11. April 2011

Mein Traum vom Landgarten – Gärtnern und Geniessen auf dem Lande

Was in einem langen Menschenleben Jahrzehnte dauert, erlebt man im Gartenjahr in zwölf Monaten: wachsen, blühen und vergehen. Eigene Kartoffeln und Tomaten ernten und feines gesundes Essen daraus zubereiten – immer mehr Menschen wünschen sich einen direkten Bezug zu ihrer Nahrung und leben nach dem Motto „zurück zu den Wurzeln“. Das Buch „Mein Traum vom Landgarten“ von Ilga Eger mit Fotos von Gary Rogers stellt in Wort und Bild Leute vor, die nach diesem Leitgedanken ihr eigenes Gemüse anbauen und ist aufgeteilt in einen Teil Portraits und einen Teil Landhaus-Praxis.

Die Bandbreite der vorgestellten Gärten reicht vom seit Generationen von derselben Familie bewirtschafteten Fläche, über einen schmalen gepachteten Steifen Land, der jeden Frühling umgepflügt, völlig neu bepflanzt und nur übers Wochenende gepflegt wird bis zu einer dschungelähnlichen Pflanzensammlung. In eben diesem Paradiesgarten sollen Rosen an Palmen emporranken (leider ist das auf den Fotos nicht zu erkennen) und Pflanzen in ungewohnter Hülle und Fülle nebeneinander wachsen dürfen. Die Nachbarn können dieser speziellen Idylle nicht viel abgewinnen. Von kritischen Kommentaren, dass das alles doch nichts bringt, lässt sich die Gärtnerin nicht beeindrucken und bemerkt (Zitat): „dann bräuchte man eigentlich überhaupt nichts machen im Leben“. Mehr Mühe bereitet ihr zu akzeptieren, dass ihr aussergewöhnlicher Garten nicht nach jedermanns Geschmack ist.

Über solche Belanglosigkeiten ist die älteste vorgestellte Landgärtnerin längst hinweg. In ihrem 86jährigen Leben hat sie von der Natur gelernt, dass alles seine Ordnung hat und dass dies auch gut so ist. Die ehemalige Bäuerin benötigt zwar seit einiger Zeit einen Gehwagen als Stütze, wird ihren Garten aber nicht aufgeben, solange sie noch auf den Knien rutschen kann. In weiteren Kapiteln stellt sich die Autorin samt persönlichem Garten selber vor oder man liest über 60‘000 Narzissen im nordfriesischen Marschland und über Schloss Marihn in Mecklenburg-Vorpommern mit einen riesigen David-Austin-Rosengarten und Nutzgärten à la Prinz Charles und Highgrove.

Im Praxis-Teil werden verschiedene Gemüse vorgestellt, darunter auch welche, die selten geworden oder längst vergessen sind. Die Informationen sind gegliedert in „Wirkung auf die Gesundheit“, „Anbau“, und „Pflege“. Abgerundet werden die Portraits durch einen kurzen geschichtlichen Überblick, einen besonderen Tipp und es werden bemerkenswerte alte Sorten empfohlen.



Ilga Eger und Gary Rogers:
Mein Traum vom Landgarten – Gärtnern und Geniessen auf dem Lande
Callwey Verlag, 2011

1 Kommentar:

  1. Liebe Sofagärtnerin, dieses Buch lag neulich unter meinem Weihnachtsbaum und so kann ich deiner Rezension nur zustimmen. Die gezeigten Gärten könnten unterschiedlicher nicht sein und doch sind sie für seine Besitzer das Paradies. Die Bilder finde ich wunderschön, es ist wirklich ein Buch, das man gerne immer wieder anschaut (gerade bei diesem Wetter ;-))
    Was mir ein bisschen fehlt sind die Pflanzen- und Sortennamen auf den Fotos, denn wenn eine seltene Pfingstrose oder Rose gezeigt wird möchte ich immer wissen, wie sie heißt, das geht bestimmt nicht nur mir so.
    Liebe Grüße von Heike

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