7. September 2014

Daniel J. Hinkley – The Explorer’s Garden

Da ich ja nun keine oder zumindest deutlich weniger Zeit zum Sofagärtnern habe, picke ich mir aktuell vermehrt Bücher aus dem Gestell, die ich schon lange lesen wollte, deren Lektüre ich aber aus verschiedenen Gründen immer wieder vertagt habe. Und solche gibt es viele – sowohl Bücher als auch Gründe…

Inzwischen habe ich auch die Abstände zwischen den neuen Posts nochmals deutlich vergrössert, so dass ich bei Intervallen von zwei Wochen nun bereits bis Ende März 2015 vorgebloggt habe. Danach werde ich wohl gelegentlich ältere Artikel über lesenswerte Bücher aus meiner Blogger-Anfangs-Zeit nochmals posten, damit es hier nicht ganz still wird. Schliesslich ist der Leserstamm permanent gewachsen und aufgrund der Statistiken kann ich darauf schliessen, dass eher wenige Zugriffe auf  diese Beiträge stattfinden und nur wenige neue Leser die einzelnen Artikel durchklicken. Aber nun zur Buchvorstellung:

Daniel J. Hinkley hat schon in Japan, China, Südkorea, Nepal, Chile und Nordamerika nach grünen Schätzen gesucht. Da diese Publikation aus dem Jahr 1999 stammt, sind inzwischen wohl noch weitere Jagdgebiete dazugekommen. In 28 Kapiteln werden auf rund 350 Seiten Stauden und ihre Lebensräume vorgestellt: Leberblümchen (Hepatica), Wiesenraute (Thalictrum), Lerchensporn (Corydalis), Mammutblatt (Gunnera), Silberkerze (Cicmicifuga) und Elfenblumen (Epimedium) um nur einige zu nennen. … Dabei konzentriert sich der vielseitig interessierte, engagierte und mehrfach ausgezeichnete „Plantsman“ bewusst auf wenige Pflanzen, die er selber bewundert und die nach seinem Empfinden zu wenig verwendet und gewürdigt werden (nicht vergessen: Stand 1999!).

Die Bedürfnisse einer Pflanze können besser verstanden werden, wenn der Gärtner ihren Naturstandort kennt; entweder aus Fachlektüre oder sogar aus eigener Anschauung. Der weitherum gekommene Hinkley kann diesbezüglich aus einem schier unerschöpflichen Fundus schöpfen und teilt sein Wissen und seine Erfahrung grosszügig mit dem interessierten Leser. Nicht nur Erfreuliches, auch Enttäuschungen werden thematisiert. Etwa jene, wenn er glaubt, eine tolle Entdeckung gemacht zu haben, nur um festzustellen, dass im Botanischen Garten bereits prächtige Exemplare derselben Pflanze wachsen.

Überhaupt sind in diesem Buch sind nicht nur die Pflanzen und ihre Bedürfnisse wichtig. Viel Raum wird auch Freunden und anderen wichtigen Begleitern eingeräumt. Verschiedentlich pflanzt der Autor Gewächse nicht nur ihrer selber willen, sondern wegen des Namens, den sie tragen, oder weil diese ihn an bestimmte liebe Menschen erinnern. So stösst man während dem Seitenumblättern immer wieder auf bekannte Namen wie beispielsweise Helen Dillion, Rosemary Verey oder Allan Bloom und das Vorwort hat Roy Lancaster verfasst. Und in den Augen von Ms. Doncaster, der Namensgeberin von Geranium sylvaticum „Amy Doncaster“ stellt Hinkley die gleiche Freude fest, welche die ihr gewidmete Pflanze verbreitet.

Die Texte über die einzelnen Staudenfamilien werden jeweils mit ausführlichen Angaben zu Winterhärte, Kultivierung und Vermehrung ergänzt. Im Serviceteil finden sich zusätzlich eine Karte mit den einzelnen Winterhärtebereichen (leider nur für Nordamerika) sowie Bezugsquellen, ein Glossar, weitergehende Literaturhinweise und ein Pflanzenregister. Die Publikation ist reich bebildert mit Fotos von Lynne Harrison. Der Leser kann aber nicht von jeder vorgestellten Pflanze eine Aufnahme erwarten.

Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass es etliche „Asarümer“ (Asarum, Haselwurz) gibt, die ich gerne im eigenen Garten ansiedeln würde. Wohlwissend, dass der hier vorliegende Lebensraum nicht optimal ist. Aber in meiner Vorstellung würden diese eine visuell harmonische Ergänzung zu den sich immer schöner vermehrenden Cyclamen darstellen. Der Autor teilt meine Begeisterung für Asarum übrigens nicht. Er ist oder war zumindest lange Zeit kein grosser Freund dieser Bodendecker. Aber er hat irgendwann seine Meinung geändert und schreibt im Buch von über 100 Spezies mit einem grossen Potential...



Daniel J. Hinkley: 
The Explorer’s Garden – Rare and unusual Perennials 
Timber Presss, 2009

1 Kommentar:

  1. Oh, das klingt genau nach meinem Thema, und Englisch les ich sowieso gern.
    Danke für's Vorstellen!
    VG
    Elke

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