Aus vielen unterschiedlichen Quellen wie Originaltagebüchern, Reiseaufzeichnungen und auch aus bisher unveröffentlichtem Material aus den Royal Botanic Gardens in Kew hat die bekannte Gartenjournalistin Carolyn Fry eine bibliophile Kostbarkeit zusammengestellt, deren Charme einem liebevoll selbst gestalteten Album gleicht. Das Bilderbuch für Erwachsene ist verschwenderisch illustriert mit Fotografien und botanischen Zeichnungen und enthält Faksimiles von Originaldokumenten wie beispielsweise der ältesten bekannten Landkarte von Kew Gardens. In meiner doch recht umfangreichen Gartenbüchersammlung ist es zweifelsfrei eines der schönsten Bücher und wenn ich eine Stimme bei der Vergabe des Gartenbuch-Preises hätte, müsste ich nicht lange überlegen, welcher Neuerscheinung ich diese geben würde.
Auf etwas mehr als sechzig Seiten bietet das Buch einen umfangreichen Einstieg in die Themen Pflanzenschätze und Pflanzensammler und beginnt nach einem Vorwort mit der ersten verbürgten Pflanzenexpedition ins Goldland Punt und dem Gewürzimport aus Fernost. Weitere der jeweils doppelseitigen Kapitel behandeln die Einführung der Tulpen in die europäischen Gärten und stellen Pflanzensammler wie die Tradescants, Francis Masson, David Douglas und E.H. Wilson vor. In einer geschichtlichen Zusammenfassung über grünes Gold dürfen natürlich auch Namen wie Carl von Linné, Sir Joseph Banks und Joseph Hooker nicht fehlen. Doch nicht nur über die Vergangenheit wird berichtet. Die heutigen Aufgaben der botanischen Gärten und der Millenium-Samenbank sowie die Folgen des Klimawandels werden ebenfalls erläutert und ein Kapitel handelt von den negativen Begleiterscheinungen durch die Verbreitung von invasiven Arten.
Entlang des fliessenden Gewässers in unserer unmittelbaren Umgebung breitet sich das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) jedes Jahr stärker aus. Obwohl die Problematik von Neophyten auch der hiesigen Lokalzeitung immer wieder mal einen Artikel wert ist, gibt es Hobbygärtner, die rund um eben dieses Unkraut an der an ihr Grundstück grenzenden Bachböschung den Boden jäten und die Pflanzen wahrscheinlich sogar noch regelmässig mit Wasser versorgen. Als Entschuldigung mag vielleicht angefügt werden, dass es aber auch ziemlich vergnüglich zu betrachten ist, wie die reifen Samenkapseln bei der kleinsten Berührung in alle Richtungen fliegen!
Carolyn Fry:
Pflanzenschätze
Callwey Verlag, 2010
18. Februar 2011
16. Februar 2011
Martin Edwards: The Cipher Garden oder Die ohne Schuld sind
Zufällig habe ich entdeckt, dass die deutsche Übersetzung des Buches „The Cipher Garden“, das schon länger auf meiner Wunschliste steht, an mir vorbeigegangen ist. Der deutsche Titel lässt im Gegensatz zum Original auch keinen gärtnerischen Inhalt vermuten.
Chief Inspector Hannah Scarlett hat mit ihrem Team einen neuen „Cold Case“ übernommen. Der brutale Mord an einem Landschaftsgärtner ist nie aufgeklärt worden und die Ermittlungen werden nun nach Jahren aufgrund eines anonymen Hinweises wieder neu aufgerollt. Die Befragungen scheinen bald wieder im Sand zu verlaufen, als ein schockierender Selbstmord ein neues Licht auf die Tat und die Beziehungsgeflechte der Dorfbewohner wirft.
Der Historiker und Fernsehautor Daniel Kind wohnt noch nicht lange im Lake District. Seit seinem Umzug aufs Land hat er eine Affinität zum Gärtnern entwickelt. Hat er bis vor kurzem das Wort Brombeeren als Synonym für süsse Obstküchlein und dichte grüne Hecken betrachtet, so sind eben diese Rankpflanzen inzwischen zu seinem Feind Nr. 1 mutiert. Noch mehr beschäftigt ihn aber, einen Sinn hinter dem verrückten, seit Jahren vernachlässigten Garten zu entdecken, den er zusammen mit seinem Cottage erworben hat. Nicht nur die Pflanzenauswahl erscheint merkwürdig, auch die Wegführung ist völlig ziellos.
Auf der Suche nach Lösungen in ihren Fällen und Rätseln kreuzen sich die Wege von Hannah Scarlett und Daniel Kind immer wieder. Die Erzählstränge wechseln häufig ziemlich abrupt. Die Schlussfolgerungen zum Gartenrätsel fand ich nicht so ganz nachvollziehbar und Spannung kommt erst gegen Schluss des Buches auf.
Martin Edwards:
Die ohne Schuld sind
Bastei Lübbe, 2008
Chief Inspector Hannah Scarlett hat mit ihrem Team einen neuen „Cold Case“ übernommen. Der brutale Mord an einem Landschaftsgärtner ist nie aufgeklärt worden und die Ermittlungen werden nun nach Jahren aufgrund eines anonymen Hinweises wieder neu aufgerollt. Die Befragungen scheinen bald wieder im Sand zu verlaufen, als ein schockierender Selbstmord ein neues Licht auf die Tat und die Beziehungsgeflechte der Dorfbewohner wirft.
Der Historiker und Fernsehautor Daniel Kind wohnt noch nicht lange im Lake District. Seit seinem Umzug aufs Land hat er eine Affinität zum Gärtnern entwickelt. Hat er bis vor kurzem das Wort Brombeeren als Synonym für süsse Obstküchlein und dichte grüne Hecken betrachtet, so sind eben diese Rankpflanzen inzwischen zu seinem Feind Nr. 1 mutiert. Noch mehr beschäftigt ihn aber, einen Sinn hinter dem verrückten, seit Jahren vernachlässigten Garten zu entdecken, den er zusammen mit seinem Cottage erworben hat. Nicht nur die Pflanzenauswahl erscheint merkwürdig, auch die Wegführung ist völlig ziellos.
Auf der Suche nach Lösungen in ihren Fällen und Rätseln kreuzen sich die Wege von Hannah Scarlett und Daniel Kind immer wieder. Die Erzählstränge wechseln häufig ziemlich abrupt. Die Schlussfolgerungen zum Gartenrätsel fand ich nicht so ganz nachvollziehbar und Spannung kommt erst gegen Schluss des Buches auf.
Martin Edwards:
Die ohne Schuld sind
Bastei Lübbe, 2008
12. Februar 2011
Glück blüht – Die schönsten Blumenmomente
Auf einen Aufruf auf der Webseite des Blumenbüros Holland haben sich verschiedene Menschen entschlossen, ihre schönsten Blumenmomente auf Papier festzuhalten. Fünfzig dieser Einsendungen haben es schliesslich in die Publikation „Glück blüht“ geschafft, die mit einem Vorwort der Schauspielerin Christine Neubauer anfängt. Die einzelnen Erlebnisse sind ebenso verschieden wie das Niveau der Beiträge. So wird schon mal aus einer Paeonia rockii-Hybride kurzerhand eine Rose.
Handelt eine Geschichte, davon wie ein Brautrosenbouquet samt Familie des Bräutigams vor dem Altar vermisst wird (die Trauung ohne Verwandtschaft durchführen, o.k.; aber ohne Braustrauss, nein …), erinnert sich eine andere Erzählerin an die verlockenden Wiesenblumen jenseits des Zauns um eine Internierungslager, denen sie seinerzeit als Fünfjährige nicht widerstehen konnte. Was für eine Geschichte sich wohl hinter der getrockneten Rose versteckt, die in einem alten Buch entdeckt wurde, das auf einer Nachlassversteigerung erworben worden ist? Und vielleicht gelangen auch Sie einmal an eine Floristin, die Ihnen aus Freude darüber, dass Sie den Weg in ihren Blumenladen gefunden haben und weil sie den ganzen Tag über kaum Blühendes verkauft hat, einen Tulpenstrauss schenkt? Berührend sind die positiven Folgen eines kurzen Besuches samt floraler Kreation am Krankenbett eines mürrischen alten Mannes, der seit seiner Jugend als Aussenseiter galt.
Blumenbüro Holland (Hrsg.):
Glück blüht – Die schönsten Blumenmomente
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 2011
Handelt eine Geschichte, davon wie ein Brautrosenbouquet samt Familie des Bräutigams vor dem Altar vermisst wird (die Trauung ohne Verwandtschaft durchführen, o.k.; aber ohne Braustrauss, nein …), erinnert sich eine andere Erzählerin an die verlockenden Wiesenblumen jenseits des Zauns um eine Internierungslager, denen sie seinerzeit als Fünfjährige nicht widerstehen konnte. Was für eine Geschichte sich wohl hinter der getrockneten Rose versteckt, die in einem alten Buch entdeckt wurde, das auf einer Nachlassversteigerung erworben worden ist? Und vielleicht gelangen auch Sie einmal an eine Floristin, die Ihnen aus Freude darüber, dass Sie den Weg in ihren Blumenladen gefunden haben und weil sie den ganzen Tag über kaum Blühendes verkauft hat, einen Tulpenstrauss schenkt? Berührend sind die positiven Folgen eines kurzen Besuches samt floraler Kreation am Krankenbett eines mürrischen alten Mannes, der seit seiner Jugend als Aussenseiter galt.
Blumenbüro Holland (Hrsg.):
Glück blüht – Die schönsten Blumenmomente
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 2011
9. Februar 2011
Blogparade – Mein Lieblingsgartenbuch
Garten2null ruft Blogger dazu auf, ihre Lieblingsgartenbücher in einer Gartenblogparade vorzustellen. Das ist gar nicht so einfach – wie soll frau sich entscheiden, wenn Gartenliteratur gemeinhin oder im weitesten Sinn sämtliche Regale füllt?
Einer meiner ersten Blogbeiträge trägt den Titel "Antiquarische Lieblingslektüre". Was ich damals geschrieben habe, hat auch heute noch seine Gültigkeit. Und so vergebe ich den Titel an Beverley Nichols und sein Buch „Green grows the City“. Seine mit typisch englischem Humor gewürzten Gartenromane sind nach wie vor unübertrefflich. Der Leser und die Leserin dürfen keine genauen Pflanzanleitungen erwarten, der eine oder andere Tipp mutet vielleicht etwas seltsam an, und über sein Frauenbild kann man auch geteilter Meinung sein, amüsant sind die Bücher aber auf jeden Fall. Wenn Nichols etwa seine Mühen beschreibt, Alpenveilchen aus Samen zu ziehen oder sich während einem starken Erdbeben mit dem Gedanken tröstet, dass diese Erschütterungen zu herrlich gesunden Rissen in der neuen Staudenrabatte führen, kann dies jeder passionierte Gärtner nachvollziehen. Dieser hier stellvertretend für alle gärtnerischen Nichols-Bücher erwähnte Titel aus dem Jahr 1939 erscheint in diesen Tagen im Schöffling Verlag auf Deutsch unter dem Titel „Grünes Glück – Geschichte eines Gartens“.
Beverley Nichols:
Grünes Glück - Geschichte eines Gartens
Schöffling & Co, 2011
Einer meiner ersten Blogbeiträge trägt den Titel "Antiquarische Lieblingslektüre". Was ich damals geschrieben habe, hat auch heute noch seine Gültigkeit. Und so vergebe ich den Titel an Beverley Nichols und sein Buch „Green grows the City“. Seine mit typisch englischem Humor gewürzten Gartenromane sind nach wie vor unübertrefflich. Der Leser und die Leserin dürfen keine genauen Pflanzanleitungen erwarten, der eine oder andere Tipp mutet vielleicht etwas seltsam an, und über sein Frauenbild kann man auch geteilter Meinung sein, amüsant sind die Bücher aber auf jeden Fall. Wenn Nichols etwa seine Mühen beschreibt, Alpenveilchen aus Samen zu ziehen oder sich während einem starken Erdbeben mit dem Gedanken tröstet, dass diese Erschütterungen zu herrlich gesunden Rissen in der neuen Staudenrabatte führen, kann dies jeder passionierte Gärtner nachvollziehen. Dieser hier stellvertretend für alle gärtnerischen Nichols-Bücher erwähnte Titel aus dem Jahr 1939 erscheint in diesen Tagen im Schöffling Verlag auf Deutsch unter dem Titel „Grünes Glück – Geschichte eines Gartens“.
Beverley Nichols:
Grünes Glück - Geschichte eines Gartens
Schöffling & Co, 2011
8. Februar 2011
Noch eine Fortsetzung: Herbal Choices
Den Zugriffen von jenseits des Atlantiks auf mein Blog ist es zu verdanken, dass die Buchvorstellung über den Aufbau von Callie Gardeners Kräutergärtnerei unter den beliebtesten Posts figuriert (siehe Rubrik „Beliebte Post“ und hier).
Nach dem erfolgreichen Start in die Selbständigkeit muss die junge umtriebige Unternehmerin im zweiten Jahr Rückschläge in Kunden- und Umsatzfrequenz verbuchen. Doch mit immer neuen Ideen für Workshops und Events versucht Callie unermüdlich, das Geschäft anzukurbeln.
Inzwischen hat sie ihrem früheren Partner Daniel, der sie kurz vor der Hochzeit wegen einer anderen Frau hat sitzenlassen, verziehen und die beiden sind wieder ein Paar und bereits mit Vermählungsplänen beschäftigt. Doch wie soll Callie reagieren, wenn Daniel von ihr erwartet, zurück in ihre Heimat zu ziehen? Könnte sie ihre „Joyful Heart Herb Farm“ schliessen, wo sie doch dermassen viel Herzblut hineingesteckt hat?
Trotz der prekären finanziellen Lage ist Callie auf Mitarbeiterinnen angewiesen. Nachdem ihre Angestellte Lucy inzwischen aufs College geht, hat die Chefgärtnerin zwei junge Frauen aus einer Amish-Gemeinde eingestellt. Neben dem detaillierten Einblick in eine Kräutergärtnerei erfährt die interessierte Leserin nebenbei auch einiges über Amish-Gärten und wie bereits in „Herbal Beginnings“ runden Kräuterportraits und Rezepte die Lektüre ab.
Ebenfalls analog zum ersten Band passieren in Callies Umfeld immer wieder schreckliche Dinge. Da wären eine bewaffnete Geiselnahme zu erwähnen, Unfälle oder auch ein Anschlag mit Unkrautvernichtungsmittel auf die Gärtnerei, der grossen Schaden anrichtet. Für meinen Geschmack sind etwas gar viele Widrigkeiten in die Geschichte verpackt, aber zumindest finde ich die Entwicklung von Callies Liebesleben nachvollziehbar. Und zum Schluss noch folgender Tipp: es ist empfehlenswert, das Buch nicht mit leerem Magen zu lesen!
Carolee Snyder:
Herbal Choices: A gardening novel with herbal recipes
AuthorHouse, 2010
Nach dem erfolgreichen Start in die Selbständigkeit muss die junge umtriebige Unternehmerin im zweiten Jahr Rückschläge in Kunden- und Umsatzfrequenz verbuchen. Doch mit immer neuen Ideen für Workshops und Events versucht Callie unermüdlich, das Geschäft anzukurbeln.
Inzwischen hat sie ihrem früheren Partner Daniel, der sie kurz vor der Hochzeit wegen einer anderen Frau hat sitzenlassen, verziehen und die beiden sind wieder ein Paar und bereits mit Vermählungsplänen beschäftigt. Doch wie soll Callie reagieren, wenn Daniel von ihr erwartet, zurück in ihre Heimat zu ziehen? Könnte sie ihre „Joyful Heart Herb Farm“ schliessen, wo sie doch dermassen viel Herzblut hineingesteckt hat?
Trotz der prekären finanziellen Lage ist Callie auf Mitarbeiterinnen angewiesen. Nachdem ihre Angestellte Lucy inzwischen aufs College geht, hat die Chefgärtnerin zwei junge Frauen aus einer Amish-Gemeinde eingestellt. Neben dem detaillierten Einblick in eine Kräutergärtnerei erfährt die interessierte Leserin nebenbei auch einiges über Amish-Gärten und wie bereits in „Herbal Beginnings“ runden Kräuterportraits und Rezepte die Lektüre ab.
Ebenfalls analog zum ersten Band passieren in Callies Umfeld immer wieder schreckliche Dinge. Da wären eine bewaffnete Geiselnahme zu erwähnen, Unfälle oder auch ein Anschlag mit Unkrautvernichtungsmittel auf die Gärtnerei, der grossen Schaden anrichtet. Für meinen Geschmack sind etwas gar viele Widrigkeiten in die Geschichte verpackt, aber zumindest finde ich die Entwicklung von Callies Liebesleben nachvollziehbar. Und zum Schluss noch folgender Tipp: es ist empfehlenswert, das Buch nicht mit leerem Magen zu lesen!
Carolee Snyder:
Herbal Choices: A gardening novel with herbal recipes
AuthorHouse, 2010
4. Februar 2011
Hot House Flower und Hothouse Flower
Im Gartenbücherfrühling 2011 erscheinen unter der Kategorie „Belletristik“ gleich zwei verschiedene Romane auf Deutsch, die in der englischen Originalausgabe den gleichen Titel tragen, nämlich „Hothouse Flower“.
Margot Berwins „Hot House Flower“, das ich im Sofagarten bereits im August 2009 vorgestellt habe, erhält in der deutschen Übersetzung keinen neuen Titel. Ich bin schon jetzt gespannt, ob mich die Magie und die Schamanen auch in der deutschen Ausgabe fesseln werden und werde das Buch spätestens als Urlaubslektüre nochmals geniessen!
Der Goldmann Verlag hat für Lucinda Rileys Roman „Hothouse Flower“ den deutschen Titel „Das Orchideenhaus“ gewählt. Ein Gewächshaus, ein Orchideenzüchter, Orchideen und ein bei Renovierungsarbeiten entdecktes altes Tagebuch sind zentrales Thema in der Erzählung. Mehr zum Inhalt berichte ich gelegentlich, sobald ich das Buch fertiggelesen habe. Die Lektüre ist jedenfalls sehr spannend und ich wünschte mir beim Lesen der englischen Ausgabe im Moment Tage mit mehr als 24 Stunden, um schneller zu erfahren wie der Roman endet!
Margot Berwin:
Hot House Flower
Fischer Verlag, 2011
Lucinda Riley:
Das Orchideenhaus
Goldmann Verlag, 2011
Margot Berwins „Hot House Flower“, das ich im Sofagarten bereits im August 2009 vorgestellt habe, erhält in der deutschen Übersetzung keinen neuen Titel. Ich bin schon jetzt gespannt, ob mich die Magie und die Schamanen auch in der deutschen Ausgabe fesseln werden und werde das Buch spätestens als Urlaubslektüre nochmals geniessen!
Der Goldmann Verlag hat für Lucinda Rileys Roman „Hothouse Flower“ den deutschen Titel „Das Orchideenhaus“ gewählt. Ein Gewächshaus, ein Orchideenzüchter, Orchideen und ein bei Renovierungsarbeiten entdecktes altes Tagebuch sind zentrales Thema in der Erzählung. Mehr zum Inhalt berichte ich gelegentlich, sobald ich das Buch fertiggelesen habe. Die Lektüre ist jedenfalls sehr spannend und ich wünschte mir beim Lesen der englischen Ausgabe im Moment Tage mit mehr als 24 Stunden, um schneller zu erfahren wie der Roman endet!
Margot Berwin:
Hot House Flower
Fischer Verlag, 2011
Lucinda Riley:
Das Orchideenhaus
Goldmann Verlag, 2011
31. Januar 2011
Herr Adamson
Der Ich-Erzähler sitzt am Freitag, 22. Mai 2032, einen Tag nach seinem 94. Geburtstag, in einem in Hochblüte stehenden Garten. Er spricht seine schon länger zurückliegenden Erlebnisse mit Herrn Adamson für die Nachwelt auf Band. Freitage haben eine besondere Bedeutung für den Erzähler. Ist heute der richtige Freitag, um zu sterben?
Jahrzehnte vorher, genau an seinem 8. Geburtstag hat der Erzähler diesen Herrn Adamson im riesigen, paradiesischen Garten eines Nachbarhauses kennengelernt. Dieses stand schon länger Zeit leer und der Garten hatte sich in eine blühende, ursprüngliche Landschaft verwandelt. Die Blütenpracht setzte sich ohne Rücksicht auf Jahreszeiten zusammen aus Rosen, Mohn, Oleander, Fuchsien, Azaleen, Thymian und vielen anderen Blumen. Als Navajo-Indianer in die Spurensuche vertieft, erschrickt der Junge zutiefst, als völlig unerwartet Herr Adamson vor ihm steht – um die neunzig Jahre alt, klein, mager mit weissem Kopf und mit Ausnahme von drei leicht gekrümmt in die Höhe ragenden Haaren völlig kahl.
Herr Adamson ist tot. Nur weil der Junge genau in jener Sekunde geboren ist, in welcher der alte Mann gestorben ist, kann er ihn überhaupt sehen. Die beiden spielen zusammen Verstecken. Das harmlose Spiel entwickelt sich bei einer Folgebegegnung zu einem Alptraum, als der Junge herausfinden will, wohin Herr Adamson jeweils verschwindet und er sich in dessen Körperhülle hineinwirft. Können die magische Feder in den Haaren und ein Knochen den Ich-Erzähler beschützen? Zumindest zwei Zwänge bleiben schliesslich von der Begegnung mit von allen guten Geistern Verlassenen zurück: die Sprache der Navajos und ein Drang, jeden Spaten in die Erde zu stecken und zu graben.
Eine ziemlich schräge Reise durch eine Phantasie-Welt, empfehlenswert für alle, die sich nicht von „Vortoten“ und „Untoten“ von der Lektüre abhalten lassen.
Urs Widmer:
Herr Adamson
Diogenes Verlag, 2009 bzw. 2010
Jahrzehnte vorher, genau an seinem 8. Geburtstag hat der Erzähler diesen Herrn Adamson im riesigen, paradiesischen Garten eines Nachbarhauses kennengelernt. Dieses stand schon länger Zeit leer und der Garten hatte sich in eine blühende, ursprüngliche Landschaft verwandelt. Die Blütenpracht setzte sich ohne Rücksicht auf Jahreszeiten zusammen aus Rosen, Mohn, Oleander, Fuchsien, Azaleen, Thymian und vielen anderen Blumen. Als Navajo-Indianer in die Spurensuche vertieft, erschrickt der Junge zutiefst, als völlig unerwartet Herr Adamson vor ihm steht – um die neunzig Jahre alt, klein, mager mit weissem Kopf und mit Ausnahme von drei leicht gekrümmt in die Höhe ragenden Haaren völlig kahl.
Herr Adamson ist tot. Nur weil der Junge genau in jener Sekunde geboren ist, in welcher der alte Mann gestorben ist, kann er ihn überhaupt sehen. Die beiden spielen zusammen Verstecken. Das harmlose Spiel entwickelt sich bei einer Folgebegegnung zu einem Alptraum, als der Junge herausfinden will, wohin Herr Adamson jeweils verschwindet und er sich in dessen Körperhülle hineinwirft. Können die magische Feder in den Haaren und ein Knochen den Ich-Erzähler beschützen? Zumindest zwei Zwänge bleiben schliesslich von der Begegnung mit von allen guten Geistern Verlassenen zurück: die Sprache der Navajos und ein Drang, jeden Spaten in die Erde zu stecken und zu graben.
Eine ziemlich schräge Reise durch eine Phantasie-Welt, empfehlenswert für alle, die sich nicht von „Vortoten“ und „Untoten“ von der Lektüre abhalten lassen.
Urs Widmer:
Herr Adamson
Diogenes Verlag, 2009 bzw. 2010
27. Januar 2011
Erinnerungen an Christopher Lloyd
Als ich gerade mit der Lektüre dieser Erinnerungen an Christopher Lloyd (1921 – 2006) begonnen hatte, bin ich in der Zeitschrift "Gardens Illustrated" auf eine Auflistung gestossen, in welcher dieses Buch unter den zehn bemerkenswertesten Gartenbuch-Neuerscheinungen 2010 aufgeführt wurde. Zu diesem Zeitpunkt erschien mir diese Bewertung ziemlich übertrieben. Jetzt, wo ich das Buch zu Ende gelesen habe, kann ich der Auszeichnung beistimmen und finde sie gerechtfertigt.
Christopher Lloyd wird nachgesagt, Leute „gesammelt“ zu haben. Etliche Personen, die dieser speziellen „Kollektion“ angehörten, haben im Buch „Dear Christo“ ihre Erlebnisse und Anekdoten niedergeschrieben. Das Ergebnis ist wohltuender Weise keine Lobhudelei auf einen der einflussreichsten englischen Gärtner der letzten Jahrzehnte, sondern vielmehr eine Lektüre, die aus verschiedenen Blickwinkeln, die vielen verschiedenen Facetten von Christopher Lloyd beleuchtet. Zu dessen riesigem Freundeskreis gehörten Journalisten, Musiker, Komponisten ebenso wie Gärtner, die teilweise gerade durch die Lektüre von Lloyds immer wieder aufgelegtem Standardwerk „The Well-Tempered Garden“ auf diesen Beruf, diese Berufung gestossen sind.
Beiträge für das Buch abgeliefert haben unter vielen anderen Anna Pavord, Alan Titchmarsh, Dan Pearson, Helen Dillon und das Vorwort hat Beth Chatto verfasst. Christopher Lloyd wird als vielschichtige Persönlichkeit mit Ecken und Kanten beschrieben. Wer seine Gunst einmal verspielt hatte, konnte diese nicht mehr zurückerobern. Legendär sind seine grosszügigen Wochenendeinladungen nach Great Dixter ebenso wie seine ungeschminkte Kritik und seine Kochkünste. Mehr als ein Gast nahm von Lloyds geliebten Hunden ein bissiges Andenken mit nach Hause.
Rosemary Alexander und Fergus Garrett (Hrsg.):
Dear Christo – Memories of Christopher Lloyd at Great Dixter
Timber Press, 2010
Christopher Lloyd wird nachgesagt, Leute „gesammelt“ zu haben. Etliche Personen, die dieser speziellen „Kollektion“ angehörten, haben im Buch „Dear Christo“ ihre Erlebnisse und Anekdoten niedergeschrieben. Das Ergebnis ist wohltuender Weise keine Lobhudelei auf einen der einflussreichsten englischen Gärtner der letzten Jahrzehnte, sondern vielmehr eine Lektüre, die aus verschiedenen Blickwinkeln, die vielen verschiedenen Facetten von Christopher Lloyd beleuchtet. Zu dessen riesigem Freundeskreis gehörten Journalisten, Musiker, Komponisten ebenso wie Gärtner, die teilweise gerade durch die Lektüre von Lloyds immer wieder aufgelegtem Standardwerk „The Well-Tempered Garden“ auf diesen Beruf, diese Berufung gestossen sind.
Beiträge für das Buch abgeliefert haben unter vielen anderen Anna Pavord, Alan Titchmarsh, Dan Pearson, Helen Dillon und das Vorwort hat Beth Chatto verfasst. Christopher Lloyd wird als vielschichtige Persönlichkeit mit Ecken und Kanten beschrieben. Wer seine Gunst einmal verspielt hatte, konnte diese nicht mehr zurückerobern. Legendär sind seine grosszügigen Wochenendeinladungen nach Great Dixter ebenso wie seine ungeschminkte Kritik und seine Kochkünste. Mehr als ein Gast nahm von Lloyds geliebten Hunden ein bissiges Andenken mit nach Hause.
Rosemary Alexander und Fergus Garrett (Hrsg.):
Dear Christo – Memories of Christopher Lloyd at Great Dixter
Timber Press, 2010
23. Januar 2011
Die Gärtnerin und das Geheimnis von St. Walfrid
Céleste Pruvost hat ihre frühe Kindheit auf einem Hof in der Provence verbracht, den ihre Mutter Béatrice und ihr Vater Jean zusammen mit einer Kooperative von Individualisten geführt haben. Von ihren Eltern hat sie nicht nur einen Hang zur Melancholie vererbt bekommen, auch ihre Leidenschaft für Gartengestaltung ist ihr bereits in die Wiege gelegt worden.
Grossväter und Urgrossväter väterlicherseits sind allesamt grosse „Horticulteurs“ gewesen. So ist es nicht verwunderlich, dass Céleste bereits als kleines Mädchen ein ausgeprägtes Interesse für die Arbeit ihres Vaters entwickelte und das Pikieren von zarten Pflänzchen ebenso lernte wie das Veredeln von Kirschbäumen. Ihr Vater war kein Mann grosser Worte und sprach wohl mehr mit seinen Pflanzen als mit seiner Tochter. Doch auch er genoss die Nähe beim gemeinsamen Gärtnern, die ihn von seinen Eheproblemen ablenkte. Béatrice lebte nämlich zwar auf dem gleich Hof, aber räumlich getrennt von ihrer Familie. Die exzessive Drogenkonsumentin wechselte häufig ihre Liebhaber, während sie für Céleste und deren älteren Bruder François kein Interesse zeigte. Als Béatrice sich nach einer Entziehungskur schliesslich definitiv von Jean trennt, verschwindet dieser spurlos. Mit seinem Weggang spaltet sich die Restgruppe auf dem Hof. Der tüchtige Gärtner Jean hatte durch seine beruflichen Fähigkeiten und sein unermüdliches Arbeiten einen wesentlichen Anteil am guten Geschäftsgang des Betriebes und sein Fortgehen hinterlässt eine grosse Lücke. In der Folge werden Céleste und François in ein kleines katholisches Pensionat gesteckt und erleben die Hölle auf Erden.
Im Laufe ihres Lebens findet Céleste immer wieder Freude und Ablenkung in der Beschäftigung mit Pflanzen – als sie im Pfarrhaus aufgenommen wird oder viel später nach einer unglücklichen Ehe, als ihr in Istrien ein Rentner etliche Gärtnertricks und –kniffe beibringt, die ihren Wunsch verstärken, als Gartengestalterin berufliche Befriedigung zu finden. Der Krieg auf dem Balkan durchkreuzt diese Pläne. Kann sie zurück in Frankreich ihre Passion ausleben?
Auf knapp 220 Seiten verpackt die passionierte Gartendesignerin und frischgebackene Autorin Alexandra Jansen eine kurzweilige Lektüre, die in der Lüftung des Geheimnisses von St. Walfrid gipfelt. Ihr ureigenes Geheimnis bleibt, welche Teile des Romans autobiografische Züge aufweisen. Charmant sind die immer wieder auftauchenden französischen Worteinschiebungen. Gelegentlich driftet die Erzählung ins Umgangssprachliche ab und der Zufallsfund auf einem Flohmarkt erscheint mir etwas konstruiert. Nichtsdestotrotz ein lesenswerter Erstling und vielleicht hat die Autorin je genügend Ideen für eine Fortsetzung?
Ein Teil des Romans spielt in Saaregmünd und Umgebung. Vor einiger Zeit sind wir nach einer Woche Hausbootferien in dieser Gegend umhergereist. Schade ergab sich keine Gelegenheit eine Prieuré mit einem dermassen tollen Garten oder den Garten der Autorin zu besuchen! Immerhin bleibt zum Trost der Link zur Webseite der Autorin.
Alexandra Jansen:
Die Gärtnerin und das Geheimnis von St. Walfrid
Geistkirch-Verlag, 2010
Grossväter und Urgrossväter väterlicherseits sind allesamt grosse „Horticulteurs“ gewesen. So ist es nicht verwunderlich, dass Céleste bereits als kleines Mädchen ein ausgeprägtes Interesse für die Arbeit ihres Vaters entwickelte und das Pikieren von zarten Pflänzchen ebenso lernte wie das Veredeln von Kirschbäumen. Ihr Vater war kein Mann grosser Worte und sprach wohl mehr mit seinen Pflanzen als mit seiner Tochter. Doch auch er genoss die Nähe beim gemeinsamen Gärtnern, die ihn von seinen Eheproblemen ablenkte. Béatrice lebte nämlich zwar auf dem gleich Hof, aber räumlich getrennt von ihrer Familie. Die exzessive Drogenkonsumentin wechselte häufig ihre Liebhaber, während sie für Céleste und deren älteren Bruder François kein Interesse zeigte. Als Béatrice sich nach einer Entziehungskur schliesslich definitiv von Jean trennt, verschwindet dieser spurlos. Mit seinem Weggang spaltet sich die Restgruppe auf dem Hof. Der tüchtige Gärtner Jean hatte durch seine beruflichen Fähigkeiten und sein unermüdliches Arbeiten einen wesentlichen Anteil am guten Geschäftsgang des Betriebes und sein Fortgehen hinterlässt eine grosse Lücke. In der Folge werden Céleste und François in ein kleines katholisches Pensionat gesteckt und erleben die Hölle auf Erden.
Im Laufe ihres Lebens findet Céleste immer wieder Freude und Ablenkung in der Beschäftigung mit Pflanzen – als sie im Pfarrhaus aufgenommen wird oder viel später nach einer unglücklichen Ehe, als ihr in Istrien ein Rentner etliche Gärtnertricks und –kniffe beibringt, die ihren Wunsch verstärken, als Gartengestalterin berufliche Befriedigung zu finden. Der Krieg auf dem Balkan durchkreuzt diese Pläne. Kann sie zurück in Frankreich ihre Passion ausleben?
Auf knapp 220 Seiten verpackt die passionierte Gartendesignerin und frischgebackene Autorin Alexandra Jansen eine kurzweilige Lektüre, die in der Lüftung des Geheimnisses von St. Walfrid gipfelt. Ihr ureigenes Geheimnis bleibt, welche Teile des Romans autobiografische Züge aufweisen. Charmant sind die immer wieder auftauchenden französischen Worteinschiebungen. Gelegentlich driftet die Erzählung ins Umgangssprachliche ab und der Zufallsfund auf einem Flohmarkt erscheint mir etwas konstruiert. Nichtsdestotrotz ein lesenswerter Erstling und vielleicht hat die Autorin je genügend Ideen für eine Fortsetzung?
Ein Teil des Romans spielt in Saaregmünd und Umgebung. Vor einiger Zeit sind wir nach einer Woche Hausbootferien in dieser Gegend umhergereist. Schade ergab sich keine Gelegenheit eine Prieuré mit einem dermassen tollen Garten oder den Garten der Autorin zu besuchen! Immerhin bleibt zum Trost der Link zur Webseite der Autorin.
Alexandra Jansen:
Die Gärtnerin und das Geheimnis von St. Walfrid
Geistkirch-Verlag, 2010
19. Januar 2011
Mord im Gurkenbeet
Frühmorgens um kurz vor vier Uhr stolpert die elfjährige Flavia de Luce im Garten von Buckshaw und fällt auf ihre Knie und Hände. Eben noch hätte sie sich nicht gewundert, wenn im silbrigen Licht der Morgendämmerung hinter dem taubesetzten Rosenstrauch ein Einhorn hervorgetreten wäre - nun flucht sie lehmverschmiert vor sich hin. Als sie sich umdreht, entdeckt sie etwas weisses aus dem dem Gurkenbeet ragen. Das weisse Etwas erweist sich bei näherer Betrachtung als männliche Leiche.
Am Abend zuvor hatte Flavias Vater Colonel de Luce einen heftigen Streit mit eben diesem Verstorbenen und wird von der Polizei unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Flavia, die jüngste von drei Schwestern, ist überaus klug und beginnt nach Beweisen für die Unschuld ihres Vaters zu suchen, um die Anschuldigungen zu entkräften. Dabei sind ihre Chemie-Kenntnisse von grossem Nutzen. Während sie immer tiefer in der Vergangenheit herumgräbt, stösst sie allerdings auf Geheimnisse und Ungereimtheiten, die ihren Vater mehr belasten als entlasten.
Mit Ausnahme der Erwähnung von Eukalyptus-Bäumen, die im Gewächshaus gehegt und gepflegt werden und deren Blätter auf ganz Buckshaw als Schutz gegen Erkältung und Grippe versteckt werden und dem Tatort Gurkenbeet spielt das gärtnerische Element im Buch keine Rolle. Voll auf ihre Kosten kommen hingegen Chemie-Interessierte und Philatelisten.
Zur Lektüre passt die DVD mit der BBC-Serie „The Victorian Kitchen Garden“. Die Sendung zum Monat Februar enthält eine Sequenz, die auf einem alten englischen Landsitz aufgenommen wurde. Das gezeigte Labor aus früheren Jahrhunderten dürfte demjenigen von Flavia sehr ähnlich sein.
Alan Bradley:
Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet
Blanvalet, 2010
Am Abend zuvor hatte Flavias Vater Colonel de Luce einen heftigen Streit mit eben diesem Verstorbenen und wird von der Polizei unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Flavia, die jüngste von drei Schwestern, ist überaus klug und beginnt nach Beweisen für die Unschuld ihres Vaters zu suchen, um die Anschuldigungen zu entkräften. Dabei sind ihre Chemie-Kenntnisse von grossem Nutzen. Während sie immer tiefer in der Vergangenheit herumgräbt, stösst sie allerdings auf Geheimnisse und Ungereimtheiten, die ihren Vater mehr belasten als entlasten.
Mit Ausnahme der Erwähnung von Eukalyptus-Bäumen, die im Gewächshaus gehegt und gepflegt werden und deren Blätter auf ganz Buckshaw als Schutz gegen Erkältung und Grippe versteckt werden und dem Tatort Gurkenbeet spielt das gärtnerische Element im Buch keine Rolle. Voll auf ihre Kosten kommen hingegen Chemie-Interessierte und Philatelisten.
Zur Lektüre passt die DVD mit der BBC-Serie „The Victorian Kitchen Garden“. Die Sendung zum Monat Februar enthält eine Sequenz, die auf einem alten englischen Landsitz aufgenommen wurde. Das gezeigte Labor aus früheren Jahrhunderten dürfte demjenigen von Flavia sehr ähnlich sein.
Alan Bradley:
Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet
Blanvalet, 2010
15. Januar 2011
The Marigold Mafia
Ein Kochrezept-Wettbewerb, in welchem in drei verschiedenen Kategorien die besten vegetarischen Gerichte gesucht werden, bildet den Hintergrund in diesem Krimi. Das erste Kapitel beginnt aber nicht in der Versuchsküche, sondern mit der Besichtigung eines englischen Gartens, wo Lucille Anderson, die sich abseits der Gartenführung bewegt, eine Leiche entdeckt. Statt die Polizei zu informieren, schleicht sich die 45 jährige Amerikanerin weg und überlässt dem Rest der Gruppe das „offizielle“ Entdecken des Tatorts.
Während ein Schrei das Auffinden des Toten bestätigt, überlegt sich Lucille, wie es möglich ist, dass sie, die als Werbebeauftragte einer Firma für biologische Tiefkühlprodukte eine Gartentour mitmacht, um mehr über gesundes englisches Gemüse und ebensolche Früchte zu lernen, schon wieder in einen ausserordentlichen Todesfall verstrickt ist („The Marigold Mafia“ ist das zweite Buch in einer Reihe mit der Hobby-Detektivin Lucille). Ihr Freund und Vorgesetzter Braxton Clark ist denn auch gar nicht erfreut, als er davon erfährt. Und als auch noch seine Schwester Caroline, die mit dem Mordopfer befreundet war, mit Lucille Nachforschungen über den Mord anzustellen beginnt, gerät die Beziehung zwischen Lucille und ihrem Freund erst recht in Schieflage.
Doch wer steckt hinter dem Mord? Ist das Mordmotiv im Zusammenhang mit den geheimnisvollen verschwundenen Samen zu sehen? Samen, für welche Pharmaunternehmen Millionen von Pfund bezahlen würden?
Elisabeth Bastion:
The Marigold Mafia
Gale Cengage Learning, 2009
Während ein Schrei das Auffinden des Toten bestätigt, überlegt sich Lucille, wie es möglich ist, dass sie, die als Werbebeauftragte einer Firma für biologische Tiefkühlprodukte eine Gartentour mitmacht, um mehr über gesundes englisches Gemüse und ebensolche Früchte zu lernen, schon wieder in einen ausserordentlichen Todesfall verstrickt ist („The Marigold Mafia“ ist das zweite Buch in einer Reihe mit der Hobby-Detektivin Lucille). Ihr Freund und Vorgesetzter Braxton Clark ist denn auch gar nicht erfreut, als er davon erfährt. Und als auch noch seine Schwester Caroline, die mit dem Mordopfer befreundet war, mit Lucille Nachforschungen über den Mord anzustellen beginnt, gerät die Beziehung zwischen Lucille und ihrem Freund erst recht in Schieflage.
Doch wer steckt hinter dem Mord? Ist das Mordmotiv im Zusammenhang mit den geheimnisvollen verschwundenen Samen zu sehen? Samen, für welche Pharmaunternehmen Millionen von Pfund bezahlen würden?
Elisabeth Bastion:
The Marigold Mafia
Gale Cengage Learning, 2009
11. Januar 2011
Im Garten des Lebens und die Farben der Herzen
Vor rund zwei Jahren, kurz bevor ich zu bloggen angefangen habe, habe ich das Buch „Im Garten des Lebens“ (englisch: Suzannah’s Garden) gelesen – eine Geschichte über Frauenfreundschaften vor gärtnerischem Hintergrund. Am Ende der Erzählung eröffnet Susannah in der Blossom Street einen Blumenladen. Gleich neben ihrem Geschäft befindet sich ein kleiner Strickladen, dessen Besitzerin Lydia in Ich-Form durch einen der drei Erzählstränge dieses Folgebandes mit dem Titel „Die Farben der Herzen“ führt.
Lydia verkauft nicht nur Wolle, sie führt auch regelmässig Strickkurse durch. Im Kurs „Gebets-Schalstricken“ lernen sich die junge Witwe Colette und Alix kennen. Colette erwartet ein Baby und arbeitet in Susannahs Blumenladen. Im Laufe der Lektionen kommen sich die beiden Frauen näher und die Leserin fiebert mit Colette mit, die überzeugt ist, dass der Vater ihres ungeborenen Kindes in Menschenhandel verwickelt ist und kann Alix nachfühlen, die sich für ihre geplante Hochzeit eine kleine Feier wünscht, während ihre künftige Schwiegermütter und eine gute Freundin DAS Fest des Jahres zu organisieren scheinen und ihre Wünsche und Vorstellungen geflissentlich überhören.
Schöne Taschenbücher mit geschmackvollem Cover über sympathische Frauen und ihre Freundschaften! Die Charaktere und Schicksale sind sehr echt beschrieben. Die Bücher haben es problemlos geschafft, dass ich den Computer ausgeschaltet liess und jeweils bis gegen Mitternacht gelesen habe.
Debbie Macomber:
Die Farben der Herzen
Mira Taschenbücher, 2009
Der Garten des Lebens
Mira Taschenbücher, 2009
Lydia verkauft nicht nur Wolle, sie führt auch regelmässig Strickkurse durch. Im Kurs „Gebets-Schalstricken“ lernen sich die junge Witwe Colette und Alix kennen. Colette erwartet ein Baby und arbeitet in Susannahs Blumenladen. Im Laufe der Lektionen kommen sich die beiden Frauen näher und die Leserin fiebert mit Colette mit, die überzeugt ist, dass der Vater ihres ungeborenen Kindes in Menschenhandel verwickelt ist und kann Alix nachfühlen, die sich für ihre geplante Hochzeit eine kleine Feier wünscht, während ihre künftige Schwiegermütter und eine gute Freundin DAS Fest des Jahres zu organisieren scheinen und ihre Wünsche und Vorstellungen geflissentlich überhören.
Schöne Taschenbücher mit geschmackvollem Cover über sympathische Frauen und ihre Freundschaften! Die Charaktere und Schicksale sind sehr echt beschrieben. Die Bücher haben es problemlos geschafft, dass ich den Computer ausgeschaltet liess und jeweils bis gegen Mitternacht gelesen habe.
Debbie Macomber:
Die Farben der Herzen
Mira Taschenbücher, 2009
Der Garten des Lebens
Mira Taschenbücher, 2009
7. Januar 2011
Blumenfrauen und ihre aussergewöhnlichen Gärten
Wieder ein Buch über Frauen und ihre Gärten? Soll ich das lesen? Lohnt sich die Anschaffung, obwohl verschiedenene der portraitierten Gärtnerinnen bereits anderweitig zwischen Buchdeckeln ausführlich vorgestellt worden sind (Stichwort Kristin Lammerting, Gabrielle Pape oder Viktoria Freifrau von dem Bussche)? Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich wiederholt über diese Neuerscheinung gestolpert bin. Nun, die Skepsis unterlag schliesslich der Neugierde und nach der Lektüre bin ich positiv überrascht.
Die Autorin Karine von Rumohr ist als Enkelin der Iris-Gräfin mit Gärtnerinnen und Gärtnereien wohlvertraut und kennt verschiedene der portraitierten Frauen privat schon seit Kindstagen, so dass sie wie etwa im Kapitel über ihren Besuch bei Beth Chatto auch einiges aus dem Nähkästchen ausplaudern kann.
Eine der 18 vorgestellten Frauen gärtnert in einem echten Hortus coclusus, während eine andere auf dem Gelände eines ehemaligen Zisterzienserkloster einen Kräutergarten hegt und pflegt. Interessant ist auch der Einblick in die Züchtungsarbeit eines Jungpflanzenbetriebes, der sich auf Pelargonien, Anthurien und Chrysanthemen konzentriert. „Der Garten der acht Kostbarkeiten“ liegt in der Nähe des Ortes Rumohr. Da fragt sich die Sofagärtnerin neugierig, ob der Ort mit diesem Namen eine Verbindung mit dem Nachnamen der Autorin hat?
Etwas befremdet oder irritiert hat mich an einer anderen Stelle das Eingeständnis, hemmungslos zur chemischen Keule zu greifen. Oder ist es mutig, diese Einstellung und Handlungsweise in einem Buch schwarz auf weiss zu veröffentlichen?
Karine von Rumohr bereitet sich auf die Übernahme der Staudengärtnerei „Gräfin von Zeppelin“ vor. Die Buchhandlung der Mutter und ein neues Café sollen in einem neuen Gebäude Platz finden. Wenn das mal kein guter Grund ist, wieder einmal Richtung Sulzburg Laufen zu fahren …
Karine von Rumohr:
Blumenfrauen und ihre aussergewöhnlichen Gärten
Christian Verlag, 2010
Die Autorin Karine von Rumohr ist als Enkelin der Iris-Gräfin mit Gärtnerinnen und Gärtnereien wohlvertraut und kennt verschiedene der portraitierten Frauen privat schon seit Kindstagen, so dass sie wie etwa im Kapitel über ihren Besuch bei Beth Chatto auch einiges aus dem Nähkästchen ausplaudern kann.
Eine der 18 vorgestellten Frauen gärtnert in einem echten Hortus coclusus, während eine andere auf dem Gelände eines ehemaligen Zisterzienserkloster einen Kräutergarten hegt und pflegt. Interessant ist auch der Einblick in die Züchtungsarbeit eines Jungpflanzenbetriebes, der sich auf Pelargonien, Anthurien und Chrysanthemen konzentriert. „Der Garten der acht Kostbarkeiten“ liegt in der Nähe des Ortes Rumohr. Da fragt sich die Sofagärtnerin neugierig, ob der Ort mit diesem Namen eine Verbindung mit dem Nachnamen der Autorin hat?
Etwas befremdet oder irritiert hat mich an einer anderen Stelle das Eingeständnis, hemmungslos zur chemischen Keule zu greifen. Oder ist es mutig, diese Einstellung und Handlungsweise in einem Buch schwarz auf weiss zu veröffentlichen?
Karine von Rumohr bereitet sich auf die Übernahme der Staudengärtnerei „Gräfin von Zeppelin“ vor. Die Buchhandlung der Mutter und ein neues Café sollen in einem neuen Gebäude Platz finden. Wenn das mal kein guter Grund ist, wieder einmal Richtung Sulzburg Laufen zu fahren …
Karine von Rumohr:
Blumenfrauen und ihre aussergewöhnlichen Gärten
Christian Verlag, 2010
3. Januar 2011
Endlich geht’s weiter – Teil 2 des Wunscherbes ist da!
Haben Sie auch ungeduldig darauf gewartet, zu erfahren wie die Begegnung zwischen Lieselotte und Deboo verlief? Da diese Buchvorstellung aus dem Sofagarten stammt, dünkt es mich passend, die Fortsetzung mit dem schönen Absatz aus einem der letzten Briefe von Hans an seine reisende Ehefrau Lieselotte zu beginnen. Deboo hatte einmal erklärt, mit Lieselotte die schönste Rose der ganzen Welt erhalten zu haben. Ihr Ehemann Hans sieht sich als Gärtner, der dem Inder diese Kostbarkeit zur Freude an Duft und Anblick überlassen hat. Hans selber ist sich bewusst, dass ihn nach der Rückkehr seiner Frau von dieser mehrmonatigen Reise durch Indien Dornen stechen werden, er hofft aber gleichzeitig, dass seine Rose im norddeutschen Klima nicht zu welken beginnt. Diese Befürchtungen haben durchaus ihre Berechtigung - aber nun zurück an den Anfang von Teil 2 des Wunscherbes.
Das Buch beginnt mit einem Auszug aus Lieselottes Tagebuch vom September 1956. Die 37jährige Mutter von vier Kindern ist mit ausdrücklicher Unterstützung ihres Ehemannes Hans inzwischen im Zug unterwegs von Bombay nach Kalkutta, um endlich ihre grosse Liebe Deboo wiederzutreffen.
Zunächst scheinen die Rollen zwischen Hans und Deboo vertauscht. Während der indische Botaniker seine Lieselotte nun in physischer Nähe hat, muss Hans sich mit der Aufgabe als Korrespondent begnügen. Der rege und sehr offene Briefwechsel zwischen den Eheleuten erscheint mir als Aussenstehenden mit einer speziellen Form einer Ehetherapie vergleichbar. Auf Papier werden Dinge ausgesprochen, für die im Alltagstrott Zeit und Worte fehlen. Und immer wieder wunderte ich mich als Leserin über die Stärke von Hans, seine Frau ziehen zu lassen. In seinen Briefen kommt allerdings auch die weiche Seite dieses Strategen ausdrücklich zum Vorschein.
Trifft Deboos Aussage zu, dass Lieselotte die glücklichste Frau der Welt sein muss? Sie, die von zwei Männern derart heftig geliebt wird, ohne dass die beiden eifersüchtig aufeinander sind? Und wie ist in diesem Zusammenhang Hans‘ Wortkonstruktion „Neben-De-booler“ zu werten? Lesen Sie selber diese deutsch-indische Liebesgeschichte und erfahren Sie, welche Tragödie dazu führte, dass aus Deboos Familie niemand mehr einen Fuss in den Botanischen Garten von Kalkutta setzen wollte.
Teil 2 ist in Sachen Spannung dem ersten Band ebenbürtig und hat mir mindestens gleich gut gefallen. Die biografische Dokumentation lässt einem auch nach der Lektüre nicht ganz los, und ich habe mir schon ein paarmal überlegt, in welchen Bahnen das Leben von Dietlinde Hachmann und ihrer Familie wohl verlaufen wäre, wenn die im Frühling 1957 geschmiedeten Pläne umgesetzt worden wären. Und wieviele solche oder ähnliche erzählenswerte Geschichten gehen tagtäglich ungeschrieben verloren?
Den gärtnerisch interessierten Leserinnen und Lesern möchte ich nicht vorenthalten, dass Lieselotte in einem Brief einen Besichtigungsgang durch Garten und Pflanzungen von D.S. Pradhan erwähnt und anmerkt, dass aus dessen Winteraster- und Chrysanthemen-Züchtungen zwei Sorten ausgewählt wurden, die ihren Namen tragen sollen. Ob es diese wohl noch gibt?
Dietlinde Hachmann:
Mein Wunscherbe – Teil 2: Im Land meiner Träume
Acabus Verlag, 2010
PS: Falls Sie sich nochmals in die Rezension zum Teil 1 vertiefen wollen, klicken Sie hier.
Homepage "Mein Wunscherbe"
Das Buch beginnt mit einem Auszug aus Lieselottes Tagebuch vom September 1956. Die 37jährige Mutter von vier Kindern ist mit ausdrücklicher Unterstützung ihres Ehemannes Hans inzwischen im Zug unterwegs von Bombay nach Kalkutta, um endlich ihre grosse Liebe Deboo wiederzutreffen.
Zunächst scheinen die Rollen zwischen Hans und Deboo vertauscht. Während der indische Botaniker seine Lieselotte nun in physischer Nähe hat, muss Hans sich mit der Aufgabe als Korrespondent begnügen. Der rege und sehr offene Briefwechsel zwischen den Eheleuten erscheint mir als Aussenstehenden mit einer speziellen Form einer Ehetherapie vergleichbar. Auf Papier werden Dinge ausgesprochen, für die im Alltagstrott Zeit und Worte fehlen. Und immer wieder wunderte ich mich als Leserin über die Stärke von Hans, seine Frau ziehen zu lassen. In seinen Briefen kommt allerdings auch die weiche Seite dieses Strategen ausdrücklich zum Vorschein.
Trifft Deboos Aussage zu, dass Lieselotte die glücklichste Frau der Welt sein muss? Sie, die von zwei Männern derart heftig geliebt wird, ohne dass die beiden eifersüchtig aufeinander sind? Und wie ist in diesem Zusammenhang Hans‘ Wortkonstruktion „Neben-De-booler“ zu werten? Lesen Sie selber diese deutsch-indische Liebesgeschichte und erfahren Sie, welche Tragödie dazu führte, dass aus Deboos Familie niemand mehr einen Fuss in den Botanischen Garten von Kalkutta setzen wollte.
Teil 2 ist in Sachen Spannung dem ersten Band ebenbürtig und hat mir mindestens gleich gut gefallen. Die biografische Dokumentation lässt einem auch nach der Lektüre nicht ganz los, und ich habe mir schon ein paarmal überlegt, in welchen Bahnen das Leben von Dietlinde Hachmann und ihrer Familie wohl verlaufen wäre, wenn die im Frühling 1957 geschmiedeten Pläne umgesetzt worden wären. Und wieviele solche oder ähnliche erzählenswerte Geschichten gehen tagtäglich ungeschrieben verloren?
Den gärtnerisch interessierten Leserinnen und Lesern möchte ich nicht vorenthalten, dass Lieselotte in einem Brief einen Besichtigungsgang durch Garten und Pflanzungen von D.S. Pradhan erwähnt und anmerkt, dass aus dessen Winteraster- und Chrysanthemen-Züchtungen zwei Sorten ausgewählt wurden, die ihren Namen tragen sollen. Ob es diese wohl noch gibt?
Dietlinde Hachmann:
Mein Wunscherbe – Teil 2: Im Land meiner Träume
Acabus Verlag, 2010
PS: Falls Sie sich nochmals in die Rezension zum Teil 1 vertiefen wollen, klicken Sie hier.
Homepage "Mein Wunscherbe"
30. Dezember 2010
Zum Jahreswechsel - Rückblick, Ausblick und ... über Gartenbücher
Anlässlich des 350-Jahres-Jubiläums der hiesigen Stadtbibliothek sind 2010 in der lokalen Tageszeitung in loser Folge Geschichten rund ums Buch erschienen. Diese Woche war der Titel „Nachsommer“ von Adalbert Stifter Thema eines Beitrages. Dieses Buch liegt bei mir beinahe seit ewigen Zeiten ungelesen herum. Letzthin habe ich in einem Beitrag erwähnt, dass die Lektüre desselben geplant ist. Da immer wieder andere, vermeintlich interessantere oder spannendere Bücher dazwischenkommen, habe ich es bis dato aber noch immer nicht gelesen.
Der oben erwähnte Artikel handelte vom Lesen, Wiederlesen, Schreiben sowie von Pflichtlektüre und was man gemeinhin dazu zählt. Der Autor des halbseitigen Berichtes hatte als junger Musikstudent einen Schlummervater, welcher für ihn persönlich dem personifizierten Freiherr von Risach aus dem „Nachsommer“ entsprach. Als Überraschung hat er diesem Rosen in den Garten gepflanzt und ihm stolz von der gelesenen Sommerlektüre berichtet, zu der da „Doktor Faustus“ und eben „Der Nachsommer“ zählten. Der knappe Kommentar des Vermieters gipfelte in der Aussage, dass dies ohne den geringsten Zweifel das langweiligste Buch sei, das er selber je gelesen habe…
Nun, „gluschtiger“ auf die Lektüre des „Nachsommers“ hat mich dieser Artikel nicht gemacht. Um mir eine eigene Meinung zu bilden, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als das Buch selber zu lesen. Vielleicht ein Vorsatz fürs neue Jahr? Dagegen sprechen meine derzeitige Lektüre - ein englischer Pflanzenjägerroman sowie "Herr Adamson" von Urs Widmer - ebenso wie die verlockenden Vorschauen mit den Frühlingstiteln 2011, wo ich für mich schon etliche Perlen entdeckt habe. So wird im Schöffling Verlag (endlich) wieder einmal ein Buch von Beverley Nichols neu aufgelegt und deutschsprachigem Publikum zugänglich gemacht, von Rosemary Harris erscheint auf Englisch der vierte Gartenkrimi um Paula Holliday und fast gleichzeitig der erste aus der Reihe auf Deutsch („Der weisse Garten“, Thiele Verlag). Gespannt bin ich auch auf den zweiten Krimi rund um die BUGA 2011 in Koblenz und freue mich auf eine neue Fantasy-Reihe mit botanischem Hintergrund.
Bis auf weiteres geht mir das Lesefutter also nicht aus und Stoff für weitere Buchvorstellungen gibt es zu Genüge. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein gesundes und erfolgreiches 2011!
Die Sofagärtnerin
PS: Übrigens sind bei Jokers derzeit verschiedene Bücher, die ich in den letzten Monaten hier im Sofagarten vorgestellt habe, als preisreduzierte Mängelexemplare deutlich günstiger zu kaufen. Da wären beispielsweise "Die Tulpe des Bösen" von Jörg Kastner (Buch und Hörbuch), "In der Blüte ihres Grabes" von Amy MacKinnon, "Das Liebesleben der Farne" von Beate Rygiert" oder "Als Tom mir den Mond vom Himmel holte" von Silke Schütze. Oder geben Sie das Stichwort "Stauden" ein - "Faszination Stauden" von Christian Kress (Sarastro-Stauden) wird anscheinend ebenfalls remittiert.
Der oben erwähnte Artikel handelte vom Lesen, Wiederlesen, Schreiben sowie von Pflichtlektüre und was man gemeinhin dazu zählt. Der Autor des halbseitigen Berichtes hatte als junger Musikstudent einen Schlummervater, welcher für ihn persönlich dem personifizierten Freiherr von Risach aus dem „Nachsommer“ entsprach. Als Überraschung hat er diesem Rosen in den Garten gepflanzt und ihm stolz von der gelesenen Sommerlektüre berichtet, zu der da „Doktor Faustus“ und eben „Der Nachsommer“ zählten. Der knappe Kommentar des Vermieters gipfelte in der Aussage, dass dies ohne den geringsten Zweifel das langweiligste Buch sei, das er selber je gelesen habe…
Nun, „gluschtiger“ auf die Lektüre des „Nachsommers“ hat mich dieser Artikel nicht gemacht. Um mir eine eigene Meinung zu bilden, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als das Buch selber zu lesen. Vielleicht ein Vorsatz fürs neue Jahr? Dagegen sprechen meine derzeitige Lektüre - ein englischer Pflanzenjägerroman sowie "Herr Adamson" von Urs Widmer - ebenso wie die verlockenden Vorschauen mit den Frühlingstiteln 2011, wo ich für mich schon etliche Perlen entdeckt habe. So wird im Schöffling Verlag (endlich) wieder einmal ein Buch von Beverley Nichols neu aufgelegt und deutschsprachigem Publikum zugänglich gemacht, von Rosemary Harris erscheint auf Englisch der vierte Gartenkrimi um Paula Holliday und fast gleichzeitig der erste aus der Reihe auf Deutsch („Der weisse Garten“, Thiele Verlag). Gespannt bin ich auch auf den zweiten Krimi rund um die BUGA 2011 in Koblenz und freue mich auf eine neue Fantasy-Reihe mit botanischem Hintergrund.
Bis auf weiteres geht mir das Lesefutter also nicht aus und Stoff für weitere Buchvorstellungen gibt es zu Genüge. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein gesundes und erfolgreiches 2011!
Die Sofagärtnerin
PS: Übrigens sind bei Jokers derzeit verschiedene Bücher, die ich in den letzten Monaten hier im Sofagarten vorgestellt habe, als preisreduzierte Mängelexemplare deutlich günstiger zu kaufen. Da wären beispielsweise "Die Tulpe des Bösen" von Jörg Kastner (Buch und Hörbuch), "In der Blüte ihres Grabes" von Amy MacKinnon, "Das Liebesleben der Farne" von Beate Rygiert" oder "Als Tom mir den Mond vom Himmel holte" von Silke Schütze. Oder geben Sie das Stichwort "Stauden" ein - "Faszination Stauden" von Christian Kress (Sarastro-Stauden) wird anscheinend ebenfalls remittiert.
Abonnieren
Kommentare (Atom)