Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts in Schottland: Hat die aufkeimende Liebe zwischen der jungen deutschen Studentin Lieselotte und dem angehenden indischen Botaniker Deboo eine Chance? Bevor es überhaupt dazu kommt, das „Kasten-Problem“ zu lösen, trennt der vor der Türe stehende 2. Weltkrieg die beiden jungen Leute. Zurück in Deutschland heiratet Lieselotte ihren Verehrer Hans Hachmann und wird Mutter von vier Töchtern.
Bereits vor der Eheschliessung hat Lieselotte ihrem Mann von ihrer ersten grossen Liebe zu einem Inder berichtet. Nach Kriegsende nimmt sie über den Botanischen Garten in Kalkutta wieder Kontakt mit Deboo auf und es beginnt ein reger Briefwechsel. Neben dieser Korrespondenz und der schwierigen Aufgabe im Nachkriegsdeutschland den Haushalt und Garten zu organisieren, gründet sie die Deutsch-Indische-Gesellschaft und setzt sich als deren Präsidentin unermüdlich für Inder und die Indische Kultur ein.
Hans unterstützt seine Frau wo er kann und lässt sie sogar für eine monatelange Reise alleine nach Indien fahren. Doch nicht nur zwischen den Zeilen erkennt der Leser, dass diese Quasi-Ehe zu dritt nicht nur einfach gewesen sein kann. Während Lieselotte ab und an in ihrem Tagebuch von der schlechten Laune ihres Gatten berichtet (wer will es ihm verdenken?), beschreibt Hans seine Gefühle sehr detailliert in der im Schluss des Buches abgedruckten Korrespondenz. Er fordert seine Frau auf, ihrem Gewissen zu folgen und ihre Liebe zu Deboo zu leben. Im Gegenzug wünscht er sich uneingeschränkte Offenheit und hofft auf eine Ehefrau, die glücklich von ihrer Indien-Reise zurückkehrt.
Lieselotte Hachmann hat ihrer jüngstenTochter Dietlinde ein Paket mit Briefen, Tagebüchern und Fotoalben vererbt. Als Dietlinde nach 15 Jahren dieses endlich öffnet, erfährt sie etliche Details aus dem Leben ihrer verstorbenen Mutter, die ihr bis anhin unbekannt waren und hat diese hauptsächlich für ihre Schwestern und die Familie in Buchform zusammengefasst.
Die Biografie ist spannender als mancher Roman und für den Gartenfreund speziell von Interesse sind die eingestreuten Berichte von Deboo, der als Leiter des Botanischen Gartens in Kalkutta tätig war. Nun bleibt mir nur noch zu hoffen, dass ich nicht mehr allzu lange ungeduldig auf die Fortsetzung dieser sehr persönlichen Dokumentation warten muss.
Dietlinde Hachmann:
Mein Wunscherbe – Teil 1: Zwischen zwei Welten
Acabus Verlag, 2010
http://www.mein-wunscherbe.de/
30. August 2010
26. August 2010
Die Beute der Pflanzenjäger
Die früheren Bücher von Renate Hücking (*) gehören zu meinen Lieblingstiteln. Die Autorin ist für mich gewissermassen ein Garant für gut recherchierte interessante Lektüre über Pflanzenjäger. Nachdem sich meine ersten Befürchtungen zerstreut haben, dass es sich bei „Die Beute der Pflanzenjäger“ um eine überarbeitete Ausgabe des fast gleichnamigen früheren Buches handelt, konnte ich mich umso begeisterter in die Neuerscheinung vertiefen.
Wer gerne als „Armchair Gardener“ in einem der vielen verschiedenen Bücher über die Abenteuer der Pflanzenjäger schmökert, wird unweigerlich feststellen, dass sich die Geschichten immer wieder wiederholen. In diesem Buch sind nun auch Portraits von weniger bekannten Persönlichkeiten wie David Noble und Gerda Nissen vertreten, die Ende des 20. Jahrhunderts auf der Suche nach grünem Gold unterwegs waren.
Vielleicht sind Ihnen in einem Gartencenter oder einer Gärtnerei schon einmal Pflanzen mit der Bezeichnung „Wollemia nobilis“ aufgefallen. Ein junger Australier namens David Noble hat im September 1994 im Wollemi-Nationalpark einen bis dato nur aus Versteinerungen bekannten Nadelbaum entdeckt. Im Kapitel „Der Traum aller Pflanzenjäger – David Noble entdeckt den Dinobaum“ erfährt der Leser genaueres über diesen sensationellen Fund und die notwendigen Bemühungen, um die kleinen ursprünglichen Bestände zu schützen. Die ersten 292 Exemplare des nachgezüchteten Bestandes haben 2005 bei einer Versteigerung einen Erlös von rund einer Million Australischen Dollars eingebracht.
Ein wunderschöner Rosenstrauss soll die Journalistin und leidenschaftliche Gärtnerin Gerda Nissen (1929 – 1999) dazu verführen, ihre Skepsis gegenüber Rosen abzulegen und für einen Freund Ordnung in 250 Rosenstöcke bringen, die dieser von einer aufgelassenen Gärtnerei gekauft hat. Die Verlockung erfüllt ihren Zweck und als Gerda Nissen im Sommer 1975 zufällig eine Rose mit dicht gefüllten, porzellanrosafarbenen Blütenköpfen entdeckt, ist sie völlig vom Jagdfieber angesteckt und aus der Hobbygärtnerin wird eine Pflanzenjägerin. Auf der Suche nach neuen Schätzen durchstreift sie vorwiegend mit dem Velo die norddeutsche Provinz und wird auf Friedhöfen ebenso fündig wie an Telegrafenmasten und wagt sich sogar an einen dicht bewachsenen Wall, der von sechs Jungbullen bewacht wird.
Zwischen diesen beiden Portraits erzählen weitere spannende Kapitel von den Beutezügen von Hatschepsut, Engelbert Kaempfer, John und William Bertram, Reinhold und Georg Forster und Josef Franz Rock.
Renate Hücking:
Die Beute der Pflanzenjäger
Piper Verlag, 2010
(*)„Pflanzenjäger“, „Oasen der Sehnsucht“ und „Süchtig nach Grün“ – alle zusammen mit Kej Hielscher verfasst und bei Piper erschienen
Wer gerne als „Armchair Gardener“ in einem der vielen verschiedenen Bücher über die Abenteuer der Pflanzenjäger schmökert, wird unweigerlich feststellen, dass sich die Geschichten immer wieder wiederholen. In diesem Buch sind nun auch Portraits von weniger bekannten Persönlichkeiten wie David Noble und Gerda Nissen vertreten, die Ende des 20. Jahrhunderts auf der Suche nach grünem Gold unterwegs waren.
Vielleicht sind Ihnen in einem Gartencenter oder einer Gärtnerei schon einmal Pflanzen mit der Bezeichnung „Wollemia nobilis“ aufgefallen. Ein junger Australier namens David Noble hat im September 1994 im Wollemi-Nationalpark einen bis dato nur aus Versteinerungen bekannten Nadelbaum entdeckt. Im Kapitel „Der Traum aller Pflanzenjäger – David Noble entdeckt den Dinobaum“ erfährt der Leser genaueres über diesen sensationellen Fund und die notwendigen Bemühungen, um die kleinen ursprünglichen Bestände zu schützen. Die ersten 292 Exemplare des nachgezüchteten Bestandes haben 2005 bei einer Versteigerung einen Erlös von rund einer Million Australischen Dollars eingebracht.
Ein wunderschöner Rosenstrauss soll die Journalistin und leidenschaftliche Gärtnerin Gerda Nissen (1929 – 1999) dazu verführen, ihre Skepsis gegenüber Rosen abzulegen und für einen Freund Ordnung in 250 Rosenstöcke bringen, die dieser von einer aufgelassenen Gärtnerei gekauft hat. Die Verlockung erfüllt ihren Zweck und als Gerda Nissen im Sommer 1975 zufällig eine Rose mit dicht gefüllten, porzellanrosafarbenen Blütenköpfen entdeckt, ist sie völlig vom Jagdfieber angesteckt und aus der Hobbygärtnerin wird eine Pflanzenjägerin. Auf der Suche nach neuen Schätzen durchstreift sie vorwiegend mit dem Velo die norddeutsche Provinz und wird auf Friedhöfen ebenso fündig wie an Telegrafenmasten und wagt sich sogar an einen dicht bewachsenen Wall, der von sechs Jungbullen bewacht wird.
Zwischen diesen beiden Portraits erzählen weitere spannende Kapitel von den Beutezügen von Hatschepsut, Engelbert Kaempfer, John und William Bertram, Reinhold und Georg Forster und Josef Franz Rock.
Renate Hücking:
Die Beute der Pflanzenjäger
Piper Verlag, 2010
(*)„Pflanzenjäger“, „Oasen der Sehnsucht“ und „Süchtig nach Grün“ – alle zusammen mit Kej Hielscher verfasst und bei Piper erschienen
23. August 2010
Alte Gärtner – Alte Gärten
Auch Gärtner werden nicht jünger und kommen irgendwann zu einem Punkt, wo sie sich Gedanken darüber machen müssen, was alles im Garten unbedingt nötig ist und wo Erleichterungen angebracht sind. Im Büchlein „Alte Gärten – alte Gärtner“ hat Inge Kober ihre diesbezüglichen Überlegungen aufgezeichnet.
Wie gross darf/soll ein Topfpflanzengarten sein? Ist eine Gärtnerin nur eine gute Gärtnerin, wenn sie (fast) alle Pflanzen selber aufzieht? Ist es vielleicht sinnvoller, die Zeit und Kraft, die für das Aufbinden, von“ stengelschwachen“ Pflanzen benötigt wird, in etwas Sinnvolleres zu investieren? Was wäre allenfalls als sinnvoller zu bezeichnen?
Die Autorin ist nicht nur eine grosse Pflanzenfreundin, auch ihre Liebe zu den verschiedensten Tieren ist wiederholt ein Thema in den unterschiedlichen Kapiteln und es werden schon mal Raupen vor Spinnen in Sicherheit gebracht, weil die Vorfreude auf farbenfrohe Schmetterlinge doch nicht völlig zerstört werden darf. Auch im Zwischenstück „Krimis im Garten“ geht es nicht um die in diesem Blog üblicherweise unter diesem Label abgelegten Untaten, sondern um das Fressen und Gefressen werden direkt vor der Haustüre.
Auch Misserfolge sind ein Thema und zwischen den Gedanken zum Älterwerden sind verschiedene Anekdoten eingestreut wie beispielsweise jene aus Great Dixter. Oder es ist im Portrait eines englischen Gärtners die Rede davon, wie dieser Tausende von Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) pflanzen liess. Davon gingen genau sieben Stück auf. Anschliessend versuchte er sein Glück mit Tausenden von Cyclamen (mit mehr Erfolg). Wie sich zwischen den Zeilen lesen lässt, hat er bei diesen Aktionen wohl nicht seinen eigenen Rücken strapaziert.
Gedanken, die nicht nur für ältere Gärtnerinnen lesenswert sind.
Inge Kober:
Alte Gärten – Alte Gärtner
Aha Fliegeverlag, 2007
Wie gross darf/soll ein Topfpflanzengarten sein? Ist eine Gärtnerin nur eine gute Gärtnerin, wenn sie (fast) alle Pflanzen selber aufzieht? Ist es vielleicht sinnvoller, die Zeit und Kraft, die für das Aufbinden, von“ stengelschwachen“ Pflanzen benötigt wird, in etwas Sinnvolleres zu investieren? Was wäre allenfalls als sinnvoller zu bezeichnen?
Die Autorin ist nicht nur eine grosse Pflanzenfreundin, auch ihre Liebe zu den verschiedensten Tieren ist wiederholt ein Thema in den unterschiedlichen Kapiteln und es werden schon mal Raupen vor Spinnen in Sicherheit gebracht, weil die Vorfreude auf farbenfrohe Schmetterlinge doch nicht völlig zerstört werden darf. Auch im Zwischenstück „Krimis im Garten“ geht es nicht um die in diesem Blog üblicherweise unter diesem Label abgelegten Untaten, sondern um das Fressen und Gefressen werden direkt vor der Haustüre.
Auch Misserfolge sind ein Thema und zwischen den Gedanken zum Älterwerden sind verschiedene Anekdoten eingestreut wie beispielsweise jene aus Great Dixter. Oder es ist im Portrait eines englischen Gärtners die Rede davon, wie dieser Tausende von Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) pflanzen liess. Davon gingen genau sieben Stück auf. Anschliessend versuchte er sein Glück mit Tausenden von Cyclamen (mit mehr Erfolg). Wie sich zwischen den Zeilen lesen lässt, hat er bei diesen Aktionen wohl nicht seinen eigenen Rücken strapaziert.
Gedanken, die nicht nur für ältere Gärtnerinnen lesenswert sind.
Inge Kober:
Alte Gärten – Alte Gärtner
Aha Fliegeverlag, 2007
19. August 2010
Blumen für Madame Kyrill
Dieses Buch habe ich in Passau entdeckt, als ich vor der Hitze in eine Buchhandlung „geflüchtet“ bin. Die Lektüre dünkte mich passend, weil weitere Stationen unserer Ferienreise München und Paris waren – genau die Orte, in welchen der Roman spielt.
Simone Kyrill führt in München einen gutgehenden Blumenladen. Ihre Blumensträusse sind bei Prominenten genau so begehrt wie bei der Laufkundschaft und sie entschliesst sich zu ihrer Entlastung eine Mitarbeiterin einzustellen. Auf Simones Anzeige meldet sich auch Pierre Mathieu. Der sympathische junge Franzose ist zwar ausgebildeter Florist, hat zuletzt aber als Stuntman gearbeitet. Nach einem schweren Unfall muss er sich neu orientieren. Er überzeugt seine Arbeitgeberin nicht nur durch seine floralen Kunstwerke, die beiden Blumenkünstler kommen sich auch privat näher. Doch plötzlich scheinen sich Simones Wege immer wieder mit jenen ihres Ex-Freundes Fabian zu kreuzen.
Die zufälligen Begegnungen mit dem zwischenzeitlich straffällig gewordenen Fabian sind teils recht konstruiert und eher unglaubwürdig. Und leider wird der Lesegenuss dadurch getrübt, dass die Erzählstränge zeitlich nicht genau parallel verlaufen.
Wo ich gerade beim Thema Paris bin: Kurz vor unserer Abreise in die französische Hauptstadt habe ich in einem Gartenforum einen Hinweis aufgeschnappt, dass sich in der Nähe des Jardin des Tuileries eine Gartenbuchhandlung befindet. Eine genaue Wegbeschreibung oder Adresse habe ich mir nicht notiert. Wir waren schon beinahe durch den ganzen Park vom Louvre aus Richtung Arc de Triomphe hindurchspaziert und beim Place de la Concorde angekommen, ohne dass mir ein überzeugender Grund eingefallen war, meine Familie in östliche Richtung zu lotsen, wo ich das Geschäft am ehesten vermutete. Ich hatte eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet, so rein „zufällig“ dort reinschauen zu können, als wir doch noch an dem kleinen, aber feinen Laden „Librairie des Jardins“ vorbeiliefen (und ich natürlich hinein). Und der Stapel mit den ungelesenen Büchern ist wieder um ein Exemplar höher, nämlich um den Titel „Je plante donc je suis“ von Alain Baraton.
Elisabeth Eckerl:
Blumen für Madame Kyrill
Engelsdorfer Verlag, 2008
Simone Kyrill führt in München einen gutgehenden Blumenladen. Ihre Blumensträusse sind bei Prominenten genau so begehrt wie bei der Laufkundschaft und sie entschliesst sich zu ihrer Entlastung eine Mitarbeiterin einzustellen. Auf Simones Anzeige meldet sich auch Pierre Mathieu. Der sympathische junge Franzose ist zwar ausgebildeter Florist, hat zuletzt aber als Stuntman gearbeitet. Nach einem schweren Unfall muss er sich neu orientieren. Er überzeugt seine Arbeitgeberin nicht nur durch seine floralen Kunstwerke, die beiden Blumenkünstler kommen sich auch privat näher. Doch plötzlich scheinen sich Simones Wege immer wieder mit jenen ihres Ex-Freundes Fabian zu kreuzen.
Die zufälligen Begegnungen mit dem zwischenzeitlich straffällig gewordenen Fabian sind teils recht konstruiert und eher unglaubwürdig. Und leider wird der Lesegenuss dadurch getrübt, dass die Erzählstränge zeitlich nicht genau parallel verlaufen.
Wo ich gerade beim Thema Paris bin: Kurz vor unserer Abreise in die französische Hauptstadt habe ich in einem Gartenforum einen Hinweis aufgeschnappt, dass sich in der Nähe des Jardin des Tuileries eine Gartenbuchhandlung befindet. Eine genaue Wegbeschreibung oder Adresse habe ich mir nicht notiert. Wir waren schon beinahe durch den ganzen Park vom Louvre aus Richtung Arc de Triomphe hindurchspaziert und beim Place de la Concorde angekommen, ohne dass mir ein überzeugender Grund eingefallen war, meine Familie in östliche Richtung zu lotsen, wo ich das Geschäft am ehesten vermutete. Ich hatte eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet, so rein „zufällig“ dort reinschauen zu können, als wir doch noch an dem kleinen, aber feinen Laden „Librairie des Jardins“ vorbeiliefen (und ich natürlich hinein). Und der Stapel mit den ungelesenen Büchern ist wieder um ein Exemplar höher, nämlich um den Titel „Je plante donc je suis“ von Alain Baraton.
Elisabeth Eckerl:
Blumen für Madame Kyrill
Engelsdorfer Verlag, 2008
16. August 2010
Totenblüte
„Totenblüte“ ist der erste Kriminalroman mit der Ermittlerin Vera Stanhope und ihrem Kollegen Joe Ashworth. Vera Stanhope ist keine einfache Chefin und das Delegieren von Aufgaben zählt nicht zu ihren Stärken. Die ledige, übergewichtige Kommissarin geht in ihrem Beruf völlig auf. Ihr Stolz ist ihr zuweilen wichtiger als beispielsweise ein Entführungsopfer. Privat pflegt sie absolut keine Freundschaften und führt ein sehr zurückgezogenes Leben, sie ist dem Alkohol nicht gerade abgeneigt und bemitleidet ihre eigene Kinderlosigkeit. Trotz all diesen Fehlern und wenn Sie sich erst an Veras Angewohnheit gewöhnt haben, alle Zeugen ob männlich oder weiblich mit „Herzchen“ zu betiteln, werden Sie feststellen, dass sie durchaus auch liebenswerte Seiten hat und vor allem über einen untrüglichen kriminalistischen Spürsinn verfügt. Verdächtigen gegenüber präsentiert sie sich bevorzugt leicht schusselig, um diese dann mit unerwarteten Fragen zu verunsichern.
Innert wenigen Tagen werden ein Junge mit einer ausgeprägten Lernschwäche und eine angehende Lehrerin ermordet aufgefunden. Die Umstände der Tatorte lassen eine Inszenierung vermuten und befürchten, dass der Mörder wieder zuschlagen wird. Eine Gruppe von Vogelkundlern scheint Verbindungen zu beiden Opfern zu haben. Die vier unterschiedlichen Männer pflegen seit Jugendtagen eine Freundschaft, obwohl sie eigentlich gar nicht richtig zusammenzupassen scheinen. Und alle vier haben etwas zu verbergen – doch ist der Mörder wirklich in diesen Kreisen zu finden?
Ein Botaniker und die „Totenblüten“ machen zwar noch keinen Gartenkrimi, aber eine spannende Lektüre mit interessanten Charakteren ist dieses Buch allemal. Laut Webseite der Autorin ist das Buch übrigens für das britische Fernsehen verfilmt worden.
Ann Cleeves:
Totenblüte
Rowohlt Verlag, 2010
Innert wenigen Tagen werden ein Junge mit einer ausgeprägten Lernschwäche und eine angehende Lehrerin ermordet aufgefunden. Die Umstände der Tatorte lassen eine Inszenierung vermuten und befürchten, dass der Mörder wieder zuschlagen wird. Eine Gruppe von Vogelkundlern scheint Verbindungen zu beiden Opfern zu haben. Die vier unterschiedlichen Männer pflegen seit Jugendtagen eine Freundschaft, obwohl sie eigentlich gar nicht richtig zusammenzupassen scheinen. Und alle vier haben etwas zu verbergen – doch ist der Mörder wirklich in diesen Kreisen zu finden?
Ein Botaniker und die „Totenblüten“ machen zwar noch keinen Gartenkrimi, aber eine spannende Lektüre mit interessanten Charakteren ist dieses Buch allemal. Laut Webseite der Autorin ist das Buch übrigens für das britische Fernsehen verfilmt worden.
Ann Cleeves:
Totenblüte
Rowohlt Verlag, 2010
12. August 2010
Das Tulpenvirus
Die Niederländerin Danielle Hermans hat sich durch die Lektüre von Mike Dashs „Tulpenwahn“ zur Verfassung dieses Thrillers inspirieren lassen und lässt die Geschichte parallel in zwei Zeitebenen ablaufen.
Die Tulpenspekulationen in Holland sind kurz vor ihrem Höhepunkt als in Alkmaar im Juli 1636 ein Wirt ermordet wird und sieben Waisenkinder zurücklässt. Zur Erbschaft gehören viele wertvolle Tulpenzwiebeln, die im Februar des darauffolgenden Jahres bei einer gross angekündigten Auktion einen enormen Erlös einbringen, der die Zukunft der Waisen sichert. Kurz nach dieser Versteigerung bricht der Tulpenmarkt zusammen.
Im zweiten Erzählstrang erhält der Maler Alec Schoeller einen verzweifelten Anruf seines Onkels Frank Schoeller und eilt in dessen Haus. Frank wurde bei einem Überfall schwer verletzt und liegt im Sterben. In den Händen hält er ein kostbares Buch mit Tulpenillustrationen. Alec versucht gemeinsam mit seinem Freund Damian und dessen Frau Emma dieses Zeichen zu deuten und dem Mörder seines Onkels auf die Spur zu kommen.
Der Leser erfährt nebenbei einiges über die Tulpenspekulationen im 17. Jahrhundert. Der Lesefluss wird vor allem zu Beginn des Buches immer wieder unterbrochen, weil die Erzählstränge häufig wechseln. Die Beweggründe verleiten zu interessanten Spekulationen, doch die Charaktere bleiben eher fade und der Schluss erscheint ziemlich abrupt und konstruiert.
Wie „Tulpenvirus“ ist mir in den letzten Wochen bei Besuchen in Buchhandlungen zwischen Passau, München, Konstanz und Zürich auch immer wieder das Buch „Mein Wunscherbe“ von Dietlinde Hachmann aufgefallen. Darin spielt ein Botaniker eine Rolle und es kommen Szenen im Botanischen Garten von Kalkutta sowie in einem Garten in der Lüneburger Heide vor. Die bisher vorliegenden Buchbesprechungen sind uneingeschränkt positiv und bereits eine zweite Auflage in Vorbereitung, weil die erste schon beinahe vergriffen ist - da freue ich mich doch auf spannende Lesestunden!
Danielle Hermans:
Das Tulpenvirus
Piper Verlag, 2010
Die Tulpenspekulationen in Holland sind kurz vor ihrem Höhepunkt als in Alkmaar im Juli 1636 ein Wirt ermordet wird und sieben Waisenkinder zurücklässt. Zur Erbschaft gehören viele wertvolle Tulpenzwiebeln, die im Februar des darauffolgenden Jahres bei einer gross angekündigten Auktion einen enormen Erlös einbringen, der die Zukunft der Waisen sichert. Kurz nach dieser Versteigerung bricht der Tulpenmarkt zusammen.
Im zweiten Erzählstrang erhält der Maler Alec Schoeller einen verzweifelten Anruf seines Onkels Frank Schoeller und eilt in dessen Haus. Frank wurde bei einem Überfall schwer verletzt und liegt im Sterben. In den Händen hält er ein kostbares Buch mit Tulpenillustrationen. Alec versucht gemeinsam mit seinem Freund Damian und dessen Frau Emma dieses Zeichen zu deuten und dem Mörder seines Onkels auf die Spur zu kommen.
Der Leser erfährt nebenbei einiges über die Tulpenspekulationen im 17. Jahrhundert. Der Lesefluss wird vor allem zu Beginn des Buches immer wieder unterbrochen, weil die Erzählstränge häufig wechseln. Die Beweggründe verleiten zu interessanten Spekulationen, doch die Charaktere bleiben eher fade und der Schluss erscheint ziemlich abrupt und konstruiert.
Wie „Tulpenvirus“ ist mir in den letzten Wochen bei Besuchen in Buchhandlungen zwischen Passau, München, Konstanz und Zürich auch immer wieder das Buch „Mein Wunscherbe“ von Dietlinde Hachmann aufgefallen. Darin spielt ein Botaniker eine Rolle und es kommen Szenen im Botanischen Garten von Kalkutta sowie in einem Garten in der Lüneburger Heide vor. Die bisher vorliegenden Buchbesprechungen sind uneingeschränkt positiv und bereits eine zweite Auflage in Vorbereitung, weil die erste schon beinahe vergriffen ist - da freue ich mich doch auf spannende Lesestunden!
Danielle Hermans:
Das Tulpenvirus
Piper Verlag, 2010
8. August 2010
The Helmingham Rose
Joyce d’Avranche gehört zu einem verarmten Zweig der Familie und teilt sich mit ihrer amerikanischen Freundin Marsha Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine kleine Wohnung in London, als sie unerwartet Helmingham Hall erbt. Über ihren Besitz kann sie allerdings erst nach Ablauf von zwei Jahren verfügen, wenn ihr im Amazonas-Gebiet verschollener Cousin für tot erklärt werden kann.
Die junge Joyce ist überhaupt nicht auf ein Leben als Erbin eines grossen Besitzes vorbereitet und ihre Ankunft in Suffolk wird von ihren Angestellten auch keineswegs freudig begrüsst. Die offene Abneigung ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Joyce‘s Mutter zu Lebzeiten auf Helmingham alles andere als willkommen war und deren schlechter Ruf auf die Tochter übertragen wird. Einzig die kinderlose Rosenzüchterin Rose kommt der neuen Besitzerin unvoreingenommen entgegen, was aber wiederum deren Mann Bill verstimmt. Schliesslich gilt es strenge Standesregeln einzuhalten und der Obergärtner Bill fürchtet zu Recht, den Respekt seiner Untergebenen zu verlieren, wenn die Herrin über Helmingham Rose in seinem Häuschen ein und aus geht. So fühlt sich Joyce in ihrem grossen baufälligen Haus sehr einsam und vermisst ihre Freundinnen und Freunde aus London.
Die im Jahr 2001 verstorbene Autorin Joan Hessayon war die Frau von David G. Hessayon, welcher mit über 50 Millionen verkauften Gartenbüchern ein Vermögen verdient hat und damit laut Angaben aus dem Internet der „Non-Fiction“-Autor mit dem höchsten Buchumsatz in Exemplaren sein soll. Im Roman „Helmingham Rose“ spielt die Züchtung einer neuen Rose eine wichtige Rolle. Ich liege wohl nicht so falsch mit meiner Vermutung, dass das im Buch erwähnte detaillierte Wissen über die Rosenzucht nicht zuletzt Joans familiärem Hintergrund zu verdanken ist.
Zum Gedenken an Joan Hessayon hat David G. Hessayon den „Joan Hessayon Award“ gestiftet, der jedes Jahr für den besten romantischen Liebesroman verliehen wird. Im Hessayon-Garten sollen alle 10‘000 Pflanzen, über die der mittlerweile über 80jährige geschrieben hat, vorhanden sein.
Von den von Joan Hessayon verfassten Romanen haben zumindest die folgenden drei einen gärtnerischen Hintergrund:
- Capel Bells (1995)
- The Paradiese Garden (1999)
- Sesaon of Mists (2001)
Zu den älteren Büchern habe ich keine Angaben zum Inhalt finden können. Die erwähnten Joan-Hessayon-Romane sind alle noch erhältlich, teilweise allerdings nur noch antiquarisch und nur in englischer Sprache.
Joan Hessayon:
The Helmingham Rose
Corgi Books, 1997
Die junge Joyce ist überhaupt nicht auf ein Leben als Erbin eines grossen Besitzes vorbereitet und ihre Ankunft in Suffolk wird von ihren Angestellten auch keineswegs freudig begrüsst. Die offene Abneigung ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Joyce‘s Mutter zu Lebzeiten auf Helmingham alles andere als willkommen war und deren schlechter Ruf auf die Tochter übertragen wird. Einzig die kinderlose Rosenzüchterin Rose kommt der neuen Besitzerin unvoreingenommen entgegen, was aber wiederum deren Mann Bill verstimmt. Schliesslich gilt es strenge Standesregeln einzuhalten und der Obergärtner Bill fürchtet zu Recht, den Respekt seiner Untergebenen zu verlieren, wenn die Herrin über Helmingham Rose in seinem Häuschen ein und aus geht. So fühlt sich Joyce in ihrem grossen baufälligen Haus sehr einsam und vermisst ihre Freundinnen und Freunde aus London.
Die im Jahr 2001 verstorbene Autorin Joan Hessayon war die Frau von David G. Hessayon, welcher mit über 50 Millionen verkauften Gartenbüchern ein Vermögen verdient hat und damit laut Angaben aus dem Internet der „Non-Fiction“-Autor mit dem höchsten Buchumsatz in Exemplaren sein soll. Im Roman „Helmingham Rose“ spielt die Züchtung einer neuen Rose eine wichtige Rolle. Ich liege wohl nicht so falsch mit meiner Vermutung, dass das im Buch erwähnte detaillierte Wissen über die Rosenzucht nicht zuletzt Joans familiärem Hintergrund zu verdanken ist.
Zum Gedenken an Joan Hessayon hat David G. Hessayon den „Joan Hessayon Award“ gestiftet, der jedes Jahr für den besten romantischen Liebesroman verliehen wird. Im Hessayon-Garten sollen alle 10‘000 Pflanzen, über die der mittlerweile über 80jährige geschrieben hat, vorhanden sein.
Von den von Joan Hessayon verfassten Romanen haben zumindest die folgenden drei einen gärtnerischen Hintergrund:
- Capel Bells (1995)
- The Paradiese Garden (1999)
- Sesaon of Mists (2001)
Zu den älteren Büchern habe ich keine Angaben zum Inhalt finden können. Die erwähnten Joan-Hessayon-Romane sind alle noch erhältlich, teilweise allerdings nur noch antiquarisch und nur in englischer Sprache.
Joan Hessayon:
The Helmingham Rose
Corgi Books, 1997
4. August 2010
Ich bin dann wieder zurück
Das Ende der Schulferien rückt unweigerlich immer näher und der Bücherstapel mit gelesenen Büchern, die demnächst hier vorgestellt werden sollen, wird immer höher – also höchste Zeit im Sofagarten wieder einmal etwas von mir hören zu lassen. Unter den vielen gelesenen Seiten befanden sich beispielsweise Romane über Floristinnen, über Rosengärten und momentan lese ich endlich den Schafskrimi „Glennkill“. Mit dessen Lektüre komme ich allerdings nicht so recht voran; wenn ich mich weiterhin in diesem Tempo in die Geschichte vertiefe, kann ich die Fortsetzung „Garou“ ebenfalls in der Taschenbuchversion lesen. Immerhin überlege ich mir inzwischen beim Passieren von Schafherden jeweils, welches Schaf wohl ähnliche Charakterzüge wie Miss Maple aufweisen könnte und welches am liebsten Nasenwohlblumen frisst oder doch eher Gänseblümchen bevorzugt.
In den letzten Wochen besuchte ich neben verschiedenen Buchhandlungen am Reiseweg natürlich auch die eine oder andere Gärtnerei. Dabei hatte ich sogar Gelegenheit, die kürzlich in Sulzburg Laufen verschmähte Hosta „Fire and Ice“ doch noch zu erstehen, habe mich dann aber für eine „Whirlwind“ entschieden. Familienautos sind auf Ferienreisen ja ziemlich vollgepackt, aber für einen kleinen Pflanzentopf findet sich mit etwas gutem Willen meistens doch noch ein Plätzchen. Der neue Gartenschatz kam trotz Zwischenfall unbeschadet nach Hause und erlitt nicht das gleiche Schicksal wie ein seinerzeit in einer alpinen Gärtnerei gekaufter spezieller Mohn, den ich auf der Rückreise den damals noch etwas kleineren Kindern anvertraut hatte. Dieser sah daheim nämlich recht mitgenommen und bemitleidenswert aus, wurde aber doch noch in den Garten ausgepflanzt. Dort gaben ihm dann die Schnecken noch den Rest bzw. haben sich diesen geholt.
Apropos Mohn, dieser Tage habe ich in einem Selbstbedienungs-Antiquariat ein Buch mit dem Titel „Wiesenstück mit Mohn“ entdeckt. Beim Durchblättern konnte ich keinen speziellen gärtnerischen Hintergrund entdecken und die Beschreibung auf dem Umschlag war recht dürftig, so dass ich den Titel wieder ins Regal gestellt habe. Vielleicht passt das Buch aber dennoch zum diesjährigen Thema der Gesellschaft der Schweizer Staudenfreunde?
Der erwähnte SB-Rotary-Buchshop befindet sich in Rapperswil. Nachdem wir den Zug für die Heimreise verpasst hatten, spazierten wir durchs Städtchen und haben dieses Antiquariat zufällig entdeckt. Gut erhaltene Bücher können hier gratis abgeben und von Interessenten sehr günstig erworben werden. Aus dem Erlös wird der Neubau eines Dorfes im indischen Bundesstaat Andhra mitfinanziert.
Auf den hortikulturellen Gestellen befanden sich einige interessante Titel. Ich bin sehr zurückhaltend im Kauf von antiquarischen Büchern, weil mein Empfinden von „neuwertig“ oft nicht mit jenem von Händlern im Internet kompatibel ist. Das relativ strikte Ausschliessen von antiquarischen Buchkäufen hat zudem den Vorteil, die Bücherkaufsucht etwas einzuschränken. Schliesslich konnte ich aber dem ausgezeichnet erhaltenen Buch „Blumen“ von Hans E. Keller aus dem Jahr 1962 nicht widerstehen. Es ist eine Sammlung von Texten über heimische Blumenarten mit Beispielen aus Dichtung und bildender Kunst. Im Kapitel „Zyclamen“ wird berichtet, dass im Gebiet des Speers die Insassen eines Altersheimes jeweils im Wald die Erdscheiben gesammelt und an Kurgäste verkauft haben, um sich hin und wieder einen Schnaps zu leisten. Ob es in dieser Gegend wohl heute noch wildwachsende Cyclamen gibt?
In diesem Buchshop gibt es übrigens auch eine ganze Reihe von neuwertigen und ungelesenen älteren Ausgaben der Kulturzeitschrift DU für ein Taschengeld. Darunter konnte ich kurz vor dem Verpassen des zweiten Zuges zwei mit dem Thema „Garten“ entdecken – ein Heft aus dem Jahr 1980 und die Nummer 758 „In den Gärten – Jäten im Paradies“.
Auch die Sofagärtnerin überlegt sich ja gelegentlich, was in (hoffentlich ferner) Zukunft einmal mit ihren viiiiielen Büchern passieren soll – ein solcher Shop ist eine unterstützungswerte Idee.
In den letzten Wochen besuchte ich neben verschiedenen Buchhandlungen am Reiseweg natürlich auch die eine oder andere Gärtnerei. Dabei hatte ich sogar Gelegenheit, die kürzlich in Sulzburg Laufen verschmähte Hosta „Fire and Ice“ doch noch zu erstehen, habe mich dann aber für eine „Whirlwind“ entschieden. Familienautos sind auf Ferienreisen ja ziemlich vollgepackt, aber für einen kleinen Pflanzentopf findet sich mit etwas gutem Willen meistens doch noch ein Plätzchen. Der neue Gartenschatz kam trotz Zwischenfall unbeschadet nach Hause und erlitt nicht das gleiche Schicksal wie ein seinerzeit in einer alpinen Gärtnerei gekaufter spezieller Mohn, den ich auf der Rückreise den damals noch etwas kleineren Kindern anvertraut hatte. Dieser sah daheim nämlich recht mitgenommen und bemitleidenswert aus, wurde aber doch noch in den Garten ausgepflanzt. Dort gaben ihm dann die Schnecken noch den Rest bzw. haben sich diesen geholt.
Apropos Mohn, dieser Tage habe ich in einem Selbstbedienungs-Antiquariat ein Buch mit dem Titel „Wiesenstück mit Mohn“ entdeckt. Beim Durchblättern konnte ich keinen speziellen gärtnerischen Hintergrund entdecken und die Beschreibung auf dem Umschlag war recht dürftig, so dass ich den Titel wieder ins Regal gestellt habe. Vielleicht passt das Buch aber dennoch zum diesjährigen Thema der Gesellschaft der Schweizer Staudenfreunde?
Der erwähnte SB-Rotary-Buchshop befindet sich in Rapperswil. Nachdem wir den Zug für die Heimreise verpasst hatten, spazierten wir durchs Städtchen und haben dieses Antiquariat zufällig entdeckt. Gut erhaltene Bücher können hier gratis abgeben und von Interessenten sehr günstig erworben werden. Aus dem Erlös wird der Neubau eines Dorfes im indischen Bundesstaat Andhra mitfinanziert.
Auf den hortikulturellen Gestellen befanden sich einige interessante Titel. Ich bin sehr zurückhaltend im Kauf von antiquarischen Büchern, weil mein Empfinden von „neuwertig“ oft nicht mit jenem von Händlern im Internet kompatibel ist. Das relativ strikte Ausschliessen von antiquarischen Buchkäufen hat zudem den Vorteil, die Bücherkaufsucht etwas einzuschränken. Schliesslich konnte ich aber dem ausgezeichnet erhaltenen Buch „Blumen“ von Hans E. Keller aus dem Jahr 1962 nicht widerstehen. Es ist eine Sammlung von Texten über heimische Blumenarten mit Beispielen aus Dichtung und bildender Kunst. Im Kapitel „Zyclamen“ wird berichtet, dass im Gebiet des Speers die Insassen eines Altersheimes jeweils im Wald die Erdscheiben gesammelt und an Kurgäste verkauft haben, um sich hin und wieder einen Schnaps zu leisten. Ob es in dieser Gegend wohl heute noch wildwachsende Cyclamen gibt?
In diesem Buchshop gibt es übrigens auch eine ganze Reihe von neuwertigen und ungelesenen älteren Ausgaben der Kulturzeitschrift DU für ein Taschengeld. Darunter konnte ich kurz vor dem Verpassen des zweiten Zuges zwei mit dem Thema „Garten“ entdecken – ein Heft aus dem Jahr 1980 und die Nummer 758 „In den Gärten – Jäten im Paradies“.
Auch die Sofagärtnerin überlegt sich ja gelegentlich, was in (hoffentlich ferner) Zukunft einmal mit ihren viiiiielen Büchern passieren soll – ein solcher Shop ist eine unterstützungswerte Idee.
9. Juli 2010
Ich mach dann mal Blogpause
Über den Sommer gönne ich mir wieder für ein paar Wochen eine Blogpause und melde mich gegen Ende der Schulferien wieder. Falls ihr noch den einen oder anderen Lesetipp braucht, wisst ihr ja, wo ihr nachschauen könnt …
Ungefähr Mitte August findet ihr an dieser Stelle wieder neue Buchbesprechungen über versunkene Gärten, einem Geschichten erzählenden Gewächshaus und eine kleine Rosenserie mit Titeln, in welchen die Königin der Blumen die Hauptrolle spielt, ob in verdorrter oder ansprechenderer Form.
In den nächsten Tagen erscheint übrigens Tara Heaveys Roman „Sowing the seeds of Love“ (siehe Beitrag vom 4. Januar 2010) auf Deutsch und vielleicht lässt sich in den nächsten Wochen herausfinden, was genau die Perspektive des Gärtners in Hakan Nessers neuestem Buch ist. Übrigens lohnt es sich wieder einmal bei Jokers vorbeizuschauen – mit den Stichworten Callwey, Ellert & Richter und Prestel lassen sich einige interessante Schnäppchen finden.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer, viel Zeit zum Lesen und die dazu passenden interessanten und spannenden Bücher!
Ungefähr Mitte August findet ihr an dieser Stelle wieder neue Buchbesprechungen über versunkene Gärten, einem Geschichten erzählenden Gewächshaus und eine kleine Rosenserie mit Titeln, in welchen die Königin der Blumen die Hauptrolle spielt, ob in verdorrter oder ansprechenderer Form.
In den nächsten Tagen erscheint übrigens Tara Heaveys Roman „Sowing the seeds of Love“ (siehe Beitrag vom 4. Januar 2010) auf Deutsch und vielleicht lässt sich in den nächsten Wochen herausfinden, was genau die Perspektive des Gärtners in Hakan Nessers neuestem Buch ist. Übrigens lohnt es sich wieder einmal bei Jokers vorbeizuschauen – mit den Stichworten Callwey, Ellert & Richter und Prestel lassen sich einige interessante Schnäppchen finden.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer, viel Zeit zum Lesen und die dazu passenden interessanten und spannenden Bücher!
7. Juli 2010
Westerwälder Naturliebe vereint mit britischer Gartenkunst
Dieses Buch hatte ich vor einiger Zeit auf einen bestimmten Tag zur Abholung bestellt und war dann etwas enttäuscht, als es mit dem Kauf in der Buchhandlung, in welcher ich nur während einem Ausflug kurz vorbeikam, nicht geklappt hat. Mein Exemplar war dann aber wohl doch vor Ort, denn es kam per Post beinahe so schnell zuhause an wie ich.
Heute Abend habe ich mir nun im Garten endlich die Zeit genommen einen kurzweiligen Spaziergang durch die Jahreszeiten im Oehndorf-Garten zu unternehmen. Das Verlängern der Vorfreude hat sich durchaus gelohnt, denn bei diesem Buch handelt es sich um eine Produktion aus einem Eigenverlag, die sich wohltuend gegenüber etlichen anderen derartigen Druckwerken abhebt.
Wunderschönen Fotos und ein detaillierter Gartenplan geben einen schönen Einblick in einen tollen Garten. In den Texten erfährt der Leser, wie die beiden Oehndorf-Gärtner ihren Garten geplant und bepflanzt haben. Es galt die verschiedenen Vorlieben der Herren – englischer Cottagestil contra formale, architektonische Anlagen - zu vereinen. Mit verschiedenen Gartenzimmern wurde diese Hürde souverän gemeistert und ein jahrelang vernachlässigtes Grundstück in eine Gartenidylle verwandelt. Entstanden sind etwa der Vorgarten namens „Jedermanns Freude“, ein Knotengarten und ein Geheimer Garten (inspiriert durch den gleichnamigen Klassiker von Frances Hodgson Burnett). Überhaupt wird an verschiedenen Stellen auf Gartenliteratur hingewiesen.
Mehr Informationen und Buchbestellmöglichkeiten sind auf der Webseite zu finden (www.oehndorf-garten.de).
Georg Möller:
Oehndorf Garten,
Eigenverlag, 2010
Heute Abend habe ich mir nun im Garten endlich die Zeit genommen einen kurzweiligen Spaziergang durch die Jahreszeiten im Oehndorf-Garten zu unternehmen. Das Verlängern der Vorfreude hat sich durchaus gelohnt, denn bei diesem Buch handelt es sich um eine Produktion aus einem Eigenverlag, die sich wohltuend gegenüber etlichen anderen derartigen Druckwerken abhebt.
Wunderschönen Fotos und ein detaillierter Gartenplan geben einen schönen Einblick in einen tollen Garten. In den Texten erfährt der Leser, wie die beiden Oehndorf-Gärtner ihren Garten geplant und bepflanzt haben. Es galt die verschiedenen Vorlieben der Herren – englischer Cottagestil contra formale, architektonische Anlagen - zu vereinen. Mit verschiedenen Gartenzimmern wurde diese Hürde souverän gemeistert und ein jahrelang vernachlässigtes Grundstück in eine Gartenidylle verwandelt. Entstanden sind etwa der Vorgarten namens „Jedermanns Freude“, ein Knotengarten und ein Geheimer Garten (inspiriert durch den gleichnamigen Klassiker von Frances Hodgson Burnett). Überhaupt wird an verschiedenen Stellen auf Gartenliteratur hingewiesen.
Mehr Informationen und Buchbestellmöglichkeiten sind auf der Webseite zu finden (www.oehndorf-garten.de).
Georg Möller:
Oehndorf Garten,
Eigenverlag, 2010
5. Juli 2010
The Greenhouse
Seit er zehn Jahre alt war arbeitet Billy Anderson, der kurz vor Schulabschluss steht, im Gewächshaus der Witwe Abigail Spencer. Zwischen den beiden ist im Laufe der Jahre trotz grossem Altersunterschied eine tiefe Freundschaft entstanden. Billy profitiert von Abigails reichem Erfahrungsschatz und ihr ist die Muskelkraft des jungen Mannes sehr willkommen.
Abigail Spencer hat als junge Frau innert kurzer Zeit ihre beiden Kinder verloren und ist seit einiger Zeit verwitwet. Trotz dieser Tragödien hat sie ihren Glauben an Gott nie verloren und hadert nicht mit ihrem Schicksal. Sie findet in jedem Menschen etwas Gutes, erfreut sich auch an Kleinigkeiten und Billy hat in ihrem Leben längst den Stellenwert eines Sohnes erlangt.
Für Billys Vater steht fest, dass sein jüngerer Sohn das Collage besuchen soll, während für Billy selber die eigenen Zukunftspläne alles andere als klar sind. Von neuen Mitgliedern der Kirche, in welcher er mit seiner Familie und Abigail regelmässig die Gottesdienste besucht, erhält er den Auftrag, einen grossen Garten anzulegen. Liegt seine Berufung vielleicht eher in dieser Richtung? Mitten in die Entscheidung um seine Berufspläne fallen die Probleme seiner jüngeren Schwester, die sich in trügerischen Kreisen bewegt und zu viel Alkohol konsumiert.
Das Buch erinnert mich an die Garden Gate-Trilogie von Patti Hill („Like a Watered Garden", "Always Green“ und „In every Flower“), Leotas Garten von Francine Rivers und die beiden Titel „Ein Garten in Paris“ und „Über den Dächern von Florenz“ von Stefanie Grace Whitson. Diesen allen ist gemeinsam, dass der Glauben an und Zwiegespräche mit Gott ebenso eine zentrale Rolle spielen wie die Lösung von zwischenmenschlichen Konflikten und Liebe und Vergebung.
Sue Douglas:
The Greenhouse
Authorhouse, 2003
Abigail Spencer hat als junge Frau innert kurzer Zeit ihre beiden Kinder verloren und ist seit einiger Zeit verwitwet. Trotz dieser Tragödien hat sie ihren Glauben an Gott nie verloren und hadert nicht mit ihrem Schicksal. Sie findet in jedem Menschen etwas Gutes, erfreut sich auch an Kleinigkeiten und Billy hat in ihrem Leben längst den Stellenwert eines Sohnes erlangt.
Für Billys Vater steht fest, dass sein jüngerer Sohn das Collage besuchen soll, während für Billy selber die eigenen Zukunftspläne alles andere als klar sind. Von neuen Mitgliedern der Kirche, in welcher er mit seiner Familie und Abigail regelmässig die Gottesdienste besucht, erhält er den Auftrag, einen grossen Garten anzulegen. Liegt seine Berufung vielleicht eher in dieser Richtung? Mitten in die Entscheidung um seine Berufspläne fallen die Probleme seiner jüngeren Schwester, die sich in trügerischen Kreisen bewegt und zu viel Alkohol konsumiert.
Das Buch erinnert mich an die Garden Gate-Trilogie von Patti Hill („Like a Watered Garden", "Always Green“ und „In every Flower“), Leotas Garten von Francine Rivers und die beiden Titel „Ein Garten in Paris“ und „Über den Dächern von Florenz“ von Stefanie Grace Whitson. Diesen allen ist gemeinsam, dass der Glauben an und Zwiegespräche mit Gott ebenso eine zentrale Rolle spielen wie die Lösung von zwischenmenschlichen Konflikten und Liebe und Vergebung.
Sue Douglas:
The Greenhouse
Authorhouse, 2003
2. Juli 2010
Flowershows
Leider hatte ich noch nie die Gelegenheit, durch die Chelsea Flower Show zu spazieren (oder wahrscheinlich sollte ich besser schreiben: mich durch das dortige Gewühl zu kämpfen). Ich bin aber zuversichtlich, dass ich dieses Manko in naher oder ferner Zukunft beheben kann und bis dahin blättere ich einfach gelegentlich in meinen schon etwas älteren Büchern, die von Blumenausstellungen handeln.
Ursula Buchan wirft in ihrem Buch „The Village Show“ nicht nur einen Blick auf die Austellungsexponate an ländlichen Flowershows sondern gibt gleichzeitig Einblick in die Vorbereitung der Züchter, deren Lebensläufe, Beweggründe und Techniken. Etappen von Buchans Reise waren unter anderen die National Northern Rose Show in Lakeland und die Dumfries and Lockerbie Agricultural Society’s Annual Show.
Selbstverständlich darf auf meinem Regal ein Buch über die Chelsea Flower Show nicht fehlen. Der reich illustrierte Titel ist von der Gartenjournalistin Leslie Geddes-Brown. Die Kapitel reichen von den Anfängen bis zur jetzigen Show (sprich 2000, dem Publikationsjahr) und erlauben Blicke hinter die Kulissen dieses Riesenevents.
„Beautiful Madness“ heisst das Resultat von James Dodsons Streifzügen durch anderer Leute Gärten und die Flower Shows in Chelsea und Philadelphia. Ein Lesebuch, in welchem Kapitel mit Titeln wie „Garden Club Confidential“ und „Diarmuid’s Balls, Gentle Chaos, and the Mad Man of Kew“ Erwartungen wecken, die durch launige Texte mehr als erfüllt werden.
Wieder mehr zum Anschauen als zum Lesen bietet das Jubiläumsbuch zur 175. Philadelphia Flower Show aus dem Jahr 2003, einer Veranstaltung, die jährlich über eine Viertelmillion Besucher anlockt. Die vielen Fotos laden auf einen Rundgang durch die Ausstellung ein. Etliche der Bilder wirken recht grell und bunt und gewisse Farbkombinationen erscheinen mir gewöhnungsbedürftig.
Ursula Buchan:
The Village Show
Pavilion Books, 1990
James Dodson:
Beautiful Madness
Dutton, 2006
Leslie Geddes-Brown:
Chelsea – The Greatest Flower Show on Earth
Dorling Kindersley, 2000
Adam Levine and Ray Rogers:
The Philadelphia Flower Show – Celebrating 175 Years
Harper Collins, 2003
Ursula Buchan wirft in ihrem Buch „The Village Show“ nicht nur einen Blick auf die Austellungsexponate an ländlichen Flowershows sondern gibt gleichzeitig Einblick in die Vorbereitung der Züchter, deren Lebensläufe, Beweggründe und Techniken. Etappen von Buchans Reise waren unter anderen die National Northern Rose Show in Lakeland und die Dumfries and Lockerbie Agricultural Society’s Annual Show.
Selbstverständlich darf auf meinem Regal ein Buch über die Chelsea Flower Show nicht fehlen. Der reich illustrierte Titel ist von der Gartenjournalistin Leslie Geddes-Brown. Die Kapitel reichen von den Anfängen bis zur jetzigen Show (sprich 2000, dem Publikationsjahr) und erlauben Blicke hinter die Kulissen dieses Riesenevents.
„Beautiful Madness“ heisst das Resultat von James Dodsons Streifzügen durch anderer Leute Gärten und die Flower Shows in Chelsea und Philadelphia. Ein Lesebuch, in welchem Kapitel mit Titeln wie „Garden Club Confidential“ und „Diarmuid’s Balls, Gentle Chaos, and the Mad Man of Kew“ Erwartungen wecken, die durch launige Texte mehr als erfüllt werden.
Wieder mehr zum Anschauen als zum Lesen bietet das Jubiläumsbuch zur 175. Philadelphia Flower Show aus dem Jahr 2003, einer Veranstaltung, die jährlich über eine Viertelmillion Besucher anlockt. Die vielen Fotos laden auf einen Rundgang durch die Ausstellung ein. Etliche der Bilder wirken recht grell und bunt und gewisse Farbkombinationen erscheinen mir gewöhnungsbedürftig.
Ursula Buchan:
The Village Show
Pavilion Books, 1990
James Dodson:
Beautiful Madness
Dutton, 2006
Leslie Geddes-Brown:
Chelsea – The Greatest Flower Show on Earth
Dorling Kindersley, 2000
Adam Levine and Ray Rogers:
The Philadelphia Flower Show – Celebrating 175 Years
Harper Collins, 2003
29. Juni 2010
The Hidden Gardens
Sechs Reihenhäuser bilden die Überbauung „Close“ in North Acton, London. Die langen, schmalen und mehrheitlich vernachlässigten Gärten befinden sich teilweise auf einem ehemaligen Bombenkrater, wo früher parallel zur Siedlung eine weitere Zeile identischer Häuser stand. Die Bewohner leben zwar Tür an Tür, doch die Kontakte untereinander beschränken sich zumeist auf einen nickenden Gruss oder ein freundliches „Hello“.
Da flattert allen Nachbarn ein Schreiben einer TV-Produktionsgesellschaft in den Briefkasten. Eine der Bewohnerinnen, die Jamaikanerin Venus, arbeitet dort und eine geplante Serie des Programms „Looking at Your Backyard „ soll die Umgestaltung der Gärten „Close“ zum Inhalt haben. In dem Brief wird das Vorhaben vorgestellt und die Anwohner werden zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.
An diesem Anlass werden sechs unterschiedliche Gartenprojekte präsentiert. Die Nachbarn sollen selber entscheiden, welcher Entwurf zu ihnen passt und können eigene Ideen beisteuern. Zur Auswahl stehen beispielsweise ein Heilpflanzengarten, ein Japanischer Garten sowie ein Gemüsegarten oder ein bunter Blumengarten.
Genau so verschieden wie die geplanten Gärten sind die Einwohner der Reihenhäuser. Neben Venus, ihrem Mann Benji und dem gemeinsamen Baby wohnen hier auch Millie, eine junge attraktive alleinerziehende Mutter und ihre Tochter Lucy, die verwahrloste 80jährige Edna, das unglücklich verheiratete Paar Mike und Ruth, Damian und sein Partner Guy sowie Malcolm, Linda und ihre pubertierenden Kinder Alice und William. Im Laufe der Geschichte gibt es Trennungen, neue Paare und auch Wohnungswechsel innerhalb der sechs Häuser. Neben diesen persönlichen Veränderungen sind die Gartenumgestaltungen und die Fernsehaufzeichnungen das Leitthema. Dazu gehören auch ein Tag des offenen Gartens und die Prämierung des am besten gelungenen Projektes.
Leider sind die Übergänge in der Erzählung und die Perspektivenwechsel oft etwas abrupt und stören den Lesefluss. Etwas mehr Absätze oder Unterkapitel würden das Lesevergnügen noch steigern. Dennoch eine interessante Mischung von Liebesgeschichte, Humor und Spannung. Eine ähnliche Wohnsituation wie die im Buch verleitet mich zu interessanten Gedankenspielereien …
Jan Pollard:
The Hidden Gardens
Eloquent Books, 2010
Da flattert allen Nachbarn ein Schreiben einer TV-Produktionsgesellschaft in den Briefkasten. Eine der Bewohnerinnen, die Jamaikanerin Venus, arbeitet dort und eine geplante Serie des Programms „Looking at Your Backyard „ soll die Umgestaltung der Gärten „Close“ zum Inhalt haben. In dem Brief wird das Vorhaben vorgestellt und die Anwohner werden zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.
An diesem Anlass werden sechs unterschiedliche Gartenprojekte präsentiert. Die Nachbarn sollen selber entscheiden, welcher Entwurf zu ihnen passt und können eigene Ideen beisteuern. Zur Auswahl stehen beispielsweise ein Heilpflanzengarten, ein Japanischer Garten sowie ein Gemüsegarten oder ein bunter Blumengarten.
Genau so verschieden wie die geplanten Gärten sind die Einwohner der Reihenhäuser. Neben Venus, ihrem Mann Benji und dem gemeinsamen Baby wohnen hier auch Millie, eine junge attraktive alleinerziehende Mutter und ihre Tochter Lucy, die verwahrloste 80jährige Edna, das unglücklich verheiratete Paar Mike und Ruth, Damian und sein Partner Guy sowie Malcolm, Linda und ihre pubertierenden Kinder Alice und William. Im Laufe der Geschichte gibt es Trennungen, neue Paare und auch Wohnungswechsel innerhalb der sechs Häuser. Neben diesen persönlichen Veränderungen sind die Gartenumgestaltungen und die Fernsehaufzeichnungen das Leitthema. Dazu gehören auch ein Tag des offenen Gartens und die Prämierung des am besten gelungenen Projektes.
Leider sind die Übergänge in der Erzählung und die Perspektivenwechsel oft etwas abrupt und stören den Lesefluss. Etwas mehr Absätze oder Unterkapitel würden das Lesevergnügen noch steigern. Dennoch eine interessante Mischung von Liebesgeschichte, Humor und Spannung. Eine ähnliche Wohnsituation wie die im Buch verleitet mich zu interessanten Gedankenspielereien …
Jan Pollard:
The Hidden Gardens
Eloquent Books, 2010
27. Juni 2010
Für einmal nichts über Bücher
Bei trockenem Wetter führt mich die Erfüllung meiner sportlichen Pflichten oft an einer Baumschule vorbei. Diese lag früher ausserhalb unseres Wohnortes an der alten Autostrasse in Richtung der nächsten Grossstadt und befindet sich nun seit einigen Jahren im angrenzenden Dorf. Am Schotterweg steht ein leicht verwittertes Schild mit der Aufschrift „Baumschule und Staudengärtnerei“ sowie mit Name und Telefonnummer des Inhabers.
Ich walke recht häufig dort vorbei und überlege mir jedesmal, wo wohl die Stauden versteckt sind, da „nur“ Sträucher und Bäume zu sehen sind und das Gelände nicht sehr gross ist. Ein an ein Gewächs angelehntes Fahrrad lässt mich jeweils vermuten, dass der Besitzer wohl auf dem Gelände anwesend ist, ich habe aber noch nie jemanden persönlich angetroffen. Während meiner gestrigen Runde kam der Inhaber gerade mit Spritzkannen in der Hand aus einer Baumschulreihe heraus, und ich nutzte die Gelegenheit, ihn auf die Stauden anzusprechen. Wie ich insgeheim schon länger angenommen habe, führt er keine solchen (mehr) in seinem Sortiment, da er keinen Wassersanschluss hat. Das Schild hat er vor rund 25 Jahren geschenkt bekommen und da in der Schweiz auch Sträucher in Mundart als „Stude“ bezeichnet werden, ist er der Meinung, dass dieses ja im weitesten Sinn immer noch zutreffend ist.
Schade - es wäre sehr praktisch, eine gut sortierte Staudengärtnerei in nächster Nähe zu wissen. Aber falls in fast unmittelbarer Umgebung ein Staudenschatz verborgen wäre, hätte ich sicher schon früher davon erfahren. Nun bleibt jedenfalls ein Grund mehr, auf dem Weg in die Ferien weiterhin mit gutem Gewissen einen kleinen (oder auch grösseren) Umweg in Kauf zu nehmen, um beispielsweise der Staudengärtnerei Zeppelin einen Besuch abzustatten oder bei Sarastro vorbeizuschauen …
Ich walke recht häufig dort vorbei und überlege mir jedesmal, wo wohl die Stauden versteckt sind, da „nur“ Sträucher und Bäume zu sehen sind und das Gelände nicht sehr gross ist. Ein an ein Gewächs angelehntes Fahrrad lässt mich jeweils vermuten, dass der Besitzer wohl auf dem Gelände anwesend ist, ich habe aber noch nie jemanden persönlich angetroffen. Während meiner gestrigen Runde kam der Inhaber gerade mit Spritzkannen in der Hand aus einer Baumschulreihe heraus, und ich nutzte die Gelegenheit, ihn auf die Stauden anzusprechen. Wie ich insgeheim schon länger angenommen habe, führt er keine solchen (mehr) in seinem Sortiment, da er keinen Wassersanschluss hat. Das Schild hat er vor rund 25 Jahren geschenkt bekommen und da in der Schweiz auch Sträucher in Mundart als „Stude“ bezeichnet werden, ist er der Meinung, dass dieses ja im weitesten Sinn immer noch zutreffend ist.
Schade - es wäre sehr praktisch, eine gut sortierte Staudengärtnerei in nächster Nähe zu wissen. Aber falls in fast unmittelbarer Umgebung ein Staudenschatz verborgen wäre, hätte ich sicher schon früher davon erfahren. Nun bleibt jedenfalls ein Grund mehr, auf dem Weg in die Ferien weiterhin mit gutem Gewissen einen kleinen (oder auch grösseren) Umweg in Kauf zu nehmen, um beispielsweise der Staudengärtnerei Zeppelin einen Besuch abzustatten oder bei Sarastro vorbeizuschauen …
25. Juni 2010
Sommersehnsucht
„Sommersehnsucht“ ist das zweite Buch im sogenannten Jahreszeitenzyklus von Nora Roberts und gleichzeitig mein viertes Buch, das ich von dieser Vielschreiberin gelesen habe. Die anderen drei Titel gehörten zur Eden-Trilogie mit den Titeln „Blüte der Tage“, „Dunkle Rosen“ und „Rote Lilien“. Während letztere die Geschichte von drei eng verbundenen Frauen rund um ein Gartencenter erzählt, handelt der Jahreszeitenzyklus von vier Freundinnen, die gemeinsam eine Hochzeitsagentur führen.
Emma ist für die Blumendekorationen zuständig und die Leserin erhält einen gelungenen Einblick in die Kreativität und die Liebe der Floristin zu ihrem Beruf. Schon seit Kindertagen kennt die junge Frau den erfolgreichen Architekten Jack als guten Kollegen, und beide konnten eine gewisse Anziehungskraft noch nie verheimlichen. Seit einiger Zeit knistert es nun aber heftig zwischen den beiden. Während sich Emma ihrer starken Gefühle nicht erwehren kann und von Familie und Kindern träumt, zweifelt sie daran, ob der freiheitsliebende Jack für sie dasselbe empfindet. Kann sich ein langjähriger Freund plötzlich als grosse Liebe des Lebens entpuppen?
Wie schon oben zwischen den Zeilen herauszulesen ist, bin ich kein wirklicher Fan von Nora Roberts. Die wenigen Bücher, die ich von dieser Autorin bis jetzt gelesen habe, sind zwar sehr flüssig geschrieben, aber mir sind die Frauen und ihre Leben zu perfekt. Sehr schade finde ich, dass ich als Leserin das Ende der Geschichte mit annähernd hundertprozentiger Sicherheit vorausahnen kann. Wohl sind jeweils einige Hürden in die Liebesgeschichten eingebaut, aber wirkliche Überraschungen für einen optimalen Lesegenuss vermisse ich. Vielleicht sollte ich die Roberts-Bücher auf Englisch lesen, dann muss ich mich mehr aufs Verstehen konzentrieren …
Nora Roberts:
Sommersehnsucht
Wilhelm Heyne Verlag, 2010
Emma ist für die Blumendekorationen zuständig und die Leserin erhält einen gelungenen Einblick in die Kreativität und die Liebe der Floristin zu ihrem Beruf. Schon seit Kindertagen kennt die junge Frau den erfolgreichen Architekten Jack als guten Kollegen, und beide konnten eine gewisse Anziehungskraft noch nie verheimlichen. Seit einiger Zeit knistert es nun aber heftig zwischen den beiden. Während sich Emma ihrer starken Gefühle nicht erwehren kann und von Familie und Kindern träumt, zweifelt sie daran, ob der freiheitsliebende Jack für sie dasselbe empfindet. Kann sich ein langjähriger Freund plötzlich als grosse Liebe des Lebens entpuppen?
Wie schon oben zwischen den Zeilen herauszulesen ist, bin ich kein wirklicher Fan von Nora Roberts. Die wenigen Bücher, die ich von dieser Autorin bis jetzt gelesen habe, sind zwar sehr flüssig geschrieben, aber mir sind die Frauen und ihre Leben zu perfekt. Sehr schade finde ich, dass ich als Leserin das Ende der Geschichte mit annähernd hundertprozentiger Sicherheit vorausahnen kann. Wohl sind jeweils einige Hürden in die Liebesgeschichten eingebaut, aber wirkliche Überraschungen für einen optimalen Lesegenuss vermisse ich. Vielleicht sollte ich die Roberts-Bücher auf Englisch lesen, dann muss ich mich mehr aufs Verstehen konzentrieren …
Nora Roberts:
Sommersehnsucht
Wilhelm Heyne Verlag, 2010
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