19. April 2026

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17. August 2025

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Gartenliteratur

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4. Dezember 2024

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1. Mai 2024

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19. Februar 2023

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Die Sofagärtnerin

 

20. Oktober 2021

Blogumzug und Medienhinweis

Ich nehme wieder einmal einen Anlauf, den Sofagarten von Blogger/blogspot auf WordPress umzuziehen. Eigentlich hätte ich ja schon Zeit und Lust Artikel zu schreiben, aber dieser ganze Umzug ist leider sehr zeitintensiv und ich bin unschlüssig, ob ich diesen Aufwand tatsächlich betreiben soll.

Ich habe mich nun entschieden, den WordPress-Blog freizuschalten, obwohl er noch eine grössere Baustelle ist. Sämtliche Artikel und Kommentare habe ich auf diesen neuen Blog übertragen. Aber sowohl am Design als auch an der Archivierung sind noch umfangreiche Anpassungen notwendig. So bin ich aber flexibler beim Posten von Buchvorstellungen und Umsetzen von anderen Ideen. Den bisherigen Blog lasse ich vorläufig parallel im Netz stehen. Und falls es mir in Sachen Bloggen doch noch einmal den Ärmel hineinzieht, werde ich dann vielleicht doch noch die schon seit Jahren reservierte Domaine aktivieren…

Der Sofagarten ist neu hier zu finden:

https://sofagaertnerin.home.blog/

sofagaertnerin.ch  (update 12. Februar 2023)


In der Zwischenzeit hier noch der Hinweis auf meinen Blog in der aktuellen November-Ausgabe der Zeitschrift „Gartenspass“:

Hinweis auf "Die Sofagärtnerin" in der Zeitschrift Gartenspass November 2021

 




Portrait Tipografia Helvetica

SBVV

13. Februar 2021

Ruby Loren: Diana Flowers Floriculture Mysteries: Prequel und Books 1 – 5

Während den letzten Jahren hat die 27jährige Chemikerin Diana Flowers in London gelebt. Ihre Prioritäten nach dem Studium galten einem regelmässigen und guten Einkommen und so hat sie ihre langen Arbeitstage ganz selbstverständlich in einem grossen Labor bei einer anspruchsvollen Tätigkeit verbracht. Kürzlich ist sie wieder nach Merryfield gezogen, wo sie ihre Kindheit verbracht hat. Sie will Distanz zu einer gescheiterten Beziehung schaffen und in Zukunft ihre persönliche Zufriedenheit über die Höhe des Kontostandes stellen. In einem kleinen Labor analysiert sie nun Bodenproben und ist mit Düngemittelkontrollen beschäftigt, was die Fachfrau weder als besonders spannend, herausfordernd oder gar befriedigend empfindet. 

Vor ihrer Rückkehr ins ländliche Südostengland hat die junge Frau mit dem blumigen Nachnamen keinerlei Interesse an der Hortikultur an den Tag gelegt und noch nie ausprobiert, ob sie einen grünen Daumen hat. Zum Mietvertrag ihres Appartements gehört die Option, eine kleine Gartenparzelle zu bewirtschaften und so findet Diana Flowers sehr schnell heraus, dass sie gerne Blumen aus Samen sät und ein gutes Händchen dafür hat, diese mit ihrem Wissen um die chemischen Vorgänge im Boden und dem korrekten Mass an Düngern zu grosser Blütenpracht zu bringen. Mit dem Verkaufen ihrer bald beliebten bunten Sträusse und Kränze aus einheimischen Pflanzen auf dem samstäglichen Farmermarkt hat sie sich eine willkommene Nebeneinkommensquelle erschlossen. Eine völlig unerwartete Erbschaft und ein Bericht darüber, dass in England die Blumenimporte nach dem Brexit voraussichtlich deutlich teurer sein werden, bringen sie schliesslich auf die Idee, sich mit der Vermehrung von Blumen in Kombination mit dem Handel und der Verarbeitung derselben selbständig zu machen. 

Wissen, Können und das Mitspielen der Natur reichen leider nicht immer aus, um Stauden und einjährige Pflanzen zum Blühen und zur Ernte zu bringen. In den fünf Bänden dieser Krimiserie wird Dianas Start in eine erfolgreiche berufliche Selbständigkeit immer wieder durch mehr oder weniger absichtliche Schikanen von Zweibeinern behindert oder sogar verhindert. Die junge Frau wird nämlich im beschaulichen Städtchen wiederholt in Kriminalfälle verwickelt. Und so werden ihre Blumenfelder mal von Beamten der Spurensicherung zertrampelt, von einer (wie diese selber findet) zu Unrecht übergegangen Erbberichtigten oder einer plötzlich in der Nachbarschaft auftauchenden konkurrierenden Floristin mutwillig zerstört. 

In Merryfield gelten selbst Einwohner, die vor Jahrzehnten zugezogen sind, immer noch als Nicht-Einheimische. Dieses Stigma haftet dem für die diversen Fälle zuständigen Detective zuständige auch nach dreissig Jahren Wohnsitz im Städtchen an. Er ist Diana gegenüber wegen einer (so sollte man meinen) längst verjährten (Nicht-)Geschichte mit deren Mutter sehr feindselig eingestellt. Und eben wegen dieser Animosität traut er der jungen Floristin jedes Verbrechen zu und nutzt jegliche Gelegenheit, ihr zu schaden. 

Als Chemikerin ist die intelligente Diana gewohnt, streng wissenschaftlich zu denken und Fakten zu analysieren. Am Anfang der Buchreihe taucht der Verschwörungstheoretiker und erfolgreiche Autor Fergus in ihrem Leben auf, als er sich unerlaubt auf ihren Blumenfeldern herumtreibt. Er ist ständig auf der Suche nach einer guten Geschichte für ein neues Buch und sehr empfänglich für nicht belegte, oft Jahrzehnte alte Gerüchte, vermeintliche Spuren und fantasievolle Interpretationen. Erstaunlicherweise verstehen sich nicht nur die Hunde von Diana und Fergus ausgezeichnet, sondern die komplett verschiedenen Denkansätze der beiden führen das Duo in diesen Cozy Mysteries immer wieder gemeinsam auf die richtige Spur von verzwickten Fällen, in welchen bis zur Lösung um mehrere Ecken gedacht werden muss und nicht nach ein paar Seiten klar ist, wer hinter den Taten und Inszenierungen steckt. 

Nachdem ich diese Buchreihe ausgelesen hatte und feststellen musste, dass sie wohl abgeschlossen ist und keine Fortsetzung findet, habe ich herausgefunden, dass es noch ein Prequel gibt. In dieser Vorgeschichte erfährt man die Details zur Erbschaft und wie Diana auf den oder besser zum Hund Diggory gekommen ist. 

Von Ruby Loren gibt es verschiedene weitere Buchreihen. Eine mit sechs Ausgaben trägt den Titel «Blooming» und scheint einen für Sofagärtnerinnen interessanten hortikulturellen Hintergrund zu haben. Die ausgezeichnet formulierten und überaus authentischen Charaktere der Diana Flowers-Krimis machen mich jedenfalls sehr neugierig auf deren Inhalt. 

 

Ruby Loren:
Diana Flowers Floriculture Mysteries
Eigenverlag, diverse Jahre 
 
The Florist and the Funeral (Prequel) 
Gardenias and a Grave Mistake (Book 1) 
Delphiniums and Deception (Book 2)
Poinsettias and the Perfect Crime (Book 3) 
Peonies and Poison (Book 4) 
The Lord Beneath the Lupins (Book 5)
 

Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selbst gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.

 

23. Januar 2021

Der Garten im Winter – Vor dem Fenster und im Gartenbuch

Der Kalender zeigt jetzt schon wieder seit fast einem Monat 2021 an. Durch den Jahreswechsel zum Besseren geändert hat sich seit meinem letzten Post (falls überhaupt) nur wenig und so versuche ich, mich - mal mehr oder weniger erfolgreich - über Abwechslung im Alltag und an Kleinigkeiten zu erfreuen. Vor drei Wochen habe ich erstmals in der direkten Nachbarschaft einen Eisvogel entdeckt und seither mehrfach beobachten können. Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann einmal, ein aussagekräftiges Bild von dem wunderschönen, aber scheuen blau-orangefarbenen Tier zu machen, bevor er sich wieder im grünen Kleid der Laubbäume verstecken kann. 

Dank der grossen Schneemengen, mit denen uns Frau Holle am letzten Wochenende auch hier auf rund 440 Metern über Meer beglückt hat, konnte ich direkt vor der Haustüre zu meiner allerersten Schneeschuhwanderung starten. Gleichzeitig ist der der Garten unter einer sehr dicken weissen Decke verschwunden und damit wurden auch viele der in den letzten Jahren umgesetzten Bemühungen hinsichtlich Optimierung der winterlichen Aspekte zumindest temporär torpediert. Weiss dominiert im Moment immer noch über grün, rot und braun, dafür kann ich nach wie vor hoffen, dass ausser einem grossen abgebrochenen Ast am Mispelbaum keine weiteren empfindlichen Schäden entstanden sind. 

Alles in allem eine gute Gelegenheit, die heimische Gartenbibliothek nach Büchern zum Thema «Garten im Winter» zu durchforsten. Bevor ich kürzlich meine private Gartenbücher-Liste nach entsprechenden Stichworten durchsucht habe, war mir gar nicht (mehr) bewusst, dass sich da in den letzten Jahren doch etliche Nicht-Romane zu diesem Thema angesammelt hatten. Mein Sammeldrang und wahrscheinlich auch ein wenig der Wunsch nach Kompensation für entgangene Wintergartenreisefreuden (ja, natürlich weiss ich, dass es grössere Probleme gibt und von der Sonne umschmeichelte gelbe Kopfweiden im Tiefschnee haben tatsächlich auch ihren Reiz!) haben trotzdem zu einem weiteren «ersten Mal» geführt. 

Nämlich zum Bestellen von antiquarischen Büchern, was ich bisher tunlichst vermieden habe; einerseits aus Platzmangel und anderseits mag ich tatsächlich lieber ungebrauchte Bücher. An bereits gelesenen Büchern, die komisch riechen oder Stockflecken aufweisen, ist wohl noch niemand gestorben und Hygieneregeln waren wohl selten so präsent wie in diesen Pandemiezeiten. Und so schwelge ich aktuell also abends häufig in teilweise jahrzehntealten Büchern über Gärten im Winter, in denen schon von Textur bei Pflanzen geschrieben worden ist, als ich noch keinen einzigen Gedanken daran verschwendet habe. 

Vielleicht berichte ich hier im Sofagarten zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher über den Inhalt des einen oder anderen Titels, vorerst hier einfach mal ohne Wertung, in alphabetischer Reihenfolge einige Hinweise zu Büchern, die sich mit Gärten und ihrer Wirkung im Winter beschäftigen. 

 

Adrian Bloom:
Winter Garden Glory - How to get the Best from your Garden from Autrumn trough to Spring
Harper Collins, 1993 
 
Bourne, Val: 
The Winter Garden – Create a Garden that shines trough the forgotten Season 
Cassell, 2006 
 
Bross-Burkhardt, Brunhilde:
Mein Garten im Winter – Artenvielfalt fördern, Wintergemüse ernten, Gestaltungsideen umsetzen 
Haupt Verlag, 2020 
 
Buffin, Michael W.:
Winter flowering Shrubs
Timber Press, 2005 
 
De Belder, Jelena und Wouters, Bie und Slootmaekers (Fotos):
Winterblüher – Düfte und Farben im winterlichen Garten
Landwirtschaftsverlag, 2003 
 
Keil Gisela und Becker Jürgen (Fotos) :
Gärten im Winter – Inspirationen für die vierte Jahreszeit 
Deutsche Verlagsanstalt DVA, 2003 
 
Ney, Iris:
Lebendige Gärten im Winter 
Ulmer Verlag, 2019 
 
Pollet, Cédric:
Gärten im Winter – Faszinierende Farbenpracht und Formenvielfalt 
Ulmer Verlag, 2017 
 
Price, Eluned und Nichols, Clive (Fotos):
Der Garten im Winter 
Christian Verlag, 1997 
 
Schulz, Claus und Becker, Jürgen (Fotos):
Der Garten im Winter – Eine Spurenlese in faszinierender Vielfalt 
Deutsche Verlagsanstalt DVA, 2014 
 
Sterndale-Bennett, Jane:
The Winter Garden 
David and Charles, 2006 
 
Rosemary Verey: 
Der Garten im Winter 
Ravensburger Verlag, 1989 
 
 
 
Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher/Filme habe ich selbst gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern/Filmen.

 

19. Dezember 2020

Lea Thannbach: Weihnachtsstern-Saga

Dieses Jahr kommt bei mir keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Wenn ich nicht jeden zweiten Tag ein Adventskalenderpäckchen öffnen dürfte, würde ich mich wohl noch weniger im Weihnachtsmodus befinden. Falls es Ihnen ähnlich geht, macht ihnen vielleicht die Lektüre der Saga über die Züchtung der Weihnachtssterne ein wenig Laune. 

Die beiden Romane der jungen Autorin Lea Thannbach basieren auf der wahren Geschichte der Entwicklung des Weihnachtssterns von der in der USA ausgewilderten Zierpflanze, über die Anfangskultur als Schnittblume bis zur heutigen Topfpflanzenproduktion. 

Ursprünglich stammen die Poinsettien aus tropischen Laubwäldern in Südamerika. Einem deutschen Auswanderer fiel Anfang des 20. Jahrhunderts auf, wie sich an diesen Pflanzen zur Weihnachtszeit die Hochblätter rot färbten und er kam so auf die Idee, diese anzubauen und zu vermarkten. 

In zwei Erzählsträngen verfolgt die Leserin die schwierigen Anfänge der Züchterarbeit, liest von ersten Erfolgen, Rückschlägen und der heutigen Bedeutung der Kurztagpflanze als Weihnachtssymbol - längst nicht mehr nur in den Farben rot und grün. 

Rund um diesen hortikulturellen Hintergrund wird die Familiengeschichte der Münchner Gartenbaustudentin Stella erzählt, die nach dem Unfalltod ihrer Mutter erfährt, dass sie im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika eine grosse Verwandtschaft hat, von der sie bisher keine Ahnung hatte. 

Aktuell lese ich Band 2 und da gibt es noch etliche Familiengeheimnisse zu lüften. Ob das Geheimnis um die erfolgreiche Kultivierung der Weihnachtssterne vor der Konkurrenz bewahrt werden kann? 

 

Lea Thannbach:
Im Land der Weihnachtssterne
Ullstein Verlag, 2020
 
Wiedersehen im Land der Weihnachtssterne
Ullstein Verlag, 2020 

 

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12. Dezember 2020

Edward mit den Scherenhänden (DVD)

Da sich das Tageslicht aktuell wieder früh verabschiedet, mag ich nach Feierabend keine Walkringrunden mehr absolvieren und erfülle die sportlichen Pflichten indoor. Das Programm bringe ich einfacher hinter mich, wenn ich dabei Filme oder Serien anschaue. Nicht nur gelesene Buchinhalte gehen im Verlauf der Zeit vergessen, auch visuelle Wahrnehmungen verblassen und so trainiere ich in diesen Wochen zu schon einmal angeschauten Filmen wie "Greencard""Adaption"  und "Greenfingers". 

Heute habe ich zwischen den DVDs der 80 Weltgärten von Monty Don und der Krimi-Serie "Rosemary and Thyme", welche gerade regelmässig ins Laptop-Laufwerk eingeschoben werden, wieder einmal den Film «Edward mit den Scherenhänden» angeguckt. Beim Suchen nach Stichworten im Blog habe ich festgestellt, dass ich dieses Fanstasiemärchen über einen ganz speziellen Aussenseiter noch gar nie im Sofagarten erwähnt habe. Warum es schneit, will eine Enkelin von ihrer Grossmutter Kim wissen. Die Antwort auf die Frage bildet den Rahmen für diese Winterwundergeschichte und beeindruckende Topiarykünste sorgen für den hortikulturellen Hintergrund. 

Über pastellfarbenen Häusern, in denen gelangweilte Hausfrauen auf ihre Männer warten, die am Morgen in pastellfarbenen Autos das Haus verlassen und erst abends wieder von der Arbeit in ihr Vorstadtheim zurückkehren, thront ein altes Schloss. Das Geschäft der pastellfarben angezogenen Avon-Beauty-Beraterin Peg läuft nur harzig, so dass sie spontan den Einfall in die Tat umsetzt, auf den Hügel hinauf zu fahren und ihre Produkte dort oben anzubieten. Vielleicht lässt sich ja ein neuer Kunde gewinnen? Als niemand auf ihr Klopfen reagiert, tritt sie ein und trifft auf den sanftmütigen Kunstmenschen Edward mit etlichen Narben im Gesicht, auf denen sie gleich ihre Produkte anwendet. 

Der Erfinder von Edward ist gestorben, bevor er sein Meisterwerk vollenden konnte, so dass der junge Mann neben seinem sonderbaren Aussehen mit struwwelpeterähnlicher Frisur Scherenhände aufweist. Die feinfühlige Peg nimmt Edward unter ihre Fittiche und gibt ihm ein neues Daheim in ihrer Familie, zu welcher der Ehemann, die Tochter Kim und der Sohn Kevin gehören. 

Edwards Schöpfer hat ihm zwar gute Manieren beigebracht und wann er lächeln soll, doch das Leben ist überaus kompliziert, wenn man mit Scherenhänden zurechtkommen muss und keine oder nur wenig Ahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen, Recht und Unrecht und Gesetzen hat. Ein Wasserbett, das nach dem Kontakt mit den scharf geschliffenen Werkzeugfingern ausläuft, ist da als banales Problem einzuordnen. 

Fast wie Hyänen auf ihre Opfer stürzen sich die die Nachbarinnen auf die willkommene Abwechslung in Gestalt dieses exotischen Menschen und zunächst verläuft die Integration auch ganz gut. Edward schafft nämlich mit seinen Scherenhänden grüne Kunstwerke in den Gärten. Aus langweiligen Sträuchern werden - schnipp schnapp, schnipp schnapp - Dinosaurier, Menschen und andere Objekte. Bald setzt er sein Talent auch als Coiffeur für Hunde ein und wagt sich an die Haare der Vorstädterinnen. Und wenn er beeindruckende Eisskulpturen schafft, schneit es sogar über den Vorstadtdächern, auf die der Schnee sonst in Form von weissen Kunststoff-Matten getackert wird. 

Der Scherenkünstler, der von Jonny Depp gespielt wird und im ganzen Film nur 169 Worte spricht (ich habe nicht nachgezählt), verliebt sich in Kim und seine (scheinbare) Naivität wird ausgenutzt. Wiederholt kommt es zu unschönen, immer heftiger werdenden Konfrontationen mit Kims eifersüchtigem Freund. Die Stimmung in der Umgebung kippt, plötzlich zerreissen sich die Nachbarinnen die Mäuler und die Scheren sorgen nicht mehr nur für oberflächliche Schnitte.

 

Edward mit den Scherenhänden (DVD)
20th Century Fox, 1990

 

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6. November 2020

Posy Lovell: The Kew Garden Girls

Während draussen das von mir inszenierte farbenfrohe Herbstblätterfinale in alle Winde verweht wird oder eben auch nur auf unseren wenigen Quadratmetern aufs Zusammenharken wartet, stecken wir also mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Es ist mit ziemlicher Sicherheit davon auszugehen, dass in den vor uns liegenden Wintermonaten nicht nur wegen den deutlich weniger Stunden, die draussen gegärtnert wird, mehr Zeit fürs Sofagärtnern bleibt. 

Kürzlich habe ich nach der Trilogie um die englische Gärtnerin in Kew von Martina Sahler einen weiteren Roman gelesen, der zu einem grossen Teil in diesem königlichen Botanischen Garten in London spielt. Beinahe hätten sich die verschiedenen Protagonisten begegnen können. Gesprächsstoff hätten sie sicher genug gehabt. Aber Scherz beiseite und zurück zur fiktiven Geschichte «The Kew Garden Girls» mit historischen Elementen, inspiriert durch wahre Begebenheiten. 

England steckt 1915 mitten im 2. Weltkrieg und die Männer an der Front haben daheim überall Lücken hinterlassen, so dass die Frauenerwerbsarbeit gezwungenermassen einen massiven Aufschub erhält. In Kew Garden werden Hilfsgärtnerinnen und Hilfsgärtner eingestellt. Jede und jeder bringt einen mehr oder weniger schwer gefüllten Rucksack an positiven und negativen Erfahrungen mit. Louisa ist vor ihrem gewalttätigen Mann in die Stadt geflüchtet und untergetaucht. Ivy, noch nicht einmal volljährig, trägt mit ihrem Einkommen massgeblich zum Unterhalt ihrer Familie bei, da der Vater seine Pflichten immer wieder vernachlässigt. Der leidenschaftliche Lehrer und Pazifist Bernie hat nach einem für ihn beschämenden Erlebnis eine sichere Stelle quittiert und ist mit seinen zwei linken Händen ohne erkennbaren grünen Daumen zunächst eher eine Belastung als eine Hilfe. Später kommt dann noch ein drittes Garden Girl dazu, womit sich weitere Überlegungen zum Buchcover mit drei Frauen erübrigen. 

Zwischen dem Jäten und Abschneiden von welken Blüten in den Blumenrabatten und dem Anpflanzen von Gemüse und Salat geht es ausführlich um Themen wie Kriegsdienstverweigerung, Analphabetismus, Lohndiskriminierung von Frauen und den Kampf der Suffragetten. Die angewendeten Methoden der Frauenrechtlerinnen dünken die Leserin nicht immer vollkommen angebracht, aber im Gegenzug werden auch Fehler reflektiert, eingestanden und die Folgen gelindert. 

Auch wenn sie wohl eher im Märchenreich anzusiedeln ist, fand ich die spezielle Briefkorrespondenz, in welcher die Sprache der Blumen effektiv ausgelebt wird, eine hübsche Idee. Ivy, die des Lesens und Schreibens nur eingeschränkt kundig ist, erhält nämlich von ihrem Liebsten Jim an der Front, statt Briefe, die sie nicht lesen kann, Samen von verschiedenen Blumen. Die französische Saat wird in England zum Keimen gebracht, gehegt und gepflegt und in Form von gepressten Blumensträusschen wieder über den Kanal nach Frankreich geschickt, wo der kundige Berufsgärtner die Botschaften entschlüsselt. 

Der Roman weist vielleicht etwas gar viele individuelle Happy Ends für eine einzelne Geschichte auf, aber zurzeit mag frau das gut verkraften. Trotzdem bin ich erleichtert, dass die Autorin sich/uns wenigstens eines erspart hat. Die Scheidung von Louisa wäre dann doch zu viel des Guten gewesen. 

 

Posy Lovell:
The Kew Garden Girls
Trapeze, 2020

 

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29. August 2020

David Wheeler (Hrsg.): Gartenlektüre – Neue Geschichten englischer Gartenenthusiasten

Bereits wiederholt habe ich hier im Sofagarten über Hortus geschrieben. Seit über einem Vierteljahrhundert erscheint dieses Journal in s/w-Optik, immer vollgespickt mit anspruchsvoller Gartenlektüre, im Jahreszeitenabstand und bereits mehrfach sind Hortus-Anthologien auf Englisch erschienen, die auf meinem Bücherregal prominente Plätze besetzen. Grössten Respekt verdient der Umstand, dass Hortus nota bene auf privater Basis publiziert wird. 

Vor fünf Jahren ist mit "Gartenlektüre - Die schönsten Geschichten englischer Gartenenthusiasten" erstmals eine Auswahl aus früheren Hortus-Publikationen in einer deutschen Übersetzung erschienen, letztes Jahr kam eine Fortsetzung dazu. Beide Bücher verfügen über einen ausserordentlich schönen Umschlag, der in seiner Gestaltung an gefällige alte Tagebücher oder Poesiealben erinnert. (Noch) wichtiger ist aber natürlich der Inhalt. 

Im Journal Hortus werden jeweils auf etwas mehr als 100 Seiten Gärtner und Gärten aus den verschiedensten Blickwinkeln vorgestellt. Nach Impressum und Inhaltsverzeichnis gehören die ersten Seiten immer der Kolumne «»From the Editor’s Desk» und den Abschluss bilden Buchkritiken und die Vorstellung der Textverfasserinnen und -verfasser. Zu meinen bevorzugten Hortus-Beiträgen gehören in der Regel jene über Gärten in der Literatur oder im Film. 

Im zweiten Band der Gartenlektüre-Reihe hat mir gerade die Geschichte «Flora goes Hollywood – hortophiler Filmführer» von Marta McDowell in Erinnerung gebracht, wem (nämlich eben Hortus) ich vor rund zehn Jahren etliche vergnügliche Gartenfilmstunden zu verdanken hatte, von welchen ich vereinzelt in diesem Blog berichtet habe. Zu erwähnen wären da etwa «Willkommen Mr Chance» oder «Eduard mit den Scherenhänden». 

Da ich damals die englische Originalgeschichte gut «abgegrast» habe, war die Ernte aus der deutschen Übersetzung diesmal dürftig bzw. die noch fehlenden potentiell interessanten Filme sind nicht mehr oder nunmehr sehr schwierig erhältlich. «Jean de Florelle» und «Manons Rache» sind wohl nicht mehr zu erwerben, für die Doku «First, Cheap and Out of Control» über einen ehemaligen Gartendirektor mit Verantwortung für eine Menagerie von «Green Animals» muss ich mir gelegentlich familienintern einen alten Laptop mit Regionencode 1 ausleihen. 

Kate Kerrin berichtet über die Risiken in einem Dachgarten im 35. Stock, während an anderer Stelle Gelegenheiten geschaffen werden, damit die Natur sich Flächen zurückerobern kann, so wie ein Rasen, der nicht mehr gepflegt wird und sich in eine Wiese verwandelt. Andere Beiträge tragen Titel wie «David Austin und seine Rosenromanze», «Auf Wildtulpenjagd in Zentralasien» und «Lang lebe die Saat». 

Dekadentes gibt es über neureiche Olivenhainbesitzer an der amerikanischen Westküste zu lesen, welche die Befruchtung der Olivenbäume mit entsprechenden Sprays verhindern. Mit dem Obst derselben können und wollen sie nichts anfangen, und sich schon gar nicht mit dem Schmutz herumschlagen, den die nicht verwendeten, heruntergefallenen Oliven verursachen. 

Im Vorwort schreibt der Herausgeber David Wheeler, dass Hortus an Abonnenten in diversen Ländern, verteilt über den ganzen Globus, verschickt wird. Falls Sie (noch) nicht zu den Empfängern zählen, ist die vielfältige Zusammenstellung der beiden Anthologien «Gartenlektüre» vielleicht eine Gelegenheit, sich eine mentale oder schriftliche Notiz auf dem Weihnachtswunschzettel zu machen. Oder so ähnlich. 

 

David Wheeler (Hrsg):
Gartenlektüre - neue Geschichten englischer Gartenenthusiasten
Prestel Verlag, 2019



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8. August 2020

Mary Ann Fox: Cornwall-Gartenkrimis

Inzwischen umfasst die in Cornwall angesiedelte Gartenkrimi-Serie rund um die Gärtnerin Mags Blake bereits fünf Bände. Neben einem grosszügigen hortikulturellen Hintergrund werden auch immer wieder kurze Sequenzen aus ornithologischer Perspektive eingefügt. Etwa aus Sicht einer Dohle, einer Elster oder einem Rotkehlchen, die oft nur einen Flügelschlag vom Geschehen an den Tatorten entfernt als sprachlose Zeugen eine Nebenrolle einnehmen.

Die sympathische Protagonistin Mags kehrt nach dem Tod ihres Ehemannes mit einem Schuldenberg in ihren Heimatort Rosehaven zurück. Diesen versucht sie loszuwerden, indem sie ihr Elternhaus verkauft und sehr bescheiden lebt. Gleichzeitig macht sie sich mit ihrem fundierten Gärtnerwissen selbständig und verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Anlegen von neuen Gärten und dem Unterhalt und der Pflege von solchen.

Anlässlich eines Tags der offenen Gartenpforten in Shelter Garden führt die junge Frau Besucher durch den Landschaftsgarten. Ihr berufliches Interesse wird geweckt, als sie mitten unter rosa blühenden Hortensien, ein blaublütiges Exemplar entdeckt. Mit dem kurz entschlossen in die Tat umgesetzten Vorhaben, den Grund für den dafür verantwortlichen sauren Boden aufzudecken, katapultiert sie sich direkt in ihren ersten Mordfall.

Jeder Band beinhaltet in sich abgeschlossen die Aufklärung eines Verbrechens. Während sich ihr Berufs- und ihr Privatleben in eine positive Richtung entwickeln, kommt die Amateurermittlerin Mags immer wieder in ausgesprochen lebensbedrohliche Situationen. Durch alle Bücher hindurch zieht sich parallel wie ein roter Faden das Rätsel um das spurlose Verschwinden von Mags Mutter, als sie selbst noch ein Kleinkind war, und den (angeblichen) Unfalltod ihres Vaters, von dem Mags nicht nur ihre grünen Daumen geerbt, sondern auch ihr gärtnerisches Handwerk gelernt hat. Solange hier noch wichtige Puzzleteile für einen Gesamtüberblick der viele Jahre zurückliegenden Geschehnisse und Hintergründe fehlen, darf wohl ungeniert eine Fortsetzung der Reihe erwartet werden.

Die Krimis zeichnen sich zwar nicht durch sehr hohe Spannungsbögen ("cozy mysteries") aus, aber sie sind eine überaus angenehme und lesenswerte Lektüre und die detaillierten Landschafts- und Gartenbeschreibungen werden überzeugte Sofagärtnerinnen mit einem Faible für England allgemein und Cornwall im speziellen gut gefallen.



Mary Ann Fox:
Je tiefer man gräbt (Band 1)
Aufbau Taschenbuch, 2018

Je dunkler das Grab (Band 2)
Aufbau Taschenbuch, 2019

Je kälter die Asche (Band 3)
Aufbau Taschenbuch, 2019

Je länger die Nacht (Band 4)
Aufbau Taschenbuch, 2020

Je höher die Flut (Band 5)
Aufbau Taschenbuch, 2020



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