle führen zu einem Ende. 

Habe ich überlesen, ob Brenden das Rätsel um die unbekannte, stachelige Pflanze gelöst hat? Meine nächste Lektüre ist bestimmt kein Fantasy-Roman. Ich freue mich nun darauf zu erfahren, wie es Peggy Lee in ihrem Shop „The Potting Shed“ in Charlotte in letzter Zeit ergangen ist. Nachzulesen im druckfrischen Gartenkrimi „A Corpse for Yew“ von Joyce und Jim Lavene. 



Patricia Mc Killip: 
Der Zaubergärtner 
Blanvalet, 2006

12. Mai 2009

Hobby- und andere Gärtner

Immer wieder und immer öfter erscheinen in Eigen- oder Kleinverlagen Gartenerlebnisse von Hobbygärtnern in Buchform. Einigen diesen Druckerzeugnissen merkt man dann etwas mehr oder weniger das fehlende oder mangelhafte Lektorat an. Mit viel Enthusiasmus und Liebe für den Garten und das Gartenbuch wird das aber wieder wett gemacht. 

Im Umkreis der leidenschaftliche Hobbygärtnerin Waltraud Hopf interessiert sich niemand für den Garten. Um ihre Freuden und Sorgen zu teilen, hat sie diese im Büchlein „Das Gartentor ist offen“ zu Papier gebracht. Sie erzählt begeistert über ihre Pflanzen und Tiere und ihren gelegentlich etwas speziellen Arbeitsstil. Wer sich nicht bereits vom Umschlagtext vom Weiterlesen abhalten lässt (Zitat: „… habe am selben Tag Geburtstag wie die legendäre Marilyn Monroe. Leider habe ich nicht deren Hollywood-Qualitäten, dafür lebe ich noch“), erfährt im Büchlein „Verhängnisvoller Goldfelberich“die Verwandlung eines Garten, der diesen Namen kaum verdiente, in ein blühendes Paradies. Auslöser zur Umgestaltung war ein Geschenk in einer Plastiktüte, eben ein abgestochener Goldfelberich. 

In rund 25 Kapiteln hat Anke Dreher Erlebnisse über ihren „irgendwie ganz normalen Reihenhausgarten“ zusammengetragen. Hier gibt es Geschichten über Grosswildjagd, einen Strandkorbkauf mit Folgen oder einfach über Glücksmomente. Den Abschluss der Kapitel bilden jeweils zur Episode passende Einsichten wie „Gib auch anderen eine Chance zu leben“ (zur Grosswild- bzw. Maulwurfjagd) oder „Stelle dich den Herausforderungen des Lebens und du wirst sie meistern“. 

Die Sicht eines Berufsgärtners und seine Rückschlüsse auf die Kundschaft aufgrund der Gartenbepflanzung näher bringen einem die Geschichten „Begegnungen im Garten“ von Lukas Lavater. „Duell bei der Hecke“ handelt von kleinlichen Leuten und der gerichtlich festgelegten Maximalhöhe einer Ligusterhecke, während „Mein ganz schwacher Tag“ das Dilemma eines Berufsgärtners aufzeigt, der um Kundenwünsche zu erfüllen, seine Ansichten und Meinungen zurückhalten muss und sich nachher ziemlich mies fühlt, weil er eine von Mietern gezogene Gartenecke auf Kommando eines Vermieters zerstören musste. 

Marita Eichler organisiert seit Jahren die offene Pforte „Über Zäune schauen“ im Raum Soltau-Fallingbostel und Umgebung. Weil sie für ihr schon ziemlich weit gediehenes Buchprojekt keinen Verlag finden konnte, hat sie Text, Fotos und Layout sowie die Finanzierung des gleichnamigen Buches selber in die Hand genommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und braucht einen Vergleich mit ähnlichen Büchern aus renommierten Verlagen nicht zu scheuen. 54 unterschiedliche Gärten aus Niedersachsen werden in Text und wunderschönen Fotos präsentiert, darunter vertreten sind Künstlergärten, Sammlergärten, Gärtnereien. 



Anke Dreher: 
Gartenglück 
Eigenverlag, 2007 

Marita Eichler: 
Über Zäune schauen 
Marcus René Dünsing, 2008 
www.ueber-zaeune-schauen.de 

Waltraud Hopf: 
Das Gartentor ist offen 
Zwiebelzwerg Verlag, 2008 

Lukas Lavater: 
Begegnungen im Garten Verlag 
holapress, 2008 

Birgit Strähle: 
Verhängnisvoller Goldfelberich 
Engelsdorfer Verlag, 2008

9. Mai 2009

Ella in Bloom

Ella ist die jüngere von zwei Töchtern einer texanischen Familie. Sie ist nicht so hübsch und vollkommen wie ihre ältere Schwester Terrell. Als junge Frau nutzte sie die erstbeste Gelegenheit, ihr Elternhaus zu verlassen und heiratete völlig überstürzt Buddy. Ihre Ehe llief nicht gut. 

Nach dem Tod ihres Mannes bringt Ella nun sich und ihre 14jährige Tochter Birdie mit Jobs als Pflanzensitterin mehr schlecht als recht durchs Leben. Der Kontakt zu ihren Eltern beschränkt sich im Wesentlichen auf Briefe. Von ihrem beschwerlichen Leben als allein erziehende Mutter erzählt sie nichts, sondern baut eine einer verwitwete Tochter angemessene Welt auf. 

Ella erzählt von ihrem aufgrund von Katalogen „erfundenen“ Rosengarten und von Leinenkleidern, die sie sich nicht leisten kann. Dann kommt Terrell auf dem Weg zu ihrem Liebhaber bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ihr Tod bedeutet neben Leid auch eine grosse Veränderung in Ellas Leben. Sie ist nun die einzige Tochter und muss nach dem Verlust ihrer perfekten Schwester eine neue Rolle in der Familie übernehmen. Und Ella realisiert immer deutlicher, dass sie nicht die einzige in der Familie ist, die Gärten erfindet ... 



Shelby Hearon: 
Ella in Bloom 
Penguin Books, 2000

6. Mai 2009

Tulpen und Genmafia

Tils Eltern sind zu einer Hochzeit nach Wien gefahren. Deshalb wohnt sein Grossvater, genannt Opa Krause, während der Osterferien für ein paar Tage bei dem Elfjährigen in Frankfurt. Während Til gerne das Hallenbad besuchen und spannende Bücher lesen würde, hat sein Opa ein anderes Programm im Kopf, nämlich auf Stadtspaziergängen die Sehenswürdigkeiten erkunden. Doch Opa Krause kommt noch aus einem anderen Grund gerne an den Main. Er korrespondiert und telefoniert seit einiger Zeit mit einer ungefähr gleichaltrigen Dame, die wie er alles liebt, was grünt und blüht, insbesondere aber Tulpen. Und jetzt hat Opa Krause endlich Gelegenheit, Elfriede Zimperlich persönlich kennen zu lernen und ist schon beim Gedanken an ein Treffen ganz nervös. 

Diese Begegnung findet bereits am ersten Abend in einem Restaurant vor dem Römer statt. Während sich sein Grossvater ausgezeichnet mit der Tulpenzüchterin unterhält, ist Til recht bald ziemlich genervt und gelangweilt und verzieht sich Richtung Toilette. Dort verfolgt er ein seltsames Gespräch zwischen zwei Männern und entdeckt einen Zettel, der einem der beiden aus der Hosentasche gefallen ist. Darauf befinden sich Buchstaben und Pfeile sowie eine rote Tulpe mit spitz zusammenlaufenden Blütenblättern. Nun fängt auch Til an, sich für Tulpen zu interessieren, obwohl er in diesem Moment noch nicht ahnen kann, dass er mit diesem Zettelfund auf die Spur einer internationalen Genmafia gekommen ist. 

Das spannende Kinder- und Jugendbuch ist auch für Erwachsene interessant zu lesen und vermittelt nebenbei einiges Wissen über Auslesezüchtung und Gentechnik. Im Anschluss an die Geschichte sind die letzten Seiten mit kurzen Hintergrundinformationen über diese Themen gefüllt und Dr. Lars Baumbusch, der die Autorin auch schon bei der Geschichte in Sachen Gentechnik unterstützt hat, erklärt was Wissenschaftler tun und wie Gene funktionieren. Dieser Kinderkrimi ist leider vergriffen, aber über verschiedene Internet-Anbieter (neu-)antiquarisch noch erhältlich. Die Mühe lohnt sich. 



Andrea Liebers: 
Tulpenrausch Kam 
Gör Verlag, 2005

3. Mai 2009

Liegestuhllektüre

Die 30jährige Blumenladenbesitzerin Hope ist vor kurzer Zeit von einer Brustkrebserkrankung genesen. Sie fühlt sich nun nicht mehr als vollwertige Frau, wird von Ängsten um ihre Gesundheit geplagt und fühlt sich nicht mehr attraktiv und liebenswert. 

Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten lesend, in der Natur oder in ihrem Garten. Milly (76 Jahre alt) ist kürzlich nach Heart Lake zu ihrer geschiedenen Tochter gezogen, um diese im Haushalt und bei der Betreuung der Kinder zu unterstützen. Sie fühlt sich aber bald ausgenutzt und eingeschränkt.

Die leidenschaftliche Gärtnerin pachtet etwas Land in einer Gemeinschaftsgartenanlage, um ihrem Lieblingshobby nachzugehen. Die junge Hausfrau und Mutter Amber bearbeitet die Parzelle neben Milly und Hope. Sie ist ebenfalls neu in die Stadt gezogen, nachdem sie und ihr Mann das eigene Restaurant aufgeben mussten. Ihr Mann ist nun schon seit längerem arbeitslos, und sie beabsichtigt, das Familienbudget durch selbstgezogenes Gemüse zu entlasten. 

Die beiden Neuzuzüger Milly und Amber freunden sich rasch an. Die erfahrene Gärtnerin Milly hilft Amber mit praktischen Gartentipps, Kochrezepten und gibt ihr auch Ratschläge in Sachen Eheprobleme. Mit einem Lavendel-Cookie-Rezept schafft es Amber, die Käufer auf dem Wochenmarkt zu begeistern und tatsächlich Geld für die Haushaltkasse zu verdienen. Amber steht Milly rasch näher als die eigene Tochter. Eine Panne bei einer Blumenstrauss-Auslieferung ändert Millys Leben unterwartet und radikal. 

Die Charaktere sind sehr lebensecht gezeichnet und man lebt mit ihnen mit. Unbedingt lesenswert! 



Sheila Roberts: 
Love in Bloom 
St. Martin's Press, 2009