Je weiter der Herbst fortschreitet und je früher es abends dunkler wird, um so öfter erfülle ich meine sportliche Pflicht auf dem Stepper statt walkend zu versuchen, einen raschen Blick in die leergeräumten Gärten zu werfen. Inzwischen bin ich recht geübt darin, das eintönige, langweilige Steppen in Verbindung mit der Lektüre in einem Buch oder einer Zeitschrift hinter mich zu bringen. Die Minuten erscheinen auf diese Weise nicht unendlich lang und die Kalorienverbrennung gestaltet sich etwas spannender.
Ab und zu lege ich auch eine DVD ein. Besonders geeignet sind für diesen Zweck wegen ihrer Länge von jeweils ungefähr 50 Minuten Fernsehserien und ganz speziell die britischen Staffeln über die beiden gärtnernden Detektivinnen Rosemary & Thyme.
Die beiden Freundinnen Rosemary Boxer und Laura Thyme sind in der Gartenbranche tätig. In der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit (Gartenumgestaltungen, Gartenunterhalt usw.) werden sie immer wieder unvermittelt in Verbrechen verwickelt. Des Rätsels Lösung finden die beiden jeweils mit Hilfe ihres botanischen Hintergrundwissens.
Wie beispielsweise in der Episode um einen blinden Professor (A simple Plot), der sich gegen den Verkauf des Grundstückes wehrt, auf dem sein Schrebergarten steht. Wegen seinem fehlenden Augenlicht, verlässt sich dieser Gärtner umso stärker auf seine Nase und Duftpflanzen dienen ihm im Garten als Wegweiser. Nachdem in seinen Beeten Blumen umgesetzt worden sind, tappt er ahnungslos in die tödliche Falle.
In einer anderen Folge stossen die beiden Hobbydetektivinnen auf Knochen eines Rennpferdes (Arabica and the Early Spider) während in der Episode „The Invisible Worm“ alle Rosen im Garten absterben und in der Geschichte „The Tree of Death“ eine Eibe eine wichtige Rolle spielt.
Damit ich die noch ungesehenen Folgen ungestört ansehen kann, bleibt mir nur noch zu hoffen, dass die Maximal-Lautstärke meines neuen Computers etwas höher ist als die des Vorgängers, der das Quietschen des Steppers fast nicht zu übertönen vermochte, und ich von Rosemarys und Lauras Dialogen in diesem Winter etwas mehr mitbekomme als letztes Jahr.
Rosemary and Thyme, Series 1 (2003)
Rosemary and Thyme, Series 2 (2004)
Rosemary and Thyme, Series 2 (2005 - 2007)
Acorn Video (DVDs mit Code Region 2)
23. November 2009
21. November 2009
Aufsteller
Heute habe ich mich über diese Notiz im neuesten garten.ch-Newsletter gefreut:
Gärtnern ohne dreckige Hände?
Die Sofagärtnerin machts vor: Setzen Sie sich mit einem grossen Stapel Bücher in einen bequemen Sessel. Auf dem Stapel Bücher über Gärten, Gärtnerinnen, Pflanzen; Sachbücher, Krimis, Kinderbücher; antiquarische und druckfrische... Sie wissen nicht, was lesen? Ein Fundus an Raritäten und Antiquitäten finden Sie auf http://sofagaertnerin.blogspot.com
Gärtnern ohne dreckige Hände?
Die Sofagärtnerin machts vor: Setzen Sie sich mit einem grossen Stapel Bücher in einen bequemen Sessel. Auf dem Stapel Bücher über Gärten, Gärtnerinnen, Pflanzen; Sachbücher, Krimis, Kinderbücher; antiquarische und druckfrische... Sie wissen nicht, was lesen? Ein Fundus an Raritäten und Antiquitäten finden Sie auf http://sofagaertnerin.blogspot.com
19. November 2009
The Victory Garden
Kansas im Jahr 1943 - jedermann meint zu wissen, dass der 2. Weltkrieg bald zu Ende ist und Teresa Marks wundert sich, wann dieser Tag endlich kommt. Ihr Bruder kämpft in Europa und sie erwartet ungeduldig seine Rückkehr.
Um sich von den Sorgen um den Sohn und Bruder abzulenken, haben die Marks begonnen, Tomaten zu pflanzen und sogar das letzte Geschmacks-Duell am Harvest Festival gegen den griesgrämigen Nachbarn Tom Burt gewonnen. Im Frühling 1943 scheint der Wettbewerb um die schmackhafteste Tomate schon vor der Blüte ein vorzeitiges Ende zu finden. Tom Burt verunfallt schwer und sein Garten soll untergepflügt werden.
Doch Teresa gelingt es, ein paar Schulkameraden und Schulkameradinnen zu mobilisieren, die sie dabei unterstützen, Burts Garten zum Blühen und Fruchten zu bringen. Den ganzen Sommer nehmen sich die Kinder die Zeit, die Pflanzen aufzubinden, auszugeizen und zu wässern. Und Teresa nutzt sogar ihre geheime Waffe, um mindestens so feine Tomaten ernten zu können wie ihr Vater und vielleicht sogar einen Preis am Harvest Festival zu gewinnen.
Die Ernte aus dem Garten verkaufen die Kinder an die Dorfbewohner und behalten nur ein kleines Taschengeld. Mit dem Grossteil aus dem Erlös unterstützen die Junggärtner den „War Effort at Home“. Die Erzählung vermittelt ganz nebenbei einen Einblick in den amerikanischen Alltag Anfang der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Lee Kochenderfer:
The Victory Garden
Yearling, 2002
Um sich von den Sorgen um den Sohn und Bruder abzulenken, haben die Marks begonnen, Tomaten zu pflanzen und sogar das letzte Geschmacks-Duell am Harvest Festival gegen den griesgrämigen Nachbarn Tom Burt gewonnen. Im Frühling 1943 scheint der Wettbewerb um die schmackhafteste Tomate schon vor der Blüte ein vorzeitiges Ende zu finden. Tom Burt verunfallt schwer und sein Garten soll untergepflügt werden.
Doch Teresa gelingt es, ein paar Schulkameraden und Schulkameradinnen zu mobilisieren, die sie dabei unterstützen, Burts Garten zum Blühen und Fruchten zu bringen. Den ganzen Sommer nehmen sich die Kinder die Zeit, die Pflanzen aufzubinden, auszugeizen und zu wässern. Und Teresa nutzt sogar ihre geheime Waffe, um mindestens so feine Tomaten ernten zu können wie ihr Vater und vielleicht sogar einen Preis am Harvest Festival zu gewinnen.
Die Ernte aus dem Garten verkaufen die Kinder an die Dorfbewohner und behalten nur ein kleines Taschengeld. Mit dem Grossteil aus dem Erlös unterstützen die Junggärtner den „War Effort at Home“. Die Erzählung vermittelt ganz nebenbei einen Einblick in den amerikanischen Alltag Anfang der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Lee Kochenderfer:
The Victory Garden
Yearling, 2002
15. November 2009
Kissing Toads
Ein Labyrinth auf dem Cover der französischen Ausgabe sowie die Inhaltsbeschreibung, dass die Geschichte um die Dreharbeiten einer Gartensendung aufgebaut ist, hat mich zum Kauf des (englischen) Buches „Kissing Toads“ von Jemma Harvey verleitet. Der Roman wird abwechslungsweise aus der Sicht von Ruth, genannt Roo, und Delphi – beide sind um die dreissig Jahre alt - erzählt, die seit ihrer Kindheit eng miteinander befreundet sind.
Die TV-Produzentin Roo wurde eben von ihrem langjährigen Freund und Arbeitskollegen Kyle verlassen, so dass sie nun nicht nur ohne Mann sondern auch ohne Stelle ist.
Die selbstsüchtige Delphi, Präsentatorin von Gartensendungen, figuriert auf der C-Liste der Berühmtheiten und zu ihren wichtigsten Zielen gehört, mindestens in die B-Liste aufzusteigen. Dazu gehört auch ihre geplante Hochzeit mit dem eher langweiligen Alex, der aus einer reichen und angesehenen Familie stammt. Delphis neueste Aufgabe führt sie auf das schottische Schloss eines alternden Rockstars. Nicht ganz uneigennützig schafft es Delphi, ihrer Freundin in dieser Produktion ebenfalls einen Job zu verschaffen.
Leider ist der Roman nicht besonders spannend. Die Dreharbeiten sollen aufgelockert werden durch die Nachforschungen nach einer Schlossbesitzerin, die in einem früheren Jahrhundert im Labyrinth des Gartens spurlos verschwunden ist und im Laufe der Fernsehproduktion wird auch ein Skelett im Garten gefunden. Die egoistische Delphi wird einem gegen Ende des Buches zwar etwas sympathischer, doch auch diese an sich positive Veränderung und ein Schlägertrupp, der plötzlich auf dem schottischen Schloss auftaucht, können die Geschichte nicht „retten“.
Da ist meine derzeitige Lektüre doch einiges interessanter und die Seiten drehen sich fast von selbst. „Roter Eukalyptus“ von Susanne Wahl erzählt die Geschichte einer Gärtnerfamilie, die im 19. Jahrhundert mit einer Gruppe von Alt-Lutheranern aus Preussen ausgewandert ist und sich in Australien eine neue Existenz aufgebaut hat. Der Blumenhandelt der Tochter Friedericke spielt eine (kleinere) Rolle im Roman.
Jemma Harvey:
Kissing Toads
Arrow Books, 2006
Die TV-Produzentin Roo wurde eben von ihrem langjährigen Freund und Arbeitskollegen Kyle verlassen, so dass sie nun nicht nur ohne Mann sondern auch ohne Stelle ist.
Die selbstsüchtige Delphi, Präsentatorin von Gartensendungen, figuriert auf der C-Liste der Berühmtheiten und zu ihren wichtigsten Zielen gehört, mindestens in die B-Liste aufzusteigen. Dazu gehört auch ihre geplante Hochzeit mit dem eher langweiligen Alex, der aus einer reichen und angesehenen Familie stammt. Delphis neueste Aufgabe führt sie auf das schottische Schloss eines alternden Rockstars. Nicht ganz uneigennützig schafft es Delphi, ihrer Freundin in dieser Produktion ebenfalls einen Job zu verschaffen.
Leider ist der Roman nicht besonders spannend. Die Dreharbeiten sollen aufgelockert werden durch die Nachforschungen nach einer Schlossbesitzerin, die in einem früheren Jahrhundert im Labyrinth des Gartens spurlos verschwunden ist und im Laufe der Fernsehproduktion wird auch ein Skelett im Garten gefunden. Die egoistische Delphi wird einem gegen Ende des Buches zwar etwas sympathischer, doch auch diese an sich positive Veränderung und ein Schlägertrupp, der plötzlich auf dem schottischen Schloss auftaucht, können die Geschichte nicht „retten“.
Da ist meine derzeitige Lektüre doch einiges interessanter und die Seiten drehen sich fast von selbst. „Roter Eukalyptus“ von Susanne Wahl erzählt die Geschichte einer Gärtnerfamilie, die im 19. Jahrhundert mit einer Gruppe von Alt-Lutheranern aus Preussen ausgewandert ist und sich in Australien eine neue Existenz aufgebaut hat. Der Blumenhandelt der Tochter Friedericke spielt eine (kleinere) Rolle im Roman.
Jemma Harvey:
Kissing Toads
Arrow Books, 2006
12. November 2009
Ein Herz in New York – A Heart in New York
Ninas Vater wird als Professor für Stadt- und Regionalplanung nach New York berufen. Da es noch zwei Jahre dauert, bis Nina volljährig ist, muss sie wohl oder übel mit ihren Eltern umziehen und Freundin Britt und Freund Konrad in Berlin zurücklassen.
Doch die Schülerin lebt sich schneller als erwartet in der riesigen Stadt ein und findet in Izzy, welche an der Schule die gleichen Fächer belegt, rasch eine neue Freundin. Und schliesslich gibt es da auch noch ihren Klassenkameraden Leroy, ein cooler Hip-Hopper und wichtiger Spieler des Lacrosse-Teams an Ninas Schule…
In dieser Sprachmix-Erzählung erfährt die Leserin die Höhen und Tiefen aus Ninas ersten Wochen im Big Apple und verfolgt gleichzeitig eine Erpressergeschichte, die auf unkonventionelle Art aus der Welt geschaffen werden kann. Daneben spielen Dachgärten eine grössere Rolle.
Diese zweisprachige Lektüre wird empfohlen für Jugendliche (wohl eher für Mädchen) ab 12 Jahren, die seit zwei, drei Jahren Englisch lernen. Die Handlung aus Sicht von Nina ist auf Deutsch, Dialoge und Briefe sind auf Englisch und speziellere Vokabeln werden auf der gleichen Seite erklärt, auf der sie vorkommen.
Petra A. Bauer:
Ein Herz in New York – A Heart in New York
Langenscheidt, 2009
Doch die Schülerin lebt sich schneller als erwartet in der riesigen Stadt ein und findet in Izzy, welche an der Schule die gleichen Fächer belegt, rasch eine neue Freundin. Und schliesslich gibt es da auch noch ihren Klassenkameraden Leroy, ein cooler Hip-Hopper und wichtiger Spieler des Lacrosse-Teams an Ninas Schule…
In dieser Sprachmix-Erzählung erfährt die Leserin die Höhen und Tiefen aus Ninas ersten Wochen im Big Apple und verfolgt gleichzeitig eine Erpressergeschichte, die auf unkonventionelle Art aus der Welt geschaffen werden kann. Daneben spielen Dachgärten eine grössere Rolle.
Diese zweisprachige Lektüre wird empfohlen für Jugendliche (wohl eher für Mädchen) ab 12 Jahren, die seit zwei, drei Jahren Englisch lernen. Die Handlung aus Sicht von Nina ist auf Deutsch, Dialoge und Briefe sind auf Englisch und speziellere Vokabeln werden auf der gleichen Seite erklärt, auf der sie vorkommen.
Petra A. Bauer:
Ein Herz in New York – A Heart in New York
Langenscheidt, 2009
9. November 2009
Ganz schön gefährlich
In den letzten Tagen habe ich unter anderem zwei Bücher über Giftpflanzen gelesen. Eines der beiden enthält Passagen, die ich doch ziemlich erschreckend und abstossend finde. So wird als Ziel des Buches die Feststellung der optimalen toxischen Qualität angegeben, damit diese von Tätern als Werkzeug verwendet werden kann. Und der Autor hofft, dass dadurch viele bestehende Konflikte zur Zufriedenheit aller gelöst werden können. Bei meiner nach dieser Einführung eher oberflächlichen Lektüre konnte ich nicht herausfinden, was an diesen Aussagen und am ganzen Buch besonders witzig sein soll. Diese Informationen über Pflanzengifte sind selbstverständlich auch anderweitig zu beschaffen, aber dennoch verzichte ich darauf, Autor und Buchtitel hier zu erwähnen.
Morde mit Giftpflanzen füllen die Geschichtsbücher durch alle Jahrhunderte hindurch. Die Pflanzen sind als Mordwaffe mehrheitlich abgelöst worden und zu den häufigsten Vergiftungsopfern gehören mittlerweile (Klein-)Kinder, die giftige Blätter, Samen oder Früchte in den Mund stecken oder auch Bärlauchsammler, welche die Blätter der Zwiebelpflanze mit jenen der Herbstzeitlose verwechseln. Das Buch „Schön, aber gefährlich“ von Helga Urban ermöglicht einen informativen Einblick ins Thema Giftfplanzen.
Kapitel mit Überschriften wie „Auf den Inhalt kommt es an“, „Kann eine Pflanze böse aussehen?“ und „Es ist Arznei, nicht Gift …“ machen neugierig auf die Lektüre und der Leser bleibt erstaunt zurück, ob der Fülle an Vergiftungsmöglichkeiten und wundert sich aufgrund der erwähnten Vorfälle, auf was für Ideen Leute kommen, um Abwechslung in die Salatschüssel zu bringen.
Eines der Pflanzenportraits ist dem Kaffeebaum (Coffea Arabica) gewidmet. Je nach Konstitution des Kaffeetrinkers ist ein Konsum von und 100 Tassen Kaffee pro Tag tödlich. Ein solch extensives Trinken dieses Genussmittels wird wohl kaum einer pflegen. Aber anscheinend lassen sich die Nacktschnecken im Garten mit doppelten Espressos reduzieren. In anderen Steckbriefen werden dann auch gefährlichere Kaliber vorgestellt, wie der Fingerhut und Lupinen.
Die Texte sind sehr informativ und interessant abgefasst und werden durch pointierte Bemerkungen der Autorin abgerundet. Positiv zu erwähnen sind auch die schönen Fotos von Marion Nickig. Das Buch enthält ausserdem ein ausführliches Register, ein Literaturverzeichnis und nützliche Adressen.
Helga Urban:
Schön, aber gefährlich
Books on Demand, 2009
Morde mit Giftpflanzen füllen die Geschichtsbücher durch alle Jahrhunderte hindurch. Die Pflanzen sind als Mordwaffe mehrheitlich abgelöst worden und zu den häufigsten Vergiftungsopfern gehören mittlerweile (Klein-)Kinder, die giftige Blätter, Samen oder Früchte in den Mund stecken oder auch Bärlauchsammler, welche die Blätter der Zwiebelpflanze mit jenen der Herbstzeitlose verwechseln. Das Buch „Schön, aber gefährlich“ von Helga Urban ermöglicht einen informativen Einblick ins Thema Giftfplanzen.
Kapitel mit Überschriften wie „Auf den Inhalt kommt es an“, „Kann eine Pflanze böse aussehen?“ und „Es ist Arznei, nicht Gift …“ machen neugierig auf die Lektüre und der Leser bleibt erstaunt zurück, ob der Fülle an Vergiftungsmöglichkeiten und wundert sich aufgrund der erwähnten Vorfälle, auf was für Ideen Leute kommen, um Abwechslung in die Salatschüssel zu bringen.
Eines der Pflanzenportraits ist dem Kaffeebaum (Coffea Arabica) gewidmet. Je nach Konstitution des Kaffeetrinkers ist ein Konsum von und 100 Tassen Kaffee pro Tag tödlich. Ein solch extensives Trinken dieses Genussmittels wird wohl kaum einer pflegen. Aber anscheinend lassen sich die Nacktschnecken im Garten mit doppelten Espressos reduzieren. In anderen Steckbriefen werden dann auch gefährlichere Kaliber vorgestellt, wie der Fingerhut und Lupinen.
Die Texte sind sehr informativ und interessant abgefasst und werden durch pointierte Bemerkungen der Autorin abgerundet. Positiv zu erwähnen sind auch die schönen Fotos von Marion Nickig. Das Buch enthält ausserdem ein ausführliches Register, ein Literaturverzeichnis und nützliche Adressen.
Helga Urban:
Schön, aber gefährlich
Books on Demand, 2009
5. November 2009
Moderne Gärten – gestaltet von Landschaftsarchitekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die Kunsthistorikern Elke von Radziewsky vermittelt in diesem Buch einen Überblick über von führenden Landschaftsarchitekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gestaltete Hausgärten. Bei diesen Hausgärten handelt es sich naturgemäss zu einem grossen Teil um fast parkähnliche Anlagen, bei welchen für die Gestaltung das nötige Kleingeld wohl eher eine untergeordnete Rolle spielt. Dies ist kein Grund neidisch zu werden, auch (Laien-)Gärtner, die sich mit kleineren Flächen begnügen müssen oder dürfen und sich eine professionelle Gestaltung durch einen Landschaftsarchitekten nicht leisten können, finden in diesem Band Ideen, die sich auf kleinere Parzellen übertragen und umsetzen lassen.
Nach dem Inhaltsverzeichnis folgt eine mehrseitige Einstimmung zum Thema „Hundert Jahre Hausgarten“. Darin geht es von den Folgen eines gewonnenen Gartenwettbewerbes anno 1907 über den Einfluss des schnellen Wachsen der Grossstädte im 19. und 20. Jahrhundert auf die Gartenlust in Europa bis zum momentan stattfindenden Umschwung in der Bewertung der Hausgärten.
Titel wie „Tulpe spielt Theater“ und „Spatz und Krieger“ oder „Der Garten ist ein Fass ohne Boden“ machen den Leser zusammen mit den beeindruckenden Fotos neugierig auf die auf rund 200 Seiten verteilten Portraits. Diese werden durch detaillierte Pläne ergänzt.
Die Gärten sind so unterschiedlich wie die Gestalter. Da gibt es einen, in welchem der Boden mit Kalbsknochen gepflastert ist und auf einer als Pferdeweide benutzten Blumenwiese Hainbuchen-Hecken in Form von Tortenstücken verteilt sind. Im Beitrag „Sommerblumenweg zur Küche“ wird ein Garten vorgestellt, wo an ein Gewächshaus einer ehemaligen Gärtnerei eine Schlafzelle angebaut worden ist, da die Masse des früheren Arbeiterhauses auch für zwei Personen als Wohnung zu klein waren.
Nach den Gartenportraits folgen Steckbriefe der Landschaftsarchitekten und ihrer Büros mit Angaben zu Anzahl Mitarbeiter, wichtigen Arbeiten und Stil. Interessant sind die Hinweise über Anteile der pro Jahr gestalteten Hausgärten im Verhältnis zu anderen Aufträgen. Leider fehlt ein Register, welches ein kurzes Nachschlagen doch enorm vereinfachen würde.
Kürzlich habe ich an dieser Stelle ein Rezept von Paul Bocuse erwähnt. Vor längerer Zeit (1993!) hatte ich dieses aus der Zeitschrift „Beobachter“ herausgerissen und das Rotkraut-Gericht hat seit damals einen Stammplatz in unserer Herbst- und Winterküche. Jenes Rezept war damals von einem (mir persönlich nicht bekannten) Leser und Gärtner aus „meiner“ Stadt eingeschickt worden. Bei der Lektüre des Buches „Moderne Gärten“ hatte ich nun sozusagen ein Treffen mit einem alten Bekannten. Auf das Portrait aus dem hiesigen Landschaftsgartenbetrieb war ich natürlich sowieso neugierig. Die Angaben wie Name, beruflicher Hintergrund, Wohnort sowie das abgebildete Foto weckten Erinnerungen wach und ich kramte das inzwischen arg zerfledderte Rezept hervor. Und siehe da, aus dem "Rezept-Einsender“ von Anfang der 90er Jahre ist inzwischen ein bekannter Landschaftsarchitekt geworden.
Elke von Radziewsky:
Moderne Gärten
Callwey Verlag, 2009
Nach dem Inhaltsverzeichnis folgt eine mehrseitige Einstimmung zum Thema „Hundert Jahre Hausgarten“. Darin geht es von den Folgen eines gewonnenen Gartenwettbewerbes anno 1907 über den Einfluss des schnellen Wachsen der Grossstädte im 19. und 20. Jahrhundert auf die Gartenlust in Europa bis zum momentan stattfindenden Umschwung in der Bewertung der Hausgärten.
Titel wie „Tulpe spielt Theater“ und „Spatz und Krieger“ oder „Der Garten ist ein Fass ohne Boden“ machen den Leser zusammen mit den beeindruckenden Fotos neugierig auf die auf rund 200 Seiten verteilten Portraits. Diese werden durch detaillierte Pläne ergänzt.
Die Gärten sind so unterschiedlich wie die Gestalter. Da gibt es einen, in welchem der Boden mit Kalbsknochen gepflastert ist und auf einer als Pferdeweide benutzten Blumenwiese Hainbuchen-Hecken in Form von Tortenstücken verteilt sind. Im Beitrag „Sommerblumenweg zur Küche“ wird ein Garten vorgestellt, wo an ein Gewächshaus einer ehemaligen Gärtnerei eine Schlafzelle angebaut worden ist, da die Masse des früheren Arbeiterhauses auch für zwei Personen als Wohnung zu klein waren.
Nach den Gartenportraits folgen Steckbriefe der Landschaftsarchitekten und ihrer Büros mit Angaben zu Anzahl Mitarbeiter, wichtigen Arbeiten und Stil. Interessant sind die Hinweise über Anteile der pro Jahr gestalteten Hausgärten im Verhältnis zu anderen Aufträgen. Leider fehlt ein Register, welches ein kurzes Nachschlagen doch enorm vereinfachen würde.
Kürzlich habe ich an dieser Stelle ein Rezept von Paul Bocuse erwähnt. Vor längerer Zeit (1993!) hatte ich dieses aus der Zeitschrift „Beobachter“ herausgerissen und das Rotkraut-Gericht hat seit damals einen Stammplatz in unserer Herbst- und Winterküche. Jenes Rezept war damals von einem (mir persönlich nicht bekannten) Leser und Gärtner aus „meiner“ Stadt eingeschickt worden. Bei der Lektüre des Buches „Moderne Gärten“ hatte ich nun sozusagen ein Treffen mit einem alten Bekannten. Auf das Portrait aus dem hiesigen Landschaftsgartenbetrieb war ich natürlich sowieso neugierig. Die Angaben wie Name, beruflicher Hintergrund, Wohnort sowie das abgebildete Foto weckten Erinnerungen wach und ich kramte das inzwischen arg zerfledderte Rezept hervor. Und siehe da, aus dem "Rezept-Einsender“ von Anfang der 90er Jahre ist inzwischen ein bekannter Landschaftsarchitekt geworden.
Elke von Radziewsky:
Moderne Gärten
Callwey Verlag, 2009
2. November 2009
Garten-, Kräuter und Gemüsedetektive
Eine Ideensammlung rund um das Thema Kräuter liefert das Buch „Die Kräuter-Detektive“. Dabei handelt es sich nicht um ein eigentliches Kinderbuch sondern um ein Arbeitsbuch für interessierte Eltern, Lehrer und alle, die sich mit kleineren Kindern beschäftigen. Auch für Kindergeburtstage lassen sich verschiedene Ideen übernehmen, beispielsweise wie mit Kräutern gemalt, gebastelt, gerätselt, gekocht, gespielt und experimentiert werden kann.
Die Kräuter werden in die Kapital Gartenkräuter, Unkräuter, Wiesenkräuter und Waldkräuter unterteilt. Im Kapitel Unkräuter werden unter anderem die Brennessel und der Schachtelhalm vorgestellt. Ein Steckbrief in Wort und Illustration verrät, wo das vorgestellte Kraut anzutreffen ist, wie Blatt, Stängel, Blüte, Wurzel und Frucht aussehen sowie Besonderheiten zu Verbreitung, Bestäubung, Blütezeit usw. Dank der detailtreuen Illustrationen können auch kleine Detektive die Kräuter in Wald und Wiese einfach aufspüren. Haben Sie schon einmal grüne Chips aus Brennnessel-Blättern gekostet oder eine Brennnessel-Suppe? Dies sind nur zwei der vielen Kräuter-Rezepte, die im Buch aufgeführt sind. Passende Geschichten, Lieder sowie Experimente, welche die verschiedenen Sinne herausfordern, runden die jeweiligen Kräuter-Portraits ab.
Zu den Themen Garten und Gemüse gibt es Bücher in identischer Ausstattung, ebenfalls mit Experimenten, Spielen, Bastelideen, Rezepten und Geschichten.
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Kräuter-Detektive
Ökotopia Verlag, 2009
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Gemüse-Detektive
Ökotopia Verlag, 2007
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Garten-Detektive
Ökotopia Verlag, 2005
Die Kräuter werden in die Kapital Gartenkräuter, Unkräuter, Wiesenkräuter und Waldkräuter unterteilt. Im Kapitel Unkräuter werden unter anderem die Brennessel und der Schachtelhalm vorgestellt. Ein Steckbrief in Wort und Illustration verrät, wo das vorgestellte Kraut anzutreffen ist, wie Blatt, Stängel, Blüte, Wurzel und Frucht aussehen sowie Besonderheiten zu Verbreitung, Bestäubung, Blütezeit usw. Dank der detailtreuen Illustrationen können auch kleine Detektive die Kräuter in Wald und Wiese einfach aufspüren. Haben Sie schon einmal grüne Chips aus Brennnessel-Blättern gekostet oder eine Brennnessel-Suppe? Dies sind nur zwei der vielen Kräuter-Rezepte, die im Buch aufgeführt sind. Passende Geschichten, Lieder sowie Experimente, welche die verschiedenen Sinne herausfordern, runden die jeweiligen Kräuter-Portraits ab.
Zu den Themen Garten und Gemüse gibt es Bücher in identischer Ausstattung, ebenfalls mit Experimenten, Spielen, Bastelideen, Rezepten und Geschichten.
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Kräuter-Detektive
Ökotopia Verlag, 2009
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Gemüse-Detektive
Ökotopia Verlag, 2007
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Garten-Detektive
Ökotopia Verlag, 2005
29. Oktober 2009
Pilze für Madeleine
Pilze bilden in der biologischen Klassifikation zwar neben Tieren und Pflanzen ein eigenes Reich. In den letzten Wochen sind aber in unserem Garten „draussen“ einige Exemplare in der Wiese aufgetaucht, so dass ich ihnen nun im Sofagarten auch einen Platz anbiete.
Holger Haglund arbeitet als Lagerverwalter. Seine ganze Leidenschaft gilt den Pilzen. Drachenpilz, Wolfsblut, Fliegenpilz, Täubling, Stinkmorchel, Stockschwämme und viele andere mehr – er kennt sie alle und weiss Bescheid über Nutzen und Gefahren. Sein umfangreiches Wissen gibt Holger in Pilzkursen weiter und diese Seminare wirken wie Magnete auf die Frauen.
Seit Holgers Ehe mit einer früheren Kursteilnehmerin nach wenigen Jahren auseinanderbrach, lebt er mit seinem inzwischen erwachsenen Sohn Gunnar in einer Hütte mitten im Wald. Eines Tages nimmt die schöne Madeleine an einem von Holgers Pilzseminaren teil. Vater und Sohn verlieben sich beide in die reiche Schlossbesitzerin. Schliesslich heiraten Holger und Madeleine und ziehen auf deren Schloss in Frankreich. Während sich für Holger mit der Trüffeljagd ein neues interessantes Feld auftut, führt der junge Haglund ein Einsiedlerleben im schwedischen Wald und es zerreisst ihn beinahe vor Sehnsucht nach Liebe und nach Madeleine.
Schon seit seiner Kindheit steht der Ich-Erzähler Gunnar im Schatten seines dominanten Vaters. Nachdem Holger seinem Sohn von der aphrodisierenden Wirkung eines schleimigen Höhlenpilzes erzählt, wähnt sich Gunnar am Ziel seiner Fantasien. Er mischt seiner Stiefmutter diesen Pilz ins Essen - ohne zu ahnen, dass hinter dem Tipp seines Vaters ein heimtückischer Plan steckt. Gunnars Vorhaben misslingt und seine Träume von der Verführung von Madeleine enden in einem Desaster.
Fast ohne es zu merken, werden Sie bei dieser Lektüre eine Menge über Pilze erfahren!
Falls Sie noch mehr über Pfifferlinge, Morcheln und Co. lesen wollen: im Roman „Die dunkle Seite des Mondes“ von Martin Suter spielen halluzinogene Pilze eine wichtige Rolle.
Marie Hermanson:
Pilze für Madeleine
Suhrkamp Verlag, 2009
Holger Haglund arbeitet als Lagerverwalter. Seine ganze Leidenschaft gilt den Pilzen. Drachenpilz, Wolfsblut, Fliegenpilz, Täubling, Stinkmorchel, Stockschwämme und viele andere mehr – er kennt sie alle und weiss Bescheid über Nutzen und Gefahren. Sein umfangreiches Wissen gibt Holger in Pilzkursen weiter und diese Seminare wirken wie Magnete auf die Frauen.
Seit Holgers Ehe mit einer früheren Kursteilnehmerin nach wenigen Jahren auseinanderbrach, lebt er mit seinem inzwischen erwachsenen Sohn Gunnar in einer Hütte mitten im Wald. Eines Tages nimmt die schöne Madeleine an einem von Holgers Pilzseminaren teil. Vater und Sohn verlieben sich beide in die reiche Schlossbesitzerin. Schliesslich heiraten Holger und Madeleine und ziehen auf deren Schloss in Frankreich. Während sich für Holger mit der Trüffeljagd ein neues interessantes Feld auftut, führt der junge Haglund ein Einsiedlerleben im schwedischen Wald und es zerreisst ihn beinahe vor Sehnsucht nach Liebe und nach Madeleine.
Schon seit seiner Kindheit steht der Ich-Erzähler Gunnar im Schatten seines dominanten Vaters. Nachdem Holger seinem Sohn von der aphrodisierenden Wirkung eines schleimigen Höhlenpilzes erzählt, wähnt sich Gunnar am Ziel seiner Fantasien. Er mischt seiner Stiefmutter diesen Pilz ins Essen - ohne zu ahnen, dass hinter dem Tipp seines Vaters ein heimtückischer Plan steckt. Gunnars Vorhaben misslingt und seine Träume von der Verführung von Madeleine enden in einem Desaster.
Fast ohne es zu merken, werden Sie bei dieser Lektüre eine Menge über Pilze erfahren!
Falls Sie noch mehr über Pfifferlinge, Morcheln und Co. lesen wollen: im Roman „Die dunkle Seite des Mondes“ von Martin Suter spielen halluzinogene Pilze eine wichtige Rolle.
Marie Hermanson:
Pilze für Madeleine
Suhrkamp Verlag, 2009
25. Oktober 2009
The Snowdrop Garden
Der Engländer Ben lernt an der Frankfurter Buchmesse die Slowakin Katka kennen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten möchten sich die beiden näher kennenlernen und Ben fährt im Anschluss an die Messe mit Katka in ihre Heimat. Während dieser Tage in der Slowakei müssen die beiden etliche kulturelle Missverständnisse überwinden, die Beziehung wird aber weitergeführt. Die Geschichte dümpelt etwas vor sich hin und der Leser erfährt beispielsweise, dass im Osten die Bananen anders geschält werden als in England.
Zuhause verdient Ben sein Geld als Cartoonist und widmet seine ganze Freizeit den Schneeglöckchen, die seinen Garten zur Blütezeit in eine umwerfende weisse Pracht verwandeln. Dazu gehört das Ersteigern von Zwiebeln im Ebay, Chatten in Galanthus-Foren sowie das Besuchen von Schneeglöckchen-Anlässen (die Nettetaler Schneeglöckchen-Tage werden übrigens auch erwähnt). Eine ältere Freundin, Lady Cherington, die ebenfalls den Schneeglöckchen verfallen ist, steht kurz davor, ihr Haus und ihren Garten räumen zu müssen, weil ihr Mann das gesamte Vermögen verspekuliert hat. Ben und Katka möchten unbedingt verhindern, dass diese einmalige Schneeglöckchen-Kollektion auseinanderfällt.
Sie selber haben zwar (noch) keine herbstblühenden Schneeglöckchen, zählen sich aber doch schon zu den Galantophilen? Dann hätte ich Ihnen diesen Roman gerne als perfekte Überbrückung der Wartezeit und als Einstimmung auf die nicht mehr so weit entfernte Hauptblütezeit ihrer Gartenschätze empfohlen. Leider sind meine Erwartungen an die Lektüre dieses Buches nicht ganz erfüllt worden.
Auf den ersten zwei Dutzend Seiten hatte ich gar das Gefühl im falschen Film zu sitzen bzw. Im falschen Buch zu lesen (falsches Buchseiten in Umschlag gebunden - alles schon vorgekommen...). Der Autor hat in diese Erzählung Schneeglöckchen, Liebesgeschichte, ein bisschen Komödie und internationale Drogengeschäfte gepackt. Mir fehlte der rote Faden und die Spannung kam auch zu kurz. Mühsam fand ich es, mich durch Katkas nicht perfekte Englisch-Kenntnisse lesen zu müssen.
Martin Baxendale ist selber Cartoonist und hat in seiner Backlist Titel wie „Ihr neues Baby – Gebrauchsanweisung“, und die saloppe Art, wie solche Bücher geschrieben sind, lässt sich auch in diesem Roman nicht verleugnen. Der Autor ist ausserdem selber leidenschaftlicher Schneeglöckchen-Sammler und, wie sich im Internet mit wenigen Klicks leicht herausfinden lässt, auch in einschlägigen Foren von Gleichgesinnten anzutreffen. Welche anderen Themen aus der Erzählung wohl sonst noch autobiographisch sind?
Martin Baxendale:
The Snowdrop Garden
Silent but Deadly Publications, 2009
Zuhause verdient Ben sein Geld als Cartoonist und widmet seine ganze Freizeit den Schneeglöckchen, die seinen Garten zur Blütezeit in eine umwerfende weisse Pracht verwandeln. Dazu gehört das Ersteigern von Zwiebeln im Ebay, Chatten in Galanthus-Foren sowie das Besuchen von Schneeglöckchen-Anlässen (die Nettetaler Schneeglöckchen-Tage werden übrigens auch erwähnt). Eine ältere Freundin, Lady Cherington, die ebenfalls den Schneeglöckchen verfallen ist, steht kurz davor, ihr Haus und ihren Garten räumen zu müssen, weil ihr Mann das gesamte Vermögen verspekuliert hat. Ben und Katka möchten unbedingt verhindern, dass diese einmalige Schneeglöckchen-Kollektion auseinanderfällt.
Sie selber haben zwar (noch) keine herbstblühenden Schneeglöckchen, zählen sich aber doch schon zu den Galantophilen? Dann hätte ich Ihnen diesen Roman gerne als perfekte Überbrückung der Wartezeit und als Einstimmung auf die nicht mehr so weit entfernte Hauptblütezeit ihrer Gartenschätze empfohlen. Leider sind meine Erwartungen an die Lektüre dieses Buches nicht ganz erfüllt worden.
Auf den ersten zwei Dutzend Seiten hatte ich gar das Gefühl im falschen Film zu sitzen bzw. Im falschen Buch zu lesen (falsches Buchseiten in Umschlag gebunden - alles schon vorgekommen...). Der Autor hat in diese Erzählung Schneeglöckchen, Liebesgeschichte, ein bisschen Komödie und internationale Drogengeschäfte gepackt. Mir fehlte der rote Faden und die Spannung kam auch zu kurz. Mühsam fand ich es, mich durch Katkas nicht perfekte Englisch-Kenntnisse lesen zu müssen.
Martin Baxendale ist selber Cartoonist und hat in seiner Backlist Titel wie „Ihr neues Baby – Gebrauchsanweisung“, und die saloppe Art, wie solche Bücher geschrieben sind, lässt sich auch in diesem Roman nicht verleugnen. Der Autor ist ausserdem selber leidenschaftlicher Schneeglöckchen-Sammler und, wie sich im Internet mit wenigen Klicks leicht herausfinden lässt, auch in einschlägigen Foren von Gleichgesinnten anzutreffen. Welche anderen Themen aus der Erzählung wohl sonst noch autobiographisch sind?
Martin Baxendale:
The Snowdrop Garden
Silent but Deadly Publications, 2009
23. Oktober 2009
The White Garden
Am 28. März 1941 packte die gute Schwimmerin Virginia Woolf einen grossen Stein in ihre Manteltasche und ertränkte sich im Fluss Ouse. Ihre Leiche wurde erst drei Wochen später entdeckt. Die Autorin Stephanie Barron stellt nun in ihrem Buch „The White Garden“ die Frage, was wäre, wenn sich Virginia Woolf nicht wie allgemein angenommen an diesem Tag umgebracht hat, sondern bei ihrer Freundin und früheren Liebhaberin Vita Sackville-West untergetaucht ist?
Die Amerikanerin Jo Bellamy kommt nach Sissinghurst, um im Auftrag eines Kunden den Weissen Garten zu studieren. Gleichzeitig möchte sie ihren Aufenthalt in Kent dazu nützen, um Näheres aus dem Leben ihres Grossvaters Jock aus der Zeit des 2. Weltkriegs zu erfahren. Kurz nachdem Jo ihrem Grossvater von ihrem grossen Auftrag in England erzählt hat, hat sich dieser nämlich ohne Angabe von Gründen umgebracht. Da ihr Grossvater als Junge als Gärtner auf Sissinghurst arbeitete, glaubt sie, an seinem Freitod Schuld zu sein.
In einem Geräteschuppen auf Sissinghurst entdeckt Jo ein Buch mit der Aufschrift „Jock's Book“. Die Chefgärtnerin Imogen erlaubt ihr, den Fund auszuleihen. Nach der Lektüre vermutet Jo, dass das Buch von Virginia Woolf persönlich verfasst worden ist. Statt es wie versprochen nach Sissinghurst zurückzubringen, fährt Jo nach London, um abzuklären, ob ihre Vermutungen zutreffend sind.
Peter Llewellyn, ein auf seltene Bücher spezialisierter Angestellter von Sotheby's, glaubt ebenfalls, dass die Handschrift von Virginia Woolf sein könnte, stellt aber sofort fest, dass die Daten der Einträge, die exakt am 29 März 1941 beginnen, dagegen sprechen. Also überredet Peter Jo, seine Ex-Frau und Woolf-Spezialistin beizuziehen ...
Speziell empfehlenswerte Lektüre für Liebhaber von Fiktion gemischt mit echten Biografien. Der Roman enthält neben Einzelheiten zu Leben und Werk von Virginia Woolf auch zahlreiche Details über Vita Sackville-West und Sissinghurst.
Stephanie Barron:
The White Garden
Bantam Books, 2009
Die Amerikanerin Jo Bellamy kommt nach Sissinghurst, um im Auftrag eines Kunden den Weissen Garten zu studieren. Gleichzeitig möchte sie ihren Aufenthalt in Kent dazu nützen, um Näheres aus dem Leben ihres Grossvaters Jock aus der Zeit des 2. Weltkriegs zu erfahren. Kurz nachdem Jo ihrem Grossvater von ihrem grossen Auftrag in England erzählt hat, hat sich dieser nämlich ohne Angabe von Gründen umgebracht. Da ihr Grossvater als Junge als Gärtner auf Sissinghurst arbeitete, glaubt sie, an seinem Freitod Schuld zu sein.
In einem Geräteschuppen auf Sissinghurst entdeckt Jo ein Buch mit der Aufschrift „Jock's Book“. Die Chefgärtnerin Imogen erlaubt ihr, den Fund auszuleihen. Nach der Lektüre vermutet Jo, dass das Buch von Virginia Woolf persönlich verfasst worden ist. Statt es wie versprochen nach Sissinghurst zurückzubringen, fährt Jo nach London, um abzuklären, ob ihre Vermutungen zutreffend sind.
Peter Llewellyn, ein auf seltene Bücher spezialisierter Angestellter von Sotheby's, glaubt ebenfalls, dass die Handschrift von Virginia Woolf sein könnte, stellt aber sofort fest, dass die Daten der Einträge, die exakt am 29 März 1941 beginnen, dagegen sprechen. Also überredet Peter Jo, seine Ex-Frau und Woolf-Spezialistin beizuziehen ...
Speziell empfehlenswerte Lektüre für Liebhaber von Fiktion gemischt mit echten Biografien. Der Roman enthält neben Einzelheiten zu Leben und Werk von Virginia Woolf auch zahlreiche Details über Vita Sackville-West und Sissinghurst.
Stephanie Barron:
The White Garden
Bantam Books, 2009
21. Oktober 2009
Tales as tall as a Sunflower
Eine Sammlung von humorvollen Geschichten von Stephen Butterman ist unter dem Titel „Tales as tall as a sunflower“ erschienen. Diese erzählen beispielsweise von botanischer Korrektheit oder militanten Honigbienen und sind nicht alle ganz ernst zu nehmen. Die Kurzgeschichten tragen Titel wie „Terrorist Garden Plot uncovered“, A Date to forget“ oder „Meeting my (other) self in the Garden“.
Witzig ist etwa der Beitrag, in dem der Autor sich bemüht seine Nichten und Neffen aus dem Garten fernzuhalten (denen er übrigens das Buch gewidmet hat), weil diese in ihrem Übereifer mehr stören als helfen, wenn sie etwa ganze Pflanzen ausreissen statt nur reifes Gemüse zu ernten. Um dieses Problem zu lösen, sucht er im Internet nach Hilfe, findet aber nur zu Webseiten, wie Kinder fürs Gärtnern zu begeistern sind und keine, wie sie davon abgehalten werden können. Um im Garten ungestört arbeiten und ernten zu können, schickt er deshalb die Jungmannschaft an den Computer. Diese soll das World Wide Web nach Informationen über Gemüse durchforsten. Schon nach kurzer Zeit kehren die Kinder zurück und präsentieren ihre Resultate. Die Ergebnisse, welche sie auf Stichworte wie „hot peppers“ erhielten, waren nun nicht gerade das erhoffte (und gar nicht kindergerecht) ...
Für Leserinnen und Leser, die witzige Geschichten rund ums Gärtnern angereichert mit Gedanken über Politik und Kinder mögen.
Stephen Butterman:
Tales as tall as a sunflower
Bellissima Publishing, 2009
Witzig ist etwa der Beitrag, in dem der Autor sich bemüht seine Nichten und Neffen aus dem Garten fernzuhalten (denen er übrigens das Buch gewidmet hat), weil diese in ihrem Übereifer mehr stören als helfen, wenn sie etwa ganze Pflanzen ausreissen statt nur reifes Gemüse zu ernten. Um dieses Problem zu lösen, sucht er im Internet nach Hilfe, findet aber nur zu Webseiten, wie Kinder fürs Gärtnern zu begeistern sind und keine, wie sie davon abgehalten werden können. Um im Garten ungestört arbeiten und ernten zu können, schickt er deshalb die Jungmannschaft an den Computer. Diese soll das World Wide Web nach Informationen über Gemüse durchforsten. Schon nach kurzer Zeit kehren die Kinder zurück und präsentieren ihre Resultate. Die Ergebnisse, welche sie auf Stichworte wie „hot peppers“ erhielten, waren nun nicht gerade das erhoffte (und gar nicht kindergerecht) ...
Für Leserinnen und Leser, die witzige Geschichten rund ums Gärtnern angereichert mit Gedanken über Politik und Kinder mögen.
Stephen Butterman:
Tales as tall as a sunflower
Bellissima Publishing, 2009
18. Oktober 2009
Überdosis an Büchern?
Gestern Samstag habe ich den Sofagarten wieder einmal verlassen und habe in Begleitung meiner Tochter die Frankfurter Buchmesse besucht. Wir sind am Donnerstag in einer Buchhandlung jenseits der Grenze auf ein Angebot zu einem Ausflug an die Messe gestossen, dessen Verlockung wir nicht widerstehen konnten. Der gestrige Tag war dann wir erwartet sehr lang und streng, und vom vielen Herumlaufen war ich erschöpfter als letzthin nach einem Halbmarathon. Doch wir waren beide zufrieden und haben ja noch den Sonntag zur Erholung bevor der Alltag wieder losgeht.
Meine Tochter hat ihre Buchzeichensammlung um etliche Exemplare erweitert und ich liebäugle natürlich wieder mit dem einen oder anderen Buch. Die riesige Menge der ausgestellten Bücher fand ich nicht mehr ganz so beeindruckend wie bei meinem ersten Besuch an der Messe vor ein paar Jahren. Viele bekannte Bücher aus dem heimischen Gestell waren ausgestellt und Titel, die auf dem Wunschzettel stehen, konnten auf ihre „Tauglichkeit“ durchgeblättert werden.
Unter diversen anderen Büchern interessieren mich Ralph Dutlis Kulturgeschichte über die Oliven, während ich den präsentierten Roman „Die Spucke des Teufels“ von Ella Theiss über die Bemühungen von Friedrich II., seinem Volk die Kartoffeln schmackhaft zu machen, eben letzte Woche fertig gelesen habe und diesen nicht besonders mitreissend fand. Der Hunger nach Büchern ist also nicht gestillt, ich habe aber wieder einmal festgestellt, dass ich im Internet doch am schnellsten und einfachsten zu meiner Lieblingslektüre komme (obwohl leider die deutschen Bücher im Gegensatz zu den englischen meist nicht nach Stichworten durchgesucht werden können). Näheres über die Entdeckungen demnächst.
PS: Vielleicht könnte uns ein Eingeweihter noch erklären, was es für eine Bewandtnis mit den vielen verkleideten Messebesuchern auf sich hat?
Meine Tochter hat ihre Buchzeichensammlung um etliche Exemplare erweitert und ich liebäugle natürlich wieder mit dem einen oder anderen Buch. Die riesige Menge der ausgestellten Bücher fand ich nicht mehr ganz so beeindruckend wie bei meinem ersten Besuch an der Messe vor ein paar Jahren. Viele bekannte Bücher aus dem heimischen Gestell waren ausgestellt und Titel, die auf dem Wunschzettel stehen, konnten auf ihre „Tauglichkeit“ durchgeblättert werden.
Unter diversen anderen Büchern interessieren mich Ralph Dutlis Kulturgeschichte über die Oliven, während ich den präsentierten Roman „Die Spucke des Teufels“ von Ella Theiss über die Bemühungen von Friedrich II., seinem Volk die Kartoffeln schmackhaft zu machen, eben letzte Woche fertig gelesen habe und diesen nicht besonders mitreissend fand. Der Hunger nach Büchern ist also nicht gestillt, ich habe aber wieder einmal festgestellt, dass ich im Internet doch am schnellsten und einfachsten zu meiner Lieblingslektüre komme (obwohl leider die deutschen Bücher im Gegensatz zu den englischen meist nicht nach Stichworten durchgesucht werden können). Näheres über die Entdeckungen demnächst.
PS: Vielleicht könnte uns ein Eingeweihter noch erklären, was es für eine Bewandtnis mit den vielen verkleideten Messebesuchern auf sich hat?
14. Oktober 2009
Persönliche Gartenparadiese
Kann einer je genügend Gartenbücher zum Schwelgen und als Quelle für neue Inspirationen auf dem Bücherregal stehen haben? Diese Frage, muss jeder für sich selber beantworten. Eine neue Verlockung aus dem aktuellen Herbstprogramm des Callwey Verlags macht einem die Entscheidung wahrscheinlich auch nicht leichter. Der verschwenderisch illustrierte Bildband „Die schönsten privaten Gärten“ von Oliver Kipp erlaubt einen Blick hinter Gartenzäune, die sonst zumeist keinen Einlass gewähren und lässt einen in den unweigerlich nahenden dunklen Wintermonaten vom noch weit entfernten Frühling und Sommer träumen.
Die dreissig mehrheitlich grossen vorgestellten Gärten sind im Stil ebenso verschieden wie ihre Besitzer. Asiatisch inspirierte Anlagen und englische Gärten sind ebenso vertreten wie ein Rhododendron-, ein Rosen- oder ein Naturgarten und ein von Hortensien und Buchs dominiertes Paradies. Dass nicht nur parkähnliche Gärten ihren Reiz haben, beweisen ein Bonsai- und ein Künstlergarten. In einzelnen der vorgestellten Gärten wird seit über 40 Jahren an der Perfektion gefeilt.
Nicht alle der portraitierten Gärtner mögen den Grossteil ihrer Freizeit mit Jäten, Rasenmähen und anderen gärtnerischen Tätigkeiten ausfüllen. Im Gegenteil, das Motto einer Rosengärtnerin aus dem Périgord lautet „Der Quotient aus Arbeit und Freude muss stimmen, und ich möchte eigentlich einen Garten zum Geniessen“. Erreicht hat sie dieses Ziel, indem alle Beete mit einer Folie abgedeckt und die Rosen durch Löcher an die gewünschten Stellen gepflanzt hat. Die Folien, die Unkraut abhalten und die Feuchtigkeit im Boden speichern, wurden mit Kies abgedeckt.
In kurzen Texten verraten die Besitzer näheres über ihre Leidenschaft, Motivation, Inspirationen, Ideen und den einen oder anderen Tipp. Das Geschriebene wird ergänzt durch wunderschöne gross- und kleinformatigen Fotos. Abgerundet werden die Portraits durch einen Steckbrief, der Informationen über Grösse, Beschreibung, Schwerpunkte, Vorbilder und allfällige Besuchsmöglichkeiten gibt.
Ein Buch zum Schwelgen und Ideensammeln!
Oliver Kipp:
Die schönsten privaten Gärten
Callwey Verlag, 2009
Die dreissig mehrheitlich grossen vorgestellten Gärten sind im Stil ebenso verschieden wie ihre Besitzer. Asiatisch inspirierte Anlagen und englische Gärten sind ebenso vertreten wie ein Rhododendron-, ein Rosen- oder ein Naturgarten und ein von Hortensien und Buchs dominiertes Paradies. Dass nicht nur parkähnliche Gärten ihren Reiz haben, beweisen ein Bonsai- und ein Künstlergarten. In einzelnen der vorgestellten Gärten wird seit über 40 Jahren an der Perfektion gefeilt.
Nicht alle der portraitierten Gärtner mögen den Grossteil ihrer Freizeit mit Jäten, Rasenmähen und anderen gärtnerischen Tätigkeiten ausfüllen. Im Gegenteil, das Motto einer Rosengärtnerin aus dem Périgord lautet „Der Quotient aus Arbeit und Freude muss stimmen, und ich möchte eigentlich einen Garten zum Geniessen“. Erreicht hat sie dieses Ziel, indem alle Beete mit einer Folie abgedeckt und die Rosen durch Löcher an die gewünschten Stellen gepflanzt hat. Die Folien, die Unkraut abhalten und die Feuchtigkeit im Boden speichern, wurden mit Kies abgedeckt.
In kurzen Texten verraten die Besitzer näheres über ihre Leidenschaft, Motivation, Inspirationen, Ideen und den einen oder anderen Tipp. Das Geschriebene wird ergänzt durch wunderschöne gross- und kleinformatigen Fotos. Abgerundet werden die Portraits durch einen Steckbrief, der Informationen über Grösse, Beschreibung, Schwerpunkte, Vorbilder und allfällige Besuchsmöglichkeiten gibt.
Ein Buch zum Schwelgen und Ideensammeln!
Oliver Kipp:
Die schönsten privaten Gärten
Callwey Verlag, 2009
11. Oktober 2009
Herbstferienlektüre
Während unser Nachtessen, Rotkraut nach einem Rezept von Paul Bocuse, vor sich hin köchelt, habe ich einen Moment Zeit, die während unserem Kurzurlaub in eben dessen Heimatstadt Lyon gelesenen Bücher zusammenzufassen.
In „Unter blauem Himmel“ von Sarah Duncan spielt die Gartenhistorikerin Anna die Hauptrolle. Die frisch geschiedene Endzwanzigerin lernt anlässlich ihres neuesten Projektes den Enkel ihrer Auftraggeberin kennen und erliegt dessen Charme. Anna, deren bisheriges Leben von Vernunft geprägt war, kommt unter dem Einfluss von diesem Oliver immer weiter von ihren Zielen ab. Sie geniesst das Leben in allen Zügen, was nicht ohne Folgen bleibt. Ihre Arbeit leidet genau so unter ihrem neuen Lebenswandel wie ihre alten Freundschaften. Gartengeschichte und Gärten spielen eine wichtige Rolle im Roman.
Inzwischen habe ich auch herausgefunden wie gross (oder eben nicht) der hortikulturelle Hintergrund des französischen Bestsellers „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery ist.
Der Roman handelt von den wohlhabenden Bewohnern eines Wohnhauses in Paris – erzählt aus der Sicht einer enorm belesenen Concierge und einer Zwölfjährigen, die entschlossen ist, Selbstmord zu begehen und die Wohnung anzuzünden. Nicht zum ersten Mal habe ich anlässlich dieser Lektüre festgestellt, dass mir Bücher, die anscheinend alle Welt gut findet, nicht unbedingt zusagen (nicht nur wegen dem Minimum an gärtnerischem Hintergrund!). Ich war mehr als einmal versucht, den Titel ungelesen wegzulegen. Nachdem ich aber - wie meistens - den Schluss des Buches vorgezogen habe, musste ich dann doch meine Neugierde stillen und erfahren, wieso es gerade zu diesem Ende kommt ...
„Wenn das nicht Liebe ist“ von Clare Chambers erzählt die Geschichte der Familie Fairchild. Ein eindrücklicher Roman über eine Familie mit sehr bescheidenem Einkommen und grossem Herzen aus der Sicht der Tochter. Bei der Lektüre musste ich oft laut lachen, obwohl die Situationen eher tragisch komisch waren. Obschon ganz am Anfang des Buches ein Garten erwähnt wird und sich ein Protagonist am Schluss noch als Gartenarchitekt entpuppt, kein Titel mit Gartenbezug, aber unbedingt lesenswert!
Muriel Barbery:
Die Eleganz des Igels
dtv, 2009
Clare Chambers:
Wenn das nicht Liebe ist
Goldmann Verlag, 2005
Sarah Duncan:
Unter blauem Himmel
Diana Verlag, 2008
PS an M.: Das Buch hat mir auch ausgezeichnet gefallen und weist ja einige erstaunliche Parallelen auf ...
In „Unter blauem Himmel“ von Sarah Duncan spielt die Gartenhistorikerin Anna die Hauptrolle. Die frisch geschiedene Endzwanzigerin lernt anlässlich ihres neuesten Projektes den Enkel ihrer Auftraggeberin kennen und erliegt dessen Charme. Anna, deren bisheriges Leben von Vernunft geprägt war, kommt unter dem Einfluss von diesem Oliver immer weiter von ihren Zielen ab. Sie geniesst das Leben in allen Zügen, was nicht ohne Folgen bleibt. Ihre Arbeit leidet genau so unter ihrem neuen Lebenswandel wie ihre alten Freundschaften. Gartengeschichte und Gärten spielen eine wichtige Rolle im Roman.
Inzwischen habe ich auch herausgefunden wie gross (oder eben nicht) der hortikulturelle Hintergrund des französischen Bestsellers „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery ist.
Der Roman handelt von den wohlhabenden Bewohnern eines Wohnhauses in Paris – erzählt aus der Sicht einer enorm belesenen Concierge und einer Zwölfjährigen, die entschlossen ist, Selbstmord zu begehen und die Wohnung anzuzünden. Nicht zum ersten Mal habe ich anlässlich dieser Lektüre festgestellt, dass mir Bücher, die anscheinend alle Welt gut findet, nicht unbedingt zusagen (nicht nur wegen dem Minimum an gärtnerischem Hintergrund!). Ich war mehr als einmal versucht, den Titel ungelesen wegzulegen. Nachdem ich aber - wie meistens - den Schluss des Buches vorgezogen habe, musste ich dann doch meine Neugierde stillen und erfahren, wieso es gerade zu diesem Ende kommt ...
„Wenn das nicht Liebe ist“ von Clare Chambers erzählt die Geschichte der Familie Fairchild. Ein eindrücklicher Roman über eine Familie mit sehr bescheidenem Einkommen und grossem Herzen aus der Sicht der Tochter. Bei der Lektüre musste ich oft laut lachen, obwohl die Situationen eher tragisch komisch waren. Obschon ganz am Anfang des Buches ein Garten erwähnt wird und sich ein Protagonist am Schluss noch als Gartenarchitekt entpuppt, kein Titel mit Gartenbezug, aber unbedingt lesenswert!
Muriel Barbery:
Die Eleganz des Igels
dtv, 2009
Clare Chambers:
Wenn das nicht Liebe ist
Goldmann Verlag, 2005
Sarah Duncan:
Unter blauem Himmel
Diana Verlag, 2008
PS an M.: Das Buch hat mir auch ausgezeichnet gefallen und weist ja einige erstaunliche Parallelen auf ...
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