Als Viel-Leserin passiert es mir natürlich immer mal wieder, dass ich mich in Bücher vertiefe, mit denen ich wenig bis gar nichts anfangen kann. Während der wenig erfreulichen Lektüre überlege ich dann jeweils, was wohl anderen gerade an diesem Buch so gefallen hat, so dass ich aufgrund einer Buchvorstellung oder Empfehlung den Eindruck bekam, genau diesen Titel unbedingt lesen zu müssen.
In diese Kategorie gehört beispielsweise „Die Beschiessung des Botanischen Gartens“ von Donald Antrim. Bürgermeister Kunkel hat eine Rakete in den Botanischen Garten gefeuert und wird daraufhin einem mittelalterlichen Strafritual unterzogen. Damit ist das Gärtnerische bis auf eine kurze Erwähnung eines japanischen Gartens abgehandelt. Die Erzählung handelt von einem psychopathischen Lehrer und den Folgen eines Nachbarschaftskrieges nach dem Amoklauf des Bürgermeisters.
Gemäss der „Washington Post“ braucht man die richtige Einstellung und Ronald Firbanks Geschichten sind die amüsantesten Romane der Welt. Diese Voraussetzung scheint mir zu fehlen, denn auch mit dessen Buch „Die Blume unter dem Fusse“ konnte ich nicht viel anfangen. Zitat aus der Verlagsinfo: Firbank (1886 - 1926) schildert eine von Damen reiferen Alters dominierte Welt, in der den Männern nur eine untergeordnete Rolle zukommt, soweit sie nicht den amphorenhaften Reiz der Blumenjungen Bachir oder Effendi-Schatz zu entfalten in der Lage sind.
Für ein abschliessendes Urteil zum Krimi „Die Schattenrose“ von Michael Molsner muss ich noch die letzten fünfzig Seiten lesen – falls ich die noch schaffe. Während der Lektüre hatte ich mehr als eine Durststrecke zu überwinden und dadurch den roten Faden verloren. Zum Inhalt: Zwischen einer indischen Sekte mit dem Namen „Lotos-Propheten“ und dem ermordeten Finanzberater Max Baucker besteht eine Verbindung. Und Hauptkommissar Karl Borowiks neue Freundin stammt ausgerechnet auch aus diesem Umfeld.
Heute wurden meine Erwartungen in anderer Hinsicht enttäuscht. Die beiden hübsch illustrierten Büchlein „Gartenglück“ von Elsemarie Maletzke und „Heckengeflüster“ von Rose Blight/Germaine Greer aus dem Schöffling Verlag habe ich mir nun nicht ganz so winzig vorgestellt. Die Grösse entspricht in etwa den Titeln aus dem Manesse oder jenen aus dem Reclam Verlag. Vielleicht sollte ich mir vor einer Buchbestellung jeweils die Masse anschauen... Nun hoffe ich, dass wenigstens der Inhalt hält was ich mir verspreche. Die Mini-Grösse hat immerhin den Vorteil, dass die Bücher weniger Platz auf dem Büchergestell beanspruchen.
Donald Antrim:
Die Beschiessung des Botanischen Gartens
Edition Epoca, 1999
Ronald Firbank:
Die Blume unter dem Fusse
Männerschwarm Verlag, 2008
Michael Molsner:
Die Schattenrose
Verlag der Criminale, 2000
26. Februar 2010
22. Februar 2010
Dreimal „H“
Mein kritischer, negativer Beitrag über gärtnernde Hobbyautoren hat zu interessanten Rückmeldungen geführt, auch zu solchen, die sich vehement für Sandra Sternberg eingesetzt haben. Das machte mich natürlich noch neugieriger auf deren im gleichen Artikel nur kurz erwähnte Publikation „Haus, Hof, Hühner - Heiteres aus dem Leben einer frisch gebackenen Haus- und Gartenbesitzerin“. Mit diesem Büchlein reiht sich Sandra Sternberg in eine immer grösser werdende Reihe von schreibenden Hobbygärtnern ein, die im Eigenverlag oder bei BOD ihre Erlebnisse veröffentlichen. Diese Erzählung hebt sich aber wohltuend ab, da sie tatsächlich amüsant geschrieben und die Leserin während der Lektüre immer wieder mal laut lachen lässt. Zu den orthographischen Schwachstellen möchte ich mich hier nicht weiter äussern, da sich die Autorin sowieso schon selber darüber ärgert. Ausserdem lässt einem der lockere Schreibstil grosszügig darüber hinwegsehen. Schade, dass das Büchlein so rasch gelesen ist, aber vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung?
Die Thermokomposter-Geschichte ist an anderen Stellen im Internet detailliert nachzulesen. In verschiedenen anderen Episoden erkenne ich mich wieder und einiges haben wir ähnlich erlebt.
Im Kapitel „Die Hecke wird geliefert – oder was fang ich jetzt damit an?“ erhält die Autorin per Post die erste Teilsendung (meint sie) der bestellten Pflanzen für die geplante gemischte grüne Wand. Während dem Öffnen des Pakets rätselt sie, welches Grünzeug wohl drin ist und wie sich das für den Lieferanten rechnet, wenn er alle Pflanzen einzeln verschickt, aber das Porto nur einmal dem Kunden weiterbelastet. Nun, Sie werden es schon erraten haben – alle georderten Pflänzchen waren kunstgerecht im Karton von 160 cm mal 30 cm untergebracht.
Wir hatten vor bald fünfzehn Jahren ein ähnliches Erlebnis. Unsere geplante Hainbuchenhecke hatten wir etwas spät im Frühjahr beim Gärtner bestellt und einpflanzen lassen. Als ich am Abend der geplanten Pflanzaktion von der Arbeit nach Hause kam (es war noch hell), dachte ich noch „Hatte der Gärtner doch keine Zeit, die Hecke wie versprochen einzugraben“. Etwas später stand ich im oberen Stockwerk am Fenster und schaute auf unsere Parzelle herunter. Da erblickte ich entlang der Grundstückgrenze eine Reihe kleiner Stecken. Beim Betrachten der Angelegenheit aus nächster Nähe entpuppten sich die mickrigen Stöckchen als das, was einmal eine dichte Hainbuchenhecke werden sollte. Wie wir nach dem Wochenende erfuhren, hatte der Gärtner die bestellte Pflanzengrösse nicht mehr auftreiben können und ohne uns zu informieren kleinere Exemplare verwendet. Zunächst wollten wir das Ganze aus Wut und Enttäuschung wieder rausreissen lassen, haben uns dann aber mit einer Preisreduktion begnügt. Wir konnten uns ja nicht vorstellen, wie schnell es gehen sollte bis die Hecke blickdicht war und heute wären wir nicht unglücklich, wenn sich das ungebremste Wachstum etwas eindämmen liesse …
Den Abschluss des Büchleins bildet ein Kapitel aus der Sicht des leidgeplagten Ehemannes – nicht weniger humorvoll als die Texte der Gattin.
Sandra Sternberg:
Haus, Hof, Hühner – Heiteres aus dem Leben einer frisch gebackenen Haus- und Gartenbesitzerin
Hinstorff Verlag, 2009
Die Thermokomposter-Geschichte ist an anderen Stellen im Internet detailliert nachzulesen. In verschiedenen anderen Episoden erkenne ich mich wieder und einiges haben wir ähnlich erlebt.
Im Kapitel „Die Hecke wird geliefert – oder was fang ich jetzt damit an?“ erhält die Autorin per Post die erste Teilsendung (meint sie) der bestellten Pflanzen für die geplante gemischte grüne Wand. Während dem Öffnen des Pakets rätselt sie, welches Grünzeug wohl drin ist und wie sich das für den Lieferanten rechnet, wenn er alle Pflanzen einzeln verschickt, aber das Porto nur einmal dem Kunden weiterbelastet. Nun, Sie werden es schon erraten haben – alle georderten Pflänzchen waren kunstgerecht im Karton von 160 cm mal 30 cm untergebracht.
Wir hatten vor bald fünfzehn Jahren ein ähnliches Erlebnis. Unsere geplante Hainbuchenhecke hatten wir etwas spät im Frühjahr beim Gärtner bestellt und einpflanzen lassen. Als ich am Abend der geplanten Pflanzaktion von der Arbeit nach Hause kam (es war noch hell), dachte ich noch „Hatte der Gärtner doch keine Zeit, die Hecke wie versprochen einzugraben“. Etwas später stand ich im oberen Stockwerk am Fenster und schaute auf unsere Parzelle herunter. Da erblickte ich entlang der Grundstückgrenze eine Reihe kleiner Stecken. Beim Betrachten der Angelegenheit aus nächster Nähe entpuppten sich die mickrigen Stöckchen als das, was einmal eine dichte Hainbuchenhecke werden sollte. Wie wir nach dem Wochenende erfuhren, hatte der Gärtner die bestellte Pflanzengrösse nicht mehr auftreiben können und ohne uns zu informieren kleinere Exemplare verwendet. Zunächst wollten wir das Ganze aus Wut und Enttäuschung wieder rausreissen lassen, haben uns dann aber mit einer Preisreduktion begnügt. Wir konnten uns ja nicht vorstellen, wie schnell es gehen sollte bis die Hecke blickdicht war und heute wären wir nicht unglücklich, wenn sich das ungebremste Wachstum etwas eindämmen liesse …
Den Abschluss des Büchleins bildet ein Kapitel aus der Sicht des leidgeplagten Ehemannes – nicht weniger humorvoll als die Texte der Gattin.
Sandra Sternberg:
Haus, Hof, Hühner – Heiteres aus dem Leben einer frisch gebackenen Haus- und Gartenbesitzerin
Hinstorff Verlag, 2009
19. Februar 2010
Lesend einen Blick hinter die Kulissen werfen
Hier im Sofagarten habe ich vor ein paar Wochen über die schreibenden britischen Fernsehgärtner Alan Titchmarsh und Monty Don berichtet. Bereits im letzten Frühling hat der Moderator Hellmuth Henneberg, der im rbb-Fernsehen seit über zehn Jahren durch die Fernsehsendung „Gartenzeit“ führt, ein Buch veröffentlicht. Dieser reich bebilderte Band erlaubt ebenfalls einen Blick hinter die Kulissen einer Gartensendung und lässt einen an den nicht immer spannenden Dreharbeiten teilnehmen.
Der Leser und die Leserin erfährt (etwas erstaunt), dass dem Moderator, der keine gärtnerische Ausbildung mitbringt, etliche Handgriffe und Tätigkeiten, die er vor der Kamera erklärt, jeweils vor der Aufnahme erst von einem Fachmann erklärt und gezeigt werden müssen. Die Buchkapitel sind denn auch so gegliedert, dass nachdem der Fernsehgärtner aus dem Nähkästchen geplaudert hat, jeweils ein ausführlicher zum Thema passender Tipp von Britta Wulf folgt.
Die Hintergrundgeschichten sind sehr amüsant zu lesen und entbehren auch nicht einer gewissen Ironie. Das Standard-Tenue des Gartenzeit-Moderators besteht aus kariertem Hemd und Weste. So erkundigte sich eine Zuschauerin nach einem Spendenkonto, auf welches sie zweckgebunden einen Beitrag zur Anschaffung einer neuen Hose und eines neuen Hemdes überweisen wollte, da ihr die Kleidung ziemlich langweilig erschien. Im Kapitel „Mit Hemd und Weste“ werden sie und alle anderen Zuschauerinnen und Zuschauer dahingehend beruhigt, dass das Fernsehbudget durchaus die Anschaffung von Ersatzkleidern erlaubt und auch die Westen variieren.
Weitere Kapitel heissen da „Gärtnern und Gärtnern fürs Fernsehen sind nicht das Gleiche“, „Auf einem literarischen Trampelpfad zu Tagore und Ringelnatz“ oder „Warum Pflanzen nicht tun, was sie sollen“ und „Haben Sie eigentlich selbst einen Garten?“ und andere mehr.
Falls Sie die vom Autor moderierte Gartensendung (auch) nicht kennen – „Schöne grüne Grüsse“ ist der obligate Schlussatz der Fernsehproduktion.
Hellmuth Henneberg und Britta Wulf:
Schöne grüne Grüsse – Ein Gartenzeit-Buch
Hinstorff Verlag, 2009
Der Leser und die Leserin erfährt (etwas erstaunt), dass dem Moderator, der keine gärtnerische Ausbildung mitbringt, etliche Handgriffe und Tätigkeiten, die er vor der Kamera erklärt, jeweils vor der Aufnahme erst von einem Fachmann erklärt und gezeigt werden müssen. Die Buchkapitel sind denn auch so gegliedert, dass nachdem der Fernsehgärtner aus dem Nähkästchen geplaudert hat, jeweils ein ausführlicher zum Thema passender Tipp von Britta Wulf folgt.
Die Hintergrundgeschichten sind sehr amüsant zu lesen und entbehren auch nicht einer gewissen Ironie. Das Standard-Tenue des Gartenzeit-Moderators besteht aus kariertem Hemd und Weste. So erkundigte sich eine Zuschauerin nach einem Spendenkonto, auf welches sie zweckgebunden einen Beitrag zur Anschaffung einer neuen Hose und eines neuen Hemdes überweisen wollte, da ihr die Kleidung ziemlich langweilig erschien. Im Kapitel „Mit Hemd und Weste“ werden sie und alle anderen Zuschauerinnen und Zuschauer dahingehend beruhigt, dass das Fernsehbudget durchaus die Anschaffung von Ersatzkleidern erlaubt und auch die Westen variieren.
Weitere Kapitel heissen da „Gärtnern und Gärtnern fürs Fernsehen sind nicht das Gleiche“, „Auf einem literarischen Trampelpfad zu Tagore und Ringelnatz“ oder „Warum Pflanzen nicht tun, was sie sollen“ und „Haben Sie eigentlich selbst einen Garten?“ und andere mehr.
Falls Sie die vom Autor moderierte Gartensendung (auch) nicht kennen – „Schöne grüne Grüsse“ ist der obligate Schlussatz der Fernsehproduktion.
Hellmuth Henneberg und Britta Wulf:
Schöne grüne Grüsse – Ein Gartenzeit-Buch
Hinstorff Verlag, 2009
15. Februar 2010
Tangled Roots
Adam Chandler wird angeklagt, seinen Freund Shane Pettigrew ermordet zu haben und wird in Untersuchungshaft gesteckt. Seine Schwägerin und Rechtsanwältin Nan Robinson eilt sofort nach Floritas in Kalifornien, um ihrer schwangeren Schwester Julie beizustehen.
Nan findet heraus, dass Adam vor Wochenfrist durch einen anonymen Brief erfahren hat, dass ihn seine Frau mit Shane betrogen hat und die Ehe ihrer Schwester nicht so perfekt ist, wie sie immer geglaubt hat. Ist Nans Schwager wirklich ein Mörder?
Adam und Julie sind im Blumengeschäft tätig. In Floritas soll ein riesiger Freizeitpark entstehen, der grosse Landreserven benötigt. Wer profitiert am meisten von Shanes Tod? Es bleibt nicht bei einem Mord und bevor der Täter überführt werden kann, kommt auch Nan in höchste Gefahr.
Meines Wissens ist dies das einzige Buch von Taffy Cannon, das den Garden Mysteries zugeordnet werden kann. Die Autorin hat aber Ende der 90er Jahre nach dem plötzlichen Tod der Gartenkrimi-Schriftstellerin und Freundin Rebecca Rothenberg (1948 – 1998) deren Manuskript “The Tumbleweed Murders“ fertiggestellt und veröffentlicht.
Taffy Cannon:
Tangled Roots
Fawcett Crest, 1995
Nan findet heraus, dass Adam vor Wochenfrist durch einen anonymen Brief erfahren hat, dass ihn seine Frau mit Shane betrogen hat und die Ehe ihrer Schwester nicht so perfekt ist, wie sie immer geglaubt hat. Ist Nans Schwager wirklich ein Mörder?
Adam und Julie sind im Blumengeschäft tätig. In Floritas soll ein riesiger Freizeitpark entstehen, der grosse Landreserven benötigt. Wer profitiert am meisten von Shanes Tod? Es bleibt nicht bei einem Mord und bevor der Täter überführt werden kann, kommt auch Nan in höchste Gefahr.
Meines Wissens ist dies das einzige Buch von Taffy Cannon, das den Garden Mysteries zugeordnet werden kann. Die Autorin hat aber Ende der 90er Jahre nach dem plötzlichen Tod der Gartenkrimi-Schriftstellerin und Freundin Rebecca Rothenberg (1948 – 1998) deren Manuskript “The Tumbleweed Murders“ fertiggestellt und veröffentlicht.
Taffy Cannon:
Tangled Roots
Fawcett Crest, 1995
12. Februar 2010
Der schwarze Karfunkel - Tulpenfieber
In Amsterdam, im Jahr 1625, also mitten im Tulpenfieber, spielt das Jugendbuch von Wieland Freund. Die Hauptrolle spielen der zwölfjährige Bäckerssohn Luuk und der Musketier Armand Philippe d’Ennery. In einem Zeitraum von rund zwei Tagen spielt sich eine atemraubende Suche nach einer Tulpenzwiebel mit dem Namen „Semper Idem“ ab.
Auf einer Brücke erweckt ein schlanker Mann mit breiten Schultern, Stulpenstiefeln, Federhut und einem kostbar verzierten Degen die Aufmerksamkeit von Luuk. Der im Degenknauf eingelassene schwarze Stein hat die gleiche Form wie eine Narbe am Unterarm des Jungen. Doch der Musketier interessiert sich nicht für diese Ähnlichkeit. Er schreitet rasch weiter und Luuk verfolgt den eleganten Mann und beobachtet ihn heimlich. Bei einer Schlägerei in einer Kneipe ist Luuk dem Musketier behilflich und erfährt schliesslich von diesem den Grund für seinen Aufenthalt in Amsterdam. D’Ennery zeigt dem Jungen ein Papier, auf dem eine Blume mit dreifarbigem Blütenkelch abgebildet ist, eine Semper Idem. Diese Tulpe muss er unbedingt auftreiben, um sie raschmöglichst an den französischen Königshof zu bringen. Da Luuk den Maler der Zeichnung kennt, kann er den Musketier zu ihm führen und schon steckt er gemeinsam mit dem Musketier in einer abenteuerlichen Suche nach der Tulpe …
Spannende Geschichte, in welcher der Leser nebenbei einiges über Holland im 17. Jahrhundert allgemein und das Tulpenfieber speziell erfährt.
Wieland Frieder:
Der schwarze Garfunkel - Tulpenfieber
Beltz & Gelberg, 2009
Auf einer Brücke erweckt ein schlanker Mann mit breiten Schultern, Stulpenstiefeln, Federhut und einem kostbar verzierten Degen die Aufmerksamkeit von Luuk. Der im Degenknauf eingelassene schwarze Stein hat die gleiche Form wie eine Narbe am Unterarm des Jungen. Doch der Musketier interessiert sich nicht für diese Ähnlichkeit. Er schreitet rasch weiter und Luuk verfolgt den eleganten Mann und beobachtet ihn heimlich. Bei einer Schlägerei in einer Kneipe ist Luuk dem Musketier behilflich und erfährt schliesslich von diesem den Grund für seinen Aufenthalt in Amsterdam. D’Ennery zeigt dem Jungen ein Papier, auf dem eine Blume mit dreifarbigem Blütenkelch abgebildet ist, eine Semper Idem. Diese Tulpe muss er unbedingt auftreiben, um sie raschmöglichst an den französischen Königshof zu bringen. Da Luuk den Maler der Zeichnung kennt, kann er den Musketier zu ihm führen und schon steckt er gemeinsam mit dem Musketier in einer abenteuerlichen Suche nach der Tulpe …
Spannende Geschichte, in welcher der Leser nebenbei einiges über Holland im 17. Jahrhundert allgemein und das Tulpenfieber speziell erfährt.
Wieland Frieder:
Der schwarze Garfunkel - Tulpenfieber
Beltz & Gelberg, 2009
10. Februar 2010
Komödie zum Valentinstag
Gemäss Kinoprogramm startet pünktlich zum Valentinstag eine Episodenkomödie mit dem Titel „Valentinstag“ des Regisseurs Garry Marshall.
Die Hauptrolle soll gemäss Filmbeschrieb ein Florist spielen, der seiner Freundin am Tag der Liebenden einen Heiratsantrag macht und ein wichtiger Schauplatz ist der Blumenmarkt von Los Angeles. Böse Zungen behaupten, der Film sei von der kalifornischen Floristenvereinigung gesponsert worden. Etliche bekannte Schauspieler treten auf, darunter Julia Roberts und Shirley MacLaine. Der Regisseur Marshall verschaffte Kinogängern schon mit „Pretty Woman“ und „Plötzlich Prinzessin“ vergnügte Stunden. Da werden mit „Valentinstag“ hoffentlich auch etwas höher geschraubte Erwartungen nicht enttäuscht …
Shirley MacLaine spielte übrigens in einem anderen für Gartenfreunde interessanten Film aus den 70er Jahren zusammen mit Peter Sellers als Gärtner ebenfalls eine Hauptrolle. Der Film heisst „Mr. Chance“ und das gleichnamige deutsche Buch von Jerzy Kosinski ist antiquarisch noch erhältlich. Die englische Ausgabe mit dem Titel „Being There“ ist immer wieder neu aufgelegt worden.
Die Hauptrolle soll gemäss Filmbeschrieb ein Florist spielen, der seiner Freundin am Tag der Liebenden einen Heiratsantrag macht und ein wichtiger Schauplatz ist der Blumenmarkt von Los Angeles. Böse Zungen behaupten, der Film sei von der kalifornischen Floristenvereinigung gesponsert worden. Etliche bekannte Schauspieler treten auf, darunter Julia Roberts und Shirley MacLaine. Der Regisseur Marshall verschaffte Kinogängern schon mit „Pretty Woman“ und „Plötzlich Prinzessin“ vergnügte Stunden. Da werden mit „Valentinstag“ hoffentlich auch etwas höher geschraubte Erwartungen nicht enttäuscht …
Shirley MacLaine spielte übrigens in einem anderen für Gartenfreunde interessanten Film aus den 70er Jahren zusammen mit Peter Sellers als Gärtner ebenfalls eine Hauptrolle. Der Film heisst „Mr. Chance“ und das gleichnamige deutsche Buch von Jerzy Kosinski ist antiquarisch noch erhältlich. Die englische Ausgabe mit dem Titel „Being There“ ist immer wieder neu aufgelegt worden.
8. Februar 2010
Augenschmaus
Ob einem ein Buch auf den ersten Blick gefällt oder nicht, hängt im Buchladen nicht unwesentlich von der Gestaltung des Buchumschlags ab. Das Auge wird unweigerlich zu Bildern und Illustrationen gelenkt, die einen als Betrachter anziehen. Als potentielle Buchkäuferin betrachte ich ein solches Buch dann gewöhnlich auch genauer als eines, dessen Cover mich weniger anspricht oder gar abstösst. Im Moment lese ich gerade ein Buch über Mohnblumen (Blue Heaven – Encounters with the Blue Poppy von Bill Terry, Touch Wood Edition) mit einem traumhaft schönen Titelbild in blau und grün, was mich auf die Idee gebracht hat, für einmal einen Beitrag über die Hüllen statt die Inhalte von Büchern zu schreiben.
Die meisten mir speziell zusagenden Buchcover, die mir spontan zu diesem Thema einfallen, sind eher bunt oder es handelt sich um Leinenausgaben mit aufgeklebten Farbillustrationen. Zu den Buchumschlägen, die in einer Hitliste meiner Bibliothek vordere Plätze belegen würden gehören die Bücher „Bunte Beete in voller Blüte vom Frühlig bis zum Herbst“ von Veronika Walz (AV Buch) und „Marie mit dem Kopf voller Blumen“ von Sigrid Laube (Jungbrunnen). Beide Cover zeigen eine Menge Blüten und die Farbgebung in hauptsächlich weiss, rosa und gelb ist ähnlich.
„Gärten in der Wüste“ von Leslie Marmon Silko (Rogner & Bernhard) überzeugt mit fast unzähligen detailgetreu gezeichneten Pflanzen und Früchten während „Monets Garten“ (Buch zu einer Ausstellung im Kunsthaus Zürich 2004/2005) mit einem Titelbild in verschwommenen Farben genau das präsentiert, was man an Monet mag oder eben nicht.
Das Cover des Buches „Liontooth – the story of a Garden“ von Sara Sharpe (Beautiful Books) erfüllt alle meine Erwartungen, die durch den Namen des Verlags geweckt werden. Der gemalte Garten mit Farn, Fackellilien, Löwenzahn und anderen Blumen mehr ist fast zu schade, um ihn einfach auf dem Büchergestell verschwinden zu lassen. Für das Buch „Im Garten hinterm Haus“ von Sandra Pepek (fantasieReichverlag) war ursprünglich ein anderes Cover geplant. Ich hatte das Buch seinerzeit hauptsächlich wegen dem Titelbild und ohne besondere Kenntnisse betreffend Inhalt bestellt. Nach einem Verlagswechsel noch vor Publikation der Erstausgabe bekam es einen ganz anderen Umschlag. Auch wenn mir der erste Entwurf besser gefallen hat – das Kinderbuch ist unbedingt lesenswert!
Nicht nur optisch sondern auch zum Fühlen was bietet der Roman „Eine Villa zum Verlieben“ von Gabriella Engelmann (Knaur). Die Efeuranken und die Katze auf dem Cover sind aus grünem Samt. Nicht aus Samt aber ebenfalls „fühlbar“ sind die Umschläge der beiden Tobi Lolness-Bücher, die ich im Sofagarten bereits früher einmal vorgestellt habe.
Wenn das Buch dann gelesen ist, treten Überlegungen betreffend Attraktivität der Buchumschlagsgestaltung gewöhnlich in den Hintergrund. Die meisten Bücher fristen ihr Dasein ja wohl Umschlag an Umschlag in einem Regal. Würde man die Druckwerke mit sichtbarem Titelcover aufstellen, benötigten sie ja noch mehr Regalfläche. Und schliesslich gibt es auch etliche Buchumschläge, die besser zwischen anderen Büchern versteckt werden, damit man sie nicht im Blickfeld hat... Vielleicht ein Thema für einen späteren Beitrag. Noch ein anderes Thema ist die Schwierigkeit oder Unzulänglichkeit, dass die Buchrücken nicht einheitlich in eine Richtung beschriftet sind, so dass man/frau sich bei der Suche nach einem Buch vor dem Gestell immer wieder fast verrenken muss.
Um meinem Prinzip „keine oder möglichst wenige Bilder“ treu zu bleiben, habe ich auch in diesem Beitrag bewusst auf Bilder verzichtet. Mit Googeln sind die Bücher aber ja rasch aus den Weiten des Internets auf Ihren Computer geholt.
Die meisten mir speziell zusagenden Buchcover, die mir spontan zu diesem Thema einfallen, sind eher bunt oder es handelt sich um Leinenausgaben mit aufgeklebten Farbillustrationen. Zu den Buchumschlägen, die in einer Hitliste meiner Bibliothek vordere Plätze belegen würden gehören die Bücher „Bunte Beete in voller Blüte vom Frühlig bis zum Herbst“ von Veronika Walz (AV Buch) und „Marie mit dem Kopf voller Blumen“ von Sigrid Laube (Jungbrunnen). Beide Cover zeigen eine Menge Blüten und die Farbgebung in hauptsächlich weiss, rosa und gelb ist ähnlich.
„Gärten in der Wüste“ von Leslie Marmon Silko (Rogner & Bernhard) überzeugt mit fast unzähligen detailgetreu gezeichneten Pflanzen und Früchten während „Monets Garten“ (Buch zu einer Ausstellung im Kunsthaus Zürich 2004/2005) mit einem Titelbild in verschwommenen Farben genau das präsentiert, was man an Monet mag oder eben nicht.
Das Cover des Buches „Liontooth – the story of a Garden“ von Sara Sharpe (Beautiful Books) erfüllt alle meine Erwartungen, die durch den Namen des Verlags geweckt werden. Der gemalte Garten mit Farn, Fackellilien, Löwenzahn und anderen Blumen mehr ist fast zu schade, um ihn einfach auf dem Büchergestell verschwinden zu lassen. Für das Buch „Im Garten hinterm Haus“ von Sandra Pepek (fantasieReichverlag) war ursprünglich ein anderes Cover geplant. Ich hatte das Buch seinerzeit hauptsächlich wegen dem Titelbild und ohne besondere Kenntnisse betreffend Inhalt bestellt. Nach einem Verlagswechsel noch vor Publikation der Erstausgabe bekam es einen ganz anderen Umschlag. Auch wenn mir der erste Entwurf besser gefallen hat – das Kinderbuch ist unbedingt lesenswert!
Nicht nur optisch sondern auch zum Fühlen was bietet der Roman „Eine Villa zum Verlieben“ von Gabriella Engelmann (Knaur). Die Efeuranken und die Katze auf dem Cover sind aus grünem Samt. Nicht aus Samt aber ebenfalls „fühlbar“ sind die Umschläge der beiden Tobi Lolness-Bücher, die ich im Sofagarten bereits früher einmal vorgestellt habe.
Wenn das Buch dann gelesen ist, treten Überlegungen betreffend Attraktivität der Buchumschlagsgestaltung gewöhnlich in den Hintergrund. Die meisten Bücher fristen ihr Dasein ja wohl Umschlag an Umschlag in einem Regal. Würde man die Druckwerke mit sichtbarem Titelcover aufstellen, benötigten sie ja noch mehr Regalfläche. Und schliesslich gibt es auch etliche Buchumschläge, die besser zwischen anderen Büchern versteckt werden, damit man sie nicht im Blickfeld hat... Vielleicht ein Thema für einen späteren Beitrag. Noch ein anderes Thema ist die Schwierigkeit oder Unzulänglichkeit, dass die Buchrücken nicht einheitlich in eine Richtung beschriftet sind, so dass man/frau sich bei der Suche nach einem Buch vor dem Gestell immer wieder fast verrenken muss.
Um meinem Prinzip „keine oder möglichst wenige Bilder“ treu zu bleiben, habe ich auch in diesem Beitrag bewusst auf Bilder verzichtet. Mit Googeln sind die Bücher aber ja rasch aus den Weiten des Internets auf Ihren Computer geholt.
5. Februar 2010
Asiatische Lektüre
1937, der Chinese Stephen Chan wird von seiner Familie in das Ferienhaus im japanischen Tarumi geschickt, um sich von seiner schweren Lungenkrankheit zu erholen. Der wortkarge japanische Hausverwalter Matsu soll sich um ihn kümmern. Die beiden unterschiedlichen Männer freunden sich an und Matsu nimmt den jungen Chinesen schliesslich mit in die Berge in ein abgelegenes Dorf, wo verbannte Lepra-Kranke leben. Matsu stellt Stephen Sachi vor, die ihr von Narben entstelltes Gesicht hinter einem Tuch verbirgt und die ihn von Beginn weg fasziniert. Nach und nach erfährt der junge Chinese wie das Schicksal Matsu und Sachi seit Jahrzehnten miteinander verbindet und trennt.
Der Genesungsurlaub wird von verschiedenen schlechten Nachrichten überschattet und in einem Tsunami wird der in jahrelanger Arbeit erschaffene Garten innert kürzester Zeit stark verwüstet.
Ein traurig-schöner Roman in Form eines Tagebuches verfasst. Ob es wirklich so einfach war, auch nur vorübergehend als Chinese in einem japanischen Dorf zu wohnen während die beiden Länder miteinander im Krieg standen?
Im Roman wird eine Geschichte über eine Perlentaucherin erzählt. Der neueste „Seitenumdreher“ von Barbara Wood mit dem Titel „Das Perlenmädchen“ handelt von der Perlentaucherin Tonina. Zwar spielt dieser Roman nicht in Japan, aber er erzählt die Suche nach einer Heilpflanze, um das Leben von Toninas Grossvater zu retten.
Wer sich näher mit japanischen Gärten beschäftigen mag, dem sei das kleine Büchlein „In einem japanischen Garten“ von Lafcadio Hearn aus dem Manesse Verlag empfohlen. Es vermittelt Einblicke in die Mythologie und Philosophie und die fernöstliche Gartenkunst.
Lafcadio Hearn:
In einem japanischen Garten
Manesse Verlag, 2006
Gail Tsukiyama:
Der Garten des Samurai
BLT, 2000
Barbara Wood:
Das Perlenmädchen
Fischer Taschenbuchverlag, 2009
Der Genesungsurlaub wird von verschiedenen schlechten Nachrichten überschattet und in einem Tsunami wird der in jahrelanger Arbeit erschaffene Garten innert kürzester Zeit stark verwüstet.
Ein traurig-schöner Roman in Form eines Tagebuches verfasst. Ob es wirklich so einfach war, auch nur vorübergehend als Chinese in einem japanischen Dorf zu wohnen während die beiden Länder miteinander im Krieg standen?
Im Roman wird eine Geschichte über eine Perlentaucherin erzählt. Der neueste „Seitenumdreher“ von Barbara Wood mit dem Titel „Das Perlenmädchen“ handelt von der Perlentaucherin Tonina. Zwar spielt dieser Roman nicht in Japan, aber er erzählt die Suche nach einer Heilpflanze, um das Leben von Toninas Grossvater zu retten.
Wer sich näher mit japanischen Gärten beschäftigen mag, dem sei das kleine Büchlein „In einem japanischen Garten“ von Lafcadio Hearn aus dem Manesse Verlag empfohlen. Es vermittelt Einblicke in die Mythologie und Philosophie und die fernöstliche Gartenkunst.
Lafcadio Hearn:
In einem japanischen Garten
Manesse Verlag, 2006
Gail Tsukiyama:
Der Garten des Samurai
BLT, 2000
Barbara Wood:
Das Perlenmädchen
Fischer Taschenbuchverlag, 2009
1. Februar 2010
The Real Garden Road Trip
Die tief verschneite Landschaft hat durchaus auch im Flachland ihren Reiz. Aber Sie haben allmählich nun doch genügend Schnee gesehen und wären bereit für den Frühling? Nun, mittlerweile ist es zwar schon Februar, aber es dauert doch noch eine Weile, bis es draussen in der Natur wieder richtig losgeht. Vielleicht nutzen Sie die Zeit, eine Gartenreise zu planen? Einfach ins Auto sitzen, los fahren, nach Lust und Laune anhalten, sobald ein schöner Garten hinter einem Gartenzaun lockt und versuchen, ob man spontan hereingebeten wird. Verrückt? Zu viele Verpflichtungen wie Familie, Arbeit, Haushalt und Garten, die rufen? Falls Sie sich selber keine solchen Wünsche erfüllen können oder wollen, mögen Sie vielleicht über zwei Frauen lesen, die genau diesen Traum verwirklicht und ihre Erlebnisse niedergeschrieben haben.
Der dreimonatige Trip begann mit einer Postkarte, die Elspeth Bradbury von Freunden aus Irland erhielt. Diese bereisten die grüne Insel und hielten mehr oder weniger ungeplant an interessanten Orten, um Schlössern, Kirchen oder was immer sonst ihre Aufmerksamkeit fesselte einen Besuch abzustatten. Und plötzlich wusste Elspeth genau, was sie tun wollte – eine Tour durch kanadische Gärten unternehmen. Unangemeldet Gärten besuchen und möglichst viele verschiedene Gärtner kennenlernen. In Gärten, in welchen rostige Werkzeuge herumliegen und Funkien von Schnecken angefressen sind, mit Gärtnern über das Wetter, Unkräuter und Gott und die Welt plaudern. Das Ziel sollten also keine herausgeputzten Gärten aus Hochglanzzeitschriften sein, sondern versteckt blühende Paradiese von ganz „normalen“ Leuten, die mit Vorliebe in der Erde herumwühlen. Elspeth Bradbury und Judy Maddocks hatten zwei Jahre vor dieser neuen Idee gemeinsam ein Buch verfasst und es gelang Elspeth rasch, ihre Freundin für ihre Pläne zu begeistern.
Drei Monate fuhren die beiden Freundinnen Mitte der 90er Jahre mit einem Mietauto durch Kanada und besuchten die verschiedensten Gärten, sprachen mit Gärtnerinnen und Gärtnern und übernachteten in günstigen Motels. Ständige Begleiter waren ein Fotoapparat und ein Aufnahmegerät. Im illustrierten Buch „The Real Garden Road Trip“ erzählen die Frauen abwechselnd von ihren Begegnungen. In dem Vierteljahr wurden die beiden von über 80 leidenschaftlichen Gärtnerinnen und Gärtnern in deren grünen Idyllen empfangen und entdeckten dabei beispielsweise einen Gemüsegarten auf einem Boot, einen Rosenspezialisten in der Prärie und einen Steingarten in den Bergen.
PS: Ein kanadisches Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Elspeth Bradbury and Judy Maddocks:
The Real Garden Road Trip
Polestar Book Publishers, 1997
Der dreimonatige Trip begann mit einer Postkarte, die Elspeth Bradbury von Freunden aus Irland erhielt. Diese bereisten die grüne Insel und hielten mehr oder weniger ungeplant an interessanten Orten, um Schlössern, Kirchen oder was immer sonst ihre Aufmerksamkeit fesselte einen Besuch abzustatten. Und plötzlich wusste Elspeth genau, was sie tun wollte – eine Tour durch kanadische Gärten unternehmen. Unangemeldet Gärten besuchen und möglichst viele verschiedene Gärtner kennenlernen. In Gärten, in welchen rostige Werkzeuge herumliegen und Funkien von Schnecken angefressen sind, mit Gärtnern über das Wetter, Unkräuter und Gott und die Welt plaudern. Das Ziel sollten also keine herausgeputzten Gärten aus Hochglanzzeitschriften sein, sondern versteckt blühende Paradiese von ganz „normalen“ Leuten, die mit Vorliebe in der Erde herumwühlen. Elspeth Bradbury und Judy Maddocks hatten zwei Jahre vor dieser neuen Idee gemeinsam ein Buch verfasst und es gelang Elspeth rasch, ihre Freundin für ihre Pläne zu begeistern.
Drei Monate fuhren die beiden Freundinnen Mitte der 90er Jahre mit einem Mietauto durch Kanada und besuchten die verschiedensten Gärten, sprachen mit Gärtnerinnen und Gärtnern und übernachteten in günstigen Motels. Ständige Begleiter waren ein Fotoapparat und ein Aufnahmegerät. Im illustrierten Buch „The Real Garden Road Trip“ erzählen die Frauen abwechselnd von ihren Begegnungen. In dem Vierteljahr wurden die beiden von über 80 leidenschaftlichen Gärtnerinnen und Gärtnern in deren grünen Idyllen empfangen und entdeckten dabei beispielsweise einen Gemüsegarten auf einem Boot, einen Rosenspezialisten in der Prärie und einen Steingarten in den Bergen.
PS: Ein kanadisches Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Elspeth Bradbury and Judy Maddocks:
The Real Garden Road Trip
Polestar Book Publishers, 1997
29. Januar 2010
Michelle Curry Wright: Miranda Blue Calling
Nach verschiedenen unglücklichen Beziehungen möchte sich Miranda Blue in einem baufälligen einsam gelegenen Haus in Colorado verkriechen. An ihrem neuen Wohnort sucht und pflegt sie überhaupt keine Kontakte und konzentriert sich auf ihren Begleit-Telefon-Service „Respect for Elders“ für kranke und ältere Menschen.
Mirandas einziger Nachbar weit und breit ist der junge Witwer und Gewächshaus-Gärtner William Wordsworth „Billy“ Steadman. Während Miranda eigentlich nichts lieber tut als reden, ist Billy gewöhnlich ein kein Freund vieler Worte. Immer wieder versucht er erfolglos, Miranda besser kennenzulernen und eine gute Nachbarschaft aufzubauen. Doch seine Nachbarin vermeidet Begegnungen und lässt keine Annäherung zu.
Die Geschichte hat mich nicht wirklich gefesselt. Das Hin und Her fand ich eher mühsam als spannend zu lesen, insbesondere auch weil das Ende des Romans ja voraussehbar ist und auch keine Überraschung bietet. Das Gewächshaus-Gärtnern beschränkte sich im Wesentlichen auf die wiederholte Erwähnung von Tomaten, deren unschlagbarer Geschmack auf Hydrokultur und spezielle Musik-Berieselung zurückzuführen ist.
Michelle Curry Wright:
Miranda Blue Calling
Avon Trade, 2004
Mirandas einziger Nachbar weit und breit ist der junge Witwer und Gewächshaus-Gärtner William Wordsworth „Billy“ Steadman. Während Miranda eigentlich nichts lieber tut als reden, ist Billy gewöhnlich ein kein Freund vieler Worte. Immer wieder versucht er erfolglos, Miranda besser kennenzulernen und eine gute Nachbarschaft aufzubauen. Doch seine Nachbarin vermeidet Begegnungen und lässt keine Annäherung zu.
Die Geschichte hat mich nicht wirklich gefesselt. Das Hin und Her fand ich eher mühsam als spannend zu lesen, insbesondere auch weil das Ende des Romans ja voraussehbar ist und auch keine Überraschung bietet. Das Gewächshaus-Gärtnern beschränkte sich im Wesentlichen auf die wiederholte Erwähnung von Tomaten, deren unschlagbarer Geschmack auf Hydrokultur und spezielle Musik-Berieselung zurückzuführen ist.
Michelle Curry Wright:
Miranda Blue Calling
Avon Trade, 2004
27. Januar 2010
Gelegenheit für günstige Bücher
Noch bis Ende Monat werden alle Bestellungen in der Schweiz beim hier schon oft erwähnten Restseller portofrei verschickt.
Keine Lust das vor einiger Zeit erwähnte Buch "Die Tulpe des Bösen" von Jörg Kastner zu lesen? Vielleicht besorgen Sie sich das günstige Hörbuch?
Regelmässige Leserinnen erinnern sich vielleicht an den kürzlichen Artikel über einen Farn-Roman. Schon etwas älter ist das Buch "Die feine New Yorker Farngesellschaft" von Oliver Sacks über eine Reise von Hobby-Botanikern nach Mexiko. Der Titel ist für weniger als einen Fünfliber erhältlich.
Und unter Stichwörtern wie "Garten" und "Pflanzen" erscheinen auch neuere Titel wie "EM im Garten", "Die Pflanzenmalerin" und "Der Akazienkavalier".
So, genug gesurft für heute. Interessante Tipps für - möglichst vor Ende Monat - sind immer willkommen!
Keine Lust das vor einiger Zeit erwähnte Buch "Die Tulpe des Bösen" von Jörg Kastner zu lesen? Vielleicht besorgen Sie sich das günstige Hörbuch?
Regelmässige Leserinnen erinnern sich vielleicht an den kürzlichen Artikel über einen Farn-Roman. Schon etwas älter ist das Buch "Die feine New Yorker Farngesellschaft" von Oliver Sacks über eine Reise von Hobby-Botanikern nach Mexiko. Der Titel ist für weniger als einen Fünfliber erhältlich.
Und unter Stichwörtern wie "Garten" und "Pflanzen" erscheinen auch neuere Titel wie "EM im Garten", "Die Pflanzenmalerin" und "Der Akazienkavalier".
So, genug gesurft für heute. Interessante Tipps für - möglichst vor Ende Monat - sind immer willkommen!
25. Januar 2010
Gärtnernde Hobby-Schriftsteller
Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle schon einmal über Hobbygärtner geschrieben, die ihre Gartenerlebnisse in Buchform veröffentlichen. Und dass die Begeisterung, ein Buch zu verfassen und im Eigenverlag oder bei BOD zu veröffentlichen das fehlende Lektorat meist wieder wett macht. Leider ist dem nicht immer so. In den letzten Tagen bestand meine Lektüre aus zwei Titeln, die ich diesen Ausnahmen zuordnen würde. Sie werden als herzerfrischend und witzig angepriesen, was mich üblicherweise bereits etwas stutzig macht. Leider habe ich mich nicht auf mein Gespür verlassen und die Bücher trotzdem gekauft.
Die Gartenromane sind in der Ich-Form geschrieben und die Geschichten lassen mich vermuten, dass sie wohl mehrheitlich autobiographisch sind. Die Texte sind oft ziemlich ungehobelt und wohl so verfasst „wie der Schnabel gewachsen ist“ . Die recht häufig vorkommenden Fehler (beispielsweise fehlende Wörter in Sätzen) tragen auch nicht zur Steigerung des Lesevergnügens bei.
Beim Lesen hatte ich oft Mitleid mit den Nachbarn, dem Gatten und der Freundin der Erzählerin. Und ob in einem Roman die monatlichen Beschwerden im Zusammenhang mit der Regelblutung wirklich thematisiert werden müssen? Ab und zu gibt es auch Kapital, in denen in mir so etwas wie Sympathie mit der Gärtnerin durchschimmerte. Beispielsweise wenn sie ihre Gefühle niederschreibt, als der ältere Nachbar, über den zuvor immer wieder gelästert wurde, schwer erkrankt und schliesslich stirbt. Ich hatte zuvor im Stillen gehofft, dieser kriege die Zeilen über ihn nie zu sehen – diese Bedenken haben sich somit erübrigt und vielleicht ist ja in diesem Roman doch mehr erfunden als ich vermute.
Ich möchte der Autorin nicht zu nahe treten und habe mich deshalb entschieden, darauf zu verzichten im Sofagarten Details wie Buchtitel, Verfasserin und Verlag zu erwähnen. Falls jemand trotz meiner nicht sehr schmeichelnden Worte Lust auf die Lektüre bekommen haben sollte, darf er/sie mir gerne eine E-Mail schicken.
Übrigens bin ich gerade dieses Wochenende auf einen weiteren Erfahrungsbericht einer Gärtnerin in Buchform gestossen: „Haus, Hof, Hühner: Heiteres aus dem Leben einer frisch gebackenen Haus- und Gartenbesitzerin“ von Sandra Sternberg. Nun bin ich gespannt, ob die kurze Erzählung so heiter ist wie im Titel angekündigt.
Die Gartenromane sind in der Ich-Form geschrieben und die Geschichten lassen mich vermuten, dass sie wohl mehrheitlich autobiographisch sind. Die Texte sind oft ziemlich ungehobelt und wohl so verfasst „wie der Schnabel gewachsen ist“ . Die recht häufig vorkommenden Fehler (beispielsweise fehlende Wörter in Sätzen) tragen auch nicht zur Steigerung des Lesevergnügens bei.
Beim Lesen hatte ich oft Mitleid mit den Nachbarn, dem Gatten und der Freundin der Erzählerin. Und ob in einem Roman die monatlichen Beschwerden im Zusammenhang mit der Regelblutung wirklich thematisiert werden müssen? Ab und zu gibt es auch Kapital, in denen in mir so etwas wie Sympathie mit der Gärtnerin durchschimmerte. Beispielsweise wenn sie ihre Gefühle niederschreibt, als der ältere Nachbar, über den zuvor immer wieder gelästert wurde, schwer erkrankt und schliesslich stirbt. Ich hatte zuvor im Stillen gehofft, dieser kriege die Zeilen über ihn nie zu sehen – diese Bedenken haben sich somit erübrigt und vielleicht ist ja in diesem Roman doch mehr erfunden als ich vermute.
Ich möchte der Autorin nicht zu nahe treten und habe mich deshalb entschieden, darauf zu verzichten im Sofagarten Details wie Buchtitel, Verfasserin und Verlag zu erwähnen. Falls jemand trotz meiner nicht sehr schmeichelnden Worte Lust auf die Lektüre bekommen haben sollte, darf er/sie mir gerne eine E-Mail schicken.
Übrigens bin ich gerade dieses Wochenende auf einen weiteren Erfahrungsbericht einer Gärtnerin in Buchform gestossen: „Haus, Hof, Hühner: Heiteres aus dem Leben einer frisch gebackenen Haus- und Gartenbesitzerin“ von Sandra Sternberg. Nun bin ich gespannt, ob die kurze Erzählung so heiter ist wie im Titel angekündigt.
22. Januar 2010
Rosemary and Thyme – Teil 2
Von den beiden hier kürzlich erwähnten gärtnernden Detektivinnen gibt es nicht nur Geschichten in Form von DVD’s. Drei der verfilmten Episoden sind auch als Taschenbücher erschienen.
Im ersten Buch „And no birds sing“ ist Laura Thyme eben von ihrem Ehemann verlassen worden und fährt zu ihren Freunden Sam und Vickie Trent, um sich trösten zu lassen. Gleichzeitig ist Rosemary Boxler von ihrem ehemaligen Studenten Daniel Kellaway in dessen Landhaus eingeladen worden. Daniel ist wegen einem merkwürdigen Hautauschlag stark geschwächt und in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Er muss deshalb die Leitung des Gartencenters, das er mit seinem Freund Sam Trent gemeinsam führt, diesem überlassen.
Ein Autounfall und verschiedene andere merkwürdige Vorfälle wecken den Argwohn von Laura Thyme und Rosemary Boxler, die sich gerade kennen gelernt haben. Für die Lösung ihres ersten gemeinsamen „Falles“ stützen sich die beiden Frauen auf ihr Hintergrundwissen – Rosemarys gärtnerischen Kenntnisse und Lauras Erfahrung aus ihrer früheren beruflichen Tätigkeit als Polizistin.
Die beiden Frauen sind sich sehr sympathisch und möchten ihre neue Freundschaft vertiefen. Sie beabsichtigen, gemeinsam im Garten-Geschäft tätig werden. Im Buch „The Tree of Death“ helfen Laura und Rosemary bei der Organisation eines mittelalterlichen Anlasses mit, während sie im Titel „Memory of Water“ angeheuert werden, um einen Garten in Abootslea zu restaurieren. Doch es bleibt natürlich nicht beim Buddeln von Pflanzlöchern und anderen gärtnerischen Tätigkeiten, sondern die beiden stecken ihre Nasen wie auch schon in der Serie wieder in Angelegenheiten, die sie nichts angehen...
Brian Eastman:
Memory of Water
Allison and Busby, 2006
The Tree of Death
Allison and Busby, 2006
And no birds sing
Allison and Busby, 2004
Im ersten Buch „And no birds sing“ ist Laura Thyme eben von ihrem Ehemann verlassen worden und fährt zu ihren Freunden Sam und Vickie Trent, um sich trösten zu lassen. Gleichzeitig ist Rosemary Boxler von ihrem ehemaligen Studenten Daniel Kellaway in dessen Landhaus eingeladen worden. Daniel ist wegen einem merkwürdigen Hautauschlag stark geschwächt und in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Er muss deshalb die Leitung des Gartencenters, das er mit seinem Freund Sam Trent gemeinsam führt, diesem überlassen.
Ein Autounfall und verschiedene andere merkwürdige Vorfälle wecken den Argwohn von Laura Thyme und Rosemary Boxler, die sich gerade kennen gelernt haben. Für die Lösung ihres ersten gemeinsamen „Falles“ stützen sich die beiden Frauen auf ihr Hintergrundwissen – Rosemarys gärtnerischen Kenntnisse und Lauras Erfahrung aus ihrer früheren beruflichen Tätigkeit als Polizistin.
Die beiden Frauen sind sich sehr sympathisch und möchten ihre neue Freundschaft vertiefen. Sie beabsichtigen, gemeinsam im Garten-Geschäft tätig werden. Im Buch „The Tree of Death“ helfen Laura und Rosemary bei der Organisation eines mittelalterlichen Anlasses mit, während sie im Titel „Memory of Water“ angeheuert werden, um einen Garten in Abootslea zu restaurieren. Doch es bleibt natürlich nicht beim Buddeln von Pflanzlöchern und anderen gärtnerischen Tätigkeiten, sondern die beiden stecken ihre Nasen wie auch schon in der Serie wieder in Angelegenheiten, die sie nichts angehen...
Brian Eastman:
Memory of Water
Allison and Busby, 2006
The Tree of Death
Allison and Busby, 2006
And no birds sing
Allison and Busby, 2004
18. Januar 2010
Das alte Land
Seit zehn Jahren lebt die leidenschaftliche Gärtnerin Alyson mit ihrem Freund Walker, einem Töpfer und Keramikkünstler, in der kanadische Wildnis im Norden von Ontario. Schon beim gemeinsamen Renovieren des alten Hauses Hütte läuft zwischen den beiden nicht alles rund. Die Beziehung wird durch finanzielle Probleme und Alysons Schwangerschaft zusätzlich belastet. Walker sieht sich gezwungen, auswärts einen Job anzunehmen und Alyson bleibt über den Winter allein im abgelegenen Haus zurück. Zunächst geniesst sie das Alleinsein und ihre fortgeschrittene Schwangerschaft und kann auch auf die Unterstützung von Freunden zählen. Doch die kalte Jahreszeit bringt nicht nur riesige Mengen Schnee, sondern auch eine schlimme Tragödie in Alysons Leben.
Vor über hundert Jahren hat auf dem gleichen Flecken Land eine schottische Auswanderfamilie ihr Glück gesucht. Der Vater der jungen Margaret hat in der Heimat sein Schiff verkauft und ist mit seiner Familie nach Kanada aufgebrochen. Kaum angekommen, wird der Vater vom Rest der Angehörigen getrennt, weil er Symptome einer ansteckenden Krankheit aufweist. Das Leben in den weiten Wäldern Kanadas ist für die Neuankömmlinge aus Schottland alles andere als einfach und wird von Margaret zu Papier gebracht. Als Alyson ein Jahrhundert später nach dem Verlust ihres Babys verstört durch die Wildnis irrt, stösst sie auf diese Notizen.
Das Buch ist kürzlich im Taschenbuchformat erschienen. Ich habe die gebundene Ausgabe vor längerer Zeit in einer Buchhandlung durchgeblättert, auf meine Wunschliste gesetzt und kürzlich als Restexemplar im Internet wiederentdeckt. Dieser kanadische Roman schaffte es leider ähnlich wenig mich zu fesseln, wie jenes andere kanadische Buch, über das ich hier Ende September 2009 berichtet habe. Ich wünschte mir für eine künftige kanadische Lektüre mit gärtnerischem Hintergrund eine etwas weniger düstere Kulisse. Denn trotz dem vielen Schnee im Buch, hatte ich beim Lesen fast ständig eine dunkle Wildnis vor den Augen.
Merilyn Simonds:
Das alte Land
btb Verlag, 2007
Vor über hundert Jahren hat auf dem gleichen Flecken Land eine schottische Auswanderfamilie ihr Glück gesucht. Der Vater der jungen Margaret hat in der Heimat sein Schiff verkauft und ist mit seiner Familie nach Kanada aufgebrochen. Kaum angekommen, wird der Vater vom Rest der Angehörigen getrennt, weil er Symptome einer ansteckenden Krankheit aufweist. Das Leben in den weiten Wäldern Kanadas ist für die Neuankömmlinge aus Schottland alles andere als einfach und wird von Margaret zu Papier gebracht. Als Alyson ein Jahrhundert später nach dem Verlust ihres Babys verstört durch die Wildnis irrt, stösst sie auf diese Notizen.
Das Buch ist kürzlich im Taschenbuchformat erschienen. Ich habe die gebundene Ausgabe vor längerer Zeit in einer Buchhandlung durchgeblättert, auf meine Wunschliste gesetzt und kürzlich als Restexemplar im Internet wiederentdeckt. Dieser kanadische Roman schaffte es leider ähnlich wenig mich zu fesseln, wie jenes andere kanadische Buch, über das ich hier Ende September 2009 berichtet habe. Ich wünschte mir für eine künftige kanadische Lektüre mit gärtnerischem Hintergrund eine etwas weniger düstere Kulisse. Denn trotz dem vielen Schnee im Buch, hatte ich beim Lesen fast ständig eine dunkle Wildnis vor den Augen.
Merilyn Simonds:
Das alte Land
btb Verlag, 2007
15. Januar 2010
Ninfa – The most romantic garden in the world
Rund 60 Kilometer entfernt von Rom befindet sich umgeben von Ruinen das mittelalterliche Städtchen Ninfa mit einem der der bekanntesten und schönsten Gärten Italiens. Über Ninfa sind schon verschiedene Bücher geschrieben worden, das neueste grossformatige Portrait hat Charles Quest-Ritson verfasst.
Der Buchumschlag, auf dem eine alte von Glyzinien überwucherte Brücke abgebildet ist, steigert die Erwartungen. Eine illustrierte Karte erlaubt dem Leser einen ersten Überblick über den Garten und nach einem kurzen Vorwort folgt eine detaillierte Einleitung in die Geschichte von Ninfa und seiner verschiedenen Eigentümer.
Der Text wird durch eingeflochtene Anekdoten aufgelockert. So erfährt man im Kapitel über Duke Roffredo und Herzogin Marguerite, dass diese sogar 1940, während dem zweiten Weltkrieg, Bestellungen über 1000 Lupinen und 500 Dianthus aufgaben. Marguerites Liebe galt aber nicht nur Pflanzen allgemein und Rosen im speziellen. Sie lancierte auch literarischen Magazine (Botteghe Oscure, Commerce), wo sie verschiedenen damals noch unbekannten Schriftstellern wie beispielsweise Truman Capote und Muriel Spark eine Plattform bot. Herausgeber von Botteghe Oscure war übrigens Giorgio Bassani, der Autor von „Die Gärten der Finzi-Contini“. Bassani verfasste das Buch auf Ninfa und der Einfluss der Umgebung auf die Geschichte lässt sich nicht verleugnen.
Wunderschöne Fotos und ein Register runden den positiven Eindruck über dieses Buch ab und wecken die Lust, dem Garten selber mal einen Besuch abzustatten. Falls Sie also mal in Rom oder Umgebung sind, ist ein Abstecher nach Ninfa sicher eine Überlegung wert. Aber Achtung, die Öffnungszeiten sind sehr eingeschränkt – unbedingt vorher abklären (und keine Einzelführung erwarten …)!
Charles Quest-Ritson:
Ninfa – The most romantic Garden in the world
Frances Lincoln, 2009
Der Buchumschlag, auf dem eine alte von Glyzinien überwucherte Brücke abgebildet ist, steigert die Erwartungen. Eine illustrierte Karte erlaubt dem Leser einen ersten Überblick über den Garten und nach einem kurzen Vorwort folgt eine detaillierte Einleitung in die Geschichte von Ninfa und seiner verschiedenen Eigentümer.
Der Text wird durch eingeflochtene Anekdoten aufgelockert. So erfährt man im Kapitel über Duke Roffredo und Herzogin Marguerite, dass diese sogar 1940, während dem zweiten Weltkrieg, Bestellungen über 1000 Lupinen und 500 Dianthus aufgaben. Marguerites Liebe galt aber nicht nur Pflanzen allgemein und Rosen im speziellen. Sie lancierte auch literarischen Magazine (Botteghe Oscure, Commerce), wo sie verschiedenen damals noch unbekannten Schriftstellern wie beispielsweise Truman Capote und Muriel Spark eine Plattform bot. Herausgeber von Botteghe Oscure war übrigens Giorgio Bassani, der Autor von „Die Gärten der Finzi-Contini“. Bassani verfasste das Buch auf Ninfa und der Einfluss der Umgebung auf die Geschichte lässt sich nicht verleugnen.
Wunderschöne Fotos und ein Register runden den positiven Eindruck über dieses Buch ab und wecken die Lust, dem Garten selber mal einen Besuch abzustatten. Falls Sie also mal in Rom oder Umgebung sind, ist ein Abstecher nach Ninfa sicher eine Überlegung wert. Aber Achtung, die Öffnungszeiten sind sehr eingeschränkt – unbedingt vorher abklären (und keine Einzelführung erwarten …)!
Charles Quest-Ritson:
Ninfa – The most romantic Garden in the world
Frances Lincoln, 2009
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