18. Februar 2009

Gärtnerische Lektüre für Kinder und Jugendliche

Auch für Kinder und Jugendliche gibt es immer wieder interessantes zu gärtnerischen Themen zu lesen. „Joschis Garten“ von Ursula Wölfel wird schon seit Jahren immer mal wieder neu aufgelegt. Völlig zu recht. Joschi hat Herrn Allemanns verwilderten Garten für einen Euro abgekauft. Sogar einen Vertrag haben die beiden abgeschlossen. Was für Herrn Allemann ein Spiel ist, nimmt Joschi ernst. Er gräbt, jätet und legt neue Beete an. Da rollen eines Tages Bagger an … 

Ein weiterer Klassiker für Kinder und Erwachsene ist „Tistou mit den grünen Daumen“ von Maurice Druon aus dem Jahr 1957. Tistou kommt als Sohn eines reichen Waffenfabrikanten auf die Welt und lebt wohlbehütet in einem schönen Haus. Aber Tistou ist anders als andere Kinder – er besitzt den grünen Daumen. Alles, was er mit seinen Daumen berührt, verwandelt sich in Pflanzen. Tistou kann die ganze Welt veändern – und er tut es.

„Das Garten-Komitee ist zusammengetreten, um über die Erde zu beraten, nicht über die ganze Erde, den Globus, sondern über das bisschen davon, das aus dem grossen Garten am Platz gestohlen worden ist.“ So beginnt das Buch „Die blauen Blumen der Catstreet“ von Rumer Godden. Es erzählt die Geschichte der kleinen Lovejoy Mason, die bei einem französischen Ehepaar, das im London der Nachkriegszeit ein Restaurant führt, in Pflege gegeben worden ist. Die Mutter besucht ihre Tochter nur selten. Der einzige Trost für Lovejoy wird ein Tütchen Kornblumensamen. Zusammen mit dem Anführer der Strassenjungen legt sie mitten in einer Steinwüste einen winzigen Garten an, um den schliesslich ein grosser Streit entbrennt. 



Ursula Wölfel: 
Joschis Garten
Diverse Ausgaben, z.B. Carlsen Verlag, 2008 

Maurice Druon: 
Tistou mit den grünen Daumen 
Diverse Ausgaben, z.B. Carlsen Verlag, 2008 

Rumer Godden: 
Die blauen Blumen der Catstreet/An Episode of Sparrows 
Diverse Ausgaben, deutsch nur noch antiquarisch erhältlich

17. Februar 2009

Noch mehr Gärtnerinnen

Die Landschaftsgärtnerin Cordula Hamann ist überzeugt, dass man nicht unbedingt nach England fahren muss, um sehenswerte Gärten zu besuchen. Sie möchte mit ihrem Buch dazu beitragen, dass auch Gärten im deutschsprachigen Raum beachtet und mit Wertschätzung wahrgenommen werden und den Eindruck widerlegen, dass es eine Kultur der Gärtnerinnen nicht gibt. 

In ihrem Buch stellt sie neunzehn Frauen und ihre unterschiedlichen Gärten vor. Neben den Privatgärten von Anja Maubach und Aglaja von Rumohr (Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin) – diese beiden sind übrigens auch im anderen hier vorgestellten „Frauengartenbuch“ portraitiert – wird ein Berggarten präsentiert, ein Reihenhausgarten ist dabei und auch eine Funkiensammlung und das Europa-Rosarium Sangerhausen. Die Schweiz ist vertreten durch die Seegärten der Schwestern Bächi, die Gartenterrassen von Marietta Weber sowie die grünen Paradiese von Gertrud Bölsterli und Regula Schuster. 

So verschieden wie ihre Gärten sind auch die Biografien, Motivationen und Vorlieben der Frauen. Der einen ist Form und Struktur wichtiger als Farbe, eine andere liebt ihre Gehölze über alles. Die Texte werden jeweils durch persönliche Notizen ergänzt. Traumhafte Fotos machen aus dem kompetent verfassten Buch auch eine Augenweide. 



Cordula Hamann:
Gärtnerinnen – Von der Leidenschaft mit Pflanzen zu gestalten 
Deutsche Verlags-Anstalt, 2008 



Dieser Beitrag ist bereits früher in der Mitgliederpublikation der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde abgedruckt worden

Besondere Frauen und ihre Gärten

Vielleicht interessiert es Sie, ob Charlotte Link, die Bücher mit Titeln wie „Wilde Lupinen“ oder „Die Rosenzüchterin“ geschrieben hat, selber eine leidenschaftliche Gärtnerin ist oder sich gar mit der Vermehrung von Blumen beschäftigt? Oder wieso Ruth Maria Kubitschek (eine der Hauptdarstellerinnen aus der gleichnamigen Verfilmung von letzterem Titel) Schwielen an den Händen Freude machen? 

Im Buch „Besondere Frauen und ihre Gärten“ von Eva Kohlrusch und Gary Rogers geben fast zwei Dutzend mehr oder weniger bekannte Frauen einen Einblick in ihre persönlichen Paradiese. Bei den vorgestellten Frauen handelt es sich mehrheitlich um Autodidaktinnen, die ihre ganz privaten Gartengeschichten und ihren Bezug zum Gärtnern schildern. Sie erzählen davon, wie ihre Liebe zum Garten geweckt wurde, von Gartenreisen, Sammelleidenschaften und grenzenloser Passion. Die Texte werden umrahmt von wunderschönen Fotos und ergänzt durch Erfahrungen und Lieblingspflanzen der Portraitierten. 

Abgerundet wird der gelungene Bildband durch ein Adressverzeichnis mit Angaben zur Grösse der Gärten, Öffnungszeiten und (Internet)-Adressen. Ein Buch, das nicht nur an einem dunklen Winterabend zum Träumen von gelungenen Gartenkompositionen einlädt. Übrigens, Charlotte Link bezeichnet sich selber nicht als Gartenmensch, der es liebt in der Erde zu wühlen. Es lohnt sich, selber nachzulesen! 



Eva Kohlrusch und Gary Rogers (Fotos):
Besondere Frauen und ihre Gärten
Callwey Verlag, 2008


Dieser Beitrag ist bereits früher in der Mitgliederpublikation der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde abgedruckt worden