Welcher literarisch interessierte Gärtner würde eine Einladung zum Gartenspaziergang mit Johann Wolfgang von Goethe ablehnen? Zeit seines Lebens (1749 bis 1832) hat sich der Dichter und Gartenfreund intensiv mit den Wundern der Natur auseinandergesetzt – als Gärtner, als Dichter und als Botaniker. Die drei „G“ – Goethe, Ginkgo und Gärten - können als Einheit betrachtet werden. Renate Hücking hat die grünen Seiten aus Goethes Biografie zusammengetragen und unter dem Titel „Mit Goethe im Garten“ veröffentlicht.
Zwar verfügte sein Frankfurter Elternhaus über keinen Garten, doch der Knabe Johann Wolfgang konnte aus der Wohnung eine grosse Fläche von Nachbarsgärten überblicken und erste praktische gärtnerische Erfahrungen vermittelte ihm der Grossvater. Gemäss seinem Tagebucheintrag hat er als 27jähriger Mann seinen (ersten) Garten in Besitz genommen. Als Gärtner war Goethe ständig hinter Neuheiten her und hätte am liebsten jede Einführung selber ausprobiert, was die beschränkten Platzverhältnisse aber verhinderten. Er hatte aber genügend Platz, seine eigenen Gestaltungsideen umzusetzen, und experimentierte mit Ditpam und Lupe, und schaffte es, die Pflanzen zu entflammen (mich würden meine Exemplare reuen…). Aus seinen Tagebüchern ist weiter ersichtlich, dass er häufig in fremden Gärten zu Besuch war, sich mit dem englischen Gartenstil auseinandersetzte und auch sein langer Italien-Aufenthalt hat ihn geprägt.
Mit seiner langjährigen Gefährtin und Ehefrau Christiane Vulpius hat er einen intensiven Briefwechsel geführt, in dem hortikulturelle Themen einen wichtigen Platz eingenommen haben.
Da zweifelt etwa die versierte Gärtnerin am Erfolg der Gurkenanpflanzung oder ist betrübt über den Misserfolg mit den Bohnen und beklagt sich über gefrässige Schnecken. Und sie hofft, der Gatte komme bald heim, und könne die schönen Levkojen auch selber noch bewundern. Der anspruchsvolle Goethe wiederum will auch auswärts nicht auf die gute heimische Küche verzichten und bittet schriftlich um Spargel oder andere Köstlichkeiten oder er gibt seiner Partnerin Hinweise zu Pflege und Aussaat von Pflanzen, die er ihr hat zukommen lassen.
Der Leser erfährt, welche Pflanzen damals gerade Mode waren und dass sich die Autorin selber hat inspirieren lassen, aus Goldlack, Aurikeln, Nelken und Pompondahlien ein Goethe-Beet anzulegen. Zwischen das grüne Wissen eingestreut sind immer wieder beliebte Rezepte aus der Goethe-Küche wie Eierkuchen, Laubfrösche aus Mangold und eine Thüringer Kartoffeltorte mit sage und schreibe 18 Eiern. Gelernt habe ich während der Lektüre, dass die Rapontika, mir bekannt als zweijährige Nachtkerze (Oenothera biennis), die hier fast an jeder Strassenecke wild wachsend mit ihren Blüten erfreut, als Gemüse verwendet werden kann. Die Wurzeln sind zwar mühsam zu reinigen, sollen aber gut schmecken.
Der Garten ist für den rastlosen und vielseitig interessierten Goethe ein Rückzugsort, um abzuschalten und sich von seinem Amt und vom Hofleben abzugrenzen. Hier erfreut er sich nicht nur an seinen geliebten Rosen, wenn sie wieder bis unters Dach wachsen, hier beschäftigt er sich auch mit der Möglichkeit einer „Urpflanze“ und dem Bauplan der Pflanzen. Sein letztes Studienobjekt war die heute verpönte Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum), auch Riesenbärenklau genannt, für die er wie bereits hier erwähnt eigens ein Podest errichten liess. Viele Themen werde gestreift und der Einblick in den grünen Goethe wäre nicht vollständig mit Hinweisen auf seine umfangreiche Kunst- und Naturaliensammlung und sein Werk über die Farbenlehre.
Dieses Publikation ist verschwenderisch illustriert mit vielen Fotos von Marion Nickig, aber auch mit Scherenschnitten, Gemälden, Zeichnungen und eindrücklichen Silhouetten. Im Anhang findet sich ein ausführlicher Service-Teil mit den wichtigsten Lebensdaten von Johann Wolfgang von Goethe, Hinweisen zu sehenswerten historischen Gärten in und um Weimar, einem Verzeichnis für weiterführende Literatur, ein Pflanzen- und Personenregister und andere Informationen mehr. Ein hortikulturelles Goethe-Potpourri, in dem der Buchgärtner und die Buchgärtnerin immer wieder gerne schmökern wird.
Renate Hücking:
Mit Goethe im Garten
Callwey Verlag, 2013
17. November 2013
13. November 2013
Corina Bomann: Der Mondscheingarten
Verschiedene Gärten – reale und imaginäre – spielen in diesem Roman wiederholt eine Rolle und eine bedeutungsvolle Geigenkomposition trägt den Titel „Der Mondscheingarten“, aber gegärtnert wird weder tagsüber noch bei Vollmond... Zum Inhalt:
Ein unbekannter alter Mann drückt der seit drei Jahren verwitweten Antiquarin Lilly Keiser eine ganz offensichtlich besondere Geige mit den Worten „sie gehört Ihnen“ in die Hand und verschwindet wieder ohne Name und Adresse zu hinterlassen. Während Lilly herumrätselt, warum gerade ihr diese Geige gehören soll, entdeckt sie im Futter des schönen Stücks ein Notenblatt mit dem Titel „Der Mondscheingarten“. Ist in dem Musikstück etwa eine Botschaft verborgen? Vielleicht kann ihr die langjährige Freundin Ellen weiterhelfen, die ihn London ein Institut für Geigenrestaurationen führt?
Kurzentschlossen ruft Lilly diese an und wird eingeladen, samt der ominösen Geige nach London zu fliegen, so dass sich die beiden Frauen zusammen an die Lösung des Rätsels rund um das unerwartete Geschenk machen können. Lilly lebt seit dem frühen Tod ihres Mannes sehr zurückgezogen und vermeidet Reisen. Stattdessen sucht sie immer wieder Ablenkung in langen Spaziergängen durch den Botanischen Garten. Doch nun bucht sie umgehend einen Flug in die britische Hauptstadt und organisiert die Vertretung für ihr Geschäft während ihrer Abwesenheit.
Mindestens so praktisch wie die Tatsache, dass Ellen sich beruflich mit Geigenrestaurierungen beschäftigt, ist der Zufall, dass Lilly im Flieger von Berlin nach London Gabriel Thornton kennenlernt, der in London die Musikschule Faraday leitet. Genau in diesem Institut sind, wie sich später herausstellt, Rose Gallway und Helen Carter die Vorbesitzerinnen der wertvollen Geigen musikalisch ausgebildet worden. Im Internet, alten Zeitungen und Registern sowie im Archiv der Musikschule wird nach Informationen gesucht. Doch konkrete Rückschlüsse lassen sich vorerst nicht ziehen, da die in Frage kommenden Biografien grosse Lücken aufweisen.
Zwei Erzählstränge führen die Leserin vom nebligen London über Nachforschungen in Cremona ins farbenprächtige Sumatra mit seiner exotischen und wilden Pflanzenwelt und geben Einblick in die jüngere Geschichte der indonesischen Insel und die Kultur. Natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen. In die Erzählung eingebaut sind ausserdem ein starkes Erdbeben, das sich Anfang des 20. Jahrhunderts ereignet hat, und das Funktionieren von Matriarchaten.
Nach und nach fügt sich ein Puzzleteil zum anderen und das Bild vervollständigt sich; auch oder vor allem dank tatkräftiger Unterstützung von Gabriel Thornton. Die Lösung des allerletzten Rätsels erschliesst sich nur der Leserin.
Die ganze Geschichte ist etwa dick aufgetragen und die Zufälle doch reichlich übertrieben. Nichts destotrotz ein durchaus lesenswertes Buch. Richtig Lust auf die Lektüre des schon seit Erscheinen herumstehenden Vorgängertitels „Die Schmetterlingsinsel“ habe ich aber nicht bekommen.
Corina Bomann:
Der Mondscheingarten
Ullstein Buchverlag, 2013
Ein unbekannter alter Mann drückt der seit drei Jahren verwitweten Antiquarin Lilly Keiser eine ganz offensichtlich besondere Geige mit den Worten „sie gehört Ihnen“ in die Hand und verschwindet wieder ohne Name und Adresse zu hinterlassen. Während Lilly herumrätselt, warum gerade ihr diese Geige gehören soll, entdeckt sie im Futter des schönen Stücks ein Notenblatt mit dem Titel „Der Mondscheingarten“. Ist in dem Musikstück etwa eine Botschaft verborgen? Vielleicht kann ihr die langjährige Freundin Ellen weiterhelfen, die ihn London ein Institut für Geigenrestaurationen führt?
Kurzentschlossen ruft Lilly diese an und wird eingeladen, samt der ominösen Geige nach London zu fliegen, so dass sich die beiden Frauen zusammen an die Lösung des Rätsels rund um das unerwartete Geschenk machen können. Lilly lebt seit dem frühen Tod ihres Mannes sehr zurückgezogen und vermeidet Reisen. Stattdessen sucht sie immer wieder Ablenkung in langen Spaziergängen durch den Botanischen Garten. Doch nun bucht sie umgehend einen Flug in die britische Hauptstadt und organisiert die Vertretung für ihr Geschäft während ihrer Abwesenheit.
Mindestens so praktisch wie die Tatsache, dass Ellen sich beruflich mit Geigenrestaurierungen beschäftigt, ist der Zufall, dass Lilly im Flieger von Berlin nach London Gabriel Thornton kennenlernt, der in London die Musikschule Faraday leitet. Genau in diesem Institut sind, wie sich später herausstellt, Rose Gallway und Helen Carter die Vorbesitzerinnen der wertvollen Geigen musikalisch ausgebildet worden. Im Internet, alten Zeitungen und Registern sowie im Archiv der Musikschule wird nach Informationen gesucht. Doch konkrete Rückschlüsse lassen sich vorerst nicht ziehen, da die in Frage kommenden Biografien grosse Lücken aufweisen.
Zwei Erzählstränge führen die Leserin vom nebligen London über Nachforschungen in Cremona ins farbenprächtige Sumatra mit seiner exotischen und wilden Pflanzenwelt und geben Einblick in die jüngere Geschichte der indonesischen Insel und die Kultur. Natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen. In die Erzählung eingebaut sind ausserdem ein starkes Erdbeben, das sich Anfang des 20. Jahrhunderts ereignet hat, und das Funktionieren von Matriarchaten.
Nach und nach fügt sich ein Puzzleteil zum anderen und das Bild vervollständigt sich; auch oder vor allem dank tatkräftiger Unterstützung von Gabriel Thornton. Die Lösung des allerletzten Rätsels erschliesst sich nur der Leserin.
Die ganze Geschichte ist etwa dick aufgetragen und die Zufälle doch reichlich übertrieben. Nichts destotrotz ein durchaus lesenswertes Buch. Richtig Lust auf die Lektüre des schon seit Erscheinen herumstehenden Vorgängertitels „Die Schmetterlingsinsel“ habe ich aber nicht bekommen.
Corina Bomann:
Der Mondscheingarten
Ullstein Buchverlag, 2013
9. November 2013
Andrea Zanetti: Grounds for Death – A Garden Plot Mystery
Eigentlich laufen Marilee Bright’s Geschäfte ganz gut. Sie ist zufrieden mit den Umsätzen ihres Gartencenters „Green Horizons“ und der angeschlossenen Abteilung für Landschaftsgestaltung, das sie seit neun Jahren führt. Doch als bei Umgestaltungsarbeiten in einem alten stillgelegten Brunnen sterbliche Überreste gefunden werden, darf während den polizeilichen Ermittlungen auf dem Gelände des Fundortes nicht weiter gearbeitet werden. Und weil der Name von Marilees Betrieb in den Medien wiederholt im Zusammenhang mit dem Skelettfund erwähnt wird, springen auch schon zwei Kunden ab und ziehen mit entsprechenden finanziellen Folgen für „Green Horizons“ grössere Aufträge zurück.
Was bleibt als Marilee anderes übrig, als wie bereits im Vorgängerband „Death in the Forsythia“ selber ihre Nase in Angelegenheiten zu stecken, die sie nicht wirklich etwas angehen? Schliesslich möchte sie dazu beitragen, dass die entdeckten Knochen kein Thema mehr in der Tagespresse sind. Bestätigt wird sie in ihrem Tatendrang durch die Aufforderung von Gwen und Steve, den aktuellen Besitzern des Grundstücks, auf dem sich der Fundort befindet. Die beiden haben von Marilees erstem Fall gehört und sind daran interessiert, dass die geplanten und begonnenen Gartenumgestaltungsarbeiten rasch möglichst weitergeführt werden.
Marilee beschliesst, zunächst mit den früheren Besitzer des Fundort-Grundstücks zu sprechen. Orla und ihr Mann Bob sind eher zurückhaltend mit ihren Auskünften und Marilee hat den Eindruck, die beiden lenken absichtlich vom Thema ab, um den Verdacht auf einen gewissen Freddie Joneas zu lenken, dessen Verlobte vor Jahrzehnten spurlos verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist. Weil Marilee vor der Polizei bei Orla und Bob auftaucht und ihre Erkundigungen einholt, zieht sie sich den Groll der ermittelnden Beamten Jim und George zu, mit denen sie ansonsten ein gutes Verhältnis pflegt.
Denn zwar steht rasch einmal fest, dass es sich um ein weibliches Skelett handelt, aber die wenigen vorgefundenen Schmuckstücke mit den Initialen „RC“ und „TJ“ scheinen vorerst nicht wirklich hilfreich bei den Ermittlungen. Marilee durchforstet in der lokalen Bibliothek die Schuljahrbücher und Mikrofichen und stellt fest, dass es in der Gegend Frauen gibt, die seit den 60erJahren des letzten Jahrhunderts als vermisst gelten.
Im Moment kann sich die Frau mit kinnlangem blonden Haar und blauen Augen wirklich nicht über zu wenig Aufregung beklagen. Erst erhält sie einen bedrohlichen Anruf und wird von einem unbekannten Autofahrer mit dem Auto von der Schnellstrasse abgedrängt. Und schliesslich wird sie dahingehend „erpresst“, dass ihr Betrieb „Green Horizon“ in der Zeitung nicht mehr im Zusammenhang mit dem Skelettfund erwähnt werden wird, sobald sie endlich einwilligt, für das lokale Papier eine regelmässige Gartenkolumne zu verfassen. Dazwischen tauscht sie sich immer wieder mit ihrer Freundin Sarah über die geplanten Schritte in ihren Privatermittlungen aus und hält diese auf dem Laufenden, was sich schliesslich als überlebenswichtig herausstellt.
Andrea Zanetti:
Grounds for Death – A Garden Plot Mystery
Eigenverlag, 2011
Was bleibt als Marilee anderes übrig, als wie bereits im Vorgängerband „Death in the Forsythia“ selber ihre Nase in Angelegenheiten zu stecken, die sie nicht wirklich etwas angehen? Schliesslich möchte sie dazu beitragen, dass die entdeckten Knochen kein Thema mehr in der Tagespresse sind. Bestätigt wird sie in ihrem Tatendrang durch die Aufforderung von Gwen und Steve, den aktuellen Besitzern des Grundstücks, auf dem sich der Fundort befindet. Die beiden haben von Marilees erstem Fall gehört und sind daran interessiert, dass die geplanten und begonnenen Gartenumgestaltungsarbeiten rasch möglichst weitergeführt werden.
Marilee beschliesst, zunächst mit den früheren Besitzer des Fundort-Grundstücks zu sprechen. Orla und ihr Mann Bob sind eher zurückhaltend mit ihren Auskünften und Marilee hat den Eindruck, die beiden lenken absichtlich vom Thema ab, um den Verdacht auf einen gewissen Freddie Joneas zu lenken, dessen Verlobte vor Jahrzehnten spurlos verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist. Weil Marilee vor der Polizei bei Orla und Bob auftaucht und ihre Erkundigungen einholt, zieht sie sich den Groll der ermittelnden Beamten Jim und George zu, mit denen sie ansonsten ein gutes Verhältnis pflegt.
Denn zwar steht rasch einmal fest, dass es sich um ein weibliches Skelett handelt, aber die wenigen vorgefundenen Schmuckstücke mit den Initialen „RC“ und „TJ“ scheinen vorerst nicht wirklich hilfreich bei den Ermittlungen. Marilee durchforstet in der lokalen Bibliothek die Schuljahrbücher und Mikrofichen und stellt fest, dass es in der Gegend Frauen gibt, die seit den 60erJahren des letzten Jahrhunderts als vermisst gelten.
Im Moment kann sich die Frau mit kinnlangem blonden Haar und blauen Augen wirklich nicht über zu wenig Aufregung beklagen. Erst erhält sie einen bedrohlichen Anruf und wird von einem unbekannten Autofahrer mit dem Auto von der Schnellstrasse abgedrängt. Und schliesslich wird sie dahingehend „erpresst“, dass ihr Betrieb „Green Horizon“ in der Zeitung nicht mehr im Zusammenhang mit dem Skelettfund erwähnt werden wird, sobald sie endlich einwilligt, für das lokale Papier eine regelmässige Gartenkolumne zu verfassen. Dazwischen tauscht sie sich immer wieder mit ihrer Freundin Sarah über die geplanten Schritte in ihren Privatermittlungen aus und hält diese auf dem Laufenden, was sich schliesslich als überlebenswichtig herausstellt.
Andrea Zanetti:
Grounds for Death – A Garden Plot Mystery
Eigenverlag, 2011
5. November 2013
Heidi Howcroft: Tee, Rosen & Radieschen – Neue Geschichten übers Leben im Garten-Paradies England
Mit „Tee, Rosen und Radieschen“ gibt Heidi Howcroft interessierten Leserinnen und Lesern ein weiteres Mal einen hortikulturell unterlegten Einblick in Sitten und Bräuche im sogenannten Garten-Paradies England. Die deutsche Autorin wohnt selber mit ihrer Familie dort, und zwar in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert und der rund 500 Quadratmeter grosse Garten um den ehemaligen Bauernhof ist in einen Hang gebettet, der für ein gutes Kleinklima (und ein Funkloch) sorgt.
Sogenannte „Walled Gardens“ faszinieren Heidi Howcroft seit sie als Kind das Buch „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett gelesen hat und sie hat eine Vorliebe für verwunschene Gärten. Selber ist sie kein ausgemachter Pflanzenfreak, der jede grüne Rarität im eigenen Garten haben muss, und auch keine Spezialistin im Gemüseanbau. Gleichwohl wälzt sie im Winter gerne Pflanzenkataloge und zieht in ihrem zweiten Garten, einem Feldgarten, ausschliesslich Gemüse, wie etwa Bohnen in verschiedenen Varietäten. Diese zweite Parzelle ist durch Kreuzwege in vier Rechtecke unterteilt und der auf dem Kontinent gärntnernde mitteleuropäische Leser wird vielleicht etwas neidisch ob der Bemerkung von wegen sich selber aussäenden Tomaten.
Die Autorin beschreibt anschaulich die Nachteile von Gärten auf dem Land, wenn diese genau auf der täglichen Runde von Dachsen liegen, die keine Mühe scheuen, an die mit ihrem verlockenden Duft die tierischen Nasen kitzelnden Erdbeeren zu gelangen. Dafür scheint dank dem Feldgarten auch der angetraute Ehemann plötzlich seinen grünen Daumen entdeckt zu haben. Merkwürdig nur, dass es in Anbetracht der (scheinbar) beträchtlichen Menge an investierter Zeit im Garten nicht richtig vorwärts geht. Des Rätsels Lösung liegt denn auch nicht in einer Gartenvirusinfektion, sondern am guten Netzempfang.
Des Weiteren berichtet Heidi Howcroft vom Überlebenskampf des lokalen Dorfpubs, dem Faible der Engländer für Schweine, der Entdeckung eines interessanten alten Gartenplanes von Thomas Mawson und von verschiedenen Gartenbesuchen, wo sie unter anderem auf den Spuren von Harald Peto in Iford Manor wandelt. Der Leser erfährt auch, warum man mit Vorteil in einem Auto mit Vierrad-Antrieb an die Cornwall Springshow anreist, und in einem Buch über England dürfen natürlich auch Bemerkungen zum Thema Wetter nicht fehlen - hier ergänzt um Tipps und geschichtliche Informationen rund um Gummistiefel und Regenbekleidung.
Der Leser begleitet die Autorin (in Grossstadtbekleidung) zu einem Besuch von Clarence House, dem ehemaligen Heim der Queen Mum, und liest über ganz spezielle Gemüse-Schlagzeilen. Weil nämlich ein regelmässiger Teilnehmer einer Leistungsschau mit seinem perfekten Gemüse unschlagbar war und anderen Teilnehmern mit einer tiefer angesetzten Messlatte zu einer Gewinnchance verholfen werden sollte, wurde der „Gemüsekönig“ aufgefordert, sich nicht mehr am Wettbewerb zu beteiligen. Das fragwürdige Ansinnen wurde grossflächig im nationalen Blätterwald weiterverbreitet und hatte zur Folge, dass heute wieder fast immer diejenigen gewinnen, die bereits vor der Ära des erfolgreichen Gemüsezüchters die ersten Ränge belegt haben.
Die deutsche Landschaftsarchitektin Heidi Howcroft ist mit einem Briten verheiratet und deshalb geradezu prädestiniert, über das englische Leben und die Unterschiede zum deutschen Alltag zu berichten. Allerdings darf der englische Nachname der Autorin nicht zur Annahme verleiten, das Buch sei mit typisch englischem Humor untermalt. Die Lektüre ist in eher trockenem Stil verfasst und die Ausdrucksweise lässt einem oft vielmehr bei der Lektüre eines Sachbuches wähnen. Die Autorin verliert sich manchmal recht stark in der Beschreibung von Details, während die Sofagärtnerin vergeblich auf eine witzige Pointe oder einen sonstigen Höhepunkt in den Geschichten gehofft hat.
Jetzt, wo ich diese Buchvorstellung schreibe, habe ich gerade die aktuellen Bilder aus England im Kopf, nachdem vor Wochenfrist der Sturm „Christian“ über die britische Insel - und mit besonderer Härte über Südwestengland - gefegt ist. Verbleibt nur zu hoffen, dass in den vielzitierten Gartenparadiesen keine allzu grossen Schäden angerichtet worden sind.
Heidi Howcroft:
Tee, Rosen und Radieschen – Neue Geschichten übers Leben im Garten-Paradies England
Deutsche Verlags-Anstalt, 2013
Sogenannte „Walled Gardens“ faszinieren Heidi Howcroft seit sie als Kind das Buch „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett gelesen hat und sie hat eine Vorliebe für verwunschene Gärten. Selber ist sie kein ausgemachter Pflanzenfreak, der jede grüne Rarität im eigenen Garten haben muss, und auch keine Spezialistin im Gemüseanbau. Gleichwohl wälzt sie im Winter gerne Pflanzenkataloge und zieht in ihrem zweiten Garten, einem Feldgarten, ausschliesslich Gemüse, wie etwa Bohnen in verschiedenen Varietäten. Diese zweite Parzelle ist durch Kreuzwege in vier Rechtecke unterteilt und der auf dem Kontinent gärntnernde mitteleuropäische Leser wird vielleicht etwas neidisch ob der Bemerkung von wegen sich selber aussäenden Tomaten.
Die Autorin beschreibt anschaulich die Nachteile von Gärten auf dem Land, wenn diese genau auf der täglichen Runde von Dachsen liegen, die keine Mühe scheuen, an die mit ihrem verlockenden Duft die tierischen Nasen kitzelnden Erdbeeren zu gelangen. Dafür scheint dank dem Feldgarten auch der angetraute Ehemann plötzlich seinen grünen Daumen entdeckt zu haben. Merkwürdig nur, dass es in Anbetracht der (scheinbar) beträchtlichen Menge an investierter Zeit im Garten nicht richtig vorwärts geht. Des Rätsels Lösung liegt denn auch nicht in einer Gartenvirusinfektion, sondern am guten Netzempfang.
Des Weiteren berichtet Heidi Howcroft vom Überlebenskampf des lokalen Dorfpubs, dem Faible der Engländer für Schweine, der Entdeckung eines interessanten alten Gartenplanes von Thomas Mawson und von verschiedenen Gartenbesuchen, wo sie unter anderem auf den Spuren von Harald Peto in Iford Manor wandelt. Der Leser erfährt auch, warum man mit Vorteil in einem Auto mit Vierrad-Antrieb an die Cornwall Springshow anreist, und in einem Buch über England dürfen natürlich auch Bemerkungen zum Thema Wetter nicht fehlen - hier ergänzt um Tipps und geschichtliche Informationen rund um Gummistiefel und Regenbekleidung.
Der Leser begleitet die Autorin (in Grossstadtbekleidung) zu einem Besuch von Clarence House, dem ehemaligen Heim der Queen Mum, und liest über ganz spezielle Gemüse-Schlagzeilen. Weil nämlich ein regelmässiger Teilnehmer einer Leistungsschau mit seinem perfekten Gemüse unschlagbar war und anderen Teilnehmern mit einer tiefer angesetzten Messlatte zu einer Gewinnchance verholfen werden sollte, wurde der „Gemüsekönig“ aufgefordert, sich nicht mehr am Wettbewerb zu beteiligen. Das fragwürdige Ansinnen wurde grossflächig im nationalen Blätterwald weiterverbreitet und hatte zur Folge, dass heute wieder fast immer diejenigen gewinnen, die bereits vor der Ära des erfolgreichen Gemüsezüchters die ersten Ränge belegt haben.
Die deutsche Landschaftsarchitektin Heidi Howcroft ist mit einem Briten verheiratet und deshalb geradezu prädestiniert, über das englische Leben und die Unterschiede zum deutschen Alltag zu berichten. Allerdings darf der englische Nachname der Autorin nicht zur Annahme verleiten, das Buch sei mit typisch englischem Humor untermalt. Die Lektüre ist in eher trockenem Stil verfasst und die Ausdrucksweise lässt einem oft vielmehr bei der Lektüre eines Sachbuches wähnen. Die Autorin verliert sich manchmal recht stark in der Beschreibung von Details, während die Sofagärtnerin vergeblich auf eine witzige Pointe oder einen sonstigen Höhepunkt in den Geschichten gehofft hat.
Jetzt, wo ich diese Buchvorstellung schreibe, habe ich gerade die aktuellen Bilder aus England im Kopf, nachdem vor Wochenfrist der Sturm „Christian“ über die britische Insel - und mit besonderer Härte über Südwestengland - gefegt ist. Verbleibt nur zu hoffen, dass in den vielzitierten Gartenparadiesen keine allzu grossen Schäden angerichtet worden sind.
Heidi Howcroft:
Tee, Rosen und Radieschen – Neue Geschichten übers Leben im Garten-Paradies England
Deutsche Verlags-Anstalt, 2013
1. November 2013
Ina Coelen (Hrsg.): Mord zwischen Kraut und Rüben – Gartenkrimis vom Tatort Niederrhein
Ina Coelen hat letzthin eine weitere Sammlung von Garten-Krimis herausgegeben, die von zwanzig verschiedenen bekannten Krimiautorinnen und –autoren verfasst worden sind. Nicht alle pflegen die gleiche enge Beziehungen zum Grün, denn während eine Autorin gerne bei der Gartenarbeit abschaltet, vermeidet ein anderer tunlichst jeden Aufenthalt im Garten, da er in einem Schrebergarten aufgezogen worden ist, und ein Dritter schustert seine Texte im Schatten eines viereinhalb Meter hohen Gummibaums, einem Erbstück von der Grossmutter, zusammen.
Die Kurzkrimis sind unter anderem betitelt mit „Der beste Dünger“, „Strebergarten“, „Schneckenpest“, „Kredithai im Garten“, „Brigitte Bardot in Bönninghardt“ und „5422 Pflastersteine“ und sie handeln von Mordphantasien in der Sauna oder wie man sich die Bezeichnung Gartengott verdient oder eben auch nicht. Man liest von sonntäglichen Gartenkursen, in denen einem beigebracht wird, dass Blumen analog den Menschen über völlig unterschiedliche Charaktere verfügen. Hier wie dort gibt es Festhalter, Spätblüher, Verführer und Sklaven – ein Wissen, das auf menschlicher Seite auch mit schlechten Hintergedanken ausgenutzt werden kann.
Weiter lehrt die Lektüre, niemals von jemanden zu verlangen, 5422 oder eine ähnlich hohe Menge an Pflastersteinen wiederholt im Garten von einer Ecke in eine andere zu transportieren und wieder neu aufzuschichten. Diese langweilige und überaus anstrengende Tätigkeit ist nämlich gezwungenermassen gleichzeitig ein perfektes Training der Treffsicherheit, was für den Auftraggeber unter Umständen negative Folgen haben könnte.
Dann kommt die Frage auf, ob es Schlimmeres gibt als Gartentipps von Nachbarn. Insbesondere dann, wenn der Ratgeber überprüft, ob man seine Ratschläge auch tatsächlich befolgt. In anderen Geschichten geht es um gefährliche glitschige Schneckenansammlungen, auf denen man ausrutschen und sich schwer verletzten kann, oder die nicht absehbaren Konsequenzen, die sich ergeben können, wenn man im eigenen Orchideengewächshaus Webcams installiert, um bei Abwesenheit via Smart Phone immer mal wieder einen Blick auf die überwältigende Blütenpracht zu werfen und auf diese Weise kurz abzuschalten.
Im Anschluss an jeden Kurzkrimi folgen Garten- oder Pflanzentipps und der Leser erfährt beispielsweise, was es für Möglichkeiten zur Bekämpfung von Blattläusen und Mehltau gibt. Und haben Sie bereits gewusst, dass Hefereste vom Backen sich perfekt als Dünger für Topfpflanzen eignen? Da muss ich doch gleich mal die Reste im Tiefkühlfach auftauen und den Tipp auf seine Nützlichkeit testen! Der Gartentipp zum Thema rückenschonendes Gärtnern endet mit dem Fazit: „Nur wer einer Mordlust nachgehen möchte, gräbt seinen Garten mit dem Spaten um. Alle anderen greifen zur Gabel."
Ina Coelen (Hrsg.):
Mord zwischen Kraut und Rüben – Gartenkrimis vom Tatort Niederrhein
Leporello Verlag, 2013
Die Kurzkrimis sind unter anderem betitelt mit „Der beste Dünger“, „Strebergarten“, „Schneckenpest“, „Kredithai im Garten“, „Brigitte Bardot in Bönninghardt“ und „5422 Pflastersteine“ und sie handeln von Mordphantasien in der Sauna oder wie man sich die Bezeichnung Gartengott verdient oder eben auch nicht. Man liest von sonntäglichen Gartenkursen, in denen einem beigebracht wird, dass Blumen analog den Menschen über völlig unterschiedliche Charaktere verfügen. Hier wie dort gibt es Festhalter, Spätblüher, Verführer und Sklaven – ein Wissen, das auf menschlicher Seite auch mit schlechten Hintergedanken ausgenutzt werden kann.
Weiter lehrt die Lektüre, niemals von jemanden zu verlangen, 5422 oder eine ähnlich hohe Menge an Pflastersteinen wiederholt im Garten von einer Ecke in eine andere zu transportieren und wieder neu aufzuschichten. Diese langweilige und überaus anstrengende Tätigkeit ist nämlich gezwungenermassen gleichzeitig ein perfektes Training der Treffsicherheit, was für den Auftraggeber unter Umständen negative Folgen haben könnte.
Dann kommt die Frage auf, ob es Schlimmeres gibt als Gartentipps von Nachbarn. Insbesondere dann, wenn der Ratgeber überprüft, ob man seine Ratschläge auch tatsächlich befolgt. In anderen Geschichten geht es um gefährliche glitschige Schneckenansammlungen, auf denen man ausrutschen und sich schwer verletzten kann, oder die nicht absehbaren Konsequenzen, die sich ergeben können, wenn man im eigenen Orchideengewächshaus Webcams installiert, um bei Abwesenheit via Smart Phone immer mal wieder einen Blick auf die überwältigende Blütenpracht zu werfen und auf diese Weise kurz abzuschalten.
Im Anschluss an jeden Kurzkrimi folgen Garten- oder Pflanzentipps und der Leser erfährt beispielsweise, was es für Möglichkeiten zur Bekämpfung von Blattläusen und Mehltau gibt. Und haben Sie bereits gewusst, dass Hefereste vom Backen sich perfekt als Dünger für Topfpflanzen eignen? Da muss ich doch gleich mal die Reste im Tiefkühlfach auftauen und den Tipp auf seine Nützlichkeit testen! Der Gartentipp zum Thema rückenschonendes Gärtnern endet mit dem Fazit: „Nur wer einer Mordlust nachgehen möchte, gräbt seinen Garten mit dem Spaten um. Alle anderen greifen zur Gabel."
Ina Coelen (Hrsg.):
Mord zwischen Kraut und Rüben – Gartenkrimis vom Tatort Niederrhein
Leporello Verlag, 2013
29. Oktober 2013
Sophie Kinsella: Göttin in Gummistiefeln
Diese romantische Komödie braucht fürwahr keine weitere Werbung. Das Buch war aber derart vergnüglich zu lesen, dass ich dem Bestseller aus dem Jahr 2006 doch einen Platz als Monatsend-Beitrag einräumen will. Denn da ein Gärtner wieder Ordnung in das plötzlich ausgebrochene Chaos in Samanthas Leben bringt, passt diese Empfehlung der Nachwuchs-Sofagärtnerin doch ganz gut in den Sofagarten.
Die begabte 29jährige Anwältin Samantha steht unmittelbar vor einem wichtigen Karrieresprung, der die Erfüllung ihres allergrössten Traumes bedeutet, als ein scheinbar folgenschwerer Anfängerfehler sie Hals über Kopf aus der Kanzlei Carter Spink fliehen lässt. Sie steigt ziellos in einen Zug und verlässt London. Erst in den Cotswolds verlässt sie die Bahn wieder, nichtwissend wo sie überhaupt gelandet ist.
Als sie in einem Haus nach dem Weg fragen will, wird sie für die Bewerberin der freien Stelle als Haushaltshilfe gehalten. Todmüde wie sie ist, schafft es Samantha nicht, die Verwechslung aufzuklären und kommt so zu einer Anstellung als Haushälterin. Sie, die kein Privatleben kennt und Tag und Nacht nur auf ihre Beförderung als Seniorpartnerin in der bekannten Anwaltskanzlei hingearbeitet hat, die keine freien Wochenenden, geschweige denn Ferien kennt, weder kochen, waschen, bügeln und putzen noch Knöpfe annähen kann und die Take-Away-Essen vom Chinesen und Pizza vom Italiener („mediterran“) zur gesunden Ernährung zählt.
Am nächsten Morgen möchte sie sich für die Freundlichkeiten ihrer Gastgeber revanchieren und ihre Arbeitskraft für einen halben Tag zur Verfügung stellen, dann das Missverständnis aufklären und wieder verschwinden. Doch dieses Vorhaben umzusetzen, stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Samantha weiss nicht einmal, wie der Toaster bedient werden muss und sie hat ganz allgemein überhaupt keine Ahnung, was für Tätigkeiten zum Jobprofil einer Haushälterin gehören. Und sie schafft es auch nicht, das Haus wieder zu verlassen, sondern unterschreibt tatsächlich einen Arbeitsvertrag, obwohl die Erledigung ihrer ersten haushälterischen Aufgaben in einem Fiasko enden.
Glücklicherweise hat die junge Frau einige finanzielle Rücklagen aus ihrer vorherigen Tätigkeit mit einem Stundenlohn von 500 Pfund. In der zweiten Arbeitswoche gibt’s sie bereits nur noch 200 Pfund für das Vertuschen ihrer Fehler - wie etwa verfärbte und zu heiss gebügelte Wäsche und Catering zur Rettung von missratenen Gerichten - aus und ist zuversichtlich, schon bald den wirtschaftlichen Turnaround zu schaffen.
Samantha, die immer geglaubt hat, der Job als Anwältin sei stressig, stellt sich allen ungewohnten Anforderungen und kommt immer besser mit ihren neuen Aufgaben zurecht. Gleichzeitig gewöhnt sie sich an ihre Freizeit, obwohl sie zuerst gar nicht abschalten kann, und daran, zwischendurch ganz einfach zu tun und lassen, was sie will. Und sie beginnt die zwischenmenschlichen Kontakte im Dorf zu schätzen. Denn Unterstützung in der Bewältigung ihrer Aufgaben – wer möchte schon Kichererbsen aus dem Ofen, Eier aus der Mikrowelle und Bratensauce mit Backpulver? – erhält sie im Gärtner Nathaniel und seiner überaus hilfsbereiten Mutter Iris.
Ihre Aufaben als Haushälterin erfüllt sie rasch dermassen zufriedenstellend, dass ihre Arbeitgeber ihr nahelegen, sich beruflich unbedingt weiterzubilden. Auch botanisch lernt sie dank Nathaniels Hilfe einiges. Während sie zuerst ein Geissblatt nur anhand des Dufts ihres Jo-Malone-Badeöls erkennt und zum ersten Mal Birnen am Baum hängen sieht, sieht sie sich plötzlich auch mit der Idee von der Eröffnung einer eigenen Gärtnerei (mit-)konfrontiert.
Schliesslich findet Samantha heraus, dass mit ihrem katastrophalen Fehler in der Kanzlei etwas nicht stimmen kann. Ist ihre Zukunft auf dem Land oder kann sie ihre Unschuld beweisen und sich rehabilitieren? Diese überaus witzige Lektüre mit leicht überzogenen Charakteren ist ein toller Seitenumdreher, der einen immer wieder laut lachen und die Zeit völlig vergessen lässt.
Sophie Kinsella:
Göttin in Gummistiefeln
Wilhelm Goldmann Verlag, 2006
Die begabte 29jährige Anwältin Samantha steht unmittelbar vor einem wichtigen Karrieresprung, der die Erfüllung ihres allergrössten Traumes bedeutet, als ein scheinbar folgenschwerer Anfängerfehler sie Hals über Kopf aus der Kanzlei Carter Spink fliehen lässt. Sie steigt ziellos in einen Zug und verlässt London. Erst in den Cotswolds verlässt sie die Bahn wieder, nichtwissend wo sie überhaupt gelandet ist.
Als sie in einem Haus nach dem Weg fragen will, wird sie für die Bewerberin der freien Stelle als Haushaltshilfe gehalten. Todmüde wie sie ist, schafft es Samantha nicht, die Verwechslung aufzuklären und kommt so zu einer Anstellung als Haushälterin. Sie, die kein Privatleben kennt und Tag und Nacht nur auf ihre Beförderung als Seniorpartnerin in der bekannten Anwaltskanzlei hingearbeitet hat, die keine freien Wochenenden, geschweige denn Ferien kennt, weder kochen, waschen, bügeln und putzen noch Knöpfe annähen kann und die Take-Away-Essen vom Chinesen und Pizza vom Italiener („mediterran“) zur gesunden Ernährung zählt.
Am nächsten Morgen möchte sie sich für die Freundlichkeiten ihrer Gastgeber revanchieren und ihre Arbeitskraft für einen halben Tag zur Verfügung stellen, dann das Missverständnis aufklären und wieder verschwinden. Doch dieses Vorhaben umzusetzen, stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Samantha weiss nicht einmal, wie der Toaster bedient werden muss und sie hat ganz allgemein überhaupt keine Ahnung, was für Tätigkeiten zum Jobprofil einer Haushälterin gehören. Und sie schafft es auch nicht, das Haus wieder zu verlassen, sondern unterschreibt tatsächlich einen Arbeitsvertrag, obwohl die Erledigung ihrer ersten haushälterischen Aufgaben in einem Fiasko enden.
Glücklicherweise hat die junge Frau einige finanzielle Rücklagen aus ihrer vorherigen Tätigkeit mit einem Stundenlohn von 500 Pfund. In der zweiten Arbeitswoche gibt’s sie bereits nur noch 200 Pfund für das Vertuschen ihrer Fehler - wie etwa verfärbte und zu heiss gebügelte Wäsche und Catering zur Rettung von missratenen Gerichten - aus und ist zuversichtlich, schon bald den wirtschaftlichen Turnaround zu schaffen.
Samantha, die immer geglaubt hat, der Job als Anwältin sei stressig, stellt sich allen ungewohnten Anforderungen und kommt immer besser mit ihren neuen Aufgaben zurecht. Gleichzeitig gewöhnt sie sich an ihre Freizeit, obwohl sie zuerst gar nicht abschalten kann, und daran, zwischendurch ganz einfach zu tun und lassen, was sie will. Und sie beginnt die zwischenmenschlichen Kontakte im Dorf zu schätzen. Denn Unterstützung in der Bewältigung ihrer Aufgaben – wer möchte schon Kichererbsen aus dem Ofen, Eier aus der Mikrowelle und Bratensauce mit Backpulver? – erhält sie im Gärtner Nathaniel und seiner überaus hilfsbereiten Mutter Iris.
Ihre Aufaben als Haushälterin erfüllt sie rasch dermassen zufriedenstellend, dass ihre Arbeitgeber ihr nahelegen, sich beruflich unbedingt weiterzubilden. Auch botanisch lernt sie dank Nathaniels Hilfe einiges. Während sie zuerst ein Geissblatt nur anhand des Dufts ihres Jo-Malone-Badeöls erkennt und zum ersten Mal Birnen am Baum hängen sieht, sieht sie sich plötzlich auch mit der Idee von der Eröffnung einer eigenen Gärtnerei (mit-)konfrontiert.
Schliesslich findet Samantha heraus, dass mit ihrem katastrophalen Fehler in der Kanzlei etwas nicht stimmen kann. Ist ihre Zukunft auf dem Land oder kann sie ihre Unschuld beweisen und sich rehabilitieren? Diese überaus witzige Lektüre mit leicht überzogenen Charakteren ist ein toller Seitenumdreher, der einen immer wieder laut lachen und die Zeit völlig vergessen lässt.
Sophie Kinsella:
Göttin in Gummistiefeln
Wilhelm Goldmann Verlag, 2006
25. Oktober 2013
Gloria Alden: The Blue Rose – A Catherine Jewell Mystery
Eine blaue Rose ist der Traum vieler Rosenzüchter. August Chatterton kann sich nicht mehr an der angeblich von ihm gezüchteten blauen Rose „The August Chatterton“ erfreuen. Er liegt tot in seinem Garten und ist ganz offensichtlich während einem Anlass auf seinem Grundstück stattgefunden hat, ermordet worden. Da er sich selber die Hände beim Gärtnern nie schmutzig gemacht hätte, glaubt allerdings niemand, dass er der Züchter der beeindruckenden Blütenpflanze ist.Der Polizeichef von Portage Falls, John MacGougal, hat in seiner nunmehr zehnjährigen Dienstzeit noch nie einen Mord aufklären müssen, doch auch ihm wird bei den Ermittlungen rasch klar, dass etliche Personen aus dem Umfeld des Mordopfers ein starkes Motiv haben.
Entdeckt hat den Toten Catherine Jewell, die teilzeitlich als Botanikerin in Elmwood Gardens arbeitet, da sie mit ihrem kleinen Gartencenter „Roses in Thyme“ ihren Lebensunterhalt (noch) nicht bestreiten kann. In nur vierzehn Monaten hat sie ihre kleine Gärtnerei in eine ganz besondere Oase verwandelt und hat noch viele Pläne. Verwirklicht hat sie bereits einen „Terra Cotta Geschenkshop“, ein Besucher-Center, einen Topiary-Garten, einen Rosengarten sowie einen weissen und einen blauen Garten. Die Frau mit polnischen, slowakischen und englischen Wurzeln und Vorfahren aus noch mehr europäischen Ländern ist seit zehn Jahren verwitwet. Damals sind ihr Mann und ihre Tochter tödlich verunglückt. Inzwischen vermag sie langsam wieder zuversichtlicher vorwärts schauen.
Noch bevor John MacGougal herausfindet, welches Motiv zum Mord geführt hat, ereignet sich ein zweiter aussergewöhnlicher Todesfall. Neben dem Polizeichef und seinem Team spitzt auch Catherine bei jeder Gelegenheit ihre Ohren und versucht, die verschiedenen sich im Umlauf befindenden Anschuldigungen als Gerüchte zu entlarven. Kann es sein, dass der ehemalige Chefgärtner, der vom nicht sehr beliebten Chatterton nach über zwanzig Dienstjahren vor die Gartentore gestellt worden ist, sich gerächt hat? Und was hat es mit dem mysteriösen Todesfall auf sich, aufgrund dessen der aktuelle Chefgärtner, ein ehemaliger Mönch, das Kloster wieder verlassen hat? Auch verschiedenen Familienangehörigen scheint Chattertons Tod nicht ungelegen zu kommen und die Ehefrau wird auch nicht gerade von ihrer Trauer erdrückt.
Es ist kein Geheimnis, dass Chatteron sich nicht für Blumen an sich interessierte, sondern nur für den Eindruck und das Ansehen, das er mit diesen erzielen konnte. Doch wie kam er in den Besitz einer blauen Rose? Catherine scheint mit ihren Nachforschungen jemandem auf die Füsse zu treten. Denn plötzlich steht sie selber im Fokus und ihr Haus wird gründlich durchwühlt, worauf sie sich enschliesst, ihre Informationen mit dem Polizeichef zu teilen.
Kürzlich ist bereits ist ein zweites Buch aus dieser neuen Gartenkrimi-Reihe erschienen: Daylilies for Emily’s Garden. Und die Leserin darf gespannt weiterverfolgen, was aus Catherines beruflichen Gartencenter-Plänen wird und ob sie und John sich auch privat näher kommen
Gloria Alden:
The Blue Rose – A Catherine Jewell Mystery
Eigenverlag, 2012
Entdeckt hat den Toten Catherine Jewell, die teilzeitlich als Botanikerin in Elmwood Gardens arbeitet, da sie mit ihrem kleinen Gartencenter „Roses in Thyme“ ihren Lebensunterhalt (noch) nicht bestreiten kann. In nur vierzehn Monaten hat sie ihre kleine Gärtnerei in eine ganz besondere Oase verwandelt und hat noch viele Pläne. Verwirklicht hat sie bereits einen „Terra Cotta Geschenkshop“, ein Besucher-Center, einen Topiary-Garten, einen Rosengarten sowie einen weissen und einen blauen Garten. Die Frau mit polnischen, slowakischen und englischen Wurzeln und Vorfahren aus noch mehr europäischen Ländern ist seit zehn Jahren verwitwet. Damals sind ihr Mann und ihre Tochter tödlich verunglückt. Inzwischen vermag sie langsam wieder zuversichtlicher vorwärts schauen.
Noch bevor John MacGougal herausfindet, welches Motiv zum Mord geführt hat, ereignet sich ein zweiter aussergewöhnlicher Todesfall. Neben dem Polizeichef und seinem Team spitzt auch Catherine bei jeder Gelegenheit ihre Ohren und versucht, die verschiedenen sich im Umlauf befindenden Anschuldigungen als Gerüchte zu entlarven. Kann es sein, dass der ehemalige Chefgärtner, der vom nicht sehr beliebten Chatterton nach über zwanzig Dienstjahren vor die Gartentore gestellt worden ist, sich gerächt hat? Und was hat es mit dem mysteriösen Todesfall auf sich, aufgrund dessen der aktuelle Chefgärtner, ein ehemaliger Mönch, das Kloster wieder verlassen hat? Auch verschiedenen Familienangehörigen scheint Chattertons Tod nicht ungelegen zu kommen und die Ehefrau wird auch nicht gerade von ihrer Trauer erdrückt.
Es ist kein Geheimnis, dass Chatteron sich nicht für Blumen an sich interessierte, sondern nur für den Eindruck und das Ansehen, das er mit diesen erzielen konnte. Doch wie kam er in den Besitz einer blauen Rose? Catherine scheint mit ihren Nachforschungen jemandem auf die Füsse zu treten. Denn plötzlich steht sie selber im Fokus und ihr Haus wird gründlich durchwühlt, worauf sie sich enschliesst, ihre Informationen mit dem Polizeichef zu teilen.
Kürzlich ist bereits ist ein zweites Buch aus dieser neuen Gartenkrimi-Reihe erschienen: Daylilies for Emily’s Garden. Und die Leserin darf gespannt weiterverfolgen, was aus Catherines beruflichen Gartencenter-Plänen wird und ob sie und John sich auch privat näher kommen
Gloria Alden:
The Blue Rose – A Catherine Jewell Mystery
Eigenverlag, 2012
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