2. Mai 2010

Frauenfreundschaften

„Hope Springs“ ist das zweite Buch der Trilogie über die Freundschaft von Jessie, Margaret, Louise, Beatrice und Charlotte. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und kann auch als Einzelband gelesen werden.

Jede dieser Frauen trägt mehr oder schwer an Bürden aus der Vergangenheit. Die junge Seelsorgerin Charlotte zweifelt an ihrer Berufung, während Jessie plant, mit Ihrem Mann alle Brücken hinter sich abzubrechen und in Kalifornien ihren Lebensabend zu verbringen. Sie hat ihren rastlosen Ehemann, nachdem er vor vielen Jahren sie und ihre Kinder einfach im Stich gelassen hat, kürzlich wieder ohne Wenn und Aber aufgenommen. Ihre Freundinnen verstehen gerade aus diesem Grund noch weniger, wie sie langjährige Gefährtinnen, die mit ihr durch dick und dünn gegangen sind, so einfach zurücklassen kann. Diese Umzugs-Neuigkeiten werden aber überschattet von Margarets Mitteilung, dass sie an Brustkrebs leidet und sich einer Operation unterziehen muss.

Die Charaktere sind sehr echt gezeichnet und man wünschte sich fast, die Frauen kennenlernen zu können. Der Roman erzählt unter anderem, wie Margaret von ihren Freundinnen unterstützt wird. Sehr eindrücklich ist die Passage, in welcher sich diese eine Glatze schneiden, damit die Krebspatientin nicht die einzige ist, die ohne Haare herumlaufen muss. Zu dieser Situation kommt es dann aber gar nicht, da keine Chemotherapie nötig ist.

Das Buch ist übrigens auch unter dem Titel „Garden of Faith“ erschienen. Zwischen die Kapitel eingestreut sind die „Hope Springs Community Garden Club Newsletters“ von Beatrice. Auf jeweils einer Seite werden zur Saison passende Tipps vermittelt und Parallelen zwischen Garten und Freundschaften bzw. Partnerschaften gezogen - die Tiefpunkte im Leben sind gewissermassen die Metapher für „Unkräuter“.



Lynne Hinton:
Hope Springs
Harper San Francisco, 2002

28. April 2010

Auf dem Gut Nassenheide

Kennen Sie das Gut Nassenheide? Wer sich für unterhaltsame Gartenbücher interessiert, wird früher oder später auf das reizende Büchlein „Elizabeth und ihr Garten“ von Elizabeth von Arnim (1866 – 1941) stossen, das von dem Leben der von Arnims auf Nassenheide berichtet. Aufgrund dieser Lektüre habe ich vor rund zwanzig Jahren mehrere Titel dieser Autorin verschlungen, darunter beispielsweise „Verzauberter April“. Heute stehen nur noch das erstgenannte Buch sowie „Garten der Kindheit“ in Griffnähe auf dem Regal. Letzthin habe ich in einer Buchhandlung auf einem Tisch mit preisreduzierten Mängelexemplaren das Buch „Sommer ohne Gäste“ dieser Autorin entdeckt und lese es nun auf meinem Arbeitsweg. Nach dem erfolgreichen Erstling „Elizabeth und ihr Garten“ war „Sommer ohne Gäste“ (englisch: „The Solitary Summer“) das zweite Buch der Autorin und auch dieses wurde begeistert aufgenommen.

Mit meiner Vermutung, dass sich Elizabeth von Arnim, wenn sie einen Sommer lang nicht von Gästen in Beschlag genommen wurde, wohl ihren Lieblingsbeschäftigungen lesen und gärtnern gewidmet hat, lag ich goldrichtig. Obwohl gärtnern in ihrem Fall ja nicht ganz stimmt, da sie aus Standesgründen nicht selber in der Erde wühlen durfte. Das Gärtnern beschränkte sich auf die zumeist mühsamen Instruktionen an (Hilfs-)Gärtner, die den Anleitungen leider meist nicht Folge leisteten und Elizabeth von Arnims gestalterische Ideen boykottierten. Die eigensinnige Frau hat zunächst bewusst unerfahrene Gärtner eingestellt, musste aber bald feststellen, dass diese je weniger sie von der Sache verstanden, um so hartnäckiger darauf beharrten, recht zu haben.

Neben dem Garten und den vielen darin blühenden Blumen sind auch die Leseerlebnisse der Autorin ein wiederkehrendes Thema im Buch. Goethe wird am Nachmittag im Garten gelesen und auch in Thoreaus Gedanken hätte sie sich nie im Wohnzimmer vergraben.

Wenn Sie wie Elizabeth von Arnim der Meinung sind, dass es ausser Büchern und Gärten (fast) keine Objekte der Liebe gibt, die einen reichlich und treu belohnen, ist „Sommer ohne Gäste“ sicher die richtige Lektüre für Sie! Vielleicht habe ich „Sommer ohne Gäste“ vor Jahren auch schon einmal gelesen und erinnere mich nicht mehr daran. Jedenfalls würde es mich nicht wirklich überraschen, wenn ich in unserem Estrich auf dieses Buch stossen würde, wenn ich irgendwann wieder einmal die alten Bücherkisten durchwühle.



Elizabeth von Arnim:
Sommer ohne Gäste
List Taschenbuch, 2006

25. April 2010

Natürlich der Gärtner!

Aus einem Niederrhein-Krimiprojekt sind elf spannende und völlig verschiedene Kurzkrimis herausgegangen und begleitend zu den Lesungen, die zwischen April und Anfang Juni 2010 stattfinden, haben Ina Coelen und Rebecca Gablé diese Geschichten im Leporello Verlag herausgegeben. Diesen Krimis gemeinsam ist, dass sich sämtliche Tatorte entlang der „Strasse der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas“ befinden.

Auch für Leser, die sich in dieser Region nicht auskennen und denen Namen wie Schloss Krickenbeck, Schloss Zons und die Terassengärten von Kloster Kamp nichts sagen, ist diese Anthologie eine überzeugende Lektüre. Falls Sie sogar die Möglichkeit haben, an einer Lesung am jeweiligen Tatort teilzunehmen, sollten Sie sich sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen!

Ansonsten machen Sie es doch wie die Sofagärtnerin und finden Sie bequem in Ihrem Sessel sitzend und lesend heraus, ob sich hunderte von gezückten Taschentüchern an einer Davidia dazu eignen, Tränen zu trocknen, warum ausgerechnet in einem Klostergarten ein Mord passiert ist und was ein Jaguar im bunten Garten zu suchen hat. Und vielleicht fiebern Sie sogar mit einer Profikillerin mit, ob diese es wohl zum wiederholten Mal schafft, einen annähernd perfekten Mord zu begehen oder ob sie die Einladung zu einem Klassentreffen doch besser ausgeschlagen hätte.



Ina Coelen & Rebecca Gablé (Hrsg.):
Natürlich der Gärtner!
Leporello Verlag, 2010

22. April 2010

Vom Kultivieren der Erde

Landschaftsarchitekten, Kunsthistoriker, ein Botaniker, ein Bodenkundler, ein Philosoph und andere mehr haben für das von Brita Reimers herausgegebene Buch „Gärten und Politik“ unterschiedliche Beiträge verfasst oder nochmals überarbeitet.

Im Fokus stehen traditionelle Parks und Anlagen, Mieter- und Kleingärten, Migrantengärten, aber auch die Gefängnisgärten von Nelson Mandela und Rosa Luxemburg. „Tomaten in menschlicher Gesellschaft“ gibt einen Überblick über die Karriere der auch Liebesäpfel genannten Frucht in Europa und die Beziehung von Mensch und dieser Pflanze.

Der Text „Vom Gartenkind zum Weltbürger – Natur als éducation politique“ von der Herausgeberin selber beschäftigt sich mit Alma de l’Aigle und beginnt mit der politischen Geschichte des Gartens über den Kauf des Grundstücks. Weiter erfährt der interessierte Leser, wie die Ende des 20. Jahrhunderts mittlerweile in einem teuren Hamburger Stadtteil liegende Parzelle kurz vor Bewilligung einer Eigentumswohnungsüberbauung wenigstens zu einem Viertel der Bodenspekulation entzogen werden konnte. Dank einem Kompromiss gelang es, den schützenswerte Garten und seltene Kulturpflanzen zu retten. Zusätzlich gibt dieser Artikel einen Einblick in die von Alma de l’Aigle verfassten Bücher, zu denen neben Gartentiteln auch sanfte Lehrbücher für Kinder und Erwachsene zählten.

Weitere Beiträge widmen sich beispielsweise Themen wie „Gärten in moderenen Zeiten“, „Gärten und Kulturen auf Wanderschaft“ und „Barock als Banalität: Linden in der Kulturlandschaft“.



Brita Reimers (Hrsg.):
Gärten und Politik – Vom Kultivieren der Erde
Ökom Verlag, 2010

19. April 2010

Neue "alte" Entdeckung

Da habe ich eigentlich geglaubt, im deutschsprachigen Raum die auf Gartenbücher spezialisierten Verlage zu kennen. Nun bin ich aber auf ein Verlagshaus aufmerksam geworden, von dem bis anhin kein einziger Titel in meiner doch recht umfangreichen Bibliothek vertreten war, nämlich auf den bereits 1843 gegründeten Bassermann Verlag aus München. Grund genug, drei Bücher aus dessen Programm hier vorstellen.

Liebäugeln Sie mit einer Gartenreise nach Grossbritannien? Oder Sie spielen mit dem Gedanken, Ihren Garten mit englischen Elementen umzugestalten? Der reich illustrierte Band „Die schönsten englischen Gärten“ von Jon und Diane Sutherland eignet sich gleichermassen dafür sich vor einem Urlaub über lohnenswerte Gartenziele einen ersten Eindruck zu verschaffen, wie auch als Inspirationsquelle für Ideen, die im heimischen Garten umgesetzt werden können. Die Kapitel des grossformatigen Buches entsprechen den englischen Regionen und beginnen jeweils mit einer anderthalbseitigen Zusammenstellung von farbenprächtigen kleinformatigen Ausschnitten aus den portraitierten Gärten. Da eine grosse Anzahl Gärten vorgestellt werden, sind die einzelnen Präsentationen sehr kurz und knapp gehalten, wobei den Fotos mehr Platz eingeräumt wird als den Texten. Der Band erlaubt einen Einblick in die unterschiedlichsten Anlagen, darunter sind The Eden Project, Hidcote Manor, Hadspen aber auch Sissinghurst und weniger bekannte Gärten.

Immer mehr Menschen möchten selber gezogenes, giftfreies Gemüse auf dem Tische und so trifft man auch immer öfter auf Gärten, in welchen der Nutzgarten eine wichtige Rolle spielt und auf solche, in welchen die strikte Trennung von Nutzgarten und Blumenpracht verwischt wird. Falls Sie solche Ideen im Hinterkopf haben, bietet das Buch „Prachtvolle Nutz- und Bauerngärten – Kräuter, Gemüse und Schnittblumen in zauberhaften Beeten“ eine Fülle von Anregungen. Das Buch fällt ebenfalls durch opulente Farbbilder auf, ein Grossteil der Seiten ist aber mit nützlichen Informationen gefüllt. Es gibt unter anderem Kapitel über die Anlage von Wegen und Einrahmungen, besondere Beetformen, Kletterhilfen und auch ein interessanter Rückblick in die Geschichte von Cottagegärten fehlt nicht.

Sie haben zwar einen grünen Daumen, aber (vorerst) nur einen Balkon, um ihre gärtnerischen Bedürfnisse zu befriedigen? Dann gibt das günstige Praxisbuch „Die schönsten Pflanzen für Kübel & Kästen“ von Jörn Pinske einen lehrreichen Überblick über die Möglichkeiten zur Balkongestaltung. In den Pflanzenportraits werden sowohl bewährte als auch neue Kandidaten für die Bepflanzung vorgestellt und gleich Pläne für unterschiedlich grosse Kästen für verschiedene Balkonstandorte mitgeliefert. Für einen erfolgreichen Start in den Balkonsommer ist auch gleich das nötige Kleinwerkzeug dabei.



Dr. Wolfgang Hensel und Jürgen Becker (Fotos):
Prachtvolle Nutz- und Bauerngärten – Kräuter, Gemüse und Schnittblumen in zauberhaften Beeten
Bassermann Verlag, 2009

Jörg Pinske:
Die schönsten Pflanzen für Kübel und Kästen
Bassermann Verlag, 2008

Jon & Diane Sutherland:
Die schönsten englischen Gärten
Bassermann Verlag, 2007


16. April 2010

Die Orangenbäume von Versailles

Antoine ist Gärtner am Hof von Ludwig XIV. Nach dem frühen Tod seiner Frau ist er alleine für die Erziehung der inzwischen vierzehnjährigen Tochter Marion verantwortlich. Dass diese angezogen wie ein Junge im Park herumstreunt und mithilft, die Blumenbeete zu jäten, passt in der Umgebung der Familie nicht allen, obwohl Antoine das Jäten als „botanisieren“ bezeichnet. Als die Marquise von Montespan, die Favoritin des Königs von Frankreich, Dienerinnen sucht, lässt Antoine sich überreden, dass die kluge Marion, die sogar lesen und schreiben kann, sich vorstellt. Seit dem Tod der Mutter schläft Marion nur noch sehr wenig, ist sehr fleissig und nie müde. Ausserdem hat sie eine spezielle Vorliebe für Blumen und liebt es, kleine Duftsäckchen anzufertigen. Jeden Geruch, der ihr einmal unter die Nase gekommen ist, erkennt sie wieder. Dank diesen Eigenschaften darf Marion in die Dienste der Marquise treten.

Weil Marion sich wegen ihrem geringen Schlafbedürfnis während den Nachtwachen ausgezeichnet bewährt und gleichzeitig wunderbare Parfums herstellt, macht sie sich schnell unentbehrlich. Doch hinter dem hübschen Gesicht der Marquise von Montespan verbirgt sich eine hartherzige und skrupellos intrigierende Frau. Zufällig erfährt Marion von einem geplanten Anschlag auf die Frau des Königs und ihr spezieller Geruchssinn erweist sich für die Vereitelung der Tat als sehr hilfreich.

Diesen Kinderkrimi gibt es übrigens gerade als Restexemplar portofrei bei Jokers.



Annie Pietri:
Die Orangenbäume von Versailles
Bloomsbury (Berlin Verlag), 2005

12. April 2010

Zum Trost ein wenig Schokolade

Es gibt immer wieder triftige Gründe sich etwas leichtere Lektüre zu Gemüte zu führen, bei welcher wenn nicht alle Handlungen doch das Ende ziemlich präzise vorhersehbar ist. Zur Entspannung und Ablenkung beispielsweise oder wenn frau sich geärgert hat. Statt Schokolade zu essen, empfehle ich an dieser Stelle das neueste Buch „Chocolate Wishes“ von Trisha Ashley über eine liebenswerte Schokoladeproduzentin und ihre Duftpelargonien. Die letzten Schokoladeeier aus dem Osternest können Sie ja während dem Lesen trotzdem nebenbei geniessen.

Mein Ärger gilt den nicht zu einer Zwergrasse gehörenden Kaninchen der Nachbarn, die letzthin nicht zum ersten Mal ausgebüxt sind und sich während unserer Abwesenheit unbemerkt über längere Zeit in der luftigen Erweiterung des Sofagartens amüsiert haben. Ich dagegen war weniger „amused“, als ich um sieben Ecken herum davon erfahren und zur gleichen Zeit festgestellt habe, dass die grösste meiner Buchskugeln ziemlich eingedrückt ist. Seit mehreren Jahren hege und pflege ich eine Gruppe von ein paar unterschiedlich grossen Buchskugeln, die inzwischen schön ineinander gewachsen sind.

Nach dem vorösterlichen Ausflug der Tiere liegt die Vermutung nahe, dass eines der Viecher den Buxus mit einem Osternest verwechselt hat. Jedenfalls sind anlässlich des Trips leider verschiedene Äste abgebrochen, und der Aufbau der grünen Kugel hat sich deutlich gelichtet. Die Pflanze habe ich nun wieder einigermassen „gebüschelt“ und hoffe, dass sich die Lücken möglichst rasch wieder schliessen, während ich mir überlege, ob es nun von Vorteil ist, dass das Buchsbeet direkt neben dem Sitzplatz angelegt ist und ich die Fortschritte täglich im Auge habe (den Schaden aber leider auch) oder eher nicht. Wenn das Resultat des Kaninchen-Ausfluges nicht ziemlich ärgerlich wäre, müsste man eigentlich fast schmunzeln: hätte sicher ein tolles Foto ergeben – (Oster-)Kaninchen auf Buchskugelnest. Aber nun noch ein paar Worte mehr zum Roman …

Chloes Mutter hat ihre Familie vor Jahren im Stich gelassen, so dass Chloe ihrem deutlich jüngeren Bruder mehr eine Mutter als eine Schwester war. Mit Männern hat die Mitdreissigerin nichts mehr am Hut und konzentriert sich auf die immer besser florierende Produktion von Schokolade. Jede ihrer Süssigkeiten enthält eine Vorhersage für die Zukunft. Doch mitten in ihr geordnetes Leben tauchen plötzlich gleich zwei Männer aus ihrer Vergangenheit auf …

Leserinnen, die regelmässig in diesen Blog reinschauen, erinnern sich vielleicht an eine frühere Trisha Ashley-Buchbesprechung, wo ich bereits erwähnt hatte, dass die Autorin gerne „grüne Elemente“ in ihre Romane einbaut. Aufgrund eines Newsletters und einem Bericht auf der Webseite einer Pelargonien-Gärtnerei, welche die Autorin mit Tipps bezüglich die Kultur dieser Duftpflanzen unterstützt hat, hatte ich in diesem neuen Roman eigentlich einen grösseren gärtnerischen Hintergrund erwartet. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Chocolate Wishes“ um eine humorvolle Lektüre. Und wenn Ihnen der Stil von Trisha Ashley zusagt, finden Sie sicher auch Gefallen an den Büchern von Katie Fforde. Für Gartenfreunde speziell erwähnenswert ist „Im Garten meiner Liebe“ (englisch „Wild Designs“), in welchem die frisch geschiedene Althea die Gelegenheit bekommt, für die Chelsea Flower Show einen Garten zu entwerfen und zu gestalten.

Zum Abschluss dieses Beitrages noch eine positive Mitteilung in eigener Sache: Gerade habe ich erfahren, dass meine Buchvorstellungen sogar in Südafrika gelesen werden. Das macht mich doch ein bisschen stolz …



Trisha Ashley:
Chocolate Wishes
Avon Books, 2010

9. April 2010

Engelstrompeten

Das Autorenpaar Birgit Lautenbach und Johann Ebend fährt bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Ostseeinsel Hiddensee und hat auch seinen neuesten Regionalkrimi dort angesiedelt.

Die alte Wanda Sieveking wird von den einen verteufelt und als Hexe betitelt während andere die Heilerin verehren. Als ihre furchtbar entstellte Leiche an der Steilküste von Hiddensee aufgefunden wird, geht die Polizei zunächst von einem fatalen Unfall aus. Polizeiobermeister Daniel Pieplow bezweifelt allerdings dieses Ergebnis und sucht Zeugen, die in der fraglichen Nacht Beobachtungen gemacht haben. Doch noch bevor seine Ermittlungen richtig beginnen, wird auf der Insel eine weitere Leiche entdeckt.

In der Erzählung kommen immer wieder nebenbei Gärten vor und die ursprüngliche Landschaft der Insel wird detailliert beschrieben. Ausserdem spielen die für den Buchtitel zeichnenden Engelstrompeten im Mordfall eine wesentliche Rolle und es werden Rosen mit einer Sichel geköpft, dennoch würde ich das Buch trotz anders lautenden erhaltenen Informationen nicht als Gartenkrimi zu bezeichnen.

Für Liebhaber von deutschsprachigen Gartenkrimis: Genau den gleichen Buchtitel „Engelstrompeten“ trägt der dritte von bisher vier Büchern der botanischen Krimis von Elke Loewe um Valerie Bloom, die ich vor einiger Zeit bereits einmal im Sofagarten erwähnt habe. Leider hoffe und warte ich bisher vergebens auf eine Fortsetzung, sprich eine fünfte Folge der Geschichten in Augustenfleth.



Birgit Lautenbach/Johann Ebend:
Engelstrompeten – Ein Hiddensee-Krimi
Goldmann Verlag, 2010

6. April 2010

101 Traumgärten – Aktuelle Gärten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Nach den erfolgreichen Bänden „100 Traumgärten in Deutschland“ und „100 neue Traumgärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ erlaubt das dritte Buch in der Reihe wiederum einen Blick hinter die verschiedensten Gartenzäune. Die durchwegs anspruchsvollen Privatgärten sind ausschliesslich von professionellen Betrieben entworfen und gestaltet worden, die sich unter der 2002 gegründeten Dachmarke „Gärtner von Eden“ zusammengeschlossen haben und die mittlerweile rund 70 Mitglieder umfasst.

Nach einer Einführung folgen die jeweils doppelseitigen Gartenportraits, die in die vier Gruppen „Für Designfreunde“, „Für Geniesser“, „Für Ästheten“ und „Für Naturmenschen“ unterteilt sind. Ein halbseitiger aufschlussreicher Text über Anforderungen und Wünsche der Gartenbesitzer und ein gezeichneter Gartenplan füllen die eine Seite des Portraits und werden ergänzt durch Farbfotos. Ab und an hätte ich mir zusätzlich zu den schriftlichen Angaben ein Foto mit dem Zustand der Gärten vor der Umgestaltung gewünscht.

Unter den vorgestellten Traumgärten sind solche mit einer Grösse von weniger als 100 m2 ebenso vertreten wie parkähnliche Anlagen. Und so verschieden wie die Besitzer und ihre Erwartungen ans grüne Wohnzimmer sind, so verschieden sind auch die Gärten. Da gibt es mit Mauern oder hohen Hecken eingefriedete Parzellen, aber auch offene Gartenbereiche mit Traumausblick auf weite Landschaften, kleine Innenhofgärten, etliche Beispiele für Wasser im Garten und vieles anderes mehr.

Genau diese Vielfalt erlaubt es dem Leser, sich Ideen für den eigenen Garten herauszupicken und herauszufinden, welcher Gartenstil zum eigenen Haus und Grundstück passt und einem persönlich am besten gefällt. Eine Checkliste im Anschluss an die Portraits bietet Unterstützung, um die Vorstellungen vom eigenen Traumgarten zu präzisieren. Und falls der Leser mit der Umsetzung persönlich überfordert ist, weiss er ja spätestens nach der Lektüre, wo er fachkundig beraten und unterstützt wird (Adressen und Kontaktmöglichkeiten sind im Anhang aufgeführt).



Gärtner von Eden:
101 Traumgärten – Aktuelle Gärten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Callwey Verlag, 2010

3. April 2010

Gartenzwerge

Gartenzwerge sind für die einen untrennbar mit dem Garten verbunden, während andere wiederum ihren Anblick als Beleidigung für die Augen empfinden. Die Gesellen mit der meist roten Zipfelmütze sind aber nicht nur in Gärten anzutreffen, sondern auch Thema in verschiedenen Büchern. Kinderbücher sind dabei ebenso vertreten wie Krimis, Satiren oder Fotobände. Hier geht es mir aber nicht um Bücher, in welchen Gartenzwerge in unterschiedlichen Posen und Tätigkeiten abgebildet sind, sondern um Geschichten, die von den Zipfelmützenträgern handeln.

Gleich zwei Bücher von unterschiedlichen Autoren auf meinem Regal tragen den Titel „Die Befreiung der Gartenzwerge“. Ein Buch gehört zur Gartenzwerg-Trilogie von Manfred Fock. In jeweils zwölf teilweise bitterbösen Geschichten taucht der Leser ein in Verbrechen, die in der vermeintlich grünen Idylle zwischen Gartenzäunen stattfinden. Trotz makabrem Titel und Umschlagbild eine witzige Lektüre für Gartenfreunde. Einzelne Geschichten aus der Trilogie sind auch im Buch „Freibier für Schnecken“ nachzulesen - einem Buch, dem ausserdem eine CD mit einem Ausschnitt aus einer Autorenlesung beigelegt ist.

Das zweite Buch mit dem Titel „Die Befreiung der Gartenzwerge“ hat Lene Mayer-Skumanz verfasst und gehört in die Kategorie Kinderbücher. In dieser Geschichte verbringt der elfjährige Paul die Ferien bei seiner Oma, als aus den Nachbarsgärten vermehrt Gartenzwerge verschwinden. Schliesslich wird auch Hugo entführt, der Gartenzwerg von Pauls Oma. Die Katze Mimose weiss ganz genau, wer hinter den Entführungen steckt, doch leider nehmen die Zweibeiner ihre Hinweise nicht ernst bzw. diese scheitern an Verständigungsproblemen.

Etwas Gänsehaut inklusive erhält der Leser bei der Lektüre von „Die Rache der Gartenzwerge“ von R.L. Stine. Der Vater des zwölfjährigen Joe zählt zu den erfolgreichsten Hobbygärtnern in der Stadt und wetteifert an der jährlichen Gartenschau jeweils mit seinem Nachbar um das blaue Band für die grössten und schönsten Tomaten. Das Interesse von Joes Vater gilt aber nicht nur Gemüse und dem richtigen Dünger, sondern auch kitschigen Gartenfiguren. Seine neueste Errungenschaft sind zwei Gartenzwerge mit bösartigen roten Augen. Und seit diese beiden Gestalten im Garten sind, passieren immer wieder merkwürdige Dinge. Joe möchte dieser Angelegenheit auf den Grund gehen und legt sich eines Nachts auf die Lauer. Dabei macht er eine schaurige Entdeckung.



Manfred Fock:
Die Befreiung der Gartenzwerge oder Was selbst der Mond nicht wissen konnte
Fangorn FMV edition, 2006

Die Hinrichtung der Gartenzwerge oder Was selbst der Mond nicht wissen konnte
Fangorn FMV edition, 2004

Die Entführung der Gartenzwerge oder Was selbst der Mond nicht wissen konnte
Fangorn FMV edition, 2003

Freibier für Schnecken
Fangorn FMV edition, 2008


Lene Mayer-Skumanz:
Die Befreiung der Gartenzwerge
Residenz Verlag, 2007


R.L. Stine:
Die Rache der Gartenzwerge
Omnibus Taschenbuchverlag für Kinder, 1998


31. März 2010

Tee & Rosen – Geschichten übers Leben im Garten-Paradies England

Die bekannte Gartenjournalistin und Landschaftsarchitektin Heidi Howcroft hat vor rund zehn Jahren Deutschland Richtung England verlassen und ist mit ihrer Familie in ein altes Cottage samt verwildertem Garten in einem kleinen Dorf im südlichen Somerset gezogen. In ihrem neuesten Buch „Tee & Rosen“ nimmt sie ihre Leser in dreissig Kurzgeschichten unter anderem mit auf einen Gartenausflug mit Border Lines (eine Firma, die Gartenreisen organisiert), zum Tee bei der Queen, zu einem Besuch in den „Highgrov’schen“ Bio-Gärten von Prinz Charles sowie zu winterlichen Fortbildungen im Gartenclub und zur jährlichen Leistungsschau um das grösste Gemüse.

Das Buch erlaubt interessante Einblicke ins englische (Garten-)Leben. Haben Sie beispielsweise gewusst, woher die Sandwiches ihren Namen haben? In einem Kapitel wird erklärt, wie es dazu kam, dass in Englands Gärten jährlich beeindruckende Summen für wohltätige Zwecke gespendet und gesammelt werden, während in der Geschichte „Der Garten als Bühne – Fête champêtre bei Stourhead“ von einem imposanten Freiluftanlass die Rede ist. Hilfreich sind auch die Fussnoten mit Angaben von Internet-Seiten oder Buchtipps.

Nach der Lektüre des Buches bin ich doch ein klein wenig neidisch – die Autorin wohnt in einer für Gartenliebhaber nahezu optimalen Gegend und Gartenparadiese in Form von Pflanzenmärkten, Gärtnereien oder Gärten sind in fast unmittelbarer Nähe in Hülle und Fülle vorhanden. Wie aus den Geschichten zu erfahren ist, können aber auch in ländlichen englischen Idyllen Eichhörnchen oder Dachse zur Plage werden.

Und wer weiss, vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal die Gelegenheit, an einer Gartenkreuzfahrt auf der MS Deutschland oder der Sea Cloud II teilzunehmen, auf welcher die Autorin als Reisebegleiterin dabei ist …



Heidi Howcroft:
Tee & Rosen – Geschichten übers Leben im Garten-Paradies England
Deutsche Verlags-Anstalt, 2010



PS: Die Schnellmahlzeit Sandwich verdankt ihre Bezeichnung J. Montagu, dem 4. Earl von Sandwich, der 1762 ein Stück Fleisch zwischen zwei Scheiben Brot hat legen lassen.

28. März 2010

Die siebte Stufe oder The Savage Garden

Erst kürzlich habe ich festgestellt, dass Mark Mills Buch „The Savage Garden“ bereits im letzten April auch als deutsche Ausgabe erschienen ist, und zwar unter dem Titel „Die siebte Stufe“.

1958 - Der zweiundzwanzigjährige Kunsthistoriker Adam Strickland reist auf Vermittlung von Professor Leonard in die Toskana, um den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Renaissancegarten der Familie Docci zu untersuchen. Die Besitzerin Francesca Docci ist eine alte Freundin von Leonard und Strickland beabsichtigt, den Garten als Thema für seine Doktorarbeit zu verwenden.

Den Gedenkgarten mit Kapellen, Brunnen, Statuen und Grotten hatte Fürst Federico seinerzeit in Erinnerung an seine jung verstorbene Frau Flora anlegen lassen. Die schwer kranke Francesca Docci möchte endlich erfahren, was für ein Geheimnis die wehmütige Schönheit der Anlage verbirgt. Tatsächlich kommt Adam Strickland mit Hilfe von wichtigen italienischen Literaturwerken recht schnell auf die richtige Spur und kann nachweisen, dass Flora ermordet worden ist. Für seine Entdeckung kann Strickland viel Lob einheimsen. Doch die Familie Docci hat nicht nur ein dunkles Geheimnis, das Jahrhunderte zurückliegt – 1944, gegen Ende des 2. Weltkrieges, wurde Francescas älterer Sohn Emilio unter nie vollständig geklärten Umständen kaltblütig ermordet. Adam Strickland versucht nun, auch dieses Rätsel aufzulösen. Er kommt der schrecklichen Wahrheit immer näher, was dem frei herumlaufenden Mörder natürlich gar nicht passt.

Sehr spannender Roman mit gartenhistorischem Hintergrund, der ganz nebenbei einen Einblick in Dantes „Göttliche Komödie“ und Machiavellis Werk gibt. Die Geschichte ist ausserordentlich gut durchdacht, führt den Leser immer wieder auf falsche Fährten und lässt ihn bis zum Schluss im Unklaren, wer eigentlich die Fäden zieht und wer als Marionette daran baumelt.



Mark Mills:
Die siebte Stufe
Karl Blessing Verlag, 2009

The Savage Garden
Harper Collins Publishers, 2007

26. März 2010

Bei Iris-Liebhabern

Die 26jährige Tess Darcy aus Victoria Springs hat von Ihrer verstorbenen Tante das „Iris-House“ geerbt und hat darin ein Bed-and-Breakfast eingerichtet. Ihre allerersten Gäste sind die Mitglieder des lokalen Iris-Züchter-Vereins. Während Tess damit beschäftigt ist, ihre Gäste zufrieden zu stellen, wird am Rande einer der für den Eröffnungsnachmittag geplanten geführten Gartenbesichtigungen ein weiblicher Gast ermordet zwischen den Iris-Beeten aufgefunden.

Der für den Fall zuständige Kommissar verdächtigt nicht nur fast sämtliche Mitglieder des Gartenclubs, er traut auch Tess die Tat zu. Die Jungunternehmerin fürchtet um die Reputation ihres „Iris-House Bed-and-Breakfast“ und beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Tess findet rasch heraus, dass das Mordopfer sehr unbeliebt war, weil es mehrere Iris-Züchter erpresst hat. Doch welcher Gast hat das stärkste Motiv und schreckt auch vor einem Anschlag auf Tess nicht zurück?

Dies ist der erste Krimi einer Reihe unter dem Titel „Iris House Mystery“ mit der sympathischen Tess Darcy. Der Iris-Züchter-Verein und der Iris-Garten sorgen für den gärtnerischen Hintergrund.



Jean Hager:
Blooming Murder – An Iris House Mystery
Avon Books, 1994

22. März 2010

Das Labyrinth der Rosen

Neben dem Titel hat mich an diesem Taschenbuch auch das Buchcover mit einer roten und einer weissen Rose und dem Labyrinth aus der Kathedrale von Chartres angesprochen. Die Lektüre hinterlässt bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck, was aber wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass ich das Buch aus zeitlichen Gründen immer wieder weglegen musste. Wäre es allerdings fesselnder gewesen, hätte ich mir sicher mehr Zeit genommen, um schneller vorwärtszukommen …

Die Geschichte spielt Anfang dieses Jahrhunderts, dazwischen werden aber immer wieder Szenen aus dem 17. Jahrhundert eingeblendet. Titelthema ist die Entschlüsselung einer dreihundert Jahre alten kryptischen Handschrift aus dem Nachlass von John Dee, einem seinerzeit anerkannten Mathematiker und Astrologen. Um die richtigen Schlüsse aus den Rätselkarten und Texten zu ziehen und das passende Schloss zu einem seit 17 Generationen immer an weibliche Nachkommen vererbten silbernen Schlüssel zu finden, haben die junge Engländerin Lucy und ihr Arzt Alex etliche Abenteuer zu überstehen.

Die Autorin hat in diesem Roman ihr immenses Wissen über Esoterik, Numerologie und Astrologie verarbeitet, thematisiert christlichen Fundamentalismus und natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte.

Ein Knotengarten spielt eine wichtige Rolle beim Rätseln, aber als „Gartenroman“ würde ich das Buch nun nicht gerade bezeichnen. Empfehlenswert ist es vor allem für Liebhaber von esoterischen Titeln. Der Leser kann übrigens anhand der Rätselkarten im Anhang an den Roman selber mit knobeln.

Nun freue ich mich jedenfalls auf meine nächste Lektüre, den ersten Roman, der vom Gartenarchitekten Fürst Pückler-Muskau handelt – „Der Gartenkünstler“ von Ralf Günther. Die bisher vorliegenden Rezensionen sind allerdings teilweise auch nicht gerade berauschend.



Titania Hardie:
Das Labyrinth der Rosen
Diana Verlag, 2010

18. März 2010

Schlechte Saat

Daphne, die Tochter der Gartenkolumnistin Agatha, ist vor fünf Jahren spurlos verschwunden. Und nun hat sich Agathas Ehemann auf die Suche nach Daphne gemacht und wird ebenfalls vermisst.

So ist Agathas Leben völlig ist aus dem Ruder geraten. Ihre vielgelesenen Kolumnen in „Womanly you“ basieren auf Erfahrungen aus ihrer Lieblingslektüre, dem Schmökern in Gartenbüchern über Sissinghurst oder Hidcote. Ihr eigenes Heim aber ist umgeben von Kakteen und Steinen. Die Idee der Chefredakteurin, ein Preisausschreiben zu lancieren, dessen Hauptgewinn eine Tour durch Agathas Garten sein soll, veranlasst die Kolumnistin, ihre Wohnsituation zu überdenken und zu ändern. Sie macht sich auf die Suche nach einem kleinen günstigen Häuschen mit etwas Land rundherum, wo sie ihren bisher imaginären Garten in die Tat umsetzen kann. In einem abgelegenen Dorf erwirbt sie schliesslich das baufällige Heim einer verstorbenen berühmten Hexe (!).

Im Garten gedeihen auf geheimnisvolle Weise nur Giftpflanzen. Ein mysteriöser Liebhaber taucht auf und schliesslich auch die verloren geglaubte Tochter. Das Zusammenleben erweist sich als sehr schwierig und wird noch komplizierter als auch Agathas Ehemann wieder aufkreuzt.

Spezielle übersinnliche Lektüre, die mir ganz gut gefallen hat. Giftpflanzen und gefährlicher Honig spielen eine wichtige Rolle. Die Erzählung nimmt immer wieder Bezug auf Märchen, wenn etwa bei Daphnes Taufe für den Zeitraum zwischen ihrer Kindheit und Erwachsensein ein schlimmes Ereignis prophezeit wird oder die Erwähnung von kaum zu durchdringenden Ranken, die das Hexenhäuschen umwinden, als Agatha es erwirbt.



Maurilia Meehan:
The Bad Seed
BeWrite Books, 2005