Die alleinerziehende Städterin Carlotta kämpft Stunden nach dem Essen von Gurkensalat aus dem Garten ihres kürzlich von Tante Ella geerbten Hauses mit Brechreiz. Denn eben hat sie just unter den kräftig wachsenden Gurken eindeutig menschliche Knochen entdeckt. Statt den Fund der Polizei zu melden, schaufelt sie hastig Erde über das nach einem heftigen Wasserfall aufgetane Loch und versucht jeden Gedanken daran zu verdrängen, was an der entdeckten freigelegten Hand noch alles dranhängt. Ausserdem entsorgt sie den vom Mittagessen übrig gebliebenen Salat, schwört sich, keine weiteren Gurken aus diesem Garten mehr zu ernten und nimmt sich vor, den Vorfall zu vergessen.
Ein Vorsatz, der sich nicht ganz einfach umsetzen lässt. Denn noch während sie am Schaufeln ist, taucht eine Nachbarin aus dem Zweitausend-Seelen-Dorf im Garten auf, die sich förmlich um die vielen reifen Gurken reisst und sich nur mit Mühe davon abbringen lässt, sich selbst zu bedienen. Immerhin weiss Carlotta nun, dass sich die krummen Dinger ausgezeichnet als Einlegegurken eignen. Und dann gibt’s noch einen adligen Nachbarn mit einer Bulldogge namens Tobler, die ebenso zielsicher im Gurkenbeet graben will. Höchste Zeit also, dass sich Carlotta Gedanken über die Gartengestaltung macht oder wenigstens darüber, wie sie die Fundstelle abdecken kann.
Dabei hat Carlotta eigentlich genügend andere Probleme, auch finanzieller Art. Zu ihrer verstorbenen Tante Ella, einst eine erfolgreiche Opernsängerin, hatte sie praktisch keinen Kontakt. Warum ist gerade sie als Erbin des mehrfach um- und angebauten Hauses mit einem grossen Wintergarten eingesetzt worden? Das Haus entpuppt sich schnell als hypothekenbelastete Bruchbude mit dringendem kostspieligem Renovationsbedarf. Die Geldprobleme werden noch akuter als Carlottas Auto definitiv nicht mehr fahrtüchtig ist. Soll sie tatsächlich ihren Vater um Geld bitten? Und was hat es eigentlich mit den komischen Geräuschen im Haus auf sich?
Der Weinkeller scheint recht gut bestückt zu sein. Ob sich daraus Kapital schlagen lässt? Denn Carlotta muss auch für die Ausbildung ihrer Tochter dringend Geld auftreiben. Die elfjährige Meg und ihre Mutter haben schon äusserlich nicht viel gemeinsam. Während die rothaarige Mutter klein ist und ein paar Kilo zu viel herumschleppt, ist die Tochter schon heute grossgewachsen und athletisch gebaut. Meg ist ein Mathematikgenie. Mit Geplänkel und Diplomatie kann sie dagegen nichts anfangen. Sprache muss für sie ebenso logisch wie Mathematik sein, so dass sie oft als gefühllose Besserwisserin erscheint. Mutter und Tochter sind sich einig, dass Meg an ihrer bisherigen Schule fehl am Platz ist. Aber das angebotene Studium in Amerika ist für Calotta auch keine Alternative.
Um sich von ihren Sorgen abzulenken, lässt sich Carlotta auf eine Affäre mit einem Handwerker ein, obwohl sie seinen "Hausdiagnosen" misstraut und ihm unterstellt, aus ihr Kapital schlagen zu wollen. Dabei wird auch die eine oder andere Weinflasche aus dem Keller geleert. Gleichzeitig beginnt sich die junge Mutter für das Leben der ihr fast völlig unbekannten Tante zu interessieren und stöbert in Fotoalben und alten Briefen.
Ein in Ich-Form erzählter Roman mit überraschendem Ende- gespickt mit feiner Selbstironie - in dem sich alles um vertrackte Familienverhältnisse dreht. Hortikulturelles gibt es wenig zu berichten, aber nebenbei erfahren die Leser einiges über das Asperger-Syndrom und im Anhang sind verschiedene Gurkenrezepte aufgeführt.
Mein erster Eindruck, als dieses Buch ganz unverhofft den Weg in den Sofagarten gefunden hat, war: Was für ein merkwürdiger Buchtitel. Gurke statt Schwalbe und Frühling statt Sommer. Gurken reifen doch üblicherweise im Sommer und nicht im Frühling (jedenfalls in unseren Breitengraden und ohne Gewächshaus). Aber vielleicht tut sich mir ja einfach der Sinn dieses Wortspieles nicht auf.
"Eine Gurke macht noch keinen Frühling" war nicht das erste Buch von Eva Maaser, das ich gelesen habe. „Kim und das Rätsel der fünften Tulpe“ habe ich hier vorgestellt und „Der Paradiesgarten“ habe ich vor meiner Blogger-Zeit trotz oder gerade wegen seines grossen Umfanges (beinahe 700 Seiten) mindestens dreimal gelesen und sogar in doppelter Ausführung (gebunden und als Taschenbuch) hier stehen. Vielleicht trenne ich mich demnächst von einem Exemplar – wie ich bereits auf Facebook erwähnt habe, bin ich ja dabei, Gartenzeitschriften und –bücher auszusortieren.„Der Paradiesgarten“ habe ich jedenfalls als annähernd perfekte fiktive Zeitreise durch die Gartengeschichte in Erinnerung. Der durch mehrere Jahrhunderte und die halbe Welt führende Roman eignet sich für lesende Gartenfreunde, die sich nicht davon abschrecken lassen, wenn ein Gärtner vom Tegernsee während mehreren Jahrhunderten lebt und dazwischen immer mal wieder in einen Tiefschlaf fällt.
Eva Maaser:
Eine Gurke macht noch keinen Frühling
Knaur Taschenbuch, 2014
11. April 2014
6. April 2014
Andreas Händel und Josh Westrich: Hepatica – Leberblümchen
Sogenannte Osterblümchen, zu denen auch Hepatica gehören, haben den dannzumal fünfjährigen Andreas Händel in einem Thüringer Mischwald bedeutend mehr fasziniert als die anstehende Ostereiersuche. „Hepatimanie“ nennt der Autor den Virus, an dem er sich damals angesteckt hat und der ihn nach wie vor fest im Griff hat (und den er im Übrigen gar nicht loswerden will). Später, als ausgebildeter Gärtner mit bereits ausgeprägter Sammelleidenschaft, stellte er schnell fest, dass Leberblümchen grundsätzlich zwar durchaus begehrt sind, aber wegen schwieriger und langwieriger Vermehrung so gut wie nirgends grosse Bestände gepflegt und ausgebaut wurden – eine Erkenntnis, die gleichzeitig einer Herausforderung entsprach und sich mit Sammeln, Auslese und Züchtung zu einer echten Lebensaufgabe entwickelt hat.
Längst gilt Andreas Händel unter Kennern als Nummer 1 in Sachen europäisches Leberblümchen. Er betreut eine eigene informative Webseite und stellt sein umfangreiches Wissen nun nach siebenjähriger Vorbereitung mit der Publikation „Hepatica – Leberblümchen“ in gedruckter Form zur Verfügung. Er vermittelt nicht nur einen detaillierten Einblick in seine Züchtertätigkeit, sondern verrät auch das eine oder andere Geheimnis für erfolgreiches Nachahmen.
Josh Westrichs Passion wiederum gilt dem Portraitieren von Pflanzen. Der Faszination seiner traumhaften Blütenaufnahmen kann sich wohl kein Betrachter entziehen. Für sein florales Werk hat er denn auch schon verschiedene Preise eingeheimst. In dieser Publikation vereinigen sich nun die jeweiligen Leidenschaften der beiden Herren zu einem einzigartigen Druckwerk.
Gegliedert ist das Buch wie folgt:
- Einstimmung
- Zur Geschichte der Leberblümchen
- Allgemeine Beschreibung
- Das Hepaticasortiment
- Kultur und Pflege im Garten
- Die lieben Nachbarn
- Vermehrung
- Züchtungen und ihre Züchter
- Krankheiten und Schädlinge
- Etwas Botanik zum Schluss
- Bestimmungshilfe für Hepatica-Arten
- Blütenportraits
- Register und Anhang, Literatur und Bezugsquellen
Die Bezeichnungen Leberblümchen und Hepatica beziehen sich auf die Form der Blätter, die an das Äussere der Niere erinnern. Deshalb wurden dem Frühjahrsblüher einst Heilkräfte bei Erkrankungen der Leber zugesagt. Leberblümchen zählen in bestimmten Kreisen zwar zu Sammlerobjekten, dennoch wage ich mal zu behaupten, dass die meisten Leute bestenfalls die blau-violetten Formen von Waldspaziergängen kennen.
Schon bei einem ersten oberflächlichen Durchblättern des grossformatigen Buches stellt der Betrachter fest, dass das Farbspektrum überaus vielfältig ist. Es gibt nämlich auch Blütenblätter in blau, weiss, rosa oder rot, und zwar in verschiedensten Variationen und Schattierungen. Beim Betrachten der detaillierten Blüten kommt man nicht umhin zu bewundern, wir perfekt die Farben der Blüten mit jenen der Staubblätter harmonieren oder auch kontrastieren. Etliche Sorten weisen nicht nur einfache Blüten, sondern halbgefüllte oder gefüllte auf. Zu den farblichen Überraschungen im Züchteralltag schreibt der Autor, dass die Ergebnisse meist Freude machen. Selten sind sie eine Enttäuschung und noch viel seltener sind sie mit einem Lottogewinn vergleichbar.
Leberblümchen zeigen sich auch hinsichtlich der Blattformen und Zeichnungen ausgesprochen variantenreich und verschiedene Sorten können durchaus als Blattschmuckstauden bezeichnet werden. Da gibt es panaschierte Blätter, Silberzeichnungen, unbehaarte Leberblümchen und solche mit Blättern wie die Haselwurz. Die Laubblätter können auch gerüscht oder gekerbt sein und ein schöner Hingucker sind auch jene Hepatica, die rot gerandete Blätter haben oder eine rote Blattunterseite. Nur auf zwei zu Korea gehörenden Inseln kommt der Dinosaurier unter diesen Frühblühern vor - das Riesenleberblümchen, das bis zu 35 Zentimeter hoch wird.
Auf den Fotos wirken die Leberblümchen zuweilen zerbrechlich wie Porzellan, bilden aber bei optimalen Bedingungen mit den Jahren immer grössere Bestände. Und auch wenn sich etwa eine eigene Sorte als zickig erweist, weil sie nur sehr langsam wächst, ist der Autor und Züchter stolz auf seine erste echte Hybride. Er verschweigt aber auch andere Nachteile wie zu lange Blütensteile einer Pflanze nicht.
Übrigens verkaufen viele Sammler und Züchter ihre besonderen Leberblümchen-Schätze nicht, sondern geben diese nur im Tausch gegen andere Edelsteine aus dem Frühlingsgarten her. Falls Sie selber mit dem Züchten von Leberblümchen liebäugeln – neben einem grünen Daumen, Visionen, Ausdauer und Erfahrung ist insbesondere die lückenlose schriftliche Dokumentation sowie das konsequente Etikettieren unerlässlich.
Das Buch „Hepatica – Leberblümchen“ ist eine ausserordentlich beeindruckende Publikation – ein grossformatiges Schwergewicht, aus welchem umfangreiches Hintergrundwissen zusammen mit faszinierenden Fotos gleichzeitig ein Garten- und Kunstbuch schaffen. Die Buchausstattung ist in jeglicher Hinsicht anspruchsvoll, seien es die Texte, die Fotos oder die Aufmachung und hat auch die Jury des Gartenbuchpreises 2014 überzeugt. Das Buch wurde nämlich im März gleich in zwei Kategorien prämiert: 1. Platz in der Kategorie „Bestes Gartenportrait“ und Gewinner des Stihl–Sonderpreises.
Etwas vermisst habe ich einzig das eine oder andere Foto mit ausschliesslich grösseren Mengen an blühenden Leberblümchen – aber bei diesem Krtitikpunkt handelt es sich um Jammern auf hohem Niveau. Störend waren hingen die fehlenden Legenden und Bildunterschriften. Ein letzter Nachteil, aber gleichzeitig auch Zweck des Buches ist, dass es wohl bei manchem Leser die Gier weckt, sprich das „Haben-Wollen-Gen“ aktiviert oder eben die Infektion mit Hepatimanie auslöst, wie Andreas Händel es nennen würde. So geht es hoffentlich auch demjenigen, der sich mein erstes Buchexemplar geschnappt hat, das irgendwo auf dem Postweg verschwunden ist.
Die wunderschönen, aussagekräftigen Fotos sind jedenfalls viel zu schade, um ihr Dasein versteckt zwischen zwei Buchdeckeln zu fristen. Einzelne Blütenportraits sind als Kunstkarten zu erwerben. Und vielleicht findet sich ja eine Galerie oder ein anderer passender Ort, wo nicht nur der Leserkreis Zugang zu diesen hat. Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dass so mancher Betrachter sich dann ebenfalls mit Hepatimanie anstecken würde.
Andreas Händel und Josh Westrich:
Hepatica – Leberblümchen; Edelsteine im Frühlingsgarten
Edition Art und Nature, 2013
Längst gilt Andreas Händel unter Kennern als Nummer 1 in Sachen europäisches Leberblümchen. Er betreut eine eigene informative Webseite und stellt sein umfangreiches Wissen nun nach siebenjähriger Vorbereitung mit der Publikation „Hepatica – Leberblümchen“ in gedruckter Form zur Verfügung. Er vermittelt nicht nur einen detaillierten Einblick in seine Züchtertätigkeit, sondern verrät auch das eine oder andere Geheimnis für erfolgreiches Nachahmen.
Josh Westrichs Passion wiederum gilt dem Portraitieren von Pflanzen. Der Faszination seiner traumhaften Blütenaufnahmen kann sich wohl kein Betrachter entziehen. Für sein florales Werk hat er denn auch schon verschiedene Preise eingeheimst. In dieser Publikation vereinigen sich nun die jeweiligen Leidenschaften der beiden Herren zu einem einzigartigen Druckwerk.
Gegliedert ist das Buch wie folgt:
- Einstimmung
- Zur Geschichte der Leberblümchen
- Allgemeine Beschreibung
- Das Hepaticasortiment
- Kultur und Pflege im Garten
- Die lieben Nachbarn
- Vermehrung
- Züchtungen und ihre Züchter
- Krankheiten und Schädlinge
- Etwas Botanik zum Schluss
- Bestimmungshilfe für Hepatica-Arten
- Blütenportraits
- Register und Anhang, Literatur und Bezugsquellen
Die Bezeichnungen Leberblümchen und Hepatica beziehen sich auf die Form der Blätter, die an das Äussere der Niere erinnern. Deshalb wurden dem Frühjahrsblüher einst Heilkräfte bei Erkrankungen der Leber zugesagt. Leberblümchen zählen in bestimmten Kreisen zwar zu Sammlerobjekten, dennoch wage ich mal zu behaupten, dass die meisten Leute bestenfalls die blau-violetten Formen von Waldspaziergängen kennen.
Schon bei einem ersten oberflächlichen Durchblättern des grossformatigen Buches stellt der Betrachter fest, dass das Farbspektrum überaus vielfältig ist. Es gibt nämlich auch Blütenblätter in blau, weiss, rosa oder rot, und zwar in verschiedensten Variationen und Schattierungen. Beim Betrachten der detaillierten Blüten kommt man nicht umhin zu bewundern, wir perfekt die Farben der Blüten mit jenen der Staubblätter harmonieren oder auch kontrastieren. Etliche Sorten weisen nicht nur einfache Blüten, sondern halbgefüllte oder gefüllte auf. Zu den farblichen Überraschungen im Züchteralltag schreibt der Autor, dass die Ergebnisse meist Freude machen. Selten sind sie eine Enttäuschung und noch viel seltener sind sie mit einem Lottogewinn vergleichbar.
Leberblümchen zeigen sich auch hinsichtlich der Blattformen und Zeichnungen ausgesprochen variantenreich und verschiedene Sorten können durchaus als Blattschmuckstauden bezeichnet werden. Da gibt es panaschierte Blätter, Silberzeichnungen, unbehaarte Leberblümchen und solche mit Blättern wie die Haselwurz. Die Laubblätter können auch gerüscht oder gekerbt sein und ein schöner Hingucker sind auch jene Hepatica, die rot gerandete Blätter haben oder eine rote Blattunterseite. Nur auf zwei zu Korea gehörenden Inseln kommt der Dinosaurier unter diesen Frühblühern vor - das Riesenleberblümchen, das bis zu 35 Zentimeter hoch wird.
Auf den Fotos wirken die Leberblümchen zuweilen zerbrechlich wie Porzellan, bilden aber bei optimalen Bedingungen mit den Jahren immer grössere Bestände. Und auch wenn sich etwa eine eigene Sorte als zickig erweist, weil sie nur sehr langsam wächst, ist der Autor und Züchter stolz auf seine erste echte Hybride. Er verschweigt aber auch andere Nachteile wie zu lange Blütensteile einer Pflanze nicht.
Übrigens verkaufen viele Sammler und Züchter ihre besonderen Leberblümchen-Schätze nicht, sondern geben diese nur im Tausch gegen andere Edelsteine aus dem Frühlingsgarten her. Falls Sie selber mit dem Züchten von Leberblümchen liebäugeln – neben einem grünen Daumen, Visionen, Ausdauer und Erfahrung ist insbesondere die lückenlose schriftliche Dokumentation sowie das konsequente Etikettieren unerlässlich.
Das Buch „Hepatica – Leberblümchen“ ist eine ausserordentlich beeindruckende Publikation – ein grossformatiges Schwergewicht, aus welchem umfangreiches Hintergrundwissen zusammen mit faszinierenden Fotos gleichzeitig ein Garten- und Kunstbuch schaffen. Die Buchausstattung ist in jeglicher Hinsicht anspruchsvoll, seien es die Texte, die Fotos oder die Aufmachung und hat auch die Jury des Gartenbuchpreises 2014 überzeugt. Das Buch wurde nämlich im März gleich in zwei Kategorien prämiert: 1. Platz in der Kategorie „Bestes Gartenportrait“ und Gewinner des Stihl–Sonderpreises.
Etwas vermisst habe ich einzig das eine oder andere Foto mit ausschliesslich grösseren Mengen an blühenden Leberblümchen – aber bei diesem Krtitikpunkt handelt es sich um Jammern auf hohem Niveau. Störend waren hingen die fehlenden Legenden und Bildunterschriften. Ein letzter Nachteil, aber gleichzeitig auch Zweck des Buches ist, dass es wohl bei manchem Leser die Gier weckt, sprich das „Haben-Wollen-Gen“ aktiviert oder eben die Infektion mit Hepatimanie auslöst, wie Andreas Händel es nennen würde. So geht es hoffentlich auch demjenigen, der sich mein erstes Buchexemplar geschnappt hat, das irgendwo auf dem Postweg verschwunden ist.
Die wunderschönen, aussagekräftigen Fotos sind jedenfalls viel zu schade, um ihr Dasein versteckt zwischen zwei Buchdeckeln zu fristen. Einzelne Blütenportraits sind als Kunstkarten zu erwerben. Und vielleicht findet sich ja eine Galerie oder ein anderer passender Ort, wo nicht nur der Leserkreis Zugang zu diesen hat. Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dass so mancher Betrachter sich dann ebenfalls mit Hepatimanie anstecken würde.
Andreas Händel und Josh Westrich:
Hepatica – Leberblümchen; Edelsteine im Frühlingsgarten
Edition Art und Nature, 2013
1. April 2014
Sarah Fasolin: Gartenreiseführer Schweiz
Haben Sie sich schon mal geärgert, weil Sie hierzulande vergeblich etwas kaufen wollten, das Ihnen im Ausland gute Dienste geleistet hat? Sarah Fasolin wollte nach einem Gartenurlaub in England, in welchem ihr ein Gartenreiseführer nützlich war, ein Schweizerisches Pendant erwerben und musste feststellen, dass ein solcher noch nicht geschrieben worden ist. Kurz entschlossen hat die Gartentexterin diese Aufgabe selber übernommen und während acht Monaten die Schweiz kreuz und quer durchreist.
380 Gärten und Parks hat sie besucht, 300 haben es schliesslich in die Publikation geschafft. Die Reiseroute folgte der Vegetationsentwicklung vom Süden in den Norden und vom Flachland in hügeligere Gebiete bis zum Alpengarten auf rund 2000 Meter über Meer. Die am Foto-Vortrag „Gartenzauber Schweiz“ in der Kartause Ittingen von der Autorin gezeigte Grafik über ihre Reisewege war jedenfalls ausserordentlich beeindruckend.
Alphabetisch vom Kanton Aargau bis zum Kanton Zürich werden die verschiedensten Gartentypen vorgestellt. Auf der vorderen Umschlaginnenseite ist eine Schweizer Karte abgebildet, auf welcher im jeweiligen Kanton die Seitenzahl aufgeführt ist, ab welcher die entsprechenden Kapitel und Kurzportraits zu finden sind. Auf der hinteren Umschlaginnenseite sind die Zeichenerklärungen zu den im Buch verwendeten Piktogrammen. Die einzelnen Kapitel beginnen jeweils mit einer Einleitung, in welcher die Autorin etwa auf geschichtliche Hintergründe oder auf besondere gartenkulturelle Begebenheiten hinweist. Jede Gartenvorstellung wird komplettiert mit Angaben zu den Eigentümern, Adresse, besonderen Attraktionen, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln usw.
Für die kleine Schweiz mit ihren grossen klimatischen und landschaftlichen Unterschieden hat Sarah Fasolin eine erstaunliche Vielfalt an Gartentypen dokumentiert: einen Panzerhöckergarten, Schlossgärten, Landschaftsparks, Friedhofgärten, Schaugärten, ein Volksgarten, Skulpturengärten, Gemeinschaftsgärten, Alpengärten, Künstlergärten, Museumsgärten, Sammlergärten, Botanische Gärten, ein Medizinal-Pflanzen-Garten und viele andere mehr. Auch im Hinblick auf die Grösse, den Zeitpunkts der Entstehung oder die Bepflanzung der Gärten deckt die Publikation ein grosses Spektrum an unterschiedlichen Gartentypen ab. Im Serviceteil finden sich Hinweise auf wichtige regelmässige Gartenveranstaltungen, ein Index sämtlicher Gärten nach Ortschaften geordnet sowie Literaturhinweise. Für I-Phone-Besitzer ist der trotz seines Umfangs von über 400 Seiten handliche Reiseführer auch als App erhältlich.
Zu entdecken gibt es beispielsweise eine Mini-Welt aus Farnen und Moosen, einen Rosengarten auf über 1200 Meter über Meer, eine grosse Sammlung seltener Stauden und im Garten „Am Ende der Welt“ werden die Pflanzen um ihre Meinung gebeten, wo sie gerne ihre Wurzeln ausstrecken wollen. Ein anderer Garten wartet mit fast drei Dutzend Sitzplätzen auf, während es von einem anderen heisst, es finde sich alle zehn Schritte eine Sitzgelegenheit.
Die einzelnen Portraits sind aus Platzgründen kurz und knapp gefasst und werden oft visuell durch Fotos ergänzt. Immer wieder finden sich auch Informationen zu den Beweggründen, wieso ein bestimmter Gartenstil gewählt worden ist. So soll der Garten ordentlich sein, weil der Schreibtisch stets chaotisch ist und ein anderer Gärtner verrät, dass er einige Pflanzen besonders wegen ihres botanischen Namens mag, derweilen ein Dritter gefüllt blühende rote Leberblümchen in Erinnerung an seine Gotte hegt. In der Südschweiz lassen sich zur richtigen Jahreszeit und nach Voranmeldung eine vom Dalai Lama gesegnete tibetische Magnolie bewundern und ein Exemplar der Magnolie „Princes Margaret“, das von (oder mit Unterstützung) der Namenspatronin gepflanzt worden ist.
Zwischen den Zeilen mag man auch etwas die Vorlieben der Autorin zu deuten versuchen, wenn sie bei der Beschreibung eines Künstlerinnengartens mit umstrickten Bäumen die Grenze von Kitsch und Kunst erwähnt und hin und wieder gibt es einen Vermerk über brachliegendes Potential oder ganz offensichtlich mangelnde Pflege. Noch einiges mehr an persönlichen Erlebnissen und Eindrücken verrät Sarah Fasolin an ihren Foto-Vorträgen (Termine hier). Sie berichtet an diesen Anlässen über die Entstehung des Führers und ihre manchmal berührenden Begegnungen während ihrer hortikulturellen Tour de Suisse.
Mit ihrem Reiseführer beweist Sarah Fasolin, dass Gartenliebhaber nicht unbedingt nach England, Holland oder Belgien fahren müssen – auch hierzulande finden sich viele sehenswerte Gärten. Trotz den verhältnismässig geringen Ausmassen unseres Landes ist man erfahrungsgemäss oft länger als beabsichtigt unterwegs, um ein (Garten-)Ziel zu erreichen. Sei es, weil man sich verfahren oder verlaufen hat oder eben die Wege doch nicht so kurz sind, wie angenommen. Um die jeweiligen Gärten auch in Ruhe geniessen zu können, ist es von Vorteil, sich für einen Tag nicht zu viel vorzunehmen und mit Hilfe des Reisebegleiters gut zu planen. Für den Kanton Luzern findet sich in diesem sogar eine Anleitung zu einer idealen Gartenreise.
Beim Lesen des Führers habe ich festgestellt, dass ich zwar schon etliche der präsentierten Gärten kenne, aber bis anhin trotzdem nur über einen Bruchteil der Gartenwege persönlich gelaufen bin. Schon unzählige Male bin ich am nicht weit von meinem Wohnort gelegenen Schlosspark Andelfingen vorbeigefahren und habe schon oft über diesen gelesen – vielleicht schaffe ich es demnächst dank dem auf Seite 366 im Buch angebrachten Post-it-Zettel, mir diesen mal in Natura anzuschauen.
Sarah Fasolin:
Gartenreiseführer Schweiz
Callwey Verlag, 2014
380 Gärten und Parks hat sie besucht, 300 haben es schliesslich in die Publikation geschafft. Die Reiseroute folgte der Vegetationsentwicklung vom Süden in den Norden und vom Flachland in hügeligere Gebiete bis zum Alpengarten auf rund 2000 Meter über Meer. Die am Foto-Vortrag „Gartenzauber Schweiz“ in der Kartause Ittingen von der Autorin gezeigte Grafik über ihre Reisewege war jedenfalls ausserordentlich beeindruckend.
Alphabetisch vom Kanton Aargau bis zum Kanton Zürich werden die verschiedensten Gartentypen vorgestellt. Auf der vorderen Umschlaginnenseite ist eine Schweizer Karte abgebildet, auf welcher im jeweiligen Kanton die Seitenzahl aufgeführt ist, ab welcher die entsprechenden Kapitel und Kurzportraits zu finden sind. Auf der hinteren Umschlaginnenseite sind die Zeichenerklärungen zu den im Buch verwendeten Piktogrammen. Die einzelnen Kapitel beginnen jeweils mit einer Einleitung, in welcher die Autorin etwa auf geschichtliche Hintergründe oder auf besondere gartenkulturelle Begebenheiten hinweist. Jede Gartenvorstellung wird komplettiert mit Angaben zu den Eigentümern, Adresse, besonderen Attraktionen, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln usw.
Für die kleine Schweiz mit ihren grossen klimatischen und landschaftlichen Unterschieden hat Sarah Fasolin eine erstaunliche Vielfalt an Gartentypen dokumentiert: einen Panzerhöckergarten, Schlossgärten, Landschaftsparks, Friedhofgärten, Schaugärten, ein Volksgarten, Skulpturengärten, Gemeinschaftsgärten, Alpengärten, Künstlergärten, Museumsgärten, Sammlergärten, Botanische Gärten, ein Medizinal-Pflanzen-Garten und viele andere mehr. Auch im Hinblick auf die Grösse, den Zeitpunkts der Entstehung oder die Bepflanzung der Gärten deckt die Publikation ein grosses Spektrum an unterschiedlichen Gartentypen ab. Im Serviceteil finden sich Hinweise auf wichtige regelmässige Gartenveranstaltungen, ein Index sämtlicher Gärten nach Ortschaften geordnet sowie Literaturhinweise. Für I-Phone-Besitzer ist der trotz seines Umfangs von über 400 Seiten handliche Reiseführer auch als App erhältlich.
Zu entdecken gibt es beispielsweise eine Mini-Welt aus Farnen und Moosen, einen Rosengarten auf über 1200 Meter über Meer, eine grosse Sammlung seltener Stauden und im Garten „Am Ende der Welt“ werden die Pflanzen um ihre Meinung gebeten, wo sie gerne ihre Wurzeln ausstrecken wollen. Ein anderer Garten wartet mit fast drei Dutzend Sitzplätzen auf, während es von einem anderen heisst, es finde sich alle zehn Schritte eine Sitzgelegenheit.
Die einzelnen Portraits sind aus Platzgründen kurz und knapp gefasst und werden oft visuell durch Fotos ergänzt. Immer wieder finden sich auch Informationen zu den Beweggründen, wieso ein bestimmter Gartenstil gewählt worden ist. So soll der Garten ordentlich sein, weil der Schreibtisch stets chaotisch ist und ein anderer Gärtner verrät, dass er einige Pflanzen besonders wegen ihres botanischen Namens mag, derweilen ein Dritter gefüllt blühende rote Leberblümchen in Erinnerung an seine Gotte hegt. In der Südschweiz lassen sich zur richtigen Jahreszeit und nach Voranmeldung eine vom Dalai Lama gesegnete tibetische Magnolie bewundern und ein Exemplar der Magnolie „Princes Margaret“, das von (oder mit Unterstützung) der Namenspatronin gepflanzt worden ist.
Zwischen den Zeilen mag man auch etwas die Vorlieben der Autorin zu deuten versuchen, wenn sie bei der Beschreibung eines Künstlerinnengartens mit umstrickten Bäumen die Grenze von Kitsch und Kunst erwähnt und hin und wieder gibt es einen Vermerk über brachliegendes Potential oder ganz offensichtlich mangelnde Pflege. Noch einiges mehr an persönlichen Erlebnissen und Eindrücken verrät Sarah Fasolin an ihren Foto-Vorträgen (Termine hier). Sie berichtet an diesen Anlässen über die Entstehung des Führers und ihre manchmal berührenden Begegnungen während ihrer hortikulturellen Tour de Suisse.
Mit ihrem Reiseführer beweist Sarah Fasolin, dass Gartenliebhaber nicht unbedingt nach England, Holland oder Belgien fahren müssen – auch hierzulande finden sich viele sehenswerte Gärten. Trotz den verhältnismässig geringen Ausmassen unseres Landes ist man erfahrungsgemäss oft länger als beabsichtigt unterwegs, um ein (Garten-)Ziel zu erreichen. Sei es, weil man sich verfahren oder verlaufen hat oder eben die Wege doch nicht so kurz sind, wie angenommen. Um die jeweiligen Gärten auch in Ruhe geniessen zu können, ist es von Vorteil, sich für einen Tag nicht zu viel vorzunehmen und mit Hilfe des Reisebegleiters gut zu planen. Für den Kanton Luzern findet sich in diesem sogar eine Anleitung zu einer idealen Gartenreise.
Beim Lesen des Führers habe ich festgestellt, dass ich zwar schon etliche der präsentierten Gärten kenne, aber bis anhin trotzdem nur über einen Bruchteil der Gartenwege persönlich gelaufen bin. Schon unzählige Male bin ich am nicht weit von meinem Wohnort gelegenen Schlosspark Andelfingen vorbeigefahren und habe schon oft über diesen gelesen – vielleicht schaffe ich es demnächst dank dem auf Seite 366 im Buch angebrachten Post-it-Zettel, mir diesen mal in Natura anzuschauen.
Sarah Fasolin:
Gartenreiseführer Schweiz
Callwey Verlag, 2014
28. März 2014
Zuletzt ausgelesen: Dirk Kruse – Tod im Botanischen Garten
Der Buchumschlag mit Verwendung eines Bildes von Maria Sibylla Merian und der Buchtitel selber lassen (nicht ganz umsonst) einen hortikulturellen Hintergrund in diesem Kriminalroman vermuten. Und tatsächlich wird Bonvivant Frank Beaufort in seinem dritten Fall von seinem ehemaligen Doktorvater gebeten, sich um die Aufklärung von diversen Diebstählen von wertvollen Büchern und Kunstwerken in der Erlanger Universitätsbibliothek zu kümmern und die Nachforschungen führen eben auch in den titelgebenden Botanischen Garten.
Frank Beaufort ist in Sachen moderner Gadgets nicht auf dem neuesten Stand, dafür kennt er unzählige Zitate aus der Literatur und setzt bei seinen Ermittlungen auf sein umfangreiches Allgemeinwissen, seine Beobachtungsgabe und seine Intuition. Und wenn er sich zuweilen in brenzligen Situationen wie etwa an Tatorten wiederfindet, kann er sich immer auf die Hilfe seines Freundes, einem Richter, verlassen.
Das Interesse an der Aufklärung der Kunstdiebstähle rückt etwas in den Hintergrund, als ein Kurator nach einem Fenstersturz tot aufgefunden wird. Während die Polizei von einem Suizid ausgeht, kann Beaufort dieser Schlussfolgerung nicht zustimmen. Vor der innert Wochenfrist geplanten Ausstellungseröffnung sollen die Bibliotheksdiebstähle aufgeklärt sein, weil dann das Fehlen einer Dürer-Grafik nicht mehr länger verheimlicht werden kann.
Besteht allenfalls ein Zusammenhang zwischen den Diebstählen und dem Todesfall? Einem Buch von Maria Sibylla Merian ist nicht nur das Umschlagmotiv entnommen, sondern eine Originalausgabe eines Werks dieser Künstlerin spielt auch eine wichtige Rolle in der Aufklärung in einem der zu lösenden Fälle.
Dirk Kruse:
Tod im Botanischen Garten
Ars Vivendi Verlag, 2012
Frank Beaufort ist in Sachen moderner Gadgets nicht auf dem neuesten Stand, dafür kennt er unzählige Zitate aus der Literatur und setzt bei seinen Ermittlungen auf sein umfangreiches Allgemeinwissen, seine Beobachtungsgabe und seine Intuition. Und wenn er sich zuweilen in brenzligen Situationen wie etwa an Tatorten wiederfindet, kann er sich immer auf die Hilfe seines Freundes, einem Richter, verlassen.
Das Interesse an der Aufklärung der Kunstdiebstähle rückt etwas in den Hintergrund, als ein Kurator nach einem Fenstersturz tot aufgefunden wird. Während die Polizei von einem Suizid ausgeht, kann Beaufort dieser Schlussfolgerung nicht zustimmen. Vor der innert Wochenfrist geplanten Ausstellungseröffnung sollen die Bibliotheksdiebstähle aufgeklärt sein, weil dann das Fehlen einer Dürer-Grafik nicht mehr länger verheimlicht werden kann.
Besteht allenfalls ein Zusammenhang zwischen den Diebstählen und dem Todesfall? Einem Buch von Maria Sibylla Merian ist nicht nur das Umschlagmotiv entnommen, sondern eine Originalausgabe eines Werks dieser Künstlerin spielt auch eine wichtige Rolle in der Aufklärung in einem der zu lösenden Fälle.
Dirk Kruse:
Tod im Botanischen Garten
Ars Vivendi Verlag, 2012
24. März 2014
Gabriele Tergit: Der alte Garten
Von der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert in Holland liest man immer mal wieder, wenn diese etwa im Zusammenhang mit Turbulenzen an den Börsen als erstes Börsencrash-Beispiel herangezogen wird. Aber haben Sie gewusst, dass im 18. Jahrhundert in England eine Ranunkelmanie herrschte? Im Jahr 1792 waren tausende Sorten im Umlauf, 1820 wurden noch deren 800 angeboten. Aber auch für Hyazinthenzwiebeln wurden einst beeindruckende Geldbeträge hingeblättert. Gab es 1597 erst vier Sorten, waren es 1725 schon rund 2000 und ein Preis von 4‘000 Mark galt als üblich. Da erscheint der Preis für eine Aurikel im 17. Jahrhundert mit 400 Mark ja fast günstig. In dem kleinen Büchlein „Der alte Garten“ führt Gabriele Tergit (1894 – 1982) durch Jahrhunderte, ja Jahrtausende in der Kulturgeschichte der Blumen - gespickt mit Anekdoten, Kuriositäten, Sitten und Bräuchen und paralleler Vermittlung von Einblicken in wichtige historische Ereignisse.
Nach einer als sentimental betitelten Einleitung über die Freude an der Natur folgen Abschnitte mit Titeln wie „Die Päonie der Chinesen und die Lotusblume der Ägypter“, „Die sakrale Lilie“, „Rosennarretei“, „Le Notre und die Verbannung der Blumen in den Küchengarten“ und „Englischer contra französischer Garten“. Die Autorin hält fest, dass es natur- oder garten-gemäss ist, dass Gärtner ein hohes Alter erreichen und setzt das menschliche Leben in Zusammenhang mit dem Gartenjahr. Stark zusammengekürzt bedeutet dies, dass das Leben im Februar mit der Geburt anfängt; der Monat Juli steht für das Alter vierzig, August und September für die Ernte des Lebens und November und Dezember repräsentieren die Menschenjahre zwischen siebzig und neunzig, in welchen Geist und Körper vertrocknen und sowohl Mensch als auch Natur enden im Januar im weissen Totenhemd.
Im Text erfährt man weiter, dass im alten Ägypten der Gastgeberin keine Blumen mitgebracht wurden, dafür aber die Gäste Kränze aus Lotusblumen erhielten. Letztere galten auch in Indien als wichtiges Symbol. Die Zeiten haben auch in Sachen Namensgebung einen Wandel erfahren. Während römische Familien den Namen von Blumen annahmen, wurden in den letzten Jahrhunderten umgekehrt Blumen nach ihren Entdeckern oder nach Botanikern benannt. Auch Blüten auf dem Teller sind keine Erfindung unserer Zeit. Bereits im Mittelalter wurden Speisen mit Blumen gesüsst und Braten mit Blumen gewürzt.
Weiter berichtet Gabriele Tergit von Zeiten, in der die Natur verdächtig war und es sogar päpstlich verboten war, sich mit ihr zu beschäftigen. Mindestens so seltsam mutet die Passage an, an der die Autorin davon erzählt, dass sich eine Darmstädter Freundin von Goethe zuweilen in ein offenes Grab unter einer Rosenlaube legte, um (Zitat) „die Empfindung des Sterbens vom Hauch und Duft der Natur umweht, auszukosten“. Thematisiert werden auch die Aufs und Abs der Nelke in der Gunst der Blumenliebhaber, die Autorin geht auf die Begründung der Chemie durch die Araber ein, erzählt über das Leben des Albert Magnus und davon, dass im 17. Jahrhundert 33 Medizinen aus Rosen bekannt waren, mit denen Krankheiten geheilt wurden.
Waren Blumen lange Jahre (fast) ausschliesslich wegen ihrer Heilwirkung, ihres Nährwerts und der zugesagten Zauberwirkung geschätzt, fiel der Fokus in der Renaissance im Zusammenhang mit dem Aufkommen des Buchdrucks und von Blumenentdeckern oder Pflanzenjägern auf die Schönheit derselben. Thema ist schliesslich auch der Übergang vom Sammeln möglichst vieler verschiedener Pflanzen im Garten zu ersten architektonisch gestalteten Anlagen.
Im Juli 1991 habe ich in der Zeitschrift „Mein schöner Garten“ ein Inserat mit folgendem Text aufgegeben: „Unterhaltsame Gartenbücher – Zu meiner Lieblingslektüre gehören Gartenbücher, die in Romanform geschrieben sind. Meisterhaft verstanden dies beispielsweise Richard Katz, Karel Capek und Jo Hanns Rösler. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen unterhaltsamen Titeln. Wer verhilft mir zu weiteren vergnüglichen Lesestunden?“
Sie fragen sich, was diese Anzeige mit dieser Buchvorstellung zu tun hat? Nun, in der Folge habe ich verschiedene Gartenliteraturtipps erhalten, darunter eben auch Hinweise auf das Buch „Kaiserkron' und Päonien rot“ von Gabriele Tergit, das aber schon dannzumal längst vergriffen bzw. nur noch antiquarisch erhältlich war. Meine Büchergestelle platzen auch ohne (oder mit nur wenigen) Büchern aus zweiter Hand aus allen Nähten, so dass dieses Buch über zwanzig Jahre einen Stammplatz auf meiner ewigen Wunschliste hatte.
Dank der aktuellen Neuauflage des ersten Teils der Originalausgabe des Buches, kann ich es dort nun herauslöschen - nicht ohne nach der Lektüre festzustellen, dass sich das lange Warten gelohnt hat. Ein nicht unbedeutender Teil des Charmes dieses Büchleins ist nach meinem Empfinden darauf zurückzuführen, dass es vor über fünfzig Jahren verfasst worden ist. Und zuletzt hoffe ich, dass der zweite Teil der Ausgabe aus dem Jahr 1958 demnächst auch noch neu aufgelegt und die Reihe der immer wieder bemerkenswerten Gartenlesebücher vom Schöffling Verlag noch lange weitergeführt wird.
Gabriele Tergit:
Der alte Garten
Schöffling und Co., 2014
Nach einer als sentimental betitelten Einleitung über die Freude an der Natur folgen Abschnitte mit Titeln wie „Die Päonie der Chinesen und die Lotusblume der Ägypter“, „Die sakrale Lilie“, „Rosennarretei“, „Le Notre und die Verbannung der Blumen in den Küchengarten“ und „Englischer contra französischer Garten“. Die Autorin hält fest, dass es natur- oder garten-gemäss ist, dass Gärtner ein hohes Alter erreichen und setzt das menschliche Leben in Zusammenhang mit dem Gartenjahr. Stark zusammengekürzt bedeutet dies, dass das Leben im Februar mit der Geburt anfängt; der Monat Juli steht für das Alter vierzig, August und September für die Ernte des Lebens und November und Dezember repräsentieren die Menschenjahre zwischen siebzig und neunzig, in welchen Geist und Körper vertrocknen und sowohl Mensch als auch Natur enden im Januar im weissen Totenhemd.
Im Text erfährt man weiter, dass im alten Ägypten der Gastgeberin keine Blumen mitgebracht wurden, dafür aber die Gäste Kränze aus Lotusblumen erhielten. Letztere galten auch in Indien als wichtiges Symbol. Die Zeiten haben auch in Sachen Namensgebung einen Wandel erfahren. Während römische Familien den Namen von Blumen annahmen, wurden in den letzten Jahrhunderten umgekehrt Blumen nach ihren Entdeckern oder nach Botanikern benannt. Auch Blüten auf dem Teller sind keine Erfindung unserer Zeit. Bereits im Mittelalter wurden Speisen mit Blumen gesüsst und Braten mit Blumen gewürzt.
Weiter berichtet Gabriele Tergit von Zeiten, in der die Natur verdächtig war und es sogar päpstlich verboten war, sich mit ihr zu beschäftigen. Mindestens so seltsam mutet die Passage an, an der die Autorin davon erzählt, dass sich eine Darmstädter Freundin von Goethe zuweilen in ein offenes Grab unter einer Rosenlaube legte, um (Zitat) „die Empfindung des Sterbens vom Hauch und Duft der Natur umweht, auszukosten“. Thematisiert werden auch die Aufs und Abs der Nelke in der Gunst der Blumenliebhaber, die Autorin geht auf die Begründung der Chemie durch die Araber ein, erzählt über das Leben des Albert Magnus und davon, dass im 17. Jahrhundert 33 Medizinen aus Rosen bekannt waren, mit denen Krankheiten geheilt wurden.
Waren Blumen lange Jahre (fast) ausschliesslich wegen ihrer Heilwirkung, ihres Nährwerts und der zugesagten Zauberwirkung geschätzt, fiel der Fokus in der Renaissance im Zusammenhang mit dem Aufkommen des Buchdrucks und von Blumenentdeckern oder Pflanzenjägern auf die Schönheit derselben. Thema ist schliesslich auch der Übergang vom Sammeln möglichst vieler verschiedener Pflanzen im Garten zu ersten architektonisch gestalteten Anlagen.
Im Juli 1991 habe ich in der Zeitschrift „Mein schöner Garten“ ein Inserat mit folgendem Text aufgegeben: „Unterhaltsame Gartenbücher – Zu meiner Lieblingslektüre gehören Gartenbücher, die in Romanform geschrieben sind. Meisterhaft verstanden dies beispielsweise Richard Katz, Karel Capek und Jo Hanns Rösler. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen unterhaltsamen Titeln. Wer verhilft mir zu weiteren vergnüglichen Lesestunden?“
Sie fragen sich, was diese Anzeige mit dieser Buchvorstellung zu tun hat? Nun, in der Folge habe ich verschiedene Gartenliteraturtipps erhalten, darunter eben auch Hinweise auf das Buch „Kaiserkron' und Päonien rot“ von Gabriele Tergit, das aber schon dannzumal längst vergriffen bzw. nur noch antiquarisch erhältlich war. Meine Büchergestelle platzen auch ohne (oder mit nur wenigen) Büchern aus zweiter Hand aus allen Nähten, so dass dieses Buch über zwanzig Jahre einen Stammplatz auf meiner ewigen Wunschliste hatte.
Dank der aktuellen Neuauflage des ersten Teils der Originalausgabe des Buches, kann ich es dort nun herauslöschen - nicht ohne nach der Lektüre festzustellen, dass sich das lange Warten gelohnt hat. Ein nicht unbedeutender Teil des Charmes dieses Büchleins ist nach meinem Empfinden darauf zurückzuführen, dass es vor über fünfzig Jahren verfasst worden ist. Und zuletzt hoffe ich, dass der zweite Teil der Ausgabe aus dem Jahr 1958 demnächst auch noch neu aufgelegt und die Reihe der immer wieder bemerkenswerten Gartenlesebücher vom Schöffling Verlag noch lange weitergeführt wird.
Gabriele Tergit:
Der alte Garten
Schöffling und Co., 2014
19. März 2014
Heidi Howcroft (Text) und Marianne Majerus (Fotos): Englische Gartenikonen – Die Schöpferinnen des englischen Gartenstils und ihre Gärten
In ihrer aktuellsten Publikation hat sich Heidi Howcroft auf die Spuren von bedeutenden Schöpferinnen des englischen Gartenstils und ihren Gärten begeben. Thematisch gegliedert in die Kapitel „Von den Meisterinnen lernen“, „Geerbt, gebaut, gepflanzt – die neuen Gärten“ und „Einflüsse von der grünen Insel“ stellt sie die nachstehend aufgeführten Gartenikonen vor und zeigt auf, von welchen Einflüssen diese selber geprägt waren, wie sie ihre eigenen Ideen umgesetzt und wie sich ihre Gartenstile weiterverbreitet haben:
Rosamund Wallinger, Vita Sackville-West, Beatrix Havergal, Margery Fish, Rosemary Verey, Beth Chatto, Mary Keen, Anne Chambers, Gill Richardson, Lady Xa Tolemache, Rachel James, Rosanna James, Sue Whittington und Helen Dillon.
Zumindest einige dieser Gartengestalterinnen sind einem auch hierzulande bekannt, wenn man sich ein wenig mit der Gartenwelt beschäftigt. Doch auch in deren Portraits gibt’s Informationen zum (Wieder-)Entdecken. So weist die Autorin darauf hin, dass Rosemary Verey mit der Anlage ihres berühmten Potagers in Barnsley Garden den Boden dafür (mit-)geebnet hat, dass der Gemüseanbau heute wieder vorzeigbar ist. Falls Sie Rosen mögen, ist ihnen die Kiftsgate-Rose wahrscheinlich nicht unbekannt. Die ebenfalls portraitierte Anne Chambers gärtnert in der dritten Generation in Kiftsgate Court Gardens, wo seit rund achtzig Jahren das „Original“ der Kiftsgate-Rose wächst. Diese Pflanze wurde einst in einer Gärtnerei als Moschata-Rose gekauft, später als unbekannte Form identifiziert und schliesslich von Graham Thomas auf den Namen „Kiftsgate“ getauft.
Rosamund Wallinger hat die bemerkenswerte Herausforderung angenommen, ohne gärtnerische Kenntnisse die Wiederherstellung eines verwilderten Getrude Jekyll-Gartens in Angriff zu nehmen. Als Basis dienten ihr Pläne und alte Fotografien. Die schwierige Aufgabe hat sie mehr als souverän gelöst. Sie betont aber unermüdlich, dass der Garten Upton Grey eine Nachbildung von Gertrude Jekylls Kunst ist und keinesfalls ihre eigene Kunst. Über ihre eigenen hortikulturellen Erfahrungen hat sie zwei (englische) Bücher verfasst, die zusammen mit verschiedenen anderen Titeln in der Literaturliste im Anhang des Buches aufgeführt werden.
Auch in England sind die klimatischen Bedingungen nicht überall (annähernd) perfekt für gärtnerische Erfolge. Gill Richardson kämpft in Lincolnshire nicht nur gegen den Ostwind, auch verschiedene Vierbeiner machen ihr das Leben schwer. Muntjaks - kleine Hirsche - haben sich ausgerechnet ihre Helleboren als Lieblingsmahlzeit auserkoren. Doch trotz schwierigen Bedingungen hat die Gärtnerin ein Meisterwerk geschaffen und kombiniert immer wieder andere Pflanzen zu neuen Gartenbildern.
Helen Dillon ist eine bekannte irische Gärtnerin, deren Bücher leider bis jetzt ebenfalls (noch) nicht auf Deutsch übersetzt worden sind. Die Inselgärtnerin löst mit oft radikalen Veränderungen im Garten immer wieder Kopfschütteln aus. Denn viele Zeitungsleser kennen ihr grünes Reich aus Dillons regelmässig publizierten Kolumnen und scheinen oft deutlich weniger experimentierfreudig zu sein, als die Gestalterin selber. Diese ersetzt schon mal den Rasen durch ein formales Wasserbecken und stellt nach dem Entdecken der silbern bepflanzten Blumenrabatten in Metz die heimische Farbpalette nicht nur in Frage, sondern empfindet diese plötzlich als stark verbesserungswürdig. In Frankreich lohnt es sich übrigens nicht nur in Metz, "Blumeninseln“ genauer zu betrachten – u.a. auch in Nancy, Lyon und Paris finden sich in kommunalen Anlagen harmonisch abgestimmte Staudenkombinationen.
So wie diese für die englische Gartenbewegung prägenden Gärtnerinnen Kenntnisse über das Anlegen von stimmungsvollen Blumengärten wenigstens zum Teil von Vorfahren, Gleichgesinnten und aus Publikationen wie etwa Russel Pages „The Education of a Gardener“ übernommen haben, kann der Leser in diesem prächtig illustrierten Band Inspirationen für den eigenen Garten übernehmen. Oder zumindest von stimmigen Kombinationen in Farbe und Struktur träumen. Die wunderschöne Verbindung von Himalaya-Mohn mit Akeleien wird hierzulande ziemlich sicher leider nicht in der abgebildeten Pracht gedeihen, aber vielleicht lohnt sich ein Versuch mit einem Laubengang aus Wicken? Den Abschluss der mehrseitigen Portraits bilden jeweils ein von passenden Fotos begleiteter Leitfaden sowie Hinweise auf Leitpflanzen und ein Leitmotiv der jeweiligen Gärtnerin. So sieht Sue Whittington in jedem Pflanzenverlust die Chance, etwas Neues auszuprobieren.
Heidi Howcroft (Text) und Marianne Majerus (Fotos):
Englische Gartenikonen – Die Schöpferinnen des englischen Gartenstils und ihre Gärten
Callwey Verlag, 2014
Rosamund Wallinger, Vita Sackville-West, Beatrix Havergal, Margery Fish, Rosemary Verey, Beth Chatto, Mary Keen, Anne Chambers, Gill Richardson, Lady Xa Tolemache, Rachel James, Rosanna James, Sue Whittington und Helen Dillon.
Zumindest einige dieser Gartengestalterinnen sind einem auch hierzulande bekannt, wenn man sich ein wenig mit der Gartenwelt beschäftigt. Doch auch in deren Portraits gibt’s Informationen zum (Wieder-)Entdecken. So weist die Autorin darauf hin, dass Rosemary Verey mit der Anlage ihres berühmten Potagers in Barnsley Garden den Boden dafür (mit-)geebnet hat, dass der Gemüseanbau heute wieder vorzeigbar ist. Falls Sie Rosen mögen, ist ihnen die Kiftsgate-Rose wahrscheinlich nicht unbekannt. Die ebenfalls portraitierte Anne Chambers gärtnert in der dritten Generation in Kiftsgate Court Gardens, wo seit rund achtzig Jahren das „Original“ der Kiftsgate-Rose wächst. Diese Pflanze wurde einst in einer Gärtnerei als Moschata-Rose gekauft, später als unbekannte Form identifiziert und schliesslich von Graham Thomas auf den Namen „Kiftsgate“ getauft.
Rosamund Wallinger hat die bemerkenswerte Herausforderung angenommen, ohne gärtnerische Kenntnisse die Wiederherstellung eines verwilderten Getrude Jekyll-Gartens in Angriff zu nehmen. Als Basis dienten ihr Pläne und alte Fotografien. Die schwierige Aufgabe hat sie mehr als souverän gelöst. Sie betont aber unermüdlich, dass der Garten Upton Grey eine Nachbildung von Gertrude Jekylls Kunst ist und keinesfalls ihre eigene Kunst. Über ihre eigenen hortikulturellen Erfahrungen hat sie zwei (englische) Bücher verfasst, die zusammen mit verschiedenen anderen Titeln in der Literaturliste im Anhang des Buches aufgeführt werden.
Auch in England sind die klimatischen Bedingungen nicht überall (annähernd) perfekt für gärtnerische Erfolge. Gill Richardson kämpft in Lincolnshire nicht nur gegen den Ostwind, auch verschiedene Vierbeiner machen ihr das Leben schwer. Muntjaks - kleine Hirsche - haben sich ausgerechnet ihre Helleboren als Lieblingsmahlzeit auserkoren. Doch trotz schwierigen Bedingungen hat die Gärtnerin ein Meisterwerk geschaffen und kombiniert immer wieder andere Pflanzen zu neuen Gartenbildern.
Helen Dillon ist eine bekannte irische Gärtnerin, deren Bücher leider bis jetzt ebenfalls (noch) nicht auf Deutsch übersetzt worden sind. Die Inselgärtnerin löst mit oft radikalen Veränderungen im Garten immer wieder Kopfschütteln aus. Denn viele Zeitungsleser kennen ihr grünes Reich aus Dillons regelmässig publizierten Kolumnen und scheinen oft deutlich weniger experimentierfreudig zu sein, als die Gestalterin selber. Diese ersetzt schon mal den Rasen durch ein formales Wasserbecken und stellt nach dem Entdecken der silbern bepflanzten Blumenrabatten in Metz die heimische Farbpalette nicht nur in Frage, sondern empfindet diese plötzlich als stark verbesserungswürdig. In Frankreich lohnt es sich übrigens nicht nur in Metz, "Blumeninseln“ genauer zu betrachten – u.a. auch in Nancy, Lyon und Paris finden sich in kommunalen Anlagen harmonisch abgestimmte Staudenkombinationen.
So wie diese für die englische Gartenbewegung prägenden Gärtnerinnen Kenntnisse über das Anlegen von stimmungsvollen Blumengärten wenigstens zum Teil von Vorfahren, Gleichgesinnten und aus Publikationen wie etwa Russel Pages „The Education of a Gardener“ übernommen haben, kann der Leser in diesem prächtig illustrierten Band Inspirationen für den eigenen Garten übernehmen. Oder zumindest von stimmigen Kombinationen in Farbe und Struktur träumen. Die wunderschöne Verbindung von Himalaya-Mohn mit Akeleien wird hierzulande ziemlich sicher leider nicht in der abgebildeten Pracht gedeihen, aber vielleicht lohnt sich ein Versuch mit einem Laubengang aus Wicken? Den Abschluss der mehrseitigen Portraits bilden jeweils ein von passenden Fotos begleiteter Leitfaden sowie Hinweise auf Leitpflanzen und ein Leitmotiv der jeweiligen Gärtnerin. So sieht Sue Whittington in jedem Pflanzenverlust die Chance, etwas Neues auszuprobieren.
Heidi Howcroft (Text) und Marianne Majerus (Fotos):
Englische Gartenikonen – Die Schöpferinnen des englischen Gartenstils und ihre Gärten
Callwey Verlag, 2014
15. März 2014
Zuletzt ausgelesen: Lucinda Riley – Die Mitternachtsrose
Lucinda Riley besetzt mit ihren Büchern regelmässig vordere Plätze in den Bestseller-Listen. Zuletzt habe ich hier im Blog von dieser Autorin "Der Lavendelgarten" und "Das Orchideenhaus" vorgestellt. Die aktuellste Publikation „Die Mitternachtsrose“ ist in vielen Buchhandlungen fast übertrieben omnipräsent und ausführliche Rezensionen finden sich mit wenigen Klicks im Internet. Deshalb erspare ich mir eine detaillierte Beschreibung, verlinke hier zur Inhaltsangabe auf die Webseite des Verlags und beschränke meine Zeilen auf die (geringen) hortikulturellen Vorkommnisse auf den knapp 600 Seiten dieses Romans.
Das alte, etwas heruntergekommene Herrenhaus Astbury dient als Kulisse für einen Film, der in den 1920er Jahren spielt. Umgeben wird das Anwesen von einem Blumengarten, viel Rasen und einem Park. Eine Orangerie beherbergte einst unzählige exotische Mitbringsel aus aller Welt. Aktuell kümmert sich ein traurig und einsam wirkender Gärtner um die Pflanzen, zu denen auch die titelgebende Mitternachtsrose gehört. Deren samtigen Blüten erscheinen fast schwarz, erscheinen zuverlässig und verwandeln die alte Pflanze in ein Schmuckstück.
Im Lauf der Lektüre wird die Leserin Zeugin, wie ein Ableger dieses dornigen Rosenbuschs vor ein Cottage in der Nähe des Herrenhausses gepflanzt wird. Neben diesem Häuschen stand dannzumal ein kleines Gewächshaus, in und neben dem eine kräuterkundige Frau Heilpflanzen angebaut und mit den Kräutern vielen Menschen geholfen hat.
Ein Roman, um ein dunkles Geheimnis in der Vergangenheit, in dem sich Vergangenheit und Fiktion vermischen und die Leserin nebenbei Einblick in die indische Kultur und in englische Gepflogenheiten in der beschriebenen Zeit erhält.
Lucinda Riley:
Die Mitternachtsrose
Wilhelm Goldmann Verlag, 2013
Das alte, etwas heruntergekommene Herrenhaus Astbury dient als Kulisse für einen Film, der in den 1920er Jahren spielt. Umgeben wird das Anwesen von einem Blumengarten, viel Rasen und einem Park. Eine Orangerie beherbergte einst unzählige exotische Mitbringsel aus aller Welt. Aktuell kümmert sich ein traurig und einsam wirkender Gärtner um die Pflanzen, zu denen auch die titelgebende Mitternachtsrose gehört. Deren samtigen Blüten erscheinen fast schwarz, erscheinen zuverlässig und verwandeln die alte Pflanze in ein Schmuckstück.
Im Lauf der Lektüre wird die Leserin Zeugin, wie ein Ableger dieses dornigen Rosenbuschs vor ein Cottage in der Nähe des Herrenhausses gepflanzt wird. Neben diesem Häuschen stand dannzumal ein kleines Gewächshaus, in und neben dem eine kräuterkundige Frau Heilpflanzen angebaut und mit den Kräutern vielen Menschen geholfen hat.
Ein Roman, um ein dunkles Geheimnis in der Vergangenheit, in dem sich Vergangenheit und Fiktion vermischen und die Leserin nebenbei Einblick in die indische Kultur und in englische Gepflogenheiten in der beschriebenen Zeit erhält.
Lucinda Riley:
Die Mitternachtsrose
Wilhelm Goldmann Verlag, 2013
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