“Im Dickicht” ist ein Krimi von nur 64 Seiten Umfang. Doch diese - von einer Oberstaatsanwältin verfasst - haben es in sich und sind nichts für schwache Nerven!
Kerstin und Bernd leben zusammen mit ihrem Sohn in einem perfekt umgebauten Haus auf dem brandenburgischen Land. Sein grüner Daumen beschränkt sich auf den Einkauf von Pflanzen. Um den Garten kümmert sie sich und schaut, dass die Zaunwinde ihre Lieblinge wie Phlox und Fingerhut nicht überwuchert und unter sich begräbt.
Die Idylle weist Risse auf und Kerstins „Kampfgebiet“ beschränkt sich nicht mehr nur auf den Garten. Ihr Mann Bernd kehrt von einer angeblichen Geschäftsreise nach China nicht zurück und bleibt für seine Frau unerreichbar. Ausserdem wird Kerstin in einem in ihrer eigenen Handschrift verfassten Brief ultimativ aufgefordert, ihren Ehegatten freizugeben. Möchte sie jemand für verrückt erklären?
Während die Zaunwinde recht einfach gezähmt werden kann, bricht Kerstins organisiertes Leben auseinander. Nicht zuletzt fühlt sie sich von ihren Nachbarn beobachtet. Und wer hat ihre Katze auf dem Gewissen, die anscheinend zu Tode gequält worden ist?
Gabriele Wolff:
Im Dickicht
Edition Nautilus, 2006
28. Februar 2012
24. Februar 2012
Berndt Schulz: Moderholz – Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main
Zum Tagesablauf des pensionierten Kriminalhauptkommissars Max Horner gehören regelmässige Besuche mit seinem Hund Wallander im Bethmannpark in Frankfurt. Diese Grünfläche ist für ihn mit vielen Erinnerungen verbunden. So hat er hier seine finnische Frau Terttu kennengelernt und vor vier Jahren von ihr Abschied genommen. Als leidenschaftlicher Kleingärtner schätzt er ausserdem die vielen unterschiedlichen Pflanzen. Auf seiner Lieblingsbank liest er gerne in Büchern über Pflanzenjäger und erlebt in Tagträumen, oft aber auch in nächtlichen Alpträumen, öfters deren abenteuerlichen Reisen und Erlebnisse am eigenen Leib mit.
Im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms wird der Bethmannpark von Hilfsgärtnern gepflegt, bei denen es sich allesamt um entlassene Strafgefangene handelt. Deren Leiter Gerd Halland ist darum besorgt, dass diese ihre Einsatzpläne einhalten und beispielsweise die Blumenrabatten von Unkraut befreien.
Wieder einmal möchte Max Horner auf seiner Parkbank in einem spannenden Buch lesen. Doch bevor er sich in seine Lieblingslektüre vertiefen kann, entdeckt er just zum Zeitpunkt, wo sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners in den Baumkronen der Anlage ausbreiten und bereits für Aufregung sorgen, im Teich die Leiche des Hilfgärtnerleiters Gerd Halland, der eine Pergamentrolle in der Hand hält. Liebend gerne würde Max Horner wissen, was es mit diesem Rätsel auf sich hat. Und da sich dieser Todesfall in seinem Park ereignet hat, kann es der Kriminalhauptkommissar a.D. natürlich nicht unterlassen, eigene Recherchen anzustellen und in der nicht ganz lupenreinen Vergangenheit des Opfers herumzustochern, der Zeit seines Lebens ein Aussenseiter war und unermüdlich bestrebt, nicht aufzufallen und zu sein wie alle anderen. Ist tatsächlich immer ein Gärtner der Mörder? Liegt der Schlüssel zur Lösung des Falls im Hilfsgärtnerteam?
Neben eingestreuten Berichten über die Abenteuer von Pflanzenjägern werden auch immer wieder Gartentipps in die Lektüre eingeflochten und Horner philosophiert beispielsweise über inneren Wildwuchs bei Menschen und äusseren Wildwuchs in der Parkanlage. Es ist wohl nicht übertrieben anzumerken, dass der Kriminalfall ab und an im Vergleich zu den hortikulturellen Erwähnungen eher in den Hintergrund rückt, denn schliesslich passieren die Tat sowie die darauf folgenden Ermittlungen erst nach etlichen gelesenen Seiten. Genau diese Tatsache macht das Buch mit viel Lokalkolorit aber eben für Gartenfreunde speziell empfehlenswert.
„Moderholz“ ist übrigens das erste Buch aus einer neuen Krimi-Reihe um den ermittelnden Gartenliebhaber Max Horner. Neben der Vorfreude auf die Fortsetzung verbleibt mir nun nur noch, genauer nachzuforschen, ob es tatsächlich einen Pflanzenjäger namens Gordon Douglas gegeben hat. Oder ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, dass einfach der Vorname von David in Gordon umgeändert worden ist (wieso?). Einzelne geschilderte Episoden müssen nämlich laut früher gelesenen Pflanzenjägerbüchern jedoch eindeutig David Douglas zugeordnet werden.
Berndt Schulz:
Moderholz – Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main
Sutton Verlag, 2012
Im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms wird der Bethmannpark von Hilfsgärtnern gepflegt, bei denen es sich allesamt um entlassene Strafgefangene handelt. Deren Leiter Gerd Halland ist darum besorgt, dass diese ihre Einsatzpläne einhalten und beispielsweise die Blumenrabatten von Unkraut befreien.
Wieder einmal möchte Max Horner auf seiner Parkbank in einem spannenden Buch lesen. Doch bevor er sich in seine Lieblingslektüre vertiefen kann, entdeckt er just zum Zeitpunkt, wo sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners in den Baumkronen der Anlage ausbreiten und bereits für Aufregung sorgen, im Teich die Leiche des Hilfgärtnerleiters Gerd Halland, der eine Pergamentrolle in der Hand hält. Liebend gerne würde Max Horner wissen, was es mit diesem Rätsel auf sich hat. Und da sich dieser Todesfall in seinem Park ereignet hat, kann es der Kriminalhauptkommissar a.D. natürlich nicht unterlassen, eigene Recherchen anzustellen und in der nicht ganz lupenreinen Vergangenheit des Opfers herumzustochern, der Zeit seines Lebens ein Aussenseiter war und unermüdlich bestrebt, nicht aufzufallen und zu sein wie alle anderen. Ist tatsächlich immer ein Gärtner der Mörder? Liegt der Schlüssel zur Lösung des Falls im Hilfsgärtnerteam?
Neben eingestreuten Berichten über die Abenteuer von Pflanzenjägern werden auch immer wieder Gartentipps in die Lektüre eingeflochten und Horner philosophiert beispielsweise über inneren Wildwuchs bei Menschen und äusseren Wildwuchs in der Parkanlage. Es ist wohl nicht übertrieben anzumerken, dass der Kriminalfall ab und an im Vergleich zu den hortikulturellen Erwähnungen eher in den Hintergrund rückt, denn schliesslich passieren die Tat sowie die darauf folgenden Ermittlungen erst nach etlichen gelesenen Seiten. Genau diese Tatsache macht das Buch mit viel Lokalkolorit aber eben für Gartenfreunde speziell empfehlenswert.
„Moderholz“ ist übrigens das erste Buch aus einer neuen Krimi-Reihe um den ermittelnden Gartenliebhaber Max Horner. Neben der Vorfreude auf die Fortsetzung verbleibt mir nun nur noch, genauer nachzuforschen, ob es tatsächlich einen Pflanzenjäger namens Gordon Douglas gegeben hat. Oder ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, dass einfach der Vorname von David in Gordon umgeändert worden ist (wieso?). Einzelne geschilderte Episoden müssen nämlich laut früher gelesenen Pflanzenjägerbüchern jedoch eindeutig David Douglas zugeordnet werden.
Berndt Schulz:
Moderholz – Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main
Sutton Verlag, 2012
20. Februar 2012
Helen Babbs: My Garden, the City and Me – Rooftop Adventures in the Wilds of London
Mit Mitte zwanzig hat Helen Babbs beschlossen, ein bisschen London City-grau in City-grün zu verwandeln. Die junge Frau verfügte bis dato über keine gärtnerische Erfahrung und ihr Miniexperimentierfeld von drei Quadratmetern Grösse befand sich in luftiger Höhe zwischen Wolkenkratzern, Schornsteinen und Dachzinnen. In ihrem Büchlein beschreibt sie, wie sie an einem Tag im Februar ziemlich unbedarft loszog, um an einem Anlass namens „Seedy Sunday“ Sämereien zu besorgen, die den Grundstock für die Ausführung ihrer Pläne bilden sollen, diese Beute aussäte, hegte und pflegte und schliesslich ihre erste Ernte einbringen konnte.
Zwischen ihren Berichten über die gärtnerischen Tätigkeiten streut Babbs immer wieder ökologische Überlegungen ein, gibt Tipps für „grüne“ Ausflüge in London und erzählt vom Tierleben in der Höhe. Sie mag zwar gerne ihre Tomatenernte mit einem Eichhörnchen teilen, ärgert sich aber heftig über die Unbelehrbarkeit des Vierbeiners. Warum muss er auch jeden Abend eine der abgezählten und kaum reifen Tomaten probieren, nur um erneut festzustellen, dass er Tomaten nicht mag und die zerquetschten Reste achtlos liegen lassen? Überhaupt öffnet das Exeperiment Helen Babbs Augen für die vielen, oft etwas versteckten grünen Flecken in der britischen Hauptstadt und sie lernt, dass die grössten Tomaten nicht unbedingt die schmackhaftesten sein müssen.
Im Anschluss an die Zusammenfassung dieses Gartenjahres Richtung Wolken erläutert die Autorin in Kurzform ihre Erfolge und Misserfolge. Dazu gehört auch, dass Dachgärten oft starken Winden ausgesetzt sind, man/frau sich dafür aber problemlos ungekämmt und im Pyjama um die Topfpflanzenschätze kümmern kann...
Helen Babbs:
My Garden, the City and Me – Rooftop Adventures in the Wilds of London
Timber Press, 2011
Zwischen ihren Berichten über die gärtnerischen Tätigkeiten streut Babbs immer wieder ökologische Überlegungen ein, gibt Tipps für „grüne“ Ausflüge in London und erzählt vom Tierleben in der Höhe. Sie mag zwar gerne ihre Tomatenernte mit einem Eichhörnchen teilen, ärgert sich aber heftig über die Unbelehrbarkeit des Vierbeiners. Warum muss er auch jeden Abend eine der abgezählten und kaum reifen Tomaten probieren, nur um erneut festzustellen, dass er Tomaten nicht mag und die zerquetschten Reste achtlos liegen lassen? Überhaupt öffnet das Exeperiment Helen Babbs Augen für die vielen, oft etwas versteckten grünen Flecken in der britischen Hauptstadt und sie lernt, dass die grössten Tomaten nicht unbedingt die schmackhaftesten sein müssen.
Im Anschluss an die Zusammenfassung dieses Gartenjahres Richtung Wolken erläutert die Autorin in Kurzform ihre Erfolge und Misserfolge. Dazu gehört auch, dass Dachgärten oft starken Winden ausgesetzt sind, man/frau sich dafür aber problemlos ungekämmt und im Pyjama um die Topfpflanzenschätze kümmern kann...
Helen Babbs:
My Garden, the City and Me – Rooftop Adventures in the Wilds of London
Timber Press, 2011
17. Februar 2012
Franziska Bark Hagen (Hrsg.): Versuche das Glück im Garten zu finden
Neben Vorwort und Einleitung hat diese Publikation acht bebilderte Essays zum Inhalt:
- Das Paradies verorten: Eine Rückblende
- Gebetsteppich: Eine Mauer, die einen Garten umschliesst
- Kriegsgarten: Humus Human
- Kredit: Schuld und Schulden
- Eruv: Die Stadt als Haus
- Gemeinschaftsgarten: Vom Kultivieren der Nachbarschaft
- Whole Earth Catalog: Die Katalogisierung der Welt
- Apfelhain: Der Himmel des Erschaffens
Kenneth Helphand geht der Frage nach, wie es kommt, dass sich mitten in Kriegsgebieten Gärten finden lassen. Solche unter extremen Bedingungen angelegten Pflanzflecke entstanden beispielsweise hinter den Schützengräben im 1. Weltkrieg oder im Warschauer Ghetto. Die Pflege derselben lenkt ab und lässt – für kurze Zeit wenigstens – den Krieg vergessen. Der Textverfasser hat zu diesem Thema bereits ein Buch mit dem Titel „Defiant Gardener: Marking Gardens in Wartime“ geschrieben, in welchem er sich detailliert mit Kriegsgärten auseinandersetzt.
Was hat der Sündenfall im Paradies mit Schulden zu tun? Brett Williams vergleicht das heutige (sicher nicht nur amerikanische!) Konsumverhalten mit den paradiesischen Verfehlungen, wo seinerzeit ebenfalls die Konsequenzen ausgeblendet worden sind.
Weitere Themen sind die Victoriy-Gärten (siehe Buchvorstellung "The Victory Garden" von Lee Kochenderfer), das in Industriekörben und Reissäcken angebaute mobile „Nomadische Grün“ des Prinzessinnengartens auf einer Brache in Berlin-Kreuzberg (passend dazu die aktuelle Neuerscheinung „Prinzessinengärten – Anders gärtnern in der Stadt“ herausgegeben von Nomadisch Grün im Dumont Buchverlag) und der deutsch-englische Dichter Michael Hamburger, der einen umfangreichen Obstgarten anlegte aus alten Sorten, die er selber aus gesammelten und gezogenen Apfelkernen zog. In anderen Beiträgen geht es um Garten und Religion, etwa um Gebetsteppiche von Muslimen und Eruv-Zäune, die es orthodoxen Juden erlauben, die strengen Sabbatregeln einzuhalten.
Franziska Bark Hagen (Hrsg.):
Versuche das Glück im Garten zu finden
Lars Müller Publishers, 2011
- Das Paradies verorten: Eine Rückblende
- Gebetsteppich: Eine Mauer, die einen Garten umschliesst
- Kriegsgarten: Humus Human
- Kredit: Schuld und Schulden
- Eruv: Die Stadt als Haus
- Gemeinschaftsgarten: Vom Kultivieren der Nachbarschaft
- Whole Earth Catalog: Die Katalogisierung der Welt
- Apfelhain: Der Himmel des Erschaffens
Kenneth Helphand geht der Frage nach, wie es kommt, dass sich mitten in Kriegsgebieten Gärten finden lassen. Solche unter extremen Bedingungen angelegten Pflanzflecke entstanden beispielsweise hinter den Schützengräben im 1. Weltkrieg oder im Warschauer Ghetto. Die Pflege derselben lenkt ab und lässt – für kurze Zeit wenigstens – den Krieg vergessen. Der Textverfasser hat zu diesem Thema bereits ein Buch mit dem Titel „Defiant Gardener: Marking Gardens in Wartime“ geschrieben, in welchem er sich detailliert mit Kriegsgärten auseinandersetzt.
Was hat der Sündenfall im Paradies mit Schulden zu tun? Brett Williams vergleicht das heutige (sicher nicht nur amerikanische!) Konsumverhalten mit den paradiesischen Verfehlungen, wo seinerzeit ebenfalls die Konsequenzen ausgeblendet worden sind.
Weitere Themen sind die Victoriy-Gärten (siehe Buchvorstellung "The Victory Garden" von Lee Kochenderfer), das in Industriekörben und Reissäcken angebaute mobile „Nomadische Grün“ des Prinzessinnengartens auf einer Brache in Berlin-Kreuzberg (passend dazu die aktuelle Neuerscheinung „Prinzessinengärten – Anders gärtnern in der Stadt“ herausgegeben von Nomadisch Grün im Dumont Buchverlag) und der deutsch-englische Dichter Michael Hamburger, der einen umfangreichen Obstgarten anlegte aus alten Sorten, die er selber aus gesammelten und gezogenen Apfelkernen zog. In anderen Beiträgen geht es um Garten und Religion, etwa um Gebetsteppiche von Muslimen und Eruv-Zäune, die es orthodoxen Juden erlauben, die strengen Sabbatregeln einzuhalten.
Franziska Bark Hagen (Hrsg.):
Versuche das Glück im Garten zu finden
Lars Müller Publishers, 2011
13. Februar 2012
Cristina Lopez Barrio: Der Garten des ewigen Frühlings
In einem entlegenen Winkel von Kastilien zwischen Bergen und harten Böden, wo die Hirsche vor Liebe röhen und der Geruch von Schwarzpulver aus Jagdgewehren die Luft erfüllt, leben die Laguna-Frauen, auf denen schon seit langer Zeit ein Fluch lastet. Alle werden sie von ihrer grossen Liebe verlassen, bleiben unverheiratet zurück und müssen ihre ausnahmslos weiblichen Nachkommen alleine grossziehen, die dann wieder das gleiche Schicksal erleiden. Sie sind zur Schande verurteilt und werden von den übrigen Dorfbewohnern verspottet und weitgehend gemieden.
Auch Clara kann diesem Verhängnis nicht entgehen, als sie sich in einen reichen Andalusier verliebt, der in einem Herbst in ihrem Dorf auftaucht, um zu jagen. Auch sie bleibt schwanger zurück. Immerhin hat ihr der Mann aus dem Süden ein Grundstück samt Haus, der roten Villa, überschrieben. Sie soll sich ihren Lebensunterhalt als Bäuerin verdienen. Und er hat versprochen, zur Geburt ihres gemeinsamen Kindes zurückzukehren.
Als Clara schliesslich realisiert, dass auch sie vom Fluch der Laguna-Frauen nicht verschont wird, beschliesst sie, ihr Leben der Rache zu widmen und richtet in ihrer Villa ein Bordell ein. Während rundherum der Herbst Einzug hält, geschieht in der Stille des Villengartens ein Frühlingswunder: in Claras Garten blühen Margariten, die sich zwischen den Steinplatten ausbreiten und mitten im vertrockneten Herbstlaub an den Ästen der Bäume spriessen Knospen.
Als Claras Tochter Manuela geboren wird, überlässt sie die Betreuung derselben ihrer Köchin Bernarda, die ihre Herrin vergöttert, mit himmlischen Kochkünsten gesegnet ist, aber nicht richtig sprechen kann. Claras Garten blüht weiterhin unermüdlich und ohne Rücksicht auf den Wechsel der Jahreszeiten. Er weist eine unglaubliche Fruchtbarkeit auf und Claras Etablissement ist gut besucht. Aber der Andalusier kehrt nicht zurück und ihre Rache bleibt unerfüllt. Als sie schliesslich stirbt, hinterlässt sie eine Tochter, die über den Tod hinaus ihren Geist fürchtet, der das Grab verlassen und den Garten durchstreifen könnte.
Neben Frauen spielen auch zwei Priester wichtige Rollen im Roman. Einer hält lebendige, fiebrige Predigten, der andere hat ein sanftmütiges Wesen, aber sein elefantenartiges Gepolter erschüttert die ganze Umgebung und lässt an Erdbeben denken. „Der Garten des ewigen Frühlings“ ist eine phantasievolle Familiensaga über mehrere Generationen von Laguna-Frauen – gespickt mit tragischen Todesfällen, leidenschaftlichen und unerfüllten Lieben, voller geheimnisvoller Düfte sowie inspirierenden und ekligen Kochkünsten, mal mitreissend, aber zuweilen auch abstossend.
Cristina Lopez Barrio:
Der Garten des ewigen Frühling
Droemer Verlag, 2011
Das Geheimnis der roten Villa (TB-Ausgabe)
Knaur Taschenbuch Verlag, 2014
Auch Clara kann diesem Verhängnis nicht entgehen, als sie sich in einen reichen Andalusier verliebt, der in einem Herbst in ihrem Dorf auftaucht, um zu jagen. Auch sie bleibt schwanger zurück. Immerhin hat ihr der Mann aus dem Süden ein Grundstück samt Haus, der roten Villa, überschrieben. Sie soll sich ihren Lebensunterhalt als Bäuerin verdienen. Und er hat versprochen, zur Geburt ihres gemeinsamen Kindes zurückzukehren.
Als Clara schliesslich realisiert, dass auch sie vom Fluch der Laguna-Frauen nicht verschont wird, beschliesst sie, ihr Leben der Rache zu widmen und richtet in ihrer Villa ein Bordell ein. Während rundherum der Herbst Einzug hält, geschieht in der Stille des Villengartens ein Frühlingswunder: in Claras Garten blühen Margariten, die sich zwischen den Steinplatten ausbreiten und mitten im vertrockneten Herbstlaub an den Ästen der Bäume spriessen Knospen.
Als Claras Tochter Manuela geboren wird, überlässt sie die Betreuung derselben ihrer Köchin Bernarda, die ihre Herrin vergöttert, mit himmlischen Kochkünsten gesegnet ist, aber nicht richtig sprechen kann. Claras Garten blüht weiterhin unermüdlich und ohne Rücksicht auf den Wechsel der Jahreszeiten. Er weist eine unglaubliche Fruchtbarkeit auf und Claras Etablissement ist gut besucht. Aber der Andalusier kehrt nicht zurück und ihre Rache bleibt unerfüllt. Als sie schliesslich stirbt, hinterlässt sie eine Tochter, die über den Tod hinaus ihren Geist fürchtet, der das Grab verlassen und den Garten durchstreifen könnte.
Neben Frauen spielen auch zwei Priester wichtige Rollen im Roman. Einer hält lebendige, fiebrige Predigten, der andere hat ein sanftmütiges Wesen, aber sein elefantenartiges Gepolter erschüttert die ganze Umgebung und lässt an Erdbeben denken. „Der Garten des ewigen Frühlings“ ist eine phantasievolle Familiensaga über mehrere Generationen von Laguna-Frauen – gespickt mit tragischen Todesfällen, leidenschaftlichen und unerfüllten Lieben, voller geheimnisvoller Düfte sowie inspirierenden und ekligen Kochkünsten, mal mitreissend, aber zuweilen auch abstossend.
Cristina Lopez Barrio:
Der Garten des ewigen Frühling
Droemer Verlag, 2011
Das Geheimnis der roten Villa (TB-Ausgabe)
Knaur Taschenbuch Verlag, 2014
9. Februar 2012
Georg Thiem und Edgar Sommer: Private Gartenparadiese in Niedersachsen
Beim Umräumen der Bücherregale auf der Suche nach einem Plätzchen für die neuesten Zugänge habe ich das Buch „Private Gartenparadiese in Niedersachsen“ wiederentdeckt, das ich nach dem Erwerb vor ziemlich genau vier Jahren auf einem Gestell eingeordnet und dann vergessen habe. Ein „Bücherschicksal“, das es mit etlichen anderen Titeln zu tragen hat, da meine verfügbare Lesezeit leider nicht ganz kompatibel ist mit der Gier oder Sucht nach potentiellem interessantem Lesefutter. Mein Interesse auf die Lektüre dieses Buches wurde definitiv geweckt, als ich beim Durchblättern entdeckt habe, dass Marita Eichler, deren Buch „Über Zäune schauen“ ich hier einmal kurz erwähnt habe, zu den portraitierten Gärtnerinnen und Gärtnern gehört.
Die Zusammenstellung der niedersächsischen Gartenparadiese ist ein abwechslungsreiches Potpourri. Da gibt es einen Garten im englischen Landhausstil, wo als erste Hürde im Gestaltungskonzept für das rund 3500 m2 grosse Grundstück die Eingliederung von alten Apfel- und Birnbäumen zu überwinden war, die unbedingt erhalten werden mussten. Einen ganz speziellen Zauber umgibt die Waldidylle - ursprünglich ein dichter Fichtenwald mit einer einfachen Holzhütte, die als Wochenendrefugium diente. Letzteres wurde durch einen Holzneubau ersetzt und der Wald gelichtet. In verschiedenen unterschiedlich gestalteten Bereichen finden sich nun viele Schattenpflanzenschätze wie beispielsweise der Tibetische Scheinmohn. Die Pflanzen sind ansprechend mit Kugeln aus verschiedenen Materialien kombiniert und in den Bäumen hängen Spiegel, in welchen sich der Garten reflektiert.
Eher rustikal bepflanzt ist der Garten, der unter dem Motto „Blumiges Landleben“ vorgestellt wird und dessen anfängliche Inspiration auf einen Besuch im Garten des Malers Emil Nolde zurückgeht. Lust auf einen persönlichen Besuch macht nicht nur die Bepflanzung sondern insbesondere auch der beschriebene integrierte kleine Laden „Landleben“, wo die Gärtnerin Auserlesenes für Haus und Garten feilhält. Weitere Kapitel tragen unter anderem Titel wie „Ein Gartentraum“, „Ein Bilderbuchgarten“, „Zauber eines Parks“ „Rosen im Heidesand“ und „Der Garten der Töpferin“.
Ein schönes Buch aus einem Kleinverlag, das den interessierten Leser hinter elf verschiedene Zäune blicken und viel Sehenswertes entdecken lässt. Der Textteil ist recht kurz gehalten, teilweise ist die Druckqualität der Bilder etwas enttäuschend. Die Publikation eignet sich ganz speziell als Vorbereitung oder Erinnerung an Besuche in einem oder mehreren der vorgestellten Gärten, die im Rahmen der offenen Pforte zu besuchen sind (oder vielleicht waren).
Georg Thiem und Edgar Sommer:
Private Gartenparadiese in Niedersachsen
Cargo Verlag, 2007
Die Zusammenstellung der niedersächsischen Gartenparadiese ist ein abwechslungsreiches Potpourri. Da gibt es einen Garten im englischen Landhausstil, wo als erste Hürde im Gestaltungskonzept für das rund 3500 m2 grosse Grundstück die Eingliederung von alten Apfel- und Birnbäumen zu überwinden war, die unbedingt erhalten werden mussten. Einen ganz speziellen Zauber umgibt die Waldidylle - ursprünglich ein dichter Fichtenwald mit einer einfachen Holzhütte, die als Wochenendrefugium diente. Letzteres wurde durch einen Holzneubau ersetzt und der Wald gelichtet. In verschiedenen unterschiedlich gestalteten Bereichen finden sich nun viele Schattenpflanzenschätze wie beispielsweise der Tibetische Scheinmohn. Die Pflanzen sind ansprechend mit Kugeln aus verschiedenen Materialien kombiniert und in den Bäumen hängen Spiegel, in welchen sich der Garten reflektiert.
Eher rustikal bepflanzt ist der Garten, der unter dem Motto „Blumiges Landleben“ vorgestellt wird und dessen anfängliche Inspiration auf einen Besuch im Garten des Malers Emil Nolde zurückgeht. Lust auf einen persönlichen Besuch macht nicht nur die Bepflanzung sondern insbesondere auch der beschriebene integrierte kleine Laden „Landleben“, wo die Gärtnerin Auserlesenes für Haus und Garten feilhält. Weitere Kapitel tragen unter anderem Titel wie „Ein Gartentraum“, „Ein Bilderbuchgarten“, „Zauber eines Parks“ „Rosen im Heidesand“ und „Der Garten der Töpferin“.
Ein schönes Buch aus einem Kleinverlag, das den interessierten Leser hinter elf verschiedene Zäune blicken und viel Sehenswertes entdecken lässt. Der Textteil ist recht kurz gehalten, teilweise ist die Druckqualität der Bilder etwas enttäuschend. Die Publikation eignet sich ganz speziell als Vorbereitung oder Erinnerung an Besuche in einem oder mehreren der vorgestellten Gärten, die im Rahmen der offenen Pforte zu besuchen sind (oder vielleicht waren).
Georg Thiem und Edgar Sommer:
Private Gartenparadiese in Niedersachsen
Cargo Verlag, 2007
5. Februar 2012
K.L. Going: The Garden of Eve / Evies Garten
Die zehnjährige Eve zieht mit ihrem Vater knapp ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter nach Beaumont. Ihr Vater hat dort ein grosses Stück Land vollbepflanzt mit Obstbäumen günstig erwerben können. Deshalb günstig, weil die Bäume schon seit langer Zeit keine Früchte mehr tragen. Die Dorfbewohner glauben, dass auf der Plantage ein Fluch liegt, was Evies Vater aber als Aberglauben abtut. Er ist überzeugt, dass die Obstbäume mangels Pflege krank sind und durch richtige Behandlung und viel Arbeit bald wieder Früchte tragen und ihm und seiner Tochter ein Auskommen bieten werden.
Evie vermisste ihre Mutter schmerzlich. Diese hat ihr täglich aus Büchern vorgelesen und Geschichten von schönen Gärten und magischen Ländern mit Einhörnern und Schlössern erzählt. Warum nur schaut die Wirklichkeit so ganz anders aus? Als Evie dann auch noch feststellen muss, dass ihr neues Zuhause direkt an einen Friedhof grenzt, beschliesst sie, keinen Schritt mehr nach draussen zu unternehmen.
Dieser Vorsatz kommt heftig ins Wanken, als das Mädchen vom Fenster aus immer wieder einen seltsam bleichen Jungen sieht, der sich trotz grosser Kälte den ganzen Tag zwischen den Grabsteinen aufhält. Als sie den Jungen namens Alex schliesslich kennenlernt, entdeckt sie, dass er ganz genau so aussieht wie der Junge auf der Prayer-Card, die sie am Tage ihrer Ankunft in Beaumont erhalten hat, als eben dieser Junge zu Grabe getragen worden ist. So zweifelt Evie nicht gross an den Erklärungen des sich zwischen den Gräbern bewegenden Jungen, der behauptet, ein Geist zu sein.
Kurz darauf erhält Evie an ihrem elften Geburtstag von Maggie, der Schwester des verstorbenen Vorbesitzers der Obstplantage, eine Schachtel, die einen einzelnen Samen enthält. Dieser soll aus dem Garten Eden stammen und vor vielen Jahren von Maggies Vater, einem Botaniker und Schatzsucher, nach Beaumont gebracht worden sein.
Als Evie zusammen mit Alex den Samen im Obstgarten einpflanzt, kann sie nicht ahnen, was sie damit auslöst. Die beiden Kinder finden sich unvermittelt in einer magischen Welt wieder. Aber gibt es auch einen Weg zurück? Und was für eine Verbindung besteht zwischen Evie und der gleichnamigen vor Jahren spurlos verschwundenen Schwester von Maggie und ihrem Bruder Rodney?
K.L. Going:
The Garden of Eve
Houghton Mifflin Harcourt, 2007
Evies Garten
Bastei Lübbe, 2012 (erscheint im Mai)
Evie vermisste ihre Mutter schmerzlich. Diese hat ihr täglich aus Büchern vorgelesen und Geschichten von schönen Gärten und magischen Ländern mit Einhörnern und Schlössern erzählt. Warum nur schaut die Wirklichkeit so ganz anders aus? Als Evie dann auch noch feststellen muss, dass ihr neues Zuhause direkt an einen Friedhof grenzt, beschliesst sie, keinen Schritt mehr nach draussen zu unternehmen.
Dieser Vorsatz kommt heftig ins Wanken, als das Mädchen vom Fenster aus immer wieder einen seltsam bleichen Jungen sieht, der sich trotz grosser Kälte den ganzen Tag zwischen den Grabsteinen aufhält. Als sie den Jungen namens Alex schliesslich kennenlernt, entdeckt sie, dass er ganz genau so aussieht wie der Junge auf der Prayer-Card, die sie am Tage ihrer Ankunft in Beaumont erhalten hat, als eben dieser Junge zu Grabe getragen worden ist. So zweifelt Evie nicht gross an den Erklärungen des sich zwischen den Gräbern bewegenden Jungen, der behauptet, ein Geist zu sein.
Kurz darauf erhält Evie an ihrem elften Geburtstag von Maggie, der Schwester des verstorbenen Vorbesitzers der Obstplantage, eine Schachtel, die einen einzelnen Samen enthält. Dieser soll aus dem Garten Eden stammen und vor vielen Jahren von Maggies Vater, einem Botaniker und Schatzsucher, nach Beaumont gebracht worden sein.
Als Evie zusammen mit Alex den Samen im Obstgarten einpflanzt, kann sie nicht ahnen, was sie damit auslöst. Die beiden Kinder finden sich unvermittelt in einer magischen Welt wieder. Aber gibt es auch einen Weg zurück? Und was für eine Verbindung besteht zwischen Evie und der gleichnamigen vor Jahren spurlos verschwundenen Schwester von Maggie und ihrem Bruder Rodney?
K.L. Going:
The Garden of Eve
Houghton Mifflin Harcourt, 2007
Evies Garten
Bastei Lübbe, 2012 (erscheint im Mai)
1. Februar 2012
Carol Olwell: Gardening from the Heart – Why Gardeners garden
Beim Zusammenfassen meiner Gedanken nach der Lektüre von gelesenen Büchern, die ich hier im Blog vorstelle, merke ich immer häufiger, dass mich die Gärtner und ihre Beweggründe zu gärtnern oft beinahe mehr interessieren als das Resultat – sprich der Garten – selber. Genau in dieses Bücher-Beuteschema passt auch die aus dem Jahr 1990 stammende Publikation „Gardening from the Heart“ von Carol Olwell. Unter den Begriffen „The Garden as Paradise“, „The Garden as Provider“, „ The Garden as Teacher“ und „The Garden as Healer“ stellt sie die unterschiedlichsten Persönlichkeiten vor.
Mary Kenady ist auf der Suche nach der absoluten Schönheit und unermüdlich bestrebt, diese Vision zu erreichen. Loie Benedict begann zwar erst im Alter von 68 Jahren, ihre gesamte Zeit dem Garten zu widmen, verbringt nun aber regelmässig sechs bis zehn Stunden pro Tag in und mit ihm und denkt selber gelegentlich, sie sei wohl etwas verrückt, sich in ihrem Alter und trotz heftiger Rückenschmerzen noch dermassen abzuplagen. Da dem Garten und Gärtnern jedoch ihr Hauptinteresse gilt, schiebt sie solche Überlegungen gleich wieder von sich. Schliesslich ist sie schlicht und einfach süchtig.
Bob Shepard gärtnert in der Wüste. Mit Ideenreichtum und viel Mühe hat er der unwirtlichen Landschaft ein Stück abgetrotzt und in eine Oase verwandelt. Und wenn ein Strauch angesichts der schwierigen Bedingungen kapituliert und abstirbt, ist das nicht weiter tragisch, sondern schafft im Gegenteil willkommenen Platz für neues.
Sarah Nichols fand die minimale Grösse ihres Gartens problematisch. Das brachte sie auf die Idee, mit ihrer 110jährigen (!) Nachbarin einen Deal abzuschliessen. Nachdem die trennenden Zäune entfernt worden sind, pflegt Sarah nun ohne Entgelt deren Garten nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen. Und schon bald nach der Vergrösserung ihres Arbeitsfeldes konnte sie das gleiche Abkommen mit der Nachbarin auf der anderen Seite des Gartens abschliessen und verfügt nun über ausreichend Fläche, um sich im grünen Bereich nach Herzenslust auszutoben.
Weitere interessante Stichworte aus dem Buch sind „Plantaholics“, „Meine Verbindung zum Garten ist eine Liebesbeziehung“, „meine Nachbarn bezeichnen mich als hortikulturellen Imperialisten“, „Ich habe meine Nachbarin erschreckt, weil ich sie mich dabei erwischt hat, wie ich mich bei einer Rose für den nötigen Rückschnitt entschuldigt habe“, „… meine Bäume gehören für mich zur Familie und sind eine Art Ersatz für die weit entfernt wohnenden Familienmitglieder“. Die portraitierten Menschen gärtnern unter den unterschiedlichsten klimatischen und sozialen Bedingungen und wir erfahren von Problemen, die sich in der Wüste stellen oder in Alaska, welche Hindernisse in einer Gefängnisgärtnerei zu überwinden sind und von teilweise recht eigenwilligen und ungewöhnlichen Lösungsansätzen.
Das Buch „Gardening from the Heart“ ist vor über zwanzig Jahren erschienen, hat aber nichts an Aktualität eingebüsst. Wie die vorgestellten Gärtner wohl heute gärtnern und ihre Gärten aussehen? Bei der Lektüre dieser Publikation kommt man nicht darum herum, sich zu überlegen, ob und was in Sachen damals erträumter Ökologie realisiert worden ist. Im Anhang des Buches wird auf rund dreissig Seiten ausführlich über Pestizide und ihre Auswirkungen informiert. Eine ursprünglich aus Schweden stammende Frau erzählt an einer anderen Stelle im Buch von aufrüttelnden Telefonaten mit ihrer Familie in Nordeuropa, wo Jahre nach dem Reaktor-Unglück von Tschernobil noch immer mit gemischten Gefühlen Gemüse angepflanzt und gegessen wird. Und wie sieht es heute aus, nicht einmal ein Jahr nach Fukushima? Die Katastrophe ist in den meisten Köpfen wieder in den Hintergrund gerückt und längst dominieren andere Nachrichten die Schlagzeilen…
Carol Olwell:
Gardening from the Heart – Why Gardeners garden
Antelope Island Press, 1990
Mary Kenady ist auf der Suche nach der absoluten Schönheit und unermüdlich bestrebt, diese Vision zu erreichen. Loie Benedict begann zwar erst im Alter von 68 Jahren, ihre gesamte Zeit dem Garten zu widmen, verbringt nun aber regelmässig sechs bis zehn Stunden pro Tag in und mit ihm und denkt selber gelegentlich, sie sei wohl etwas verrückt, sich in ihrem Alter und trotz heftiger Rückenschmerzen noch dermassen abzuplagen. Da dem Garten und Gärtnern jedoch ihr Hauptinteresse gilt, schiebt sie solche Überlegungen gleich wieder von sich. Schliesslich ist sie schlicht und einfach süchtig.
Bob Shepard gärtnert in der Wüste. Mit Ideenreichtum und viel Mühe hat er der unwirtlichen Landschaft ein Stück abgetrotzt und in eine Oase verwandelt. Und wenn ein Strauch angesichts der schwierigen Bedingungen kapituliert und abstirbt, ist das nicht weiter tragisch, sondern schafft im Gegenteil willkommenen Platz für neues.
Sarah Nichols fand die minimale Grösse ihres Gartens problematisch. Das brachte sie auf die Idee, mit ihrer 110jährigen (!) Nachbarin einen Deal abzuschliessen. Nachdem die trennenden Zäune entfernt worden sind, pflegt Sarah nun ohne Entgelt deren Garten nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen. Und schon bald nach der Vergrösserung ihres Arbeitsfeldes konnte sie das gleiche Abkommen mit der Nachbarin auf der anderen Seite des Gartens abschliessen und verfügt nun über ausreichend Fläche, um sich im grünen Bereich nach Herzenslust auszutoben.
Weitere interessante Stichworte aus dem Buch sind „Plantaholics“, „Meine Verbindung zum Garten ist eine Liebesbeziehung“, „meine Nachbarn bezeichnen mich als hortikulturellen Imperialisten“, „Ich habe meine Nachbarin erschreckt, weil ich sie mich dabei erwischt hat, wie ich mich bei einer Rose für den nötigen Rückschnitt entschuldigt habe“, „… meine Bäume gehören für mich zur Familie und sind eine Art Ersatz für die weit entfernt wohnenden Familienmitglieder“. Die portraitierten Menschen gärtnern unter den unterschiedlichsten klimatischen und sozialen Bedingungen und wir erfahren von Problemen, die sich in der Wüste stellen oder in Alaska, welche Hindernisse in einer Gefängnisgärtnerei zu überwinden sind und von teilweise recht eigenwilligen und ungewöhnlichen Lösungsansätzen.
Das Buch „Gardening from the Heart“ ist vor über zwanzig Jahren erschienen, hat aber nichts an Aktualität eingebüsst. Wie die vorgestellten Gärtner wohl heute gärtnern und ihre Gärten aussehen? Bei der Lektüre dieser Publikation kommt man nicht darum herum, sich zu überlegen, ob und was in Sachen damals erträumter Ökologie realisiert worden ist. Im Anhang des Buches wird auf rund dreissig Seiten ausführlich über Pestizide und ihre Auswirkungen informiert. Eine ursprünglich aus Schweden stammende Frau erzählt an einer anderen Stelle im Buch von aufrüttelnden Telefonaten mit ihrer Familie in Nordeuropa, wo Jahre nach dem Reaktor-Unglück von Tschernobil noch immer mit gemischten Gefühlen Gemüse angepflanzt und gegessen wird. Und wie sieht es heute aus, nicht einmal ein Jahr nach Fukushima? Die Katastrophe ist in den meisten Köpfen wieder in den Hintergrund gerückt und längst dominieren andere Nachrichten die Schlagzeilen…
Carol Olwell:
Gardening from the Heart – Why Gardeners garden
Antelope Island Press, 1990
29. Januar 2012
Elisabeth Tova Bailey: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
Zu den Büchern, deren Lektüre letztes Jahr einen nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht haben, zählt ganz bestimmt der Titel „The Sound of a Wild Snail Eating“, den ich am 13. Juli 2011 vorgestellt habe. Die ans Bett gefesselte Journalistin Elisabeth Tova Bailey erzählt darin ihre Geschichte über die Freundschaft zu einer Schnecke. Das Buch erscheint nun Anfang Februar unter dem Titel „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ auch auf Deutsch. Unbedingt lesenswert!
Nachstehend nochmals meine damalige ausführliche Buchvorstellung:
Gärtner sind meistens nicht besonders gut auf Schnecken zu sprechen. In Zeitschriften, Büchern und Gartenforen findet man fast unzählige Tipps, wie man (Nackt-)Schnecken davon abhält, Salat, Hostas und andere ihrer Lieblingsfresspflanzen zu vertilgen. Wie kommt es also dazu, dass eine junge Amerikanerin sich intensiv mit „Hüüsli-Schnägge“ beschäftigt und schliesslich ein Buch darüber schreibt?
Zu diesem Zeitvertreib kam Elisabeth Tova Bailey nicht ganz freiwillig. Die sportliche und aktive Frau erkrankte im Alter von 34 Jahren nach einer Europareise durch einen mysteriösen Erreger schwer und blieb in der Folge für lange Zeit ans Bett gefesselt. Jeder Augenblick fühlte sich an wie eine unendliche Stunde. Die Gedanken kreisten immer wieder um die W-Fragen: warum, was, wann und wie? Und immer wieder, wenn sie sich vom Rest der Welt abgeschnitten fühlte, wünschte sie sich, ihren chronisch an Zeitmangel leidenden Freunden von ihrer nutzlosen Zeit abgeben zu können.
Eine Freundin stellt ihr in dieser schweren Phase einen Topf mit einem Ackerstiefmütterchen ans Bett. Zwischen die Blätter hatte sie eine gewöhnliche Waldschnecke (Neohelix albolabris) platziert. Elisabeth Tova Bailey freute sich über diese etwas ungewöhnliche Aufmerksamkeit und wunderte sich gleichzeitig, was sie damit anfangen sollte. Im Gegensatz zu den üblichen Mitbringseln aus Schnittblumen, waren die Stiefmütterchen voll Leben. Die bettlägerige Frau, die früher zeitweise als Gärtnerin gearbeitet hatte, freute sich an dem kleinen Stück Garten neben ihrem Bett, das sie mit ihrem Trinkglas bewässern konnte.
Wie still muss ein Raum sein, dass man eine Schnecke fressen hört? In ihrem berührenden Buch „The Sound of a Wild Snail Eating“ erzählt die Autorin wir ihr eben dieses Geräusch das Gefühl von Gesellschaft und gemeinsam geteilten Raum vermittelte. Dank dem Blumentopf samt Bewohner konnte sie soweit es ihr eben möglich war, Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen. Der Topf wurde bald durch ein artgerechtes Terrarium ersetzt und entspannendes „Snail watching“ liess die Stunden schneller verstreichen. Parallel zu ihrer Weichtier-Beobachtung begann die Patientin, sich intensiv mit Schnecken in der Literatur auseinanderzusetzen, was auch Ausdruck im umfangreichen Quellenverzeichnis im Anhang des Buches findet. Elisabeth Tova Bailey entdeckte, dass Schleim nicht nur eklig ist, sondern auch interessant. Und die Amerikanerin fand schliesslich sogar heraus, dass sie wohl die erste Person ist, die ihre Beobachtungen über die Hege und Pflege des Eiergeleges durch eine Schnecke schriftlich festgehalten hat.
Die Schnecke nahm einen wichtigen Platz im eingeschränkten Leben der Autorin ein. So wichtig, dass sie annähernd panisch reagierte, als sie ihren kriechenden Mitbewohner eines Tages nicht mehr im offenen Terrarium entdecken konnte. Während sich diese Sorgen nach dem Auffinden des Ausreissers – er hatte sich für die ans Bett gefesselte Frau unerreichbar versteckt – als unbegründet herausstellten, ist die Autorin auch mehr als fünfzehn Jahre nach ihrer Erkrankung gesundheitlich nach wie vor sehr stark eingeschränkt. Ihre Genesung ist aber soweit fortgeschritten, dass eines Tages der Zeitpunkt kam, an welchem die Schnecken-Beobachtung plötzlich ihre Geduld (über)strapazierte.
Im Rückblick schreibt die Autorin, dass die Schnecke ihr die beste aller Kameradinnen gewesen ist. Sie stellte nie Fragen, die nicht beantwortet werden konnten und sie stellte keine unerfüllbaren Ansprüche. Eine sehr eindrückliche Lektüre, die ganz nebenbei viel Interessantes und Wissenswertes über Schnecken vermittelt! Elisabeth Tova Baileys Schnecke ist übrigens samt Nachkommen längst wieder in der Natur freigelassen worden.
Elisabeth Tova Bailey:
Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
Nagel & Kimche Verlag, 2012
Nachstehend nochmals meine damalige ausführliche Buchvorstellung:
Gärtner sind meistens nicht besonders gut auf Schnecken zu sprechen. In Zeitschriften, Büchern und Gartenforen findet man fast unzählige Tipps, wie man (Nackt-)Schnecken davon abhält, Salat, Hostas und andere ihrer Lieblingsfresspflanzen zu vertilgen. Wie kommt es also dazu, dass eine junge Amerikanerin sich intensiv mit „Hüüsli-Schnägge“ beschäftigt und schliesslich ein Buch darüber schreibt?
Zu diesem Zeitvertreib kam Elisabeth Tova Bailey nicht ganz freiwillig. Die sportliche und aktive Frau erkrankte im Alter von 34 Jahren nach einer Europareise durch einen mysteriösen Erreger schwer und blieb in der Folge für lange Zeit ans Bett gefesselt. Jeder Augenblick fühlte sich an wie eine unendliche Stunde. Die Gedanken kreisten immer wieder um die W-Fragen: warum, was, wann und wie? Und immer wieder, wenn sie sich vom Rest der Welt abgeschnitten fühlte, wünschte sie sich, ihren chronisch an Zeitmangel leidenden Freunden von ihrer nutzlosen Zeit abgeben zu können.
Eine Freundin stellt ihr in dieser schweren Phase einen Topf mit einem Ackerstiefmütterchen ans Bett. Zwischen die Blätter hatte sie eine gewöhnliche Waldschnecke (Neohelix albolabris) platziert. Elisabeth Tova Bailey freute sich über diese etwas ungewöhnliche Aufmerksamkeit und wunderte sich gleichzeitig, was sie damit anfangen sollte. Im Gegensatz zu den üblichen Mitbringseln aus Schnittblumen, waren die Stiefmütterchen voll Leben. Die bettlägerige Frau, die früher zeitweise als Gärtnerin gearbeitet hatte, freute sich an dem kleinen Stück Garten neben ihrem Bett, das sie mit ihrem Trinkglas bewässern konnte.
Wie still muss ein Raum sein, dass man eine Schnecke fressen hört? In ihrem berührenden Buch „The Sound of a Wild Snail Eating“ erzählt die Autorin wir ihr eben dieses Geräusch das Gefühl von Gesellschaft und gemeinsam geteilten Raum vermittelte. Dank dem Blumentopf samt Bewohner konnte sie soweit es ihr eben möglich war, Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen. Der Topf wurde bald durch ein artgerechtes Terrarium ersetzt und entspannendes „Snail watching“ liess die Stunden schneller verstreichen. Parallel zu ihrer Weichtier-Beobachtung begann die Patientin, sich intensiv mit Schnecken in der Literatur auseinanderzusetzen, was auch Ausdruck im umfangreichen Quellenverzeichnis im Anhang des Buches findet. Elisabeth Tova Bailey entdeckte, dass Schleim nicht nur eklig ist, sondern auch interessant. Und die Amerikanerin fand schliesslich sogar heraus, dass sie wohl die erste Person ist, die ihre Beobachtungen über die Hege und Pflege des Eiergeleges durch eine Schnecke schriftlich festgehalten hat.
Die Schnecke nahm einen wichtigen Platz im eingeschränkten Leben der Autorin ein. So wichtig, dass sie annähernd panisch reagierte, als sie ihren kriechenden Mitbewohner eines Tages nicht mehr im offenen Terrarium entdecken konnte. Während sich diese Sorgen nach dem Auffinden des Ausreissers – er hatte sich für die ans Bett gefesselte Frau unerreichbar versteckt – als unbegründet herausstellten, ist die Autorin auch mehr als fünfzehn Jahre nach ihrer Erkrankung gesundheitlich nach wie vor sehr stark eingeschränkt. Ihre Genesung ist aber soweit fortgeschritten, dass eines Tages der Zeitpunkt kam, an welchem die Schnecken-Beobachtung plötzlich ihre Geduld (über)strapazierte.
Im Rückblick schreibt die Autorin, dass die Schnecke ihr die beste aller Kameradinnen gewesen ist. Sie stellte nie Fragen, die nicht beantwortet werden konnten und sie stellte keine unerfüllbaren Ansprüche. Eine sehr eindrückliche Lektüre, die ganz nebenbei viel Interessantes und Wissenswertes über Schnecken vermittelt! Elisabeth Tova Baileys Schnecke ist übrigens samt Nachkommen längst wieder in der Natur freigelassen worden.
Elisabeth Tova Bailey:
Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
Nagel & Kimche Verlag, 2012
25. Januar 2012
Sarah Harvey: Das Rosenhaus
Nach vierzehn gemeinsam in London verbrachten Jahren ziehen Lily und Liam nach Cornwall. Der 38jährige Liam tritt dort eine Traumstelle an, während Lily diesem Umzug nur widerwillig zugestimmt hat und mit Ausnahme ihres Mannes und ihrer Habseligkeiten alles war ihr lieb und teuer war in der Grossstadt zurücklassen musste. Das abgeschieden gelegene Traumhaus „Rose Cottage“ an der Küste ist ihr kein Trost. Während Liam von seiner neuen Tätigkeit völlig vereinnahmt wird, fühlt Lily sich im winterlichen und verlassenen Cornwall wie lebendig begraben. Die Kälte und der Nebel widerspiegeln deutlich ihr Stimmungslage und noch Wochen nach dem Domizilwechsel stehen die meisten Umzugkartons noch vollgegepackt herum.
Lily und Liam werden sich immer fremder. Doch gerade als die junge Frau nach einem heftigen Streit ernsthaft in Erwägung zieht, ihren Mann zu verlassen, verunfallt dieser auf einer Baustelle schwer. Die lange, schwere Rekonvaleszenz führt entgegen Lilys Erwartungen nicht zu einer Annäherung zwischen den Eheleuten, sondern entwickelt sich im Gegenteil zu einer zermürbenden Zerreisprobe. Wann waren die beiden letztmals selbstvergessen und sorglos beisammen? Werden sie nochmals zueinander finden?
Der Garten ist im Roman praktisch unbedeutend und wird nur ab und an kurz erwähnt, wenn etwa von steinernen Hochbeeten und vertrockneten Überresten ehemals üppiger Pflanzen die Rede ist. Eine Ausnahme bildet die Stelle, an welcher Lily im Garten radikal „aufräumt“ und sämtliche Rosen auf eine Höhe von ungefähr dreissig Zentimeter herunterschneidet oder eher massakriert. Zwar in hortikultureller Hinsicht kein Highlight, aber ein sehr einfühlsam und authentisch geschriebener Roman.
Sarah Harvey:
Das Rosenhaus
Piper Verlag, 2011
Lily und Liam werden sich immer fremder. Doch gerade als die junge Frau nach einem heftigen Streit ernsthaft in Erwägung zieht, ihren Mann zu verlassen, verunfallt dieser auf einer Baustelle schwer. Die lange, schwere Rekonvaleszenz führt entgegen Lilys Erwartungen nicht zu einer Annäherung zwischen den Eheleuten, sondern entwickelt sich im Gegenteil zu einer zermürbenden Zerreisprobe. Wann waren die beiden letztmals selbstvergessen und sorglos beisammen? Werden sie nochmals zueinander finden?
Der Garten ist im Roman praktisch unbedeutend und wird nur ab und an kurz erwähnt, wenn etwa von steinernen Hochbeeten und vertrockneten Überresten ehemals üppiger Pflanzen die Rede ist. Eine Ausnahme bildet die Stelle, an welcher Lily im Garten radikal „aufräumt“ und sämtliche Rosen auf eine Höhe von ungefähr dreissig Zentimeter herunterschneidet oder eher massakriert. Zwar in hortikultureller Hinsicht kein Highlight, aber ein sehr einfühlsam und authentisch geschriebener Roman.
Sarah Harvey:
Das Rosenhaus
Piper Verlag, 2011
21. Januar 2012
Silvio Waser: Spirituelles Gärtnern – Wie man mit Paradiesgärten die Erde heilen kann
In einer hiesigen wöchentlich erscheinenden Gratis-Zeitung findet sich regelmässig eine Kolumne mit dem Titel „kurz und püntig“. „Püntig“ ist eine Wortspielerei aus den Begriffen "bündig" und "Pünt", dem lokalen Dialektausdruck für Schrebergarten. In der Gartenspalte wird Lesern die Gelegenheit gegeben, ihren grünen Fleck vorzustellen und hortikulturelle Tipps zu veröffentlichen. Letzthin lautete der Titel „Gute Gartengeister“ und zu diesem Thema berichtete ein spiritueller Gärtner über seine diesbezüglichen Erfahrungen, die er zusätzlich im Eigenverlag in einer eigenen Publikation veröffentlicht hat.
Nun bin ich nicht unbedingt für Esoterik empfänglich und das Gebiet interessiert mich nicht gerade brennend. Da aber der Autor in derselben Stadt gärtnert wie ich, war ich doch neugierig auf das Buch. Dieses gibt einen detaillierten Einblick in die sogenannte feinstoffliche Welt der Natur, sprich das Reich der Elfen und Gnome. Man erfährt, mit welchen energetischen Hilfsmitteln die Erdheilung angekurbelt werden kann und liest über die Anreicherung von Giesswasser mit Informationen und über die Wirkung von Heilsteinen im Garten. Der Autor gibt des weiteren Anregungen, wie das Herz eines Gartens und ein passender Namen für denselben gefunden werden kann und er zeigt das Anlegen von Gartenmandalas und Hügelbeeten. Weitere Stichworte sind Meditation, Heilsymbole, Naturaltar, das Vermitteln von hautnahen Informationen an den Garten und Silvio Waser rät dem Gärtner, mit Hilfe eines Pendels mit dem Garten zu kommunizieren und diesen direkt nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu fragen.
Der Buchumschlag ist ansprechend gestaltet und die Publikation ist farbig illustriert, wobei die Fotos teilweise recht unscharf sind. Wie oft in Eigenpublikationen finden sich leider recht viele orthographische Fehler im Text. Während der durchaus interessanten Lektüre habe ich festgestellt, dass ich zu fest geerdet bin (oder vielleicht zu wenig?), um mit Spiritualität im Garten etwas anfangen zu können. Und gleicher Wohnort und gleiches grünes Hobby bedeutet ja noch lange nicht, dass man die gleichen Ansichten vertreten muss und die Vorlieben identisch sind.
Silvio Waser:
Spirituelles Gärtnern – Wie man mit Paradiesgärten die Erde heilen kann
One Spirit Verlag, 2011
Nun bin ich nicht unbedingt für Esoterik empfänglich und das Gebiet interessiert mich nicht gerade brennend. Da aber der Autor in derselben Stadt gärtnert wie ich, war ich doch neugierig auf das Buch. Dieses gibt einen detaillierten Einblick in die sogenannte feinstoffliche Welt der Natur, sprich das Reich der Elfen und Gnome. Man erfährt, mit welchen energetischen Hilfsmitteln die Erdheilung angekurbelt werden kann und liest über die Anreicherung von Giesswasser mit Informationen und über die Wirkung von Heilsteinen im Garten. Der Autor gibt des weiteren Anregungen, wie das Herz eines Gartens und ein passender Namen für denselben gefunden werden kann und er zeigt das Anlegen von Gartenmandalas und Hügelbeeten. Weitere Stichworte sind Meditation, Heilsymbole, Naturaltar, das Vermitteln von hautnahen Informationen an den Garten und Silvio Waser rät dem Gärtner, mit Hilfe eines Pendels mit dem Garten zu kommunizieren und diesen direkt nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu fragen.
Der Buchumschlag ist ansprechend gestaltet und die Publikation ist farbig illustriert, wobei die Fotos teilweise recht unscharf sind. Wie oft in Eigenpublikationen finden sich leider recht viele orthographische Fehler im Text. Während der durchaus interessanten Lektüre habe ich festgestellt, dass ich zu fest geerdet bin (oder vielleicht zu wenig?), um mit Spiritualität im Garten etwas anfangen zu können. Und gleicher Wohnort und gleiches grünes Hobby bedeutet ja noch lange nicht, dass man die gleichen Ansichten vertreten muss und die Vorlieben identisch sind.
Silvio Waser:
Spirituelles Gärtnern – Wie man mit Paradiesgärten die Erde heilen kann
One Spirit Verlag, 2011
17. Januar 2012
Mary A. Agria: Garden of Eve – Life in the Garden Series 2
Die Fortsetzung des letzthin hier vorgestellten Buches “Time in a Garden” beginnt ungefähr fünfzehn Monate nach dem plötzlichen Tod von Adam Groft kurz vor der geplanten Hochzeit mit Eve Brennermann. Der trauernden Eve erscheint seither alles farblos und dunkel und ihr Herz ist eingeschlossen in einer gefrorenen Welt. Erinnerungen und die Bürde der Verantwortung für das von Adam geerbte Gartencenter sind alles war ihr von der grossen Liebe ihres Lebens geblieben sind, die so plötzlich aus ihrem Leben verschwunden ist, wie sie aufgetaucht ist. Auch ihre Gartenkolumne für die lokale Wochenzeitung mag Eve nur mit grosser Mühe verfassen.
Da tritt unvermittelt die schwangere, mittellose Anise in ihr Leben. Eve bietet der jungen Frau ein Zimmer in ihrem Haus an. Und ganz langsam findet Eve wieder Freude am Leben. Sie geniesst die Anwesenheit der hilfsbereiten Anise, wohnen ihre Töchter und deren Familien doch einen halben Kontinent entfernt. Und nicht nur das Formulieren der wöchentlichen Kolumne läuft bald wieder wie von selbst, auch das Schreiben ihrer persönlichen Novelle kommt zügig vorwärts und die Publikation derselben erweist sich als richtiger Verkaufsschlager. Daneben ist Eve mit der Gründung einer Stiftung in Erinnerung an Adam beschäftigt.
Im Laufe der Lektüre erfährt man plötzlich von einer bis anhin unbekannten verwandtschaftlichen Verbindung zwischen Adam und der als Adoptionskind aufgewachsenen Anise, die mir etwas arg konstruiert erschien. Die „Life in the Garden Serie“ soll aber weitergehen und ich freue mich trotzdem bereits auf Band 3 mit dem Titel „From the Tender Stem“. Wann diese erscheint, habe ich allerdings nicht herausfinden können.
Mary A. Agria:
Garden of Eve – Life in the Garden Series 2
Eigenverlag, 2011
Da tritt unvermittelt die schwangere, mittellose Anise in ihr Leben. Eve bietet der jungen Frau ein Zimmer in ihrem Haus an. Und ganz langsam findet Eve wieder Freude am Leben. Sie geniesst die Anwesenheit der hilfsbereiten Anise, wohnen ihre Töchter und deren Familien doch einen halben Kontinent entfernt. Und nicht nur das Formulieren der wöchentlichen Kolumne läuft bald wieder wie von selbst, auch das Schreiben ihrer persönlichen Novelle kommt zügig vorwärts und die Publikation derselben erweist sich als richtiger Verkaufsschlager. Daneben ist Eve mit der Gründung einer Stiftung in Erinnerung an Adam beschäftigt.
Im Laufe der Lektüre erfährt man plötzlich von einer bis anhin unbekannten verwandtschaftlichen Verbindung zwischen Adam und der als Adoptionskind aufgewachsenen Anise, die mir etwas arg konstruiert erschien. Die „Life in the Garden Serie“ soll aber weitergehen und ich freue mich trotzdem bereits auf Band 3 mit dem Titel „From the Tender Stem“. Wann diese erscheint, habe ich allerdings nicht herausfinden können.
Mary A. Agria:
Garden of Eve – Life in the Garden Series 2
Eigenverlag, 2011
13. Januar 2012
Hans-Jürgen Hennecke: Lindentod
Lindemann, ein gewissenhafter nicht mehr ganz junger Beamter und ausgeprägter Knoblauchliebhaber mit einer sozialen Ader, ist unter die Schrebergärtner gegangen. Seit kurzem hat er einen Kleingarten am Lindener Berg in Hannover gepachtet und träumt bereits von seiner Ernte. Insbesondere freut er sich auf schmackhafte Kirschen und Erdbeeren. Noch grösser ist im Moment nur die Vorfreude auf seinen wohlverdienten Urlaub, den er geruhsam in seinem 380 m2 grossen Garten zwischen Blumen und Sträuchern zu verbringen gedenkt.
So gemütlich wie Lindemann sich seine Ferien erträumt, werden sie dann aber nicht. Auf dem Parkplatz der Kleingartenanlage liegt eine Leiche. Mysteriöserweise verschwindet diese aber und ist nicht mehr aufzufinden. Dann taucht der angebliche Tote auf dem Laubenfest auf, löst sich aber auch hier wieder in Luft auf.
Auch sonst ist allerhand los in Hannover. Der Chefredaktor des „Lindenkuriers“ wird vermisst und im Teich der Schrebergartenanlage sollen illegal Giftmüllabfälle deponiert worden sein. Ausserdem kommt die Tante von Lindemanns Partnerin auf tragische Weise ums Leben, als sich an einem Lastwagen die ungenügend gesicherte Ladung löst und auf sie fällt. Einen weiteren Schrecken löst die Meldung aus, dass auf Satellitenfotos Bomben aus dem letzten Krieg entdeckt worden sind, die sich irgendwo unter den Parzellen der Kleingartenanlage am Lindener Berg befinden soll. Da wundert es den Leser kaum noch, dass sich in einem Hochbeet nicht nur Erde und Kompost finden lassen.
Aufgrund der Sondermüllabfall-Meldung wird allen Gärtnern der betroffenen Anlage davon abgeraten, Gemüse und Blumen aus ihrem Garten zu verwenden. Und wenn einem während des Urlaubes sogar das Ernten im eigenen Garten untersagt wird, muss man halt seine Zeit wohl oder übel mit anderen Tätigkeiten ausfüllen. Was liegt da für Lindemann näher, als selber etwas herumzuschnüffeln? In dieser Tätigkeit wird er von Pastor Sauerbier unterstützt und die beiden müssen sich bald die Frage stellen, ob die verschiedenen Vorkommnisse in jüngster Zeit einen Zusammenhang haben könnten.
Hans-Jürgen Hennecke:
Lindentod
Zu Klampen Verlag, 2010
So gemütlich wie Lindemann sich seine Ferien erträumt, werden sie dann aber nicht. Auf dem Parkplatz der Kleingartenanlage liegt eine Leiche. Mysteriöserweise verschwindet diese aber und ist nicht mehr aufzufinden. Dann taucht der angebliche Tote auf dem Laubenfest auf, löst sich aber auch hier wieder in Luft auf.
Auch sonst ist allerhand los in Hannover. Der Chefredaktor des „Lindenkuriers“ wird vermisst und im Teich der Schrebergartenanlage sollen illegal Giftmüllabfälle deponiert worden sein. Ausserdem kommt die Tante von Lindemanns Partnerin auf tragische Weise ums Leben, als sich an einem Lastwagen die ungenügend gesicherte Ladung löst und auf sie fällt. Einen weiteren Schrecken löst die Meldung aus, dass auf Satellitenfotos Bomben aus dem letzten Krieg entdeckt worden sind, die sich irgendwo unter den Parzellen der Kleingartenanlage am Lindener Berg befinden soll. Da wundert es den Leser kaum noch, dass sich in einem Hochbeet nicht nur Erde und Kompost finden lassen.
Aufgrund der Sondermüllabfall-Meldung wird allen Gärtnern der betroffenen Anlage davon abgeraten, Gemüse und Blumen aus ihrem Garten zu verwenden. Und wenn einem während des Urlaubes sogar das Ernten im eigenen Garten untersagt wird, muss man halt seine Zeit wohl oder übel mit anderen Tätigkeiten ausfüllen. Was liegt da für Lindemann näher, als selber etwas herumzuschnüffeln? In dieser Tätigkeit wird er von Pastor Sauerbier unterstützt und die beiden müssen sich bald die Frage stellen, ob die verschiedenen Vorkommnisse in jüngster Zeit einen Zusammenhang haben könnten.
Hans-Jürgen Hennecke:
Lindentod
Zu Klampen Verlag, 2010
9. Januar 2012
Josefa Amerstorfer: Verbrechen im Zaubergarten – Ein Blumenkrimi
Im Garten der Blumenfreundin Grete ist eine hübsche Pflanzengesellschaft mit verschiedenen Charakteren versammelt. Dazu gehören eine stolze, eingebildete Zaubernuss, ein naiver Krokus, ein sturer, reisefreudiger Löwenzahn, eine liebenswerte, kratzbürstige Brennnessel und viele andere mehr.
Als nach dem Winter die ersten Frühblüher erwachen, bemerken diese sofort, dass die Gärtnerin Grete sich währende der kalten Jahreszeit verändert hat. Sie trägt nicht nur eine neue Frisur, auch ihr neuer Kleidungsstil hat nichts mehr mit den gewohnten einfachen und praktischen Klamotten gemeinsam, die sie bis anhin bevorzugt hat. Da sämtliche Pflanzen in diesem Zaubergarten mit der Schöpferin dieses blühenden Paradieses sprechen können, bleibt der Grund für die äusserliche Verwandlung nicht lange im Verborgenen. Nach einer gescheiterten Ehe und einem längeren Single-Dasein hat Grete endlich ihren Traummann gefunden und ist frisch verliebt.
Die verschiedenen Blumen, die oft den lieben langen Tag mit streiten verbringen, sind sich für einmal aussergewöhnlich einig, nachdem sie den Grund für Gretes Veränderung persönlich erlebt haben. Sie können Gretes Begeisterung für ihren Walter nicht teilen, er ist ihnen äusserst unsympathisch.
Kurze Zeit später wird nachts bei Grete eingebrochen. Die Gartenbewohner haben den Täter erkannt und wehren sich auf ihre Weise gegen den Eindringling. Die Igelfamilie quickt und der Rosenstrauch umgarnt ihn mit seinen stacheligen Ästen, so dass er sich darin verheddert. Damit stecken Salbei, Melisse, Pfefferminze und Co. mitten im Blumenkrimi. Und als sich tags darauf Walter von Grete trennt, sind nicht nur detektivische Fähigkeiten gefragt sondern auch Mitgefühl und Trost.
In dieser Lektüre kommt das umfangreiche Blumen- und Gartenwissen der Autorin auf jeder Seite stark ausgeprägt zum Ausdruck. Allerdings empfand ich die Dialoge zwischen den Blumen oft als langatmig und wiederholend.
Josefa Amerstorfer:
Verbrechen im Zaubergarten – Ein Blumenkrimi
Agenda Verlag, 2009
Als nach dem Winter die ersten Frühblüher erwachen, bemerken diese sofort, dass die Gärtnerin Grete sich währende der kalten Jahreszeit verändert hat. Sie trägt nicht nur eine neue Frisur, auch ihr neuer Kleidungsstil hat nichts mehr mit den gewohnten einfachen und praktischen Klamotten gemeinsam, die sie bis anhin bevorzugt hat. Da sämtliche Pflanzen in diesem Zaubergarten mit der Schöpferin dieses blühenden Paradieses sprechen können, bleibt der Grund für die äusserliche Verwandlung nicht lange im Verborgenen. Nach einer gescheiterten Ehe und einem längeren Single-Dasein hat Grete endlich ihren Traummann gefunden und ist frisch verliebt.
Die verschiedenen Blumen, die oft den lieben langen Tag mit streiten verbringen, sind sich für einmal aussergewöhnlich einig, nachdem sie den Grund für Gretes Veränderung persönlich erlebt haben. Sie können Gretes Begeisterung für ihren Walter nicht teilen, er ist ihnen äusserst unsympathisch.
Kurze Zeit später wird nachts bei Grete eingebrochen. Die Gartenbewohner haben den Täter erkannt und wehren sich auf ihre Weise gegen den Eindringling. Die Igelfamilie quickt und der Rosenstrauch umgarnt ihn mit seinen stacheligen Ästen, so dass er sich darin verheddert. Damit stecken Salbei, Melisse, Pfefferminze und Co. mitten im Blumenkrimi. Und als sich tags darauf Walter von Grete trennt, sind nicht nur detektivische Fähigkeiten gefragt sondern auch Mitgefühl und Trost.
In dieser Lektüre kommt das umfangreiche Blumen- und Gartenwissen der Autorin auf jeder Seite stark ausgeprägt zum Ausdruck. Allerdings empfand ich die Dialoge zwischen den Blumen oft als langatmig und wiederholend.
Josefa Amerstorfer:
Verbrechen im Zaubergarten – Ein Blumenkrimi
Agenda Verlag, 2009
5. Januar 2012
Antonia Michaelis: Wolfsgarten
Achim und Karl haben vor Jahresfrist das Kinderheim, das ihr bisheriges Zuhause war, verlassen können und in separaten Familien ein neues Leben angefangen. Der Kontakt zwischen den beiden ehemals eng befreundeten Jungs ist etwas eingeschlafen. Doch nun werden sie ans Krankenbett ihrer früheren Bezugsperson Maria gerufen, die plötzlich an einer seltsamen Krankheit leidet. Die Mittdreissigerin, die an den Heimzöglingen die Mutterstelle vertreten hat und selber kein eigenes Daheim hat, hat zuletzt von Achim und Karl gesprochen, bevor sie einen merkwürdigen Schlaf gefallen ist.
In einem von Maria verfassten, aber nicht abgeschickten Brief erfahren Achim und Karl von dunkelroten Hagenbutten mit weissen Tupfen und einem Märchen. Wenn man die Fliegenpilz-Hagenbutte in die Erde legt, soll man einen Wunsch frei haben und sobald daraus eine blühende Rose gewachsen ist und man deren Duft einatmet, soll der Wunsch in Erfüllung gehen. Weiter ist die Rede von einem grünen Tor, das in einen wilden Garten führt, in dem ein altes Herrenhaus steht und von Wölfen, die dort herumstreunen.
In der verschlossenen Faust der tief schlafenden Maria entdecken die beiden Knaben eben eine solche weiss getupfte Hagenbutte und sie beschliessen, diese im Garten hinter der Mauer des Kinderheims einzupflanzen und für Maria einen Wunsch zu äussern. Mit einem Teelöffel graben sie abwechselnd ein Loch in den Kiesvorplatz, legen die Hagenbutte hinein und giessen diese mit etwas Apfelsaft an. Und wie im Märchen beschrieben, beginnt sofort ein Pflänzlein zu wachsen, das sich in kürzester Zeit in einen grossen Busch in Form eines Tores verwandelt und mit Rosenblüten übersät ist. Als die beiden Jungen den Rosenduft einatmen und durch das Tor gehen, scheint die Erde zu beben und sie finden sich in einem grossen ummauerten Garten wieder. Recht rasch bemerken sie bei Tagesanbruch, dass zwar das Kinderheim an seinem gewohnten Platz steht, aber sowohl Zugangsstrassen, Bushaltestelle und andere Gebäude fehlen. Wo sind sie da nur hingeraten? Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Warum kommen täglich Kinder in den Garten um zu rennen? Gibt es auf dem Gelände tatsächlich Wölfe, die nachts umherstreifen? Und was hat es mit der weissen und der schwarzen Gestalt und den verschiedenen im Garten gefundenen Spielsachen auf sich?
Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Zeitgeschichte, Abenteuer und Fantasie und wird in zwei Strängen erzählt. In die fiktive Geschichte werden das Ende der DDR, der Mauerfall sowie Hoffnung und Furcht eingewoben. Ein spannendes Jugendbuch, in dem die Fliegenpilz-Hagenbutte und der Rosenstrauch eine wichtige Rolle spielen. Auf dem Basler Jugendbücherschiff lassen sich doch immer wieder lohnenswerte Bücher entdecken!
Antonia Michaelis:
Wolfsgarten
KeRLE in der Herder Verlag GmbH, 2011
In einem von Maria verfassten, aber nicht abgeschickten Brief erfahren Achim und Karl von dunkelroten Hagenbutten mit weissen Tupfen und einem Märchen. Wenn man die Fliegenpilz-Hagenbutte in die Erde legt, soll man einen Wunsch frei haben und sobald daraus eine blühende Rose gewachsen ist und man deren Duft einatmet, soll der Wunsch in Erfüllung gehen. Weiter ist die Rede von einem grünen Tor, das in einen wilden Garten führt, in dem ein altes Herrenhaus steht und von Wölfen, die dort herumstreunen.
In der verschlossenen Faust der tief schlafenden Maria entdecken die beiden Knaben eben eine solche weiss getupfte Hagenbutte und sie beschliessen, diese im Garten hinter der Mauer des Kinderheims einzupflanzen und für Maria einen Wunsch zu äussern. Mit einem Teelöffel graben sie abwechselnd ein Loch in den Kiesvorplatz, legen die Hagenbutte hinein und giessen diese mit etwas Apfelsaft an. Und wie im Märchen beschrieben, beginnt sofort ein Pflänzlein zu wachsen, das sich in kürzester Zeit in einen grossen Busch in Form eines Tores verwandelt und mit Rosenblüten übersät ist. Als die beiden Jungen den Rosenduft einatmen und durch das Tor gehen, scheint die Erde zu beben und sie finden sich in einem grossen ummauerten Garten wieder. Recht rasch bemerken sie bei Tagesanbruch, dass zwar das Kinderheim an seinem gewohnten Platz steht, aber sowohl Zugangsstrassen, Bushaltestelle und andere Gebäude fehlen. Wo sind sie da nur hingeraten? Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Warum kommen täglich Kinder in den Garten um zu rennen? Gibt es auf dem Gelände tatsächlich Wölfe, die nachts umherstreifen? Und was hat es mit der weissen und der schwarzen Gestalt und den verschiedenen im Garten gefundenen Spielsachen auf sich?
Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Zeitgeschichte, Abenteuer und Fantasie und wird in zwei Strängen erzählt. In die fiktive Geschichte werden das Ende der DDR, der Mauerfall sowie Hoffnung und Furcht eingewoben. Ein spannendes Jugendbuch, in dem die Fliegenpilz-Hagenbutte und der Rosenstrauch eine wichtige Rolle spielen. Auf dem Basler Jugendbücherschiff lassen sich doch immer wieder lohnenswerte Bücher entdecken!
Antonia Michaelis:
Wolfsgarten
KeRLE in der Herder Verlag GmbH, 2011
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