8. November 2010

Die Tochter des Webers

Holland – Ende des 16. Jahrhunderts: Während sich im Garten der Familie Fromenteel der junge Gärtner Jan an einem schönen Vorfrühlingstag um die Kräuter- und Buchsbaumornamente kümmert, verhandelt drinnen im Haus Cornelis Fromenteel über die Zukunft seiner Tochter Anna. Der flämische Tuchhändler lebt über seine Verhältnisse; sein Vermögen und seine Ausgaben übersteigen seine Möglichkeiten und er sucht verzweifelt einen Weg, um sein standesgemässes Haus nicht aufgeben zu müssen. Als letzten Ausweg aus seiner Misere sieht Fromenteel die Verheiratung von Anna mit seinem künftigen Geschäftspartner Otto de Hane, einem reichen, alten Witwer.

Anna hingegen möchte ihre heimliche Liebe Jan heiraten sobald dieser genügend Geld gespart hat, um ihr eine angemessene Zukunft bieten zu können. Die väterlichen Verhandlungen über die Eheschliessung mit de Hane veranlassen die beiden jungen Leute, Holland überstürzt zu verlassen und in England ihr Glück zu suchen.

Der Neuanfang im neuen Land erweist sich als schwierig. Während Jan eine gut bezahlte Stelle als Gärtner antreten kann, findet Anna Aufnahme im Haushalt des flämischen Pfarrers, der ihr von Beginn an nachstellt. Als die Situation für Anna unerträglich wird, flüchtet sie aus dem Haus. Danach ergibt sich für die gemeinsame Zukunft von Anna und Jan unerwartet eine Wendung zum Guten: die beiden jungen Leute können endlich heiraten und Jans Arbeitgeber stellt ihnen ein kleines Häuschen als Heim zu Verfügung. Schon bald erwarten die beiden freudig ihr erstes Kind. Wenige Wochen vor der Geburt wird Jan von seinem Arbeitgeber nach Holland geschickt, um Tulpenzwiebeln für den prächtigen Garten zu kaufen. Auf der Rückreise erkrankt der Gärtner schwer und stirbt noch auf dem Schiff.

Der beeindruckende von Jan für seinen Meister angelegten Garten wird häufig detailliert beschrieben und spielt auch nach Jans Tod gelegentlich eine wichtige Rolle.



Elizabeth Jeffrey:
Die Tochter des Webers
Mira Taschenbuch (Cora Verlag), 2010

4. November 2010

The locked Garden

Die beiden sechs- und zwölfjährigen Mädchen Carlie und Verna haben vor zwei Jahren ihre Mutter verloren. Nun, im Jahr 1900, ziehen die Halbwaisen mit ihrem Vater, einem bekannten Psychiater, in ein neues Zuhause, das zum Grundstück einer psychiatrischen Anstalt gehört. Während ihr Vater seine Patienten und Patientinnen behandelt, werden die beiden Mädchen von ihrer Tante Maude betreut.

Maude fühlt sich in der neuen Umgebung nicht wohl und wittert ständig überall Gefahren. Gleichzeitig versucht sie vergeblich und mit allen Mitteln, die Liebe ihrer Nichten, speziell aber jene von Carlie, zu erlangen. Was Maude nicht gelingt, schafft die junge Patientin Elanor im Handumdrehen. Die natürliche Art der Farmerstochter verschafft ihr einen direkten Weg in die Herzen der beiden Mädchen. Maude kann und will diese Tatsache nicht akzeptieren und strapaziert das sowieso schon nicht sehr ausgeprägte Selbstbewusstsein der jungen psychisch kranken Frau. Die Beschimpfungen und hinterhältigen Machenschaften scheinen zu fruchten. Aber wird es Maud gelingen, ihren Schwager für sich einzunehmen?

Der Buchtitel bezieht sich auf den umschlossenen Garten des Genesungsheims, der im Wechsel der Jahreszeiten beschrieben wird, ist aber gleichzeitig auch ein Sinnbild für verschlossene Herzen.



Gloria Whelan:
The locked Garden
Harper Collins Publishers, 2009

1. November 2010

Gärtnern für die Seele

Laut Kaufquittung (die ich üblicherweise als Buchzeichen verwende) steht das Taschenbuch „Gärtnern für die Seele“ seit bald fünf Jahren ungelesen zwischen anderen längst gelesenen Titeln aus dem Goldmann Verlag auf meinem Bücherregal. Ob es an dem Titel liegt, der mir etwas zu esoterisch ist? Nachdem ich diesem Buch in den letzten Wochen nicht nur auf Ramschtischen begegnet bin, sondern es auch in dem Roman „Herbal Beginnings“ (siehe Rezension vom 25.10.2010) wiederholt positiv erwähnt worden ist, habe ich es mir nun doch endlich gelesen.

Die Autorin Fran Sorin ist überzeugt, dass Gärtnern eine der effektivsten Möglichkeiten ist, die Kreativität zu wecken, die in jedem Mensch schlummert und dass diese einmal freigesetzten Energien einen positiven Einfluss auf andere Lebensbereiche haben. Fran Sorin entwickelte sich im Verlauf von zehn Jahren von einer Anfängerin in Sachen Garten und Gärtnern mittels Learning by Doing zu einer anerkannten Gartenexpertin und parallel dazu von einer zweifelnden, ihre Fähigkeiten unterschätzenden Frau zu einer zufriedenen und selbstbewussten Persönlichkeit. Sie tritt beispielsweise in Fernsehspots auf, führt Workshops durch und moderiert eine Garten-Ratgeber-Sendung im Radio.

Das Buch „Gärtnern für die Seele“ ist in sieben Phasen gegliedert, beginnend mit Vorstellungskraft, Vision, Planung geht es weiter mit Anpflanzen, Pflege, Freude und endet mit dem Kapitel „Abschluss – Im Zyklus der Jahreszeiten“. Eigene Erfahrungen und Erlebnisse der Autorin und aus ihrem Umfeld werden immer wieder eingeflochten. Ein inspirierendes Selbshilfebuch mit klaren, nachvollziehbaren Ratschlägen. Das Gärtnern ist als Metapher zu betrachten. Die Empfehlungen würde ich nicht gerade als „besserwisserisch“ bezeichnen, aber für meinen Geschmack sind es allzu viele „gute“ Tipps auf rund 250 Seiten - dennoch handelt es sich durchaus um eine interessante und lehrreiche Lektüre. Jedenfalls hat mich mein Bauchgefühl betreffend Inhalt nicht getrogen und ich weiss nun konkret, warum ich das Buch dermassen lange nicht gelesen habe ...



Fran Sorin:
Gärtnern für die Seele – Beim Säen, Pflanzen und Ernten zu sich selbst finden
Goldmann Verlag, 2006

28. Oktober 2010

Heinz-Peter Baecker: Blütenpracht - BUGA-Krimi

Den zur 2011 in Koblenz stattfindenden Bundesgartenschau erschienenen Krimi „Blütenpracht“ habe ich an der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt entdeckt.

In einer Panoramakabine der Seilbahn, die über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein führt, liegt nach dem BUGA-Eröffnungswochenende ein Toter. Der Mann ist ungefähr Mitte zwanzig und rund 175 cm gross. Die Ermittlungen ergeben, dass es sich um einen Kosovo-Albaner handelt, der als Hilfsgärtner auf dem BUGA-Gelände angestellt war. Dieser hatte zwar von Botanik keine allzugrosse Ahnung, war aber laut Auskunft seiner Vorgesetzten ein zuverlässiger und kreativer Mitarbeiter. Aber wie konnte sich das Mordopfer von seinem Stundenlohn von weniger als 8 Euro eine vorausbezahlte Dauerunterkunft in einem Hotel leisten?

Der SOKO-Name „Blütenpracht“ erweist sich nach dem Fund von Falschgeld als im zweifachen Sinn passend. Der erste Todesfall ist noch nicht aufgeklärt und die „BUGA-Leiche“ sorgt in den Medien immer noch für Schlagzeilen, als sich ein zweiter Mord ereignet.



Heinz-Peter Baecker:
Blütenpracht
Kontrast Verlag, 2010

27. Oktober 2010

Jürgen Dahl – (wieder)entdeckt

Haben Sie schon einmal die Liste mit meinen Lieblingsblogs durchstöbert? Der neueste Beitrag von „Garden Monkey's Book Flange“ handelt von den englischsprachigen Ausgaben der Bücher von Jürgen Dahl, einem meiner Lieblingsautoren.

Beide sind eine (Wieder-)Entdeckung wert: Jürgen Dahl und seine Bücher wie „Der neugierige Gärtner“ oder „Nachrichten aus dem Garten“ und der englische Gartenbuchblog! An diesem ist übrigens auch Nigel Colborn beteiligt (siehe "Contributors“).

25. Oktober 2010

Herbal Beginnings: A novel with herbal appetizer and cocktail recipes

Die Autorin Carolee Snyder führt in Hartford City “Carolee's Herb Farm”. Ihre Erfahrungen rund um das Führen eines solchen Betriebes hat sie in den Titel “Herbal Beginnings” eingebracht. Das Buch ist also nicht nur ein Roman mit gärtnerischem Hintergrund, gleichzeitig vermittelt es einen detaillierten Einblick in die Erfolge und Rückschläge in einer Kräutergärtnerei und kann bei Bedarf auch als Ergänzung zum letzthin hier vorgestellten Buch „So you want to start a Nursery“ betrachtet werden. Darum geht es:

Wenige Wochen vor der geplanten Hochzeit wird Callie von ihrem langjährigen Freund verlassen. Sie kündigt ihre Stelle und beschliesst einen Versuch zu wagen, um aus ihrer Lieblingsbeschäftigung, der Vermehrung und dem Verkauf von Kräutern, einen Beruf zu machen. In Heartland, Indiana, kauft sie eine alte Farm und startet ihr Projekt berufliche Selbständigkeit.

Callies Ideenreichtum ist schier unerschöpflich und die Leserin kann sich die Gärtnerei und die Dekorationen aufgrund der detaillierten Lektüre bildlich vorstellen. Neben ihrer Tätigkeit als Gärtnerin bietet die Jungunternehmerin Workshops zu unterschiedlichen saisonalen Themen an, schreibt eine Gartenkolumne für die Lokalzeitung, plant ein Buch zu schreiben, tritt im Fernsehen auf und erhält auch bei einem Radiosender Gelegenheit, ihr Wissen weiterzugeben. Doch nicht alles läuft rund - die Umsätze entwickeln sich nicht immer wie erhofft und eine Messe, von der sich Callie viel versprochen hat, erweist sich als Flop. Ausserdem wird auf ihrem Grundstück wiederholt gewildert und die junge Frau wird auf dem Flughafen und daheim ausgeraubt. Dann sind da noch verschiedene Junggesellen, die Callie gerne näher kennen lernen möchten.

Der unerwartete Schluss gefällt mir weniger - da ich aber eben entdeckt habe, dass es ein Buch mit einer Fortsetzung über Callies zweites Jahr als Kräutergärtnerin gibt ("Herbal Choices"), bin ich nun gespannt, wie es in Heartland beruflich und privat weitergeht. Der Roman ist übrigens in monatliche Kapitel gegliedert und wird jeweils durch ein ausführliches Kräuterportrait abgeschlossen. Wer Lust hat, kann auch eines der vielen Rezepte wie „Mini Pesto Balls“ oder „Herbal Hot Buttered Rum“ ausprobieren.

Im Buch wird wiederholt das auch auf Deutsch erhältliche Buch „Digging Deep“ (Gärtnern für die Seele) von Fran Sorin erwähnt, das derzeit gerade verramscht wird. Zum Inhalt möchte ich noch nichts anmerken, da ich gerade noch mit der Lektüre desselben beschäftigt bin.

Beim Lesen von „Herbal Beginnings“ habe ich immer wieder bedauert, dass es in meiner Nähe keine Callie mit ihrem interessanten Angebot gibt. Immerhin bleibt als Trost das virtuelle Vorbeischauen auf Carolee Snyders Herbfarm, die mit wenigen Clicks unter www.caroleesherbfarm.com jederzeit verfügbar ist …


Carolee Snyder:
Herbal Beginnings: A novel with herbal appetizer and cocktail recipes
AuthorHouse, 2009

21. Oktober 2010

Gelbes Strandgut

Die Romanschriftstellerin Ena Blomberg träumt seit Jahren davon, einen Bestseller zu schreiben. Ihr Alltag sieht aber anders aus, da sich ihre Bücher nur mit mässigem Erfolg verkaufen und verschiedene Manuskripte unveröffentlicht auf ihre Entdeckung und Publikation warten. Lesungen empfindet Ena als nicht viel angenehmer als für Recherchen unwillige Leute zu interviewen. Vom täglichen Allerlei und einer fast stumm gewordenen Ehe flüchtet sie sich in ihre Romanfiguren.

Als die Autorin am Strand von Usedom zum zweiten Mal eine gelbe Rose findet und von einem geheimnisvollen Rosenkavalier namens Jupp Jensen hört, ist ihre Neugierde geweckt. Dessen Frau Alexandra ist vor einiger Zeit auf rätselhafte Weise verschwunden. Je intensiver sich Ena mit ihrem „Fall“ beschäftigt, desto sicherer ist sie, einem Verbrechen auf der Spur zu sein und das Thema für einen Beststeller gefunden zu haben. Jensen verbirgt eindeutig ein Geheimnis und scheint mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Stimmt Enas Vermutung, dass mit den gelben Rosen um Vergebung gebeten soll?

Indessen Ena Blomberg immer tiefer in die Geschichte eindringt, tauchen immer mehr Parallelen zwischen ihrem Leben und jenem von Jensen auf und sie muss erkennen, was letztlich unbegründete Verdächtigungen für Zerstörungen anrichten können.

Mit Ausnahme der gelben Rosen - einer Metapher für ein gelbes Kleid - und einem Herbarium spielt die Botanik keine Rolle in diesem Roman. Ich glaube nun nicht, dass es dieser Titel auf die Bestseller-Liste schafft, war aber von Lektüre positiv überrascht, obwohl ich die Rolle der Betrügerin Maria überflüssig fand. Die Romanschreiberin Blomberg mit ihren Selbstzweifeln und ihrer rastlosen Suche nach dem richtigen Stoff für einen Bestseller ist authentisch gezeichnet und ihre Handlungen durchaus nachvollziehbar.



Maxi Hill:
Ein Bestseller fällt nicht vom Himmel
Buchverlag Andrea Schmitz, 2010

18. Oktober 2010

Garten-Glück

Wofür würden Sie sich entscheiden, wenn Sie ein Geschenk auswählen dürften zwischen einem Modellkleid, einem Wellness-Wochenende in einem Luxushotel und einer Ladung Mist? Falls Ihre Wahl auf den letzten Preis fällt, finden Sie bestimmt Gefallen an dem kleinen Büchlein von Ursula Beck. Es ist ein lesenswertes Mitbringsel oder Geschenk für sich selber und trägt den Titel „Garten-Glück – Aus dem Leben einer Hobby-Gärtnerin“.

Die Autorin bezeichnet sich selber als „Gartenfreak“ und hat ihre Erlebnisse rund ums Gärtnern in einem vergnüglichen Stil niedergeschrieben. So berichtet Ursula Beck beispielsweise über das Abwägen von Pro und Contra in Bezug auf die Teilnahme an einem Gartenwettbewerb. Jede passionierte Gärtnerin wird verstehen, dass ein Foto nie ausreicht, um die eigene Gartenidylle zu präsentieren. Wie sollen auch Stimmung, Weite, Üppigkeit und Schönheit auf einem kleinen Bild Platz finden?

Ursula Beck gärtnert in einer kühleren Region und die Auswahl der Rosen beschränkt sich auf Rosa canina und andere Pflanzen, die mit diesem Klima zurechtkommen. Alles ist schliesslich eine Sache der richtigen Einstellung und sie tröstet sich mit dem Gedanken, dass auch im Kühlschrank alles länger frisch bleibt und die Gärtnerin selber vielleicht auch persönlich davon profitiert…

Ich nehme diesen Absatz als Aufmunterung in die Herbstzeit mit und möchte als einzigen Negativpunkt anmerken, dass das Büchlein leider nicht sehr umfangreich und das Lesevergnügen allzu schnell vorbei ist.



Ursula Beck:
Garten-Glück – Aus dem Leben einer Hobby-Gärtnerin
Isensee Verlag, 2009

14. Oktober 2010

Das Labyrinth des Duft- und Heilkräutergärtners

Paul hatte keine einfache Kindheit. Er hat früh seinen Vater verloren, galt als „schwierig“ und begann schon als Jugendlicher in grossen Mengen Alkohol zu trinken. Aufgewachsen ist er auf der Schwäbischen Alb und lebt nun schon seit vielen Jahren in Norddeutschland.

Eine Seniorengruppe aus seiner Heimat entdeckt in einem Prospekt über ein Duftpflanzen-Labyrinth und Heilkräutergarten auf einem Foto eben diesen Paul zwischen zehn Nonnen stehend. Sie erinnern sich recht genau an dessen beinahe unzähligen Untaten und beschliessen, eine Reise Richtung Norden zu unternehmen, um zu erfahren auf welchen Umwegen der aufmüpfige Paul in den Klostergarten gefunden hat.

Eingebettet in die Führung durch Kräuter und Düfte erfahren die reiselustigen Senioren und der Leser Pauls bewegte Lebensgeschichte und nebenbei werden die Klostergärtnerei und verschiedene Heilpflanzen und ihre Wirkung vorgestellt.

Der Roman in Ich-Form liest sich wie eine detaillierte Biografie und ich habe mich bei der Lektüre oft gefragt, welche Stellen vielleicht autobiographisch sind.



Anna Schmidt:
Das Labyrinth des Duft- und Heilkräutergärtners – Vom Saulus zum Paulus
Geest Verlag, 2008

11. Oktober 2010

Auf Rosen gebettet

Die Floristin Holly arbeitet auf dem Blumenmarkt, wo sie für einen Händler Tulpen, Gladiolen und andere Blumen begutachtet und die schönsten heraussucht. Bei ihrem Job handelt es sich um alles andere als eine Traumstelle, denn leider hat sie beim Selektieren ihrer Arbeitsplätze in etwa dasselbe glückliche Händchen wie beim Wählen ihrer WG-Partner.

Holly sucht sich nämlich immer wieder die falschen Unterkünfte aus. So ist sie eben aus einer Wohngemeinschaft voller Putzteufel geflüchtet und bei ihrem ehemaligen Studienkollegen Josh untergekommen. Ihre weiteren neuen Mitbewohner sind die Karrierefrau Kate und der geheimnisvolle Addison, welcher Tag und Nacht vor seinem Computer sitzt und nicht gestört werden darf.

Als Holly eines Nachts einfach die unsichtbare Grenze überschreitet und Addisons Zimmer betritt, verliebt sie sich auf der Stelle in den wortkargen attraktiven Mann und beschliesst, sein Herz zu erobern.

Ein Roman in der Ich-Form über das Leben von vier Singles, während dessen Lektüre die Leserin sich ziemlich über die unzähligen haarsträubenden Situationen wundert.



Jenny Colgan:
Auf Rosen gebettet
Wilhelm Goldmann Verlag, 2003

7. Oktober 2010

Lilys Rosengarten

Auch dieses Buch habe ich schon wiederholt in Buchhandlungen durchgeblättert, konnte mich aber nie definitiv zum Kauf entscheiden. Ab und zu lohnt es sich zu warten (wenigstens mit Blick aufs Portemonnaie), denn viele Taschenbücher landen schliesslich auf irgendwelchen Tischen voller „ausgemusterter“ Titel und so hat auch „Lilys Rosengarten“ doch noch den Weg in meine Bibliothek gefunden.

Obwohl das Stöbern in häufig unordentlichen Haufen von Remittenden zuweilen recht mühsam ist, findet sich dort auch für gärtnerisch Interessierte immer wieder Lesefutter. Aktuell habe ich beispielsweise gerade das Buch „Die 64-Dollar-Tomate“ von William Alexander entdeckt (das ich aber schon längst besitze).

Hortikulturelles gibt es zum Rosengarten von Lily nicht viel zu berichten. Dieser wird erst ungefähr Mitte des Buches angelegt, und nachdem die Gärtnerin ihren Mann George heimlich verlassen hat, wird dieser in einem Brief mit dessen Pflege betraut. George – ein Anwalt, der seine Karriere abgebrochen hat, um nach dem Tod des Vaters, dessen Farm weiterzuführen – ist aber durch die strenge Arbeit auf seinen Feldern, mit seinen Tieren und Katastrophen wie Maul- und Klauenseuche und BSE selbsterklärend anderweitig mit Wichtigerem beschäftigt.

Der Roman erzählt die Geschichte der grossen Liebe zwischen Lily und George, dem plötzlichen Verschwinden von Lily. Und dem langen Warten und Hoffen von George, ob es für ihn und Lily letztendlich vielleicht doch noch eine gemeinsame Zukunft gibt.



Angela Huth:
Lilys Rosengarten
Piper Verlag, 2006

4. Oktober 2010

Unterwegs nach Eden

Diese umfangreiche von Helga Volkmann zusammengetragene Sammlung von Literaturtipps aus Gärten und über Gärtner über viele Jahrhunderte stand jahrelang auf meiner Wunschliste, hat es aber bis vor kurzem nie bis in den Warenkorb geschafft. Wahrscheinlich wegen dem Umschlagbild, das einen Wunschgarten aus dem Mittelalter zeigt und mich an ein Buch über Gärten im Mittelalter erinnert, durch welches ich mich vor langer Zeit einmal durchgequält habe. Als „Unterwegs Nach Eden“ kürzlich bei einem Reststeller angeboten wurde, habe ich es mir dann doch noch gegönnt. Nach der Lektüre bin ich positiv überrascht, habe viele bekannte Stellen aus liebgewonnenen Büchern wiedergefunden und etliche ältere Bücher entdeckt, die auf die Wunschliste gesetzt worden sind.

Falls auch Sie sich literarisch auf den Weg nach Eden machen wollen, begegnen Sie zwischen Kapiteln mit Titeln „Die Gärtner und das Gärtnern“, „Gärten der Erotik“ und „Der Gartenfrevel“ beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Hans Christian Andersen, Rainer Maria Rilke und vielen anderen mehr. Der Titel „Nachsommer“ von Adalbert Stifter ist jedenfalls auf dem Stapel mit den ungelesenen Büchern wieder einmal weiter nach oben gerutscht und wird vielleicht demnächst endlich einmal gelesen werden …



Helga Volkmann:
Unterwegs nach Eden – Von Gärtnern und Gärten in der Literatur
Vandenhoeck & Ruprecht, 2000

30. September 2010

Wie Nalda sagt

Ein junger Mann namens T. ist auf der Flucht - seinen Namen erfährt der Leser aus Sicherheitsgründen während der ganzen Lektüre nicht. Die Ausdrucksweise des Ich-Erzählers in kindlich-naivem Erzählungsstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, es lohnt sich aber durchaus, weiterzulesen.

Aufgewachsen ist T. bei seiner Tante Nalda, die ihm das Gärtnern beigebracht hat. Er durfte nie die Schule besuchen und seine Allgemeinbildung beruht auf den vielen Geschichten, die ihm Nalda erzählt hat, und er nimmt die wunderlichsten Erzählungen für bare Münze. Eine handelt davon, dass sich in seinem Körper ein kostbarer Edelstein aus einem Juwelenraub seines Vaters befindet, der dort versteckt werden musste.

Als nun der Erzähler vierzehn Jahre alt war, wurde Nalda immer schrulliger und T. war alleine für den Lebensunterhalt der beiden zuständig. Schliesslich bestand der Tagesablauf von Nalda nur noch aus Schlafen und Schreien und sie wurde abgeholt. T. hat seine Tante nie mehr gesehen. Geschichten erzählte sie da schon länger keine mehr. Und so stand der Ich-Erzähler mit sechszehn Jahren ganz allein da und auch die „Auflösung“ der Edelstein-Erzählung war gewissermassen noch offen.

T. glaubt deshalb auch als junger Erwachsener immer noch, dass sich in seinem Körper der besagte Edelstein „auf Durchreise“ befindet und er deshalb verfolgt wird. Dieses Geheimnis muss er um jeden Preis hüten. Damit er sich nicht versehentlich verplappert, spricht er sehr wenig und trägt einen Bauchschurz. Immer wieder interpretiert er Situationen falsch, fühlt sich bedroht, bricht unvermittelt sämtliche Zelte hinter sich ab und zieht mit seiner stets griffbereiten Tasche in eine andere Stadt, wo er eine neue Stelle als Gärtner sucht. Und träumt gleichzeitig vom künftigem Glück, Reichtum und Freunden, wenn der Stein endlich seinen Körper verlassen hat und davon, nicht mehr für fremde Leute gärtnern zu müssen.



Stuart David:
Wie Nalda sagt
Fischer Taschenbuch Verlag, 2004

27. September 2010

Flowers on Main

Nachdem ihr drittes Schauspiel-Stück floppt, bricht Bree O’Brien die oberflächliche Beziehung mit ihrem Mentor Marty ab und kehrt mit zerstörtem Selbstwertgefühl von Chicago zurück nach Chesapeake Shores. Was zunächst als kurzer Aufenthalt gedacht war, entpuppt sich als privater und beruflicher Neustart.

Über Brees Rückkehr freuen sich nicht alle gleichermassen. Auch nach sechs Jahren hat ihr Ex-Freund Jake Collins das Ende der Beziehung nicht überwunden und wirft Bree noch immer vor, der Verlust ihres gemeinsamen ungeborenen Kindes sei ihr nicht ungelegen gekommen, um ihre Träume wie geplant umsetzen zu können.

Währenddessen springt Bree kurzfristig ein, die floralen Kreationen für eine Hochzeit zu fertigen und beschliesst daraufhin ziemlich spontan, am Ort ihrer Wurzeln einen Blumenladen zu eröffnen. Das nötige Know-How hat ihr während ihrer Kindheit die Grossmutter beigebracht. Da ihre erste Liebe Jake Inhaber der grössten Gärtnerei und gleichzeitig wichtigster regionaler Blumenlieferant ist, kreuzen sich ihre Wege zwangsläufig immer wieder. Zwischen den beiden knistert es immer noch. Schafft es Jack, endlich zu akzeptieren, dass Bree mit dem Verlust des gemeinsamen Babys anders umgegangen ist und finden die beiden auf Umwegen doch noch zusammen?



Sherryl Woods:
Flowers on Main
Mira Books, 2009

23. September 2010

Peter Bochanan: Blume der Vergeltung

Rosen als Tatwaffe? In dem schmalen Büchlein mit dem Titel „Blume der Vergeltung“ treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der seine Opfer mit Hilfe von Baccarraosen umbringt. Die Erwähnung der Details erspare ich Ihnen hier und Sie lesen diese bitte bei Interesse selber nach. Der erste Mord wird im Anschluss an ein stark frequentiertes Blumencorso entdeckt und bereits drei Wochen später wird ein Schausteller auf die gleiche Weise getötet. Und diese beiden Opfer sind bei weitem nicht die letzten.

Kriminalhauptkommissar Marc Berger und sein Team erschienen mir bei ihren Ermittlungen recht hilflos, um nicht zu schreiben dilettantisch. Aber vielleicht habe ich, die die Polizeiarbeit ja nur aus Büchern und aus dem Fernsehen kennt, eine falsche Vorstellung. Ich hoffe aber doch, dass gewisse Schilderungen in Tat und Wahrheit effektiver ablaufen und die Ermittler nicht erst nach mehreren Morden mit Baccararosen überhaupt auf die Idee kommen, sich um die Herkunft der Blumen zu kümmern. Dieses Versäumnis spielt jedoch insofern keine Rolle, weil sich später herausstellt, dass sich der Täter in seiner Wohnung mit Hilfe eines Glaskastens, Heizung, Bewässerungsanlage und von Speziallampen selber hingebungsvoll um die Rosen kümmert (ob das tatsächlich funtkioniert?).

Das Buch habe ich schon vor mehreren Wochen gelesen, stelle jetzt aber gerade fest, dass meine obigen Anmerkungen zur Polizeiarbeit im Zusammenhang mit den Vorfällen in Biel in den letzten Tagen den Beiträgen und Vorwürfen in der Tagespresse ähneln ...



Peter Bochanan:
Blume der Vergeltung
Engelsdorfer Verlag, 2009