Eben habe ich per E-Mail ein wunderschönes Foto erhalten, das eine grössere Gruppe wild wachsender „Frauenschühli“ (Frauenschuh-Orchideen) zeigt, vor ein paar Tagen aufgenommen auf einer Wanderung im Bündnerland. Diese prächtige Abbildung ist Anlass, wieder einmal in meinen Büchern zu schmökern, die Blütenwanderungen empfehlen. Obwohl das aktuelle Wetter ja nicht gerade zu Ausflügen einlädt – beim heutigen Besuch eines regionalen Gartencenters sind dementsprechend auch wenig Pflanzen in den Warkenkorb „gehüpft“.
Für einen Streifzug zur Blüte der Perlhuhn-Schachblume (Fritillaria meleagris) entlang des Doubs im französisch-schweizerischen Grenzgebiet, die Weinberg-Tulpen (Tulipa sylvestris) in der Nähe von Therwil und die Weissen Berg-Narzissen oberhalb Vevey ist es nun Mitte Juni zu spät. Wenn Sie sich sputen, schaffen Sie es vielleicht noch, die letzten diesjährigen Diptam-Blüten (Dictamnus albus) zu bewundern. Eine leichte Wanderung führt im Klettgau durch Reben und Eichenmischwälder, wo sie auf diese Pflanzen antreffen. Start ist in Osterfingen, einem Winzerdorf mit aussergewöhnlich vielen schönen Gärten, die zum „Osterfinger Gartenpfad“ gehören.
Falls Sie noch etwas mehr Vorbereitungszeit benötigen – von Juli bis September blüht die Alpen-Akelei (Aquilequia alpina). Diese hellblauen Blumen können Sie im hinteren Lauterbrunnental bestaunen, einem Gebiet, das zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. Einen traumhaften Anblick bildet im Oktober die Herbstfärbung der Perückensträucher (Cotinus coggygria), die der Wanderer auf einer Route ab Turtmann antrifft.
Details zu diesen Wanderungen finden Sie im informativen und schön bebilderten Buch „Blütenwanderungen in der Schweiz“ von Sabine Joss. Im Büchlein „Gartenreisen – Öffentlich zugängliche Gärten in der Schweiz“ ist ein Kapitel dem Osterfinger Gartenpfad gewidmet. Der Hauptvermerk dieser Publikation liegt aber auf Botanischen Gärten und Alpengärten.
Elsbeth Dupont-Looser und Verena Gysling-Looser:
Gartenreisen – Öffentlich zugängliche Gärten in der Schweiz
Friedrich Reinhardt Verlag, 2009
Sabine Joss:
Blütenwanderungen in der Schweiz
AT Verlag, 2008
18. Juni 2010
14. Juni 2010
So you want to … (Nachtrag)
Heute Nachmittag war ich im Garten mit Jäten und Heckenschneiden beschäftigt und habe bei dieser Gelegenheit wieder einmal unzählige kleine Sämlinge von Eschen herausgezogen bzw. die grösseren schon zu Mini-Bäumchen gewachsenen früher übersehenen Dinger gekappt (so dass sie dann umso fröhlicher weiterwachsen …)
Bei dieser Tätigkeit kam mir der Gedanke, dass falls ich je eine Gärtnerei eröffnen sollte, Eschen unbedingt zum Standardsortiment gehören müssten. Wenn sie nicht so nervend wären, eigentlich toll wie gut diese Pflanzen mit den verschiedensten Umständen zurecht kommen und sich überall entfalten; zwischen Clematis und Jasmin fühlen sie sich genau so wohl wie mitten im Hartriegel und in der Hainbuchenhecke.
Der Knackpunkt ist allerdings, dass ich es vorher irgendwie schaffen müsste, dass jeder diese Pflanzen unbedingt in seinem Garten haben MUSS. Vielleicht wäre es mit einer guten Marketingstrategie möglich, die Esche als Trendpflanze zu präsentieren, deren Vorzüge bis anhin einfach niemand schätzte (jedenfalls ich nicht)?
Bei dieser Tätigkeit kam mir der Gedanke, dass falls ich je eine Gärtnerei eröffnen sollte, Eschen unbedingt zum Standardsortiment gehören müssten. Wenn sie nicht so nervend wären, eigentlich toll wie gut diese Pflanzen mit den verschiedensten Umständen zurecht kommen und sich überall entfalten; zwischen Clematis und Jasmin fühlen sie sich genau so wohl wie mitten im Hartriegel und in der Hainbuchenhecke.
Der Knackpunkt ist allerdings, dass ich es vorher irgendwie schaffen müsste, dass jeder diese Pflanzen unbedingt in seinem Garten haben MUSS. Vielleicht wäre es mit einer guten Marketingstrategie möglich, die Esche als Trendpflanze zu präsentieren, deren Vorzüge bis anhin einfach niemand schätzte (jedenfalls ich nicht)?
So you want to …
Mit der Sommerausgabe 2010 ist „GreenPrints – The Weeder’s Digest“, das Journal fürs Gärtnergemüt, das ich schon wiederholt erwähnt habe, in sein 21. Jahr gestartet. In einem Artikel aus dieser aktuellen Nummer berichten zwei Frauen mit Meister-Gärtner-Zertifikat in humorvoller Weise, wie sie unter dem Namen „The Garden Girls“ einen eigenen Betrieb für Gartenunterhalt und Umgestaltungen auf die Beine stellen und das Familienbudget entlasten wollen.
Dieser Beitrag erinnert mich an zwei Bücher aus dem Verlag Timber Press mit den Titeln „So you want ot start a Nursery“ und „So you want to be a Garden Designer“. Übrigens, falls Sie dieses Verlagshaus tatsächlich noch nicht kennen sollten, müssen Sie unbedingt gelegentlich durch die Webseite www.timberpress.com stöbern. Bei Timber Press erscheinen nicht nur immer wieder hervorragende englische Monographien, der Verlag hat auch durch Neuauflagen dafür gesorgt, dass die Bücher von Beverley Nichols für weitere Gärtnergenerationen zur Verfügung stehen.
Aber nun zurück zum eigentlichen Thema dieses Beitrages. Auch wenn Sie nicht wirklich beabsichtigen, eine Gärtnerei zu eröffnen oder sich als Garden Designer zu betätigen und die Bücher nicht auf den deutschsprachigen Raum zugeschnitten sind, können Sie von der Lektüre dieser beiden Titel profitieren, da die Ratschläge auch für andere Lebens- und Berufsbereiche nützlich sein können.
Wie die Passion Gartengestaltung in eine Profession umgewandelt werden kann, erläutert Love Albrecht Howard, die nach einer Karriere im Marketing genau diesen Weg eingeschlagen hat. Während die ersten Kapitel von Gartengestaltung handeln, geht die Autorin später auch auf Probleme ein („When Things go wrong“).
Tony Avent startete trotz düsteren Prophezeiungen seine Spezialgärtnerei und beschäftigte bei Erscheinen des Buches beinahe 30 Angestellte in einem florierenden Betrieb. Der Erfolg musste aber hart erarbeitet werden und in 24 Kapiteln mit Titeln wie „The Essential Skills“, „Running the Business“ oder „Service with a Smile“ gibt er sein Wissen weiter.
Nicht erst seit meinem Besuch vor ein paar Tagen in der Staudengärtnerei Zeppelin vermisse ich einen solchen Betrieb in der Umgebung (gerne auch mehrere). Ich hätte schon diverse Bestellungswünsche – so ist mir erst zuhause ein ideales Plätzchen für die Hosta „Fire and Ice“ eingefallen und ich habe die Pflanze leider in Sulzburg-Laufen nicht gekauft …
Love Albrecht Howard:
So you want to be a Garden Designer
Timber Press, 2010
Tony Avent:
So you want to start a Nursery
Timber Press, 2003
Dieser Beitrag erinnert mich an zwei Bücher aus dem Verlag Timber Press mit den Titeln „So you want ot start a Nursery“ und „So you want to be a Garden Designer“. Übrigens, falls Sie dieses Verlagshaus tatsächlich noch nicht kennen sollten, müssen Sie unbedingt gelegentlich durch die Webseite www.timberpress.com stöbern. Bei Timber Press erscheinen nicht nur immer wieder hervorragende englische Monographien, der Verlag hat auch durch Neuauflagen dafür gesorgt, dass die Bücher von Beverley Nichols für weitere Gärtnergenerationen zur Verfügung stehen.
Aber nun zurück zum eigentlichen Thema dieses Beitrages. Auch wenn Sie nicht wirklich beabsichtigen, eine Gärtnerei zu eröffnen oder sich als Garden Designer zu betätigen und die Bücher nicht auf den deutschsprachigen Raum zugeschnitten sind, können Sie von der Lektüre dieser beiden Titel profitieren, da die Ratschläge auch für andere Lebens- und Berufsbereiche nützlich sein können.
Wie die Passion Gartengestaltung in eine Profession umgewandelt werden kann, erläutert Love Albrecht Howard, die nach einer Karriere im Marketing genau diesen Weg eingeschlagen hat. Während die ersten Kapitel von Gartengestaltung handeln, geht die Autorin später auch auf Probleme ein („When Things go wrong“).
Tony Avent startete trotz düsteren Prophezeiungen seine Spezialgärtnerei und beschäftigte bei Erscheinen des Buches beinahe 30 Angestellte in einem florierenden Betrieb. Der Erfolg musste aber hart erarbeitet werden und in 24 Kapiteln mit Titeln wie „The Essential Skills“, „Running the Business“ oder „Service with a Smile“ gibt er sein Wissen weiter.
Nicht erst seit meinem Besuch vor ein paar Tagen in der Staudengärtnerei Zeppelin vermisse ich einen solchen Betrieb in der Umgebung (gerne auch mehrere). Ich hätte schon diverse Bestellungswünsche – so ist mir erst zuhause ein ideales Plätzchen für die Hosta „Fire and Ice“ eingefallen und ich habe die Pflanze leider in Sulzburg-Laufen nicht gekauft …
Love Albrecht Howard:
So you want to be a Garden Designer
Timber Press, 2010
Tony Avent:
So you want to start a Nursery
Timber Press, 2003
11. Juni 2010
Paths of Desire
Die langjährige Herausgeberin des Magazins “House and Garden“ Dominique Browining erzählt in diesem sehr persönlichen Buch über ihre Gartenleidenschaft und über die Entwicklungswege, die sie durchmacht und die Veränderungen vor der eigenen Haustüre.
Das erste Kapitel beginnt mit Brownings privatem Mauerfall. Und zwar stürzt in ihrem in einer New Yorker Randzone liegenden Garten nach einem heftigen Regenschauer eine alte Mauer ein und begräbt ihr seit Jahren gehegtes und gepflegtes Lieblingsbeet unter sich. Dieses Ereignis passiert in einem schwierigen Lebensabschnitt, als sie sich nach einer zerbrochenen Ehe mit ihren beiden Söhnen neu orientieren muss.
Ihre Scheidung liegt zwar schon einige Jahre zurück, doch nachdem ihr Mann die Familie verlassen hatte, arbeitete die Autorin gemäss eigenen Angaben keine Stunde mehr im Garten und überliess diesen seinem Schicksal. In den ersten beiden Jahren fand sie einen gewissen Trost darin, zu beobachten, wie prächtig die Stauden sich entwickelten und die Dickblattgewächse prächtige Rosetten entwickelten. Naturgemäss dauerte es aber nicht lange, bis der Efeu alles erreichbare eroberte, überwucherte und andere Kletterpflanzen die Hortensien unter sich begruben.
Nach einem Winter „of last Daydreams“ oder gedanklichen Gartenumgestaltungen, sollen die Pläne endlich in die Tat umgesetzt werden. Bei einem Maurer wird ein erster Kostenvorschlag für eine neue Wand eingeholt und dieser lautet auf rund USD 80‘000. Die Höhe desselben lässt die Auftraggeberin ein Missverständnis vermuten. Es geht schliesslich um den Bau einer Mauer und nicht eines ganzen Hauses …
Wie schafft eine alleinerziehende Mutter von ihr generell als „Helping Men“ bezeichnete Handwerker zu engagieren, wenn diese sämtliche Termine einfach ignorieren? Sind Kinder im Garten tatsächlich total nutzlos oder gelingt es vielleicht, sie unbemerkt zu Mithilfe zu bewegen, wenn man/frau darauf beharrt, dass gewisse Gartenwerkzeuge für Kinderhände ungeeignet sind? Dies sind nur zwei von etlichen Hürden auf dem Weg zum Wunschgarten, zu neuem Tatendrang und Lebensfreude.
Unbedingt empfehlenswert!
Dominique Browning:
Paths of Desire
Scribner, 2004
Das erste Kapitel beginnt mit Brownings privatem Mauerfall. Und zwar stürzt in ihrem in einer New Yorker Randzone liegenden Garten nach einem heftigen Regenschauer eine alte Mauer ein und begräbt ihr seit Jahren gehegtes und gepflegtes Lieblingsbeet unter sich. Dieses Ereignis passiert in einem schwierigen Lebensabschnitt, als sie sich nach einer zerbrochenen Ehe mit ihren beiden Söhnen neu orientieren muss.
Ihre Scheidung liegt zwar schon einige Jahre zurück, doch nachdem ihr Mann die Familie verlassen hatte, arbeitete die Autorin gemäss eigenen Angaben keine Stunde mehr im Garten und überliess diesen seinem Schicksal. In den ersten beiden Jahren fand sie einen gewissen Trost darin, zu beobachten, wie prächtig die Stauden sich entwickelten und die Dickblattgewächse prächtige Rosetten entwickelten. Naturgemäss dauerte es aber nicht lange, bis der Efeu alles erreichbare eroberte, überwucherte und andere Kletterpflanzen die Hortensien unter sich begruben.
Nach einem Winter „of last Daydreams“ oder gedanklichen Gartenumgestaltungen, sollen die Pläne endlich in die Tat umgesetzt werden. Bei einem Maurer wird ein erster Kostenvorschlag für eine neue Wand eingeholt und dieser lautet auf rund USD 80‘000. Die Höhe desselben lässt die Auftraggeberin ein Missverständnis vermuten. Es geht schliesslich um den Bau einer Mauer und nicht eines ganzen Hauses …
Wie schafft eine alleinerziehende Mutter von ihr generell als „Helping Men“ bezeichnete Handwerker zu engagieren, wenn diese sämtliche Termine einfach ignorieren? Sind Kinder im Garten tatsächlich total nutzlos oder gelingt es vielleicht, sie unbemerkt zu Mithilfe zu bewegen, wenn man/frau darauf beharrt, dass gewisse Gartenwerkzeuge für Kinderhände ungeeignet sind? Dies sind nur zwei von etlichen Hürden auf dem Weg zum Wunschgarten, zu neuem Tatendrang und Lebensfreude.
Unbedingt empfehlenswert!
Dominique Browning:
Paths of Desire
Scribner, 2004
7. Juni 2010
Kommissar Stein und der Gärtner
Hauptkommissar Armin Stein und sein Team werden zu einem Tatort in einem Gartencenter gerufen. Das Opfer ist brutal ermordet und bei Arbeitsbeginn von Gärtnereikollegen entdeckt worden. Neben der Leiche liegen Rosenblätter in Herzform und mit Rosenblättern (wohl eher Rosenblüten) steht geschrieben „ Nicht mit mir“. Beim Toten handelt es sich um den 31jährigen Thomas Hajek, der bei Blumen Risse gearbeitet hat.
Die ersten Zeugenbefragungen ergeben, dass Thomas Hajek sich gegenüber Neuentwicklungen ausgesprochen interessiert zeigte. Privat beschäftigte er sich gemeinsam mit seinem in der Forschung tätigen Freund zunächst mit Rosen- und aktuell mit Geranienzüchtungen (eigentlich Pelargonien). Ehrgeiziges Ziel waren nicht nur frostharte Pflanzen, sondern auch gelbe Blütenfarben.
Verschiedene Kollegen aus dem Gartencenter Risse scheinen mit Hajek ein Verhältnis gehabt zu haben und Hauptkommissar Stein tippt zunächst auf Eifersucht als Tatmotiv. Doch welche Rolle spielen die Neuzüchtungen und wie steht es überhaupt mit den Zuchterfolgen?
Dies ist bereits der siebte Fall für den EU-Durchschnittskommissar Armin Stein, dem in jedem Buch ein Assistent aus einem EU-Land zugeteilt wird – in diesem Krimi einer aus Italien. Dieser Domenico Manzoni ist immer wieder für einen Einblick in die nicht immer ganz rechtschaffene südeuropäische Polizeiarbeit gut. Nervend fand ich - parallel mit der Menge der gelesenen Seiten ansteigend - die unzähligen Erwähnungen von Kaffeezubereitungen und Kaffeepausen. Mit der Zeit hatte ich beinahe Entzugserscheinungen, wenn ich ein paar Seiten ohne Kaffeetrinken hinter mir bzw. gelesen hatte (nicht nach dem braunen Trank, diesen mag ich nicht) …
Auf dem Umschlagrücken wird die Kölnische Rundschau zitiert, welche geschrieben hat, dass Kommissar in Stein in Köln versucht, dieselbe Leistung zu erbringen wie Commissario Brunetti in Venedig. Falls Sie die Donna-Leon-Krimis lieben, sollten Sie allerdings Ihre Erwartungen nicht zu hoch schrauben – es wird doch in deutlich unterschiedlichen Ligen gespielt.
Peter-Wolfgang Klose:
Kommissar Stein und der Gärtner
Publikationsservice, 2010
Die ersten Zeugenbefragungen ergeben, dass Thomas Hajek sich gegenüber Neuentwicklungen ausgesprochen interessiert zeigte. Privat beschäftigte er sich gemeinsam mit seinem in der Forschung tätigen Freund zunächst mit Rosen- und aktuell mit Geranienzüchtungen (eigentlich Pelargonien). Ehrgeiziges Ziel waren nicht nur frostharte Pflanzen, sondern auch gelbe Blütenfarben.
Verschiedene Kollegen aus dem Gartencenter Risse scheinen mit Hajek ein Verhältnis gehabt zu haben und Hauptkommissar Stein tippt zunächst auf Eifersucht als Tatmotiv. Doch welche Rolle spielen die Neuzüchtungen und wie steht es überhaupt mit den Zuchterfolgen?
Dies ist bereits der siebte Fall für den EU-Durchschnittskommissar Armin Stein, dem in jedem Buch ein Assistent aus einem EU-Land zugeteilt wird – in diesem Krimi einer aus Italien. Dieser Domenico Manzoni ist immer wieder für einen Einblick in die nicht immer ganz rechtschaffene südeuropäische Polizeiarbeit gut. Nervend fand ich - parallel mit der Menge der gelesenen Seiten ansteigend - die unzähligen Erwähnungen von Kaffeezubereitungen und Kaffeepausen. Mit der Zeit hatte ich beinahe Entzugserscheinungen, wenn ich ein paar Seiten ohne Kaffeetrinken hinter mir bzw. gelesen hatte (nicht nach dem braunen Trank, diesen mag ich nicht) …
Auf dem Umschlagrücken wird die Kölnische Rundschau zitiert, welche geschrieben hat, dass Kommissar in Stein in Köln versucht, dieselbe Leistung zu erbringen wie Commissario Brunetti in Venedig. Falls Sie die Donna-Leon-Krimis lieben, sollten Sie allerdings Ihre Erwartungen nicht zu hoch schrauben – es wird doch in deutlich unterschiedlichen Ligen gespielt.
Peter-Wolfgang Klose:
Kommissar Stein und der Gärtner
Publikationsservice, 2010
4. Juni 2010
Zwiegespräche mit Zimmerpflanze
Die 34jährige Sophie, eine gelernte Fotografin mit einem Flair für handwerkliche Berufe, ist arbeitslos und schlägt sich seit Jahren mit Gelegenheitsjobs durch. Zusammen mit den beiden sympathischen, aufgeschlossenen und zu bereits etwas älteren Semestern zählenden Frauen Hedi und Lotti bildet sie eine WG. An der Hochzeit ihres Bruders Markus lernt Sophie den ebenfalls stellenlosen Tom kennen und glaubt schon sehr bald, ihren Traummann gefunden zu haben.
Sophie, die in ihrer Familie den Übernamen „Fräulein Münchhausen“ trägt, nimmt es schon beim ersten Treffen mit Tom mit der Wahrheit wieder einmal nicht so genau. Ihr neuer Bekannter hingegen scheint nahezu perfekt zu sein und kann Lügen nicht ausstehen. So sind die Probleme schon vor dem ersten Kuss vorprogrammiert.
Die Begegnung mit Tom veranlasst Sophie, endlich ihr Leben zu ordnen. Ihre beiden Wohnpartnerinnen unterstützen sie nach Kräften dabei, ihre Träume zu verwirklichen und Sophie entscheidet sich, ihr handwerkliches Geschick beruflich nutzen zu wollen. Ganz einfach ist der Weg in die Selbständigkeit dann nicht und weitere Schwierigkeiten wie Liebeskummer, die zunehmende Vergesslichkeit von Lotti, Eheprobleme des Bruders und Missverständnisse mit der besten Freundin sind weitere Hürden, die es zu meistern gilt.
Hilfe und Unterstützung findet Sophie in Zwiegesprächen mit ihrer Zimmerpflanze, genannt Miss Hepburn. Sie hat den Topf ein paar Monate zuvor vor der Müllverbrennung gerettet. Der Leser erfährt nie, um was für eine Pflanze es sich genau handelt (oder ich habe nicht genau gelesen!). Jedenfalls bewohnt Miss Hepburn einen bauchigen Topf, neigt ihre fleischigen Blätter Richtung Boden und wird im Laufe des Romans immer praller.
Der Schluss der Geschichte ist etwas abrupt und lässt etliche Fragen offen. Die Leserin hätte es interessiert, wie die (Fern-)Beziehung mit Tom klappt und wie die Heimwerkerschule „Sophies Werkzeugkasten“ anläuft. Vielleicht deuten diese Zeichen auf eine geplante Fortsetzung? Falls eine solche in Vorbereitung ist oder eine Nachauflage dieses Buches – der erwähnte italienische Fussballclub heisst übrigens Juventus Turin!
Silke Schütze:
Als Tom mir den Mond vom Himmel holte
Knaur Verlag, 2008
Sophie, die in ihrer Familie den Übernamen „Fräulein Münchhausen“ trägt, nimmt es schon beim ersten Treffen mit Tom mit der Wahrheit wieder einmal nicht so genau. Ihr neuer Bekannter hingegen scheint nahezu perfekt zu sein und kann Lügen nicht ausstehen. So sind die Probleme schon vor dem ersten Kuss vorprogrammiert.
Die Begegnung mit Tom veranlasst Sophie, endlich ihr Leben zu ordnen. Ihre beiden Wohnpartnerinnen unterstützen sie nach Kräften dabei, ihre Träume zu verwirklichen und Sophie entscheidet sich, ihr handwerkliches Geschick beruflich nutzen zu wollen. Ganz einfach ist der Weg in die Selbständigkeit dann nicht und weitere Schwierigkeiten wie Liebeskummer, die zunehmende Vergesslichkeit von Lotti, Eheprobleme des Bruders und Missverständnisse mit der besten Freundin sind weitere Hürden, die es zu meistern gilt.
Hilfe und Unterstützung findet Sophie in Zwiegesprächen mit ihrer Zimmerpflanze, genannt Miss Hepburn. Sie hat den Topf ein paar Monate zuvor vor der Müllverbrennung gerettet. Der Leser erfährt nie, um was für eine Pflanze es sich genau handelt (oder ich habe nicht genau gelesen!). Jedenfalls bewohnt Miss Hepburn einen bauchigen Topf, neigt ihre fleischigen Blätter Richtung Boden und wird im Laufe des Romans immer praller.
Der Schluss der Geschichte ist etwas abrupt und lässt etliche Fragen offen. Die Leserin hätte es interessiert, wie die (Fern-)Beziehung mit Tom klappt und wie die Heimwerkerschule „Sophies Werkzeugkasten“ anläuft. Vielleicht deuten diese Zeichen auf eine geplante Fortsetzung? Falls eine solche in Vorbereitung ist oder eine Nachauflage dieses Buches – der erwähnte italienische Fussballclub heisst übrigens Juventus Turin!
Silke Schütze:
Als Tom mir den Mond vom Himmel holte
Knaur Verlag, 2008
31. Mai 2010
Giftiger Garten
Im Garten der 44jährigen Dorelia Jones wachsen Giftpflanzen um die Wette. Und die Blumen blühen nicht nur ihrer Schönheit wegen, sondern die Gärtnerin braut daraus die verschiedenste Tränke. Auch der Verstand der Frau ist gewissermassen vergiftet und durchdringende Bosheit spiegelt sich in den meisten ihrer Handlungen wieder.
Dorelia ist eine Albino-Hexe und wohnt im Haus ihrer schwer kranken Mutter, die im Spital liegt und deren Übersiedlung in eine Pflegeresidenz geplant ist. Das Mutter-Tochter-Verhältnis ist seit Dorelias Kindertagen tief gestört und verkorkst. Die Mutter beschuldigt ihre Tochter offen, sie vergiften zu wollen und hat sie deshalb enterbt. Um die Pflegekosten zu bezahlen, will die Mutter ihr Haus rasch möglichst verkaufen und Dorelia benötigt darum dringend ein neues daheim. Sie kann kurzfristig bei ihrem Nachbarn Gilbert unterkommen.
Kurz darauf stirbt die Mutter tatsächlich. Doch der Hausverkauf wurde nur Stunden vorher definitiv besiegelt. Dorelia hat nun ihre Mutter verloren und der Grossteil der Erbmasse geht an den Pfarrer, so dass die Giftpflanzenmischerin praktisch leer ausgeht. Daraufhin blutet Dorelia wie ein Parasit den gutmütigen Gilbert aus, der viel zu spät erkennt, was für ein Spiel mit ihm getrieben wird.
Um an diesem Buch – gemäss Umschlag „A Gothic Fantasy“ – Gefallen zu finden, sollten Sie über ein gesundes Nervengerüst verfügen und ein Flair für Übersinnliches aufweisen.
Valentine Williams:
The Poison Garden of Dorelia Jones
BeWrite Books, 2009
Dorelia ist eine Albino-Hexe und wohnt im Haus ihrer schwer kranken Mutter, die im Spital liegt und deren Übersiedlung in eine Pflegeresidenz geplant ist. Das Mutter-Tochter-Verhältnis ist seit Dorelias Kindertagen tief gestört und verkorkst. Die Mutter beschuldigt ihre Tochter offen, sie vergiften zu wollen und hat sie deshalb enterbt. Um die Pflegekosten zu bezahlen, will die Mutter ihr Haus rasch möglichst verkaufen und Dorelia benötigt darum dringend ein neues daheim. Sie kann kurzfristig bei ihrem Nachbarn Gilbert unterkommen.
Kurz darauf stirbt die Mutter tatsächlich. Doch der Hausverkauf wurde nur Stunden vorher definitiv besiegelt. Dorelia hat nun ihre Mutter verloren und der Grossteil der Erbmasse geht an den Pfarrer, so dass die Giftpflanzenmischerin praktisch leer ausgeht. Daraufhin blutet Dorelia wie ein Parasit den gutmütigen Gilbert aus, der viel zu spät erkennt, was für ein Spiel mit ihm getrieben wird.
Um an diesem Buch – gemäss Umschlag „A Gothic Fantasy“ – Gefallen zu finden, sollten Sie über ein gesundes Nervengerüst verfügen und ein Flair für Übersinnliches aufweisen.
Valentine Williams:
The Poison Garden of Dorelia Jones
BeWrite Books, 2009
28. Mai 2010
Gärtner unter Verdacht
Ob Sie etwas zu verbergen haben oder auch nicht - falls Sie jemals den Spellmans begegnen sollten, seien Sie auf der Hut! Wichtiges und weniger wichtiges wird lückenlos aufgezeichnet. Die Familie betreibt nämlich eine Privatdetektei und beim Schnüffeln und Beschatten sind die Mitglieder nahezu unübertrefflich.
Als ins Nachbarhaus ein überaus attraktiver Mann einzieht, weckt dessen Gartenleidenschaft und insbesondere sein ständiges Graben im Garten das Misstrauen von Isabel Spellman, genannt Izzy. Je länger diese den Nachbarn beobachtet, desto stärker ist sie der Ansicht, dass der Landschaftsgestalter etwas zu verbergen hat, und sie häuft Beweise und Indizien an, um endlich feststellen zu können, was er auf dem Kerbholz hat.
Vier Verhaftungen später (von Izzy beschönigend als „Betriebsunfälle“ bezeichnet), ist sie mit ihren Ermittlungen in diesem „Fall“ keinen Schritt weitergekommen. Aber auch die anderen Familienmitglieder überschreiten regelmässig die Grenzen der Legalität und ihnen allen gemeinsam ist, dass sie sich auch gegenseitig ausspionieren.
Der verdächtige Gärtner wird auf Schritt und Tritt verfolgt, und Izzy überwindet sich sogar einmal, selber im Nachbarsgarten tätig zu werden. Dabei gedeihen aber ihre Ungeduld und ihr Argwohn besser als die Tomatensträucher. Diese Gartenaktivitäten bedeuten auch nicht, dass gärtnern und Gärten eine grosse Rolle im Roman spielen. Der ziemlich verschrobene Charakter bzw. die Charaktermängel machen den Charme von Izzy aus und die frechen, schrägen Dialoge das Buch für Anhänger von Bridget Jones zu einem Lesevergnügen (mit einem überraschenden Ende).
Lisa Lutz:
Die Spy-Girls – Familie Spellman ermittelt
Gutstav Kiepenheuer (Aufbau Verlag), 2009
PS: Ich habe es natürlich nicht bleiben lassen können ...
Als ins Nachbarhaus ein überaus attraktiver Mann einzieht, weckt dessen Gartenleidenschaft und insbesondere sein ständiges Graben im Garten das Misstrauen von Isabel Spellman, genannt Izzy. Je länger diese den Nachbarn beobachtet, desto stärker ist sie der Ansicht, dass der Landschaftsgestalter etwas zu verbergen hat, und sie häuft Beweise und Indizien an, um endlich feststellen zu können, was er auf dem Kerbholz hat.
Vier Verhaftungen später (von Izzy beschönigend als „Betriebsunfälle“ bezeichnet), ist sie mit ihren Ermittlungen in diesem „Fall“ keinen Schritt weitergekommen. Aber auch die anderen Familienmitglieder überschreiten regelmässig die Grenzen der Legalität und ihnen allen gemeinsam ist, dass sie sich auch gegenseitig ausspionieren.
Der verdächtige Gärtner wird auf Schritt und Tritt verfolgt, und Izzy überwindet sich sogar einmal, selber im Nachbarsgarten tätig zu werden. Dabei gedeihen aber ihre Ungeduld und ihr Argwohn besser als die Tomatensträucher. Diese Gartenaktivitäten bedeuten auch nicht, dass gärtnern und Gärten eine grosse Rolle im Roman spielen. Der ziemlich verschrobene Charakter bzw. die Charaktermängel machen den Charme von Izzy aus und die frechen, schrägen Dialoge das Buch für Anhänger von Bridget Jones zu einem Lesevergnügen (mit einem überraschenden Ende).
Lisa Lutz:
Die Spy-Girls – Familie Spellman ermittelt
Gutstav Kiepenheuer (Aufbau Verlag), 2009
PS: Ich habe es natürlich nicht bleiben lassen können ...
24. Mai 2010
Gesucht wird …
Auf Umwegen habe ich erfahren, dass mein Blog letzthin in einer deutschen Gartenzeitschrift erwähnt worden ist. Leider habe ich diesen Hinweis verpasst. Wenn einer sich in so viele Bücher vergräbt wie die Sofagärtnerin, kann er ja unmöglich auch noch sämtliche anderen monatlichen und vierteljährlich erscheinenden Medien genauestens studieren! Letzthin habe ich in der Beilage der Sonntags Zeitung zur Giardina Zürich zwar den Artikel über geplante Gartensendungen im Schweizer Fernsehen gelesen, die Spalte direkt nebenan mit einer kleiner Information zum Sofagarten habe ich aber übersehen.
Aber zurück zu meinem „Hilferuf“. Leider kann sich die Leserin, die mir über die „vermisste“ Meldung geschrieben hat, nicht mehr genau erinnern, in welchem Printmedium sie über „Die Sofagärtnerin“ gestolpert ist - in Frage kommen sollen „Gartenträume“, „Landlust“ oder „Kraut und Rüben“. Vielleicht haben gerade SIE Ihren Weg hierhin aufgrund dieser Meldung gefunden? Falls Sie sich noch erinnern können, wo und wann diese erschienen ist, würde ich mich über eine E-Mail an nebenstehende Adresse oder einen Kommentar sehr freuen. Ich lege zwar nicht gerade ein Album mit den Schnipseln an, interessiere mich aber doch sehr für diese Blogwerbung.
Aber zurück zu meinem „Hilferuf“. Leider kann sich die Leserin, die mir über die „vermisste“ Meldung geschrieben hat, nicht mehr genau erinnern, in welchem Printmedium sie über „Die Sofagärtnerin“ gestolpert ist - in Frage kommen sollen „Gartenträume“, „Landlust“ oder „Kraut und Rüben“. Vielleicht haben gerade SIE Ihren Weg hierhin aufgrund dieser Meldung gefunden? Falls Sie sich noch erinnern können, wo und wann diese erschienen ist, würde ich mich über eine E-Mail an nebenstehende Adresse oder einen Kommentar sehr freuen. Ich lege zwar nicht gerade ein Album mit den Schnipseln an, interessiere mich aber doch sehr für diese Blogwerbung.
22. Mai 2010
Junggärtner
Robert Höck ist erst Anfang zwanzig, sammelt aber schon seit Jahren Pflanzen und verfügt deshalb über ein enormes gärtnerisches Wissen. Dieses hat er sich neben seinen Ausbildungen als Landschaftsgärtner und Florist via Internet-Foren und natürlich durch „Learning by Doing“ seit Kindstagen erworben.
Im Vorwort zum Buch beschreibt der Autor, wie ihn das Gärtnern und die persönlichen und virtuellen Kontakte zu Gleichgesinnten in der Entwicklung von einem zurückgezogenen Jungen in einen weltoffenen kontaktfreudigen jungen Mann geprägt haben. Wenn ich ehrlich bin, hat mich der Titel dieses Buches Anfang Jahr beim Durchsehen der Frühlingsneuheiten zunächst überhaupt nicht angesprochen. Erst als ich letzthin beim Googeln mit dem Stichwort „grüner Daumen“ nochmals auf ihn gestossen bin und mir den Inhalt näher angeschaut habe, wurde meine Neugier geweckt.
Robert Höck stellt in Kurzbeiträgen wie „Der Mörder ist nicht immer der Gärtner – Tiere im Garten“, „Der Stein trügt – von Mauern und Steinen“, „Passionsblume – meine Favoritin" oder „Bartiris – Liebe auf den zweiten Blick“ seinen bunten Sammlergarten vor und lässt den Leser an seinem Wissensschatz teilhaben.
Ungezwungen schreibt der Autor über Blumen und vergleicht diese mit Topmodels. Die Fuchsia magellanica erinnert ihn an die mageren Lauftstegschönheiten. Und während die – Zitat - „halbverhungerten Catwalkqueens oft aussehen, als würden sie den nächsten Winter nicht überleben“, überstehen die grazilen Gartenschönheiten zumeist zuverlässig auch die hiesigen Winter. Sogar mit aktuellen Schminktechniken scheint Höck sich auszukennen und weiss, dass die schwarzäugige Susanne schon seit jeher mit „Smokey Eyes“ die Blicke auf sich zieht.
Übrigens sind nicht nur die Texte sondern auch die Fotos vom Autor und Gärtner. Welche Talente wohl sonst noch so in ihm schlummern? Während wir also lauschen, was unser Garten erzählt, können wir gespannt sein, was in Zukunft aus dem Tirol zu hören und lesen sein wird.
Robert Höck:
Hören, was der Garten sagt – So bekommen Sie den grünen Daumen
AV Buch, 2010
Im Vorwort zum Buch beschreibt der Autor, wie ihn das Gärtnern und die persönlichen und virtuellen Kontakte zu Gleichgesinnten in der Entwicklung von einem zurückgezogenen Jungen in einen weltoffenen kontaktfreudigen jungen Mann geprägt haben. Wenn ich ehrlich bin, hat mich der Titel dieses Buches Anfang Jahr beim Durchsehen der Frühlingsneuheiten zunächst überhaupt nicht angesprochen. Erst als ich letzthin beim Googeln mit dem Stichwort „grüner Daumen“ nochmals auf ihn gestossen bin und mir den Inhalt näher angeschaut habe, wurde meine Neugier geweckt.
Robert Höck stellt in Kurzbeiträgen wie „Der Mörder ist nicht immer der Gärtner – Tiere im Garten“, „Der Stein trügt – von Mauern und Steinen“, „Passionsblume – meine Favoritin" oder „Bartiris – Liebe auf den zweiten Blick“ seinen bunten Sammlergarten vor und lässt den Leser an seinem Wissensschatz teilhaben.
Ungezwungen schreibt der Autor über Blumen und vergleicht diese mit Topmodels. Die Fuchsia magellanica erinnert ihn an die mageren Lauftstegschönheiten. Und während die – Zitat - „halbverhungerten Catwalkqueens oft aussehen, als würden sie den nächsten Winter nicht überleben“, überstehen die grazilen Gartenschönheiten zumeist zuverlässig auch die hiesigen Winter. Sogar mit aktuellen Schminktechniken scheint Höck sich auszukennen und weiss, dass die schwarzäugige Susanne schon seit jeher mit „Smokey Eyes“ die Blicke auf sich zieht.
Übrigens sind nicht nur die Texte sondern auch die Fotos vom Autor und Gärtner. Welche Talente wohl sonst noch so in ihm schlummern? Während wir also lauschen, was unser Garten erzählt, können wir gespannt sein, was in Zukunft aus dem Tirol zu hören und lesen sein wird.
Robert Höck:
Hören, was der Garten sagt – So bekommen Sie den grünen Daumen
AV Buch, 2010
19. Mai 2010
Efeuschlinge
Um die Leiche des ermordeten Holger Krause ist sorgfältig ein leicht verwelkter Kranz aus Efeu, Blutweiderich, Hahnenfuss und Margeriten drapiert. Neben seinem Studium schrieb das Opfer zu Lebzeiten für das Schwäbische Tagblatt. Die Ermittlungen der Tübinger Kommissarinnen und Freundinnen Birgit Wahl und Carolynn Baumann lassen bald vermuten, dass Krause entweder selber in die Abschlachtung und Schändung von Schafen verwickelt war oder durch Recherchen auf die Spur des oder der Täter gekommen sein muss. Auch Krauses Schwester, die den elterlichen Buchverlag führt, ist in undurchsichtige Geschäfte verwickelt und Mitstudenten weisen ebenfalls Motive auf.
Kommissarin Birgit Wahl ist gelernte Gärtnerin und hat ihre Lehre in einer Heilpflanzengärtnerei absolviert. Auf Umwegen ist sie wie ihre Wohnpartnerin bei der Kriminalpolizei gelandet. Birgits botanisches Wissen ist in diesem Tübingen-Krimi bei der Lösung des Falls überaus nützlich. Nicht nur der Fall direkt hat mit Blumen zu tun, die Kommissarin gärtnert auch privat und der Leser erfährt nebenbei einiges über die Wahl-Baumannsche Parzelle mit Knoten- und Rosengarten.
Nach dieser angenehmen Lektüre hoffe ich auf eine Fortsetzung mit ähnlich ausgeprägtem hortikulturellem Hintergrund. Schliesslich gibt es auf Deutsch nicht gerade viele Krimis, die (fast) uneingeschränkt das Etikett „Gartenkrimi“ verdienen. Büchertipps aus dieser Kategorie sind natürlich immer willkommen und diesen Aufruf möchte ich gleichzeitig verbinden mit einem Dankeschön für den Hinweis auf „Efeuschlinge“ an die Tippgeberin aus der Leserschaft!
Ulrike Mundorff:
Efeuschlinge – Ein Tübingen-Krimi
Silberburg-Verlag, 2009
Kommissarin Birgit Wahl ist gelernte Gärtnerin und hat ihre Lehre in einer Heilpflanzengärtnerei absolviert. Auf Umwegen ist sie wie ihre Wohnpartnerin bei der Kriminalpolizei gelandet. Birgits botanisches Wissen ist in diesem Tübingen-Krimi bei der Lösung des Falls überaus nützlich. Nicht nur der Fall direkt hat mit Blumen zu tun, die Kommissarin gärtnert auch privat und der Leser erfährt nebenbei einiges über die Wahl-Baumannsche Parzelle mit Knoten- und Rosengarten.
Nach dieser angenehmen Lektüre hoffe ich auf eine Fortsetzung mit ähnlich ausgeprägtem hortikulturellem Hintergrund. Schliesslich gibt es auf Deutsch nicht gerade viele Krimis, die (fast) uneingeschränkt das Etikett „Gartenkrimi“ verdienen. Büchertipps aus dieser Kategorie sind natürlich immer willkommen und diesen Aufruf möchte ich gleichzeitig verbinden mit einem Dankeschön für den Hinweis auf „Efeuschlinge“ an die Tippgeberin aus der Leserschaft!
Ulrike Mundorff:
Efeuschlinge – Ein Tübingen-Krimi
Silberburg-Verlag, 2009
16. Mai 2010
Tomorrow’s Garden
Die Familien Fontenay und Sinclair sind schon sein Jahrhunderten miteinander verbunden. Sie haben sich bekämpft, aber es gab auch immer wieder Liebespaare, die sich nicht um die Konflikte geschert haben. Diese kriegsähnlichen Zustände gehören aber schon länger der Vergangenheit an, als Anna Fontenay nach dem Tod ihres Mannes David auf das Schloss zurückkehrt und dessen letzten Wunsch erfüllen will. Und zwar soll sie die Gärten rund um die Ruinen des alten Schlosses restaurieren lassen und insbesondere dem familiären Rosengarten, der zur Erinnerung an verstorbene Fontenays angepflanzt worden ist, zu neuer Blüte verhelfen.
Anna engagiert Joss Foxley für die Wiederherstellung der Gartenanlagen. Rosen gehören nun überhaupt nicht zu ihren Lieblingspflanzen. Ihre Pläne für den Garten werden nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen und sie muss einige Überzeugungsarbeit aufwenden, um Joss für ihre Umgestaltungspläne halbwegs zu begeistern. Kaum haben die Gartenarbeiten begonnen, kommt beim Umgraben der Erde ein Skelett zum Vorschein. Gleichzeitig meldet auch Hugo Brooks, der Mieter von Fontenay, laufend deutlichere Ansprüche an das Schloss und die jetzige Besitzerin an.
Anna gerät immer mehr in die schwelende Rivalität zwischen Hugo Brooks und Joss Foxley und muss feststellen, dass die Fehde zwischen den Fontenays und Sinclairs aktueller ist, als sie angenommen hat.
Eine fesselnd aufgebaute Geschichte in drei Erzählsträngen, die das Prädikat „Gartenroman“ ohne Einschränkung verdient. Rosen sind durch das ganze Buch hinweg Synonym für den roten Faden.
Harriet Hudson:
Tomorrow’s Garden
Severn House, 2002
Anna engagiert Joss Foxley für die Wiederherstellung der Gartenanlagen. Rosen gehören nun überhaupt nicht zu ihren Lieblingspflanzen. Ihre Pläne für den Garten werden nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen und sie muss einige Überzeugungsarbeit aufwenden, um Joss für ihre Umgestaltungspläne halbwegs zu begeistern. Kaum haben die Gartenarbeiten begonnen, kommt beim Umgraben der Erde ein Skelett zum Vorschein. Gleichzeitig meldet auch Hugo Brooks, der Mieter von Fontenay, laufend deutlichere Ansprüche an das Schloss und die jetzige Besitzerin an.
Anna gerät immer mehr in die schwelende Rivalität zwischen Hugo Brooks und Joss Foxley und muss feststellen, dass die Fehde zwischen den Fontenays und Sinclairs aktueller ist, als sie angenommen hat.
Eine fesselnd aufgebaute Geschichte in drei Erzählsträngen, die das Prädikat „Gartenroman“ ohne Einschränkung verdient. Rosen sind durch das ganze Buch hinweg Synonym für den roten Faden.
Harriet Hudson:
Tomorrow’s Garden
Severn House, 2002
12. Mai 2010
Der Fluch des Gartens
Was soll man als Leserin davon halten, wenn auf dem Umschlagrücken eines Büchleins steht „Das wahrscheinlich beste Buch der Welt (Niemand)“ und „Ich habe es noch nicht gelesen, und werde es auch niemals lesen (Mutter)“? Vielleicht auf das Bauchgefühl hören, es wie die Mutter halten und ein anderes Buch zur Hand nehmen?
Wenn Sie gerne mehr über die Ortschaft St. Baumeln erfahren möchten, müssen Sie wohl der Empfehlung des anonymen „Niemand“ folgen. St. Baumeln ist ein etwas spezielles Dorf. So rückt hier die Feuerwehr nicht aus, wenn es brennt, sondern schaut tagtäglich zur selben Zeit kurz vorbei. Blöd, wenn dann gleich kurz nach dem obligaten Besuch der Feuerwehr tatsächlich ein Brand ausbricht… In der recht kurzen Geschichte wird über die Arbeit von Magensäften und übergenaue Details zur Rechnerkapazitäten ebenso berichtet wie über Polizisten, die auf Kühen reitend ihren Dienst versehen und ihre Fälle lösen, indem sie sich mittels genauem Studium von C.S.I.-Videos weiterbilden.
Sie fragen sich, wo denn das Gärtnerische bleibt? Nun ein Gartenzwerg spielt eine nicht unwichtige Rolle. Auch ohne auf den orthographischen Schwächen herumzureiten – ich hätte mich besser dem (Vor-)Urteil der Mutter angeschlossen. Und falls Sie sich wundern, warum ich immer wieder Bücher von Hobbyautoren lese und mich über die Fehler in den Texten ärgere – schon häufig bin ich dadurch auf nette oder gar tolle Lektüre gestossen. Und auch mir ist klar, dass in jedem Buch (und auch in diesem Blog!) Fehler zu finden sind. Das Lesevergnügen wird aber schon geschmälert, wenn einem ständig welche ins Auge springen. Da ich im Moment keine weitere Lesependenz aus der Kategorie „gärtnernde Hobbyschriftsteller“ habe, werden Sie hier in nächster Zeit von Kritik in dieser Richtung verschont.
Christoph Schmied:
Der Fluch des Gartens
Edition Nove , 2008
Wenn Sie gerne mehr über die Ortschaft St. Baumeln erfahren möchten, müssen Sie wohl der Empfehlung des anonymen „Niemand“ folgen. St. Baumeln ist ein etwas spezielles Dorf. So rückt hier die Feuerwehr nicht aus, wenn es brennt, sondern schaut tagtäglich zur selben Zeit kurz vorbei. Blöd, wenn dann gleich kurz nach dem obligaten Besuch der Feuerwehr tatsächlich ein Brand ausbricht… In der recht kurzen Geschichte wird über die Arbeit von Magensäften und übergenaue Details zur Rechnerkapazitäten ebenso berichtet wie über Polizisten, die auf Kühen reitend ihren Dienst versehen und ihre Fälle lösen, indem sie sich mittels genauem Studium von C.S.I.-Videos weiterbilden.
Sie fragen sich, wo denn das Gärtnerische bleibt? Nun ein Gartenzwerg spielt eine nicht unwichtige Rolle. Auch ohne auf den orthographischen Schwächen herumzureiten – ich hätte mich besser dem (Vor-)Urteil der Mutter angeschlossen. Und falls Sie sich wundern, warum ich immer wieder Bücher von Hobbyautoren lese und mich über die Fehler in den Texten ärgere – schon häufig bin ich dadurch auf nette oder gar tolle Lektüre gestossen. Und auch mir ist klar, dass in jedem Buch (und auch in diesem Blog!) Fehler zu finden sind. Das Lesevergnügen wird aber schon geschmälert, wenn einem ständig welche ins Auge springen. Da ich im Moment keine weitere Lesependenz aus der Kategorie „gärtnernde Hobbyschriftsteller“ habe, werden Sie hier in nächster Zeit von Kritik in dieser Richtung verschont.
Christoph Schmied:
Der Fluch des Gartens
Edition Nove , 2008
8. Mai 2010
Passing Strange
Die Hobbygärtner aus dem Dorf Almstone messen sich und ihre Gartenprodukte jährlich in einem friedlichen Wettstreit anlässlich der Almstone Flower Show. Während den Aufräumarbeiten im Anschluss an die diesjährige Blumenschau wird die ländliche Idylle jäh gestört, als die Leiche der lokalen Hebamme Joyce Cooper entdeckt wird. Joyce wirkte neben ihrer beruflichen Tätigkeit auch als Wahrsagerin und hat ihre Kunden in einem eigenen Zelt neben der Blumenausstellung empfangen. Nun liegt sie mit einem Blumendraht erdrosselt unter einer Zeltplane.
Schon die Tatsache, dass Ken Wall’s prächtige Tomaten bei der Preisverleihung übergangen wurden, sorgte am Konkurrenzkampf für einigen Aufruhr. Nun steht Inspector Sloan vor der Aufgabe herauszufinden, wer die allseits beliebte Joyce Cooper ermordet hat. Welche Rolle spielt eine (angebliche) Erbin, die aus einem Landverkauf Profit schlagen könnte oder ein (nicht) vorhandenes Muttermal?
Das Cover meiner Taschenausgabe mit einer Wahrsagerin samt Kristallkugel ist etwas gewöhnungsbedürftig, wiederspiegelt aber wohl den Geschmack bei Erscheinen des Buches vor bald dreissig Jahren. Aber diese Tatsache schmälert das Lesevergnügen des britischen Gartenkrimis ja in keiner Weise.
Catherine Aird:
Passing Strange
Bantam Books, 1982
Schon die Tatsache, dass Ken Wall’s prächtige Tomaten bei der Preisverleihung übergangen wurden, sorgte am Konkurrenzkampf für einigen Aufruhr. Nun steht Inspector Sloan vor der Aufgabe herauszufinden, wer die allseits beliebte Joyce Cooper ermordet hat. Welche Rolle spielt eine (angebliche) Erbin, die aus einem Landverkauf Profit schlagen könnte oder ein (nicht) vorhandenes Muttermal?
Das Cover meiner Taschenausgabe mit einer Wahrsagerin samt Kristallkugel ist etwas gewöhnungsbedürftig, wiederspiegelt aber wohl den Geschmack bei Erscheinen des Buches vor bald dreissig Jahren. Aber diese Tatsache schmälert das Lesevergnügen des britischen Gartenkrimis ja in keiner Weise.
Catherine Aird:
Passing Strange
Bantam Books, 1982
5. Mai 2010
Heckenschüsse und Heckengeflüster
Im Büchlein „Heckengeflüster“ erwartet Sie Bösartiges aus dem geplagten Leben einer Londoner Gärtnerin in einer hübschen Verpackung in witziger Form zu Papier gebracht. Übles gibt’s da einiges, wie beispielsweise Kinder, die Rosen zerhacken oder Bauarbeiter, die Abfall durch die Äste der Linden schmeissen. Auch Nachbarn, Hunde, Passanten und Touristen zählen zu den Plagen einer Gärtnerin in der englischen Hauptstadt und kriegen ihr Fett ab. Doch nicht nur daheim, auch in fremden Gärten stösst die Autorin auf unliebsame Überraschungen wie fette Efeuarme, die sich in einer Gartenwirtschaft um die Hälse der Kundschaft winden.
Sind Londoner Kinder, Nachbarn, Bauarbeiter und Touristen wirklich so schlimm? Jedenfalls ist das Büchlein trotz den manchmal arg negativen Anspielungen eine sehr amüsante Lektüre, in welcher die Liebe der Autorin für ihren Garten und ihre Fachkenntnisse nicht nur zwischen den Zeilen durchschimmern. Bleibt zu hoffen, dass Ihre Nachbarn nicht zu den im Büchlein erwähnten Sorte gehören. Falls doch das eine oder andere beschriebene Ärgernis auf Ihre Verhältnisse zutreffen sollte, sind Sie ja vielleicht nach dem Lesen der teilweise bitterbösen Zeilen mit Ihrer Umgebung (wieder) etwas versöhnt, weil Sie sich zumindest in guter Gesellschaft befinden.
Die englische Version „The Revolting Garden“ ist übrigens schon länger nur noch relativ schwierig antiquarisch zu ergattern. Diese deutsche Ausgabe habe ich im Sofagarten bereits vor ein paar Wochen einmal kurz erwähnt, weil ich beim Auspacken derselben in Anbetracht des Kaufpreises vom Miniformat negativ überrascht war. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Preis an der oberen Schmerzgrenze liegt, das Geschriebene war aber jeden Franken wert. Nach der Lektüre mag der Leser ahnen, warum die Gartengeschichten der Autorin unter einem Pseudonym veröffentlicht worden sind …
Rose Blight / Germaine Greer:
Heckengeflüster
Schöffling & Co., 2010
Sind Londoner Kinder, Nachbarn, Bauarbeiter und Touristen wirklich so schlimm? Jedenfalls ist das Büchlein trotz den manchmal arg negativen Anspielungen eine sehr amüsante Lektüre, in welcher die Liebe der Autorin für ihren Garten und ihre Fachkenntnisse nicht nur zwischen den Zeilen durchschimmern. Bleibt zu hoffen, dass Ihre Nachbarn nicht zu den im Büchlein erwähnten Sorte gehören. Falls doch das eine oder andere beschriebene Ärgernis auf Ihre Verhältnisse zutreffen sollte, sind Sie ja vielleicht nach dem Lesen der teilweise bitterbösen Zeilen mit Ihrer Umgebung (wieder) etwas versöhnt, weil Sie sich zumindest in guter Gesellschaft befinden.
Die englische Version „The Revolting Garden“ ist übrigens schon länger nur noch relativ schwierig antiquarisch zu ergattern. Diese deutsche Ausgabe habe ich im Sofagarten bereits vor ein paar Wochen einmal kurz erwähnt, weil ich beim Auspacken derselben in Anbetracht des Kaufpreises vom Miniformat negativ überrascht war. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Preis an der oberen Schmerzgrenze liegt, das Geschriebene war aber jeden Franken wert. Nach der Lektüre mag der Leser ahnen, warum die Gartengeschichten der Autorin unter einem Pseudonym veröffentlicht worden sind …
Rose Blight / Germaine Greer:
Heckengeflüster
Schöffling & Co., 2010
Abonnieren
Kommentare (Atom)