Martina Sahler hat bereits vor einigen Jahren eine Trilogie mit hortikulturellem Hintergrund verfasst, die zur Zeit der Tulpenmanie spielt («Die Tulpenkönigin», «Der Zorn der Tulpenkönigin» und «Die Macht der Tulpenkönigin»). Aber Achtung: Der erste damalige Band ist unter zwei verschiedenen Autorennamen erschienen, nämlich zuerst unter dem Pseudonym Enie van Aanthuis und später eben unter Martina Sahler. Ich bin natürlich hereingefallen und habe das Buch doppelt gekauft. Aber hier soll es nicht um Tulpen und Holland gehen, sondern um Astern, Dahlien, Jasmin und England.
In der aktuellen Romanreihe begleitet die Leserin in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine junge Frau, die unbedingt in Kew Garden ihren Weg gehen und damit in die Fussstapfen ihres Grossvaters treten will. Von der Mutter ist Charlotte Windley zu Selbständigkeit erzogen worden. Tatsächlich ergattert sie als erste Frau eine Stelle als Botanikerin im botanischen Garten und sie erhält die Chance, gemeinsam mit ihrer geheimen Liebe an einer Pflanzenexpedition teilzunehmen.
Doch ein furchtbares Unglück wirft alle Zukunftspläne über den Haufen und die junge Frau muss sich entscheiden, ob sie ihre eigenen Interessen vor eine gesicherte Zukunft ihrer nächsten Familienangehörigen stellen will.
Die Vernunft hat gesiegt, aber nichtsdestotrotz versucht Charlotte, ihre Selbständigkeit zu bewahren und arbeitet als gut situierte Frau und Hausherrin des Anwesens Summerlight House trotzdem weiter als Botanikerin. Als sie schliesslich ihre Stelle in Kew Garden verliert, macht sie sich zusammen mit dem Gärtner Quinn an die Gestaltung des Gartens rund um ihr neues Heim.
Und im zweiten Band geht es dann doch noch auf Reisen. Zunächst durch England und später nach Persien. Auf der Garteninsel werden im Kopfkino Gärten und Gärtnereien besucht, und zwar auch solche, die teilweise heute noch einen Besuch wert sind wie etwa Great Dixter, Wisley Garden und Alnwick Garden. Sogar Vita Sackville-West begegnet einem immer wieder im Lauf der Lektüre. Die Persienreise, welche Charlotte von ihrem Mann Victor geschenkt wird, basiert übrigens auf der literarischen Aufarbeitung einer ähnlichen Expedition der Sissinghurst-Gestalterin über die Bakhtiari-Berge im heutigen Iran.
Während die Verbindung zum Gärtner nicht nur wegen gemeinsamen hortikulturellen Gestaltungsinteressen immer enger wird, wächst die Entfremdung zwischen Charlotte und ihrem Mann Victor. Auf das Erscheinen des dritten Bandes muss ich mich leider noch gedulden. Gemäss Vorankündigung spielt er zur Zeit der Weltwirtschaftskrise.
Martina Sahler:
Blaue Astern (Band 1)
Rote Dahlien (Band 2)
Weisser Jasmin (Band 3)
Ullstein Verlag, 2019/2020
Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selber gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.
18. April 2020
13. April 2020
Ella Kordes: Die Gartenschwestern
Über die Osterfeiertage habe ich vermutlich DEN Gartenroman des Bücherfrühlings 2020 gelesen. Auf zwei gut durchdachten und verbundenen Zeitebenen lässt frau sich von Gedanken an COVID-19 ablenken. Und zwar einerseits durch existenzielle Sorgen gegen und nach Ende des zweiten Weltkriegs und anderseits von demgegenüber jedenfalls vergleichsweise banalen Problemen rund um den Verlust eines jahrelang gepflegten Gartens wegen Trennung von Haus(inhaber) und Bett beziehungsweise Beet(gestalterin) in der Gegenwart.
Drei Frauen haben sich vor ein paar Jahren während einer Gartenreise kennengelernt. Quasi als Hilfsgärtnerinnen haben die "Gartenlosen" Marit und Constanze Eintritt in das durchgestylte grün-weisse Villengartenparadies von Gitta erhalten. Da die rechtlichen Tatsachen eindeutig und der Verlust des Gartens damit gegeben sind, muss oder kann nicht nicht einmal ein Rosenkrieg mit ihrem Noch-Ehemann geführt werden.
Kann eine Schrebergartenparzelle Ersatz für die erzwungene Trennung vom geliebten Garten sein? Können die drei Gartenschwestern ihre Freundschaft auf einem anderen, gleichberechtigten Fundament auf eine neue Ebene stellen und auch die Gartenwünsche und -ansprüche von Marit und Constanze erfüllen? Diese beiden träumen nämlich weniger von durchgestalteter Ästhetik; also von bunten Blumen und nicht-formalen, ja eher wilden Gartenelementen. Und natürlich gibt es da noch die Vereinsvorschriften von wegen Gemüse- und Obstgartenanteil.
Die grösste Parzelle in der Schrebergartenkolonie auf Probe zu mieten ist eine nicht zu unterschätzende Verpflichtung. Aber schliesslich wird sogar das Rätsel um drei ganz besondere Inneneinrichtungselemente in der Laube und einen unterirdischen frostsicheren Raum elegant gelöst.
Nachtrag: Bei der Autorin Ella Kordes soll es sich laut gegoogelten Quellen um ein Pseudonym von Tania Krätschmar handeln. Ein Name, der Sofagärtnerinnen nicht unbekannt ist. Das Suchen im Sofagarten führt zu mehreren Treffern.
Ella Kordes:
Die Gartenschwestern
Blanvalet Verlag, 2020
Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selber gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.
Drei Frauen haben sich vor ein paar Jahren während einer Gartenreise kennengelernt. Quasi als Hilfsgärtnerinnen haben die "Gartenlosen" Marit und Constanze Eintritt in das durchgestylte grün-weisse Villengartenparadies von Gitta erhalten. Da die rechtlichen Tatsachen eindeutig und der Verlust des Gartens damit gegeben sind, muss oder kann nicht nicht einmal ein Rosenkrieg mit ihrem Noch-Ehemann geführt werden.
Kann eine Schrebergartenparzelle Ersatz für die erzwungene Trennung vom geliebten Garten sein? Können die drei Gartenschwestern ihre Freundschaft auf einem anderen, gleichberechtigten Fundament auf eine neue Ebene stellen und auch die Gartenwünsche und -ansprüche von Marit und Constanze erfüllen? Diese beiden träumen nämlich weniger von durchgestalteter Ästhetik; also von bunten Blumen und nicht-formalen, ja eher wilden Gartenelementen. Und natürlich gibt es da noch die Vereinsvorschriften von wegen Gemüse- und Obstgartenanteil.
Die grösste Parzelle in der Schrebergartenkolonie auf Probe zu mieten ist eine nicht zu unterschätzende Verpflichtung. Aber schliesslich wird sogar das Rätsel um drei ganz besondere Inneneinrichtungselemente in der Laube und einen unterirdischen frostsicheren Raum elegant gelöst.
Nachtrag: Bei der Autorin Ella Kordes soll es sich laut gegoogelten Quellen um ein Pseudonym von Tania Krätschmar handeln. Ein Name, der Sofagärtnerinnen nicht unbekannt ist. Das Suchen im Sofagarten führt zu mehreren Treffern.
Ella Kordes:
Die Gartenschwestern
Blanvalet Verlag, 2020
Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selber gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.
3. April 2020
Sofa überall
Aus aktuellem Anlass stolpert man in Zeiten von Homeoffice und der (Möglichst-)Drin-Bleiben-Pflicht allenthalben über Begriffe, die neu mit «Sofa» verbunden werden. Jedenfalls passiert mir das. Natürlich insbesondere darum, weil ich für mich in Anspruch nehme, die Worte «sofagärtnern» und «Sofagärtnerin» im Internet zwar nicht gerade exponentiell verbreitet zu haben, aber doch so, dass zumindest in einschlägigen Kreisen verstanden wird, was "sofagärtnern" bedeutet.
Als ich Anfang 2009 einen Namen für meinen Gartenbuch-Blog gesucht habe, ist mir ganz spontan «Sofagärtnerin» als freie Übersetzung von Armchair Gardening eingefallen. Googeln ergab keinen Anlass, von der Idee abzurücken. Seinerzeit wurde nämlich gerade mal ein einziges Resultat angezeigt (von einem Karnelvalswagen mit Sofagärtnern, wenn ich mich richtig erinnere).
Unser aller Leben wird in diesen Wochen und Monaten ziemlich auf den Kopf gestellt. Glücklich kann sich schätzen, wer einen Garten oder Balkon hat. Und natürlich ausreichend Lektüre in Form von Gartenbüchern.
Die Schneeglöckchenzeit ist gerade vorbei. Vielleicht möchten Sie die Zeit bis zur nächsten Blüte frühestens im nächsten Herbst sinnvoll überbrücken? Während den vergangenen Herbst- und Wintermonaten habe ich mich durch die fünfzehn (!) Snowdrop-Mysteries von Susan Alexander gelesen und hoffe auf eine Fortsetzung. Nicht alle Folgen sind gleich spannend und glaubwürdig, aber die Amerikanerin Maggie und ihr frisch angetrauter, ziemlich verbohrter englischer Ehemann Thomas sind schon fast gute Bekannte von mir.
In den nächsten Tagen ist es gerade neun Jahre her, dass ich der Neuauflage von "Adrian, der Tulpendieb" eine Buchvorstellung gewidmet habe (erstmals 1936 erschienen). Die damals erwähnte gleichnamige Fernsehserie aus den 60er Jahren gibt es inzwischen als DVD. Tulpen gibt es ja, so einfach wie gewohnt, keine mehr zu kaufen. So habe ich mir in den letzten Tagen die Frühlingsblüher während der Erfüllung der sportlichen Indoorpflichten als Hauptdarsteller in dieser sechsteiligen Serie angeschaut. Nicht ganz so farbig wie ein bunter Tulpenstrauss, denn nur etwa 20 Minuten von einer Folge sind in Farbe erhalten, obwohl die Serie seinerzeit die erste Farbserie des Deutschen Fernsehens war.
Jetzt schulde ich noch ein paar Sofa-Begriffe. Da wären etwa Sofaturner, Sofatutor, Sofalesungen, Sofakonzerte…
Und mir bleibt zu überlegen - soll ich jetzt wieder mit regelmässigem Bloggen anfangen? Den Blog endlich bei Wordpress fertig einrichten und ihm ein neues Outfit verpassen? Mal schauen, ob hier überhaupt noch jemand vorbeikommt. Da die für die nächsten Wochen und Monate geplanten Besuche von hortikulturellen Veranstaltungen wie Schoppenwihr und Chantilly und spontane Gärtnereibesuche gestrichen sind und frau sich nicht die ganze Zeit nur an die Irlandreise von Anfang Jahr und den Besuch der Schneeglöckchentage in Mannheim mit vielen netten Begegnungen im Februar erinnern kann und will, die Stickgärten aus York bald fertig gestickt sind, müsste sich eigentlich Zeit fürs Geschreibsel finden lassen.
Ach ja, und wie immer habe ich alle in diesem Beitrag erwähnten Titel und Filme selber gekauft und bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet. Bleiben Sie gesund!
Als ich Anfang 2009 einen Namen für meinen Gartenbuch-Blog gesucht habe, ist mir ganz spontan «Sofagärtnerin» als freie Übersetzung von Armchair Gardening eingefallen. Googeln ergab keinen Anlass, von der Idee abzurücken. Seinerzeit wurde nämlich gerade mal ein einziges Resultat angezeigt (von einem Karnelvalswagen mit Sofagärtnern, wenn ich mich richtig erinnere).
Unser aller Leben wird in diesen Wochen und Monaten ziemlich auf den Kopf gestellt. Glücklich kann sich schätzen, wer einen Garten oder Balkon hat. Und natürlich ausreichend Lektüre in Form von Gartenbüchern.
Die Schneeglöckchenzeit ist gerade vorbei. Vielleicht möchten Sie die Zeit bis zur nächsten Blüte frühestens im nächsten Herbst sinnvoll überbrücken? Während den vergangenen Herbst- und Wintermonaten habe ich mich durch die fünfzehn (!) Snowdrop-Mysteries von Susan Alexander gelesen und hoffe auf eine Fortsetzung. Nicht alle Folgen sind gleich spannend und glaubwürdig, aber die Amerikanerin Maggie und ihr frisch angetrauter, ziemlich verbohrter englischer Ehemann Thomas sind schon fast gute Bekannte von mir.
In den nächsten Tagen ist es gerade neun Jahre her, dass ich der Neuauflage von "Adrian, der Tulpendieb" eine Buchvorstellung gewidmet habe (erstmals 1936 erschienen). Die damals erwähnte gleichnamige Fernsehserie aus den 60er Jahren gibt es inzwischen als DVD. Tulpen gibt es ja, so einfach wie gewohnt, keine mehr zu kaufen. So habe ich mir in den letzten Tagen die Frühlingsblüher während der Erfüllung der sportlichen Indoorpflichten als Hauptdarsteller in dieser sechsteiligen Serie angeschaut. Nicht ganz so farbig wie ein bunter Tulpenstrauss, denn nur etwa 20 Minuten von einer Folge sind in Farbe erhalten, obwohl die Serie seinerzeit die erste Farbserie des Deutschen Fernsehens war.
Jetzt schulde ich noch ein paar Sofa-Begriffe. Da wären etwa Sofaturner, Sofatutor, Sofalesungen, Sofakonzerte…
Und mir bleibt zu überlegen - soll ich jetzt wieder mit regelmässigem Bloggen anfangen? Den Blog endlich bei Wordpress fertig einrichten und ihm ein neues Outfit verpassen? Mal schauen, ob hier überhaupt noch jemand vorbeikommt. Da die für die nächsten Wochen und Monate geplanten Besuche von hortikulturellen Veranstaltungen wie Schoppenwihr und Chantilly und spontane Gärtnereibesuche gestrichen sind und frau sich nicht die ganze Zeit nur an die Irlandreise von Anfang Jahr und den Besuch der Schneeglöckchentage in Mannheim mit vielen netten Begegnungen im Februar erinnern kann und will, die Stickgärten aus York bald fertig gestickt sind, müsste sich eigentlich Zeit fürs Geschreibsel finden lassen.
Ach ja, und wie immer habe ich alle in diesem Beitrag erwähnten Titel und Filme selber gekauft und bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet. Bleiben Sie gesund!
21. Oktober 2017
Letzer Eintrag?
Nachdem ich nun mehrfach darauf angesprochen oder besser angeschrieben worden bin, wann denn hier wieder mit Gartenbuchvorstellungen gerechnet werden dürfe, nehme ich mir nun zum ersten Mal seit ungefähr einem halben Jahr wieder einmal die Zeit, ein paar Zeilen für diesen Blog zu verfassen.
Da ich während einer beruflichen Weiterbildung in der Wahl meiner Lektüre rund zwei Jahre deutlich eingeschränkt war, hatte ich nach Schulabschluss vor ziemlich genau einem Jahr richtig Lust, nach dem Weglegen von Manuals und Gesetzestexten endlich wieder zu sofagärtnern und hier darüber zu berichten. Schnell hatte ich Beiträge bis zum Sommerende 2017 vorgebloggt. Nicht nur das Buchgärtnern kam wegen der Schule zu kurz, wegen Zeitmangel habe ich mich natürlich auch nicht um technischen Neuerungen oder um eine längst fällige Layoutanpassung kümmern können und auch Besuche bei anderen Blogs lagen nicht drin.
Nun hatte ich nach den absolvierten Fachprüfungen zwar wieder Zeit, aber nach einigem Hin- und Herüberlegen habe ich mich entschlossen, dass ich diese und meine Energie nicht dafür aufwenden mag, die zuletzt doch deutlich zurückgegangenen Besuchfrequenzen im Blog wieder zum Ansteigen zu bringen. Statt einer in Erwägung gezogenen Ausbildung in Richtung Webdesign habe ich mich deshalb für einen Fernkurs Gartengestaltung angemeldet.
Ich habe meinen Blog immer als Nische gesehen, den man oder meistens frau halt suchen soll, wenn sie ihn finden will. Ich muss damit kein Geld verdienen und wie hier schon mehrfach erwähnt, schreibe ich bevorzugt über Bücher, die ich mir selber ausgewählt und angeschafft habe. Seit Anfang Jahr habe ich mehr als zwei Dutzend Gartenbücher im engeren oder weiteren Sinn gelesen und bei etlichen gedacht, dass sie ausgezeichnet in den Sofagarten passen würden, dem Gedanken aber keine Taten bzw. keine Buchvorstellung folgen lassen und auch konsequent alle Rezensionsanfragen abgelehnt. Zumindest bis auf weiteres wird im Sofagarten also nicht mehr durchgeblüht. Ob diese Blühpause nun temporär oder definitiv ist, mag ich aktuell noch nicht abschliessend entscheiden.
Ich habe mich in den letzten Monaten nicht nur mit Gartenstudienheften herumgeschlagen und Gartenbücher gelesen, sondern Anfang Oktober zum ersten Mal an einer geführten Gartenreise teilgenommen. Dabei habe ich mich tatsächlich so gefühlt, als sei ich direkt in einem opulent bebilderten und gestalteten Gartenbuch gelandet. Mit rund 1’300 Fotos, noch viel mehr Eindrücken und schönen neuen Bekanntschaften mit hoffentlich dem einen oder anderen bleibenden Kontakt zurückgekehrt. Auf der Hinreise zum Busabfahrtsort hatte ich zufällig einen besonders passenden Mitreisenden im Zugabteil: einen 86jährigen Fotografen, der für ein Buch über geheime Gärten in Venedig die Fotos beigesteuert hat.
Einzelne der in Südostengland besuchten der Gärten und/oder deren Gestalter oder Gestalterinnen habe ich hier im Blog auch schon vorgestellt. Einige dieser Posts sind aktuell in der Desktop-Ansicht auf der linken Seite unterhalb dieses Textes in der Rubrik "Beliebte Posts" zu finden (Christopher Lloyd, Beth Chatto und Alan Bloom). Impressionen in Form von Texten und einer richtigen Bilderflut durch Mitreisende lassen sich hier finden, Reiseinformationen von Iris Ney (Iris Ney Gartenreisen) hier. Jetzt, wo dieser 653. Post vielleicht der letzte im Sofagarten ist, muss ich ja nicht noch meine Grundsätze von wegen «keine Fotos» hinterfragen und über Bord werfen…
Nach der Rückkehr aus England musste ich mich erst wieder ein wenig mit meinem kleinen Garten anfreunden. Durch die kürzliche Rodung von zwei buchsgesäumten Rabatten steht mir ein (natürlich relativ!) grosses Stück leeres Land zur Neubepflanzung zur Verfügung, auf dem ich nun einige Ideen umsetzen will, wenn diese ausgereift sind. Und wer weiss, vielleicht packt mich plötzlich der Ehrgeiz, die einst vor einigen Jahren wegen einem mühsamen Stalker reservierte Internet-Domain doch noch zu nutzen.
Nun liste ich ganz wertfrei noch ein paar der Bücher auf, die ich zuletzt gelesen habe:
- Christian Kress: Meine Welt der Stauden
- Jörg Pfenningschmidt und Jonas Reif: Hier wächst nichts - Notizen aus
unseren Gärten
- Ambra Edward: Head Gardeners
- Roy Lancaster: My Life with Plants
- Allan Jenkins: Plot 29 – A Memoir
- Kildare Bourke-Borrowes: Lady Mayo's Garden - The Diary of a Lost 19th
Century Irish Garden
- Meir Shalev: Mein Wildgarten
- Nicole C. Vosseler: Der englische Botaniker
- Siri Mitchell: Charlotte und die Sprache der Blumen
- Sissi Flegel: Vier Frauen und ein Garten
- Bruno Vincent: Five Lose Dad in the Garden Center
- Peggy Langhans: Der gefundene Garten
- Sandra Knauf: Zera and the Green Man
- Julie Leuze: Ein Garten voller Sommerkräuter
- Sarah Morgan: Ein Sommergarten in Manhattan
- Martina Sahler und Hendrik Gruner: Die Tulpenkönigin
- Martina Sahler und Hendrik Gruner: Der Zorn der Tulpenkönigin
- Frankie Bow: The Black Thumb
- Cristina Caboni: Die Oleanderschwestern
- Saskia Louis: Band 1, Band 2 und Band 3 der Louisa Manu-Reihe
- Jane Corry: Der Garten über dem Meer
- Nelly Cornelius: Orchideenpoker
Da ich während einer beruflichen Weiterbildung in der Wahl meiner Lektüre rund zwei Jahre deutlich eingeschränkt war, hatte ich nach Schulabschluss vor ziemlich genau einem Jahr richtig Lust, nach dem Weglegen von Manuals und Gesetzestexten endlich wieder zu sofagärtnern und hier darüber zu berichten. Schnell hatte ich Beiträge bis zum Sommerende 2017 vorgebloggt. Nicht nur das Buchgärtnern kam wegen der Schule zu kurz, wegen Zeitmangel habe ich mich natürlich auch nicht um technischen Neuerungen oder um eine längst fällige Layoutanpassung kümmern können und auch Besuche bei anderen Blogs lagen nicht drin.
Nun hatte ich nach den absolvierten Fachprüfungen zwar wieder Zeit, aber nach einigem Hin- und Herüberlegen habe ich mich entschlossen, dass ich diese und meine Energie nicht dafür aufwenden mag, die zuletzt doch deutlich zurückgegangenen Besuchfrequenzen im Blog wieder zum Ansteigen zu bringen. Statt einer in Erwägung gezogenen Ausbildung in Richtung Webdesign habe ich mich deshalb für einen Fernkurs Gartengestaltung angemeldet.
Ich habe meinen Blog immer als Nische gesehen, den man oder meistens frau halt suchen soll, wenn sie ihn finden will. Ich muss damit kein Geld verdienen und wie hier schon mehrfach erwähnt, schreibe ich bevorzugt über Bücher, die ich mir selber ausgewählt und angeschafft habe. Seit Anfang Jahr habe ich mehr als zwei Dutzend Gartenbücher im engeren oder weiteren Sinn gelesen und bei etlichen gedacht, dass sie ausgezeichnet in den Sofagarten passen würden, dem Gedanken aber keine Taten bzw. keine Buchvorstellung folgen lassen und auch konsequent alle Rezensionsanfragen abgelehnt. Zumindest bis auf weiteres wird im Sofagarten also nicht mehr durchgeblüht. Ob diese Blühpause nun temporär oder definitiv ist, mag ich aktuell noch nicht abschliessend entscheiden.
Ich habe mich in den letzten Monaten nicht nur mit Gartenstudienheften herumgeschlagen und Gartenbücher gelesen, sondern Anfang Oktober zum ersten Mal an einer geführten Gartenreise teilgenommen. Dabei habe ich mich tatsächlich so gefühlt, als sei ich direkt in einem opulent bebilderten und gestalteten Gartenbuch gelandet. Mit rund 1’300 Fotos, noch viel mehr Eindrücken und schönen neuen Bekanntschaften mit hoffentlich dem einen oder anderen bleibenden Kontakt zurückgekehrt. Auf der Hinreise zum Busabfahrtsort hatte ich zufällig einen besonders passenden Mitreisenden im Zugabteil: einen 86jährigen Fotografen, der für ein Buch über geheime Gärten in Venedig die Fotos beigesteuert hat.
Einzelne der in Südostengland besuchten der Gärten und/oder deren Gestalter oder Gestalterinnen habe ich hier im Blog auch schon vorgestellt. Einige dieser Posts sind aktuell in der Desktop-Ansicht auf der linken Seite unterhalb dieses Textes in der Rubrik "Beliebte Posts" zu finden (Christopher Lloyd, Beth Chatto und Alan Bloom). Impressionen in Form von Texten und einer richtigen Bilderflut durch Mitreisende lassen sich hier finden, Reiseinformationen von Iris Ney (Iris Ney Gartenreisen) hier. Jetzt, wo dieser 653. Post vielleicht der letzte im Sofagarten ist, muss ich ja nicht noch meine Grundsätze von wegen «keine Fotos» hinterfragen und über Bord werfen…
Nach der Rückkehr aus England musste ich mich erst wieder ein wenig mit meinem kleinen Garten anfreunden. Durch die kürzliche Rodung von zwei buchsgesäumten Rabatten steht mir ein (natürlich relativ!) grosses Stück leeres Land zur Neubepflanzung zur Verfügung, auf dem ich nun einige Ideen umsetzen will, wenn diese ausgereift sind. Und wer weiss, vielleicht packt mich plötzlich der Ehrgeiz, die einst vor einigen Jahren wegen einem mühsamen Stalker reservierte Internet-Domain doch noch zu nutzen.
Nun liste ich ganz wertfrei noch ein paar der Bücher auf, die ich zuletzt gelesen habe:
- Christian Kress: Meine Welt der Stauden
- Jörg Pfenningschmidt und Jonas Reif: Hier wächst nichts - Notizen aus
unseren Gärten
- Ambra Edward: Head Gardeners
- Roy Lancaster: My Life with Plants
- Allan Jenkins: Plot 29 – A Memoir
- Kildare Bourke-Borrowes: Lady Mayo's Garden - The Diary of a Lost 19th
Century Irish Garden
- Meir Shalev: Mein Wildgarten
- Nicole C. Vosseler: Der englische Botaniker
- Siri Mitchell: Charlotte und die Sprache der Blumen
- Sissi Flegel: Vier Frauen und ein Garten
- Bruno Vincent: Five Lose Dad in the Garden Center
- Peggy Langhans: Der gefundene Garten
- Sandra Knauf: Zera and the Green Man
- Julie Leuze: Ein Garten voller Sommerkräuter
- Sarah Morgan: Ein Sommergarten in Manhattan
- Martina Sahler und Hendrik Gruner: Die Tulpenkönigin
- Martina Sahler und Hendrik Gruner: Der Zorn der Tulpenkönigin
- Frankie Bow: The Black Thumb
- Cristina Caboni: Die Oleanderschwestern
- Saskia Louis: Band 1, Band 2 und Band 3 der Louisa Manu-Reihe
- Jane Corry: Der Garten über dem Meer
- Nelly Cornelius: Orchideenpoker
8. September 2017
Kate Kerrigan: The Lost Garden
Im Sommer 1942 darf die sechzehnjährige Irin Aileen Doherty zum ersten Mal mit ihrem Vater und den beiden Brüdern nach Schottland fahren, um dort während drei Monaten beim Kartoffelanbau Geld zu verdienen. Bis anhin hat sie ihre kleine, enge Welt nur in ihrer Phantasie beim Lesen der immer gleichen Bücher verlassen. Vor der Abreise stellt sie pflichtbewusst sicher, dass ihre geliebten Pflanzen und die Töpfe mit den frisch gesetzten Samen, die sie am Strand gefunden hat, soweit möglich gut versorgt sind. Ob das Grünzeug ihre lange Abwesenheit ohne Verluste überstehen wird?
Schon auf der Überfahrt lernt sie den neunzehnjährigen Jimmy Walsh kennen, der sich sofort in die rothaarige Aileen verliebt, obwohl Rothaarige Unglück bringen sollen. Er hängt sich sofort ziemlich aufdringlich an die junge Frau. Sie fühlt sich zunächst auch bedrängt. Da sie sich aber den Umgang mit Frauen nicht gewohnt ist und keinen rechten Draht zu den anderen weiblichen Mitreisenden findet, ist sie binnem kurzem um Jimmys Aufmerksamkeit froh und sie beginnt schon bald, seine Gefühle zu erwidern.
Ein schweres Unglück erstickt die aufkeimende Liebe, welche die harte Arbeit auf den Feldern viel besser hat ertragen lassen. Zehn irische Männer kommen ums Leben, darunter Aileens Vater und ihre beiden Brüder. Jimmy wird beim Versuch, die Männer aus dem brennenden Gebäude zu retten, schwer verletzt. Die Wege der beiden jungen Leute trennen sich – Aileen kehrt in ihr Heimatdorf zurück und Jimmy liegt lange in einem Spital und kämpft ums Überleben.
Aileen versinkt in Schmerz und Trauer. Sie weiss nicht, ob Jimmy überhaupt noch lebt und sie will es auch gar nicht wissen, um nicht auch noch dieser Hoffnung, dieses Traums beraubt zu werden. Auf den nächsten Schicksalsschlag muss sie auch so nicht lange warten. Ihre Mutter scheint den Verlust ihres Mannes und der beiden Söhne recht schnell weggesteckt zu haben. Sie verlässt die Insel, lässt ihre Tochter zurück, heiratet schon kurz darauf und wird erneut Mutter. Nicht einmal die Samen vom Strand, die inzwischen gekeimt sind, mögen das Interesse von Aileen wecken. Wieso leben die Pflanzen und ihr Vater und ihre beiden Brüder sind tot? Die junge Frau hat die Freude am Gärtnern verloren.
Das Leben geht weiter und Aileen lebt inzwischen bei einem benachbarten Farmer, der die kleinen Kinder seines verwitweten Bruders aufzieht und sie übernimmt Aufgaben im Haushalt. Jimmy seinerseits zieht es nach London, wo er sein schwer verunstaltetes Gesicht wieder herstellen lassen will. Dazu muss er viel Geld verdienen und eine Gesichtsoperation durchführen lassen. Um Aileen seinen momentanen Anblick und sich ihre Reaktion darauf zu ersparen, will er erst anschliessend mit ihr Kontakt aufnehmen.
Jimmy findet rasch einen gut bezahlten Job, verschliesst aber die Augen vor den Tatsachen, worum es sich bei seiner Tätigkeit genau handelt. Als er sich den Gegebenheiten endlich stellt, ist es schon fast zu spät. Aileen entdeckt derweilen einen verlassenen, völlig vernachlässigten Garten, in dem schon längst die Natur das Zepter übernommen hat. Die ganze Anlage samt Statuen ist von Unkraut überwuchert, doch die junge Frau ist überwältigt vom Anblick, der sich ihr bietet. In der Folge geht sie immer öfter in diesen längst aufgegebenen Garten und vollbringt wahre Wunder. Bald wird sie unterstützt von Frauen aus dem Dorf, die ebenfalls ihre Väter, Männer und Brüder verloren haben.
Die vielen Lücken, die sich nach dem Jäten auftun, füllt Aileen mit riesigen Mengen von in der Umgebung ausgegrabenen und mit Stecklingen vermehrten einheimischen Gewächsen. Das wenige ihr zur Verfügung stehende Geld, investiert sie in exotische Sämereien, die sie im Treibhaus, zum Keimen bringt. Ihre praktischen Erfahrungen ergänzt sie mit der intensiven Lektüre von «The Ladies Companion» und «The Obeserver’s Book of British Wild Flowers».
Bald kennt Aileen sich ausgezeichnet mit Pflanzen und deren Bedürfnissen aus. Ein Rätsel bleibt, um welche Pflanzen es sich handelt, die aus den am Strand gefundenen Samen gewachsen sind. Deren Gedeihen scheint mit dem Befinden der Hinterbliebenen zusammenzuhängen, was der zu Rate gezogene Botaniker französischer Herkunft aus dem Botanischen Garten in Dublin kategorisch ausschliesst. Der Franzose und Aileen verstehen sich ausgezeichnet und ergänzen sich in hortikultureller Sicht ausgezeichnet. Trotzdem kann Aileen ganz im innersten nicht verleugnen, dass ihre wirklichen Sehnsüchte nur durch einen anderen Mann erfüllt werden können.
Kate Kerrigan:
The Lost Garden
Pan Books, 2014
Schon auf der Überfahrt lernt sie den neunzehnjährigen Jimmy Walsh kennen, der sich sofort in die rothaarige Aileen verliebt, obwohl Rothaarige Unglück bringen sollen. Er hängt sich sofort ziemlich aufdringlich an die junge Frau. Sie fühlt sich zunächst auch bedrängt. Da sie sich aber den Umgang mit Frauen nicht gewohnt ist und keinen rechten Draht zu den anderen weiblichen Mitreisenden findet, ist sie binnem kurzem um Jimmys Aufmerksamkeit froh und sie beginnt schon bald, seine Gefühle zu erwidern.
Ein schweres Unglück erstickt die aufkeimende Liebe, welche die harte Arbeit auf den Feldern viel besser hat ertragen lassen. Zehn irische Männer kommen ums Leben, darunter Aileens Vater und ihre beiden Brüder. Jimmy wird beim Versuch, die Männer aus dem brennenden Gebäude zu retten, schwer verletzt. Die Wege der beiden jungen Leute trennen sich – Aileen kehrt in ihr Heimatdorf zurück und Jimmy liegt lange in einem Spital und kämpft ums Überleben.
Aileen versinkt in Schmerz und Trauer. Sie weiss nicht, ob Jimmy überhaupt noch lebt und sie will es auch gar nicht wissen, um nicht auch noch dieser Hoffnung, dieses Traums beraubt zu werden. Auf den nächsten Schicksalsschlag muss sie auch so nicht lange warten. Ihre Mutter scheint den Verlust ihres Mannes und der beiden Söhne recht schnell weggesteckt zu haben. Sie verlässt die Insel, lässt ihre Tochter zurück, heiratet schon kurz darauf und wird erneut Mutter. Nicht einmal die Samen vom Strand, die inzwischen gekeimt sind, mögen das Interesse von Aileen wecken. Wieso leben die Pflanzen und ihr Vater und ihre beiden Brüder sind tot? Die junge Frau hat die Freude am Gärtnern verloren.
Das Leben geht weiter und Aileen lebt inzwischen bei einem benachbarten Farmer, der die kleinen Kinder seines verwitweten Bruders aufzieht und sie übernimmt Aufgaben im Haushalt. Jimmy seinerseits zieht es nach London, wo er sein schwer verunstaltetes Gesicht wieder herstellen lassen will. Dazu muss er viel Geld verdienen und eine Gesichtsoperation durchführen lassen. Um Aileen seinen momentanen Anblick und sich ihre Reaktion darauf zu ersparen, will er erst anschliessend mit ihr Kontakt aufnehmen.
Jimmy findet rasch einen gut bezahlten Job, verschliesst aber die Augen vor den Tatsachen, worum es sich bei seiner Tätigkeit genau handelt. Als er sich den Gegebenheiten endlich stellt, ist es schon fast zu spät. Aileen entdeckt derweilen einen verlassenen, völlig vernachlässigten Garten, in dem schon längst die Natur das Zepter übernommen hat. Die ganze Anlage samt Statuen ist von Unkraut überwuchert, doch die junge Frau ist überwältigt vom Anblick, der sich ihr bietet. In der Folge geht sie immer öfter in diesen längst aufgegebenen Garten und vollbringt wahre Wunder. Bald wird sie unterstützt von Frauen aus dem Dorf, die ebenfalls ihre Väter, Männer und Brüder verloren haben.
Die vielen Lücken, die sich nach dem Jäten auftun, füllt Aileen mit riesigen Mengen von in der Umgebung ausgegrabenen und mit Stecklingen vermehrten einheimischen Gewächsen. Das wenige ihr zur Verfügung stehende Geld, investiert sie in exotische Sämereien, die sie im Treibhaus, zum Keimen bringt. Ihre praktischen Erfahrungen ergänzt sie mit der intensiven Lektüre von «The Ladies Companion» und «The Obeserver’s Book of British Wild Flowers».
Bald kennt Aileen sich ausgezeichnet mit Pflanzen und deren Bedürfnissen aus. Ein Rätsel bleibt, um welche Pflanzen es sich handelt, die aus den am Strand gefundenen Samen gewachsen sind. Deren Gedeihen scheint mit dem Befinden der Hinterbliebenen zusammenzuhängen, was der zu Rate gezogene Botaniker französischer Herkunft aus dem Botanischen Garten in Dublin kategorisch ausschliesst. Der Franzose und Aileen verstehen sich ausgezeichnet und ergänzen sich in hortikultureller Sicht ausgezeichnet. Trotzdem kann Aileen ganz im innersten nicht verleugnen, dass ihre wirklichen Sehnsüchte nur durch einen anderen Mann erfüllt werden können.
Kate Kerrigan:
The Lost Garden
Pan Books, 2014
1. September 2017
Liz Fenwick: Ein Garten in Cornwall
Die Gärten von Boscawen wurden einst von Mitgliedern der Familie Tregan angelegt. Pflanzen aus dem Nahen Osten, Australien und Afrika haben hier eine neue Heimat gefunden. Weit herum als Wahrzeichen von Boscacwen galten die einst als Samen aus Down Under mitgebrachten in einem aussergewöhnlichen Blau leuchtenden Schmucklilien. Doch nachdem das Anwesen den Besitzer gewechselt hat, wurde die Umgebung vernachlässigt. Viele botanische Schätze sind inzwischen verwildert oder definitiv verschwunden und der versunkene Garten im italienischen Still ist völlig überwuchert.
Die letzte Tregan ist die auf Boscawen aufgewachsene heute sechzigjährige Victoria, die sich zu einem grossen Teil über ihren makellosen, attraktiven Körper definiert. Seit vier Jahrzehnten ist sie mit Charles verheiratet, den sie respektiert, aber nicht liebt und bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit meist deutlich jüngeren Männern betrügt. Ihre Leidenschaft und ihr Hauptinteresse gilt aber den Gärten rund um Boscawen, die sie unbedingt wieder in genau der Pracht blühen sehen will, wie es in ihrer Kindheit der Fall war. Als Frau durfte sie nicht als Schwimmerin an der Olympiade teilnehmen, nicht in Oxford studieren und Kinder waren ihr auch nicht vergönnt. Und natürlich durfte sie auch das seit vielen Jahren in Familienbesitz befindliche Boscawen nicht erben, so dass es nach dem frühen Tod ihres Bruders von deren Frau verkauft werden konnte. Charles hat ihr während der langen Ehe nicht nur einen angenehmen Lebensstandard geboten, sondern auch ihrem Wunsch entsprechend das Anwesen wieder zurückgekauft.
Nun ist sie nach dem tödlichen Autounfall ihres Mannes plötzlich Witwe. Zwar bedrücken sie Schuldgefühle und sie vermisst Charles mehr als sie erwartet hat, doch sie beginnt sofort enthusiastisch Gartenpläne zu schmieden und freut sich, mit der Planung und Restaurierung endlich richtig loslegen zu können. Gemäss Ihren Vorstellungen muss der Garten wieder genau wie früher werden, weshalb sie schon einmal Hunderte Apfelbäume bestellt. Doch diese Aktion erscheint bereits genau so sinnlos, als die Pflanzen geliefert werden, wie sich ihre Zeichnungen schon während der Testamentseröffnung als potentielle Makulatur entpuppen.
Victoria ist nämlich nicht wie von ihr erwartet als Alleinerbin eingesetzt. Sie muss sich mit Charles' unehelichen Tochter Demi auseinandersetzten, von der sie bis zu diesem Tag nichts gewusst hat und sie muss mit dieser Frau teilen, was in letzter Zeit nicht verspekuliert worden oder grosszügig an wohltätige Organisationen gegangen ist. Da die ihr zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht für die Alleinherrschaft geschweigen denn eine Auszahlung der Miterbin ausreichen, muss sich Victoria mit der unbekannten Miterbin einigen oder das Anwesen verkaufen. Schon einmal hat Victoria Boscawen verloren. Soll ihr dieses Schicksal nochmals widerfahren? In ihr sträubt sich alles gegen diese Möglichkeit. Doch wer ist überhaupt diese junge Frau, die Victorias Ziel im Weg steht, die von ihren Vorfahren angelegten Gärten wieder zum Blühen zu bringen?
Demi ist recht klein, weshalb die ausgebildete Architektin oft unterschätzt oder schlichtweg übergangen wird. Ihre Körpergrösse ist aber im Moment ihr kleinstes Problem. Vor ein paar Wochen ist völlig unerwartet ihre Mutter gestorben und nun hat die Mitzwanzigerin auch noch den dringend benötigten Job im Anschluss an ihr Praktikum nicht ergattern können. Und nachdem ihr Freund Matt ihr Vertrauen wiederholt missbraucht hat, hat sie sich von diesem getrennt und hat nun kein Dach mehr über dem Kopf. In ihrer Not fährt sie nach Cornwall und sucht bei ihrem Grossvater Unterschlupf.
Hier findet sie heraus, dass ihr Vater nicht, wie von ihrer Mutter gesagt, schon lange tot ist, sondern ganz in der Nähe lebt und sogar an der Beerdigung ihrer Mutter teilgenommen hat. Doch bevor sie sich an diesen Gedanken gewöhnen kann und bereit für ein Treffen ist, muss sie erfahren, dass er tödlich verunglückt ist. Mit dem Erbe ihres Vaters scheinen wenigstens ihre finanziellen Probleme gelöst. Doch gleichzeitig hat sie von ihrem Vater eine riesige Verantwortung aufgebürdet bekommen.
Demi zieht nach Boscawen und findet rasch heraus, dass Charles’ Witwe eine sehr schwierige Frau ist. Dazu kommen immer wieder Flahsbacks, welche die junge Frau verunsichern. Wiederholt stösst sie auf Orte in der Umgebung, bei denen sie glaubt, diese zu kennen. Ihre Erinnerungen an die früheste Kindheit sind aber seit einer schweren Erkankung als kleines Mädchen wie ausgelöscht. Unterstützung in ihrer Entscheidungsfindung erhält sie vom australischen Gärtner Sam, der seinerseits ein Geheimnis um seine Herkunft zu machen scheint.
Können sich die beiden unterschiedlichen Frauen zusammenraufen? Haben die vorgesehenen Umbaupläne eine Chance? Sams Apfelbaumkonzept findet Victorias Zustimmung. Doch mit dem Gedanken, die Hauptverantwortung für den geplanten Innenumbau der jungen Architektin Demi anzuvertrauen, will sie sich nicht anfreunden.
Die Handlung des Romans ist weitgehend vorhersehbar. Als ärgerlich und dem Lesefluss abträglich empfand ich die durchgehend fehlenden, visuellen Abgrenzungen zwischen den einzelnen Erzählebenen, wenn zwischen der Sicht von Victoria und Demi gewechselt wird.
Liz Fenwick:
Ein Garten in Cornwall
Wilhelm Goldmann Verlag, 2016
Die letzte Tregan ist die auf Boscawen aufgewachsene heute sechzigjährige Victoria, die sich zu einem grossen Teil über ihren makellosen, attraktiven Körper definiert. Seit vier Jahrzehnten ist sie mit Charles verheiratet, den sie respektiert, aber nicht liebt und bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit meist deutlich jüngeren Männern betrügt. Ihre Leidenschaft und ihr Hauptinteresse gilt aber den Gärten rund um Boscawen, die sie unbedingt wieder in genau der Pracht blühen sehen will, wie es in ihrer Kindheit der Fall war. Als Frau durfte sie nicht als Schwimmerin an der Olympiade teilnehmen, nicht in Oxford studieren und Kinder waren ihr auch nicht vergönnt. Und natürlich durfte sie auch das seit vielen Jahren in Familienbesitz befindliche Boscawen nicht erben, so dass es nach dem frühen Tod ihres Bruders von deren Frau verkauft werden konnte. Charles hat ihr während der langen Ehe nicht nur einen angenehmen Lebensstandard geboten, sondern auch ihrem Wunsch entsprechend das Anwesen wieder zurückgekauft.
Nun ist sie nach dem tödlichen Autounfall ihres Mannes plötzlich Witwe. Zwar bedrücken sie Schuldgefühle und sie vermisst Charles mehr als sie erwartet hat, doch sie beginnt sofort enthusiastisch Gartenpläne zu schmieden und freut sich, mit der Planung und Restaurierung endlich richtig loslegen zu können. Gemäss Ihren Vorstellungen muss der Garten wieder genau wie früher werden, weshalb sie schon einmal Hunderte Apfelbäume bestellt. Doch diese Aktion erscheint bereits genau so sinnlos, als die Pflanzen geliefert werden, wie sich ihre Zeichnungen schon während der Testamentseröffnung als potentielle Makulatur entpuppen.
Victoria ist nämlich nicht wie von ihr erwartet als Alleinerbin eingesetzt. Sie muss sich mit Charles' unehelichen Tochter Demi auseinandersetzten, von der sie bis zu diesem Tag nichts gewusst hat und sie muss mit dieser Frau teilen, was in letzter Zeit nicht verspekuliert worden oder grosszügig an wohltätige Organisationen gegangen ist. Da die ihr zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht für die Alleinherrschaft geschweigen denn eine Auszahlung der Miterbin ausreichen, muss sich Victoria mit der unbekannten Miterbin einigen oder das Anwesen verkaufen. Schon einmal hat Victoria Boscawen verloren. Soll ihr dieses Schicksal nochmals widerfahren? In ihr sträubt sich alles gegen diese Möglichkeit. Doch wer ist überhaupt diese junge Frau, die Victorias Ziel im Weg steht, die von ihren Vorfahren angelegten Gärten wieder zum Blühen zu bringen?
Demi ist recht klein, weshalb die ausgebildete Architektin oft unterschätzt oder schlichtweg übergangen wird. Ihre Körpergrösse ist aber im Moment ihr kleinstes Problem. Vor ein paar Wochen ist völlig unerwartet ihre Mutter gestorben und nun hat die Mitzwanzigerin auch noch den dringend benötigten Job im Anschluss an ihr Praktikum nicht ergattern können. Und nachdem ihr Freund Matt ihr Vertrauen wiederholt missbraucht hat, hat sie sich von diesem getrennt und hat nun kein Dach mehr über dem Kopf. In ihrer Not fährt sie nach Cornwall und sucht bei ihrem Grossvater Unterschlupf.
Hier findet sie heraus, dass ihr Vater nicht, wie von ihrer Mutter gesagt, schon lange tot ist, sondern ganz in der Nähe lebt und sogar an der Beerdigung ihrer Mutter teilgenommen hat. Doch bevor sie sich an diesen Gedanken gewöhnen kann und bereit für ein Treffen ist, muss sie erfahren, dass er tödlich verunglückt ist. Mit dem Erbe ihres Vaters scheinen wenigstens ihre finanziellen Probleme gelöst. Doch gleichzeitig hat sie von ihrem Vater eine riesige Verantwortung aufgebürdet bekommen.
Demi zieht nach Boscawen und findet rasch heraus, dass Charles’ Witwe eine sehr schwierige Frau ist. Dazu kommen immer wieder Flahsbacks, welche die junge Frau verunsichern. Wiederholt stösst sie auf Orte in der Umgebung, bei denen sie glaubt, diese zu kennen. Ihre Erinnerungen an die früheste Kindheit sind aber seit einer schweren Erkankung als kleines Mädchen wie ausgelöscht. Unterstützung in ihrer Entscheidungsfindung erhält sie vom australischen Gärtner Sam, der seinerseits ein Geheimnis um seine Herkunft zu machen scheint.
Können sich die beiden unterschiedlichen Frauen zusammenraufen? Haben die vorgesehenen Umbaupläne eine Chance? Sams Apfelbaumkonzept findet Victorias Zustimmung. Doch mit dem Gedanken, die Hauptverantwortung für den geplanten Innenumbau der jungen Architektin Demi anzuvertrauen, will sie sich nicht anfreunden.
Die Handlung des Romans ist weitgehend vorhersehbar. Als ärgerlich und dem Lesefluss abträglich empfand ich die durchgehend fehlenden, visuellen Abgrenzungen zwischen den einzelnen Erzählebenen, wenn zwischen der Sicht von Victoria und Demi gewechselt wird.
Liz Fenwick:
Ein Garten in Cornwall
Wilhelm Goldmann Verlag, 2016
22. August 2017
Marty Wingate: Potting Shed Mysteries
Die Amerikanerin Marty Wingate leitet Gartenreisen nach England und verfasst einerseits „normale“ Gartenbücher wie „The Big Book of Northwest Perennials: Choosing - Growing – Tending“. Das Mitglied von „Sisters in Crime“ schreibt aber auch Gartenkrimis, die unter der Reihe „Potting Shed Mysteries“ erscheinen. Bis dato sind deren fünf erhältlich.
The Garden Plot
The Red Book of Primerose House
Between a Rock an an Hard Place
The Skeleton Garden
The Bluebonnet Betrayal
The Garden Plot
The Red Book of Primerose House
Between a Rock an an Hard Place
The Skeleton Garden
The Bluebonnet Betrayal
15. August 2017
LaRee Bryant: Poppy Green Mysteries
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