1. März 2015

Teresa Simon: Die Frauen der Rosenvilla

Schokolade: ein Erzeugnis aus Kakao, Fett, Zucker und anderen Zutaten wie exotischen Früchten, Gewürzen oder auch mal Pilzen und Datteln. Kann sinnlich sein, dunkel, seidig, glatt, bitter, fremd, aber auch vertraut und vermittelt Glück, Vergnügen und Trost.

Rose: verholzender Strauch, zu dessen typischen Merkmalen Stacheln, Hagebutten und unpaarig gefiederte Blätter gehören.

Schokolade und Rosen sind die beiden Leidenschaften der zweiunddreissigjährigen Anna Kepler. Die Liebe zum wandelbaren Kakaoprodukt ist ihr bereits in die Wiege gelegt worden und die alleinstehende Erbin einer alten Schokoladendynastie hat in der Dresdner Altstadt gerade ihr zweites Geschäft eröffnet.

Ihre zweite Passion hängt ebenfalls mit der Familiengeschichte zusammen. Anna hat nämlich von ihrem verstobenen Grossvater die sogenannte Rosenvilla geerbt. Nachdem das lange vernachlässigte Gebäude umfassend renoviert und die junge Frau eingezogen ist, möchte sie nun den ehemaligen Rosengarten wieder neu anlegen und zum Blühen bringen. Wochenlang hat sie deshalb alte Bücher und aktuelle Kataloge studiert, Pläne gezeichnet, sich mit Chinarosen, Remontantrosen und Damaszenerrosen auseinandergesetzt und eine Auswahl getroffen, die nun zusammen mit einem Gärtner nach ihren Ideen eingepflanzt werden soll.

Beim Pflanzen von Rosa Gallica, Zentifolia, Rose de la Reine, Rose du Roi, Madame Hardy und Co. wird eine alte Schatulle freigelegt, zu deren Inhalt Haarsträhnen, Milchzähne, Samen, eine Mundharmonika, Briefe und viele dicht von Hand beschriebene Blätter unterschiedlicher Papierqualität gehören. Anna interessiert sich schon lange brennend für ihre Familiengeschichte. Ihre Eltern können oder wollen ihr aber nichts über die Vergangenheit erzählen, obwohl allen dreien klar ist, dass dort verschiedene Geheimnisse lauern.

Schnell stellt Anna fest, dass es sich bei den mit Sütterlin-Schrift beschriebenen Blättern um herausgerissene Seiten von Tagebüchern handelt. Nicht nur die ungewohnte Schrift ist eine Herausforderung – viele Seiten enthalten kein Datum, sind verschmiert, angenagt und sogar angebrannt. Anna sucht deshalb Hilfe bei ihrer Freundin Hanka, die versucht, die Blätter in eine logische Reihenfolge zu bringen. Schliesslich steht fest, dass in der Schatulle inkomplette Tagebucheinträge von drei Frauen versteckt sind.

Helen, Emma und Charlotte haben alle drei einst in der Rosenvilla gewohnt und früh ihre Mutter verloren. Die erfolgreiche Geschäftsfrau Anna taucht parallel zu ihrem anspruchsvollen Beruf immer tiefer in die Geschichte ihrer Familie ein und als sie in einem Café über ein paar Füsse stolpert, scheint sich auch für ihre private Zukunft ein neuer Weg aufzutun.

Der hortikulturelle Hintergrund dieser fesselnden Geschichte beschränkt sich nicht nur auf das Wiederanlegen des einst legendären Rosengartens und die wiederholte Erwähnung von alten Eichen, Obstbäumen und des Holzpavillons, welche der Anlage ihr unverwechselbares Gesicht geben. Helen, die erste Hausherrin der Rosenvilla, stammte aus einer Gärtnerei und war eine talentierte Blumenkünstlerin, die Rosen über alles geliebt hat. Sie hat nicht nur den ersten Rosengarten angelegt und dafür zunächst den zu sauren Boden mit Sand und Humus verbessern lassen, sie konnte auch gekonnte Zeichnungen ihrer Lieblingspflanzen, den Damaszenerrosen, oder von Alba, Blue Damask, Christata und La Negresse anfertigen.

Dieser gut durchdachte und strukturierte Roman wechselt laufend von einer Zeitebene in die andere und ganz nebenbei lernt die Leserin Dresden kennen und einiges über die Produktion von hochwertiger Schokolade. Der eine oder andere Zufall ist vielleicht etwas gar konstruiert. Vermisst habe ich einen Stammbaum, der es mir erleichtert hätte, die verschiedenen Namen und familiären Verbindungen schneller einzuprägen. Natürlich müsste es einer sein, der nicht gleich alle Rätsel, die am Ende des Buches gelüftet werden, vorweg auflöst.



Teresa Simon: 
Die Frauen der Rosenvilla 
Wilhelm Heyne Verlag, 2015

21. Februar 2015

... und wieder einmal andere zu Wort kommen lassen

Vor einiger Zeit hat eine Autorin eine meiner Buchvorstellungen auf Band gesprochen und ins Internet gestellt. Nun ist eine solche gleich in zwei Sprachen übersetzt worden. Kürzlich hat mich nämlich der italienische Journalist Tommaso Labranca angefragt, ob er meine Zeilen über das Buch "Tote Beete" von Harald Schneider auf Italienisch und Englisch übersetzen und in der allerersten Ausgabe 01/2015 des "EUROSWISSCULTURALMAGAZINE tipografiahelvetica" veröffentlichen darf. 

Inzwischen habe ich meine Belegexemplare des grossformatigen Magazins erhalten und gleichzeitig die Erlaubnis, das entsprechende pdf mit meinem Blog zu verlinken, was ich hiermit gerne mache.

Dieser Link führt zur dreisprachigen Buchvorstellung und ein paar Worten über die Sofagärtnerin. 









(Copyright by Tipografia Helvetica / Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vonTipografia Helvetica)

15. Februar 2015

Zuletzt angesehen: The Kids Are all Right (DVD)

Zitat von der DVD-Hülle: „Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore) leben den sonnigen Traum des klassischen Familienglücks im Süden Kaliforniens mit Häuschen und ihren zwei Kindern Joni und Laser. Als die beiden Teenager jedoch heimlich ihren biologischen Vater Paul (Mark Ruffalo), einen überaus charmanten und coolen Junggesellen ausfindig machen, gerät das traute Heim ins Wanken.

"The Kids Are All Right" kombiniert auf einzigartige Weise komödiantische Überraschungen mit packenden emotionalen Weisheiten und zeichnet mit den Oscar-nominierten Schauspielerinnen Annette Bening und Julianne Moore ein witziges tiefgehendes Portrait einer modernen Familie.“ (Ende Zitat)

Nicht erwähnt wird in dieser Beschreibung der hortikulturelle Hintergrund des Films. Auf den hat mich die Nachwuchs-Sofagärtnerin aufmerksam gemacht. Jules hat sich nämlich gerade als Landschaftsgärtnerin selbständig gemacht. Und obwohl sie mit ihrer Partnerin Nic vereinbart hat, dass die beiden den Samenspender Paul nicht in ihre Familie integrieren wollen, nimmt Jules dessen Angebot an, den Garten seines Restaurants umzugestalten. Bei diesen Begegnungen kommen sich die beiden näher und Paul verliebt sich in Jules.

Ein Problem mehr in dieser Familie. Nic hat Mühe mit dem bevorstehenden Auszug ihrer Tochter Joni, die in einer weit entfernten Stadt ein Studium anfängt. Laser umgibt nach Ansicht seiner Mütter mit dem falschen Kollegen (Paul findet das übrigens auch; und zwar bereits nach der ersten Begegnung) und Jules fühlt sich von Nic unverstanden und zu wenig unterstützt in ihren Bemühungen, beruflich auf eigenen Füssen zu stehen.

Der Film ist übrigens trotz englischem Titel deutsch gesprochen bzw. synchronisiert.



DVD The Kids Are All Right von Lisa Cholodenko
Universal, 2011

1. Februar 2015

Lena Klassen: Die Sehnsucht der Tulipane

Die gelernte Gärtnerin Janna und der Landschaftsarchitekt Ben bilden zusammen mit dem dreijährigen Nicki eine glückliche Familie. Bis zu dem Tag vor vier Jahren, an dem die Welt der Familie Steiner von einer Sekunde auf die andere auseinanderbricht, als der Vater seinen eigenen Sohn mit dem Auto überfährt und dieser nach ein paar Tagen seinen schweren Verletzungen erliegt. Die Ehe der Eltern zerbricht in der Folge an gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Nun arbeitet Janna als Verkäuferin an einem Blumenstand in einem Einkaufszentrum. Sie kapselt sich von der Umwelt ab und hat sich vorgenommen, nie mehr ihr Herz an etwas zu hängen. Sie erträgt nicht einmal mehr Topfpflanzen in ihrer spärlich eingerichteten Wohnung und gibt sich mit Origami-Blumen zufrieden, die keiner Pflege bedürfen und nicht verwelken. Hat sie früher mit Freude Staudenbeete gestaltet, ist heutzutage der halbe Quadratmeter auf dem Friedhof vor dem Grabstein, unter dem ihr Söhnchen begraben ist, ihr einziger Garten.

Die junge Frau hadert mit Gott, der nie ihre Fragen beantwortet oder sich rechtfertigt. Da tritt ein Engel namens Manuel in ihr Leben und lässt sich nicht abwimmeln von ihrer Verbitterung, Trauer und ihren Vorwürfen. Er kann Gedanken lesen, löst gerne Kreuzworträtsel und da er Janna schon längere Zeit ohne sich bemerkbar zu machen begleitet hat, ist er genau über ihre Gewohnheiten informiert. Zunächst ist Manuel nur für Janna sichtbar, was gelegentlich zu komischen Situationen führt. Die seltsam angezogene Figur kümmert sich um die trauernde Frau und verwöhnt sie mit gutem Essen und hat das erklärte Ziel, Janna zu überraschen, herauszufordern und zum Lachen zu bringen. Dabei muss er selber einiges einstecken, etwa ein blaues Veilchen der Blumenverkäuferin. Manuel stellt gleich zu Beginn klar, dass er keine Antworten anzubieten hat und Janna diese selber finden muss.

Eines Tages schenkt Manuel Janna ein paar Tulpenzwiebeln. Doch das Geschenk, das Arbeit und Verpflichtungen mit sich bringt, ist zunächst gar nicht willkommen. Janna lässt sich aber überzeugen, mit Manuel ihren lange vernachlässigten Schrebergarten, der in glücklichen Zeiten für zehn Jahre gepachtet worden ist, aufzusuchen, wo wie erwartet die Natur die Parzelle zurückerobert hat und das Unkraut kniehoch wuchert. Gemeinsam beginnen die beiden, Ordnung zu schaffen. Schafft es Janna, die Zwiebeln einzugraben und damit die Grundlagen für einen blühenden Frühling zu legen?

Eine ausserordentlich einfühlsam verfasste Erzählung, in der die Leserin Janna, die glaubt, kein Glück (mehr) zu verdienen, durch ihren schwierigen Trauerprozess begleitet. Angst, Trauer, Einsamkeit und Schuld sind ihre täglichen Begleiter. Zum Alltag nun aber auch der Engel Manuel, der ihr beizubringen versucht, dass Glück weder eine Belohnung noch ein Verdienst ist, der eingefordert werden kann, sondern ein Geschenk. Das Buch mit Kapiteln, die Titel tragen wie „Rosentage“, „Tulipan“ und „Der Garten“ ist nicht nur ein traurig-schönes Leseerlebnis, auch der Buchumschlag ist mit seinen orange-goldenen Tulpen und Buchstaben und leichtem Glitzer eine besondere Augenweide.



Lena Klassen: 
Die Sehnsucht der Tulipane 
adeo Verlag, 2014

15. Januar 2015

Elisabeth Meyer-Renschhausen: Unter dem Müll der Acker – Community Gardens in New York City

Abseits der Shoppingmeilen und des Finanzdistrikts finden sich in New York Statteile, wo sich gewöhnlich keine Touristen hin verirren. Vernachlässigte, ihrem Schicksal überlassene Quartiere – von der Stadt aufgegeben, nicht einmal mehr die Müllabfuhr fährt hindurch. Für ihre 2004 in der Form der Reportage veröffentlichte Publikation „Unter dem Müll der Acker – Community Gardens in New York“ hat Elisabeth Meyer-Renschhausen im Rahmen eines Stipendiums einen Sommer lang in der Grossstadt recherchiert.

Für meinen samstäglichen Schulweg wähle ich aktuell bevorzugt dünne, leichte Bücher, die zuvor jahrelang auf dem Regal Staub angesammelt haben. So habe ich diesen vor über acht Jahren gekauften Titel endlich gelesen und mich dabei oft gefragt, wie sich die erwähnten Gegenden heutzutage präsentieren. Die Zustände ein Jahrzehnt später sollen ja besser sein. Das Gartenjahr 2003 begann mit einem nasskalten Frühjahr. Zu Fuss, per Rad, mit dem Bus und per U-Bahn suchte die Autorin nach dem Grün zwischen dem Grau und lernte auf ihrer Tour spannende Menschen kennen, die sie der Leserin samt deren oft sehr schwierigen Lebensumständen näher bringt.

Urbane Gemeinschaftsgärten gehen auf die Initiative von Privatpersonen zurück. Die Beweggründe dafür sind vielfältig – die Umgebung verschönern, Gemüse anbauen, einen Rückzugsort schaffen sind einige davon. Das Engagement der Bewohner ist oft nicht kompatibel mit den Interessen der Stadt. Gleichzeitig bieten die grünen Oasen für viele Anwohner die einzige Möglichkeit, sich im Quartier frisches Obst und Gemüse zu besorgen. Da sie sich nämlich weder ein Velo, Bustickets geschweige denn ein Auto leisten können und in Laufnähe keine entsprechenden Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind, ist es für sie praktisch unmöglich, sich gesund zu ernähren.

Vielen dieser notwendigerweise eingezäunten Gärten fehlt eine legale Grundlage und demzufolge hapert es auch an rechtlichen Abmachungen, die eine längerfristige Nutzung erlauben oder sogar garantieren. Ist aber in einer ehemals verslumten Umgebung dank dem Zusammenkommen und dem gemeinsamen Tun von Menschen mit unterschiedlichen Ethnien, Sprachen, Alter, Einkommen und Geschlecht eine zweckmässige und funktionierende Gemeinschaftsgartenanlage entstanden, verbessern sich die Lebensbedingungen. Die Gärten fördern den Kontakt unter Nachbarn, helfen gegen soziale Isolation und sowohl die Kriminalität und der Drogenhandel gehen nachweislich zurück. Leider führt der an sich positive Erfolg aber auch dazu, dass das ehemals völlig uninteressante und vernachlässigte Stadtgebiet in den Fokus von Bodenspekulanten gerät. Immer wieder werden solche Grünflächen praktisch über Nacht von Baggern der Erde gleichgemacht, um mit neuen Siedlungen überbaut zu werden.

Die Autorin berichtet von Gesprächen mit engagierten Personen, bei denen es sich selten um gelernte Gärtner handelt. Einige besuchten Kurse und geben ihr Wissen nun weiter. Wichtig ist zu wissen, wie die ausgelaugten Böden ohne Dünger fruchtbar gemacht werden können. Häufig ist die entmüllte Erde allerdings dermassen vergiftet, dass nur in Kastenbeeten gegärtnert werden kann. Die Rede ist auch von den New Yorker Garden Guerillas, den „Garden Angels“ und der „Königin des Komposts“ sowie von urbanen Bauernmärkten, wo einzelne der städtischen Gärtner ihr Frischgemüse zum Verkauf anbieten und sich somit ein kleines Einkommen verdienen. Steht eine Legalisierung zur Debatte, sind längst nicht immer alle Besetzer des entsprechenden Community Gardens damit einverstanden. Sei es aus prinzipiellen Gründen oder wegen der damit verbundenen Bürokratie und dem Mitspracherecht der entsprechenden Behörden.

Eine sehr interessante Lektüre. Vielleicht gibt es gelegentlich eine Fortsetzung zu diesem Thema? Oder vielleicht gibt es ja schon eine, von der ich nichts weiss. Mehr über das Buchthema zu lesen gibt es beim Googeln mit den Stichworten „New York und Community Gardens“ und hier gibt es ein Interview mit der Sängerin, Schauspielering und Komikerin Bette Middler, die in dieser urbanen Gartenszene – auch finanziell – stark involviert ist. Falls Sie demnächst einen New York-Trip geplant haben und sich den einen oder anderen Garten anschauen wollen, gibt es hier verschiedene entsprechende Stadtpläne.



Elisabeth Meyer-Renschhausen: 
Unter dem Müll der Acker – Community Gardens in New York City 
Ulrike Helmer Verlag, 2004

1. Januar 2015

Joyce and Jim Lavene: A Thyme To Die - A Peggy Lee Garden Mystery

Lange musste ich auf die Fortsetzung der Peggy Lee Garden Mysteries in Papierform warten. Ob die früheren Verkäufe nicht den Erwartungen entsprochen haben? Jedenfalls sind diesen Frühling nach einer längeren Pause nun gleich zwei Titel im Eigenverlag erschienen. Das Buch „A Thyme To Die“ besteht aus zwei Teilen, nämlich aus der Erzählung „Buried by Buttercups“ und der titelgebenden Geschichte „A Thyme To Die“.

Die Weltwirtschaftskrise hat auch vor Peggys Blumengeschäft „The Potting Shed“ nicht Halt gemacht. Umsatzeinbruch gepaart mit wiederholten Mietzinserhöhungen führt zu ungenügendem Betriebsgewinn. Deshalb kommt das Angebot der Polizei, wieder als forensische Botanikerin bei der Lösung von Kriminalfällen mitzuhelfen gerade recht. Während sich Peggy Lee im ersten Teil mit einem nervenden neuen Nachbarn herumschlägt, amtiert sie im zweiten als Direktion der International Flower Show, die dieses Jahr für einmal nicht in Atlanta, sondern in Charlotte stattfindet.

Gleichzeitig versucht sie die Neuigkeit und den damit verbundenen Vertrauensbruch zu verdauen, dass ihr zweiter Mann Steve, den sie als Tierarzt kennengelernt hat, ein FBI-Agent ist, der sogar mit ihrem im Dienst unter nie geklärten Umständen erschossenen ersten Mann zusammen gearbeitet hat. Auf einen Schlag gehören altbekannte Ängste wieder zum Alltag der „Wieder-Polizistengattin“. Aber auch sie selber bringt sich immer wieder in Gefahr und bekommt schliesslich sogar Polizeischutz.

Die geplante Eröffnung der Blumenausstellung nach einer hektischen Zeit mit viel Organisation und Arbeit wird abgesagt, als auf dem Gelände eine Leiche gefunden wird. Bei dem Toten handelt es sich um einen langjährigen Freund von Peggy aus Südafrika, der auf ihre persönliche Einladung hin nach Charlotte gereist ist. Natürlich fühlt sich die Botanikerin mit einschlägiger Erfahrung verpflichtet, ihrem toten Freund mit dem Entlarven seines Mörders einen letzten Dienst zu erweisen. Und dann ist auch das Rätsel um den Tod ihres ersten Ehemannes John nach wie vor ungelöst. Ob sie mit Hilfe von „Nightflyer“, ihrem Internet-Freund, weitere Puzzleteile herausfindet?

Sämtliche Kapitel beginnen mit der Beschreibung einer zum jeweiligen Text passenden Pflanze mit Hinweisen auf Kultur, Giftigkeit usw. Mehr aus dem Leben von Peggy Lee lese ich gerade im Folgeband „Lethal Lily“. Diese Lektüre ist genau nach meinem Geschmack, wenn auch der Verlags- (und Lektorats-?) Wechsel nicht zu verleugnen ist.  



Joyce and Jim Lavene: 
A Thyme To Die - A Peggy Lee Garden Mystery
Eigenverlag , 2014

27. Dezember 2014

Der literarische Gartenkalender und der literarische Rosenkalender

Einen Monat Unterrichtspause, etwas Ordnung in die herumliegenden Unterlagen gebracht und festgestellt, dass die beiden Anfang September unverhofft erhaltenen literarischen Kalender immer noch eingeschweisst der Dinge harren, die da kommen sollen. Nämlich einer Vorstellung im Blog und der Überlegung, wo sie einen Platz finden könnten. Nun, packe ich also eins ums andere an.

Meine letzte Kalendervorstellung datiert vom September 2010 und nach einem kurzen Durchlesen derselben kann ich feststellen, dass die damaligen Worte nach wie vor gelten. Dort steht nämlich: „Wenn Sie diese Zeilen lesen, sind Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Gärten und Literatur interessiert. Dann wäre bestimmt „Der literarische Gartenkalender“ mit Spiralbindung von Schöffling nach Ihrem Geschmack.

Jeden Montag darf zum Wochenstart eine Seite umgeblättert werden und eine neue Aufnahme der bekannten Fotografin Marion Nickig schmückt für eine Woche zusammen mit einem passenden hortikulturellen Zitat eines bekannten Schriftstellers oder einer Schriftstellerin eine Wand oder eine Türe.“

Die Bilder und Zitate haben gewechselt und da der nächste Jahreswechsel unmittelbar bevorsteht, stimmt meine damalige letzte Bemerkung von wegen „je früher Sie sich diesen Kalender allenfalls kaufen und aufhängen, desto länger können Sie sich an dem Titelblatt, auf dem ein blauer Scheinmohn abgebildet ist, erfreuen …“ nicht nur deswegen nicht, weil das aktuelle Titelbild eine Akelei ziert. Was mir persönlich nicht gefällt, sind jene Seiten, bei denen der Text ganz oder teilweise ins Foto hineingeschrieben ist. Diese sind aber gewissermassen in der Minderheit.

Für eine detailliertere Vorstellung fehlt mir wegen meiner nebenberuflichen Weiterbildung schlicht und einfach die Zeit. Deshalb bestelle ich grundsätzlich auch keine Rezensionsexemplare mehr. Die wenige verbliebene Lesezeit widme mich meiner persönlichen, äusserst umfangreichen „Backlist“ und stelle die Lektüre ohne Verpflichtung nach Lust und Laune im Blog vor, oder eben auch nicht.

Im neuen Jahr wird es voraussichtlich dafür gelegentlich Hinweise auf Filme mit hortikulturellem Hintergrund geben. Nachdem ich mir zuletzt auf dem Crosstrainer mit verschiedenen Serien wie "Rosemary and Thyme" und "Natur im Garten", "Weeds" und "Downton Abbey" die Zeit verkürzt habe, schaue ich mich aktuell während der Erfüllung der sportlichen Pflichten durch meine DVD-Sammlung. Die ist zwar längst nicht so umfangreich wie die Büchersammlung, leidet aber teilweise unter der selben Vernachlässigung.

Mit guten Wünschen fürs neue Jahr schliesse ich das Blogjahr 2014 hiermit ab, greife nach Befestigungsmaterial und suche eine freie Türe oder Wand für die beiden Kalender.



Der literarische Gartenkalender 2015 
Mit farbigen Fotos von Marion Nickig – 
ausgewählt und zusammengestellt von Julia Bachstein 
Schöffling und Co., 2014 

Der literarische Rosenkalender 2015
Mit farbigen Fotos von Marion Nickig – 
ausgewählt und zusammengestellt von Maria Mail-Brandt 
Schöffling und Co., 2014