7. Juli 2010

Westerwälder Naturliebe vereint mit britischer Gartenkunst

Dieses Buch hatte ich vor einiger Zeit auf einen bestimmten Tag zur Abholung bestellt und war dann etwas enttäuscht, als es mit dem Kauf in der Buchhandlung, in welcher ich nur während einem Ausflug kurz vorbeikam, nicht geklappt hat. Mein Exemplar war dann aber wohl doch vor Ort, denn es kam per Post beinahe so schnell zuhause an wie ich.

Heute Abend habe ich mir nun im Garten endlich die Zeit genommen einen kurzweiligen Spaziergang durch die Jahreszeiten im Oehndorf-Garten zu unternehmen. Das Verlängern der Vorfreude hat sich durchaus gelohnt, denn bei diesem Buch handelt es sich um eine Produktion aus einem Eigenverlag, die sich wohltuend gegenüber etlichen anderen derartigen Druckwerken abhebt.

Wunderschönen Fotos und ein detaillierter Gartenplan geben einen schönen Einblick in einen tollen Garten. In den Texten erfährt der Leser, wie die beiden Oehndorf-Gärtner ihren Garten geplant und bepflanzt haben. Es galt die verschiedenen Vorlieben der Herren – englischer Cottagestil contra formale, architektonische Anlagen - zu vereinen. Mit verschiedenen Gartenzimmern wurde diese Hürde souverän gemeistert und ein jahrelang vernachlässigtes Grundstück in eine Gartenidylle verwandelt. Entstanden sind etwa der Vorgarten namens „Jedermanns Freude“, ein Knotengarten und ein Geheimer Garten (inspiriert durch den gleichnamigen Klassiker von Frances Hodgson Burnett). Überhaupt wird an verschiedenen Stellen auf Gartenliteratur hingewiesen.

Mehr Informationen und Buchbestellmöglichkeiten sind auf der Webseite zu finden (www.oehndorf-garten.de).



Georg Möller:
Oehndorf Garten,
Eigenverlag, 2010

5. Juli 2010

The Greenhouse

Seit er zehn Jahre alt war arbeitet Billy Anderson, der kurz vor Schulabschluss steht, im Gewächshaus der Witwe Abigail Spencer. Zwischen den beiden ist im Laufe der Jahre trotz grossem Altersunterschied eine tiefe Freundschaft entstanden. Billy profitiert von Abigails reichem Erfahrungsschatz und ihr ist die Muskelkraft des jungen Mannes sehr willkommen.

Abigail Spencer hat als junge Frau innert kurzer Zeit ihre beiden Kinder verloren und ist seit einiger Zeit verwitwet. Trotz dieser Tragödien hat sie ihren Glauben an Gott nie verloren und hadert nicht mit ihrem Schicksal. Sie findet in jedem Menschen etwas Gutes, erfreut sich auch an Kleinigkeiten und Billy hat in ihrem Leben längst den Stellenwert eines Sohnes erlangt.

Für Billys Vater steht fest, dass sein jüngerer Sohn das Collage besuchen soll, während für Billy selber die eigenen Zukunftspläne alles andere als klar sind. Von neuen Mitgliedern der Kirche, in welcher er mit seiner Familie und Abigail regelmässig die Gottesdienste besucht, erhält er den Auftrag, einen grossen Garten anzulegen. Liegt seine Berufung vielleicht eher in dieser Richtung? Mitten in die Entscheidung um seine Berufspläne fallen die Probleme seiner jüngeren Schwester, die sich in trügerischen Kreisen bewegt und zu viel Alkohol konsumiert.

Das Buch erinnert mich an die Garden Gate-Trilogie von Patti Hill („Like a Watered Garden", "Always Green“ und „In every Flower“), Leotas Garten von Francine Rivers und die beiden Titel „Ein Garten in Paris“ und „Über den Dächern von Florenz“ von Stefanie Grace Whitson. Diesen allen ist gemeinsam, dass der Glauben an und Zwiegespräche mit Gott ebenso eine zentrale Rolle spielen wie die Lösung von zwischenmenschlichen Konflikten und Liebe und Vergebung.



Sue Douglas:
The Greenhouse
Authorhouse, 2003

2. Juli 2010

Flowershows

Leider hatte ich noch nie die Gelegenheit, durch die Chelsea Flower Show zu spazieren (oder wahrscheinlich sollte ich besser schreiben: mich durch das dortige Gewühl zu kämpfen). Ich bin aber zuversichtlich, dass ich dieses Manko in naher oder ferner Zukunft beheben kann und bis dahin blättere ich einfach gelegentlich in meinen schon etwas älteren Büchern, die von Blumenausstellungen handeln.

Ursula Buchan wirft in ihrem Buch „The Village Show“ nicht nur einen Blick auf die Austellungsexponate an ländlichen Flowershows sondern gibt gleichzeitig Einblick in die Vorbereitung der Züchter, deren Lebensläufe, Beweggründe und Techniken. Etappen von Buchans Reise waren unter anderen die National Northern Rose Show in Lakeland und die Dumfries and Lockerbie Agricultural Society’s Annual Show.

Selbstverständlich darf auf meinem Regal ein Buch über die Chelsea Flower Show nicht fehlen. Der reich illustrierte Titel ist von der Gartenjournalistin Leslie Geddes-Brown. Die Kapitel reichen von den Anfängen bis zur jetzigen Show (sprich 2000, dem Publikationsjahr) und erlauben Blicke hinter die Kulissen dieses Riesenevents.

„Beautiful Madness“ heisst das Resultat von James Dodsons Streifzügen durch anderer Leute Gärten und die Flower Shows in Chelsea und Philadelphia. Ein Lesebuch, in welchem Kapitel mit Titeln wie „Garden Club Confidential“ und „Diarmuid’s Balls, Gentle Chaos, and the Mad Man of Kew“ Erwartungen wecken, die durch launige Texte mehr als erfüllt werden.

Wieder mehr zum Anschauen als zum Lesen bietet das Jubiläumsbuch zur 175. Philadelphia Flower Show aus dem Jahr 2003, einer Veranstaltung, die jährlich über eine Viertelmillion Besucher anlockt. Die vielen Fotos laden auf einen Rundgang durch die Ausstellung ein. Etliche der Bilder wirken recht grell und bunt und gewisse Farbkombinationen erscheinen mir gewöhnungsbedürftig.


Ursula Buchan:
The Village Show
Pavilion Books, 1990

James Dodson:
Beautiful Madness
Dutton, 2006

Leslie Geddes-Brown:
Chelsea – The Greatest Flower Show on Earth
Dorling Kindersley, 2000

Adam Levine and Ray Rogers:
The Philadelphia Flower Show – Celebrating 175 Years
Harper Collins, 2003


29. Juni 2010

The Hidden Gardens

Sechs Reihenhäuser bilden die Überbauung „Close“ in North Acton, London. Die langen, schmalen und mehrheitlich vernachlässigten Gärten befinden sich teilweise auf einem ehemaligen Bombenkrater, wo früher parallel zur Siedlung eine weitere Zeile identischer Häuser stand. Die Bewohner leben zwar Tür an Tür, doch die Kontakte untereinander beschränken sich zumeist auf einen nickenden Gruss oder ein freundliches „Hello“.

Da flattert allen Nachbarn ein Schreiben einer TV-Produktionsgesellschaft in den Briefkasten. Eine der Bewohnerinnen, die Jamaikanerin Venus, arbeitet dort und eine geplante Serie des Programms „Looking at Your Backyard „ soll die Umgestaltung der Gärten „Close“ zum Inhalt haben. In dem Brief wird das Vorhaben vorgestellt und die Anwohner werden zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

An diesem Anlass werden sechs unterschiedliche Gartenprojekte präsentiert. Die Nachbarn sollen selber entscheiden, welcher Entwurf zu ihnen passt und können eigene Ideen beisteuern. Zur Auswahl stehen beispielsweise ein Heilpflanzengarten, ein Japanischer Garten sowie ein Gemüsegarten oder ein bunter Blumengarten.

Genau so verschieden wie die geplanten Gärten sind die Einwohner der Reihenhäuser. Neben Venus, ihrem Mann Benji und dem gemeinsamen Baby wohnen hier auch Millie, eine junge attraktive alleinerziehende Mutter und ihre Tochter Lucy, die verwahrloste 80jährige Edna, das unglücklich verheiratete Paar Mike und Ruth, Damian und sein Partner Guy sowie Malcolm, Linda und ihre pubertierenden Kinder Alice und William. Im Laufe der Geschichte gibt es Trennungen, neue Paare und auch Wohnungswechsel innerhalb der sechs Häuser. Neben diesen persönlichen Veränderungen sind die Gartenumgestaltungen und die Fernsehaufzeichnungen das Leitthema. Dazu gehören auch ein Tag des offenen Gartens und die Prämierung des am besten gelungenen Projektes.

Leider sind die Übergänge in der Erzählung und die Perspektivenwechsel oft etwas abrupt und stören den Lesefluss. Etwas mehr Absätze oder Unterkapitel würden das Lesevergnügen noch steigern. Dennoch eine interessante Mischung von Liebesgeschichte, Humor und Spannung. Eine ähnliche Wohnsituation wie die im Buch verleitet mich zu interessanten Gedankenspielereien …



Jan Pollard:
The Hidden Gardens
Eloquent Books, 2010

27. Juni 2010

Für einmal nichts über Bücher

Bei trockenem Wetter führt mich die Erfüllung meiner sportlichen Pflichten oft an einer Baumschule vorbei. Diese lag früher ausserhalb unseres Wohnortes an der alten Autostrasse in Richtung der nächsten Grossstadt und befindet sich nun seit einigen Jahren im angrenzenden Dorf. Am Schotterweg steht ein leicht verwittertes Schild mit der Aufschrift „Baumschule und Staudengärtnerei“ sowie mit Name und Telefonnummer des Inhabers.

Ich walke recht häufig dort vorbei und überlege mir jedesmal, wo wohl die Stauden versteckt sind, da „nur“ Sträucher und Bäume zu sehen sind und das Gelände nicht sehr gross ist. Ein an ein Gewächs angelehntes Fahrrad lässt mich jeweils vermuten, dass der Besitzer wohl auf dem Gelände anwesend ist, ich habe aber noch nie jemanden persönlich angetroffen. Während meiner gestrigen Runde kam der Inhaber gerade mit Spritzkannen in der Hand aus einer Baumschulreihe heraus, und ich nutzte die Gelegenheit, ihn auf die Stauden anzusprechen. Wie ich insgeheim schon länger angenommen habe, führt er keine solchen (mehr) in seinem Sortiment, da er keinen Wassersanschluss hat. Das Schild hat er vor rund 25 Jahren geschenkt bekommen und da in der Schweiz auch Sträucher in Mundart als „Stude“ bezeichnet werden, ist er der Meinung, dass dieses ja im weitesten Sinn immer noch zutreffend ist.

Schade - es wäre sehr praktisch, eine gut sortierte Staudengärtnerei in nächster Nähe zu wissen. Aber falls in fast unmittelbarer Umgebung ein Staudenschatz verborgen wäre, hätte ich sicher schon früher davon erfahren. Nun bleibt jedenfalls ein Grund mehr, auf dem Weg in die Ferien weiterhin mit gutem Gewissen einen kleinen (oder auch grösseren) Umweg in Kauf zu nehmen, um beispielsweise der Staudengärtnerei Zeppelin einen Besuch abzustatten oder bei Sarastro vorbeizuschauen …

25. Juni 2010

Sommersehnsucht

„Sommersehnsucht“ ist das zweite Buch im sogenannten Jahreszeitenzyklus von Nora Roberts und gleichzeitig mein viertes Buch, das ich von dieser Vielschreiberin gelesen habe. Die anderen drei Titel gehörten zur Eden-Trilogie mit den Titeln „Blüte der Tage“, „Dunkle Rosen“ und „Rote Lilien“. Während letztere die Geschichte von drei eng verbundenen Frauen rund um ein Gartencenter erzählt, handelt der Jahreszeitenzyklus von vier Freundinnen, die gemeinsam eine Hochzeitsagentur führen.

Emma ist für die Blumendekorationen zuständig und die Leserin erhält einen gelungenen Einblick in die Kreativität und die Liebe der Floristin zu ihrem Beruf. Schon seit Kindertagen kennt die junge Frau den erfolgreichen Architekten Jack als guten Kollegen, und beide konnten eine gewisse Anziehungskraft noch nie verheimlichen. Seit einiger Zeit knistert es nun aber heftig zwischen den beiden. Während sich Emma ihrer starken Gefühle nicht erwehren kann und von Familie und Kindern träumt, zweifelt sie daran, ob der freiheitsliebende Jack für sie dasselbe empfindet. Kann sich ein langjähriger Freund plötzlich als grosse Liebe des Lebens entpuppen?

Wie schon oben zwischen den Zeilen herauszulesen ist, bin ich kein wirklicher Fan von Nora Roberts. Die wenigen Bücher, die ich von dieser Autorin bis jetzt gelesen habe, sind zwar sehr flüssig geschrieben, aber mir sind die Frauen und ihre Leben zu perfekt. Sehr schade finde ich, dass ich als Leserin das Ende der Geschichte mit annähernd hundertprozentiger Sicherheit vorausahnen kann. Wohl sind jeweils einige Hürden in die Liebesgeschichten eingebaut, aber wirkliche Überraschungen für einen optimalen Lesegenuss vermisse ich. Vielleicht sollte ich die Roberts-Bücher auf Englisch lesen, dann muss ich mich mehr aufs Verstehen konzentrieren …



Nora Roberts:
Sommersehnsucht
Wilhelm Heyne Verlag, 2010

21. Juni 2010

Constance Spry (1888 – 1960)

Kennen Sie die beliebte englische Kletterrose "Constance Spry", die Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts als David Austins erste Englische Rose auf den Markt kam oder wächst die Gartenschönheit mit ihren grossen altmodischen Blüten und dem kräftigen Myrrheduft vielleicht sogar in Ihrem Garten? Hinter der Namenspatronin verbirgt sich eine aussergewöhnliche Persönlichkeit, zu deren 50. Todestag kürzlich eine Biographie von Sue Shepard erschienen ist.

Wie der Titel erahnen lässt, erfährt der Leser einige Überraschungen aus dem Leben von Constance Spry, das mit 43 Jahren eine Wendung nahm, die sie und ihr Umfeld sich wohl nie erträumt hätten. Nach einer unglücklichen Ehe, aus welcher ihr einziges Kind stammte, und Tätigkeiten für das Rote Kreuz in Dublin, verlässt sie 1916 Mann und Land und zieht mit ihrem Sohn nach England.

Das Dekorieren mit Blumen gehörte schon länger zu ihren Passionen und durch neue Bekanntschaften bekam sie Zugang in für sie wegweisende Kreise und immer mehr Aufträge, so dass sie 1929 ihren ersten Shop „Flower Decoration“ eröffnete. Constances Stärke waren ihre Kreativität und ein Fluss von unermüdlich sprühenden Ideen, während sie das korrekte Kalkulieren der Preise vernachlässigte und oft nicht einmal die Lieferkosten weiterverrechnete.

Ein gut gehütetes Geheimnis war die Tatsache, dass Constance Spry gar nie mit ihrem zweiten Lebenspartner Shav Spry verheiratet war und diese Beziehung über viele Jahre eine „Ehe zu dritt“ war. Constance lebte nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“. So hat sie nicht die Komplikationen einer „wilden“ Ehe Anfang des 20. Jahrhunderts bedacht und hat sich auch immer wieder ohne Zögern, geschweige denn mit einem Businessplan im Hinterkopf, in neue Geschäfte gestürzt, wie beispielsweise kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges, als sie dazu überredet wurde, jenseits des grossen Teiches ein Geschäft nach englischem Stil zu eröffnen.

Das Buch gibt einen interessanten Einblick in das Leben von Constance Spry. Die Spry war Lieferantin für die „Upper Class“, so dass auch etliche Details aus der damaligen Regenbogenpresse in der Biografie nachzulesen sind, wie beispielsweise zur Abdankung von Eduard VIII und seiner Heirat mit der geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson oder zur Krönung von Königin Elizabeth II.

Constance Spry hat mehrere Bücher zu den Themen Blumendekoration und Kochen herausgegeben und führte neben ihrem Shop auch eine „Flower School“. Die Biographie enthält verschiedene Schwarz-Weiss-Fotos, auch von Kreationen der Blumenkünstlerin. Es wäre toll, diese in Farbe zu sehen. Die Moden und Geschmäcker ändern sich über die Jahrzehnte – aufgrund der Beschreibungen von gewissen Kreationen zweifle ich, ob ich Gefallen an allen hätte. An einer Stelle im Buch wird nämlich erwähnt, wie Constance und ihr Team während einer Nachtübung die Rückseite von ledrigen Eukalyptus-Blättern blau anmalten.

Sue Shepard hat übrigens vor einigen Jahren unter dem Titel “Seeds of Fortune – A Gardening Dynasty”, die Geschichte der Veitch-Familie veröffentlicht. Ein nicht minder spannendes Buch über jene Pioniere, deren Engagement wir unzählige Gartenschätze verdanken.



Sue Shepard:
The Surprising Life of Constance Spry
Macmillan, 2010

18. Juni 2010

Blumenwanderungen

Eben habe ich per E-Mail ein wunderschönes Foto erhalten, das eine grössere Gruppe wild wachsender „Frauenschühli“ (Frauenschuh-Orchideen) zeigt, vor ein paar Tagen aufgenommen auf einer Wanderung im Bündnerland. Diese prächtige Abbildung ist Anlass, wieder einmal in meinen Büchern zu schmökern, die Blütenwanderungen empfehlen. Obwohl das aktuelle Wetter ja nicht gerade zu Ausflügen einlädt – beim heutigen Besuch eines regionalen Gartencenters sind dementsprechend auch wenig Pflanzen in den Warkenkorb „gehüpft“.

Für einen Streifzug zur Blüte der Perlhuhn-Schachblume (Fritillaria meleagris) entlang des Doubs im französisch-schweizerischen Grenzgebiet, die Weinberg-Tulpen (Tulipa sylvestris) in der Nähe von Therwil und die Weissen Berg-Narzissen oberhalb Vevey ist es nun Mitte Juni zu spät. Wenn Sie sich sputen, schaffen Sie es vielleicht noch, die letzten diesjährigen Diptam-Blüten (Dictamnus albus) zu bewundern. Eine leichte Wanderung führt im Klettgau durch Reben und Eichenmischwälder, wo sie auf diese Pflanzen antreffen. Start ist in Osterfingen, einem Winzerdorf mit aussergewöhnlich vielen schönen Gärten, die zum „Osterfinger Gartenpfad“ gehören.

Falls Sie noch etwas mehr Vorbereitungszeit benötigen – von Juli bis September blüht die Alpen-Akelei (Aquilequia alpina). Diese hellblauen Blumen können Sie im hinteren Lauterbrunnental bestaunen, einem Gebiet, das zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. Einen traumhaften Anblick bildet im Oktober die Herbstfärbung der Perückensträucher (Cotinus coggygria), die der Wanderer auf einer Route ab Turtmann antrifft.

Details zu diesen Wanderungen finden Sie im informativen und schön bebilderten Buch „Blütenwanderungen in der Schweiz“ von Sabine Joss. Im Büchlein „Gartenreisen – Öffentlich zugängliche Gärten in der Schweiz“ ist ein Kapitel dem Osterfinger Gartenpfad gewidmet. Der Hauptvermerk dieser Publikation liegt aber auf Botanischen Gärten und Alpengärten.



Elsbeth Dupont-Looser und Verena Gysling-Looser:
Gartenreisen – Öffentlich zugängliche Gärten in der Schweiz
Friedrich Reinhardt Verlag, 2009

Sabine Joss:
Blütenwanderungen in der Schweiz
AT Verlag, 2008

14. Juni 2010

So you want to … (Nachtrag)

Heute Nachmittag war ich im Garten mit Jäten und Heckenschneiden beschäftigt und habe bei dieser Gelegenheit wieder einmal unzählige kleine Sämlinge von Eschen herausgezogen bzw. die grösseren schon zu Mini-Bäumchen gewachsenen früher übersehenen Dinger gekappt (so dass sie dann umso fröhlicher weiterwachsen …)

Bei dieser Tätigkeit kam mir der Gedanke, dass falls ich je eine Gärtnerei eröffnen sollte, Eschen unbedingt zum Standardsortiment gehören müssten. Wenn sie nicht so nervend wären, eigentlich toll wie gut diese Pflanzen mit den verschiedensten Umständen zurecht kommen und sich überall entfalten; zwischen Clematis und Jasmin fühlen sie sich genau so wohl wie mitten im Hartriegel und in der Hainbuchenhecke.

Der Knackpunkt ist allerdings, dass ich es vorher irgendwie schaffen müsste, dass jeder diese Pflanzen unbedingt in seinem Garten haben MUSS. Vielleicht wäre es mit einer guten Marketingstrategie möglich, die Esche als Trendpflanze zu präsentieren, deren Vorzüge bis anhin einfach niemand schätzte (jedenfalls ich nicht)?