14. April 2011

Der weiße Garten – Ein Gartenkrimi (Pushing up daisies)

Mit dem Buch „Der weisse Garten“ erscheint endlich wieder einmal eine englische Gartenkrimi-Reihe auf Deutsch – jedenfalls hoffe ich mal, dass es nicht bei der Übersetzung des einen Bandes aus dieser Serie bleibt.

Die ehemalige Fernsehprogramm-Verantwortliche Paula Holliday hat ihre Leidenschaft fürs Gärtnern zum Beruf gemacht und sich eine kleine Gartenbaufirma aufgebaut. Ihre Liebe fürs Grünzeug hat sich schon in der Grundschule entwickelt, als sie Avocado-Kerne in aufgeschnittene Milchpackungen pflanzte. Obwohl die Halbitalienerin noch nicht mit Aufträgen überschwemmt wird, hat sie es noch keine Sekunde bereut, ihre High Heels gegen bequeme und zweckmässige Gartenschuhe eingetauscht zu haben. Mit dem eben ergatterten Auftrag die seit Jahren vernachlässigten Gärten von Halcyon der Peacocks-Familie zu restaurieren, hofft die Jungunternehmerin, sich in der Branche etablieren zu können.

Nach einem Hurrican im Jahr 1938, der die Peacock-Gärten zerstörte, war der Garten mit Elementen aus der italienischen Gartenkunst neu gestaltet und ein gut bestückter Kräutergarten angelegt worden. Lange zählte er zu den prächtigsten Anlagen von Connecticut. Verschiedene Gründe hatten aber dazu geführt, dass die letzten beiden Peacocks die Gärten nicht mehr mit der nötigen Sorgfalt hatten pflegen können und nun, nach dem Tod dieser letzten Familienangehörigen, sind diese in den Besitz der Historischen Gesellschaft in Springfield übergegangen.

Eine seriöse Gartenumgestaltung beginnt mit der Ermittlung des ph-Wertes aufgrund von an verschiedenen Stellen genommenen Bodenproben und so macht sich Paula im weissen Garten daran, mit ihrer Lieblingsschaufel das erste Häufchen Erde auszugraben. Schon der erste Einstich trifft auf etwas Hartes, Metallisches und kurz darauf hat die schockierte Gärtnerin eine Kiste freigelegt, in welcher sich die mumifizierte Leiche eines Kleinkindes befindet.

Der Schaffensdrang der jungen Unternehmerin wird jäh unterbrochen, da die Polizei den Garten für die notwendigen Untersuchungen für mehrere Tage absperrt. Diese unfreiwillige Pause nutzt die Junggärtnerin, um in alten Büchern über die Peacock-Gärten zu recherchieren. Als sie erfährt, dass die Babyleiche schon seit Jahrzehnten in der Kiste gelegen haben soll und die Polizei nicht weiter ermittelt, beginnt sie selber Nachforschungen anzustellen. Kurz darauf wird ein Mordanschlag auf einen Gärtner verübt. Paula vermutet einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen und sie sucht nach einer Verbindung zu dem mysteriösen, nie geklärten Verschwinden einer jungen Frau Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. War diese vielleicht die Mutter des aufgefundenen Babys?

„Der weisse Garten“ ist ein humorvoll verfasster, nicht zu brutaler Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin. Sympathisch nicht zuletzt, weil sie ständig Gartenbücher kauft, obwohl sie die Hälfte derer, die sie bereits besitzt noch nicht gelesen hat … Nach der Lektüre dieses Gartenkrimis erscheinen mir Paula Holliday und andere Bewohner von Springfield wieder wie gute alte Bekannte, so dass ich mir fest vorgenommen habe, endlich Band 3 der Reihe zu lesen – schliesslich erscheint in Kürze bereits Band 4 in der englischen Originalausgabe. Meine Buchvorstellung von Band 2 finden Sie hier.



Rosemary Harris:
Der weisse Garten – Ein Gartenkrimi
Thiele Verlag, 2011


Landliebe und Mordlust (TB-Ausgabe)
Blanvalet Taschenbuch Verlag, 2013

Kommentare:

  1. Hallo liebe Sofagärtnerin, da ich ja jetzt so viel Zeit zum Lesen habe, hat mir eine liebe Freundin, die meine Gartenleidenschaft kennt, diesen Krimi geschenkt...ich bin schon ganz gespannt und freue mich auf die Lektüre :-)
    Liebe Grüße von Heike

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  2. Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung und viel Spass beim Lesen! Ausserdem bin ich gespannt, wie dir das Buch gefällt.
    LG

    PS: Kommentar funktioniert wieder nur anonym ...

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  3. Ich fand das Buch klasse! Der lockere Schreibstil gefiel mir und war als Krankenhauslektüre gerade richtig. Die Charaktere der Buchfiguren sind gut beschrieben und das macht den Roman sehr lebendig.
    Den Buchtitel finde ich allerdings etwas irreführend... da passt der englische Titel wesentlich besser: Pushing Up Daisies (Dirty Business Mysteries) . Aber das sollte einen nicht vom Lesen abhalten :-)
    Liebe Grüße, Heike

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