5. Mai 2010

Heckenschüsse und Heckengeflüster

Im Büchlein „Heckengeflüster“ erwartet Sie Bösartiges aus dem geplagten Leben einer Londoner Gärtnerin in einer hübschen Verpackung in witziger Form zu Papier gebracht. Übles gibt’s da einiges, wie beispielsweise Kinder, die Rosen zerhacken oder Bauarbeiter, die Abfall durch die Äste der Linden schmeissen. Auch Nachbarn, Hunde, Passanten und Touristen zählen zu den Plagen einer Gärtnerin in der englischen Hauptstadt und kriegen ihr Fett ab. Doch nicht nur daheim, auch in fremden Gärten stösst die Autorin auf unliebsame Überraschungen wie fette Efeuarme, die sich in einer Gartenwirtschaft um die Hälse der Kundschaft winden.

Sind Londoner Kinder, Nachbarn, Bauarbeiter und Touristen wirklich so schlimm? Jedenfalls ist das Büchlein trotz den manchmal arg negativen Anspielungen eine sehr amüsante Lektüre, in welcher die Liebe der Autorin für ihren Garten und ihre Fachkenntnisse nicht nur zwischen den Zeilen durchschimmern. Bleibt zu hoffen, dass Ihre Nachbarn nicht zu den im Büchlein erwähnten Sorte gehören. Falls doch das eine oder andere beschriebene Ärgernis auf Ihre Verhältnisse zutreffen sollte, sind Sie ja vielleicht nach dem Lesen der teilweise bitterbösen Zeilen mit Ihrer Umgebung (wieder) etwas versöhnt, weil Sie sich zumindest in guter Gesellschaft befinden.

Die englische Version „The Revolting Garden“ ist übrigens schon länger nur noch relativ schwierig antiquarisch zu ergattern. Diese deutsche Ausgabe habe ich im Sofagarten bereits vor ein paar Wochen einmal kurz erwähnt, weil ich beim Auspacken derselben in Anbetracht des Kaufpreises vom Miniformat negativ überrascht war. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Preis an der oberen Schmerzgrenze liegt, das Geschriebene war aber jeden Franken wert. Nach der Lektüre mag der Leser ahnen, warum die Gartengeschichten der Autorin unter einem Pseudonym veröffentlicht worden sind …



Rose Blight / Germaine Greer:
Heckengeflüster
Schöffling & Co., 2010

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