Spontan hat sich die 48jährige Gartenjournalistin Mim Fitz an eine Helleborus-Tagung in Philadelphia angemeldet. Alle wichtigen Persönlichkeiten aus der Helleborus-Welt werden dort anwesend sein. Alle ausser Tate Adkins, ihrem Lebenspartner, der vor zwei Jahren auf einer Pflanzenexpedition im Balkan in den Bergen abgestürzt ist und dabei ums Leben kam. Von ihm geblieben sind der Frau, die sich als Gartendesignerin ein Zubrot verdient, neben ihren Erinnerungen ein mit kleinen Helleborus-Pflanzen gesäumter Weg in ihrem Garten.
Nur eine kurze gemeinsame Zeit war dem Paar vergönnt und nicht zuletzt deshalb ist Mim‘s Umfeld der Meinung, sie solle endlich wieder vorwärts schauen. Nicht ganz einfach, wenn man immer noch schwer damit hadert, dass die Zukunft zu zweit ein derart abruptes Ende gefunden hat. Nun hofft Mim, mit Hilfe der Konferenz und der Teilnehmer dieses traurige Kapitel in ihrem Leben abzuschliessen und ist sich dabei sehr wohl bewusst, dass diese Tage inmitten von Leuten, die Tate gut gekannt haben, auch sehr schmerzliche Momente beinhalten werden. Glücklicherweise nimmt auch ihre Freundin Sally an der Tagung teil. Und die beiden wollen die Gelegenheit nutzen, zwischen den Vorträgen an ihrer geplanten gemeinschaftlichen Buchproduktion über Gestaltung mit Kräutern zu arbeiten.
Auf der Hinreise zur Tagung trifft Mim im Zug für sie überraschend ihren alten Bekannten Kevin, der als Reisejournalist ständig unterwegs ist, und ebenfalls an der Helleborus-Konferenz teilnehmen will. Er möchte aus erster Hand mehr über verschiedene mysteriöse Todesfälle unter Christrosen-Züchtern erfahren und darüber ein Buch schreiben. Und Mim vernimmt während der gemeinsamen Zugreise, dass Kevin zur gleichen Zeit wie Tate im Balkan unterwegs war, und diesem sogar begegnet ist.
Die eher unscheinbare 35jährige Margaret Stemple hat keinen Aufwand gescheut, ein hochwertiges Programm für die Helleborus-Konferenz zusammenzustellen. Für sich persönlich hofft sie, dass sich ihre jahrelange aufopfernde Arbeit im Hintergrund für die hortikulturellen Vereine endlich auszahlen und ihr der ihr gebührende Respekt entgegengebracht wird. Und vielleicht liegt auch ein privates Glück drin?
Auch Amy hat sich einer schwierigen Aufgabe zu stellen. Ihr Verlobter, der bekannte und erfolgreiche Helleborus-Züchter JP, ist vor zwei Wochen bei einem Einbruch in ihr gemeinsames Heim ermordet worden. Bei der Tat wurden sämtliche Computer und CDs gestohlen. Dank einer zufällig in einer Jacke steckenden Datensicherung auf einem Stick kann und will Amy unbedingt persönlich den Konferenzteilnehmern JP's für diese Tagung vorbereitetes Programm vorstellen. Doch warum nutzt die Organisatorin Margaret Stemple jede Gelegenheit, diesen Wunsch zu sabotieren?
Spannender Krimi rund um Züchter und Sammler von Helleboren, der Einblick gibt in die heutige Pflanzenjagd und den (nicht immer fesselnden) Ablauf einer mehrtägigen Helleborus-Konferenz für Gartenjournalisten. Im Zentrum stehen gestohlene Pflanzen und das Zuchtziel pünktlich zu Weihnachten in der Farbe Rot blühende Christrosen, die Aufarbeitung der Geschehnisse im Balkan und es ist auch die Rede von blauen Helleboren. Die ideale Lektüre, um die Zeit bis zur nächsten Helleborus-Blüte zu überbrücken!
Carole Ottesen:
Dying for the Christmas Rose
CreateSpace Independent Publishing Platform, 2012
5. September 2012
1. September 2012
Fred Zaugg und Adrian Moser: Botanischer Garten Bern
Beim Googeln mit den Stichworten „Buch“ und „Botanischer Garten“ bin ich auf diese überaus interessante Publikation gestossen, die im Jahr 2009 anlässlich des 150. Geburtstages des Botanischen Gartens (BOGA) Bern erschienen ist. Der grossformatige Band ist mit wunderschönen Fotos illustriert und im Textteil wechseln Artikel zu den Rubriken „Geschichten“, „Gartenträume“ und „Die Menschen und ihr Garten“ ab.
Die ersten Seiten des Buches decken ein Vorwort, eine Einleitung und ein ausführlicher Einblick in die wechselvolle Geschichte des BOGA Berns ab. In letzterem ist wie in verschiedenen anderen Texten auch immer wieder die jüngste Vergangenheit zentrales Thema. Schon wiederholt drohte der Institution nämlich das Aus. Bleibt mir als Nicht-Bernerin nur zu hoffen, dass die Finanzen im Lot sind und die Möglichkeit einer Schliessung definitiv vom Tisch ist. Und dass die Vorhersagen aus dem Jahr 2008, welche von einer gesicherten Finanzierung des BOGA für die nächsten 10 Jahre sprechen, sich bewahrheitet haben und nach wie vor gelten.
In den der Rubrik „Die Menschen und ihr Garten“ zugeordneten Seiten erzählen aktuelle oder pensionierte Mitarbeiter, Besucher oder Nachbarn von Ihrem Bezug zum BOGA Bern. Das Portrait über deren persönliche Beziehung wird mit dem Offenbaren der Lieblingspflanze komplettiert, die dann gleich in Wort und Bild kurz vorgestellt wird. Während die eine den BOGA als Hort der Ruhe schätzt, wo sie gerne die Mittagspause verbringt, jagt eine andere mit der Linse nach Pflanzen und Käfern und wähnt sich als Zeugin von Mord und Liebe im grünen Krimi. Ein anderer Fast-Krimi wird beim Nacherzählen der Suche nach der verschwundenen Didiers-Tulpe publik. Und an einer weiteren Stelle liest man von einer (wahren) tragischen Liebesgeschichte, die sich zu einem Politkrimi entwickelte.
Von stolzen Alten, zum Beispiel der Schwarzkiefer aus dem Jahr 1861, und fünf weiteren Senioren, die bereits im 19. Jahrhundert gekeimt sind, kann man in der Rubrik „Gartenträume“ lesen. Nicht von Träumen, aber von Fakten handelt die Beschreibung von der Pflege von Herbarien. Haben Sie gewusst, dass die Lebenserwartung von Betreuern von Herbarien vor der Verfügung von Tiefkühlanlagen massgeblich tiefer war? Die Herbarbelege mussten nämlich mit verschiedenen giftigen Substanzen, etwa auch mit Arsen, haltbar gemacht bzw. vor Schädlingen geschützt werden.
Weiter liest man von Kannibalentomaten, Gartenpädagogik mit spannenden Kindernachmittagen, Museumsnächten (siehe auch CD "Verbarium") sowie von Jazz-Matinés und erfährt, dass die Bundesverwaltung im BOGA ein Büro für den Vollzug des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) im Bereich Pflanzen und pflanzliche Erzeugnisse in der Schweiz unterhält oder erhält Antwort auf die Frage an Studenten, weshalb exotische Pflanzen bei uns so gut gedeihen.
Mein kurz zusammengefasstes Fazit zu diesem Buch: eine wunderschöne und gleichzeitig informative Liebeserklärung an den BOGA. Diese Publikation ist übrigens beim BOGA direkt zu einem günstigen Sonderpreis erhältlich.
Fred Zaugg und Adrian Moser:
Botanischer Garten Bern
Haupt Verlag, 2009
PS: Die Antwort auf obige Frage an Studenten - in der neuen Umgebung fehlen die natürlichen Frassfeinde dieser Pflanzen. Zuweilen finden diese jedoch nachträglich auch noch den Weg zu uns (beispielsweise der Buchsbaumzünsler).
Die ersten Seiten des Buches decken ein Vorwort, eine Einleitung und ein ausführlicher Einblick in die wechselvolle Geschichte des BOGA Berns ab. In letzterem ist wie in verschiedenen anderen Texten auch immer wieder die jüngste Vergangenheit zentrales Thema. Schon wiederholt drohte der Institution nämlich das Aus. Bleibt mir als Nicht-Bernerin nur zu hoffen, dass die Finanzen im Lot sind und die Möglichkeit einer Schliessung definitiv vom Tisch ist. Und dass die Vorhersagen aus dem Jahr 2008, welche von einer gesicherten Finanzierung des BOGA für die nächsten 10 Jahre sprechen, sich bewahrheitet haben und nach wie vor gelten.
In den der Rubrik „Die Menschen und ihr Garten“ zugeordneten Seiten erzählen aktuelle oder pensionierte Mitarbeiter, Besucher oder Nachbarn von Ihrem Bezug zum BOGA Bern. Das Portrait über deren persönliche Beziehung wird mit dem Offenbaren der Lieblingspflanze komplettiert, die dann gleich in Wort und Bild kurz vorgestellt wird. Während die eine den BOGA als Hort der Ruhe schätzt, wo sie gerne die Mittagspause verbringt, jagt eine andere mit der Linse nach Pflanzen und Käfern und wähnt sich als Zeugin von Mord und Liebe im grünen Krimi. Ein anderer Fast-Krimi wird beim Nacherzählen der Suche nach der verschwundenen Didiers-Tulpe publik. Und an einer weiteren Stelle liest man von einer (wahren) tragischen Liebesgeschichte, die sich zu einem Politkrimi entwickelte.
Von stolzen Alten, zum Beispiel der Schwarzkiefer aus dem Jahr 1861, und fünf weiteren Senioren, die bereits im 19. Jahrhundert gekeimt sind, kann man in der Rubrik „Gartenträume“ lesen. Nicht von Träumen, aber von Fakten handelt die Beschreibung von der Pflege von Herbarien. Haben Sie gewusst, dass die Lebenserwartung von Betreuern von Herbarien vor der Verfügung von Tiefkühlanlagen massgeblich tiefer war? Die Herbarbelege mussten nämlich mit verschiedenen giftigen Substanzen, etwa auch mit Arsen, haltbar gemacht bzw. vor Schädlingen geschützt werden.
Weiter liest man von Kannibalentomaten, Gartenpädagogik mit spannenden Kindernachmittagen, Museumsnächten (siehe auch CD "Verbarium") sowie von Jazz-Matinés und erfährt, dass die Bundesverwaltung im BOGA ein Büro für den Vollzug des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) im Bereich Pflanzen und pflanzliche Erzeugnisse in der Schweiz unterhält oder erhält Antwort auf die Frage an Studenten, weshalb exotische Pflanzen bei uns so gut gedeihen.
Mein kurz zusammengefasstes Fazit zu diesem Buch: eine wunderschöne und gleichzeitig informative Liebeserklärung an den BOGA. Diese Publikation ist übrigens beim BOGA direkt zu einem günstigen Sonderpreis erhältlich.
Fred Zaugg und Adrian Moser:
Botanischer Garten Bern
Haupt Verlag, 2009
PS: Die Antwort auf obige Frage an Studenten - in der neuen Umgebung fehlen die natürlichen Frassfeinde dieser Pflanzen. Zuweilen finden diese jedoch nachträglich auch noch den Weg zu uns (beispielsweise der Buchsbaumzünsler).
30. August 2012
Uschi Niemann: Vergissmeinnicht
Die
Puzzleteile auf der Umschlagsgestaltung dieses schmalen hundertseitigen
Büchleins stehen als Symbol für die Teilchen, die Kommissar Lüders und sein
Assistent Marcel im Laufe ihrer Ermittlungen zusammentragen und richtig
zusammensetzen müssen.
Am
Anfang steht der brutale Mord an Frau Gärtner. Der Tat dringend verdächtigt
wird ihr allseits beliebter Ehemann, der aber unter Schock steht und nicht
vernehmungsfähig ist. Was bedeuten die zartblauen Vergissmeinnicht-Blüten, die
auf dem Fussboden neben der Toten lagen? Die Untersuchungen führen endlich zu einer
vielversprechende Spur, als Marcel, der Assistent des Kommissars, der sich inkognito mit der Nachbarin der
Gärtners bekanntgemacht hat, in deren Computer eine Datei mit einem
interessanten Manuskript entdeckt.
In
diesem Kurzkrimi werden immer wieder botanische Häppchen eingestreut, wie etwa
Hinweise über die Pflege von Zimmerpflanzen und man liest, dass Ende April nicht
die richtige Jahreszeit zum Schneiden von Bäumen ist. Und schliesslich träumt der
ermittelnde Kommissar von seiner Pensionierung mit viel freier Zeit zum Züchten von Rosen, einem
Gewächshaus und selbst gezogenem biologischem Gemüse. Ausserdem gibt er während einem
Gespräch einer Zeugin Tipps für die richtige Ausrichtung eines Blumenfensters.
Doch eigentlich sollte Lüders ja den Mordfall Gärtner lösen und sich nicht nur
um sein eigenes neu gestaltetes Blumenfenster im Büro kümmern …
Uschi Niemann:
Vergissmeinnicht
Books on Demand, 2004
26. August 2012
Christa Pöppelmann: Hier wächst die Hoffnung!
Dieser gartenkulturgeschichtliche Rück- und Ausblick ist in die folgenden vier Kapitel gegliedert:
Bedürftige Familien bekamen im 18. Jahrhundert in England sogenannte „Allotments“ zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Diese Gartenparzellen, die als Nebenerwerbslandwirtschaft dienten, hatten in der Folge einen direkten Einfluss auf die Höhe der Ausgaben der Armenfürsorge. Christa Pöppelmann stellt fest, dass Gärten überhaupt zuweilen als Allheilmittel der Sozialfürsorge für die unterschiedlichsten Probleme angesehen wurden, zu denen finanzielle und soziale ebenso zählten wir moralische oder gesundheitliche.
Erfolgreiches Gärtnern setzt ein solides Basiswissen voraus. So erschienen denn im gartenbegeisterten England schon im 16. Jahrhundert zahlreiche Ratgeber, die sich ausschliesslich dem Thema Garten widmeten, während im deutschsprachigen Raum sogenannte „Hausbücher“ veröffentlicht wurden, in denen neben Gärtnern vor allem Tipps rund ums Kochen und die Haushaltführung vermittelt wurden. Es versteht sich von selbst, dass das Zielpublikum dieser Publikationen nicht mit den oben erwähnten Bedürftigen übereingestimmt haben wird.
Mit dem Wachsen der Städte wuchs parallel auch das Bedürfnis nach mehr Landparzellen in der Peripherie. Insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten entstanden vermehrt auch illegale Gärten und die teilweise strengen Regeln in Laubenkolonien wurden nicht (mehr) eingehalten. Es gab aber auch Befürworter dieser Entwicklung, die dahingehend argumentierten, dass die Bewohner durch die Gartenarbeit das Arbeiten nicht verlernen würden und sich weitgehend oder zumindest zu einem Teil selber ernähren können.
Die Gärten und ihre Bewohner stehen im dritten Kapitel im Mittelpunkt. Während früher im Garten Gemüse hauptsächlich angezogen wurde, um Geld zu sparen, steht in der modernen Kleingartenkultur der Wunsch nach ökologisch unbedenklichen Nahrungsmitteln, der körperliche Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit an der frischen Luft und vielleicht auch ein wenig der Traum vom Garten Eden im Vordergrund. Ausserdem sind diese Parzellen Orte der Geselligkeit.
Diese grosszügig illustrierte Publikation ist eine Fundgrube an Informationen über die Entwicklung der unterschiedlichen Formen von Gemeinschaftsgärten. Zwischen die Texte werden immer wieder Zitate eingestreut, beispielsweise von Dieter Kienast, Jürgen Dahl, Antoine de Saint-Exupéry und Mahatma Gandhi. Auch allerlei Kurioses gibt es zu erfahren. So liest man, dass in Frankreich die Jardinaux famillaux (Familiengärten) oft ein Rückzugsort und (fast) ausschliesslicher Treffpunkt nur für Männer sind, die sich dort mit Freunden bei einem Glas Wein von der Familie erholen.
Daneben bekommt der Leser Einblick in Kleingärten aus verschiedenen Ländern wie Russland (Datschas), Japan oder der DDR. Thematisiert werden auch die Gartenstadtbewegung, die Gartenzwergbefreiungsfront und Kleingärten im Krieg, wie etwa die Konsequenzen der Belagerung von Sarajewo in den Jahren 1992 – 1996. Nelson Mandelas Gefängnisgarten wird ebenso erwähnt wie die Gefängnisgärtner aus Leyhill, auf deren Geschichte der Film „Greenfingers“ basiert. Und haben Sie schon festgestellt, dass inzwischen der Trend dahin geht, in Kleingärten „echte“ Kunst auf Zeit zu präsentieren? Unter dem Titel „Fokus“ schliesslich gibt es u.a. Artikel über das deutsche Kleingartenmuseum, Michelle Obamas Gemüsegarten am Weissen Haus und die Prinzessinengärten in Berlin.
Eine überaus informative empfehlenswerte Lektüre für Gärtner und alle anderen, die sich für Gartenkultur begeistern und interessieren. Und falls Sie bei einem allfälligen New York-Aufenthalt mal Heimweh nach ihrem Garten haben sollten, können Sie sich bei der Organisation „Get Dirty NYC!“ melden. Dort erhalten auch Touristen die Gelegenheit, auf einer Rooftop Farm mit Blick auf die Skyline von Manhattan Unkraut zu jäten …
Christa Pöppelmann:
Hier wächst die Hoffnung – Von der Laubenkolonie zum Guerilla-Garten
Gerstenberg Verlag, 2012
- Nicht allein das Privileg der Semiramis – Die Entwicklung des Nutzgartens von der Antike bis zur Neuzeit
- Neues Glück im Grünen! Die moderne Kleingartenkultur entsteht
- Die Gärten und ihre Bewohner – Gesellschaft im Miniaturformat?
- Die grüne Wende – Zwischen kommunaler Selbstversorgung, globaler Völkerverständigung und Umgestaltung der Städte
Bedürftige Familien bekamen im 18. Jahrhundert in England sogenannte „Allotments“ zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Diese Gartenparzellen, die als Nebenerwerbslandwirtschaft dienten, hatten in der Folge einen direkten Einfluss auf die Höhe der Ausgaben der Armenfürsorge. Christa Pöppelmann stellt fest, dass Gärten überhaupt zuweilen als Allheilmittel der Sozialfürsorge für die unterschiedlichsten Probleme angesehen wurden, zu denen finanzielle und soziale ebenso zählten wir moralische oder gesundheitliche.
Erfolgreiches Gärtnern setzt ein solides Basiswissen voraus. So erschienen denn im gartenbegeisterten England schon im 16. Jahrhundert zahlreiche Ratgeber, die sich ausschliesslich dem Thema Garten widmeten, während im deutschsprachigen Raum sogenannte „Hausbücher“ veröffentlicht wurden, in denen neben Gärtnern vor allem Tipps rund ums Kochen und die Haushaltführung vermittelt wurden. Es versteht sich von selbst, dass das Zielpublikum dieser Publikationen nicht mit den oben erwähnten Bedürftigen übereingestimmt haben wird.
Mit dem Wachsen der Städte wuchs parallel auch das Bedürfnis nach mehr Landparzellen in der Peripherie. Insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten entstanden vermehrt auch illegale Gärten und die teilweise strengen Regeln in Laubenkolonien wurden nicht (mehr) eingehalten. Es gab aber auch Befürworter dieser Entwicklung, die dahingehend argumentierten, dass die Bewohner durch die Gartenarbeit das Arbeiten nicht verlernen würden und sich weitgehend oder zumindest zu einem Teil selber ernähren können.
Die Gärten und ihre Bewohner stehen im dritten Kapitel im Mittelpunkt. Während früher im Garten Gemüse hauptsächlich angezogen wurde, um Geld zu sparen, steht in der modernen Kleingartenkultur der Wunsch nach ökologisch unbedenklichen Nahrungsmitteln, der körperliche Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit an der frischen Luft und vielleicht auch ein wenig der Traum vom Garten Eden im Vordergrund. Ausserdem sind diese Parzellen Orte der Geselligkeit.
Diese grosszügig illustrierte Publikation ist eine Fundgrube an Informationen über die Entwicklung der unterschiedlichen Formen von Gemeinschaftsgärten. Zwischen die Texte werden immer wieder Zitate eingestreut, beispielsweise von Dieter Kienast, Jürgen Dahl, Antoine de Saint-Exupéry und Mahatma Gandhi. Auch allerlei Kurioses gibt es zu erfahren. So liest man, dass in Frankreich die Jardinaux famillaux (Familiengärten) oft ein Rückzugsort und (fast) ausschliesslicher Treffpunkt nur für Männer sind, die sich dort mit Freunden bei einem Glas Wein von der Familie erholen.
Daneben bekommt der Leser Einblick in Kleingärten aus verschiedenen Ländern wie Russland (Datschas), Japan oder der DDR. Thematisiert werden auch die Gartenstadtbewegung, die Gartenzwergbefreiungsfront und Kleingärten im Krieg, wie etwa die Konsequenzen der Belagerung von Sarajewo in den Jahren 1992 – 1996. Nelson Mandelas Gefängnisgarten wird ebenso erwähnt wie die Gefängnisgärtner aus Leyhill, auf deren Geschichte der Film „Greenfingers“ basiert. Und haben Sie schon festgestellt, dass inzwischen der Trend dahin geht, in Kleingärten „echte“ Kunst auf Zeit zu präsentieren? Unter dem Titel „Fokus“ schliesslich gibt es u.a. Artikel über das deutsche Kleingartenmuseum, Michelle Obamas Gemüsegarten am Weissen Haus und die Prinzessinengärten in Berlin.
Eine überaus informative empfehlenswerte Lektüre für Gärtner und alle anderen, die sich für Gartenkultur begeistern und interessieren. Und falls Sie bei einem allfälligen New York-Aufenthalt mal Heimweh nach ihrem Garten haben sollten, können Sie sich bei der Organisation „Get Dirty NYC!“ melden. Dort erhalten auch Touristen die Gelegenheit, auf einer Rooftop Farm mit Blick auf die Skyline von Manhattan Unkraut zu jäten …
Christa Pöppelmann:
Hier wächst die Hoffnung – Von der Laubenkolonie zum Guerilla-Garten
Gerstenberg Verlag, 2012
22. August 2012
Maryrose Wood: Die Poison Diaries 2 – Liebe ist stärker als der Tod
Jessamine Luxton hat sich inzwischen von ihrer plötzlichen schweren Erkrankung körperlich weitgehend erholt, doch die tugendhafte und gottesfürchtige junge Frau verspürt nach dem Verschwinden von Weed keine Lebensfreude mehr. Die Beziehung zu ihrem ständig schlecht gelaunten und pausenlos beschäftigten Vater ist nach ihrer Genesung schlechter als jemals zuvor. Immerhin wird Jessamine dank ihrem Wissen über die Anwendung von Kräutern als Heilerin von vielen Hilfesuchenden aus der Umgebung geschätzt und gleichzeitig auch etwas gefürchtet. Sie selber plagt sich ständig mit Gedanken an Weed. Wo ist er? Weshalb ist er so plötzlich verschwunden? Hängt sein Verschwinden mit dem Tod eines Predigers zusammen?
Vom Giftprinz Oleander erfährt Jessamine schliesslich, dass Weed noch lebt und er verspricht ihr, die beiden Liebenden wieder zusammenzuführen, wenn die junge Frau gewisse Aufgaben erfüllt. Dabei verschweigt er aber wohlweisslich, dass Weed beim Leben seiner Geliebten hat schwören müssen, niemals mehr nach Hulne Abbey zurückzukehren. Um mit Weed zusammenkommen zu können, muss Jessamine auf Verlangen von Oleander den Tod ihrer Mutter rächen und selber grosse Schuld auf sich laden.
Die junge Frau kann kaum glauben, was ihr von Oleander eingeflüstert wird. Ihr eigener Vater soll den Tod ihrer Mutter verschuldet haben. Doch tatsächlich hat ihr Vater Thomas Luxton selber handschriftlich festgehalten, welche Giftexperimente er mit Frau und Tochter angestellt hat, die Auslöser für den frühen Tod seiner Frau und auch der schweren Krankheit von Jessamine waren. Sehr schmal ist der Grat zwischen und Gut und Böse und eben auch die Entscheidung, pflanzliche Heilmittel in nützlicher, schädlicher oder gar tödlicher Dosis anzuwenden. Jessamine tut, was sie zu tun glauben muss und verlässt daraufhin ihr Zuhause.
Sie nennt sich nun Rowan und versucht ihre Heimat rasch möglichst weit hinter sich zu lassen. Doch ihre Reisebegleiter in der Kutsche sind ihr nicht wohlgesinnt und als sie einem kranken Mädchen mit ihren Heilfähigkeiten und Kräutern hilft, wird sie als Hexe verschrien und die Situation eskaliert. Gezwungenermassen nimmt sie nochmals eine neue Identität an und als Belladonna kommt die junge Frau scheinbar völlig von ihrem Weg ab. Sie kennt keine Gewissensbisse mehr, ihr Pflanzenwissen gegen Geld weiterzugeben und ihre Abhängigkeit von Laudanum und der Mangel an Skrupel machen sie zu einem willenlosen Spielball von Aufständischen und Revoluzzern in einer Zeit, wo sich halb Europa im Krieg befindet.
Währenddessen hat sich Weed einer Gauklertruppe angeschlossen und lässt dank seinen Fähigkeiten mit der Pflanzenwelt zu kommunizieren, Rosen auf Befehl erblühen und gleichzeitig die Frauenherzen schmelzen. Doch sein eigenes Herz gehört nach wie vor nur einer, nämlich Jessamine. In seiner freien Zeit liest er immer wieder in Thomas Luxtons Gifttagebuch. Luxton schreibt davon, dass das uralte Wissen über Pflanzen im botanischen Garten der Universität Padua in Italien am besten bewahrt wird und macht sich unterwegs dorthin. Er hofft, dort eine Spur von Jessamine zu entdecken.
Dieser zweite Band in zwei Erzählsträngen dünkte mich (noch) fesselnder als Teil 1. Doch wie es Bücher mit Fortsetzungen so an sich haben, hat das Lesevergnügen immer genau dann ein Ende, wenn es am Spannendsten ist. Leider lässt sich auf der Webseite der Autorin Maryrose Wood nicht herausfinden, wann es mit dem Finale weitergeht.
Hier der Link zu meinen Gedanken zu Band 1 der Trilogie.
Maryrose Wood:
Die Poison Diaries 2 – Liebe ist starker als der Tod
S. Fischer Verlag, 2012
Vom Giftprinz Oleander erfährt Jessamine schliesslich, dass Weed noch lebt und er verspricht ihr, die beiden Liebenden wieder zusammenzuführen, wenn die junge Frau gewisse Aufgaben erfüllt. Dabei verschweigt er aber wohlweisslich, dass Weed beim Leben seiner Geliebten hat schwören müssen, niemals mehr nach Hulne Abbey zurückzukehren. Um mit Weed zusammenkommen zu können, muss Jessamine auf Verlangen von Oleander den Tod ihrer Mutter rächen und selber grosse Schuld auf sich laden.
Die junge Frau kann kaum glauben, was ihr von Oleander eingeflüstert wird. Ihr eigener Vater soll den Tod ihrer Mutter verschuldet haben. Doch tatsächlich hat ihr Vater Thomas Luxton selber handschriftlich festgehalten, welche Giftexperimente er mit Frau und Tochter angestellt hat, die Auslöser für den frühen Tod seiner Frau und auch der schweren Krankheit von Jessamine waren. Sehr schmal ist der Grat zwischen und Gut und Böse und eben auch die Entscheidung, pflanzliche Heilmittel in nützlicher, schädlicher oder gar tödlicher Dosis anzuwenden. Jessamine tut, was sie zu tun glauben muss und verlässt daraufhin ihr Zuhause.
Sie nennt sich nun Rowan und versucht ihre Heimat rasch möglichst weit hinter sich zu lassen. Doch ihre Reisebegleiter in der Kutsche sind ihr nicht wohlgesinnt und als sie einem kranken Mädchen mit ihren Heilfähigkeiten und Kräutern hilft, wird sie als Hexe verschrien und die Situation eskaliert. Gezwungenermassen nimmt sie nochmals eine neue Identität an und als Belladonna kommt die junge Frau scheinbar völlig von ihrem Weg ab. Sie kennt keine Gewissensbisse mehr, ihr Pflanzenwissen gegen Geld weiterzugeben und ihre Abhängigkeit von Laudanum und der Mangel an Skrupel machen sie zu einem willenlosen Spielball von Aufständischen und Revoluzzern in einer Zeit, wo sich halb Europa im Krieg befindet.
Währenddessen hat sich Weed einer Gauklertruppe angeschlossen und lässt dank seinen Fähigkeiten mit der Pflanzenwelt zu kommunizieren, Rosen auf Befehl erblühen und gleichzeitig die Frauenherzen schmelzen. Doch sein eigenes Herz gehört nach wie vor nur einer, nämlich Jessamine. In seiner freien Zeit liest er immer wieder in Thomas Luxtons Gifttagebuch. Luxton schreibt davon, dass das uralte Wissen über Pflanzen im botanischen Garten der Universität Padua in Italien am besten bewahrt wird und macht sich unterwegs dorthin. Er hofft, dort eine Spur von Jessamine zu entdecken.
Dieser zweite Band in zwei Erzählsträngen dünkte mich (noch) fesselnder als Teil 1. Doch wie es Bücher mit Fortsetzungen so an sich haben, hat das Lesevergnügen immer genau dann ein Ende, wenn es am Spannendsten ist. Leider lässt sich auf der Webseite der Autorin Maryrose Wood nicht herausfinden, wann es mit dem Finale weitergeht.
Hier der Link zu meinen Gedanken zu Band 1 der Trilogie.
Maryrose Wood:
Die Poison Diaries 2 – Liebe ist starker als der Tod
S. Fischer Verlag, 2012
18. August 2012
Silke Schütze: Erdbeerkönigin
Die 42jährige gelernte Krankenschwester Eva Brandt sorgt in ihrer Nachbarschaft für Entsetzen und Kopfschütteln als sie in der perfekten Vorgartenrasenfläche ein rundes Erdbeerbeet anlegt. Einzig ihr pubertierender und fast ständig schlechtgelaunte Sohn Benny scheint von dieser Veränderung nichts mitbekommen zu haben.
Ein paar Tage nach dieser gärtnerischen Aktion verschwindet die frühere Erdbeerkönigin Eva Brandt an einem Mittwoch aus ihrem Leben und fährt spontan nach Hamburg. Auslöser für die Reise ist ein Schreiben eines Anwalts, der sie im Auftrag eines verstorbenen Mandanten bittet, bei dessen Urnenbeisetzung die Grabrede zu halten. Daraufhin hat Eva unverzüglich ihre Reisetasche gepackt und ihre Gewohnheiten und Rituale zurückgelassen.
Im separaten Erzählstrang „Damals“ erfährt die Leserin erste Details zu Evas zwanzig Jahre zurückliegenden Begegnung mit dem verstorbenen Daniel Eisenthuer, die nunmehr eine kostbare Erinnerung ist. Die wenigen gemeinsamen Stunden waren für Eva (Zitat:) „wie eine schöne Pflanze in einem verschlossenen Garten, zu dem nur sie den Schlüssel besass“. Der Anwalt lässt Eva in Daniels noch nicht aufgelöster Wohnung einziehen und sie beginnt eine Spurensuche, die gleichzeitig zu einer detaillierten Reflektion ihrer aktuellen Lebensumstände führt. Warum hängt in der Wohnung eines stilsicheren Galeristen eine billige Postkarte mit dem Motiv des Stillebens „Der Erdbeerkorb“ von Jean-Baptiste Siméon Chardin, gerahmt an der Wand? Dabei handelt es sich um die einzige Postkarte, die Eva jemals ans Daniel geschickt hat.
Verschiedene Freunde von Daniel erzählen ihr von ihm. Dabei kommt viel schönes, aber auch weniger schmeichelhaftes zu Tage. Doch wieso soll ausgerechnet Eva, die ihn nur ganz flüchtig gekannt hat, seine Grabrede halten? Ist Evas Leben nicht nur eine Ansammlung von angefangenen Geschichten und aufgegebenen Vorlieben, zu denen Mode, Sport, Freunde und Ehe zählen? Ein charmanter Franzose umschwärmt Eva und sie findet in einer pensionierten Ärztin eine neue gute Freundin. Und mit etwas Abstand zu ihrem Alltag und den familiären Streitigkeiten entdeckt sie, was ihr wirklich wichtig ist.
Einfühlsame Ich-Erzählung, die zum Nachdenken anregt. Wann und wie soll der Lebensweg wieder in eine andere Richtung gehen?
Silke Schütze:
Erdbeerkönigin
Knaur Taschenbuch, 2012
Ein paar Tage nach dieser gärtnerischen Aktion verschwindet die frühere Erdbeerkönigin Eva Brandt an einem Mittwoch aus ihrem Leben und fährt spontan nach Hamburg. Auslöser für die Reise ist ein Schreiben eines Anwalts, der sie im Auftrag eines verstorbenen Mandanten bittet, bei dessen Urnenbeisetzung die Grabrede zu halten. Daraufhin hat Eva unverzüglich ihre Reisetasche gepackt und ihre Gewohnheiten und Rituale zurückgelassen.
Im separaten Erzählstrang „Damals“ erfährt die Leserin erste Details zu Evas zwanzig Jahre zurückliegenden Begegnung mit dem verstorbenen Daniel Eisenthuer, die nunmehr eine kostbare Erinnerung ist. Die wenigen gemeinsamen Stunden waren für Eva (Zitat:) „wie eine schöne Pflanze in einem verschlossenen Garten, zu dem nur sie den Schlüssel besass“. Der Anwalt lässt Eva in Daniels noch nicht aufgelöster Wohnung einziehen und sie beginnt eine Spurensuche, die gleichzeitig zu einer detaillierten Reflektion ihrer aktuellen Lebensumstände führt. Warum hängt in der Wohnung eines stilsicheren Galeristen eine billige Postkarte mit dem Motiv des Stillebens „Der Erdbeerkorb“ von Jean-Baptiste Siméon Chardin, gerahmt an der Wand? Dabei handelt es sich um die einzige Postkarte, die Eva jemals ans Daniel geschickt hat.
Verschiedene Freunde von Daniel erzählen ihr von ihm. Dabei kommt viel schönes, aber auch weniger schmeichelhaftes zu Tage. Doch wieso soll ausgerechnet Eva, die ihn nur ganz flüchtig gekannt hat, seine Grabrede halten? Ist Evas Leben nicht nur eine Ansammlung von angefangenen Geschichten und aufgegebenen Vorlieben, zu denen Mode, Sport, Freunde und Ehe zählen? Ein charmanter Franzose umschwärmt Eva und sie findet in einer pensionierten Ärztin eine neue gute Freundin. Und mit etwas Abstand zu ihrem Alltag und den familiären Streitigkeiten entdeckt sie, was ihr wirklich wichtig ist.
Einfühlsame Ich-Erzählung, die zum Nachdenken anregt. Wann und wie soll der Lebensweg wieder in eine andere Richtung gehen?
Silke Schütze:
Erdbeerkönigin
Knaur Taschenbuch, 2012
14. August 2012
Eran Riklis: Lemon Tree (DVD)
Vor fünfzig Jahren hat der Vater von Salma in der West Bank einen
Zitronenhain angepflanzt. Salma ist seit
zehn Jahren verwitwet und lebt seit dem Auszug ihrer drei Kinder zurückgezogen
in ihrem Haus und kümmert sich um die Zitronenbäume. Die unmittelbar an der Grenze zu Israel
stehenden Gewächse versorgen die Palästinenserin mit einem bescheidenen Einkommen.
Als direkt neben ihrem Grundstück auf der israelischen Seite der
Verteidigungsminister in sein neues Haus einzieht, mutiert der Zitronenhain zum Sicherheitsrisiko, in dem sich leicht
Terroristen verstecken könnten. Die Bäume sollen deshalb abgeholzt und Salma dafür
entschädigt werden. Doch die Frau ist ebenso tief mit ihrem Land und der
Plantage verwurzelt wie die Bäume in der Erde, in der sie sich seit Jahrzehnten
ungehindert austrecken können. Salma wehrt sich beim Militärgericht gegen die
Verfügung und zieht schliesslich mit dem jungen palästinensischen Anwalt Ziad
bis vor den obersten Gerichtshof.
Bereits während des laufenden Verfahrens wird die Zitronenplantage
eingezäunt und Salma kann sich nicht mehr um ihre Bäume kümmern. Diese
beginnen schnell unter der Vernachlässigung zu leiden, obwohl sich Salma nicht
das Verbot hält, welches ihr das Betreten des Geländes untersagt. Sogar von ihren eigenen
Landsleuten wird ihr Einspruch kritisiert. Sie soll sich nicht wehren und
insbesondere nicht das Ansehen ihres verstorbenen Mannes beschmutzen. Es haben
doch schon unzählige andere ihr Land verloren. Doch Salma denkt nicht daran aufzugeben und
kämpft wie David gegen Goliath.
Salmas Kampf zieht die Aufmerksamkeit und die Sympathie ihrer neuen
Nachbarin, der jüdischen Frau des
israelischen Verteidigungsministers, auf sich. Als während der
Einweihungsparty des neuen Hauses des Verteidigungsministers ein Anschlag ausgeübt wird, interessieren sich plötzlich auch ausländische
Medien für die Affäre und gleichzeitig kommen sich Salma und ihr junger
Anwalt näher.
Ein sehr einfühlsam inszenierter Film mit viel Saurem, aber auch durchblitzendem Humor – Bäume sind wie Menschen; sie haben eine Seele und verlangen nach
Liebe.
Film von Eran
Riklis:
Lemon Tree
Arsenal Filmverleih, 2009
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