15. Juni 2014

Zuletzt angefangen zu lesen: Anna Maria Lage - Saharablüte

Anna Maria Lage blickt in diesem Roman in die Mitte unseres Jahrhunderts, wo die Protagonisten nach etlichen kulturellen und politischen Veränderungen in einer lebenswerteren, aber teilweise recht fremd erscheinenden Welt leben. Der Klimanwandel ist nach wie vor ein grosses Thema, während andere Probleme, die früher die Schlagzeilen beherrscht haben, endlich gelöst worden sind und nur noch in der Erinnerung existieren.

Der Magerwahn für Mädchen ist vorbei und es wird die Einheitssprache Elingua gesprochen. Die Menschen sind so sensibel, dass sie sich in Lebensmittel einfühlen können und spüren, ob diese ihrem Körper gut tun, den sie gerne in Stoffe aus Segge kleiden. Mittlerweile gehören sogenannte Skelett-Checks zur Gesundheitsvorsorge. Dank diesem Instrument werden Krankheiten früher entdeckt und die früher ständig wachsenden Kosten im Gesundheitswesen sind endlich unter Kontrolle.

Bodenspekulanten sind längst die Grundlagen entzogen worden, im Nahen Osten ist Frieden eingekehrt und etliche Kibuzze sind zu Zentralen für die Urbanisierung der umliegenden Felder umfunktioniert worden. Der Globalisierung wurde abgeschworen und in sämtlichen Lebensbereichen wird Regionalität bevorzugt und Kunstdünger und Pestizide sind verpönt.

Der Leser begleitet die Schulabgängerin Hannah zunächst mit ihren Freundinnen mit interessanten Fortbewegungsmitteln quer durch Europa, bevor sie in Oxford am neuen Studiengang „Forest Farming“ teilnimmt. In England lernt sie viele gleichgesinnte Studenten kennen, darunter ihren späteren Ehemann Bob und ihre neue Freundin Mari. Im Studium lernen die jungen Leute das Rüstzeug, um später erfolgreiche Projekte für die Bewirtschaftung von Trockengebieten durchzuziehen. Hier zeigt sich, dass nicht nur die Menschen viel empfindlicher geworden sind, denn auch Pflanzen zeigen selber an, wo sie wachsen möchten. Und zwar genau dort, wo sie lebten, bevor Menschen früher ihnen den Lebensraum zerstört haben und nicht irgendwo in einer Wüste, die gegen alle Naturgesetzte begrünt werden soll.

Das Buch zeigt interessante Ansätze auf und der Leser kommt nicht umhin sich zu fragen, welche Ideen sich später einmal im Rückblick als richtige Vorhersage entpuppen werden. Schade, dass dieser Erzählung wie so vielen anderen Publikationen aus Eigenverlagen kein gründliches Lektorat zuteil wurde, das die zahlreichen Orthografiefehler und falschen Kommasetzungen vor dem Druck eliminiert hätte.



Anna Maria Lage: 
Saharablüte 
Novum Publishing, 2011

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen