Neben dem Titel hat mich an diesem Taschenbuch auch das Buchcover mit einer roten und einer weissen Rose und dem Labyrinth aus der Kathedrale von Chartres angesprochen. Die Lektüre hinterlässt bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck, was aber wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass ich das Buch aus zeitlichen Gründen immer wieder weglegen musste. Wäre es allerdings fesselnder gewesen, hätte ich mir sicher mehr Zeit genommen, um schneller vorwärtszukommen …
Die Geschichte spielt Anfang dieses Jahrhunderts, dazwischen werden aber immer wieder Szenen aus dem 17. Jahrhundert eingeblendet. Titelthema ist die Entschlüsselung einer dreihundert Jahre alten kryptischen Handschrift aus dem Nachlass von John Dee, einem seinerzeit anerkannten Mathematiker und Astrologen. Um die richtigen Schlüsse aus den Rätselkarten und Texten zu ziehen und das passende Schloss zu einem seit 17 Generationen immer an weibliche Nachkommen vererbten silbernen Schlüssel zu finden, haben die junge Engländerin Lucy und ihr Arzt Alex etliche Abenteuer zu überstehen.
Die Autorin hat in diesem Roman ihr immenses Wissen über Esoterik, Numerologie und Astrologie verarbeitet, thematisiert christlichen Fundamentalismus und natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte.
Ein Knotengarten spielt eine wichtige Rolle beim Rätseln, aber als „Gartenroman“ würde ich das Buch nun nicht gerade bezeichnen. Empfehlenswert ist es vor allem für Liebhaber von esoterischen Titeln. Der Leser kann übrigens anhand der Rätselkarten im Anhang an den Roman selber mit knobeln.
Nun freue ich mich jedenfalls auf meine nächste Lektüre, den ersten Roman, der vom Gartenarchitekten Fürst Pückler-Muskau handelt – „Der Gartenkünstler“ von Ralf Günther. Die bisher vorliegenden Rezensionen sind allerdings teilweise auch nicht gerade berauschend.
Titania Hardie:
Das Labyrinth der Rosen
Diana Verlag, 2010
22. März 2010
18. März 2010
Schlechte Saat
Daphne, die Tochter der Gartenkolumnistin Agatha, ist vor fünf Jahren spurlos verschwunden. Und nun hat sich Agathas Ehemann auf die Suche nach Daphne gemacht und wird ebenfalls vermisst.
So ist Agathas Leben völlig ist aus dem Ruder geraten. Ihre vielgelesenen Kolumnen in „Womanly you“ basieren auf Erfahrungen aus ihrer Lieblingslektüre, dem Schmökern in Gartenbüchern über Sissinghurst oder Hidcote. Ihr eigenes Heim aber ist umgeben von Kakteen und Steinen. Die Idee der Chefredakteurin, ein Preisausschreiben zu lancieren, dessen Hauptgewinn eine Tour durch Agathas Garten sein soll, veranlasst die Kolumnistin, ihre Wohnsituation zu überdenken und zu ändern. Sie macht sich auf die Suche nach einem kleinen günstigen Häuschen mit etwas Land rundherum, wo sie ihren bisher imaginären Garten in die Tat umsetzen kann. In einem abgelegenen Dorf erwirbt sie schliesslich das baufällige Heim einer verstorbenen berühmten Hexe (!).
Im Garten gedeihen auf geheimnisvolle Weise nur Giftpflanzen. Ein mysteriöser Liebhaber taucht auf und schliesslich auch die verloren geglaubte Tochter. Das Zusammenleben erweist sich als sehr schwierig und wird noch komplizierter als auch Agathas Ehemann wieder aufkreuzt.
Spezielle übersinnliche Lektüre, die mir ganz gut gefallen hat. Giftpflanzen und gefährlicher Honig spielen eine wichtige Rolle. Die Erzählung nimmt immer wieder Bezug auf Märchen, wenn etwa bei Daphnes Taufe für den Zeitraum zwischen ihrer Kindheit und Erwachsensein ein schlimmes Ereignis prophezeit wird oder die Erwähnung von kaum zu durchdringenden Ranken, die das Hexenhäuschen umwinden, als Agatha es erwirbt.
Maurilia Meehan:
The Bad Seed
BeWrite Books, 2005
So ist Agathas Leben völlig ist aus dem Ruder geraten. Ihre vielgelesenen Kolumnen in „Womanly you“ basieren auf Erfahrungen aus ihrer Lieblingslektüre, dem Schmökern in Gartenbüchern über Sissinghurst oder Hidcote. Ihr eigenes Heim aber ist umgeben von Kakteen und Steinen. Die Idee der Chefredakteurin, ein Preisausschreiben zu lancieren, dessen Hauptgewinn eine Tour durch Agathas Garten sein soll, veranlasst die Kolumnistin, ihre Wohnsituation zu überdenken und zu ändern. Sie macht sich auf die Suche nach einem kleinen günstigen Häuschen mit etwas Land rundherum, wo sie ihren bisher imaginären Garten in die Tat umsetzen kann. In einem abgelegenen Dorf erwirbt sie schliesslich das baufällige Heim einer verstorbenen berühmten Hexe (!).
Im Garten gedeihen auf geheimnisvolle Weise nur Giftpflanzen. Ein mysteriöser Liebhaber taucht auf und schliesslich auch die verloren geglaubte Tochter. Das Zusammenleben erweist sich als sehr schwierig und wird noch komplizierter als auch Agathas Ehemann wieder aufkreuzt.
Spezielle übersinnliche Lektüre, die mir ganz gut gefallen hat. Giftpflanzen und gefährlicher Honig spielen eine wichtige Rolle. Die Erzählung nimmt immer wieder Bezug auf Märchen, wenn etwa bei Daphnes Taufe für den Zeitraum zwischen ihrer Kindheit und Erwachsensein ein schlimmes Ereignis prophezeit wird oder die Erwähnung von kaum zu durchdringenden Ranken, die das Hexenhäuschen umwinden, als Agatha es erwirbt.
Maurilia Meehan:
The Bad Seed
BeWrite Books, 2005
14. März 2010
Faszinierende Frauen und ihre Gärten
Kaum ist die Schneedecke wenigstens teilweise weggeschmolzen, erneuert sie sich zu meinem Leidwesen gleich wieder und die Aussichten für die nächsten Tage versprechen auch keine wesentliche positive Veränderung. Auch meine Zimmerpflanzen haben schon bessere Tage gesehen und machen mir im Moment keine grosse Freude. Um von diesen trüben Tatsachen abzulenken, kommt ein opulenter Bildband mit Portraits von faszinierenden Frauen und ihren zumeist zur Blütezeit fotografieren Gärten gerade zur rechten Zeit.
Im neuen Buch von Eva Kohlrusch und Gary Rogers werden vierundzwanzig Frauen portraitiert. Vertreten sind Autodidaktinnen, Schriftstellerinnen und Unternehmerinnen, aber auch Frauen, die beruflich als Floristin oder Rosenzüchterin in der grünen Branche tätig sind.
Vielleicht haben Sie kürzlich Eva Demskis Buch „Gartengeschichten“ gelesen, das ich an dieser Stelle zu einem früheren Zeitpunkt vorgestellt habe, und sind neugierig auf deren privates grünes Reich oder es interessiert Sie, einen Blick hinter den Gartenzaun einer Chefredakteurin von mehreren Gartenzeitschriften zu werfen? Oder Sie stöbern im Internet gelegentlich in einschlägigen Gartenforen herum und interessieren sich speziell für die Gärten von Autodidaktinnen? Es beschäftigt Sie die Frage, ob im Garten einer Krimi-Autorin wohl besonders viele Giftpflanzen anzutreffen sind?
Der vorliegende Bildband gibt Antwort auf diese Frage und befriedigt die Neugierde, indem er in sonst abgeschirmte Bereiche blicken lässt. Die vorgestellten Frauen, die selber gärtnern oder teilweise wohl eher gärtnern lassen, sind ebenso verschieden wie ihre Gärten. Ob der Garten nun klein oder gross ist, ein Blütenmeer bevorzugt wird oder der Fokus eher auf grüne Strukturpflanzen gelegt wird – die Frauen teilen die Leidenschaft, im Garten Pflanzenbilder zu komponieren. So ist eines der Portraits einem Garten mit 450 Rosen gewidmet und lässt den Leser oder die Leserin an Dornröschen denken. Die Herrin über diese Pracht geniesst den Rosenrausch, freut sich aber auch, wenn nach der überwältigenden Blütenfülle Pflanzenraritäten wieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während in einem anderen Garten der Gemüse- und Kräutergarten eine wichtige Rolle spielt.
Die Texte werden ergänzt durch hervorragende Fotos und Angaben der Gärtnerinnen zu Lieblingspflanzen und Gartenerfahrungen. Falls Sie persönlich bereits zum Verkaufserfolg des Vorgängerbandes „Besondere Frauen und ihre Gärten“ beigetragen und an diesem Freude gehabt haben, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit auch von diesem Buch begeistert sein. Und nach der Lektüre vielleicht auch hoffen, dass Eva Kohlrusch noch genügend weitere Gärten auftreibt, die eine Vorstellung wert sind.
Eva Kohlrusch (Text) und Gary Rogers (Fotos):
Faszinierende Frauen und ihre Gärten
Callwey Verlag, 2010
Im neuen Buch von Eva Kohlrusch und Gary Rogers werden vierundzwanzig Frauen portraitiert. Vertreten sind Autodidaktinnen, Schriftstellerinnen und Unternehmerinnen, aber auch Frauen, die beruflich als Floristin oder Rosenzüchterin in der grünen Branche tätig sind.
Vielleicht haben Sie kürzlich Eva Demskis Buch „Gartengeschichten“ gelesen, das ich an dieser Stelle zu einem früheren Zeitpunkt vorgestellt habe, und sind neugierig auf deren privates grünes Reich oder es interessiert Sie, einen Blick hinter den Gartenzaun einer Chefredakteurin von mehreren Gartenzeitschriften zu werfen? Oder Sie stöbern im Internet gelegentlich in einschlägigen Gartenforen herum und interessieren sich speziell für die Gärten von Autodidaktinnen? Es beschäftigt Sie die Frage, ob im Garten einer Krimi-Autorin wohl besonders viele Giftpflanzen anzutreffen sind?
Der vorliegende Bildband gibt Antwort auf diese Frage und befriedigt die Neugierde, indem er in sonst abgeschirmte Bereiche blicken lässt. Die vorgestellten Frauen, die selber gärtnern oder teilweise wohl eher gärtnern lassen, sind ebenso verschieden wie ihre Gärten. Ob der Garten nun klein oder gross ist, ein Blütenmeer bevorzugt wird oder der Fokus eher auf grüne Strukturpflanzen gelegt wird – die Frauen teilen die Leidenschaft, im Garten Pflanzenbilder zu komponieren. So ist eines der Portraits einem Garten mit 450 Rosen gewidmet und lässt den Leser oder die Leserin an Dornröschen denken. Die Herrin über diese Pracht geniesst den Rosenrausch, freut sich aber auch, wenn nach der überwältigenden Blütenfülle Pflanzenraritäten wieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während in einem anderen Garten der Gemüse- und Kräutergarten eine wichtige Rolle spielt.
Die Texte werden ergänzt durch hervorragende Fotos und Angaben der Gärtnerinnen zu Lieblingspflanzen und Gartenerfahrungen. Falls Sie persönlich bereits zum Verkaufserfolg des Vorgängerbandes „Besondere Frauen und ihre Gärten“ beigetragen und an diesem Freude gehabt haben, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit auch von diesem Buch begeistert sein. Und nach der Lektüre vielleicht auch hoffen, dass Eva Kohlrusch noch genügend weitere Gärten auftreibt, die eine Vorstellung wert sind.
Eva Kohlrusch (Text) und Gary Rogers (Fotos):
Faszinierende Frauen und ihre Gärten
Callwey Verlag, 2010
11. März 2010
Die Gärten von Landrake Hall
Um es gleich vorweg zu nehmen – dieses Buch gehört leider zu denen, in welchen der Garten ausser im Titel fast nirgendwo im Text vorkommt. Trotz dem mangelnden gärtnerischen Hintergrund, den frau aufgrund des Titels erwartet hat, lohnt sich die Lektüre dieses Romans, der in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts spielt, durchaus.
Rosina, die Mutter der jungen Modistin Cleo ist durch Heirat Herrin über den grosszügigen alten Landsitz Landrake geworden. Über den alten Gemäuern und der angeheirateten Familie liegen dunkle Schatten. Cleos Stiefvater wird erpresst und ihre Mutter Rosina überredet sie, diesbezüglich diskrete Nachforschungen anzustellen.
Der Roman umfasst knapp 500 Seiten, die sich mehrheitlich mit Ereignissen aus wenigen Tagen füllen. Gleichzeitig fügen sich die Rückblicke in Szenen in das für die Familie Landrake schicksalhafte Jahr 1919 zu einem Ganzen und die Leserin kommt gemeinsam mit Cleo auf die Spur der düsteren Familiengeheimnisse.
Ein tragisches Ereignis ereignete sich seinerzeit im Garten und dieser wird an selbiger Stelle ungefähr in der Mitte des Buches etwas ausführlicher beschrieben, so dass man sich andeutungsweise die exotische Pracht aus Palmen, Schlingpflanzen und Büschen vorstellen kann.
Elizabeth Edmondson:
Die Gärten von Landrake Hall
Wunderlich (Rowohlt Verlag), 2010
Rosina, die Mutter der jungen Modistin Cleo ist durch Heirat Herrin über den grosszügigen alten Landsitz Landrake geworden. Über den alten Gemäuern und der angeheirateten Familie liegen dunkle Schatten. Cleos Stiefvater wird erpresst und ihre Mutter Rosina überredet sie, diesbezüglich diskrete Nachforschungen anzustellen.
Der Roman umfasst knapp 500 Seiten, die sich mehrheitlich mit Ereignissen aus wenigen Tagen füllen. Gleichzeitig fügen sich die Rückblicke in Szenen in das für die Familie Landrake schicksalhafte Jahr 1919 zu einem Ganzen und die Leserin kommt gemeinsam mit Cleo auf die Spur der düsteren Familiengeheimnisse.
Ein tragisches Ereignis ereignete sich seinerzeit im Garten und dieser wird an selbiger Stelle ungefähr in der Mitte des Buches etwas ausführlicher beschrieben, so dass man sich andeutungsweise die exotische Pracht aus Palmen, Schlingpflanzen und Büschen vorstellen kann.
Elizabeth Edmondson:
Die Gärten von Landrake Hall
Wunderlich (Rowohlt Verlag), 2010
7. März 2010
Philosophie lebendiger Gärten
Der Bücherfrühling hat kaum begonnen und schon habe ich bei den bis jetzt gelesenen Titeln ein Buch gefunden, das ich unter „Lieblingsbüchern“ einordnen kann. Meine Begeisterung gilt Gabriella Papes neuester Publikation „Meine Philosophie lebendiger Gärten“, einem Lesebuch das ohne Illustrationen und Fotos auskommt. Auf rund 250 Seiten werden verschiedenste Themen rund um Gartengestaltung und Gartenkultur beleuchtet und im autobiographischen Teil wird auch die leise Neugierde der Leserin und des Lesers nach etwas Klatsch und Tratsch aus der Gartenwelt befriedigt.
Die erfolgreiche Gartendesignerin Pape hat es sich zum Ziel gesetzt, dass der Gartenkultur im deutschen Raum ein ähnlicher Stellenwert zukommt wie in England und in Berlin die Gartenakademie gegründet. Im vorliegenden Buch erzählt sie nun aus ihrer Kinder- und Jugendzeit, in welcher ein älterer Nachbar sie in die Geheimnisse des Gärtnerns eingeweiht hat, von ihrer Ausbildung als Baumschulerin und der Weiterbildung in Kew Garden.
Die Autorin wird nicht müde, immer wieder die Unterschiede zwischen englischen und deutschen Gärtnern zu betonen, wird aber nicht missionarisch. Neben Rückblicken auf ihre bisherigen beruflichen Erfolge, zu welchen die Gestaltung eines Showgartens an der Chelsea Flower Show zählt, gibt es Kapitel zur Vermessung der Gärten, Gedanken zu Farbenspielen und der Schönheit des Zufalls und das Gärtnern wird mit dem Theater verglichen, wo die Darsteller ebenso unterschiedlich sind wie im Garten und es auch Diven wie Pfingstrosen oder Mohn mit pompösen Auftritten gibt, aber eben auch nicht weniger wichtige Nebendarsteller und Statisten.
Falls Sie Gelegenheit dazu haben, blättern Sie während der philosophischen Lektüre doch parallel im farbenprächtigen Band „Gartenverführung“ (siehe meine Buchbesprechung hier) von der gleichen Autorin. Im Kapitel „Der eigene Garten“ können Sie dann gleichzeitig in deren ehemaligem Garten spazieren, einen Blick auf die Gin-Tonic-Terrasse werfen und auch das Huhn Brunhilde antreffen.
Es ist sicher spannend, in zehn, zwanzig oder mehr Jahren zurückzublicken, und versuchen festzustellen, welchen Einfluss in der Veränderung der deutschen Gartenkultur auf Gabriella Pape und die Gartenakademie zurückzuführen ist. Ich persönlich habe jedenfalls grosse Lust, mal wieder nach Berlin zu fahren und in die Gartenakademie reinzuschauen.
Dieses Buch ist ein empfehlenswertes Geschenk für Gartenliebhaber. Und wenn man den Umschlag mit dem sympathischen Foto der Autorin entfernt, kommt ein spezieller, geschmackvoller Bucheinband zum Vorschein.
Gabriella Pape:
Meine Philosophie lebendiger Gärten
Irisiana Verlag, 2010
Die erfolgreiche Gartendesignerin Pape hat es sich zum Ziel gesetzt, dass der Gartenkultur im deutschen Raum ein ähnlicher Stellenwert zukommt wie in England und in Berlin die Gartenakademie gegründet. Im vorliegenden Buch erzählt sie nun aus ihrer Kinder- und Jugendzeit, in welcher ein älterer Nachbar sie in die Geheimnisse des Gärtnerns eingeweiht hat, von ihrer Ausbildung als Baumschulerin und der Weiterbildung in Kew Garden.
Die Autorin wird nicht müde, immer wieder die Unterschiede zwischen englischen und deutschen Gärtnern zu betonen, wird aber nicht missionarisch. Neben Rückblicken auf ihre bisherigen beruflichen Erfolge, zu welchen die Gestaltung eines Showgartens an der Chelsea Flower Show zählt, gibt es Kapitel zur Vermessung der Gärten, Gedanken zu Farbenspielen und der Schönheit des Zufalls und das Gärtnern wird mit dem Theater verglichen, wo die Darsteller ebenso unterschiedlich sind wie im Garten und es auch Diven wie Pfingstrosen oder Mohn mit pompösen Auftritten gibt, aber eben auch nicht weniger wichtige Nebendarsteller und Statisten.
Falls Sie Gelegenheit dazu haben, blättern Sie während der philosophischen Lektüre doch parallel im farbenprächtigen Band „Gartenverführung“ (siehe meine Buchbesprechung hier) von der gleichen Autorin. Im Kapitel „Der eigene Garten“ können Sie dann gleichzeitig in deren ehemaligem Garten spazieren, einen Blick auf die Gin-Tonic-Terrasse werfen und auch das Huhn Brunhilde antreffen.
Es ist sicher spannend, in zehn, zwanzig oder mehr Jahren zurückzublicken, und versuchen festzustellen, welchen Einfluss in der Veränderung der deutschen Gartenkultur auf Gabriella Pape und die Gartenakademie zurückzuführen ist. Ich persönlich habe jedenfalls grosse Lust, mal wieder nach Berlin zu fahren und in die Gartenakademie reinzuschauen.
Dieses Buch ist ein empfehlenswertes Geschenk für Gartenliebhaber. Und wenn man den Umschlag mit dem sympathischen Foto der Autorin entfernt, kommt ein spezieller, geschmackvoller Bucheinband zum Vorschein.
Gabriella Pape:
Meine Philosophie lebendiger Gärten
Irisiana Verlag, 2010
5. März 2010
A Gardener’s Journal
Flora kehrt Seattle den Rücken zu und zieht zurück nach Ashville, North Carolina, in das Haus ihrer Kindheit. Ihre Mutter ist vor zwei Jahren gestorben und die 45jährige Flora vermisst sie immer noch sehr stark. Nachdem Flora ihr Elternhaus wieder bewohnbar gemacht hat, widmet sie sich dem verwilderten und heruntergekommenen Garten. Sie liest die Garten-Journale ihrer Mutter und bringt den Garten wieder zu neuer Blüte.
Flora hat bis anhin ein zurückgezogenes Leben geführt. Nun tritt sobald sie eine neue Blume in den Garten gepflanzt hat, eine Person mit dem gleichen Namen in ihr Leben. Ihre neuen Freundinnen heissen DeCynthia „Bleeding Heart“ Hart, Lily „Lily of the Valley“ White sowie Gloria „Morning Glory“ Moran und Lavenia “Lavender” Labelle.
Im Verlag iUniverse kann jeder seine eigenen Bücher veröffentlichen. Und wie im deutschsprachigen Pendant entspricht die Qualität der Publikationen nicht immer den Druckerzeugnissen aus Verlagen mit Lektorat. Als mühsam empfand ich in diesem Buch vor allem die eingeschobenen Seiten aus dem Gartenjournal von Floras Mutter, da die kleine Schrift nur schwer lesbar ist.
Rhoda R. Williams:
A Gardener’s Journals
iUniverse, 2008
Flora hat bis anhin ein zurückgezogenes Leben geführt. Nun tritt sobald sie eine neue Blume in den Garten gepflanzt hat, eine Person mit dem gleichen Namen in ihr Leben. Ihre neuen Freundinnen heissen DeCynthia „Bleeding Heart“ Hart, Lily „Lily of the Valley“ White sowie Gloria „Morning Glory“ Moran und Lavenia “Lavender” Labelle.
Im Verlag iUniverse kann jeder seine eigenen Bücher veröffentlichen. Und wie im deutschsprachigen Pendant entspricht die Qualität der Publikationen nicht immer den Druckerzeugnissen aus Verlagen mit Lektorat. Als mühsam empfand ich in diesem Buch vor allem die eingeschobenen Seiten aus dem Gartenjournal von Floras Mutter, da die kleine Schrift nur schwer lesbar ist.
Rhoda R. Williams:
A Gardener’s Journals
iUniverse, 2008
1. März 2010
Sommerhaus
Die dreissigjährige Charlotte Wheelwright hat in ihrem Leben schon verschiedenes ausprobiert. Mit einem eigenen Biogarten-Betrieb auf dem Land angrenzend an das Sommerhaus ihrer Grossmutter Nona scheint sie endlich das richtige für sich gefunden zu haben. Die Arbeit ist streng, aber befriedigend. Der sich abzeichnende Erfolg weckt aber Neid und Missgunst unter ihren Angehörigen. Diese befürchten, dass Charlotte von der neunzigjährigen Grossmutter im Testament bevorzugt behandelt werden könnte, war sie doch im geheimen schon immer deren Lieblingsenkelin.
Der Roman erzählt hauptsächlich davon, wie die Familien von Nonas Sohn und Tochter samt Enkeln und Urenkeln den Sommer auf der Insel Nantucket verbringen – aus der Sicht von Nona, der Schwiegertochter Helen und der Enkelin Charlotte. Auch in einer Bankierfamilie läuft nicht immer alles rund. Der Schwierigkeiten sind da beispielsweise ein alkoholkranker Sohn mit einer schwangeren Frau, von der bis anhin niemand etwas gewusst hat, ein Geheimnis aus dem 2. Weltkrieg, das Schatten bis in die Gegenwart wirft und die Ehe von Nonas Sohn scheint am Ende zu sein.
Das Gärtnerische ist in der Geschichte eher „Beigemüse“. Von Nancy Thayer gibt es einen schon älteren Roman mit dem Titel „Everlasting“, der in den 60er-/70er Jahren des letzten Jahrhunderts spielt. Darin wird Catherine von ihren reichen Eltern nicht mehr unterstützt, weil sie nicht aufs College gehen will. Sie findet schliesslich Arbeit in einem Blumenladen, den sie später dank ihren Ideen und einer Erpressung (!) übernehmen kann. Dieses Buch ist auf Deutsch unter dem Titel „Orchideenträume“ erschienen und nur noch antiquarisch erhältlich.
Nancy Thayer:
Summer House
Ballantine Books, 2009
Der Roman erzählt hauptsächlich davon, wie die Familien von Nonas Sohn und Tochter samt Enkeln und Urenkeln den Sommer auf der Insel Nantucket verbringen – aus der Sicht von Nona, der Schwiegertochter Helen und der Enkelin Charlotte. Auch in einer Bankierfamilie läuft nicht immer alles rund. Der Schwierigkeiten sind da beispielsweise ein alkoholkranker Sohn mit einer schwangeren Frau, von der bis anhin niemand etwas gewusst hat, ein Geheimnis aus dem 2. Weltkrieg, das Schatten bis in die Gegenwart wirft und die Ehe von Nonas Sohn scheint am Ende zu sein.
Das Gärtnerische ist in der Geschichte eher „Beigemüse“. Von Nancy Thayer gibt es einen schon älteren Roman mit dem Titel „Everlasting“, der in den 60er-/70er Jahren des letzten Jahrhunderts spielt. Darin wird Catherine von ihren reichen Eltern nicht mehr unterstützt, weil sie nicht aufs College gehen will. Sie findet schliesslich Arbeit in einem Blumenladen, den sie später dank ihren Ideen und einer Erpressung (!) übernehmen kann. Dieses Buch ist auf Deutsch unter dem Titel „Orchideenträume“ erschienen und nur noch antiquarisch erhältlich.
Nancy Thayer:
Summer House
Ballantine Books, 2009
26. Februar 2010
Beschränkt empfehlenswert
Als Viel-Leserin passiert es mir natürlich immer mal wieder, dass ich mich in Bücher vertiefe, mit denen ich wenig bis gar nichts anfangen kann. Während der wenig erfreulichen Lektüre überlege ich dann jeweils, was wohl anderen gerade an diesem Buch so gefallen hat, so dass ich aufgrund einer Buchvorstellung oder Empfehlung den Eindruck bekam, genau diesen Titel unbedingt lesen zu müssen.
In diese Kategorie gehört beispielsweise „Die Beschiessung des Botanischen Gartens“ von Donald Antrim. Bürgermeister Kunkel hat eine Rakete in den Botanischen Garten gefeuert und wird daraufhin einem mittelalterlichen Strafritual unterzogen. Damit ist das Gärtnerische bis auf eine kurze Erwähnung eines japanischen Gartens abgehandelt. Die Erzählung handelt von einem psychopathischen Lehrer und den Folgen eines Nachbarschaftskrieges nach dem Amoklauf des Bürgermeisters.
Gemäss der „Washington Post“ braucht man die richtige Einstellung und Ronald Firbanks Geschichten sind die amüsantesten Romane der Welt. Diese Voraussetzung scheint mir zu fehlen, denn auch mit dessen Buch „Die Blume unter dem Fusse“ konnte ich nicht viel anfangen. Zitat aus der Verlagsinfo: Firbank (1886 - 1926) schildert eine von Damen reiferen Alters dominierte Welt, in der den Männern nur eine untergeordnete Rolle zukommt, soweit sie nicht den amphorenhaften Reiz der Blumenjungen Bachir oder Effendi-Schatz zu entfalten in der Lage sind.
Für ein abschliessendes Urteil zum Krimi „Die Schattenrose“ von Michael Molsner muss ich noch die letzten fünfzig Seiten lesen – falls ich die noch schaffe. Während der Lektüre hatte ich mehr als eine Durststrecke zu überwinden und dadurch den roten Faden verloren. Zum Inhalt: Zwischen einer indischen Sekte mit dem Namen „Lotos-Propheten“ und dem ermordeten Finanzberater Max Baucker besteht eine Verbindung. Und Hauptkommissar Karl Borowiks neue Freundin stammt ausgerechnet auch aus diesem Umfeld.
Heute wurden meine Erwartungen in anderer Hinsicht enttäuscht. Die beiden hübsch illustrierten Büchlein „Gartenglück“ von Elsemarie Maletzke und „Heckengeflüster“ von Rose Blight/Germaine Greer aus dem Schöffling Verlag habe ich mir nun nicht ganz so winzig vorgestellt. Die Grösse entspricht in etwa den Titeln aus dem Manesse oder jenen aus dem Reclam Verlag. Vielleicht sollte ich mir vor einer Buchbestellung jeweils die Masse anschauen... Nun hoffe ich, dass wenigstens der Inhalt hält was ich mir verspreche. Die Mini-Grösse hat immerhin den Vorteil, dass die Bücher weniger Platz auf dem Büchergestell beanspruchen.
Donald Antrim:
Die Beschiessung des Botanischen Gartens
Edition Epoca, 1999
Ronald Firbank:
Die Blume unter dem Fusse
Männerschwarm Verlag, 2008
Michael Molsner:
Die Schattenrose
Verlag der Criminale, 2000
In diese Kategorie gehört beispielsweise „Die Beschiessung des Botanischen Gartens“ von Donald Antrim. Bürgermeister Kunkel hat eine Rakete in den Botanischen Garten gefeuert und wird daraufhin einem mittelalterlichen Strafritual unterzogen. Damit ist das Gärtnerische bis auf eine kurze Erwähnung eines japanischen Gartens abgehandelt. Die Erzählung handelt von einem psychopathischen Lehrer und den Folgen eines Nachbarschaftskrieges nach dem Amoklauf des Bürgermeisters.
Gemäss der „Washington Post“ braucht man die richtige Einstellung und Ronald Firbanks Geschichten sind die amüsantesten Romane der Welt. Diese Voraussetzung scheint mir zu fehlen, denn auch mit dessen Buch „Die Blume unter dem Fusse“ konnte ich nicht viel anfangen. Zitat aus der Verlagsinfo: Firbank (1886 - 1926) schildert eine von Damen reiferen Alters dominierte Welt, in der den Männern nur eine untergeordnete Rolle zukommt, soweit sie nicht den amphorenhaften Reiz der Blumenjungen Bachir oder Effendi-Schatz zu entfalten in der Lage sind.
Für ein abschliessendes Urteil zum Krimi „Die Schattenrose“ von Michael Molsner muss ich noch die letzten fünfzig Seiten lesen – falls ich die noch schaffe. Während der Lektüre hatte ich mehr als eine Durststrecke zu überwinden und dadurch den roten Faden verloren. Zum Inhalt: Zwischen einer indischen Sekte mit dem Namen „Lotos-Propheten“ und dem ermordeten Finanzberater Max Baucker besteht eine Verbindung. Und Hauptkommissar Karl Borowiks neue Freundin stammt ausgerechnet auch aus diesem Umfeld.
Heute wurden meine Erwartungen in anderer Hinsicht enttäuscht. Die beiden hübsch illustrierten Büchlein „Gartenglück“ von Elsemarie Maletzke und „Heckengeflüster“ von Rose Blight/Germaine Greer aus dem Schöffling Verlag habe ich mir nun nicht ganz so winzig vorgestellt. Die Grösse entspricht in etwa den Titeln aus dem Manesse oder jenen aus dem Reclam Verlag. Vielleicht sollte ich mir vor einer Buchbestellung jeweils die Masse anschauen... Nun hoffe ich, dass wenigstens der Inhalt hält was ich mir verspreche. Die Mini-Grösse hat immerhin den Vorteil, dass die Bücher weniger Platz auf dem Büchergestell beanspruchen.
Donald Antrim:
Die Beschiessung des Botanischen Gartens
Edition Epoca, 1999
Ronald Firbank:
Die Blume unter dem Fusse
Männerschwarm Verlag, 2008
Michael Molsner:
Die Schattenrose
Verlag der Criminale, 2000
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