Wenn Menschen reisen, sind häufig – beabsichtigt oder ungewollt – Begleitpassagiere aus Flora und Fauna mit von der Partie. Insbesondere in der Umgebung von Umschlagplätzen wie Bahnhöfen, Flug- und Güterhäfen oder entlang der Bahnlinien finden sich schwarze Passagiere aus dem Tier- und Pflanzenreich, die häufig mit Verpackungsmaterial mittransportiert worden sind.
Manchen grünen Immigrant, der schon vor Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten eingewandert ist, kann man heute kaum mehr aus der Umgebung und vom Teller wegdenken, obwohl sich darunter etliche Einwanderer befinden, die besser in ein Paket verschnürt an den Absenderort zurückverfrachtet würden mit dem Vermerk „Annahme verweigert“. Von reisenden Pflanzen und den sich daraus ergebenden Konsequenzen handeln denn auch die Beiträge im aktuellen Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Gartenkultur.
Haben Sie gewusst, dass exotische Pflanzen nicht nur mit Schiffe und Wagen unterwegs waren, sondern auch venezianische Buchhändler eine wichtige Aufgabe in diesem Ablauf erfüllten? Clusius liess nämlich seinerzeit die Samen von kostbaren Raritäten gut verpackt von den Norditalienern mit dem Reisegepäck an die Buchmesse in Frankfurt transportieren, wo die Ware empfangen und daraufhin in die Niederlande gebracht wurde.
Der Beitrag „Von der weiten Welt nach Zürich“ berichtet über die Pflanzenzucht und vom Pflanzenhandel in der Schweiz in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Besonderen und im Speziellen vom beeindruckend umfangreichen Sortiment der Firma Froebel in Zürich. Alte Geschäfts- und Collectionsbücher geben Aufschluss über die damaligen Pflanzenbestände. So werden dort beispielsweise 88 Sorten Arten und Sorten Ahorn, 29 Arten und Sorten Liguster, 132 Arten und Sorten Clematis und fast 600 Rosenarten und –sorten aufgelistet.
Im Kapitel „Landschaftserleben, Pflanzenschönheit und Gartenkunst – Karl Foersters Steingarten als Weltentwurf“ erhält der Leser Einblick in die Reiseerinnerungen des bekannten Staudenzüchters, die grundlegend waren für dessen Ansicht von Steingärten und liest vom nächtlichen Treiben auf Schweizer Friedhöfen, wo Karl Foerster Jagd auf Herbstchrysanthemen gemacht hat.
Das weiteren gibt es einen Artikel „Pflanzenverwendung auf Transatlantisch“ über den Gartengestalter Richard Neutra, einen Beitrag „Urwald im Wohnzimmer“ über Josef Franks textile Versandparadiese („Stoffgärten“ bzw. Stoffe mit Motiven aus realer und utopischer Natur) und Erläuterungen über die Invasionen im Pflanzenreich am Beispiel der Südschweiz. Thematisiert werden darin die Einwanderer Edelkastanie, Robinie, Götterbaum und Hanfpalme.
Vertieft mit dem Thema Migration in der Botanik befasst sich Annemarie Bucher mit ihrer Spurensuche in der globalen Landschaft. Wie ist mit Neuankömmlingen aus dem grünen Reich umzugehen? Wie soll mit Neophyten umgegangen werden und was ist von der Massenware aus Baumärkten und Gartencentern zu halten, welche die einheimische vielfältige Pflanzenwelt bedrängt und im schlimmsten Fall sogar verdrängt?
In der Rubrik SGGK-Vitrine erwarten den Leser drei Portraits. Doris Guarisco berichtet von ihrem Besuch bei Elsbeth Stoiber im „Rosenstöckli“ auf dem Albispass. Einen Einblick in die achzigjährige Geschichte der Wildensbucher Gärtnerei „Frei Weinlandstauden“ steht unter dem Motto „Es wächst aus allen Ritzen“ und von Pariser Gartenkunst im Garten von Schloss Ebenrain in Sissach berichtet Jörg Matthies. Vier informative Gartenbuchrezensionen runden die Reise im Lesesessel durch Gartengestaltung, Pflanzenverwendung, Design und Ethnobotanik ab.
Schweiz. Gesellschaft für Gartenkultur SGGK (Hrsg.):
Topiaria Helvetica 2012 – Pflanzen auf Reisen – Von Sammlerlust und Invasionen
Vdf Hochschulverlag, 2012
22. November 2012
18. November 2012
Stefan Leszko: Gärtner – Der schönste Beruf der Welt
Planen Sie, in nächster Zeit Aufträge an Gärtner zu vergeben? Dann sollten Sie sich quasi zur Einstimmung dieses humorige Büchlein zu Gemüte führen. Aus den genauen Beobachtungen des Autors können Sie erfahren, wie Berufsgärtner wirklich ticken und sich entsprechend auf das Abenteuer Gartenumgestaltung einstellen.
Stefan Leszko schreibt und zeichnet seit 2009 für das Landschaftsgärtner-magazin DEGA GALABAU. Seine unterhaltsamen Kolumnen – von einem Kollegen etwas despektierlich als Gefälligkeitsjournalismus abgetan – sind nun einer kleinen Publikation zusammengefasst worden. Die auf eigenen Erfahrungen und Erlebnissen basierenden Artikel stehen beispielsweise unter dem Motto „Telefonpsychologie“, „Eindringliche Warnung eines Geläuterten“, „Selig, die reinen Herzens sind“, „Nein, mein Merkblatt les‘ ich nicht!“ oder „Verhaltensregeln für einen schlechten Auftraggeber“. Die 41 Alltagsgeschichten sind mit spitzer Feder verfasst und werden immer wieder aufgelockert durch Formulierungen wie jener, dass sich in Wirtschaft und Politik viel Totholz im Kronenbereich finden lässt und regen zum Nachdenken an.
Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und über sie lässt sich nicht streiten. Und warum soll sich der Gärtner wundern oder gar ärgern, wenn dem Kunden Cotoneaster gefällt, der praktisch den ganzen Garten überwuchert, aber das stachelige Grünzeug, das dazwischen noch tapfer gedeiht, entfernen lassen will? Grünzeug, bei dem es sich um bedauernswerte Rosen handelt. Interessant sind auch die Überlegungen hinsichtlich der Vorteile von dummen Schülern, dank denen schliesslich ganze Wirtschaftszweige florieren. Man denke nur an all die Nachhilfelehrer, Therapeuten und anderen Berufsleute, die gut an diesen verdienen.
Und wozu soll sich der Berufsgärtner mit den Bedürfnissen von Pflanzen abplagen, wenn der Kunde mit Kies, Stahl und Beton im Garten zufrieden ist? Denn schliesslich (und glücklicherweise) handelt es sich dabei nur um eine Modeströmung, die bald wieder von der nächsten abgelöst wird. Und spätestens in ein paar Jahren kommt alles Nicht-Grüne wieder aus dem Garten raus. Schliesslich sind wechselnde Trends gut für das Geschäft und die Wirtschaft wird dadurch genauso angekurbelt wie von den oben erwähnten weniger intelligenten Schülern.
Den Titel „Wirtschaftswachstum“ trägt der Artikel, in dem der Autor über einen leistungsstarken dreiachsigen LKW berichtet, den ein Chauffeur mit schweisstreibender Präzision in Milimeterfortschritten rückwärts zum Ziel manövriert, das in einer nicht ungewöhnlich schmalen Wohnstrasse liegt. Wichtiges nicht zu vernachlässigendes Detail bei dieser Beobachtung ist der Grund für den Kauf des Riesenvehikels durch den Chef des Lastwagenfahrers. Mit dem Riesenteil soll nämlich Geld gespart werden, weil grössere Lasten auf einmal transportiert und damit die Anzahl Fahrten reduziert und Zeit eingespart werden kann (oder besser soll).
Wir haben in unserem Garten diesen Frühling grössere Umgestaltungsarbeiten durch einen kleinen Fachbetrieb erledigen lassen. Nun, auch nach der Lektüre dieses ausgesprochen unterhaltsamen Büchleins – ich musste immer wieder laut lachen – kann ich etliche Vorkommnisse, die während dieser Arbeiten vorgefallen sind, nicht besser nachvollziehen, geschweige denn verstehen.
Wieso schmeisst ein Gärtner seine Rechen und Schaufeln auf ein Blumenbeet mit Astrantien und Tradescantien (live durchs Fenster beobachtet), wenn sich direkt daneben ein leergeräumter Sitzplatz befindet? Liegt dieses Werkzeug lieber etwas weicher? Oder warum werden sämtliche Schrauben an den Zaunpfählen nicht angeschraubt, wenn hernach für den Transport der Bodenfräse in den nur schwer zugänglichen hinteren Gartenteil der Zaun nicht wieder geöffnet wird, sondern die schwere Maschine dem Haus entlang auf einem viel zu schmalen Weg transportiert wird und dabei sämtliche Minifunkien, Bergenien und andere Stauden zur schönsten Gartenjahreszeit plattgewalzt werden? Der Ersatz für eine bei dieser Aktion ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Echinacea wird dann zuvorkommend, aber leider ohne Rücksprache in einer zuvor als Tabuzone bezeichneten Rabatte direkt vom Fachmann eingebuddelt. Er kann ja schliesslich nicht ahnen oder gar wissen, dass genau dort Herbstzeitlosen und Cyclamen versteckt auf ihren nächsten Auftritt warten.
Das ist (leider) nur eine minimale Auswahl der bei der Umgestaltung eines klar bezeichneten Bereiches erlebten Zwischenfälle. Als leidenschaftlicher Hobbygärtner werden Sie sicher verstehen, dass ich mich schon jetzt sehr auf den nächsten Frühling freue, wenn die Stauden (hoffentlich!) in neuer Frische austreiben werden und ich mich wieder nunmehr über meine eigenen gärtnerischen Unzulänglichkeiten ärgern muss und ein paar tierische Störenfriede. Aber jedenfalls nicht über Zweibeiner, die am Schluss auch noch teuer bezahlt werden müssen … Und natürlich werde ich mich auch hüten, letzterem zu erzählen, dass die neu ausgetriebenen Bergenien ohne Frassspuren von Dickmaulrüsslern eigentlich viel schöner aussehen als die älteren Exemplare, die den unsachgemässen Maschinentransport unbeschadet überlebt haben.
Stefan Leszko:
Gärtner – Der schönste Beruf der Welt / 40 und ein Abenteuer aus dem Alltag eines Gartengestalters
Ulmer Verlag, 2012
PS: Die Gartenumgestaltung ist trotz dem schlechten Bei- und Nachgeschmack gut gelungen und macht Freude. Als qualifizierte Buchgärtnerin gehört frau wahrscheinlich auch nicht gerade zur Traumkundschaft des Berufsgärtners!
Aber nun sollte ich wirklich endlich den fehlenden Drahtspanner am Zaun anbringen, der nach dem Kauf einer Dreierpackung (einzeln leider nicht erhältlich) vor einem halben Jahr immer noch herumliegt. Aus mir unerklärlichen Gründen wurden vom Gärtner nämlich nur ungefähr 15 dieser Teile angebracht und eines fehlt nach wie vor. Aber irgendwann mag man sich als Auftraggeber einfach nicht noch „pinggeliger“ vorkommen und nimmt die Dinge besser selber in die Hand und/oder schreibt sich den Frust im Gartentagebuch, einem (auf Anraten des Ehemannes schliesslich doch nicht abgeschickten) Email oder einem Blogbeitrag von der Seele!
Stefan Leszko schreibt und zeichnet seit 2009 für das Landschaftsgärtner-magazin DEGA GALABAU. Seine unterhaltsamen Kolumnen – von einem Kollegen etwas despektierlich als Gefälligkeitsjournalismus abgetan – sind nun einer kleinen Publikation zusammengefasst worden. Die auf eigenen Erfahrungen und Erlebnissen basierenden Artikel stehen beispielsweise unter dem Motto „Telefonpsychologie“, „Eindringliche Warnung eines Geläuterten“, „Selig, die reinen Herzens sind“, „Nein, mein Merkblatt les‘ ich nicht!“ oder „Verhaltensregeln für einen schlechten Auftraggeber“. Die 41 Alltagsgeschichten sind mit spitzer Feder verfasst und werden immer wieder aufgelockert durch Formulierungen wie jener, dass sich in Wirtschaft und Politik viel Totholz im Kronenbereich finden lässt und regen zum Nachdenken an.
Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und über sie lässt sich nicht streiten. Und warum soll sich der Gärtner wundern oder gar ärgern, wenn dem Kunden Cotoneaster gefällt, der praktisch den ganzen Garten überwuchert, aber das stachelige Grünzeug, das dazwischen noch tapfer gedeiht, entfernen lassen will? Grünzeug, bei dem es sich um bedauernswerte Rosen handelt. Interessant sind auch die Überlegungen hinsichtlich der Vorteile von dummen Schülern, dank denen schliesslich ganze Wirtschaftszweige florieren. Man denke nur an all die Nachhilfelehrer, Therapeuten und anderen Berufsleute, die gut an diesen verdienen.
Und wozu soll sich der Berufsgärtner mit den Bedürfnissen von Pflanzen abplagen, wenn der Kunde mit Kies, Stahl und Beton im Garten zufrieden ist? Denn schliesslich (und glücklicherweise) handelt es sich dabei nur um eine Modeströmung, die bald wieder von der nächsten abgelöst wird. Und spätestens in ein paar Jahren kommt alles Nicht-Grüne wieder aus dem Garten raus. Schliesslich sind wechselnde Trends gut für das Geschäft und die Wirtschaft wird dadurch genauso angekurbelt wie von den oben erwähnten weniger intelligenten Schülern.
Den Titel „Wirtschaftswachstum“ trägt der Artikel, in dem der Autor über einen leistungsstarken dreiachsigen LKW berichtet, den ein Chauffeur mit schweisstreibender Präzision in Milimeterfortschritten rückwärts zum Ziel manövriert, das in einer nicht ungewöhnlich schmalen Wohnstrasse liegt. Wichtiges nicht zu vernachlässigendes Detail bei dieser Beobachtung ist der Grund für den Kauf des Riesenvehikels durch den Chef des Lastwagenfahrers. Mit dem Riesenteil soll nämlich Geld gespart werden, weil grössere Lasten auf einmal transportiert und damit die Anzahl Fahrten reduziert und Zeit eingespart werden kann (oder besser soll).
Wir haben in unserem Garten diesen Frühling grössere Umgestaltungsarbeiten durch einen kleinen Fachbetrieb erledigen lassen. Nun, auch nach der Lektüre dieses ausgesprochen unterhaltsamen Büchleins – ich musste immer wieder laut lachen – kann ich etliche Vorkommnisse, die während dieser Arbeiten vorgefallen sind, nicht besser nachvollziehen, geschweige denn verstehen.
Wieso schmeisst ein Gärtner seine Rechen und Schaufeln auf ein Blumenbeet mit Astrantien und Tradescantien (live durchs Fenster beobachtet), wenn sich direkt daneben ein leergeräumter Sitzplatz befindet? Liegt dieses Werkzeug lieber etwas weicher? Oder warum werden sämtliche Schrauben an den Zaunpfählen nicht angeschraubt, wenn hernach für den Transport der Bodenfräse in den nur schwer zugänglichen hinteren Gartenteil der Zaun nicht wieder geöffnet wird, sondern die schwere Maschine dem Haus entlang auf einem viel zu schmalen Weg transportiert wird und dabei sämtliche Minifunkien, Bergenien und andere Stauden zur schönsten Gartenjahreszeit plattgewalzt werden? Der Ersatz für eine bei dieser Aktion ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Echinacea wird dann zuvorkommend, aber leider ohne Rücksprache in einer zuvor als Tabuzone bezeichneten Rabatte direkt vom Fachmann eingebuddelt. Er kann ja schliesslich nicht ahnen oder gar wissen, dass genau dort Herbstzeitlosen und Cyclamen versteckt auf ihren nächsten Auftritt warten.
Das ist (leider) nur eine minimale Auswahl der bei der Umgestaltung eines klar bezeichneten Bereiches erlebten Zwischenfälle. Als leidenschaftlicher Hobbygärtner werden Sie sicher verstehen, dass ich mich schon jetzt sehr auf den nächsten Frühling freue, wenn die Stauden (hoffentlich!) in neuer Frische austreiben werden und ich mich wieder nunmehr über meine eigenen gärtnerischen Unzulänglichkeiten ärgern muss und ein paar tierische Störenfriede. Aber jedenfalls nicht über Zweibeiner, die am Schluss auch noch teuer bezahlt werden müssen … Und natürlich werde ich mich auch hüten, letzterem zu erzählen, dass die neu ausgetriebenen Bergenien ohne Frassspuren von Dickmaulrüsslern eigentlich viel schöner aussehen als die älteren Exemplare, die den unsachgemässen Maschinentransport unbeschadet überlebt haben.
Stefan Leszko:
Gärtner – Der schönste Beruf der Welt / 40 und ein Abenteuer aus dem Alltag eines Gartengestalters
Ulmer Verlag, 2012
PS: Die Gartenumgestaltung ist trotz dem schlechten Bei- und Nachgeschmack gut gelungen und macht Freude. Als qualifizierte Buchgärtnerin gehört frau wahrscheinlich auch nicht gerade zur Traumkundschaft des Berufsgärtners!
Aber nun sollte ich wirklich endlich den fehlenden Drahtspanner am Zaun anbringen, der nach dem Kauf einer Dreierpackung (einzeln leider nicht erhältlich) vor einem halben Jahr immer noch herumliegt. Aus mir unerklärlichen Gründen wurden vom Gärtner nämlich nur ungefähr 15 dieser Teile angebracht und eines fehlt nach wie vor. Aber irgendwann mag man sich als Auftraggeber einfach nicht noch „pinggeliger“ vorkommen und nimmt die Dinge besser selber in die Hand und/oder schreibt sich den Frust im Gartentagebuch, einem (auf Anraten des Ehemannes schliesslich doch nicht abgeschickten) Email oder einem Blogbeitrag von der Seele!
14. November 2012
Renate Hücking: Blumenmalerinnen – Porträts besonderer Frauen und ihr Blick auf die Natur
In ihrer aktuellsten Publikation portraitiert Renate Hücking fünfzehn Blumenmalerinnen. Sie lässt den Leser und Betrachter in Ateliers blicken und entlockt den Künstlerinnen Antworten auf Fragen zu Beweggründen in Hinsicht auf Motivwahl und Technik und allerlei Persönliches. Unter den Malerinnen sind bekannte längst verstorbene Künstlerinnen wie Maria Sibylla Merian, Marianne North und Margaret Mee, aber auch verschiedene ausserhalb der entsprechenden Szene wohl eher unbekannte Frauen. Die Porträts sind gegliedert in die Kapitel „Im Blumengarten“, „Kunst trifft Wissenschaft“, „Für Natur und Umwelt“, „Schön und nützlich“ und „Exotik der Tropen“.
Blumen malen war früher die einzige Möglichkeit, diese in jeder Jahreszeit bewundern zu können. Heutzutage gibt es zwar etliche andere Möglichkeiten, die Blütenpracht zu konservieren, doch malen kann süchtig machen und ist für einzelne der portraitierten Frauen so wichtig wie atmen. Nicht alle dieser Künstlerinnen benutzen Pinsel oder Farbstift. Neben Kunstwerken in den Techniken Öl auf Leinwand, Karton oder Baumwolle und Aquarell, Acryl, Gouache auf Velin, Kupferstich und Farbstiftzeichnungen wird auch das Verfahren Fotografie/Scanogramm vorgestellt. Mit dieser Methode schafft Luzia Simons imposante grossformatige Bilder in Anlehnung an die barocken Blumenstilleben der niederländischen Maler. Ihr Motiv ist dabei seit über zehn Jahren ausschliesslich die Tulpe.
Andere Künstlerinnen bevorzugen oder bevorzugten als Motiv Wiesenblumen, Samen, Gemüse und Obst, die Flora des Amazonasgebietes, Beerenfrüchte, Medizinalpflanzen, Blumensträusse, Nutzpflanzen oder exotische Gewächse. Etwas befremdend muten im ersten Moment die Vorlagen jener Blumenmalerin an, deren Sujets den Hinweis „Made in China“ oder ähnliche Herkunftsbezeichnungen tragen. Regula Dettwiler konzentriert sich nämlich auf künstliche Blumen, genauer Plastik mit Seidenoptik. Diese Blumenjägerin vermerkt denn auch auf ihren Kunstwerken an jener Stelle, wo andere Blumenmalerinnen den Naturstandort angeben halt den Hinweis „Made in Taiwan“.
Fiona Strickland wiederum malt oft Blumen, die bereits am Verblühen sind. In ihrem Umfeld landen deshalb die nicht mehr ganz frischen Blumensträusse in ihrem Atelier. Sie könnten ja noch als Vorlage für Bilder taugen! Ebenso verschieden wie die Technik und Motivwahl sind die Wege, auf denen die Frauen zum Blumenmalen gefunden haben. Rachel Peddler-Smith etwa kam über den Abstecher Insekten- und Käfermalerei auf den Fokus Blumen. Das Einfangen und Töten der Kleintiere stellte sie aber je länger je mehr vor fast unüberwindliche Hürden und lenkte ihre Aufmerksamkeit schliesslich auf die Blumen am Wegrand.
Gärtnern Blumenfrauen auch gerne? Aus Zeitgründen liegt diese Tätigkeit bei den meisten dieser vorgestellten Blumenmalerinnen nicht drin. Was einen spätestens nach der Lektüre dieses Buches nicht wirklich wundert. Wenn man nämlich gelesen hat, dass für eine einzige gemalte Johannisbeere zwanzig Farbtöne nötig und zuvor stundenlange Naturbeobachtungen vorangegangen sind. Da relativiert sich der kleine aufgekommene Neid über die Talente dieser Frauen gleich wieder ein wenig!
Gelegentlich bekommt man ein Buch in die Hände, das einem fast zu schade zum Lesen dünkt und bei dem man es bedauert, wenn die letzte Seite umgeblättert ist und deshalb diesen Moment möglichst lange hinauszögern möchte. Mir geht es jedenfalls so. Und bei diesem Buch hätte ich dieses Phänomen nun nicht unbedingt erwartet. Bei der Durchsicht der diesjährigen Herbstpublikationen ist mir zwar der Name Renate Hücking sofort ins Auge gestochen, da ich ihre früheren Bücher sehr schätze, doch das Thema gemalte Blumenbilder sprach mich nicht besonders an. Ich bin froh, habe ich meine Bedenken ignoriert. Der Fokus der Frauenporträts liegt etwa gleich stark auf dem Text wie auf den – unbestrittenermassen- beeindruckenden Bildern. Der Autorin gelingt es mit ihren bemerkenswerten Porträts Interesse für das Thema Blumenmalerinnen zu wecken. Ich habe jedenfalls nach vielen Jahren wieder einmal die Biografie „A vision of Eden“ über Leben und Werk von Marianne North durchgeblättert. Wer nach der Lektüre des Buches "Blumenmalerinnen" ebenfalls neugierig auf mehr Lesefutter zum Thema geworden ist, findet im Anhang eine Auswahl zum Weiterlesen sowie Kontaktangaben und Informationen zu (früheren) Ausstellungen der Künstlerinnen.
Renate Hücking:
Blumenmalerinnen – Porträts besonderer Frauen und ihr Blick auf die Natur
Callwey Verlag, 2012
Blumen malen war früher die einzige Möglichkeit, diese in jeder Jahreszeit bewundern zu können. Heutzutage gibt es zwar etliche andere Möglichkeiten, die Blütenpracht zu konservieren, doch malen kann süchtig machen und ist für einzelne der portraitierten Frauen so wichtig wie atmen. Nicht alle dieser Künstlerinnen benutzen Pinsel oder Farbstift. Neben Kunstwerken in den Techniken Öl auf Leinwand, Karton oder Baumwolle und Aquarell, Acryl, Gouache auf Velin, Kupferstich und Farbstiftzeichnungen wird auch das Verfahren Fotografie/Scanogramm vorgestellt. Mit dieser Methode schafft Luzia Simons imposante grossformatige Bilder in Anlehnung an die barocken Blumenstilleben der niederländischen Maler. Ihr Motiv ist dabei seit über zehn Jahren ausschliesslich die Tulpe.
Andere Künstlerinnen bevorzugen oder bevorzugten als Motiv Wiesenblumen, Samen, Gemüse und Obst, die Flora des Amazonasgebietes, Beerenfrüchte, Medizinalpflanzen, Blumensträusse, Nutzpflanzen oder exotische Gewächse. Etwas befremdend muten im ersten Moment die Vorlagen jener Blumenmalerin an, deren Sujets den Hinweis „Made in China“ oder ähnliche Herkunftsbezeichnungen tragen. Regula Dettwiler konzentriert sich nämlich auf künstliche Blumen, genauer Plastik mit Seidenoptik. Diese Blumenjägerin vermerkt denn auch auf ihren Kunstwerken an jener Stelle, wo andere Blumenmalerinnen den Naturstandort angeben halt den Hinweis „Made in Taiwan“.
Fiona Strickland wiederum malt oft Blumen, die bereits am Verblühen sind. In ihrem Umfeld landen deshalb die nicht mehr ganz frischen Blumensträusse in ihrem Atelier. Sie könnten ja noch als Vorlage für Bilder taugen! Ebenso verschieden wie die Technik und Motivwahl sind die Wege, auf denen die Frauen zum Blumenmalen gefunden haben. Rachel Peddler-Smith etwa kam über den Abstecher Insekten- und Käfermalerei auf den Fokus Blumen. Das Einfangen und Töten der Kleintiere stellte sie aber je länger je mehr vor fast unüberwindliche Hürden und lenkte ihre Aufmerksamkeit schliesslich auf die Blumen am Wegrand.
Gärtnern Blumenfrauen auch gerne? Aus Zeitgründen liegt diese Tätigkeit bei den meisten dieser vorgestellten Blumenmalerinnen nicht drin. Was einen spätestens nach der Lektüre dieses Buches nicht wirklich wundert. Wenn man nämlich gelesen hat, dass für eine einzige gemalte Johannisbeere zwanzig Farbtöne nötig und zuvor stundenlange Naturbeobachtungen vorangegangen sind. Da relativiert sich der kleine aufgekommene Neid über die Talente dieser Frauen gleich wieder ein wenig!
Gelegentlich bekommt man ein Buch in die Hände, das einem fast zu schade zum Lesen dünkt und bei dem man es bedauert, wenn die letzte Seite umgeblättert ist und deshalb diesen Moment möglichst lange hinauszögern möchte. Mir geht es jedenfalls so. Und bei diesem Buch hätte ich dieses Phänomen nun nicht unbedingt erwartet. Bei der Durchsicht der diesjährigen Herbstpublikationen ist mir zwar der Name Renate Hücking sofort ins Auge gestochen, da ich ihre früheren Bücher sehr schätze, doch das Thema gemalte Blumenbilder sprach mich nicht besonders an. Ich bin froh, habe ich meine Bedenken ignoriert. Der Fokus der Frauenporträts liegt etwa gleich stark auf dem Text wie auf den – unbestrittenermassen- beeindruckenden Bildern. Der Autorin gelingt es mit ihren bemerkenswerten Porträts Interesse für das Thema Blumenmalerinnen zu wecken. Ich habe jedenfalls nach vielen Jahren wieder einmal die Biografie „A vision of Eden“ über Leben und Werk von Marianne North durchgeblättert. Wer nach der Lektüre des Buches "Blumenmalerinnen" ebenfalls neugierig auf mehr Lesefutter zum Thema geworden ist, findet im Anhang eine Auswahl zum Weiterlesen sowie Kontaktangaben und Informationen zu (früheren) Ausstellungen der Künstlerinnen.
Renate Hücking:
Blumenmalerinnen – Porträts besonderer Frauen und ihr Blick auf die Natur
Callwey Verlag, 2012
10. November 2012
Karen Meyer-Rebentisch: Wintergemüse – selbst geerntet, selbst gekocht
In ihrem zweiten Gemüsebuch beschreibt Karen Meyer-Rebentisch ausführlich, wie man sich mit geschickter Sortenauswahl und der passenden Lagermethode auch in der kalten Jahreszeit ganz oder weitgehend mit Vitaminen aus dem eigenen Garten versorgen und die Treibhausprodukte aus der Gemüseabteilung beim Lebensmittelhändler getrost vor sich hin schrumpeln lassen kann. Aus der Auswahl der über dreissig im Buch vorgestellten Gemüsesorten und einer Vielzahl von Kochrezepten finden mit Sicherheit auch Sie das eine oder andere neue Lieblingsrezept.
Die folgenden Gemüsesorten werden im Buch vorgestellt: Apfel, Bärlauch, Barbarakresse, Blumenkohl, Cardy, Chicorée, Chinakohl, Endivie, Feldsalat, Grünkohl, Haferwurzel, Kartoffel, Knoblauch, Knollenziest, Kohlrabi, Kürbis, Möhre, Palmkohl, Pastinake, Porree, Radicchio, Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Speiserübe, Spinat, Sprouting Broccoli, Steckrübe, Topinambur, Weisskohl, Wirsing und Zwiebel.
Im Einführungstext weist die Autorin auf die Bedeutung der Auswahl der richtigen Gemüsesorten und eine durchdachte Anbauplanung hin, gibt Tipps zum Düngen und erklärt, worauf beim Ernten geachtet werden soll, damit der Vitamingehalt des Gemüses möglichst hoch und der Nitratwert entsprechend niedrig ist. Um die Ernte möglichst lang in frischem und knackigem Zustand aufbewahren und verwerten zu können, sind rechtzeitig Überlegungen und Vorkehrungen zu treffen, um bei Bedarf über geeignete Lagerstätten verfügen zu können. In einer praktischen Tabelle kann nachgeschaut werden, welches Gemüse vor dem Frost geerntet werden muss, welches praktischerweise gleich im Beet überwintern kann oder welche Gemüse am besten im Keller-Lichtschacht, im Frühbeet, im ungeheizten Gewächshaus oder im Folientunnel gelagert werden kann.
Die einzelnen Gemüseportraits sind einheitlich nach folgendem Schema aufgebaut:
- Anbauen
- Sorten
- Ernten
- Lagern
- Kochen
Jedes Gemüse wird ausserdem mit beeindruckenden Fotografien vorgestellt; direkt nach der Ernte im Garten und nach der Verwendung in der Küche. Der Grossteil der Fotos stammt von Karen Meyer-Rebentisch selber. Besonders gut gelungen sind die Fotos mit gefrosteten Gemüse. Die Autorin und Fotografin hält übrigens ausdrücklich fest, dass sämtliche Aufnahmen der appetitanregenden Gerichte ohne irgendwelche Hilfsmittel oder Tricks entstanden sind und die Speisen nach dem Fototermin mit Genuss gegessen worden sind.
Welches Gemüse zählt zu den Starkzehrern, welches eignet sich bestens als Nachkultur? Der Hobby- und Gemüsegärtner findet im Buch Antwort auf diese Fragen und viele Informationen mehr. Unter den Rezepten gibt es beispielsweise Varianten von Flammenkuchen mit Porree oder Apfel, bunten Kartoffelsalat, Wirsing mit Pinienkernen und Ricotta, Spinatauflauf mit Polenta und Schwarzwurzelcurry. Mit der expliziten Erlaubnis der Autorin dürfen, ja sollen Sie den unübertrefflichen Geschmack von Rotkohl auch in aufgewärmter Form geniessen, da er so ja bekanntermassen noch besser mundet als beim ersten Auftischen. Und getrost alles ignorieren, was sie gewöhnlich über vitaminschonende Gemüsezubereitung beherzigen.
Die Publikation wird komplettiert durch ein Stichwortverzeichnis, Adressen für die Beschaffung von Saatgut und Zubehör, Hinweisen auf Internetseiten und weiterführende Literatur sowie einem Anbauplan von Apfel bis Zwiebel, mit Angabe von Zeitpunkt der Aussaat, Pflanzung, Haupterntezeit und Lagerzeitraum.
Und dass der Apfel kein Gemüse ist, wissen Sie, ich und selbstverständlich auch die Autorin. Da letztere ihn aber unverzichtbar hält für die Winterküche, hat sie ihn nichtsdestotrotz ins Buch hereingeschmuggelt. Denn auch mit Äpfeln lässt sich im Herbst und Winter abwechslungsreich und gesund kochen.
Karen Meyer-Rebentisch:
Wintergemüse – selbst geerntet, selbst gekocht
BLV Buchverlag, 2012
Die folgenden Gemüsesorten werden im Buch vorgestellt: Apfel, Bärlauch, Barbarakresse, Blumenkohl, Cardy, Chicorée, Chinakohl, Endivie, Feldsalat, Grünkohl, Haferwurzel, Kartoffel, Knoblauch, Knollenziest, Kohlrabi, Kürbis, Möhre, Palmkohl, Pastinake, Porree, Radicchio, Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Speiserübe, Spinat, Sprouting Broccoli, Steckrübe, Topinambur, Weisskohl, Wirsing und Zwiebel.
Im Einführungstext weist die Autorin auf die Bedeutung der Auswahl der richtigen Gemüsesorten und eine durchdachte Anbauplanung hin, gibt Tipps zum Düngen und erklärt, worauf beim Ernten geachtet werden soll, damit der Vitamingehalt des Gemüses möglichst hoch und der Nitratwert entsprechend niedrig ist. Um die Ernte möglichst lang in frischem und knackigem Zustand aufbewahren und verwerten zu können, sind rechtzeitig Überlegungen und Vorkehrungen zu treffen, um bei Bedarf über geeignete Lagerstätten verfügen zu können. In einer praktischen Tabelle kann nachgeschaut werden, welches Gemüse vor dem Frost geerntet werden muss, welches praktischerweise gleich im Beet überwintern kann oder welche Gemüse am besten im Keller-Lichtschacht, im Frühbeet, im ungeheizten Gewächshaus oder im Folientunnel gelagert werden kann.
Die einzelnen Gemüseportraits sind einheitlich nach folgendem Schema aufgebaut:
- Anbauen
- Sorten
- Ernten
- Lagern
- Kochen
Jedes Gemüse wird ausserdem mit beeindruckenden Fotografien vorgestellt; direkt nach der Ernte im Garten und nach der Verwendung in der Küche. Der Grossteil der Fotos stammt von Karen Meyer-Rebentisch selber. Besonders gut gelungen sind die Fotos mit gefrosteten Gemüse. Die Autorin und Fotografin hält übrigens ausdrücklich fest, dass sämtliche Aufnahmen der appetitanregenden Gerichte ohne irgendwelche Hilfsmittel oder Tricks entstanden sind und die Speisen nach dem Fototermin mit Genuss gegessen worden sind.
Welches Gemüse zählt zu den Starkzehrern, welches eignet sich bestens als Nachkultur? Der Hobby- und Gemüsegärtner findet im Buch Antwort auf diese Fragen und viele Informationen mehr. Unter den Rezepten gibt es beispielsweise Varianten von Flammenkuchen mit Porree oder Apfel, bunten Kartoffelsalat, Wirsing mit Pinienkernen und Ricotta, Spinatauflauf mit Polenta und Schwarzwurzelcurry. Mit der expliziten Erlaubnis der Autorin dürfen, ja sollen Sie den unübertrefflichen Geschmack von Rotkohl auch in aufgewärmter Form geniessen, da er so ja bekanntermassen noch besser mundet als beim ersten Auftischen. Und getrost alles ignorieren, was sie gewöhnlich über vitaminschonende Gemüsezubereitung beherzigen.
Die Publikation wird komplettiert durch ein Stichwortverzeichnis, Adressen für die Beschaffung von Saatgut und Zubehör, Hinweisen auf Internetseiten und weiterführende Literatur sowie einem Anbauplan von Apfel bis Zwiebel, mit Angabe von Zeitpunkt der Aussaat, Pflanzung, Haupterntezeit und Lagerzeitraum.
Und dass der Apfel kein Gemüse ist, wissen Sie, ich und selbstverständlich auch die Autorin. Da letztere ihn aber unverzichtbar hält für die Winterküche, hat sie ihn nichtsdestotrotz ins Buch hereingeschmuggelt. Denn auch mit Äpfeln lässt sich im Herbst und Winter abwechslungsreich und gesund kochen.
Karen Meyer-Rebentisch:
Wintergemüse – selbst geerntet, selbst gekocht
BLV Buchverlag, 2012
6. November 2012
Silvio Waser: Das Waldgartenprinzip
Was ist unter Waldgartenprinzip zu verstehen? Hohe Bäume, wenig Licht und in der Folge eher kümmerliche Pflanzen? Diese Antwort kann wohl schon aufgrund der heutigen meist kleinen Parzellengrösse, mit denen sich die Mehrheit der gärtnernden Mitmenschen begnügen muss, nicht ganz stimmen. Denn in solchen Kleingärten sind hohe Gehölze eindeutig fehl am Platz. Silvio Waser definiert das Waldgartenprinzip als Kombination der vier bekannten Gartenbaumethoden Naturgarten, Nutzgarten, Waldgarten und Blumengarten. Die Grundmotivation für die Wahl des in diesem Buch erklärten Anbauprinzips liegt denn auch nicht in einem möglichst hohen Ernteertrag, der oft nur durch den Einsatz von (chemischen) Düngemitteln erreicht wird, sondern in einer Kombination von Ernteglück und Freude an der der Natur und ihren Bewohnern. Dabei gilt als oberste Maxime: „Alles nützt allen“.
Die Bepflanzung im Waldgartenprinzip erfolgt grundsätzlich auf drei Ebenen. Am Boden wachsen beispielsweise Gemüse, Kräuter und Blumen, während sich Sträucher und Beeren die mittlere Eben teilen. Die oberste Ebene gehört kleinwüchsigen (bis höchstens drei Meter hohen) Obstbäumen, die sorgfältig so gepflanzt und gepflegt werden müssen, dass die unteren Pflanzebenen noch genügend Licht abbekommen. Zum Gärtnern gehört auch die Entspannung. Während die Natur sich weitestgehend entfalten darf, mag und soll der Gärtner sich auch mal ausruhen, Tiere beobachten und einfach nur abschalten. Schliesslich ist ein wichtiger Pluspunkt, der für eine Bewirtschaftung nach dem Waldgartenprinzip spricht, die Reduktion der Arbeitsintensivität im Vergleich mit einem herkömmlichen Gemüsegarten.
Damit das Waldgartenprinzip auch zufriedenstellend funktioniert, sollte der Gärtner über gewisse Grundkenntnisse der Mischkultur verfügen. Denn auch Pflanzen haben Vorlieben und ziehen gewisse Nachbarn anderen vor. Silvio Waser weist ausserdem ausdrücklich darauf hin, dass das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der grünen Gartenbewohner deren Herkunft ist, denn es sollen unbedingt einheimische Pflanzen bevorzugt werden. Und wie im „richtigen“ Wald sollen auch im Waldgarten Rückzugsnischen für allerlei Getier geschaffen werden. Zweckmässig sind beispielsweise Totholz, Schnittabfälle, Steine oder Laub. Werden die Beetflächen zusätzlich mit geeignetem Material gemulcht, so lassen sich unerwünschte Kräuter und Pflanzen unterdrücken und es muss weniger häufig gejätet werden.
Im Kapitel „Die Pünt“ gibt es lokale Informationen zu lesen. Der Autor erklärt, dass der Ausdruck „Pünt“ für Schrebergärten tatsächlich nur in der Region Winterthur verwendet wird und sogar im nicht weit entfernt liegenden Zürich nicht gebraucht wird. Erwähnt wird auch die neue Püntenregelung, die letztes Jahr für einigen Aufruhr sorgte und über welche auch überregional in den Medien berichtet worden ist. So sollten beispielsweise strikte Regelungen in Bezug auf Farbe der Häuschen oder Grösse der Bauten eingeführt werden.
Der Autor bewirtschaftet einen seiner eigenen Schrebergärten nach dem Waldgartenprinzip. Sein Schlusssatz mit dem Fazit, dass das Waldgartenprinzip in seiner Einfachheit von jedermann umgesetzt werden und mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielt werden kann, von der sowohl der Mensch als auch die Natur profitieren können, gipfelt in der logischen Frage: wer mag mitmachen?
Diese im Eigenverlag erschiene Publikation ist grosszügig mit Fotos des Autors illustriert und bereits das zweite Gartenbuch von Silvio Waser. Es kann kurz zusammengefasst als Plädoyer für die Biodiversität bezeichnet werden und ist mit viel Enthusiasmus verfasst, der das Fehlen eines professionellen Lektorats wettmacht. Das erste Gartenbuch des Autors („Spirituelles Gärtnern“) habe ich bereits früher hier vorgestellt und inzwischen auch meine Skepsis (und Hemmungen) überwunden und ihn in seinem Laden besucht, wo er auch ein vielfältiges Gartenbüchersortiment anbietet.
Silvio Waser engagiert sich übrigens nicht nur in seiner Pünt und mit seinen Gartenbüchern für die Natur. Immer wieder erscheinen in der lokalen Tageszeitung Leserbriefe, in denen er sich für mehr Natur in der Stadt Winterthur einsetzt und beispielsweise die Stadtgärtnerei auffordert, zumindest auf den Baumscheiben Wildblumen zu dulden. Er gibt auch seit ein paar Jahren einen Stadtplan heraus, der hiesige Ladengeschäfte auflistet, die ökologische, fair gehandelte, ganzheitlich hergestellte oder besonders originelle Produkte in ihrem Angebot haben.
Silvio Waser:
Das Waldgartenprinzip
Neue Wege gehen Verlag, 2012
Die Bepflanzung im Waldgartenprinzip erfolgt grundsätzlich auf drei Ebenen. Am Boden wachsen beispielsweise Gemüse, Kräuter und Blumen, während sich Sträucher und Beeren die mittlere Eben teilen. Die oberste Ebene gehört kleinwüchsigen (bis höchstens drei Meter hohen) Obstbäumen, die sorgfältig so gepflanzt und gepflegt werden müssen, dass die unteren Pflanzebenen noch genügend Licht abbekommen. Zum Gärtnern gehört auch die Entspannung. Während die Natur sich weitestgehend entfalten darf, mag und soll der Gärtner sich auch mal ausruhen, Tiere beobachten und einfach nur abschalten. Schliesslich ist ein wichtiger Pluspunkt, der für eine Bewirtschaftung nach dem Waldgartenprinzip spricht, die Reduktion der Arbeitsintensivität im Vergleich mit einem herkömmlichen Gemüsegarten.
Damit das Waldgartenprinzip auch zufriedenstellend funktioniert, sollte der Gärtner über gewisse Grundkenntnisse der Mischkultur verfügen. Denn auch Pflanzen haben Vorlieben und ziehen gewisse Nachbarn anderen vor. Silvio Waser weist ausserdem ausdrücklich darauf hin, dass das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der grünen Gartenbewohner deren Herkunft ist, denn es sollen unbedingt einheimische Pflanzen bevorzugt werden. Und wie im „richtigen“ Wald sollen auch im Waldgarten Rückzugsnischen für allerlei Getier geschaffen werden. Zweckmässig sind beispielsweise Totholz, Schnittabfälle, Steine oder Laub. Werden die Beetflächen zusätzlich mit geeignetem Material gemulcht, so lassen sich unerwünschte Kräuter und Pflanzen unterdrücken und es muss weniger häufig gejätet werden.
Im Kapitel „Die Pünt“ gibt es lokale Informationen zu lesen. Der Autor erklärt, dass der Ausdruck „Pünt“ für Schrebergärten tatsächlich nur in der Region Winterthur verwendet wird und sogar im nicht weit entfernt liegenden Zürich nicht gebraucht wird. Erwähnt wird auch die neue Püntenregelung, die letztes Jahr für einigen Aufruhr sorgte und über welche auch überregional in den Medien berichtet worden ist. So sollten beispielsweise strikte Regelungen in Bezug auf Farbe der Häuschen oder Grösse der Bauten eingeführt werden.
Der Autor bewirtschaftet einen seiner eigenen Schrebergärten nach dem Waldgartenprinzip. Sein Schlusssatz mit dem Fazit, dass das Waldgartenprinzip in seiner Einfachheit von jedermann umgesetzt werden und mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielt werden kann, von der sowohl der Mensch als auch die Natur profitieren können, gipfelt in der logischen Frage: wer mag mitmachen?
Diese im Eigenverlag erschiene Publikation ist grosszügig mit Fotos des Autors illustriert und bereits das zweite Gartenbuch von Silvio Waser. Es kann kurz zusammengefasst als Plädoyer für die Biodiversität bezeichnet werden und ist mit viel Enthusiasmus verfasst, der das Fehlen eines professionellen Lektorats wettmacht. Das erste Gartenbuch des Autors („Spirituelles Gärtnern“) habe ich bereits früher hier vorgestellt und inzwischen auch meine Skepsis (und Hemmungen) überwunden und ihn in seinem Laden besucht, wo er auch ein vielfältiges Gartenbüchersortiment anbietet.
Silvio Waser engagiert sich übrigens nicht nur in seiner Pünt und mit seinen Gartenbüchern für die Natur. Immer wieder erscheinen in der lokalen Tageszeitung Leserbriefe, in denen er sich für mehr Natur in der Stadt Winterthur einsetzt und beispielsweise die Stadtgärtnerei auffordert, zumindest auf den Baumscheiben Wildblumen zu dulden. Er gibt auch seit ein paar Jahren einen Stadtplan heraus, der hiesige Ladengeschäfte auflistet, die ökologische, fair gehandelte, ganzheitlich hergestellte oder besonders originelle Produkte in ihrem Angebot haben.
Silvio Waser:
Das Waldgartenprinzip
Neue Wege gehen Verlag, 2012
2. November 2012
Walburga Liebst: Von Baum zu Baum – Ein Führer zu besonderen Bäumen Zürichs
Warum bei einem Besuch in Zürich nicht einmal die Shoppingmeilen und Museen links liegen lassen und sich auf die Baumwelt konzentrieren? Rund 80‘000 Bäume wurzeln im Stadtzürcher Boden. Walburga Liebst hat 2009 im Haupt Verlag einen Führer zu einer Auswahl von besonderen Exemplaren unter dieser grossen Menge an Gehölzen herausgegeben. Dieser hat auch heute nichts an Aktualität eingebüsst, selbst wenn vielleicht der eine oder andere Baum nicht mehr existieren sollte. Das Wort „besonders“ steht dabei gleichzeitig für einheimisch, exotisch, jung, alt, bekannt und unbekannt.
Die Baumwanderungen führen zwischen Limmat und Schanzengraben, in die Enge, in die Grünanlagen von Wiedikon oder in die Strassen und Gärten von Riesbach, aber auch in andere Quartiere. Zu entdecken gibt es beispielsweise den Rosinenbaum (Hovenia dulcis), die Kakipflaume (Diospyros kaki), den Taubenbaum (Davidia involucrata), den Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), die Gurkenmagnolie (Magnolia acuminata) oder den Haselnussbaum (Corylus colurna). Das Buch soll laut der Autorin dazu einladen, einen kleinen Teil der Baumschätze zu heben und die unterschiedlichsten Gehölze samt teils überraschenden Eigenschaften kennenzulernen.
So erfährt der interessierte Leser, dass der Name „Japanischer Schnurbaum“ (Sophora japonica) auf einen Irrtum zurückgeht, denn der Baum stammt ursprünglich aus China und Korea. Den Weg nach Japan fand er erst durch den Buddhismus. Zwei schöne Exemplare dieser Spezies stehen am Rand der Pestalozziwiese in unmittelbarer Nähe der Bahnhofstrasse. Und hätten Sie gewusst, dass die Erfindung des Stacheldrahtes den spitzen Dornen des Osagedorn oder Milchorangenbaums (Maclura pomifera) nachempfunden ist?
Weiter berichtet Walburga Liebst, dass in der Schweiz Schwarzkiefern (Pinus nigra) nur in Parks und grossen Gärten wachsen, während diese Bäume in Niederösterreich weit verbreitet sind und dort auch landwirtschaftlich genutzt werden. Bis zu vier Kilogramm Harz können nämlich pro Jahr von einem Baum geerntet werden. So wurden im Jahr 2000 in unserem Nachbarland rund vierzig Tonnen des sogenannten Schwarzkiefernpechs für die Papierindustrie und andere Abnehmer verarbeitet.
Favoriten von Landwirtschaftsarchitekten können sich aus unterschiedlichen Gründen zu unbeliebten Eindringlingen entwickeln. Wegen unerwünscht starkem Fortpflanzungsdrang gehört auch der Götterbaum (Ailanthus altissima) mit seinem jährlichen Triebzuwachs von bis zu drei Metern in diese Kategorie. Auch von der anfänglichen Catalpa-Euphorie ist nicht viel übrig geblieben. Die Catalpa speziosa zieht zwar während der Blütezeit sämtliche Blicke auf sich, doch dauert diese nur sehr kurz. Demgegenüber stehen aufwändige Aufräumarbeiten wegen der vielen grossen Blätter und fast unzähligen Früchte sowie mehrere Monate, in denen das Gehölz kahl und unattraktiv wirkt.
Weiter liest man im Buch über Bräuche. Etwa über den, dass in Norwegen an Weihnachten die Wurzeln von Birken mit Bier oder Met begossen werden. Nicht unbedingt der Samtahorn (Acer velutinum) oder andere Gehölze ziehen im Bleulerpark im Sommer die meiste Aufmerksamkeit auf sich, sondern Glühwürmchen, die auf dem Kräuterrasen leuchten. Leider ist das selten gewordene Naturspektatkel nicht öffentlich zugänglich, da die Parktore zum Schutz der Gehölze nachts geschlossen sind.
Besonders viele spannende Bäume lassen sich im Alten Botanischen Garten entdecken. Angekettete Exemplare sind aber auch dort ungewöhnlich. Erforderlich machten diese Sicherheitsmassnahme kleine Wollemie-Kiefern (Wollemia nobilis), die erst 1994 in einem australischen Nationalpark entdeckt worden sind und von denen zum damaligen Zeitpunkt nur noch ungefähr hundert Exemplare am Naturstandort existierten.
Die Baumportraits sind gespickt mit interessanten Informationen wie (vermuteter) Pflanzzeitpunkt der Gehölze sowie historischen, kulturellen und botanischen Details. Im Glossar werden Nicht-Botanikern Fachausdrücke aus den Texten kurz erklärt und das nach Kapiteln gegliederte Literaturverzeichnis listet umfangreiche Quellenangaben für weiterführendes Lesevergnügen auf. Die Standorte der im Buch erwähnten Bäume sind in einer Tabelle mitsamt Koordinaten, Adresse und der nächstgelegenen Bus- oder Tramhaltestelle aufgeführt. Ein Blüh- und Fruchtkalender rundet die aufschlussreiche, grosszügig bebilderte Publikation ab und zeigt, dass sich auch im Herbst und Winter ein Baumspaziergung durch Zürich lohnt.
Walburga Liebst:
Von Baum zu Baum – Ein Führer zu besonderen Bäumen Zürichs
Haupt Verlag, 2009
Die Baumwanderungen führen zwischen Limmat und Schanzengraben, in die Enge, in die Grünanlagen von Wiedikon oder in die Strassen und Gärten von Riesbach, aber auch in andere Quartiere. Zu entdecken gibt es beispielsweise den Rosinenbaum (Hovenia dulcis), die Kakipflaume (Diospyros kaki), den Taubenbaum (Davidia involucrata), den Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), die Gurkenmagnolie (Magnolia acuminata) oder den Haselnussbaum (Corylus colurna). Das Buch soll laut der Autorin dazu einladen, einen kleinen Teil der Baumschätze zu heben und die unterschiedlichsten Gehölze samt teils überraschenden Eigenschaften kennenzulernen.
So erfährt der interessierte Leser, dass der Name „Japanischer Schnurbaum“ (Sophora japonica) auf einen Irrtum zurückgeht, denn der Baum stammt ursprünglich aus China und Korea. Den Weg nach Japan fand er erst durch den Buddhismus. Zwei schöne Exemplare dieser Spezies stehen am Rand der Pestalozziwiese in unmittelbarer Nähe der Bahnhofstrasse. Und hätten Sie gewusst, dass die Erfindung des Stacheldrahtes den spitzen Dornen des Osagedorn oder Milchorangenbaums (Maclura pomifera) nachempfunden ist?
Weiter berichtet Walburga Liebst, dass in der Schweiz Schwarzkiefern (Pinus nigra) nur in Parks und grossen Gärten wachsen, während diese Bäume in Niederösterreich weit verbreitet sind und dort auch landwirtschaftlich genutzt werden. Bis zu vier Kilogramm Harz können nämlich pro Jahr von einem Baum geerntet werden. So wurden im Jahr 2000 in unserem Nachbarland rund vierzig Tonnen des sogenannten Schwarzkiefernpechs für die Papierindustrie und andere Abnehmer verarbeitet.
Favoriten von Landwirtschaftsarchitekten können sich aus unterschiedlichen Gründen zu unbeliebten Eindringlingen entwickeln. Wegen unerwünscht starkem Fortpflanzungsdrang gehört auch der Götterbaum (Ailanthus altissima) mit seinem jährlichen Triebzuwachs von bis zu drei Metern in diese Kategorie. Auch von der anfänglichen Catalpa-Euphorie ist nicht viel übrig geblieben. Die Catalpa speziosa zieht zwar während der Blütezeit sämtliche Blicke auf sich, doch dauert diese nur sehr kurz. Demgegenüber stehen aufwändige Aufräumarbeiten wegen der vielen grossen Blätter und fast unzähligen Früchte sowie mehrere Monate, in denen das Gehölz kahl und unattraktiv wirkt.
Weiter liest man im Buch über Bräuche. Etwa über den, dass in Norwegen an Weihnachten die Wurzeln von Birken mit Bier oder Met begossen werden. Nicht unbedingt der Samtahorn (Acer velutinum) oder andere Gehölze ziehen im Bleulerpark im Sommer die meiste Aufmerksamkeit auf sich, sondern Glühwürmchen, die auf dem Kräuterrasen leuchten. Leider ist das selten gewordene Naturspektatkel nicht öffentlich zugänglich, da die Parktore zum Schutz der Gehölze nachts geschlossen sind.
Besonders viele spannende Bäume lassen sich im Alten Botanischen Garten entdecken. Angekettete Exemplare sind aber auch dort ungewöhnlich. Erforderlich machten diese Sicherheitsmassnahme kleine Wollemie-Kiefern (Wollemia nobilis), die erst 1994 in einem australischen Nationalpark entdeckt worden sind und von denen zum damaligen Zeitpunkt nur noch ungefähr hundert Exemplare am Naturstandort existierten.
Die Baumportraits sind gespickt mit interessanten Informationen wie (vermuteter) Pflanzzeitpunkt der Gehölze sowie historischen, kulturellen und botanischen Details. Im Glossar werden Nicht-Botanikern Fachausdrücke aus den Texten kurz erklärt und das nach Kapiteln gegliederte Literaturverzeichnis listet umfangreiche Quellenangaben für weiterführendes Lesevergnügen auf. Die Standorte der im Buch erwähnten Bäume sind in einer Tabelle mitsamt Koordinaten, Adresse und der nächstgelegenen Bus- oder Tramhaltestelle aufgeführt. Ein Blüh- und Fruchtkalender rundet die aufschlussreiche, grosszügig bebilderte Publikation ab und zeigt, dass sich auch im Herbst und Winter ein Baumspaziergung durch Zürich lohnt.
Walburga Liebst:
Von Baum zu Baum – Ein Führer zu besonderen Bäumen Zürichs
Haupt Verlag, 2009
30. Oktober 2012
Ingrid Weissmann: Ein Mord voraus – Norderstedt-Krimi
August 2009 – In Norderstedt ist die Landesgartenschau 2011 im Entstehen begriffen. Noch 616 Tage bis zur Eröffnung. Der Schrottkünstler Orlando Graf beschäftigt sich derweilen mit seinem eigenen Themengarten aus silbernen Skulpturen, die zwischen Lavendel und Mohn arrangiert werden und die Blicke auf sich ziehen sollen. Denn Kunstobjekte sind seiner Meinung nach deutlich wichtiger als die Blümchen-Gartenschau und er fühlt sich deshalb legitimiert, immer wieder mal die Vorbereitungen zur Landesgartenschau zu stören.
Gleichzeitig erhält die Privatdetektivin Sabrina Sax den Auftrag, einen schon eine Weile zurückliegenden tödlichen Unfall genauer zu untersuchen. Vera Engel, die Mutter des Unfallopfers und Besitzerin des Autohauses am Flughafen, auf das gerade ein Anschlag verübt worden ist, zeigt sich nach wie vor überzeugt, dass ihr Sohn zum Zeitpunkt des Unfalls nicht am Steuer des Unfallwagens gesessen ist.
Eher widerwillig beginnt Sabrina Sax mit ihren Nachforschungen. Doch schon bald zeigen sich interessante Verbindungen zwischen Autoschiebereien, Menschenhandel, Hehlerei und vermissten Personen. Möchte jemand die Landesgartenschau in Verruf bringen? Wegen der anhaltenden negativen Stimmungsmache gegen die Ausstellung erhält Inga König, die Redakteurin des kulturellen Leseblatts für Norderstedt, von ihrem Vorgesetzten den Auftrag, diese ins rechte Licht zu rücken.
Autos spielen überhaupt wichtige Rollen in diesem Krimi mit Lokalkolorit. Denn auf dem Gelände, auf dem die Landesgartenschau entsteht, werden Fahrzeuge entsorgt und es verschwinden wiederholt Nobelkarossen im gar nicht so beschaulichen Norderstedt. Eine Frau entdeckt in einem Abschleppwagen eine Leiche und eine bekannte Journalistin fotografiert just zu diesem Zeitpunkt den betreffenden Ford und die Umgebung – doch kurze Zeit später ist die Leiche spurlos verschwunden.
Ingrid Weissmann:
Ein Mord voraus – Norderstedt-Krimi
Schardt Verlag, 2011
Gleichzeitig erhält die Privatdetektivin Sabrina Sax den Auftrag, einen schon eine Weile zurückliegenden tödlichen Unfall genauer zu untersuchen. Vera Engel, die Mutter des Unfallopfers und Besitzerin des Autohauses am Flughafen, auf das gerade ein Anschlag verübt worden ist, zeigt sich nach wie vor überzeugt, dass ihr Sohn zum Zeitpunkt des Unfalls nicht am Steuer des Unfallwagens gesessen ist.
Eher widerwillig beginnt Sabrina Sax mit ihren Nachforschungen. Doch schon bald zeigen sich interessante Verbindungen zwischen Autoschiebereien, Menschenhandel, Hehlerei und vermissten Personen. Möchte jemand die Landesgartenschau in Verruf bringen? Wegen der anhaltenden negativen Stimmungsmache gegen die Ausstellung erhält Inga König, die Redakteurin des kulturellen Leseblatts für Norderstedt, von ihrem Vorgesetzten den Auftrag, diese ins rechte Licht zu rücken.
Autos spielen überhaupt wichtige Rollen in diesem Krimi mit Lokalkolorit. Denn auf dem Gelände, auf dem die Landesgartenschau entsteht, werden Fahrzeuge entsorgt und es verschwinden wiederholt Nobelkarossen im gar nicht so beschaulichen Norderstedt. Eine Frau entdeckt in einem Abschleppwagen eine Leiche und eine bekannte Journalistin fotografiert just zu diesem Zeitpunkt den betreffenden Ford und die Umgebung – doch kurze Zeit später ist die Leiche spurlos verschwunden.
Ingrid Weissmann:
Ein Mord voraus – Norderstedt-Krimi
Schardt Verlag, 2011
26. Oktober 2012
Will North: Im Licht des Tages
Ist ein nicht mehr ganz junger Architekt, der noch kein einziges Haus gebaut hat, sondern sein Wissen an einer Universität an Studenten weitergibt, kein richtiger Vertreter seines Berufsstandes? Dieser Vorwurf ist nämlich einer von etlichen, die an Andrew Stratton aus Philadelphia nagen, seit seine Frau ihn derentwegen und wegen eines erfolgreicheren Mannes verlassen hat. Um sein Selbstwertgefühl zu stärken und einmal auf andere Gedanken zu kommen, reist er deshalb nach Cornwall, wo er mit eigenen Händen Steinmauern, die hier Steinhecken genannt werden, zu bauen.
Im kleinen englischen Dorf Bocastle lernt der Amerikaner die vierzigjährige Nicola kennen, die sich hier als Malerin ihren Lebensunterhalt verdient und sich gleichzeitig vor ihrer Vergangenheit versteckt. Auch sie stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten. Die beiden Landsleute liefern sich bei jeder Begegnung heftige Wortgefechte, können aber eine starke gegenseitige Anziehungskraft nicht verleugnen.
Mit jedem Stein, den Andrew für die Hecke bewegt und an seinen richtigen Platz legt und mit dem die kornische Mauer wächst, bekommt er immer mehr Abstand zu seinen Problemen und gleichzeitig fängt sein Herzpanzer an zu bröckeln. Doch Nicola hält ihn auf Distanz und er kommt nicht wirklich an sie heran.Wer hat hier die grösseren Probleme, eine Beziehung einzugehen?
Zwischen die Romankapitel sind meteorologische Berichte eingefügt, die den Leser vorbereiten auf die Naturkatastrophe am Ende der Lektüre. Ein Leitmotiv des Romans ist die lebenslange physische Auswirkung von sexuellem Missbrauch im Kindesalter. In Sachen Hortikultur gibt es nichts Bemerkenswertes zu erwähnen, ausser man zählt die ausführlichen Baubeschreibungen von kornischen Steinhecken zu diesem Thema.
Will North:
Im Licht des Tages
Wilhelm Heyne Verlag, 2010
Im kleinen englischen Dorf Bocastle lernt der Amerikaner die vierzigjährige Nicola kennen, die sich hier als Malerin ihren Lebensunterhalt verdient und sich gleichzeitig vor ihrer Vergangenheit versteckt. Auch sie stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten. Die beiden Landsleute liefern sich bei jeder Begegnung heftige Wortgefechte, können aber eine starke gegenseitige Anziehungskraft nicht verleugnen.
Mit jedem Stein, den Andrew für die Hecke bewegt und an seinen richtigen Platz legt und mit dem die kornische Mauer wächst, bekommt er immer mehr Abstand zu seinen Problemen und gleichzeitig fängt sein Herzpanzer an zu bröckeln. Doch Nicola hält ihn auf Distanz und er kommt nicht wirklich an sie heran.Wer hat hier die grösseren Probleme, eine Beziehung einzugehen?
Zwischen die Romankapitel sind meteorologische Berichte eingefügt, die den Leser vorbereiten auf die Naturkatastrophe am Ende der Lektüre. Ein Leitmotiv des Romans ist die lebenslange physische Auswirkung von sexuellem Missbrauch im Kindesalter. In Sachen Hortikultur gibt es nichts Bemerkenswertes zu erwähnen, ausser man zählt die ausführlichen Baubeschreibungen von kornischen Steinhecken zu diesem Thema.
Will North:
Im Licht des Tages
Wilhelm Heyne Verlag, 2010
22. Oktober 2012
Brigitte Bücker: Treffpunkt Parzelle 4 – Nur die Freundschaft zählt
Seit einiger Zeit kämpft der Vater der 13jährigen Karo mit grossen finanziellen Problemen, konkret sogar ums Überleben seiner Firma. Mangels Aufträgen sieht die Zukunft gar nicht rosig aus. Deshalb traut sich Karo auch gar nicht zu erzählen, dass die bevorstehende Klassenreise samt Segelkurs an die Ostsee satte 200 Euro kostet.
Umso mehr freut sich das Mädchen über ihre Freundschaft mit Jo, Wolle und Bruno. Mit diesen dreien verbringt Karo einen Grossteil ihrer Freizeit. Zurzeit kümmert sie sich allerdings in erster Linie um Bodo, den Hund ihrer kranken Nachbarin Frau Erichsen. Da Karos Mutter an einer Tierhaarallergie leidet, ist Bodo im Schrebergartenhäuschen seines Frauchens untergebracht, so dass Karo täglich zwei- oder dreimal in und um die Schrebergartenkolonie „Grüne Pumpe“ anzutreffen ist.
Mit dem Einverständnis der im Spital liegenden Frau Erichsen dürfen sich auch Karos Freunde in der Parzelle 4 aufhalten. Und passenderweise geben sich die vier als eingespieltes Team auch gleich den Namen „Parzelle 4“ und tragen stolz eigens von Wolle mit einem Logo bemalte T-Shirts. Neben dem Füttern und Ausführen von Bodo gilt das Augenmerk der Jugendlichen hauptsächlich dem Verhindern der geplanten Maulwurfvergiftungsaktion durch den Schrebergärtner in der Nachbarparzelle.
Und als es sich schliesslich sogar ergibt, dass Karo mit ihren drei Freunden gemeinsam die grossen Ferien im Schrebergarten verbringen darf, ist die schulfreie Zeit ohne Urlaubsreise definitiv gerettet - sechs Wochen Parzelle 4!
Gleich die erste Nacht im Schrebergarten wird ausserordentlich spannend und aus einem vermeintlichen Einbrecher in der Nachbarlaube wird unvermittelt Mitglied Nr. 5 der eingeschworenen Truppe, die während der Ferien noch verschiedene Aufgaben - wie etwa das Vereiteln des Verkaufs von Frau Erichsens Parzelle durch ihren Sohn – zu erledigen hat.
Ein spannender Jugendroman um Freundschaft, erste Liebe, Eifersucht, Eigeninitiative und Durchsetzungsvermögen.
Brigitte Bücker:
Treffpunkt Parzelle 4 – Nur die Freundschaft zählt
Baumhaus Taschenbuch, 2012
Umso mehr freut sich das Mädchen über ihre Freundschaft mit Jo, Wolle und Bruno. Mit diesen dreien verbringt Karo einen Grossteil ihrer Freizeit. Zurzeit kümmert sie sich allerdings in erster Linie um Bodo, den Hund ihrer kranken Nachbarin Frau Erichsen. Da Karos Mutter an einer Tierhaarallergie leidet, ist Bodo im Schrebergartenhäuschen seines Frauchens untergebracht, so dass Karo täglich zwei- oder dreimal in und um die Schrebergartenkolonie „Grüne Pumpe“ anzutreffen ist.
Mit dem Einverständnis der im Spital liegenden Frau Erichsen dürfen sich auch Karos Freunde in der Parzelle 4 aufhalten. Und passenderweise geben sich die vier als eingespieltes Team auch gleich den Namen „Parzelle 4“ und tragen stolz eigens von Wolle mit einem Logo bemalte T-Shirts. Neben dem Füttern und Ausführen von Bodo gilt das Augenmerk der Jugendlichen hauptsächlich dem Verhindern der geplanten Maulwurfvergiftungsaktion durch den Schrebergärtner in der Nachbarparzelle.
Und als es sich schliesslich sogar ergibt, dass Karo mit ihren drei Freunden gemeinsam die grossen Ferien im Schrebergarten verbringen darf, ist die schulfreie Zeit ohne Urlaubsreise definitiv gerettet - sechs Wochen Parzelle 4!
Gleich die erste Nacht im Schrebergarten wird ausserordentlich spannend und aus einem vermeintlichen Einbrecher in der Nachbarlaube wird unvermittelt Mitglied Nr. 5 der eingeschworenen Truppe, die während der Ferien noch verschiedene Aufgaben - wie etwa das Vereiteln des Verkaufs von Frau Erichsens Parzelle durch ihren Sohn – zu erledigen hat.
Ein spannender Jugendroman um Freundschaft, erste Liebe, Eifersucht, Eigeninitiative und Durchsetzungsvermögen.
Brigitte Bücker:
Treffpunkt Parzelle 4 – Nur die Freundschaft zählt
Baumhaus Taschenbuch, 2012
18. Oktober 2012
Barbara O’Neal: The Garden of Happy Endings
Die 38jährige Elsa arbeitet seit neun Jahren als Seelsorgerin. Sie liebt ihre Arbeit über alles, träumt von Kindern und hört deswegen ihre biologische Uhr immer lauter ticken. Ihr starker Glaube an Gott und Gerechtigkeit wird nach einem Mord an einem jungen Mädchen aus ihrer Gemeinde zum dritten Mal in ihrem Leben in seinen Grundfesten erschüttert. Die Tragödie trifft sie bis ins Mark und verfolgt sie nachts in ihren Träumen.
Schliesslich ist sie körperlich und seelisch dermassen krank, dass sie von ihren Vorgesetzten zu einem mehrmonatigen Sabbatical verdonnert wird.
Elsa kehrt in ihre Heimatgemeinde Pueblo in Colorado zurück, wo inzwischen ihre erste grosse Liebe und früherer Verlobter Joaquin als Father Jack der örtlichen katholischen Kirche vorsteht. Joaquin ist Elsas bester Freund und Vertrauter und gleichzeitig der Grund für die zweite grosse Glaubenskrise, die sie mit Anfang zwanzig durchgemacht hat. Die beiden Verlobten waren damals wochenlang auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela gewandet und es schien sonnenklar, dass sie nach diesem eindrücklichen Erlebnis heiraten würden. Doch Joaquin hat sich gegen Elsa und für die Kirche entschieden.
Fast gleichzeitig mit Elsas Rückkehr nach Pueblo bricht das geordnete und durchorganisierte Leben ihrer acht Jahre älteren Schwester Tomasine, genannt Tamsin, auseinander. Ihr Mann taucht ohne Vorankündigung und ohne Spuren zu hinterlassen unter und wird von der Polizei gesucht, weil er mittels dubiosen Finanzgeschäften im Schneeballsystem Millionen von Dollars veruntreut haben soll. Tamsin ist am Boden zerstört. Ihr bleibt nur, was sie am Leib trägt. Ihr geliebtes Haus wird beschlagnahmt ebenso wie der von ihr restaurierte über 100jährige Garten mit alten Pfingstrosen, Kletterrosen, Mohn, Iris und vielen anderen Blumen, die sie liebevoll und stolz gepflegt hat. Verwehrt wird ihr auch der Zugriff auf die Bankkonten und ihre geliebten selbstgemachten Quilts. Die verzweifelte Frau findet Unterschlupf bei Elsa. Doch wie soll Tamsin die Geschehnisse ihrer 22jährigen Tochter Alexa beibringen, die in einem Monat von einem einjährigen Aufenthalt in Spanien nach Pueblo zurückkehrt?
Noch vor ihrer privaten Katastrophe hat Tamsin Father Jack vorgeschlagen, ein als Abfallhalde missbrauchtes Stück Land in einen Gemeinschaftsgarten zu verwandeln. Rund um die Umsetzung dieses Projektes, den Aufbau dieses Community Gardens, der Auswahl von Radieschen, Kürbis und anderen Pflanzen, versuchen die beiden Schwestern, wieder Tritt zu fassen. Tamsin findet eine Anstellung in der Stoffabteilung eines Warenhauses und blüht bei dieser Tätigkeit und den Stunden im Garten richtig auf. Genau wie letzterer selber, ehe er mutwillig zerstört wird.
Elsa ihrererseits freundet sich mit dem Landschaftsgärtner Deacon an, worauf Father Jack eine gewisse Eifersucht nicht verhehlen kann und der Meinung ist, Elsa hätte einen „besseren“ Mann verdient oder zumindest einen mit einer anderen Vergangenheit. Gleichzeitig bekundet der 47jährige Deacon Loyalitätsprobleme gegenüber Father Jack, da dieser ihm vor Jahren während einer schweren Krise den Sinn des Lebens nahe gebracht hat.
Barbara O‘Neal:
The Garden of Happy Endings
Bantam Books, 2012
Elsa kehrt in ihre Heimatgemeinde Pueblo in Colorado zurück, wo inzwischen ihre erste grosse Liebe und früherer Verlobter Joaquin als Father Jack der örtlichen katholischen Kirche vorsteht. Joaquin ist Elsas bester Freund und Vertrauter und gleichzeitig der Grund für die zweite grosse Glaubenskrise, die sie mit Anfang zwanzig durchgemacht hat. Die beiden Verlobten waren damals wochenlang auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela gewandet und es schien sonnenklar, dass sie nach diesem eindrücklichen Erlebnis heiraten würden. Doch Joaquin hat sich gegen Elsa und für die Kirche entschieden.
Fast gleichzeitig mit Elsas Rückkehr nach Pueblo bricht das geordnete und durchorganisierte Leben ihrer acht Jahre älteren Schwester Tomasine, genannt Tamsin, auseinander. Ihr Mann taucht ohne Vorankündigung und ohne Spuren zu hinterlassen unter und wird von der Polizei gesucht, weil er mittels dubiosen Finanzgeschäften im Schneeballsystem Millionen von Dollars veruntreut haben soll. Tamsin ist am Boden zerstört. Ihr bleibt nur, was sie am Leib trägt. Ihr geliebtes Haus wird beschlagnahmt ebenso wie der von ihr restaurierte über 100jährige Garten mit alten Pfingstrosen, Kletterrosen, Mohn, Iris und vielen anderen Blumen, die sie liebevoll und stolz gepflegt hat. Verwehrt wird ihr auch der Zugriff auf die Bankkonten und ihre geliebten selbstgemachten Quilts. Die verzweifelte Frau findet Unterschlupf bei Elsa. Doch wie soll Tamsin die Geschehnisse ihrer 22jährigen Tochter Alexa beibringen, die in einem Monat von einem einjährigen Aufenthalt in Spanien nach Pueblo zurückkehrt?
Noch vor ihrer privaten Katastrophe hat Tamsin Father Jack vorgeschlagen, ein als Abfallhalde missbrauchtes Stück Land in einen Gemeinschaftsgarten zu verwandeln. Rund um die Umsetzung dieses Projektes, den Aufbau dieses Community Gardens, der Auswahl von Radieschen, Kürbis und anderen Pflanzen, versuchen die beiden Schwestern, wieder Tritt zu fassen. Tamsin findet eine Anstellung in der Stoffabteilung eines Warenhauses und blüht bei dieser Tätigkeit und den Stunden im Garten richtig auf. Genau wie letzterer selber, ehe er mutwillig zerstört wird.
Elsa ihrererseits freundet sich mit dem Landschaftsgärtner Deacon an, worauf Father Jack eine gewisse Eifersucht nicht verhehlen kann und der Meinung ist, Elsa hätte einen „besseren“ Mann verdient oder zumindest einen mit einer anderen Vergangenheit. Gleichzeitig bekundet der 47jährige Deacon Loyalitätsprobleme gegenüber Father Jack, da dieser ihm vor Jahren während einer schweren Krise den Sinn des Lebens nahe gebracht hat.
Barbara O‘Neal:
The Garden of Happy Endings
Bantam Books, 2012
14. Oktober 2012
Jana Kotte (Hrsg.): Berlin gärtnert – Kübel, Beet und Samenbombe
Nach einem Erklärungsversuch, warum der Berliner so gerne gärtnert und einem geschichtlichen Rückblick folgt in diesem Büchlein passend zu den Abschnittstiteln „Gärtnern ohne Garten“, „Gärtnern auf eigener Scholle“, „Gärtnern in öffentlichem Raum“, „Gärtnern in Gemeinschaft“ und „Gärtnern in grossem Stil“ ein Sammelsurium an interessanten Beiträgen. Verfasst wurden dieselben von Umweltaktivisten, Soziologen, Journalisten, Hobbygärtnern und Gartenexperten. Dabei tragen die unterschiedlichen Ansichten und Schreibstile massgeblich Anteil am Charme dieser gleichermassen lehrreichen, informativen wie unterhaltsamen Publikation.
Der Publizist Michael Hinze verrät gleich eine ganze Reihe von Tipps, wie man möglichst günstig gärtnert. So lassen sich Schnittblumenkübel aus dem Supermarkt zu Pflanzkübeln umfunktionieren, aus alten Schränken werden Hochbeete und die Stämme von ausgedienten Weihnachtsbäumen lassen sich als Holzpflöcke verwenden. Fast jedes Wohnhaus verfügt über Balkone und auch deren Bepflanzung untersteht einem Wandel. Denn diese werden heutzutage auch in Berlin immer öfter genau wie früher in Zeiten von Kriegen oder wirtschaftlicher Not mit einjährigem Gemüse bestückt statt mit Pelargonien und & Co. geschmückt.
Ein anderer Artikel ist ein flammendes Plädoyer für die Begrünung von Dachgärten. Bereits die alten Ägypter wussten von der klimaausgleichenden Wirkung von bepflanzten Dächern. Der Autor erläutert detailliert deren Vorzüge und gibt Einblick in die Anlage derselben. Und er möchte am Schluss gleich wissen, wann der Leser seinen eigenen Dachgarten plant. Auch Kunst wird thematisiert. Mal geht’s um Recyclingkunst oder man liest von Kleinkunst wie Putten und Gartenzwergen, die teilweise sogar zu hässlich sein sollen, um geklaut zu werden. Mit Diebstählen hat der Gärtner besonders zur Erntezeit immer wieder Probleme. Auch im Gemeinschaftsgarten ist die Differenzierung von „mein, dein, unser“ nicht immer einfach, wenn ein anderer pflückt, was man den ganzen Sommer über gehegt und gepflegt hat. Denn auch in den vielgepriesenen Gemeinschaftsgärten sind zwischenmenschliche Konflikte an der Tagesordnung und das (Garten-)Paradies Eden auch hier (fast) genau so unerreichbar wie in anderen Gärten auch.
Man liest von einem Automaten an der Papelallee, aus dem man sich statt Bonbons für einen Euro Seeedbombs gönnen kann, von der urbanen Landwirtschaft, der Bücherei des deutschen Gartenbaus, die Anfänge der Gartenstädte und über die Gärten von Karl Foerster, Hannah Höch und Max Liebermann. Eine Guerilla Gärtnerin verrät ihre Erfolgsstrategien. Der Fokus soll nämlich keinesfalls auf Blütenpflanzen gesetzt werden, da diese oft und gerne gepflückt werden. Veränderungen rund um Baumscheiben oder in ungepflegtem Abstandsgrün müssen mit Bedacht vorgenommen werden. Und zwar so langsam, dass sie kaum bemerkt werden und insbesondere sollen robuste und unscheinbare Pflanzen bevorzugen werden.
Thematisiert werden auch Berlins Bäume, die IGA Berlin 2017 sowie die Nichts-Tun-Landschaft des Japaners Fukuoka und dessen Demofelder. Und falls Sie gerne in Berlin gärtnern würden, aber keinen Garten haben, melden Sie sich doch beim im Buch erwähnten mit Nachwuchsproblemen kämpfenden Verein. Der interessierte Leser mit Lust und Zeit wird eingeladen, sich am Mittwoch oder Samstag in einer grünen Initiative zu melden.
Und wo bezieht der Berliner Gärtner sein grünes Material? Am Ende des Buches gibt es eine Liste mit interessanten Adressen und Terminen. Zusätzlich wird in verschiedenen Artikeln darauf hingewiesen, bei Gelegenheit auf Friedhöfen einen Blick in die Kompostbehälter zu werfen. Denn in diesen lässt sich häufig noch verwertbares Pflanzenmaterial finden, wobei aber vorher unbedingt mit der Friedhofsverwaltung abgeklärt werden soll, ob die Entnahme auch geduldet wird.
Jana Kotte (Hrsg.):
Berlin gärtnert – Kübel, Beet und Samenbombe
Edition Terra, 2012
Der Publizist Michael Hinze verrät gleich eine ganze Reihe von Tipps, wie man möglichst günstig gärtnert. So lassen sich Schnittblumenkübel aus dem Supermarkt zu Pflanzkübeln umfunktionieren, aus alten Schränken werden Hochbeete und die Stämme von ausgedienten Weihnachtsbäumen lassen sich als Holzpflöcke verwenden. Fast jedes Wohnhaus verfügt über Balkone und auch deren Bepflanzung untersteht einem Wandel. Denn diese werden heutzutage auch in Berlin immer öfter genau wie früher in Zeiten von Kriegen oder wirtschaftlicher Not mit einjährigem Gemüse bestückt statt mit Pelargonien und & Co. geschmückt.
Ein anderer Artikel ist ein flammendes Plädoyer für die Begrünung von Dachgärten. Bereits die alten Ägypter wussten von der klimaausgleichenden Wirkung von bepflanzten Dächern. Der Autor erläutert detailliert deren Vorzüge und gibt Einblick in die Anlage derselben. Und er möchte am Schluss gleich wissen, wann der Leser seinen eigenen Dachgarten plant. Auch Kunst wird thematisiert. Mal geht’s um Recyclingkunst oder man liest von Kleinkunst wie Putten und Gartenzwergen, die teilweise sogar zu hässlich sein sollen, um geklaut zu werden. Mit Diebstählen hat der Gärtner besonders zur Erntezeit immer wieder Probleme. Auch im Gemeinschaftsgarten ist die Differenzierung von „mein, dein, unser“ nicht immer einfach, wenn ein anderer pflückt, was man den ganzen Sommer über gehegt und gepflegt hat. Denn auch in den vielgepriesenen Gemeinschaftsgärten sind zwischenmenschliche Konflikte an der Tagesordnung und das (Garten-)Paradies Eden auch hier (fast) genau so unerreichbar wie in anderen Gärten auch.
Man liest von einem Automaten an der Papelallee, aus dem man sich statt Bonbons für einen Euro Seeedbombs gönnen kann, von der urbanen Landwirtschaft, der Bücherei des deutschen Gartenbaus, die Anfänge der Gartenstädte und über die Gärten von Karl Foerster, Hannah Höch und Max Liebermann. Eine Guerilla Gärtnerin verrät ihre Erfolgsstrategien. Der Fokus soll nämlich keinesfalls auf Blütenpflanzen gesetzt werden, da diese oft und gerne gepflückt werden. Veränderungen rund um Baumscheiben oder in ungepflegtem Abstandsgrün müssen mit Bedacht vorgenommen werden. Und zwar so langsam, dass sie kaum bemerkt werden und insbesondere sollen robuste und unscheinbare Pflanzen bevorzugen werden.
Thematisiert werden auch Berlins Bäume, die IGA Berlin 2017 sowie die Nichts-Tun-Landschaft des Japaners Fukuoka und dessen Demofelder. Und falls Sie gerne in Berlin gärtnern würden, aber keinen Garten haben, melden Sie sich doch beim im Buch erwähnten mit Nachwuchsproblemen kämpfenden Verein. Der interessierte Leser mit Lust und Zeit wird eingeladen, sich am Mittwoch oder Samstag in einer grünen Initiative zu melden.
Und wo bezieht der Berliner Gärtner sein grünes Material? Am Ende des Buches gibt es eine Liste mit interessanten Adressen und Terminen. Zusätzlich wird in verschiedenen Artikeln darauf hingewiesen, bei Gelegenheit auf Friedhöfen einen Blick in die Kompostbehälter zu werfen. Denn in diesen lässt sich häufig noch verwertbares Pflanzenmaterial finden, wobei aber vorher unbedingt mit der Friedhofsverwaltung abgeklärt werden soll, ob die Entnahme auch geduldet wird.
Jana Kotte (Hrsg.):
Berlin gärtnert – Kübel, Beet und Samenbombe
Edition Terra, 2012
10. Oktober 2012
Wieder mal ein Fehlkauf
Dieses Buch war ein unüberlegter Spontankauf. Und noch etwas genauer formuliert: ein Fehlkauf. Aber warum kaufe ich auch ein Buch ohne genaue Inhaltsinformationen, aber mit Gedanken im Hinterkopf, von der Autorin schon mal etwas gelesen zu haben („Wilde Orangen“), das mir überhaupt nicht gefallen hat?
Auslöser für den Kaufentscheid war der Hinweis im Klappentext, wo davon die Rede ist von „sich in die Gartenarbeit zu stürzen“ und ein bisschen wohl auch das schöne grüne Umschlagbild. Botanisches kommt denn auch tatsächlich einiges in der Lektüre vor, doch irgendwie wurde ich mit der Geschichte einfach nicht richtig warm. Ich fand das Buch grösstenteils einfach nur langweilig. Auch wenn sich die Rezensenten mit Lob für dieses Buch überschlagen und es sogar kurz und bündig heisst „Zum Niederknien“. Statt mir noch allzuviele Gedanken über einen Artikel zu diesem Roman zu machen, knie ich mich lieber im Garten nieder, um endlich die letzthin grosszügig eingekauften Blumenzwiebeln einzubuddeln… Aber nun zum Inhalt:
Die Ich-Erzählerin, deren Theologiestudium ihr weder einen Beruf noch einen Mann eingebracht hat, schaut Heiratsannoncen durch, doch kein Inserent kann sich mit den Protagonisten aus der von ihr geliebten Weltliteratur auch nur annähernd messen und es verirrt sich auch kein Prinz auf das abgeschiedene Gut in Südfrankreich, wo sie mit ihrer Tante lebt. Die beiden Frauen widmen sich neben der Lektüre von guten Büchern hauptsächlich der Gartenarbeit. Eifrig wird gesät, gefegt, gerecht, gehackt, geschnitten, gestreut, gemäht, gepflanzt, gesät, gewässert und geerntet. Da wird zur Desinfektion Asche auf die Beete gestreut und im Rucksack, der als Botanisiertrommel dient, werden von überall her Wuzeln, Knollen und Samen nach Hause gebracht und die Nichte wird tagtäglich in Botanik unterrichtet.
So ist jede Pflanze im Garten mit einer Geschichte aus dem Leben der Tante verbunden. Und man erfährt, dass die Tante ihr ganzes Talent an den Garten und dessen Bepflanzung verschwendet, aber bei weitem nicht in der gleichen Liga gärtnert wie etwa Vita Sackville-West oder Elisabeth von Arnim. In erster Linie dient der Garten denn auch als Schutz von der Aussenwelt, als Zufluchtsort und als Nahrungsquelle. Da flattert zur Abwechslung der Frauen eine Einladung nach Indien ins Haus. Der älteste Sohn von Freunden aus einem reichen Sikh-Clan heiratet.
Ab und an habe ich auch Interessantes im Buch entdeckt. Amüsant dünkte mich beispielsweise die Stelle, wo es heisst, dass geschwollene Füsse (Zitat) „ wie knusprige von Sonnenlicht angebratene Masthühner auf einem Hocker liegen ….“. Passen Sie unbedingt auf, falls sie unterhalb der Kieferngegend Pickel haben sollten, diese könnten verraten, dass sie nicht ganz glücklich sind. Und als Gärtner sollten sie nie unterschätzen, welche Macht sie mit ihren Anpflanzungen auf andere ausüben - egal ob sie Kohlköpfe setzen oder Vergissmeinnicht und Trompetenbäume bevorzugen.
Gegen Ende des Buches schreibt die Ich-Erzählerin, der Versuch zu begreifen, warum man Indien liebt, sei ebenso sinnlos wie der Versuch zu erklären, weshalb man das Leben liebt. Ich würde das Wort „Indien“ mit dem Titel dieses Buches ersetzen und weitere Worte meinerseits erübrigen sich.
Anna Katharina Fröhlich:
Kream Korner
Bloomsbury Verlag, 2010/2012
Auslöser für den Kaufentscheid war der Hinweis im Klappentext, wo davon die Rede ist von „sich in die Gartenarbeit zu stürzen“ und ein bisschen wohl auch das schöne grüne Umschlagbild. Botanisches kommt denn auch tatsächlich einiges in der Lektüre vor, doch irgendwie wurde ich mit der Geschichte einfach nicht richtig warm. Ich fand das Buch grösstenteils einfach nur langweilig. Auch wenn sich die Rezensenten mit Lob für dieses Buch überschlagen und es sogar kurz und bündig heisst „Zum Niederknien“. Statt mir noch allzuviele Gedanken über einen Artikel zu diesem Roman zu machen, knie ich mich lieber im Garten nieder, um endlich die letzthin grosszügig eingekauften Blumenzwiebeln einzubuddeln… Aber nun zum Inhalt:
Die Ich-Erzählerin, deren Theologiestudium ihr weder einen Beruf noch einen Mann eingebracht hat, schaut Heiratsannoncen durch, doch kein Inserent kann sich mit den Protagonisten aus der von ihr geliebten Weltliteratur auch nur annähernd messen und es verirrt sich auch kein Prinz auf das abgeschiedene Gut in Südfrankreich, wo sie mit ihrer Tante lebt. Die beiden Frauen widmen sich neben der Lektüre von guten Büchern hauptsächlich der Gartenarbeit. Eifrig wird gesät, gefegt, gerecht, gehackt, geschnitten, gestreut, gemäht, gepflanzt, gesät, gewässert und geerntet. Da wird zur Desinfektion Asche auf die Beete gestreut und im Rucksack, der als Botanisiertrommel dient, werden von überall her Wuzeln, Knollen und Samen nach Hause gebracht und die Nichte wird tagtäglich in Botanik unterrichtet.
So ist jede Pflanze im Garten mit einer Geschichte aus dem Leben der Tante verbunden. Und man erfährt, dass die Tante ihr ganzes Talent an den Garten und dessen Bepflanzung verschwendet, aber bei weitem nicht in der gleichen Liga gärtnert wie etwa Vita Sackville-West oder Elisabeth von Arnim. In erster Linie dient der Garten denn auch als Schutz von der Aussenwelt, als Zufluchtsort und als Nahrungsquelle. Da flattert zur Abwechslung der Frauen eine Einladung nach Indien ins Haus. Der älteste Sohn von Freunden aus einem reichen Sikh-Clan heiratet.
Ab und an habe ich auch Interessantes im Buch entdeckt. Amüsant dünkte mich beispielsweise die Stelle, wo es heisst, dass geschwollene Füsse (Zitat) „ wie knusprige von Sonnenlicht angebratene Masthühner auf einem Hocker liegen ….“. Passen Sie unbedingt auf, falls sie unterhalb der Kieferngegend Pickel haben sollten, diese könnten verraten, dass sie nicht ganz glücklich sind. Und als Gärtner sollten sie nie unterschätzen, welche Macht sie mit ihren Anpflanzungen auf andere ausüben - egal ob sie Kohlköpfe setzen oder Vergissmeinnicht und Trompetenbäume bevorzugen.
Gegen Ende des Buches schreibt die Ich-Erzählerin, der Versuch zu begreifen, warum man Indien liebt, sei ebenso sinnlos wie der Versuch zu erklären, weshalb man das Leben liebt. Ich würde das Wort „Indien“ mit dem Titel dieses Buches ersetzen und weitere Worte meinerseits erübrigen sich.
Anna Katharina Fröhlich:
Kream Korner
Bloomsbury Verlag, 2010/2012
6. Oktober 2012
Sabine Reber: Meine Gärten zum Glück – Eine Liebeserklärung
In dieser Liebeserklärung ans Gärtnern erzählt die Schriftstellerin und Gartenpublizistin Sabine Reber wie ihre Leidenschaft fürs Wühlen in der Erde entfacht worden ist. Ein latentes Interesse war zwar schon länger vorhanden, erschöpfte sich aber zunächst in der Beschäftigung mit eher gewöhnlichen Kräutern wie Petersilie und Schnittlauch, einem Orangenbäumchen und einem Gummibaum. Mit dem Gartenvirus richtig infiziert wurde die Autorin an einem verregneten Sonntag in ihrer temporären Wahlheimat Irland, als sie sich mit einem Englisch-Wörterbuch bewaffnet durch englische Zeitungen las und in der Sunday Times die Gartenkolumne entdeckte.
Hatte sie zuvor auf der grünen Insel bereits begonnen in der Küche exotische Gewürze und Kräuter auszuprobieren, tat sich ihr mit dieser Lektüre plötzlich ein enormes Experimentierfeld rund ums Haus auf. Gehemmt wurde die Umsetzung von Ideen einerseits aber zunächst noch durch das kalte Märzwetter und ganz besonders durch mangelndes hortikulturelles Wissen. Doch während das irische Wetter seinem Ruf nachkam und es regnete und stürmte, las sich Sabine Reber durch die englische Gartenliteratur und studierte Pflanzenenzyklopädien. Und als endlich der Frühling einzog, begann sie zwar ohne gärtnerische Praxis, aber mit umso mehr theoretischem Wissen und Enthusiasmus nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ mit dem Projekt Gartengestaltung. Bald wurden die Stunden am Schreibtisch weniger und die Schriftstellerin verbrachte ganze Tage im Garten und las sich abends weiter durch Gartenbücherstapel.
Das Buch ist analog dem (Garten-)jahr in zwölf Kapitel gegliedert. Eingebettet in eine Reise mit dem aktuellen Partner blickt Sabine Reber zurück auf die verschiedenen Gärten, die ihr in den letzten Jahren Zufluchtsort und Refugium waren. Die erste Ehe der Autorin und der Garten in Donegal entwickelten sich nämlich diametral. Während Gemüse und Blumen in den Gartenbeeten zur Hochform aufliefen, war Sabine Reber zerrissen zwischen dem Wunsch, Irland und den Ehemann zu verlassen und dem Begehren, noch mehr Rosen zu pflanzen.
In Kapiteln wie „Mist und Grashalme“, „Rosenduft und Weihrauch“, „Warum die Schweizer so dünn waren“ oder „Baggern für die Frösche“ erzählt die Autorin von Erlebnissen in der Donegal Garden Society, der etwas unüberlegten Anlage eines Teiches am Hang oder von ungeahnten Fähigkeiten, die sie in sich entdeckt, als sie ein Tomatenhaus aus alten aus einem Fluss gefischten Fensterscheiben zusammenbaut. Leider hat es wohl einmal zu heftig gestürmt, denn kurz vor der Tomatenreife stürzte die Konstruktion ein und verwandelte die roten Früchte in eine Art Ketchup. Irlands Klima mit dem vielen Regen hat aber auch unbestritten seine Vorteile und lässt Pflanzen von alleine spriessen, so dass mancher Spaten- und Gestaltungsfehler oder andere gärtnerische Unzulänglichkeiten rasch wieder überwachsen und kaschiert werden. Und natürlich lässt sich die Junggärtnerin auch nicht beirren, als ihr eine Nachbarin weissmachen will, Gemüse aus dem Garten sei unhygienisch. Ständig wird umgepflanzt und "umgebeetet"- zuerst innerhalb des irischen Gartens, später immer wieder von einem Garten zum anderen.
Wer soll dieses Buch lesen? Speziell empfehlenswert ist es für Leserinnen und Leser, die sich – vielleicht nach der Lektüre der früheren Gartenbücher von Sabine Reber - für Hintergrundgeschichten aus dem Leben der Autorin interessieren und wissen möchten, wie sie zum Gärtnern gefunden hat und warum sie als passionierte Gärtnerin dermassen erstaunlich oft Haus und vor allem den Garten zurücklässt. Welches sind die Hintergründe, die sie veranlassen immer wieder ein Haus und einen Garten weiterzuziehen? Die Leserin bekommt beim Lesen den Eindruck, dass die Umzüge jeweils erfolgen, bevor die Gärtnerin und ihre Lieblingspflanzen richtig haben Wurzeln schlagen können.
Unverständlich fand ich die Hinweise am Anfang des Buches „alle Figuren sind frei erfunden, fiktiver Text, jede Ähnlichkeit mit Personen ist zufällig“. Ein Teil der hier erzählten Geschichten ist mir schon von früherem Herumstöbern auf der Webseite der Autorin bekannt. Ich vermute mal, diese Andeutung hat mit einem anderen von mit nicht gelesenen Buch zu tun, wo die Irland-Jahre bereits aus anderer Sicht erzählt worden sind. Diese Neugier bleibt jedenfalls unbefriedigt.
Die Lektüre ist im übrigen sehr persönlich und privat abgefasst. Tessenberger haben wahrscheinlich wenig Freude am Abschnitt über Rebers Garten auf dieser Hochebene. Manches ist mit einem Augenzwinkern zu lesen, etwa wenn es heisst, das Fleckchen Land (der Twanner Garten) konnte erst neu gestaltet werden, als sich der dreihundert Kilo schwere Holzbär namens Herbert eingelebt hatte.
Neugierig zurück bleibt man auch wegen einer Bemerkung am Schluss des Buches und überlegt die allfälligen Konsequenzen derselben. Doch sicher wird bald irgendwo zu lesen sein, ob diese erwähnten Pläne tatsächlich umgesetzt worden sind oder vielleicht zum erwähnten fiktiven Teil des Buches gehören. Jedenfalls bin ich nach dem Lesen über den vielen Müll auf der grünen Insel gar nicht mehr so sicher, ob Irland immer noch zu meinen Traumdestinationen zählen soll oder doch eher nicht.
Sabine Reber:
Meine Gärten zum Glück – Eine Liebeserklärung
Callwey Verlag, 2012
Hatte sie zuvor auf der grünen Insel bereits begonnen in der Küche exotische Gewürze und Kräuter auszuprobieren, tat sich ihr mit dieser Lektüre plötzlich ein enormes Experimentierfeld rund ums Haus auf. Gehemmt wurde die Umsetzung von Ideen einerseits aber zunächst noch durch das kalte Märzwetter und ganz besonders durch mangelndes hortikulturelles Wissen. Doch während das irische Wetter seinem Ruf nachkam und es regnete und stürmte, las sich Sabine Reber durch die englische Gartenliteratur und studierte Pflanzenenzyklopädien. Und als endlich der Frühling einzog, begann sie zwar ohne gärtnerische Praxis, aber mit umso mehr theoretischem Wissen und Enthusiasmus nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ mit dem Projekt Gartengestaltung. Bald wurden die Stunden am Schreibtisch weniger und die Schriftstellerin verbrachte ganze Tage im Garten und las sich abends weiter durch Gartenbücherstapel.
Das Buch ist analog dem (Garten-)jahr in zwölf Kapitel gegliedert. Eingebettet in eine Reise mit dem aktuellen Partner blickt Sabine Reber zurück auf die verschiedenen Gärten, die ihr in den letzten Jahren Zufluchtsort und Refugium waren. Die erste Ehe der Autorin und der Garten in Donegal entwickelten sich nämlich diametral. Während Gemüse und Blumen in den Gartenbeeten zur Hochform aufliefen, war Sabine Reber zerrissen zwischen dem Wunsch, Irland und den Ehemann zu verlassen und dem Begehren, noch mehr Rosen zu pflanzen.
In Kapiteln wie „Mist und Grashalme“, „Rosenduft und Weihrauch“, „Warum die Schweizer so dünn waren“ oder „Baggern für die Frösche“ erzählt die Autorin von Erlebnissen in der Donegal Garden Society, der etwas unüberlegten Anlage eines Teiches am Hang oder von ungeahnten Fähigkeiten, die sie in sich entdeckt, als sie ein Tomatenhaus aus alten aus einem Fluss gefischten Fensterscheiben zusammenbaut. Leider hat es wohl einmal zu heftig gestürmt, denn kurz vor der Tomatenreife stürzte die Konstruktion ein und verwandelte die roten Früchte in eine Art Ketchup. Irlands Klima mit dem vielen Regen hat aber auch unbestritten seine Vorteile und lässt Pflanzen von alleine spriessen, so dass mancher Spaten- und Gestaltungsfehler oder andere gärtnerische Unzulänglichkeiten rasch wieder überwachsen und kaschiert werden. Und natürlich lässt sich die Junggärtnerin auch nicht beirren, als ihr eine Nachbarin weissmachen will, Gemüse aus dem Garten sei unhygienisch. Ständig wird umgepflanzt und "umgebeetet"- zuerst innerhalb des irischen Gartens, später immer wieder von einem Garten zum anderen.
Wer soll dieses Buch lesen? Speziell empfehlenswert ist es für Leserinnen und Leser, die sich – vielleicht nach der Lektüre der früheren Gartenbücher von Sabine Reber - für Hintergrundgeschichten aus dem Leben der Autorin interessieren und wissen möchten, wie sie zum Gärtnern gefunden hat und warum sie als passionierte Gärtnerin dermassen erstaunlich oft Haus und vor allem den Garten zurücklässt. Welches sind die Hintergründe, die sie veranlassen immer wieder ein Haus und einen Garten weiterzuziehen? Die Leserin bekommt beim Lesen den Eindruck, dass die Umzüge jeweils erfolgen, bevor die Gärtnerin und ihre Lieblingspflanzen richtig haben Wurzeln schlagen können.
Unverständlich fand ich die Hinweise am Anfang des Buches „alle Figuren sind frei erfunden, fiktiver Text, jede Ähnlichkeit mit Personen ist zufällig“. Ein Teil der hier erzählten Geschichten ist mir schon von früherem Herumstöbern auf der Webseite der Autorin bekannt. Ich vermute mal, diese Andeutung hat mit einem anderen von mit nicht gelesenen Buch zu tun, wo die Irland-Jahre bereits aus anderer Sicht erzählt worden sind. Diese Neugier bleibt jedenfalls unbefriedigt.
Die Lektüre ist im übrigen sehr persönlich und privat abgefasst. Tessenberger haben wahrscheinlich wenig Freude am Abschnitt über Rebers Garten auf dieser Hochebene. Manches ist mit einem Augenzwinkern zu lesen, etwa wenn es heisst, das Fleckchen Land (der Twanner Garten) konnte erst neu gestaltet werden, als sich der dreihundert Kilo schwere Holzbär namens Herbert eingelebt hatte.
Neugierig zurück bleibt man auch wegen einer Bemerkung am Schluss des Buches und überlegt die allfälligen Konsequenzen derselben. Doch sicher wird bald irgendwo zu lesen sein, ob diese erwähnten Pläne tatsächlich umgesetzt worden sind oder vielleicht zum erwähnten fiktiven Teil des Buches gehören. Jedenfalls bin ich nach dem Lesen über den vielen Müll auf der grünen Insel gar nicht mehr so sicher, ob Irland immer noch zu meinen Traumdestinationen zählen soll oder doch eher nicht.
Sabine Reber:
Meine Gärten zum Glück – Eine Liebeserklärung
Callwey Verlag, 2012
2. Oktober 2012
Kay Sexton: Grüner wird’s nicht – Mein wunderbares Leben als Schrebergärtnerin
Die Autorin möchte in diesem Buch die wichtigsten Fragen, die Schrebergartenneulinge beschäftigen, thematisieren und Lösungsvorschläge aufzuzeigen. Kay Sextons eigenen diesbezüglichen Erfahrungen beruhen auf ihrer langjährigen Betreuung von acht völlig verschiedenen Schrebergärten an diversen Orten mit unterschiedlichen Anforderungen in Sachen Bodenbeschaffenheit, Klima sowie zwei- und vierbeinigen Nachbarn. Identisch war bei allen Parzellen das angestrebte Ziel: aus einem meist vernachlässigten Stück Land ohne (zu) grossen Einsatz von finanziellen Mitteln und Zeit, das Maximum an Ernte zu erreichen. Denn die „Beziehung“ zu den Gärten bestand ja in einem Betreuungsauftrag und es existierte kein eigener Pachtvertrag mit den üblichen Rechten und Pflichten.
Kay Sexton beschreibt in oft recht witzigem und lockerem Schreibstil, wie sie von der Liga der „Sonntagsgärtner“ (identisch mit Greenhorn) die Stufen nimmt Richtung oberstes Treppchen, wo die echten Schrebergärtner stehen und zuweilen doch etwas hochnäsig herunterschauen auf jene, die noch keine jahrzehntelange Praxis vorweisen können.
„Grüner wird’s nicht“ ist ein Erfahrungsbericht in Romanform. Zuweilen kommt jedoch sogar so etwas wie Spannung auf, wenn sich etwa die Autorin beinahe in einem Krimi wähnt, weil sie unbedingt hinter die Geheimnisse einer scheinbar ziemlich merkwürdigen Schrebergartennachbarin kommen will oder an jener Stelle, bei der es um die überaus komplizierte Wassermelonenzucht geht.
Etwas erstaunt liest man, dass Fehler beim Einhalten von Fruchtwechseln in den Gemüsebeeten ähnlich drastische Konsequenzen haben sollen, wie die Verweigerung der Bezahlung von Schutzgeldern. Die Autorin empfiehlt denn auch eindringlich die Bezahlung dieser Gelder an die pflanzlichen Mafia-Familien in Form von korrektem Gärtnern. Des weiteren schreibt Kay Sexton über Beziehungen, die wegen dem Erfolgsdruck, den Gartenschauen auslösen, auseinanderbrechen, von ungeliebten Preisrichterjobs und von Parzellen-Aufräum-Aktionen, bei welchen mit dem Bulldozer gleich die gesamte Humusschicht abgetragen und wegtransportiert wird.
Der Gartenanfänger erfährt von den Unterschieden der Winter- und Sommergründung, dass Mist einarbeiten nicht gleichbedeutend ist mit Mist bauen, von Winterzwängen und anderen ungeschriebenen Gesetzen und er liest über den permanten wie ein Damoklesschwert über Gemüse und Blumen hängenden Druck, die Beete einwandfrei in Ordnung zu halten, damit nach der nächsten der regelmässig stattfindenden Inspektionen der "Oberen" ja keine Abmahnung oder gar eine Kündigungsandrohung ins Haus flattert.
Neben vielen Rezeptideen – zum Nachkochen und zum Gärtnern – erhält der Leser auch Einblick ins britische Schrebergartenmilieu, insbesondere in das schwierige Prozedere, überhaupt eine Parzelle zur Pacht zu ergattern. Kay Sexton musste Jahre warten, bis sie endlich ihren eigenen Schrebergarten bekam. Diese Zeit überbrückte sie mit sogenannten „Fast-unser-Garten“-Parzellen. Will heissen, sie pflegte Gärten, deren Pachtinhaber längere Zeit abwesend war. Diese Stellvertretungen scheinen für den Pächter eine richtige win-win-Situation darzustellen. Zum Service von Kay Sexton gehört nämlich auch die Verwertung der Ernte inklusive deren Ablieferung oder zumindest eines Teiles davon. Die Gutmütigkeit der Autorin wird zuweilen doch recht stark ausgenutzt. Wie sie selber meint, insbesondere auch von allerlei Getier. Genauso, als hinge am Gartentor eine einladende Tafel mit den Worten „Freie Kost und Logis“.
Kay Sexton:
Grüner wird’s nicht – Mein wunderbares Leben als Schrebergärtnerin
Bastei Lübbe, 2012
Kay Sexton beschreibt in oft recht witzigem und lockerem Schreibstil, wie sie von der Liga der „Sonntagsgärtner“ (identisch mit Greenhorn) die Stufen nimmt Richtung oberstes Treppchen, wo die echten Schrebergärtner stehen und zuweilen doch etwas hochnäsig herunterschauen auf jene, die noch keine jahrzehntelange Praxis vorweisen können.
„Grüner wird’s nicht“ ist ein Erfahrungsbericht in Romanform. Zuweilen kommt jedoch sogar so etwas wie Spannung auf, wenn sich etwa die Autorin beinahe in einem Krimi wähnt, weil sie unbedingt hinter die Geheimnisse einer scheinbar ziemlich merkwürdigen Schrebergartennachbarin kommen will oder an jener Stelle, bei der es um die überaus komplizierte Wassermelonenzucht geht.
Etwas erstaunt liest man, dass Fehler beim Einhalten von Fruchtwechseln in den Gemüsebeeten ähnlich drastische Konsequenzen haben sollen, wie die Verweigerung der Bezahlung von Schutzgeldern. Die Autorin empfiehlt denn auch eindringlich die Bezahlung dieser Gelder an die pflanzlichen Mafia-Familien in Form von korrektem Gärtnern. Des weiteren schreibt Kay Sexton über Beziehungen, die wegen dem Erfolgsdruck, den Gartenschauen auslösen, auseinanderbrechen, von ungeliebten Preisrichterjobs und von Parzellen-Aufräum-Aktionen, bei welchen mit dem Bulldozer gleich die gesamte Humusschicht abgetragen und wegtransportiert wird.
Der Gartenanfänger erfährt von den Unterschieden der Winter- und Sommergründung, dass Mist einarbeiten nicht gleichbedeutend ist mit Mist bauen, von Winterzwängen und anderen ungeschriebenen Gesetzen und er liest über den permanten wie ein Damoklesschwert über Gemüse und Blumen hängenden Druck, die Beete einwandfrei in Ordnung zu halten, damit nach der nächsten der regelmässig stattfindenden Inspektionen der "Oberen" ja keine Abmahnung oder gar eine Kündigungsandrohung ins Haus flattert.
Neben vielen Rezeptideen – zum Nachkochen und zum Gärtnern – erhält der Leser auch Einblick ins britische Schrebergartenmilieu, insbesondere in das schwierige Prozedere, überhaupt eine Parzelle zur Pacht zu ergattern. Kay Sexton musste Jahre warten, bis sie endlich ihren eigenen Schrebergarten bekam. Diese Zeit überbrückte sie mit sogenannten „Fast-unser-Garten“-Parzellen. Will heissen, sie pflegte Gärten, deren Pachtinhaber längere Zeit abwesend war. Diese Stellvertretungen scheinen für den Pächter eine richtige win-win-Situation darzustellen. Zum Service von Kay Sexton gehört nämlich auch die Verwertung der Ernte inklusive deren Ablieferung oder zumindest eines Teiles davon. Die Gutmütigkeit der Autorin wird zuweilen doch recht stark ausgenutzt. Wie sie selber meint, insbesondere auch von allerlei Getier. Genauso, als hinge am Gartentor eine einladende Tafel mit den Worten „Freie Kost und Logis“.
Kay Sexton:
Grüner wird’s nicht – Mein wunderbares Leben als Schrebergärtnerin
Bastei Lübbe, 2012
29. September 2012
Lena Dahlhoff, Melanie Kentsch, Julia Kohlhase, Günter Kükenshöner, Alessa Rohe und Laura Thiele: Die Botanikerin
Am 2. Februar 1890 wird der 52jährige Eisenbahndirektor Ernst Rosenthal von seiner Waschfrau tot vor seinem Haus in der westfälischen Kleinstadt Soest aufgefunden. In Anbetracht der Wichtigkeit der verstorbenen Person wird die örtliche Polizei von Kommissar Carl Lavage aus Münster unterstützt. Dessen Aufgabe besteht darin herauszufinden, ob ein natürlicher Todesfall oder allenfalls ein Verbrechen vorliegt.
In unterschiedlichen Erzählsträngen taucht der Leser ein ins Soester Kleinstadtleben und blickt hinter die Fassaden der bürgerlichen Häuser, zu einer Zeit, wo diese noch menschlich war und nicht in Sekunden gemessen wurde. In verschiedenen Erzählsträngen berichten beispielsweise die Witwe des Verstorbenen, ein Cousin der Witwe, ein verliebter Schüler, der Arzt und Kreispyhsikus Dr. Krämer und Carl Lavage aus ihrer Sicht, was tatsächlich vorgefallen ist oder vorgefallen sein könnte. Man erfährt, dass Rosenthal kein Kind von Traurigkeit war und seine Frau schlecht behandelt hat. Ausserdem war er streitsüchtig und hinter jedem Rockzipfel her. Doch auch seine Frau scheint in ein aussereheliches Verhältnis mit dem hiesigen Apotheker verstrickt zu sein.
Botanisches - in diesem Fall hauptsächlich exotische Pflanzen und botanische Bücher in einem feucht-heissen Wintergarten sowie die titelgebende Botanikerin - kommen erst gegen Schluss dieses historischen Romans ins Spiel. Der hortikulturelle Hintergrund ist also entgegen allfälligen Vermutungen des Titels betreffend sehr eingeschränkt.
Dieser Roman mit Soester Lokalkolorit ist im Rahmen eines Schreibprojektes von fünf Soester Schülerinnen im Alter von sechzehn bis achtzehn Jahren geschrieben worden. Erstaunlicherweise sind keine störenden Stilbrüche in den verschiedenen Erzählsträngen auszumachen. Vermisst habe ich allerdings Titel beim Wechsel derselben. Zuweilen war es doch mühsam herauszufinden, welcher Erzähler nun gerade beim Berichten der Vorgänge rund um den Tod des Eisenbahndirektors an der Reihe war. Etwas gar ausführlich beschrieben wird die Obduktion von Rosenthal, diese Details habe ich mir erspart.
Lena Dahlhoff, Melanie Kentsch, Julia Kohlhase, Günter Kükenshöner, Alessa Rohe und Laura Thiele:
Die Botanikerin
Althoff Druck, 2012
In unterschiedlichen Erzählsträngen taucht der Leser ein ins Soester Kleinstadtleben und blickt hinter die Fassaden der bürgerlichen Häuser, zu einer Zeit, wo diese noch menschlich war und nicht in Sekunden gemessen wurde. In verschiedenen Erzählsträngen berichten beispielsweise die Witwe des Verstorbenen, ein Cousin der Witwe, ein verliebter Schüler, der Arzt und Kreispyhsikus Dr. Krämer und Carl Lavage aus ihrer Sicht, was tatsächlich vorgefallen ist oder vorgefallen sein könnte. Man erfährt, dass Rosenthal kein Kind von Traurigkeit war und seine Frau schlecht behandelt hat. Ausserdem war er streitsüchtig und hinter jedem Rockzipfel her. Doch auch seine Frau scheint in ein aussereheliches Verhältnis mit dem hiesigen Apotheker verstrickt zu sein.
Botanisches - in diesem Fall hauptsächlich exotische Pflanzen und botanische Bücher in einem feucht-heissen Wintergarten sowie die titelgebende Botanikerin - kommen erst gegen Schluss dieses historischen Romans ins Spiel. Der hortikulturelle Hintergrund ist also entgegen allfälligen Vermutungen des Titels betreffend sehr eingeschränkt.
Dieser Roman mit Soester Lokalkolorit ist im Rahmen eines Schreibprojektes von fünf Soester Schülerinnen im Alter von sechzehn bis achtzehn Jahren geschrieben worden. Erstaunlicherweise sind keine störenden Stilbrüche in den verschiedenen Erzählsträngen auszumachen. Vermisst habe ich allerdings Titel beim Wechsel derselben. Zuweilen war es doch mühsam herauszufinden, welcher Erzähler nun gerade beim Berichten der Vorgänge rund um den Tod des Eisenbahndirektors an der Reihe war. Etwas gar ausführlich beschrieben wird die Obduktion von Rosenthal, diese Details habe ich mir erspart.
Lena Dahlhoff, Melanie Kentsch, Julia Kohlhase, Günter Kükenshöner, Alessa Rohe und Laura Thiele:
Die Botanikerin
Althoff Druck, 2012
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