Zu den Büchern, deren Lektüre letztes Jahr einen nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht haben, zählt ganz bestimmt der Titel „The Sound of a Wild Snail Eating“, den ich am 13. Juli 2011 vorgestellt habe. Die ans Bett gefesselte Journalistin Elisabeth Tova Bailey erzählt darin ihre Geschichte über die Freundschaft zu einer Schnecke. Das Buch erscheint nun Anfang Februar unter dem Titel „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ auch auf Deutsch. Unbedingt lesenswert!
Nachstehend nochmals meine damalige ausführliche Buchvorstellung:
Gärtner sind meistens nicht besonders gut auf Schnecken zu sprechen. In Zeitschriften, Büchern und Gartenforen findet man fast unzählige Tipps, wie man (Nackt-)Schnecken davon abhält, Salat, Hostas und andere ihrer Lieblingsfresspflanzen zu vertilgen. Wie kommt es also dazu, dass eine junge Amerikanerin sich intensiv mit „Hüüsli-Schnägge“ beschäftigt und schliesslich ein Buch darüber schreibt?
Zu diesem Zeitvertreib kam Elisabeth Tova Bailey nicht ganz freiwillig. Die sportliche und aktive Frau erkrankte im Alter von 34 Jahren nach einer Europareise durch einen mysteriösen Erreger schwer und blieb in der Folge für lange Zeit ans Bett gefesselt. Jeder Augenblick fühlte sich an wie eine unendliche Stunde. Die Gedanken kreisten immer wieder um die W-Fragen: warum, was, wann und wie? Und immer wieder, wenn sie sich vom Rest der Welt abgeschnitten fühlte, wünschte sie sich, ihren chronisch an Zeitmangel leidenden Freunden von ihrer nutzlosen Zeit abgeben zu können.
Eine Freundin stellt ihr in dieser schweren Phase einen Topf mit einem Ackerstiefmütterchen ans Bett. Zwischen die Blätter hatte sie eine gewöhnliche Waldschnecke (Neohelix albolabris) platziert. Elisabeth Tova Bailey freute sich über diese etwas ungewöhnliche Aufmerksamkeit und wunderte sich gleichzeitig, was sie damit anfangen sollte. Im Gegensatz zu den üblichen Mitbringseln aus Schnittblumen, waren die Stiefmütterchen voll Leben. Die bettlägerige Frau, die früher zeitweise als Gärtnerin gearbeitet hatte, freute sich an dem kleinen Stück Garten neben ihrem Bett, das sie mit ihrem Trinkglas bewässern konnte.
Wie still muss ein Raum sein, dass man eine Schnecke fressen hört? In ihrem berührenden Buch „The Sound of a Wild Snail Eating“ erzählt die Autorin wir ihr eben dieses Geräusch das Gefühl von Gesellschaft und gemeinsam geteilten Raum vermittelte. Dank dem Blumentopf samt Bewohner konnte sie soweit es ihr eben möglich war, Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen. Der Topf wurde bald durch ein artgerechtes Terrarium ersetzt und entspannendes „Snail watching“ liess die Stunden schneller verstreichen. Parallel zu ihrer Weichtier-Beobachtung begann die Patientin, sich intensiv mit Schnecken in der Literatur auseinanderzusetzen, was auch Ausdruck im umfangreichen Quellenverzeichnis im Anhang des Buches findet. Elisabeth Tova Bailey entdeckte, dass Schleim nicht nur eklig ist, sondern auch interessant. Und die Amerikanerin fand schliesslich sogar heraus, dass sie wohl die erste Person ist, die ihre Beobachtungen über die Hege und Pflege des Eiergeleges durch eine Schnecke schriftlich festgehalten hat.
Die Schnecke nahm einen wichtigen Platz im eingeschränkten Leben der Autorin ein. So wichtig, dass sie annähernd panisch reagierte, als sie ihren kriechenden Mitbewohner eines Tages nicht mehr im offenen Terrarium entdecken konnte. Während sich diese Sorgen nach dem Auffinden des Ausreissers – er hatte sich für die ans Bett gefesselte Frau unerreichbar versteckt – als unbegründet herausstellten, ist die Autorin auch mehr als fünfzehn Jahre nach ihrer Erkrankung gesundheitlich nach wie vor sehr stark eingeschränkt. Ihre Genesung ist aber soweit fortgeschritten, dass eines Tages der Zeitpunkt kam, an welchem die Schnecken-Beobachtung plötzlich ihre Geduld (über)strapazierte.
Im Rückblick schreibt die Autorin, dass die Schnecke ihr die beste aller Kameradinnen gewesen ist. Sie stellte nie Fragen, die nicht beantwortet werden konnten und sie stellte keine unerfüllbaren Ansprüche. Eine sehr eindrückliche Lektüre, die ganz nebenbei viel Interessantes und Wissenswertes über Schnecken vermittelt! Elisabeth Tova Baileys Schnecke ist übrigens samt Nachkommen längst wieder in der Natur freigelassen worden.
Elisabeth Tova Bailey:
Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
Nagel & Kimche Verlag, 2012
29. Januar 2012
25. Januar 2012
Sarah Harvey: Das Rosenhaus
Nach vierzehn gemeinsam in London verbrachten Jahren ziehen Lily und Liam nach Cornwall. Der 38jährige Liam tritt dort eine Traumstelle an, während Lily diesem Umzug nur widerwillig zugestimmt hat und mit Ausnahme ihres Mannes und ihrer Habseligkeiten alles war ihr lieb und teuer war in der Grossstadt zurücklassen musste. Das abgeschieden gelegene Traumhaus „Rose Cottage“ an der Küste ist ihr kein Trost. Während Liam von seiner neuen Tätigkeit völlig vereinnahmt wird, fühlt Lily sich im winterlichen und verlassenen Cornwall wie lebendig begraben. Die Kälte und der Nebel widerspiegeln deutlich ihr Stimmungslage und noch Wochen nach dem Domizilwechsel stehen die meisten Umzugkartons noch vollgegepackt herum.
Lily und Liam werden sich immer fremder. Doch gerade als die junge Frau nach einem heftigen Streit ernsthaft in Erwägung zieht, ihren Mann zu verlassen, verunfallt dieser auf einer Baustelle schwer. Die lange, schwere Rekonvaleszenz führt entgegen Lilys Erwartungen nicht zu einer Annäherung zwischen den Eheleuten, sondern entwickelt sich im Gegenteil zu einer zermürbenden Zerreisprobe. Wann waren die beiden letztmals selbstvergessen und sorglos beisammen? Werden sie nochmals zueinander finden?
Der Garten ist im Roman praktisch unbedeutend und wird nur ab und an kurz erwähnt, wenn etwa von steinernen Hochbeeten und vertrockneten Überresten ehemals üppiger Pflanzen die Rede ist. Eine Ausnahme bildet die Stelle, an welcher Lily im Garten radikal „aufräumt“ und sämtliche Rosen auf eine Höhe von ungefähr dreissig Zentimeter herunterschneidet oder eher massakriert. Zwar in hortikultureller Hinsicht kein Highlight, aber ein sehr einfühlsam und authentisch geschriebener Roman.
Sarah Harvey:
Das Rosenhaus
Piper Verlag, 2011
Lily und Liam werden sich immer fremder. Doch gerade als die junge Frau nach einem heftigen Streit ernsthaft in Erwägung zieht, ihren Mann zu verlassen, verunfallt dieser auf einer Baustelle schwer. Die lange, schwere Rekonvaleszenz führt entgegen Lilys Erwartungen nicht zu einer Annäherung zwischen den Eheleuten, sondern entwickelt sich im Gegenteil zu einer zermürbenden Zerreisprobe. Wann waren die beiden letztmals selbstvergessen und sorglos beisammen? Werden sie nochmals zueinander finden?
Der Garten ist im Roman praktisch unbedeutend und wird nur ab und an kurz erwähnt, wenn etwa von steinernen Hochbeeten und vertrockneten Überresten ehemals üppiger Pflanzen die Rede ist. Eine Ausnahme bildet die Stelle, an welcher Lily im Garten radikal „aufräumt“ und sämtliche Rosen auf eine Höhe von ungefähr dreissig Zentimeter herunterschneidet oder eher massakriert. Zwar in hortikultureller Hinsicht kein Highlight, aber ein sehr einfühlsam und authentisch geschriebener Roman.
Sarah Harvey:
Das Rosenhaus
Piper Verlag, 2011
21. Januar 2012
Silvio Waser: Spirituelles Gärtnern – Wie man mit Paradiesgärten die Erde heilen kann
In einer hiesigen wöchentlich erscheinenden Gratis-Zeitung findet sich regelmässig eine Kolumne mit dem Titel „kurz und püntig“. „Püntig“ ist eine Wortspielerei aus den Begriffen "bündig" und "Pünt", dem lokalen Dialektausdruck für Schrebergarten. In der Gartenspalte wird Lesern die Gelegenheit gegeben, ihren grünen Fleck vorzustellen und hortikulturelle Tipps zu veröffentlichen. Letzthin lautete der Titel „Gute Gartengeister“ und zu diesem Thema berichtete ein spiritueller Gärtner über seine diesbezüglichen Erfahrungen, die er zusätzlich im Eigenverlag in einer eigenen Publikation veröffentlicht hat.
Nun bin ich nicht unbedingt für Esoterik empfänglich und das Gebiet interessiert mich nicht gerade brennend. Da aber der Autor in derselben Stadt gärtnert wie ich, war ich doch neugierig auf das Buch. Dieses gibt einen detaillierten Einblick in die sogenannte feinstoffliche Welt der Natur, sprich das Reich der Elfen und Gnome. Man erfährt, mit welchen energetischen Hilfsmitteln die Erdheilung angekurbelt werden kann und liest über die Anreicherung von Giesswasser mit Informationen und über die Wirkung von Heilsteinen im Garten. Der Autor gibt des weiteren Anregungen, wie das Herz eines Gartens und ein passender Namen für denselben gefunden werden kann und er zeigt das Anlegen von Gartenmandalas und Hügelbeeten. Weitere Stichworte sind Meditation, Heilsymbole, Naturaltar, das Vermitteln von hautnahen Informationen an den Garten und Silvio Waser rät dem Gärtner, mit Hilfe eines Pendels mit dem Garten zu kommunizieren und diesen direkt nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu fragen.
Der Buchumschlag ist ansprechend gestaltet und die Publikation ist farbig illustriert, wobei die Fotos teilweise recht unscharf sind. Wie oft in Eigenpublikationen finden sich leider recht viele orthographische Fehler im Text. Während der durchaus interessanten Lektüre habe ich festgestellt, dass ich zu fest geerdet bin (oder vielleicht zu wenig?), um mit Spiritualität im Garten etwas anfangen zu können. Und gleicher Wohnort und gleiches grünes Hobby bedeutet ja noch lange nicht, dass man die gleichen Ansichten vertreten muss und die Vorlieben identisch sind.
Silvio Waser:
Spirituelles Gärtnern – Wie man mit Paradiesgärten die Erde heilen kann
One Spirit Verlag, 2011
Nun bin ich nicht unbedingt für Esoterik empfänglich und das Gebiet interessiert mich nicht gerade brennend. Da aber der Autor in derselben Stadt gärtnert wie ich, war ich doch neugierig auf das Buch. Dieses gibt einen detaillierten Einblick in die sogenannte feinstoffliche Welt der Natur, sprich das Reich der Elfen und Gnome. Man erfährt, mit welchen energetischen Hilfsmitteln die Erdheilung angekurbelt werden kann und liest über die Anreicherung von Giesswasser mit Informationen und über die Wirkung von Heilsteinen im Garten. Der Autor gibt des weiteren Anregungen, wie das Herz eines Gartens und ein passender Namen für denselben gefunden werden kann und er zeigt das Anlegen von Gartenmandalas und Hügelbeeten. Weitere Stichworte sind Meditation, Heilsymbole, Naturaltar, das Vermitteln von hautnahen Informationen an den Garten und Silvio Waser rät dem Gärtner, mit Hilfe eines Pendels mit dem Garten zu kommunizieren und diesen direkt nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu fragen.
Der Buchumschlag ist ansprechend gestaltet und die Publikation ist farbig illustriert, wobei die Fotos teilweise recht unscharf sind. Wie oft in Eigenpublikationen finden sich leider recht viele orthographische Fehler im Text. Während der durchaus interessanten Lektüre habe ich festgestellt, dass ich zu fest geerdet bin (oder vielleicht zu wenig?), um mit Spiritualität im Garten etwas anfangen zu können. Und gleicher Wohnort und gleiches grünes Hobby bedeutet ja noch lange nicht, dass man die gleichen Ansichten vertreten muss und die Vorlieben identisch sind.
Silvio Waser:
Spirituelles Gärtnern – Wie man mit Paradiesgärten die Erde heilen kann
One Spirit Verlag, 2011
17. Januar 2012
Mary A. Agria: Garden of Eve – Life in the Garden Series 2
Die Fortsetzung des letzthin hier vorgestellten Buches “Time in a Garden” beginnt ungefähr fünfzehn Monate nach dem plötzlichen Tod von Adam Groft kurz vor der geplanten Hochzeit mit Eve Brennermann. Der trauernden Eve erscheint seither alles farblos und dunkel und ihr Herz ist eingeschlossen in einer gefrorenen Welt. Erinnerungen und die Bürde der Verantwortung für das von Adam geerbte Gartencenter sind alles war ihr von der grossen Liebe ihres Lebens geblieben sind, die so plötzlich aus ihrem Leben verschwunden ist, wie sie aufgetaucht ist. Auch ihre Gartenkolumne für die lokale Wochenzeitung mag Eve nur mit grosser Mühe verfassen.
Da tritt unvermittelt die schwangere, mittellose Anise in ihr Leben. Eve bietet der jungen Frau ein Zimmer in ihrem Haus an. Und ganz langsam findet Eve wieder Freude am Leben. Sie geniesst die Anwesenheit der hilfsbereiten Anise, wohnen ihre Töchter und deren Familien doch einen halben Kontinent entfernt. Und nicht nur das Formulieren der wöchentlichen Kolumne läuft bald wieder wie von selbst, auch das Schreiben ihrer persönlichen Novelle kommt zügig vorwärts und die Publikation derselben erweist sich als richtiger Verkaufsschlager. Daneben ist Eve mit der Gründung einer Stiftung in Erinnerung an Adam beschäftigt.
Im Laufe der Lektüre erfährt man plötzlich von einer bis anhin unbekannten verwandtschaftlichen Verbindung zwischen Adam und der als Adoptionskind aufgewachsenen Anise, die mir etwas arg konstruiert erschien. Die „Life in the Garden Serie“ soll aber weitergehen und ich freue mich trotzdem bereits auf Band 3 mit dem Titel „From the Tender Stem“. Wann diese erscheint, habe ich allerdings nicht herausfinden können.
Mary A. Agria:
Garden of Eve – Life in the Garden Series 2
Eigenverlag, 2011
Da tritt unvermittelt die schwangere, mittellose Anise in ihr Leben. Eve bietet der jungen Frau ein Zimmer in ihrem Haus an. Und ganz langsam findet Eve wieder Freude am Leben. Sie geniesst die Anwesenheit der hilfsbereiten Anise, wohnen ihre Töchter und deren Familien doch einen halben Kontinent entfernt. Und nicht nur das Formulieren der wöchentlichen Kolumne läuft bald wieder wie von selbst, auch das Schreiben ihrer persönlichen Novelle kommt zügig vorwärts und die Publikation derselben erweist sich als richtiger Verkaufsschlager. Daneben ist Eve mit der Gründung einer Stiftung in Erinnerung an Adam beschäftigt.
Im Laufe der Lektüre erfährt man plötzlich von einer bis anhin unbekannten verwandtschaftlichen Verbindung zwischen Adam und der als Adoptionskind aufgewachsenen Anise, die mir etwas arg konstruiert erschien. Die „Life in the Garden Serie“ soll aber weitergehen und ich freue mich trotzdem bereits auf Band 3 mit dem Titel „From the Tender Stem“. Wann diese erscheint, habe ich allerdings nicht herausfinden können.
Mary A. Agria:
Garden of Eve – Life in the Garden Series 2
Eigenverlag, 2011
13. Januar 2012
Hans-Jürgen Hennecke: Lindentod
Lindemann, ein gewissenhafter nicht mehr ganz junger Beamter und ausgeprägter Knoblauchliebhaber mit einer sozialen Ader, ist unter die Schrebergärtner gegangen. Seit kurzem hat er einen Kleingarten am Lindener Berg in Hannover gepachtet und träumt bereits von seiner Ernte. Insbesondere freut er sich auf schmackhafte Kirschen und Erdbeeren. Noch grösser ist im Moment nur die Vorfreude auf seinen wohlverdienten Urlaub, den er geruhsam in seinem 380 m2 grossen Garten zwischen Blumen und Sträuchern zu verbringen gedenkt.
So gemütlich wie Lindemann sich seine Ferien erträumt, werden sie dann aber nicht. Auf dem Parkplatz der Kleingartenanlage liegt eine Leiche. Mysteriöserweise verschwindet diese aber und ist nicht mehr aufzufinden. Dann taucht der angebliche Tote auf dem Laubenfest auf, löst sich aber auch hier wieder in Luft auf.
Auch sonst ist allerhand los in Hannover. Der Chefredaktor des „Lindenkuriers“ wird vermisst und im Teich der Schrebergartenanlage sollen illegal Giftmüllabfälle deponiert worden sein. Ausserdem kommt die Tante von Lindemanns Partnerin auf tragische Weise ums Leben, als sich an einem Lastwagen die ungenügend gesicherte Ladung löst und auf sie fällt. Einen weiteren Schrecken löst die Meldung aus, dass auf Satellitenfotos Bomben aus dem letzten Krieg entdeckt worden sind, die sich irgendwo unter den Parzellen der Kleingartenanlage am Lindener Berg befinden soll. Da wundert es den Leser kaum noch, dass sich in einem Hochbeet nicht nur Erde und Kompost finden lassen.
Aufgrund der Sondermüllabfall-Meldung wird allen Gärtnern der betroffenen Anlage davon abgeraten, Gemüse und Blumen aus ihrem Garten zu verwenden. Und wenn einem während des Urlaubes sogar das Ernten im eigenen Garten untersagt wird, muss man halt seine Zeit wohl oder übel mit anderen Tätigkeiten ausfüllen. Was liegt da für Lindemann näher, als selber etwas herumzuschnüffeln? In dieser Tätigkeit wird er von Pastor Sauerbier unterstützt und die beiden müssen sich bald die Frage stellen, ob die verschiedenen Vorkommnisse in jüngster Zeit einen Zusammenhang haben könnten.
Hans-Jürgen Hennecke:
Lindentod
Zu Klampen Verlag, 2010
So gemütlich wie Lindemann sich seine Ferien erträumt, werden sie dann aber nicht. Auf dem Parkplatz der Kleingartenanlage liegt eine Leiche. Mysteriöserweise verschwindet diese aber und ist nicht mehr aufzufinden. Dann taucht der angebliche Tote auf dem Laubenfest auf, löst sich aber auch hier wieder in Luft auf.
Auch sonst ist allerhand los in Hannover. Der Chefredaktor des „Lindenkuriers“ wird vermisst und im Teich der Schrebergartenanlage sollen illegal Giftmüllabfälle deponiert worden sein. Ausserdem kommt die Tante von Lindemanns Partnerin auf tragische Weise ums Leben, als sich an einem Lastwagen die ungenügend gesicherte Ladung löst und auf sie fällt. Einen weiteren Schrecken löst die Meldung aus, dass auf Satellitenfotos Bomben aus dem letzten Krieg entdeckt worden sind, die sich irgendwo unter den Parzellen der Kleingartenanlage am Lindener Berg befinden soll. Da wundert es den Leser kaum noch, dass sich in einem Hochbeet nicht nur Erde und Kompost finden lassen.
Aufgrund der Sondermüllabfall-Meldung wird allen Gärtnern der betroffenen Anlage davon abgeraten, Gemüse und Blumen aus ihrem Garten zu verwenden. Und wenn einem während des Urlaubes sogar das Ernten im eigenen Garten untersagt wird, muss man halt seine Zeit wohl oder übel mit anderen Tätigkeiten ausfüllen. Was liegt da für Lindemann näher, als selber etwas herumzuschnüffeln? In dieser Tätigkeit wird er von Pastor Sauerbier unterstützt und die beiden müssen sich bald die Frage stellen, ob die verschiedenen Vorkommnisse in jüngster Zeit einen Zusammenhang haben könnten.
Hans-Jürgen Hennecke:
Lindentod
Zu Klampen Verlag, 2010
9. Januar 2012
Josefa Amerstorfer: Verbrechen im Zaubergarten – Ein Blumenkrimi
Im Garten der Blumenfreundin Grete ist eine hübsche Pflanzengesellschaft mit verschiedenen Charakteren versammelt. Dazu gehören eine stolze, eingebildete Zaubernuss, ein naiver Krokus, ein sturer, reisefreudiger Löwenzahn, eine liebenswerte, kratzbürstige Brennnessel und viele andere mehr.
Als nach dem Winter die ersten Frühblüher erwachen, bemerken diese sofort, dass die Gärtnerin Grete sich währende der kalten Jahreszeit verändert hat. Sie trägt nicht nur eine neue Frisur, auch ihr neuer Kleidungsstil hat nichts mehr mit den gewohnten einfachen und praktischen Klamotten gemeinsam, die sie bis anhin bevorzugt hat. Da sämtliche Pflanzen in diesem Zaubergarten mit der Schöpferin dieses blühenden Paradieses sprechen können, bleibt der Grund für die äusserliche Verwandlung nicht lange im Verborgenen. Nach einer gescheiterten Ehe und einem längeren Single-Dasein hat Grete endlich ihren Traummann gefunden und ist frisch verliebt.
Die verschiedenen Blumen, die oft den lieben langen Tag mit streiten verbringen, sind sich für einmal aussergewöhnlich einig, nachdem sie den Grund für Gretes Veränderung persönlich erlebt haben. Sie können Gretes Begeisterung für ihren Walter nicht teilen, er ist ihnen äusserst unsympathisch.
Kurze Zeit später wird nachts bei Grete eingebrochen. Die Gartenbewohner haben den Täter erkannt und wehren sich auf ihre Weise gegen den Eindringling. Die Igelfamilie quickt und der Rosenstrauch umgarnt ihn mit seinen stacheligen Ästen, so dass er sich darin verheddert. Damit stecken Salbei, Melisse, Pfefferminze und Co. mitten im Blumenkrimi. Und als sich tags darauf Walter von Grete trennt, sind nicht nur detektivische Fähigkeiten gefragt sondern auch Mitgefühl und Trost.
In dieser Lektüre kommt das umfangreiche Blumen- und Gartenwissen der Autorin auf jeder Seite stark ausgeprägt zum Ausdruck. Allerdings empfand ich die Dialoge zwischen den Blumen oft als langatmig und wiederholend.
Josefa Amerstorfer:
Verbrechen im Zaubergarten – Ein Blumenkrimi
Agenda Verlag, 2009
Als nach dem Winter die ersten Frühblüher erwachen, bemerken diese sofort, dass die Gärtnerin Grete sich währende der kalten Jahreszeit verändert hat. Sie trägt nicht nur eine neue Frisur, auch ihr neuer Kleidungsstil hat nichts mehr mit den gewohnten einfachen und praktischen Klamotten gemeinsam, die sie bis anhin bevorzugt hat. Da sämtliche Pflanzen in diesem Zaubergarten mit der Schöpferin dieses blühenden Paradieses sprechen können, bleibt der Grund für die äusserliche Verwandlung nicht lange im Verborgenen. Nach einer gescheiterten Ehe und einem längeren Single-Dasein hat Grete endlich ihren Traummann gefunden und ist frisch verliebt.
Die verschiedenen Blumen, die oft den lieben langen Tag mit streiten verbringen, sind sich für einmal aussergewöhnlich einig, nachdem sie den Grund für Gretes Veränderung persönlich erlebt haben. Sie können Gretes Begeisterung für ihren Walter nicht teilen, er ist ihnen äusserst unsympathisch.
Kurze Zeit später wird nachts bei Grete eingebrochen. Die Gartenbewohner haben den Täter erkannt und wehren sich auf ihre Weise gegen den Eindringling. Die Igelfamilie quickt und der Rosenstrauch umgarnt ihn mit seinen stacheligen Ästen, so dass er sich darin verheddert. Damit stecken Salbei, Melisse, Pfefferminze und Co. mitten im Blumenkrimi. Und als sich tags darauf Walter von Grete trennt, sind nicht nur detektivische Fähigkeiten gefragt sondern auch Mitgefühl und Trost.
In dieser Lektüre kommt das umfangreiche Blumen- und Gartenwissen der Autorin auf jeder Seite stark ausgeprägt zum Ausdruck. Allerdings empfand ich die Dialoge zwischen den Blumen oft als langatmig und wiederholend.
Josefa Amerstorfer:
Verbrechen im Zaubergarten – Ein Blumenkrimi
Agenda Verlag, 2009
5. Januar 2012
Antonia Michaelis: Wolfsgarten
Achim und Karl haben vor Jahresfrist das Kinderheim, das ihr bisheriges Zuhause war, verlassen können und in separaten Familien ein neues Leben angefangen. Der Kontakt zwischen den beiden ehemals eng befreundeten Jungs ist etwas eingeschlafen. Doch nun werden sie ans Krankenbett ihrer früheren Bezugsperson Maria gerufen, die plötzlich an einer seltsamen Krankheit leidet. Die Mittdreissigerin, die an den Heimzöglingen die Mutterstelle vertreten hat und selber kein eigenes Daheim hat, hat zuletzt von Achim und Karl gesprochen, bevor sie einen merkwürdigen Schlaf gefallen ist.
In einem von Maria verfassten, aber nicht abgeschickten Brief erfahren Achim und Karl von dunkelroten Hagenbutten mit weissen Tupfen und einem Märchen. Wenn man die Fliegenpilz-Hagenbutte in die Erde legt, soll man einen Wunsch frei haben und sobald daraus eine blühende Rose gewachsen ist und man deren Duft einatmet, soll der Wunsch in Erfüllung gehen. Weiter ist die Rede von einem grünen Tor, das in einen wilden Garten führt, in dem ein altes Herrenhaus steht und von Wölfen, die dort herumstreunen.
In der verschlossenen Faust der tief schlafenden Maria entdecken die beiden Knaben eben eine solche weiss getupfte Hagenbutte und sie beschliessen, diese im Garten hinter der Mauer des Kinderheims einzupflanzen und für Maria einen Wunsch zu äussern. Mit einem Teelöffel graben sie abwechselnd ein Loch in den Kiesvorplatz, legen die Hagenbutte hinein und giessen diese mit etwas Apfelsaft an. Und wie im Märchen beschrieben, beginnt sofort ein Pflänzlein zu wachsen, das sich in kürzester Zeit in einen grossen Busch in Form eines Tores verwandelt und mit Rosenblüten übersät ist. Als die beiden Jungen den Rosenduft einatmen und durch das Tor gehen, scheint die Erde zu beben und sie finden sich in einem grossen ummauerten Garten wieder. Recht rasch bemerken sie bei Tagesanbruch, dass zwar das Kinderheim an seinem gewohnten Platz steht, aber sowohl Zugangsstrassen, Bushaltestelle und andere Gebäude fehlen. Wo sind sie da nur hingeraten? Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Warum kommen täglich Kinder in den Garten um zu rennen? Gibt es auf dem Gelände tatsächlich Wölfe, die nachts umherstreifen? Und was hat es mit der weissen und der schwarzen Gestalt und den verschiedenen im Garten gefundenen Spielsachen auf sich?
Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Zeitgeschichte, Abenteuer und Fantasie und wird in zwei Strängen erzählt. In die fiktive Geschichte werden das Ende der DDR, der Mauerfall sowie Hoffnung und Furcht eingewoben. Ein spannendes Jugendbuch, in dem die Fliegenpilz-Hagenbutte und der Rosenstrauch eine wichtige Rolle spielen. Auf dem Basler Jugendbücherschiff lassen sich doch immer wieder lohnenswerte Bücher entdecken!
Antonia Michaelis:
Wolfsgarten
KeRLE in der Herder Verlag GmbH, 2011
In einem von Maria verfassten, aber nicht abgeschickten Brief erfahren Achim und Karl von dunkelroten Hagenbutten mit weissen Tupfen und einem Märchen. Wenn man die Fliegenpilz-Hagenbutte in die Erde legt, soll man einen Wunsch frei haben und sobald daraus eine blühende Rose gewachsen ist und man deren Duft einatmet, soll der Wunsch in Erfüllung gehen. Weiter ist die Rede von einem grünen Tor, das in einen wilden Garten führt, in dem ein altes Herrenhaus steht und von Wölfen, die dort herumstreunen.
In der verschlossenen Faust der tief schlafenden Maria entdecken die beiden Knaben eben eine solche weiss getupfte Hagenbutte und sie beschliessen, diese im Garten hinter der Mauer des Kinderheims einzupflanzen und für Maria einen Wunsch zu äussern. Mit einem Teelöffel graben sie abwechselnd ein Loch in den Kiesvorplatz, legen die Hagenbutte hinein und giessen diese mit etwas Apfelsaft an. Und wie im Märchen beschrieben, beginnt sofort ein Pflänzlein zu wachsen, das sich in kürzester Zeit in einen grossen Busch in Form eines Tores verwandelt und mit Rosenblüten übersät ist. Als die beiden Jungen den Rosenduft einatmen und durch das Tor gehen, scheint die Erde zu beben und sie finden sich in einem grossen ummauerten Garten wieder. Recht rasch bemerken sie bei Tagesanbruch, dass zwar das Kinderheim an seinem gewohnten Platz steht, aber sowohl Zugangsstrassen, Bushaltestelle und andere Gebäude fehlen. Wo sind sie da nur hingeraten? Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Warum kommen täglich Kinder in den Garten um zu rennen? Gibt es auf dem Gelände tatsächlich Wölfe, die nachts umherstreifen? Und was hat es mit der weissen und der schwarzen Gestalt und den verschiedenen im Garten gefundenen Spielsachen auf sich?
Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Zeitgeschichte, Abenteuer und Fantasie und wird in zwei Strängen erzählt. In die fiktive Geschichte werden das Ende der DDR, der Mauerfall sowie Hoffnung und Furcht eingewoben. Ein spannendes Jugendbuch, in dem die Fliegenpilz-Hagenbutte und der Rosenstrauch eine wichtige Rolle spielen. Auf dem Basler Jugendbücherschiff lassen sich doch immer wieder lohnenswerte Bücher entdecken!
Antonia Michaelis:
Wolfsgarten
KeRLE in der Herder Verlag GmbH, 2011
2. Januar 2012
Coleen Plimpton: Mentors in the Garden of Life
“Mentors in the Garden” ist wieder einmal ein Buch, bei dessen Lektüre ich bedauert habe, dass diese nach knapp dreihundet Seiten zu Ende war. Liebend gerne hätte ich noch mehr Gartengeschichten aus der Feder von Colleen Plimpton gelesen, die in ihrer Publikation Menschen vorstellt, die für ihr persönliches (Gärtner-)Leben wichtig sind oder waren. Die 31 Kapitel bestehen jeweils aus einem erzählenden Teil, einem s/w-Foto der zum Mentor passenden Pflanze und einer Beschreibung derselben samt Pflegehinweisen.
Ein starkes Interesse für Botanik zeigte Colleen Plimpton schon in ihrer Kindheit. Ihr kleines Gärtnerinnenherz schlug besonders heftig, als sie als zehnjähriges Mädchen auf dem Dachboden ein altes Gartenbuch aus dem Jahr 1924 entdeckte. Zur gleichen Zeit erhielt sie von ihrer Mutter für jeweils 100 gepflückte Löwenzahnblüten einen kleinen Batzen. Während für die gärtnerisch unbedarfte Mutter mit dem Verschwinden der Blüten der Rasen wieder perfekt zu sein schien, wusste ihre Tochter bereits genau, dass Löwenzahn nur dauerhaft entfernt werden kann, wenn man das Übel vor dem Versamen an der Wurzel packt, sprich samt Wurzel entfernt. Ein Wissen, das Coleen aber wohlweisslich für sich behalten hat.
Anfang der 1970er-Jahre wollte Coleen Plimpton als junge Frau ihr Buchwissen über das Anlegen von Kompost praktisch umsetzen. Dabei ging irgendwie vergessen, dass grüne und braune Grundstoffe nötig sind. Als sie für ein paar Tage abwesend war, entdeckte ihre Mitbewohnerin nach Reklamtionen von Nachbarn über Geruchsimmssionen, dass der ganze Haufen in Bewegung, sprich voller Maden war, worauf sie das gesamte sich im Zersetzungsprozess befindende Material im Wald entsorgte, um keinen Rauswurf aus der Wohnung zu riskieren. Spätere Kompostierungsversuche waren einiges erfolgreicher und einmal wurde im Umzugswagen sogar reifer Naturdünger von New Jersey nach Connecticut gekarrt (einschliesslich unzähliger Samen von Johny jump-up-Veilchen).
Die Autorin hat sich ihre gärtnerische Erfahrung zunächst hauptsächlich durch Ausprobieren und Lesen angeeignet. Verschiedene durch Beförderungen ihres Mannes bedingte Umzüge mit ihrer Familie stellten sie immer wieder vor neue hortikulturelle, teilweise auch klimatisch bedingte Herausforderungen. Inzwischen hat sie sogar ihrem angestammten sozialen Beruf den Rücken gekehrt und betätigt sich hauptberuflich als Autorin, Gärtnerin und sie hält Lesungen und gibt Kurse zum Thema Garten.
In diesem sehr persönlichen Buch lernen wir nicht nur die wichtigsten Personen aus Colleens Umfeld kennen, wir erfahren von ihrem persönlichen Hirsch-Krieg, der dazu geführt, dass sie ein äusserst probates Mittel entwickelt hat, das diese Tiere vom Garten fernhält. Und heutzutage teilt sie ihr Wissen auch gerne mit anderen und wir lesen wie sie sich jeweils nach ihren Umzügen ein neues grünes Umfeld aufbaut, Freunden und Bekannten in gärtnerischen Belangen hilft, Gartenkolumnen verfasst, eine Ausbildung im Botanischen Garten von New York absolviert und schliesslich ihr Unternehmen „Morning Glory Gardens“ auf die Beine stellt. Und zwischen all diesen Tätigkeiten hunderte von Seiten Tagebücher schreibt.
Hier der Link zu einer Lesung der Autorin.
Colleen Plimpton:
Mentors in the Garden of Life
Park East Press, 2010
Ein starkes Interesse für Botanik zeigte Colleen Plimpton schon in ihrer Kindheit. Ihr kleines Gärtnerinnenherz schlug besonders heftig, als sie als zehnjähriges Mädchen auf dem Dachboden ein altes Gartenbuch aus dem Jahr 1924 entdeckte. Zur gleichen Zeit erhielt sie von ihrer Mutter für jeweils 100 gepflückte Löwenzahnblüten einen kleinen Batzen. Während für die gärtnerisch unbedarfte Mutter mit dem Verschwinden der Blüten der Rasen wieder perfekt zu sein schien, wusste ihre Tochter bereits genau, dass Löwenzahn nur dauerhaft entfernt werden kann, wenn man das Übel vor dem Versamen an der Wurzel packt, sprich samt Wurzel entfernt. Ein Wissen, das Coleen aber wohlweisslich für sich behalten hat.
Anfang der 1970er-Jahre wollte Coleen Plimpton als junge Frau ihr Buchwissen über das Anlegen von Kompost praktisch umsetzen. Dabei ging irgendwie vergessen, dass grüne und braune Grundstoffe nötig sind. Als sie für ein paar Tage abwesend war, entdeckte ihre Mitbewohnerin nach Reklamtionen von Nachbarn über Geruchsimmssionen, dass der ganze Haufen in Bewegung, sprich voller Maden war, worauf sie das gesamte sich im Zersetzungsprozess befindende Material im Wald entsorgte, um keinen Rauswurf aus der Wohnung zu riskieren. Spätere Kompostierungsversuche waren einiges erfolgreicher und einmal wurde im Umzugswagen sogar reifer Naturdünger von New Jersey nach Connecticut gekarrt (einschliesslich unzähliger Samen von Johny jump-up-Veilchen).
Die Autorin hat sich ihre gärtnerische Erfahrung zunächst hauptsächlich durch Ausprobieren und Lesen angeeignet. Verschiedene durch Beförderungen ihres Mannes bedingte Umzüge mit ihrer Familie stellten sie immer wieder vor neue hortikulturelle, teilweise auch klimatisch bedingte Herausforderungen. Inzwischen hat sie sogar ihrem angestammten sozialen Beruf den Rücken gekehrt und betätigt sich hauptberuflich als Autorin, Gärtnerin und sie hält Lesungen und gibt Kurse zum Thema Garten.
In diesem sehr persönlichen Buch lernen wir nicht nur die wichtigsten Personen aus Colleens Umfeld kennen, wir erfahren von ihrem persönlichen Hirsch-Krieg, der dazu geführt, dass sie ein äusserst probates Mittel entwickelt hat, das diese Tiere vom Garten fernhält. Und heutzutage teilt sie ihr Wissen auch gerne mit anderen und wir lesen wie sie sich jeweils nach ihren Umzügen ein neues grünes Umfeld aufbaut, Freunden und Bekannten in gärtnerischen Belangen hilft, Gartenkolumnen verfasst, eine Ausbildung im Botanischen Garten von New York absolviert und schliesslich ihr Unternehmen „Morning Glory Gardens“ auf die Beine stellt. Und zwischen all diesen Tätigkeiten hunderte von Seiten Tagebücher schreibt.
Hier der Link zu einer Lesung der Autorin.
Colleen Plimpton:
Mentors in the Garden of Life
Park East Press, 2010
30. Dezember 2011
Christine Becker: Helleborus in unseren Gärten und Helleborus – Eine Monografie
Eine eher achtlos gepflanzte Helleborus erweckte Jahre nach ihrer Pflanzung wegen ihrer schönen Blüten und nicht zuletzt wegen ihrer Anspruchslosigkeit und Robustheit plötzlich die Aufmerksamkeit der Fotografin Christine Becker und entfachte damit eine bis heute andauernde Leidenschaft und gleichzeitig die Möglichkeit, die kalte Jahreszeit durch erste Blühhöhepunkte zu überbrücken. Längst gibt sich die Autorin nicht mehr mit dem Pflanzenmaterial zufrieden, das sie auf Märkten und im Internet findet, sondern sie betätigt sich selber als Züchterin.
Deutschsprachige Literatur über Christ- oder Lenzrosen ist eher Mangelware. Diese Lücke füllt Christine Becker nun gleich mit zwei Büchern, die 2010 und 2011 erschienen sind: „Helleborus in unseren Gärten“ und „Helleborus – Eine Monografie“. In diesen Publikationen gibt sie ihr Wissen, ihre Erfahrung und nicht zuletzt ihren Enthusiasmus an interessierte Leserinnen und Leser weiter.
Im schmalen Büchlein „Helleborus in unseren Gärten“ gibt die Autorin auf knapp 80 Seiten einen kurzen Überblick in Legenden, Geschichte und Zucht rund um die Vorfrühlingsblüher. Themen wie Pflege und Krankheiten sowie Bezugsquellen runden die Publikation ab, die mit eigenen Fotos der studierten Fotografin illustriert ist. Dieses Büchlein ist übrigens ein schönes Beispiel, das auch unter dem Label „Books on Demand“ optisch ansprechende Bücher produziert werden können.
Für den anspruchsvolleren lesenden Gärtner, der vielleicht schon längst weiss, dass Christrosen kein Dasein im Schatten fristen möchten und müssen, sondern auch an einem sonnigen Plätzchen gut gedeihen, und der sein Wissen über Helleborus vertiefen möchte, ist die deutlich aufwendigere Produktion „Helleborus – Eine Monografie“ zu empfehlen. Diese ist in folgende Kapitel gegliedert:
- Spurensuche
- Synonyme
- Heilkunde und Experimente
- Legenden, Fabeln, Dichtung und Mythen
- Beschreibung der Arten
- Pflege
- Gartenhybriden
- Blüten à la Trompe-l’oeil – Schönheit der Vergänglichkeit
- Das Buch, Literatur und Anmerkungen, Bild- und Bezugsquellen
Im Kapitel „Spurensuche“ gibt die Autorin einen ausführlichen Überblick über Philosophen, Theologen, Mediziner, Dichter, Künstler, Botaniker und Enthusiasten, die sich in den vergangenen Jahrhunderten mit Helleborus beschäftigt haben. Über die Herkunft des Namens Helleborus gibt es verschiedene Auslegungen, doch kann keine schlüssig belegt werden. Ebenso vielfältig und nicht über jeden Zweifel erhaben war die Verwendung der giftigen Pflanze als Heilmittel. So wurden zu Zeiten des berühmten römischen Dichters Horaz Helleborusrezepturen zusammengemischt, die den Geist erweitern und erfrischen sollten. Vor Nachahmungen wird deutlich abgeraten! Daneben spielte die Pflanze in der wissenschaftlichen Literatur, aber auch in Komödien und Dramen eine Rolle. Und erst viel später nahm die kostbare Pflanze auch ihrer Schönheit wegen Einzug in die europäischen Gärten - ein Trend, der bis heute ungebrochen ist.
Im geschichtlichen Überblick dürfen natürlich auch Züchternamen wie Helen Ballard, Elizabeth Strangman, Graham Rice und Eric Smith nicht fehlen. Daneben erwähnt die Autorin auch Briefmarkenserien, auf welchen Helleborus abgebildet sind, führt fast unzählige volkstümliche Namen für die beliebte Giftpflanze auf (z.B. Hemmer, Schneekannerl, Lauskraut, Gärbala) und erklärt, dass der Niesen, ein Berg bei Spiez am Thunersee, nach der Nieswurz benannt worden sein soll.
Das Kapitel „Beschreibung der Arten“ enthält eine kurze botanische Systematisierung, die schematische Darstellung einer Blüte, Beschreibungen der stammlosen und stammbildenden Arten sowie Abbildungen von Blattformen von Wildpflanzen, Gartenformen, Züchtungen und Hybriden, die einen Eindruck über deren Vielfältigkeit vermitteln. Rund sechzig Seiten der informativen und inspirierenden Publikation sind mit ganzseitigen Fotos der Autorin und Fotografin bedruckt, die das Liebhaberherz höher schlagen lassen und Begehrlichkeiten wecken. Gemeinsam mit den abgebildeten Drucken und Stichen ist das Buch eine wahre Augenweide und auch für Kunstfreunde interessant. Abgeschlossen wird die teilweise zweisprachige Publikation (deutsch und englisch) durch ausführliche Hinweise zu weiterführender Literatur und Anmerkungen zur Spurensuche sowie Bild- und Bezugsquellen. Als etwas störend, weil den Lesefluss hemmend, empfand ich einzig die spezielle Schrift, welche die Konsonantenkombinationen „st“ und „sb“ miteinander verbindet.
Auch in meinem Garten wachsen ein paar Orientalis-Hybriden, deren Blüten ich nicht missen möchte. Zwar ärgere ich mich beinahe jährlich über mich selber und meine Unfähigkeit, die welken Blütenstände rechtzeitig zu entfernen, welche mir regelmässig beinahe unzählige Sämlinge beschert, deren Entfernen mit Sicherheit mehr Zeit beansprucht, als das Abknipsen der Samenanlagen. Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf die bereits in den „Startlöchern“ stehende nächste Blütenpracht und verbringe die Zeit im warmen Sofagarten unter anderem mit Schmökern im gerade wiederentdeckten Buch „Zeitlos flattern Blütenträume …“, ebenfalls von Christine Becker. Darin plaudert sie (vor ihrer Helleborus-Infizierung) über ihren Garten und zeigt eigene Aufnahmen aus demselben.
Christine Becker:
Helleborus – Eine Monografie
Edition Viridit Art, 2011
Helleborus in unseren Gärten
Books on Demand, 2010
Webseite von Christine Becker: www.helleborus-hellebores.com (das Buch ist nur direkt bei der Autorin oder via Amazon erhältlich)
Deutschsprachige Literatur über Christ- oder Lenzrosen ist eher Mangelware. Diese Lücke füllt Christine Becker nun gleich mit zwei Büchern, die 2010 und 2011 erschienen sind: „Helleborus in unseren Gärten“ und „Helleborus – Eine Monografie“. In diesen Publikationen gibt sie ihr Wissen, ihre Erfahrung und nicht zuletzt ihren Enthusiasmus an interessierte Leserinnen und Leser weiter.
Im schmalen Büchlein „Helleborus in unseren Gärten“ gibt die Autorin auf knapp 80 Seiten einen kurzen Überblick in Legenden, Geschichte und Zucht rund um die Vorfrühlingsblüher. Themen wie Pflege und Krankheiten sowie Bezugsquellen runden die Publikation ab, die mit eigenen Fotos der studierten Fotografin illustriert ist. Dieses Büchlein ist übrigens ein schönes Beispiel, das auch unter dem Label „Books on Demand“ optisch ansprechende Bücher produziert werden können.
Für den anspruchsvolleren lesenden Gärtner, der vielleicht schon längst weiss, dass Christrosen kein Dasein im Schatten fristen möchten und müssen, sondern auch an einem sonnigen Plätzchen gut gedeihen, und der sein Wissen über Helleborus vertiefen möchte, ist die deutlich aufwendigere Produktion „Helleborus – Eine Monografie“ zu empfehlen. Diese ist in folgende Kapitel gegliedert:
- Spurensuche
- Synonyme
- Heilkunde und Experimente
- Legenden, Fabeln, Dichtung und Mythen
- Beschreibung der Arten
- Pflege
- Gartenhybriden
- Blüten à la Trompe-l’oeil – Schönheit der Vergänglichkeit
- Das Buch, Literatur und Anmerkungen, Bild- und Bezugsquellen
Im Kapitel „Spurensuche“ gibt die Autorin einen ausführlichen Überblick über Philosophen, Theologen, Mediziner, Dichter, Künstler, Botaniker und Enthusiasten, die sich in den vergangenen Jahrhunderten mit Helleborus beschäftigt haben. Über die Herkunft des Namens Helleborus gibt es verschiedene Auslegungen, doch kann keine schlüssig belegt werden. Ebenso vielfältig und nicht über jeden Zweifel erhaben war die Verwendung der giftigen Pflanze als Heilmittel. So wurden zu Zeiten des berühmten römischen Dichters Horaz Helleborusrezepturen zusammengemischt, die den Geist erweitern und erfrischen sollten. Vor Nachahmungen wird deutlich abgeraten! Daneben spielte die Pflanze in der wissenschaftlichen Literatur, aber auch in Komödien und Dramen eine Rolle. Und erst viel später nahm die kostbare Pflanze auch ihrer Schönheit wegen Einzug in die europäischen Gärten - ein Trend, der bis heute ungebrochen ist.
Im geschichtlichen Überblick dürfen natürlich auch Züchternamen wie Helen Ballard, Elizabeth Strangman, Graham Rice und Eric Smith nicht fehlen. Daneben erwähnt die Autorin auch Briefmarkenserien, auf welchen Helleborus abgebildet sind, führt fast unzählige volkstümliche Namen für die beliebte Giftpflanze auf (z.B. Hemmer, Schneekannerl, Lauskraut, Gärbala) und erklärt, dass der Niesen, ein Berg bei Spiez am Thunersee, nach der Nieswurz benannt worden sein soll.
Das Kapitel „Beschreibung der Arten“ enthält eine kurze botanische Systematisierung, die schematische Darstellung einer Blüte, Beschreibungen der stammlosen und stammbildenden Arten sowie Abbildungen von Blattformen von Wildpflanzen, Gartenformen, Züchtungen und Hybriden, die einen Eindruck über deren Vielfältigkeit vermitteln. Rund sechzig Seiten der informativen und inspirierenden Publikation sind mit ganzseitigen Fotos der Autorin und Fotografin bedruckt, die das Liebhaberherz höher schlagen lassen und Begehrlichkeiten wecken. Gemeinsam mit den abgebildeten Drucken und Stichen ist das Buch eine wahre Augenweide und auch für Kunstfreunde interessant. Abgeschlossen wird die teilweise zweisprachige Publikation (deutsch und englisch) durch ausführliche Hinweise zu weiterführender Literatur und Anmerkungen zur Spurensuche sowie Bild- und Bezugsquellen. Als etwas störend, weil den Lesefluss hemmend, empfand ich einzig die spezielle Schrift, welche die Konsonantenkombinationen „st“ und „sb“ miteinander verbindet.
Auch in meinem Garten wachsen ein paar Orientalis-Hybriden, deren Blüten ich nicht missen möchte. Zwar ärgere ich mich beinahe jährlich über mich selber und meine Unfähigkeit, die welken Blütenstände rechtzeitig zu entfernen, welche mir regelmässig beinahe unzählige Sämlinge beschert, deren Entfernen mit Sicherheit mehr Zeit beansprucht, als das Abknipsen der Samenanlagen. Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf die bereits in den „Startlöchern“ stehende nächste Blütenpracht und verbringe die Zeit im warmen Sofagarten unter anderem mit Schmökern im gerade wiederentdeckten Buch „Zeitlos flattern Blütenträume …“, ebenfalls von Christine Becker. Darin plaudert sie (vor ihrer Helleborus-Infizierung) über ihren Garten und zeigt eigene Aufnahmen aus demselben.
Christine Becker:
Helleborus – Eine Monografie
Edition Viridit Art, 2011
Helleborus in unseren Gärten
Books on Demand, 2010
Webseite von Christine Becker: www.helleborus-hellebores.com (das Buch ist nur direkt bei der Autorin oder via Amazon erhältlich)
27. Dezember 2011
Ulla Lachauer: Magdalenas Blau – Das Leben einer blinden Gärtnerin
In ihrem aktuellen Buch „Magdalenas Blau – Das Leben einer blinden Gärtnerin“ gibt Ulla Lachauer der 1933 mit „schlechten Äugle“ geborenen Enkelin eines Freiburger Malermeisters eine Stimme. Der kleine Wildfang Magdalena konnte trotz schwerer Sehbehinderung bereits im Alter von vier Jahren viele verschiedenen Farben Blau unterscheiden. Die starke Trübung der Augenlinsen liess bei Magdalena andere Sinne viel ausgeprägter entwickeln. Ihr guter Hörsinn war ihr beispielsweise in den Kriegsjahren eine Hilfe, da sie die anfliegenden Bomber jeweils als erste vernahm und auch mit der Verdunkelung hatte das ans Dunkle gewohnte Mädchen weniger Mühe als Sehende. Trotz ihrer starken Sehbehinderung konnte Magdalena mit dem linken Auge zunächst lesen, wenn sie das Gedruckte direkt ans Auge hielt. Später erblindete sie vollständig.
Schon als Kleinkind half Magdalena gerne im Garten und spielte auch häufig dort. Sie roch an Blüten, streichelte über Blätter und entwickelte eine Vorliebe für den Genuss von sauren Begonienblüten. Zu ihren ersten gärtnerischen Tätigkeiten gehörte das Einpflanzen ihrer Lieblingspuppe in einen Hortensientopf. Diese sollte nämlich durch ordentliches Giessen auch so gross werden wie die Puppe ihrer Cousine. Das Vorhaben war leider nicht von Erfolg gekrönt. Pflanzenkunde wurde ihr vom Grossvater beigebracht und mit einer Klassenkameradin streifte sie auf dem Schulweg durch eine stillgelegte Baustelle, um dort Blumen zu sammeln und zu essen. Viele Jahre später hat sie einen eigenen Garten – häufig eine Quelle der Freude, aber oft auch von Enttäuschung und Wut, etwa wenn sie beim Jäten den Salat nicht vom Unkraut unterscheiden kann.
Die Biografie gibt einen detaillierten Einblick ins Leben der blinden Gärtnerin. Der Leser erfährt von Magdalenas vom Krieg überschatteter Kindheit, ihren Jahren in einem Marburger Internat, ihrer beruflichen Tätigkeit im Büro bei der Post und von der Heirat und Ehe mit ihrem Mann, einem Dorfschullehrer. Neben Anekdoten aus Schulzimmern lesen wir vom schwierigen, zeitintensiven Führen eines Haushalts mit Sehbehinderung, von Magdalenas ausgeprägtem Kinderwunsch und der Angst davor, die Krankheit zu vererben, vom Hadern mit der katholischen Kirche, von Fernweh und nicht zuletzt von einer russischen Adligen namens Galina, die Magdalena eine unschätzbar wertvolle Lehrerin in Sachen Garten war.
In die Erzählung eingebettet sind zumeist doppelseitige Beiträge aus dem aktuellen Leben der blinden Gärtnerin; einem ausgesprochen schwierigen Gartenjahr. Denn die Frau muss sich wegen einer bevorstehenden Herzoperation schonen und die bewährte Arbeitsteilung zwischen ihr und ihrem Mann – sie fürs Feine, er fürs Grobe – muss entfallen. Kein Pikieren von Tomatenpflänzlein. Was bleibt sind das Zurückschneiden der Clematis und nächtliche Aufenthalte im Garten. Auf dem Liegestuhl die Ohren gross machen und lauschen was nachts im Garten abgeht: Kämpfe zwischen rivalisierenden Katzen, knistern, rascheln, krabbeln…
Noch mehr interessanten Lesestoff mit hortikulturellem Hintergrund gibt’s in Ulla Lachauers Buch „Der Akazienkavalier – Von Menschen und Gärten (2008).
Ulla Lachauer:
Magdalenas Blau – Das Leben einer blinden Gärtnerin
Rowohlt Verlag, 2011
Die blinde Gärtnerin - Das Leben der Magdalena Eglin (TB-Ausgabe)
rororo, 2013
Schon als Kleinkind half Magdalena gerne im Garten und spielte auch häufig dort. Sie roch an Blüten, streichelte über Blätter und entwickelte eine Vorliebe für den Genuss von sauren Begonienblüten. Zu ihren ersten gärtnerischen Tätigkeiten gehörte das Einpflanzen ihrer Lieblingspuppe in einen Hortensientopf. Diese sollte nämlich durch ordentliches Giessen auch so gross werden wie die Puppe ihrer Cousine. Das Vorhaben war leider nicht von Erfolg gekrönt. Pflanzenkunde wurde ihr vom Grossvater beigebracht und mit einer Klassenkameradin streifte sie auf dem Schulweg durch eine stillgelegte Baustelle, um dort Blumen zu sammeln und zu essen. Viele Jahre später hat sie einen eigenen Garten – häufig eine Quelle der Freude, aber oft auch von Enttäuschung und Wut, etwa wenn sie beim Jäten den Salat nicht vom Unkraut unterscheiden kann.
Die Biografie gibt einen detaillierten Einblick ins Leben der blinden Gärtnerin. Der Leser erfährt von Magdalenas vom Krieg überschatteter Kindheit, ihren Jahren in einem Marburger Internat, ihrer beruflichen Tätigkeit im Büro bei der Post und von der Heirat und Ehe mit ihrem Mann, einem Dorfschullehrer. Neben Anekdoten aus Schulzimmern lesen wir vom schwierigen, zeitintensiven Führen eines Haushalts mit Sehbehinderung, von Magdalenas ausgeprägtem Kinderwunsch und der Angst davor, die Krankheit zu vererben, vom Hadern mit der katholischen Kirche, von Fernweh und nicht zuletzt von einer russischen Adligen namens Galina, die Magdalena eine unschätzbar wertvolle Lehrerin in Sachen Garten war.
In die Erzählung eingebettet sind zumeist doppelseitige Beiträge aus dem aktuellen Leben der blinden Gärtnerin; einem ausgesprochen schwierigen Gartenjahr. Denn die Frau muss sich wegen einer bevorstehenden Herzoperation schonen und die bewährte Arbeitsteilung zwischen ihr und ihrem Mann – sie fürs Feine, er fürs Grobe – muss entfallen. Kein Pikieren von Tomatenpflänzlein. Was bleibt sind das Zurückschneiden der Clematis und nächtliche Aufenthalte im Garten. Auf dem Liegestuhl die Ohren gross machen und lauschen was nachts im Garten abgeht: Kämpfe zwischen rivalisierenden Katzen, knistern, rascheln, krabbeln…
Noch mehr interessanten Lesestoff mit hortikulturellem Hintergrund gibt’s in Ulla Lachauers Buch „Der Akazienkavalier – Von Menschen und Gärten (2008).
Ulla Lachauer:
Magdalenas Blau – Das Leben einer blinden Gärtnerin
Rowohlt Verlag, 2011
Die blinde Gärtnerin - Das Leben der Magdalena Eglin (TB-Ausgabe)
rororo, 2013
13. Dezember 2011
Dies und das
Falls Sie noch ein Last-Minute-Geschenk für lesende Gartenfreunde suchen, lohnt sich vielleicht ein Besuch auf der Homepage des Restsellers Jokers. Seit das Angebot um nicht preisreduzierte Artikel erweitert worden ist, macht mir persönlich das Stöbern auf diesen Seiten zwar nicht mehr halb so viel Spass. Das Navigieren, sprich Finden von Schnäppchen ist nämlich viel mühsamer geworden - oder vielleicht hab ich einfach noch nicht herausgefunden, wie ich die Normalpreisigen-Bücher bei der Suche komplett ausschalten kann. Trotzdem habe ich mir gerade zwei schöne Bücher gegönnt: „Der chinesische Garten“ von Maggie Keswick und „Der Garten – Eine Kulturgeschichte“ von Penelope Hobhouse. Beide Titel kosten nur noch einen Bruchteil vom ursprünglichen Verkaufspreis.
Gleichzeitig bin ich wieder einmal am Überlegen, ob ich mir doch gelegentlich einen E-Book-Reader anschaffen soll. Denn gerade bin ich über einen Download von Noel Kingsbury gestolpert mit dem Titel „Meetings with Remarkable Gardeners – Beth Chatto“. Dieses Buch würde mich zwar sehr interessieren, aber leider gehört es zu den immer häufigeren Publikationen, die nicht mehr in Papierform gekauft, sondern nur noch heruntergeladen werden können. Vielleicht wäre die Anschaffung eines E-Book-Readers ja eine elegante Möglichkeit, der drohenden Platzknappheit auf dem Büchergestell entgegenzuwirken?
Aus aktuellem Anlass lese ich gerade wieder einmal in „Nuancen aus Grün“ der kürzlich verstorbenen Christa Wolf. Unter diesem Titel sind Geschichten und Szenen aus ihren Erzählungen herausgelöst und mit grossartigen Fotos zusammengestellt worden. Inspierend sind auch die vielen Fotos in der Monografie „Helleborus“ von Christine Becker, die ich gerade lese und demnächst hier vorstellen werde.
Nach diesem Blog-Beitrag mache ich bis zu den Weihnachtstagen Pause und wünsche allen Leserinnen und Lesern eine friedliche und besinnliche Adventszeit und genügend Zeit und Musse, um zwischen dem Einpacken von Geschenken und dem Guetsli-Backen ein wenig in einem spannenden Buch lesen zu können. Vor dem Jahresende werde ich nach Lust und Laune noch den einen oder anderen Titel aus der Liste mit den gelesenen Bücher rechts im Blog auswählen und meine Vorstellung online stellen. Und in der blogfreien Zeit werde ich es vielleicht einmal schaffen, dem zwar erst in der Entstehung begriffenen Schlossgarten in nächster Umgebung einen Besuch abzustatten. Dieser wird nämlich vom hier schon mehrfach erwähnten Landschaftsarchitekten, der kürzlich mit dem Deutschen Landschaftsarchitekturpreis ausgezeichnet worden ist, umgestaltet und nächstes Jahr mit Pro Specie Rara-Pflanzen bestückt.
Gleichzeitig bin ich wieder einmal am Überlegen, ob ich mir doch gelegentlich einen E-Book-Reader anschaffen soll. Denn gerade bin ich über einen Download von Noel Kingsbury gestolpert mit dem Titel „Meetings with Remarkable Gardeners – Beth Chatto“. Dieses Buch würde mich zwar sehr interessieren, aber leider gehört es zu den immer häufigeren Publikationen, die nicht mehr in Papierform gekauft, sondern nur noch heruntergeladen werden können. Vielleicht wäre die Anschaffung eines E-Book-Readers ja eine elegante Möglichkeit, der drohenden Platzknappheit auf dem Büchergestell entgegenzuwirken?
Aus aktuellem Anlass lese ich gerade wieder einmal in „Nuancen aus Grün“ der kürzlich verstorbenen Christa Wolf. Unter diesem Titel sind Geschichten und Szenen aus ihren Erzählungen herausgelöst und mit grossartigen Fotos zusammengestellt worden. Inspierend sind auch die vielen Fotos in der Monografie „Helleborus“ von Christine Becker, die ich gerade lese und demnächst hier vorstellen werde.
Nach diesem Blog-Beitrag mache ich bis zu den Weihnachtstagen Pause und wünsche allen Leserinnen und Lesern eine friedliche und besinnliche Adventszeit und genügend Zeit und Musse, um zwischen dem Einpacken von Geschenken und dem Guetsli-Backen ein wenig in einem spannenden Buch lesen zu können. Vor dem Jahresende werde ich nach Lust und Laune noch den einen oder anderen Titel aus der Liste mit den gelesenen Bücher rechts im Blog auswählen und meine Vorstellung online stellen. Und in der blogfreien Zeit werde ich es vielleicht einmal schaffen, dem zwar erst in der Entstehung begriffenen Schlossgarten in nächster Umgebung einen Besuch abzustatten. Dieser wird nämlich vom hier schon mehrfach erwähnten Landschaftsarchitekten, der kürzlich mit dem Deutschen Landschaftsarchitekturpreis ausgezeichnet worden ist, umgestaltet und nächstes Jahr mit Pro Specie Rara-Pflanzen bestückt.
9. Dezember 2011
Mary A. Agria: Time in a Garden
Eve Brennermann ist Anfang sechzig und seit einiger Zeit verwitwet. Nach einer rund dreissigjährigen, mehrheitlich unglücklichen Ehe, hält sich ihre Trauer über den Verlust ihres untreuen Mannes eher in Grenzen. Um ihre Vergangenheit abzustreifen, ist sie in das Haus ihrer Grossmutter im ländlichen Michigan gezogen. Die Töchter der deutschstämmigen Frau wohnen weit weg und ihre einzigen Freundinnen sind die wenigen Frauen, die sich mit ihr zusammen ehrenamtlich in einer Gartengruppe engagieren, die ein vernachlässigtes Stück Land in den „Aurelius Community Garden“ verwandeln will.
Beruflich ist Eve für die ums Überleben kämpfende Lokalzeitung „Xenaphon Weekly Gazette“ tätig. Als ihr Vorgesetzter von ihrem Engagement für die Gartengruppe erfährt, erteilt er ihr den Auftrag, eine wöchentliche Gartenkolumne mit dem Titel „Time in a Garden“ zu schreiben.
Die hauptsächlich aus noch einigermassen rüstigen Seniorinnen und Senioren bestehende Gartengruppe erhält mit Adam Groft ein neues kompetentes Mitglied mit hortikulturellem Hintergrund. Der Mittsechziger hat sein Leben lang vermieden, enge Beziehungen einzugehen und ist erst nach dem noch nicht lange zurückliegenden Tod seines Vaters zurück in die Heimat gekehrt, um die grosse väterliche Gärtnerei zu übernehmen.
Eve und Adam sind sich ähnlicher als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Beide sind „beziehungsgeschädigt“. Diese Tatsache und das gemeinsame gärtnerische Interesse bildet bald das Fundament für ein zartes Band zwischen den beiden. Sie harmonieren dermassen gut, dass schon bald ein Hochzeitsdatum festgelegt wird. Doch was meinen Eve’s Töchter zum neuen Mann in ihrem Leben? Die eine gibt ihr immer noch unterschwellig die Schuld an der Untreue des verstorbenen Mannes, während die andere nicht versteht, warum Eve nicht schon lange vor dem tödlichen Unfall Konsequenzen gezogen und sich getrennt hat. Mitten in Eve’s diesbezüglichen Überlegungen platzt die Nachricht, dass das Gelände des Gemeinschaftsgartens der Verbreitung der örtlichen Autobahnzufahrt weichen soll.
Adam und Eva im Garten Eden? Das Ende des Romans ist leider nicht paradiesisch, weckt aber gerade deshalb noch stärker die Neugier auf die Fortsetzung mit dem Titel „Garden of Eve“. „Time in a Garden“ ist eine sehr einfühlsame, lebensnahe Lektüre mit spannenden Charakteren, deren Schicksal einem auch nach der letzten gelesenen Seite noch beschäftigt. Die tiefgreifenden Veränderungen in Eve’s Privatleben finden auch Ausdruck in ihren wöchentlichen Kolumnen. Diese werden im Laufe des Buches immer persönlicher und sind nicht zuletzt wegen den vielfältigen Gartentipps eine willkommene Auflockerung des Romans für die lesende Gärtnerin.
Mary A. Agria:
Time in a Garden
Naturals Editions, 2006
Beruflich ist Eve für die ums Überleben kämpfende Lokalzeitung „Xenaphon Weekly Gazette“ tätig. Als ihr Vorgesetzter von ihrem Engagement für die Gartengruppe erfährt, erteilt er ihr den Auftrag, eine wöchentliche Gartenkolumne mit dem Titel „Time in a Garden“ zu schreiben.
Die hauptsächlich aus noch einigermassen rüstigen Seniorinnen und Senioren bestehende Gartengruppe erhält mit Adam Groft ein neues kompetentes Mitglied mit hortikulturellem Hintergrund. Der Mittsechziger hat sein Leben lang vermieden, enge Beziehungen einzugehen und ist erst nach dem noch nicht lange zurückliegenden Tod seines Vaters zurück in die Heimat gekehrt, um die grosse väterliche Gärtnerei zu übernehmen.
Eve und Adam sind sich ähnlicher als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Beide sind „beziehungsgeschädigt“. Diese Tatsache und das gemeinsame gärtnerische Interesse bildet bald das Fundament für ein zartes Band zwischen den beiden. Sie harmonieren dermassen gut, dass schon bald ein Hochzeitsdatum festgelegt wird. Doch was meinen Eve’s Töchter zum neuen Mann in ihrem Leben? Die eine gibt ihr immer noch unterschwellig die Schuld an der Untreue des verstorbenen Mannes, während die andere nicht versteht, warum Eve nicht schon lange vor dem tödlichen Unfall Konsequenzen gezogen und sich getrennt hat. Mitten in Eve’s diesbezüglichen Überlegungen platzt die Nachricht, dass das Gelände des Gemeinschaftsgartens der Verbreitung der örtlichen Autobahnzufahrt weichen soll.
Adam und Eva im Garten Eden? Das Ende des Romans ist leider nicht paradiesisch, weckt aber gerade deshalb noch stärker die Neugier auf die Fortsetzung mit dem Titel „Garden of Eve“. „Time in a Garden“ ist eine sehr einfühlsame, lebensnahe Lektüre mit spannenden Charakteren, deren Schicksal einem auch nach der letzten gelesenen Seite noch beschäftigt. Die tiefgreifenden Veränderungen in Eve’s Privatleben finden auch Ausdruck in ihren wöchentlichen Kolumnen. Diese werden im Laufe des Buches immer persönlicher und sind nicht zuletzt wegen den vielfältigen Gartentipps eine willkommene Auflockerung des Romans für die lesende Gärtnerin.
Mary A. Agria:
Time in a Garden
Naturals Editions, 2006
5. Dezember 2011
Sandra Rutschi: Im Schrebergarten
Der eher enttäuschende Ausflug an die Buch Basel 2011 (trotz Vergrösserung doch immer noch sehr klein …) fand durch die Entdeckung des Buches „Im Schrebergarten“ von Sandra Rutschi in einer gut sortierten Buchhandlung doch noch einen versöhnlichen, ja perfekten Abschluss. Es ist doch immer wieder schön, wenn sich in Buchläden gleich zwischen den grossformatigen Bildbänden und Titeln für Gartenanfänger auch Romane finden lassen, die thematisch ausgezeichnet in den Sofagarten passen! Dies gilt umso mehr, wenn es sich um einen dermassen spannend geschriebenes Erstlingswerk handelt wie dieses, das die jüngere Geschichte der Schweiz um die Unabhängigkeit des Juras vom Kanton Bern in ein hortikulturelles Umfeld bettet oder beetet. Zum Inhalt:
Die 44jährige Anna Gerber ist Mutter von drei erwachsenen Kinden und passionierte Schrebergärtnerin. In ihrer langjährigen Ehe ist die Leidenschaft längst einer Gleichgültigkeit gewichen und sie und ihr Mann Paul bilden inzwischen hauptsächlich eine Zweckgemeinschaft. Anna stellt sich immer wieder die Frage, was sie beide überhaupt noch verbindet. Im Garten hingegen ist ihre Welt in Ordnung, meistens jedenfalls. Da gibt es nur sie und die Natur. So bemerkt sie denn im Frühling 1964 auch sofort, dass im lange vernachlässigten Häuschen auf der Nachbarsparzelle jemand eingezogen ist, der anscheinend nicht gesehen werden will.
Beim Neuzuzüger handelt es sich um den jungen jurassichen Unabhängigkeitskämpfer Pierre Bergier, der sich unter dem Namen Jean-Luc Montavon im Schrebergarten vor der Polizei versteckt. Nach einer ersten eher peinlichen Begegnung stellen sich der untergetauchte Medizinstudent und die Mittvierzigerin vor, wobei Jean-Luc die wahren Beweggründe für seinen Aufenthalt im Schrebergartenareal verschweigt. In der Folge treffen sich die beiden an den Werktagen auf einer Bank an der Aare und reden stundenlang miteinander. Sie spricht über ihre Familie, den Garten und übers Stricken, er über sein Studium und sein Heimweh nach Familie und Freunden. Annas Leben wird plötzlich kompliziert, als sie erfährt, wer Jean-Luc wirklich ist, zu welchen Taten er bereit ist, um seine Gesinnung zu verteidigen und als sich zwischen den beiden eine intime Beziehung entwickelt.
„Der Franzose hat sie umgebracht“. Dieser Satz ist alles, was die Journalistin Katja Schild über den rätselhaften Tod ihrer Grossmutter Anna Gerber weiss, die sie nie kennengelernt hat. Sie arbeitet für eine Berner Tageszeitung und fast ein halbes Jahrhundert nach dem Ableben von Anna Gerber gehört das Jura-Dossier seit kurzem eher unfreiwillig zu Katjas Zuständigkeitsgebiet. Ihr Interesse gilt aber je länger je mehr der Aufklärung der Umstände, die zum Tod ihrer Grossmutter geführt haben. Ist diese tatsächlich von einem unbekannten Franzosen ermordet worden?
Zeitgleich kehrt der seit zwei Jahren verwitwete Pierre Bergier nach einer zufälligen Begegnung, die alte längst verdrängte Erinnerungen in ihm geweckt hat, in den Schrebergarten zurück. Jahrzehntelang hat er nicht mehr an Anna gedacht, wusste schon fast nicht mehr, ob er sich die Liebschaft mit der älteren Frau nur eingebildet hat. Doch die intensiven Gespräche an der Aare mit der Bernerin Anna haben den Jurassier nachhaltig geprägt. Anna wie auch seine spätere Ehefrau Claudia aus Bern haben ihn nicht nur in Erklärungsnotstand in der Wahl seiner Mittel zum Zweck der Erreichung der jurassischen Unabhängigkeit gebracht, sondern auch dazu, seine Überzeugungen grundsätzlich zu hinterfragen. So sehr, dass Bern schliesslich für den im Jura hernach als Verräter geltenden Freiheitskämpfer schon lange zu seiner zweiten Heimat geworden ist.
Während Katja sich ins Jura-Dossier einarbeitet und gleichzeitig versucht, das Familiengeheimnis zu lüften, möchte man ihr immer wieder „dranebliebe“ zurufen und „bleib hartnäckig“. Denn immer wieder verpasst sie den Franzosen nur ganz knapp. Der Roman wird in zwei Erzählsträngen geschildert und die Autorin versteht es geschickt, Spannung aufzubauen und zu halten. Gleichzeitig habe ich den Einblick in die Journalistentätigkeit und in die jüngere Schweizer Geschichte geschätzt. Ich weiss jetzt (wieder) etwas mehr über den jüngsten Kanton als die nunmehr schemenhafte Erinnerung, dass ich mir seinerzeit in der Schule plötzlich einen neuen Kanton einprägen musste. Der Buchpreis liegt für mein Empfinden an der oberen Schmerzgrenze – aber ein
Klein(st)verlag muss nun mal anders kalkulieren als ein Grosskonzern. Unbedingt lesen!
Sandra Rutschi:
Im Schrebergarten
Nydegg Verlag, 2011
Die 44jährige Anna Gerber ist Mutter von drei erwachsenen Kinden und passionierte Schrebergärtnerin. In ihrer langjährigen Ehe ist die Leidenschaft längst einer Gleichgültigkeit gewichen und sie und ihr Mann Paul bilden inzwischen hauptsächlich eine Zweckgemeinschaft. Anna stellt sich immer wieder die Frage, was sie beide überhaupt noch verbindet. Im Garten hingegen ist ihre Welt in Ordnung, meistens jedenfalls. Da gibt es nur sie und die Natur. So bemerkt sie denn im Frühling 1964 auch sofort, dass im lange vernachlässigten Häuschen auf der Nachbarsparzelle jemand eingezogen ist, der anscheinend nicht gesehen werden will.
Beim Neuzuzüger handelt es sich um den jungen jurassichen Unabhängigkeitskämpfer Pierre Bergier, der sich unter dem Namen Jean-Luc Montavon im Schrebergarten vor der Polizei versteckt. Nach einer ersten eher peinlichen Begegnung stellen sich der untergetauchte Medizinstudent und die Mittvierzigerin vor, wobei Jean-Luc die wahren Beweggründe für seinen Aufenthalt im Schrebergartenareal verschweigt. In der Folge treffen sich die beiden an den Werktagen auf einer Bank an der Aare und reden stundenlang miteinander. Sie spricht über ihre Familie, den Garten und übers Stricken, er über sein Studium und sein Heimweh nach Familie und Freunden. Annas Leben wird plötzlich kompliziert, als sie erfährt, wer Jean-Luc wirklich ist, zu welchen Taten er bereit ist, um seine Gesinnung zu verteidigen und als sich zwischen den beiden eine intime Beziehung entwickelt.
„Der Franzose hat sie umgebracht“. Dieser Satz ist alles, was die Journalistin Katja Schild über den rätselhaften Tod ihrer Grossmutter Anna Gerber weiss, die sie nie kennengelernt hat. Sie arbeitet für eine Berner Tageszeitung und fast ein halbes Jahrhundert nach dem Ableben von Anna Gerber gehört das Jura-Dossier seit kurzem eher unfreiwillig zu Katjas Zuständigkeitsgebiet. Ihr Interesse gilt aber je länger je mehr der Aufklärung der Umstände, die zum Tod ihrer Grossmutter geführt haben. Ist diese tatsächlich von einem unbekannten Franzosen ermordet worden?
Zeitgleich kehrt der seit zwei Jahren verwitwete Pierre Bergier nach einer zufälligen Begegnung, die alte längst verdrängte Erinnerungen in ihm geweckt hat, in den Schrebergarten zurück. Jahrzehntelang hat er nicht mehr an Anna gedacht, wusste schon fast nicht mehr, ob er sich die Liebschaft mit der älteren Frau nur eingebildet hat. Doch die intensiven Gespräche an der Aare mit der Bernerin Anna haben den Jurassier nachhaltig geprägt. Anna wie auch seine spätere Ehefrau Claudia aus Bern haben ihn nicht nur in Erklärungsnotstand in der Wahl seiner Mittel zum Zweck der Erreichung der jurassischen Unabhängigkeit gebracht, sondern auch dazu, seine Überzeugungen grundsätzlich zu hinterfragen. So sehr, dass Bern schliesslich für den im Jura hernach als Verräter geltenden Freiheitskämpfer schon lange zu seiner zweiten Heimat geworden ist.
Während Katja sich ins Jura-Dossier einarbeitet und gleichzeitig versucht, das Familiengeheimnis zu lüften, möchte man ihr immer wieder „dranebliebe“ zurufen und „bleib hartnäckig“. Denn immer wieder verpasst sie den Franzosen nur ganz knapp. Der Roman wird in zwei Erzählsträngen geschildert und die Autorin versteht es geschickt, Spannung aufzubauen und zu halten. Gleichzeitig habe ich den Einblick in die Journalistentätigkeit und in die jüngere Schweizer Geschichte geschätzt. Ich weiss jetzt (wieder) etwas mehr über den jüngsten Kanton als die nunmehr schemenhafte Erinnerung, dass ich mir seinerzeit in der Schule plötzlich einen neuen Kanton einprägen musste. Der Buchpreis liegt für mein Empfinden an der oberen Schmerzgrenze – aber ein
Klein(st)verlag muss nun mal anders kalkulieren als ein Grosskonzern. Unbedingt lesen!
Sandra Rutschi:
Im Schrebergarten
Nydegg Verlag, 2011
1. Dezember 2011
Karine von Rumohr: Männer und ihre außergewöhnlichen Gärten
Nach "Blumenfrauen und ihre aussergewöhnlichen Gärten" versucht Karine von Rumohr in ihrem zweiten Bildband innert Jahresfrist nun herauszufinden, ob Männer anders gärtnern als Frauen. Bereits im Vorwort verrät sie ihre Erkenntnis aus intensiven Gesprächen mit den achtzehn im Buch portraitierten Gärtnern. Sie konnte weder bekannte Klischees zementieren noch widerlegen. Bei den portraitierten Männern kommen nämlich weder technische Hilfsmittel besonders häufig zum Einsatz noch wird weniger als bei Gärtnerinnen auf detailgetreue Bepflanzung geachtet und selbstverständlich erschöpft sich ihr Tätigkeitsgebiet nicht auf das Anfeuern des Grills und das Schieben des Rasenmähers.
Philipp Huthmann beispielsweise kann nichts mit Gartendekoration anfangen, aber er mag Symbole, wie den Steinpfeil, den er vor seinem Teich platziert hat. Das Objekt soll den Blick vom Boden weg in die Bäume hinauf locken. Das 13‘000 Quadratmeter grosse Grundstück des passionierten Pflanzensammlers, der auch offen zugibt, Pflanzen zu stibitzen, ist aber nicht nur Richtung Himmel, sondern auch in tieferen Ebenen und in Erdnähe eine genaue Betrachtung wert. In rund vierzig Jahren hat Huthmann im kühlen Allgäuer Klima ein umfangreiches Gehölz- und Staudensortiment zusammengetragen und er hat seine Gartenwelt in Bereiche wie „Alpen“, „Südfrankreich“ oder japanisch und chinesisch inspirierte Räume aufgeteilt. In seinem Garten stehen sogar Spezialitäten wie die Franklinia alatamaha und die Stewartia pseudocamellia sowie verschiedene Orchideen-Raritäten.
Von Berufs wegen gärtnert Klaus Jentsch. Der Staudengärtner hat schon als Kind Pflanzen gesammelt. Ins Buch hat er Aufnahme gefunden, weil er als Schneeglöckchenliebhaber annähernd 200 verschiedene Sorten zusammengetragen hat. Im Portrait erfahren wir, dass er keineswegs zu den Romantikern untern den Galanthophilen gehört. Das wirtschaftliche Interesse steht im Vordergrund, lässt sich aber erfreulicherweise hervorragend mit der enormen Schneeglöckchen-Vielfalt kombinieren.
Der Garten von Hans-Jörg Gensch gleicht einer Spezialitätengärtnerei. Wo man hinschaut, fällt der Blick auf Semperviven. Versammelt sind diese in 6‘000 Töpfen, alle ordentlich etikettiert und auf Hochtischen stehend oder in Schalen und Trögen, die den Weg säumen. Gensch ist ausserdem Moderator einer eigenen Internet-Plattform, wo er sich virtuell mit rund 250 Gleichgesinnten austauscht, die sich beispielsweise gegenseitig im Identifizieren der häufig nur schwer zu unterscheidenden Hauswurz-Schönheiten unterstützten.
Die vorgestellten Gärten sind ebenso verschieden wie ihre Gärtner. Der eine hat um die 9‘000 Duftrosen des englischen Züchters David Austin in seinem parkähnlichen Garten, während sich ein anderer über das Romantisieren rund um Rosen nervt und von Mörderrosen spricht, die in seinem Garten die Wurfanker nach oben auswerfen. Ein Dritter empfindet die Dynamik der Entwicklung von Stauden und die Selbstaussaat als eine Art von Kunst, ein weiterer Gärtner präsentiert ein aufgeräumtes grünes Reich und wieder andere träumen davon, ihre Visionen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Neben den bereits im Text namentlich erwähnten Männern werden folgende Gärtner portraitiert: Stephan Aeschlimann Yelin, Roland Doschka, Horst Forytta (Der Garten von Marihn), Justus Franz, Landgraf Moritz von Hessen, Godehard Graf von und zu Hoensbroech, Sepp Holzer (Permakultuer im Tauerngebirge), Mathias Hoyer (Aceretum), Thomas Kimmich, Fernando José de Mascarenhas Marquês de Fronteira, Georg Möller und Achim Weitershagen (Link zu meiner Buchvorstellung über den Oehndorf-Garten), Jörg Pfenningschmidt, Jörg Stellmacher, Dr. Tomas Tamberg (Iris- und Hemerocallis-Zürchter) und Hans-Dieter Warda. Natürlich wird man als Leserin und Leser kaum restlos mit der Auswahl der aussergewöhnlichen Gärten und ihrer Schöpfer einverstanden sein und vermisst vielleicht den einen oder anderen Gärtner. Nichtsdestotrotz ein sehr schönes und überaus informatives (Weihnachts-)Geschenk für den Buchgärtner, das verschwenderisch mit Fotos von Alex Killian illustriert ist. Und falls Sie nach der Lektüre von "Männer und ihre aussergewöhnlichen Gärten" Lust auf mehr Lesefutter über gärtnernde Männer haben: im Februar 2012 erscheint das nächste Buch zum Thema ("Sein Garten" von Stefan Leppert).
Karine von Rumohr:
Männer und ihre aussergewöhnlichen Gärten
Christian Verlag, 2011
Philipp Huthmann beispielsweise kann nichts mit Gartendekoration anfangen, aber er mag Symbole, wie den Steinpfeil, den er vor seinem Teich platziert hat. Das Objekt soll den Blick vom Boden weg in die Bäume hinauf locken. Das 13‘000 Quadratmeter grosse Grundstück des passionierten Pflanzensammlers, der auch offen zugibt, Pflanzen zu stibitzen, ist aber nicht nur Richtung Himmel, sondern auch in tieferen Ebenen und in Erdnähe eine genaue Betrachtung wert. In rund vierzig Jahren hat Huthmann im kühlen Allgäuer Klima ein umfangreiches Gehölz- und Staudensortiment zusammengetragen und er hat seine Gartenwelt in Bereiche wie „Alpen“, „Südfrankreich“ oder japanisch und chinesisch inspirierte Räume aufgeteilt. In seinem Garten stehen sogar Spezialitäten wie die Franklinia alatamaha und die Stewartia pseudocamellia sowie verschiedene Orchideen-Raritäten.
Von Berufs wegen gärtnert Klaus Jentsch. Der Staudengärtner hat schon als Kind Pflanzen gesammelt. Ins Buch hat er Aufnahme gefunden, weil er als Schneeglöckchenliebhaber annähernd 200 verschiedene Sorten zusammengetragen hat. Im Portrait erfahren wir, dass er keineswegs zu den Romantikern untern den Galanthophilen gehört. Das wirtschaftliche Interesse steht im Vordergrund, lässt sich aber erfreulicherweise hervorragend mit der enormen Schneeglöckchen-Vielfalt kombinieren.
Der Garten von Hans-Jörg Gensch gleicht einer Spezialitätengärtnerei. Wo man hinschaut, fällt der Blick auf Semperviven. Versammelt sind diese in 6‘000 Töpfen, alle ordentlich etikettiert und auf Hochtischen stehend oder in Schalen und Trögen, die den Weg säumen. Gensch ist ausserdem Moderator einer eigenen Internet-Plattform, wo er sich virtuell mit rund 250 Gleichgesinnten austauscht, die sich beispielsweise gegenseitig im Identifizieren der häufig nur schwer zu unterscheidenden Hauswurz-Schönheiten unterstützten.
Die vorgestellten Gärten sind ebenso verschieden wie ihre Gärtner. Der eine hat um die 9‘000 Duftrosen des englischen Züchters David Austin in seinem parkähnlichen Garten, während sich ein anderer über das Romantisieren rund um Rosen nervt und von Mörderrosen spricht, die in seinem Garten die Wurfanker nach oben auswerfen. Ein Dritter empfindet die Dynamik der Entwicklung von Stauden und die Selbstaussaat als eine Art von Kunst, ein weiterer Gärtner präsentiert ein aufgeräumtes grünes Reich und wieder andere träumen davon, ihre Visionen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Neben den bereits im Text namentlich erwähnten Männern werden folgende Gärtner portraitiert: Stephan Aeschlimann Yelin, Roland Doschka, Horst Forytta (Der Garten von Marihn), Justus Franz, Landgraf Moritz von Hessen, Godehard Graf von und zu Hoensbroech, Sepp Holzer (Permakultuer im Tauerngebirge), Mathias Hoyer (Aceretum), Thomas Kimmich, Fernando José de Mascarenhas Marquês de Fronteira, Georg Möller und Achim Weitershagen (Link zu meiner Buchvorstellung über den Oehndorf-Garten), Jörg Pfenningschmidt, Jörg Stellmacher, Dr. Tomas Tamberg (Iris- und Hemerocallis-Zürchter) und Hans-Dieter Warda. Natürlich wird man als Leserin und Leser kaum restlos mit der Auswahl der aussergewöhnlichen Gärten und ihrer Schöpfer einverstanden sein und vermisst vielleicht den einen oder anderen Gärtner. Nichtsdestotrotz ein sehr schönes und überaus informatives (Weihnachts-)Geschenk für den Buchgärtner, das verschwenderisch mit Fotos von Alex Killian illustriert ist. Und falls Sie nach der Lektüre von "Männer und ihre aussergewöhnlichen Gärten" Lust auf mehr Lesefutter über gärtnernde Männer haben: im Februar 2012 erscheint das nächste Buch zum Thema ("Sein Garten" von Stefan Leppert).
Karine von Rumohr:
Männer und ihre aussergewöhnlichen Gärten
Christian Verlag, 2011
28. November 2011
Carey Wallace: Die blinde Contessa und ihre Maschine
Carolina Fantoni verfügt über eine übersprudelnde Fantasie. Schon seit längerer Zeit spürt sie, dass ihr Augenlicht schwindet und hat begriffen, dass sie in Kürze vollständig erblinden wird. Weder ihre Eltern noch ihr Verlobter Pietro schenken ihrer diesbezüglichen Eröffnung Glauben sondern glauben an eine Ausgeburt von Carolinas Fantasie. Nur ihr Jugendfreund Turri nimmt sie ernst. Und zwar nicht nur in dem Augenblick, wo er auf einer Wiese liegend Regen in seine Augen prasseln lässt, bis er selber für ganz kurze Zeit nichts mehr sehen kann.
An Carolinas siebtem Geburtstag hat sie seinerzeit von ihrem Vater einen See geschenkt bekommen und ihre Liebe zur Abgeschiedenheit entdeckt. Täglich ist sie am Ufer anzutreffen und an der Verkleinerung der Seegrösse kann die junge Contessa das Fortschreiten ihrer Augenkrankheit abmessen und abschätzen.
Kurz nach der Hochzeit verliert Carolina den letzten Sehrest und auch ihr Mann Pietro kann diese Tatsache nicht mehr ignorieren. Die Contessa findet es sehr rasch ermüdend, ihren an ständige Bewunderung gewöhnten Ehemann alleine bei Laune zu halten und seinen Kummer über ihren Verlust des Augenlichts zu mindern. Die junge Frau flüchtet sich in ihre Träume. Doch plötzlich eröffnet ihr der Tüftler Turri mit einem Geschenk völlig unerwartet neue Welten: er hat ihr eine Schreibmaschine gebaut, auf welcher sie selbständig korrespondieren kann. Noch ohne Farbband, aber mit zwei Blättern, von welchen das eine mit Russ beschichtet ist und durch den Anschlag der zierlichen Hämmer eine Spur auf dem unteren Blatt hinterlässt.
Neben ihren Träumen findet Carolina hauptsächlich Trost in ihren nächtlichen Treffen mit Turri an ihrem See. Kann er sie überzeugen, ihr jetziges Leben wie eine Hülle abzustreifen und mit ihm zusammen, der sich als Schreibmaschinenbauer verdingen will, neu anzufangen?
Hortikulturell gibt es nicht übermässig viel zu berichten. Immer mal wieder werden Zitronen erwähnt und es ist auch mal die Rede von Äpfeln, Pflaumen und Rosen, die auf Zitronenbäume gepfropft worden sind. Es wird aber nicht weiter darüber berichtet, wie das Experiment ausgegangen ist. Carolinas Vater gärtnert gerne und der Familiengärtner beklagt sich über die unmögliche Forderung, im Schatten von Zitronenbäumen ein Blumenparadies heranziehen zu können. Hingegen erlaubt das Buch einen Einblick in die Geschichte der Erfindung der Schreibmaschine. Gemäss meinen Nachforschungen im Internet kann diese Erfindung aber keiner bestimmten Person zugeschrieben werden, da an unterschiedlichen Orten verschiedene Tüftler erste Schreibmaschinen hergestellt haben.
Carey Wallace:
Die blinde Contessa und ihre Maschine
Bloomsbury Verlag Berlin, 2011
An Carolinas siebtem Geburtstag hat sie seinerzeit von ihrem Vater einen See geschenkt bekommen und ihre Liebe zur Abgeschiedenheit entdeckt. Täglich ist sie am Ufer anzutreffen und an der Verkleinerung der Seegrösse kann die junge Contessa das Fortschreiten ihrer Augenkrankheit abmessen und abschätzen.
Kurz nach der Hochzeit verliert Carolina den letzten Sehrest und auch ihr Mann Pietro kann diese Tatsache nicht mehr ignorieren. Die Contessa findet es sehr rasch ermüdend, ihren an ständige Bewunderung gewöhnten Ehemann alleine bei Laune zu halten und seinen Kummer über ihren Verlust des Augenlichts zu mindern. Die junge Frau flüchtet sich in ihre Träume. Doch plötzlich eröffnet ihr der Tüftler Turri mit einem Geschenk völlig unerwartet neue Welten: er hat ihr eine Schreibmaschine gebaut, auf welcher sie selbständig korrespondieren kann. Noch ohne Farbband, aber mit zwei Blättern, von welchen das eine mit Russ beschichtet ist und durch den Anschlag der zierlichen Hämmer eine Spur auf dem unteren Blatt hinterlässt.
Neben ihren Träumen findet Carolina hauptsächlich Trost in ihren nächtlichen Treffen mit Turri an ihrem See. Kann er sie überzeugen, ihr jetziges Leben wie eine Hülle abzustreifen und mit ihm zusammen, der sich als Schreibmaschinenbauer verdingen will, neu anzufangen?
Hortikulturell gibt es nicht übermässig viel zu berichten. Immer mal wieder werden Zitronen erwähnt und es ist auch mal die Rede von Äpfeln, Pflaumen und Rosen, die auf Zitronenbäume gepfropft worden sind. Es wird aber nicht weiter darüber berichtet, wie das Experiment ausgegangen ist. Carolinas Vater gärtnert gerne und der Familiengärtner beklagt sich über die unmögliche Forderung, im Schatten von Zitronenbäumen ein Blumenparadies heranziehen zu können. Hingegen erlaubt das Buch einen Einblick in die Geschichte der Erfindung der Schreibmaschine. Gemäss meinen Nachforschungen im Internet kann diese Erfindung aber keiner bestimmten Person zugeschrieben werden, da an unterschiedlichen Orten verschiedene Tüftler erste Schreibmaschinen hergestellt haben.
Carey Wallace:
Die blinde Contessa und ihre Maschine
Bloomsbury Verlag Berlin, 2011
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