Ramona kämpft mit grossen finanziellen Schwierigkeiten. Immer wieder fressen kostspielige Reparaturen in ihrer Boulangerie Geld, das die geschiedene vierzigjährige Frau mit irischen Wurzeln dringend für andere Ausgaben benötigen würde. Sie steht vor der existentiellen Entscheidung, ob sie unter dem schützenden Dach der Familienfirmen Zuschlupf suchen soll oder nicht. Soll sie ihre Vorbehalte und ihren Stolz bei Seite schieben? Und als hätte sie nicht schon genug andere Sorgen, muss sie sich nachdem ihr Schwiegersohn schwer verunglückt ist und ihre hochschwangere Tochter zu ihm nach Deutschland geflogen ist, auch noch um ihre pubertierende Stiefenkelin Katie kümmern. Katie ist eine rebellische Dreizehnjährige, deren Mutter im Gefängnis sitzt. Zur gleichen Zeit trifft Ramona nach über fünfundzwanzig Jahren zufällig ihren Jugendfreund Jonah wieder, in dessen Plattenladen sie viele Nachmittage ihrer frühen Schwangerschaft verbracht hat.
Immer wieder hilft das Backen von Brot Ramona durch die Tiefen ihres Lebens und dabei, richtige Entscheidungen zu treffen. Sie findet im Teigkneten Trost und Kraft. Zum ersten Mal machte sie diese Erfahrung, als sie im Alter von fünfzehn Jahren schwanger war. Damals war sie monatelang in der Verbannung bei ihrer geliebten Tante Poppy. Diese hat ihr die Geheimnisse rund um die Pflege von Sauerteigen und Brot beigebracht und sie auch den den Unterschied zwischen wichtigen (Tomaten) und unwichtigen (Blumen) Pflanzen gelehrt.
Die Sache mit den Blumen fand bei Ramona, welche die verschwenderisch blühenden Schwertlilien ihrer Grossmutter vor Augen hatte, allerdings keine unbedingte Akzeptanz Und heute, als erwachsene Frau, findet sie im Garten, wo sie nach dem frühmorgendlichen Brotbacken bereits um fünf Uhr jätet und sich an ihrer üppigen Rosen- und Staudenpracht erfreut, etwas Ablenkung von ihren Sorgen und Zeit zum Nachdenken.
Ramonas Stiefenkelin Katie wird von ihrer Ersatzgrossmutter mit deren Blumenliebe angesteckt und blüht richtiggehend auf. Wie eine Pflanze, die endlich im richtigen Boden wächst, fängt sie an zu gedeihen und überlegt sogar, ob sie aus der Blumenzucht einen Beruf machen könnte. Die drogenabhängige Mutter des Mädchens nutzt die bedingungslose Loyalität ihrer Tochter bei jeder Gelegenheit hemmungslos aus und Katie hat früh gelernt, dass auf Erwachsene keinen Verlass ist. Und auch ihr neues Leben ist nicht frei von Enttäuschungen. Als der fest geplante Ausflug an eine Blumenausstellung ins Wasser fällt, fühlt sich Katie völlig vernachlässigt und in ihrer Meinung bestätigt, dass man niemandem vertrauen kann, und fährt ungefragt alleine hin.
Der englische Titel „How to bake a perfect life“ könnte passender nicht sein. Der feinfühlige Roman zeigt , dass zwischenmenschliche Beziehungen genau so sorgfältig gepflegt werden müssen wie Teigkulturen.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und dazwischen wird die Leserin in Ramonas Brotgeheimnisse samt den verschiedenen Schritten zum perfekten Teig eingeweiht.
Von Barbara O’Neal habe ich bereits kürzlich einen Roman vorgestellt: The Garden of Happy Endings.
Barbara O’Neal:
Mit einer Prise Glück und Liebe
Wilhelm Goldmann Verlag, 2012
21. Mai 2013
17. Mai 2013
Camilla Arvidsson und Malin Nilsson: Neue Garten-Deko aus Beton selbstgemacht
Mit Beton und Kreativität lassen sich für den Garten viele Ideen umsetzen. Vogeltränken, Fussabtreter, Wegweiser, aber auch eine Gartenbank oder ein Grilltisch mit Kugelgrilleinsatz können mit Unterstützung der ausführlich bebilderten Anleitung aus diesem Buch hergestellt werden. Die beiden letzten Objekte sind eher etwas für erfahrene Beton-Deko-Macher. Aber vielleicht machen Sie Ihre ersten Versuche zunächst mit etwas Leichterem (im doppelten Sinn) und gewinnen so erste Erfahrungen im Umgang mit der Materie.
Im Buch „Neue Garten-Deko aus Beton selbstgemacht“ finden sich etwa Beispiele für ganz verschiedene Formen von Blumentöpfen: aussen viereckig und innen rund oder umgekehrt aussen rund und innen viereckig, oval, mehreckig, verschiedene Höhen und Weiten. Je kleiner Sie die Grösse der inneren Form im Verhältnis zur äusseren wählen, desto dicker und natürlich auch schwerer wird die Blumentopfwand. Zusätzlich können die Betonobjekte nach Lust und Laune und den eigenen Vorlieben entsprechend verziert werden. Dazu eigenen sich eingeölte Schnüre oder Glasnuggets, die nach dem Trocknen der Objekte einfach entfernt werden können.
Auf den ersten neunzig Seiten werden in Text und Bild Vorschläge für Deko-Objekte präsentiert. Anschliessend folgen der Handbuch-Teil, in dem ein kurzer geschichtlicher Überblick und eine Übersicht über verschiedene Arten von Beton gegeben werden, sowie hilfreiche Tipps zum Mischen, Giessen und Trocknen von Beton. Hernach werden die Ideen aus dem ersten Buchteil Schritt für Schritt und bebildert erklärt, so dass der erfolgreichen Ausführung nichts mehr im Wege stehen sollte.
Gussformen finden sich in jedem Haushalt zuhauf. Es eignen sich beispielsweise (Silikon-)Backformen, Sandkastenformen, Teile von Schaumstoff-Bodenpuzzles. Sie können sich Ihre Modelle aus Brettern und Schrauben auch selber zusammenschustern oder mit Silikonkautschuk eigene Gussformen herstellen. Egal für welches Modell sie sich entscheiden – wichtig ist, dass alle Vorlagen gut eingeölt und grössere Objekte zusätzlich verstärkt werden müssen.
Falls Ihnen Beton pur nicht zusagt und Sie nicht warten wollen, bis Moose und Flechten für eine natürliche Patina sorgen, können Sie auf das getrocknete Objekt eine Mischung aus Joghurt und Erde streichen, was die Bildung einer antik wirkenden Struktur beschleunigt. Die Autorinnen empfehlen im Buch, der Betonmischung Torfmull beizufügen, damit der Beton poröser wird. Da auf die Verwendung von Torf grundsätzlich verzichtet werden soll, ist unbedingt die Joghurt-Variante vorzuziehen.
Das Buch ist eine Inspirationsquelle für alle, die sich neu mit dem Thema Beton-Deko vertraut machen wollen. Die Ergebnisse und die Schritte dahin sehen recht einfach aus, so dass ich es demnächst auch einmal mit einem kleinen Betonobjekt ausprobieren will. Das Verhältnis der Wasserzugabe zum Betonmischen wird nur einmal kurz erwähnt (ein 25-Kilo-Sack Beton ergibt mit etwa vier Litern Wasser ungefähr vierzehn Liter Beton). Für Anfänger wäre eine Tabelle mit ein paar umgerechneten Eckwerten hilfreich gewesen. Vermisst habe ich einen Hinweis für die richtige Entsorgung der angerührten Reste. Diese dürfen wegen Verstopfungsgefahr keinesfalls ins Abwasser geleitet werden. Sie finden das logisch? Ich eigentlich auch - aus dem Bekanntenkreis weiss ich aber, dass nicht jedermann das Kleingedruckte auf den Betonsäcken liest …
Camilla Arvidsson und Malin Nilsson:
Neue Garten-Deko aus Beton selbstgemacht
LV-Buch, 2013
Im Buch „Neue Garten-Deko aus Beton selbstgemacht“ finden sich etwa Beispiele für ganz verschiedene Formen von Blumentöpfen: aussen viereckig und innen rund oder umgekehrt aussen rund und innen viereckig, oval, mehreckig, verschiedene Höhen und Weiten. Je kleiner Sie die Grösse der inneren Form im Verhältnis zur äusseren wählen, desto dicker und natürlich auch schwerer wird die Blumentopfwand. Zusätzlich können die Betonobjekte nach Lust und Laune und den eigenen Vorlieben entsprechend verziert werden. Dazu eigenen sich eingeölte Schnüre oder Glasnuggets, die nach dem Trocknen der Objekte einfach entfernt werden können.
Auf den ersten neunzig Seiten werden in Text und Bild Vorschläge für Deko-Objekte präsentiert. Anschliessend folgen der Handbuch-Teil, in dem ein kurzer geschichtlicher Überblick und eine Übersicht über verschiedene Arten von Beton gegeben werden, sowie hilfreiche Tipps zum Mischen, Giessen und Trocknen von Beton. Hernach werden die Ideen aus dem ersten Buchteil Schritt für Schritt und bebildert erklärt, so dass der erfolgreichen Ausführung nichts mehr im Wege stehen sollte.
Gussformen finden sich in jedem Haushalt zuhauf. Es eignen sich beispielsweise (Silikon-)Backformen, Sandkastenformen, Teile von Schaumstoff-Bodenpuzzles. Sie können sich Ihre Modelle aus Brettern und Schrauben auch selber zusammenschustern oder mit Silikonkautschuk eigene Gussformen herstellen. Egal für welches Modell sie sich entscheiden – wichtig ist, dass alle Vorlagen gut eingeölt und grössere Objekte zusätzlich verstärkt werden müssen.
Falls Ihnen Beton pur nicht zusagt und Sie nicht warten wollen, bis Moose und Flechten für eine natürliche Patina sorgen, können Sie auf das getrocknete Objekt eine Mischung aus Joghurt und Erde streichen, was die Bildung einer antik wirkenden Struktur beschleunigt. Die Autorinnen empfehlen im Buch, der Betonmischung Torfmull beizufügen, damit der Beton poröser wird. Da auf die Verwendung von Torf grundsätzlich verzichtet werden soll, ist unbedingt die Joghurt-Variante vorzuziehen.
Das Buch ist eine Inspirationsquelle für alle, die sich neu mit dem Thema Beton-Deko vertraut machen wollen. Die Ergebnisse und die Schritte dahin sehen recht einfach aus, so dass ich es demnächst auch einmal mit einem kleinen Betonobjekt ausprobieren will. Das Verhältnis der Wasserzugabe zum Betonmischen wird nur einmal kurz erwähnt (ein 25-Kilo-Sack Beton ergibt mit etwa vier Litern Wasser ungefähr vierzehn Liter Beton). Für Anfänger wäre eine Tabelle mit ein paar umgerechneten Eckwerten hilfreich gewesen. Vermisst habe ich einen Hinweis für die richtige Entsorgung der angerührten Reste. Diese dürfen wegen Verstopfungsgefahr keinesfalls ins Abwasser geleitet werden. Sie finden das logisch? Ich eigentlich auch - aus dem Bekanntenkreis weiss ich aber, dass nicht jedermann das Kleingedruckte auf den Betonsäcken liest …
Camilla Arvidsson und Malin Nilsson:
Neue Garten-Deko aus Beton selbstgemacht
LV-Buch, 2013
13. Mai 2013
Holger Schaeben: Es ist ein hartes Leben in der Provinz – Aber einer musste es tun
In fünfunddreissig Glossen erzählt der Autor Holger Schaeben von seinem Umzug vom Rheinland nach „Down-Under-Deutschland“ sowie dem Abbruch des Selbstversuches und den Gründen, die dazu geführt haben. Schon gleich von Beginn weg fällt bei den konkreter werdenden Umzugsplänen Richtung bayerisches Oberland immer wieder das Wort „Ende“ - ein schlechtes Omen? Jedenfalls scheitert die Verwirklichung der Idee „Träume nicht dein Landleben, lebe den Landtraum!“ schon recht bald und ich konnte mich während der Lektüre des Öfteren nicht des Eindruckes erwehren, dass es gar nicht anders herauskommen konnte mit dieser innerdeutschen Integration. Aber nun schön der Reihe nach.
Mitten in einem Sommer werden die Pläne in die Tat umgesetzt. Der Möbelwagen steht vollgepackt vor der Tür des neu gebauten Hauses. Aber in diesem neuen Daheim ist noch etliches unfertig und so startet das Landleben mit dem Koordinieren, Antreiben, Beaufsichtigen und dem Bezahlen von verschiedenen Handwerkern. Die damalige Lage inklusive finanzieller Sorgen beschreibt der Autor rückblickend kurz und treffend mit den Worten (Zitat): „Wir waren jetzt im Gebirge und hier in ein betriebswirtschaftliches Tal geraten“. Und mit diesen Problemen ging der Sommer zu Ende und der Herbst zog ein.
Die Mängelliste mit einundvierzig Positionen wurde nach und nach kleiner und nicht alle Erlebnisse mit Baufachleuten waren so nervenaufreibend wie jene mit dem Maler, der den nicht gerade schmeichelhaften Übernahmen „Fritz die Pottsau“ erhalten hat. Ebenfalls unter Erfahrungen abgebucht werden können die Bekanntschaften mit den verschiedenen Arten von Fliegen: Stubenfliegen, Pferdefliegen, Dungfliegen, Dasselfliegen, Schwingfliegen und Schwebefliegen.
Und war der harmlose Gruss „Schönes Wochenende“ in der Stadt ein Synonym für Vergnügen, Erholung und Ruhe entwickelte er sich auf dem Land zu einer Androhung für die Erfüllung von unzähligen Pflichten wie Rasenmähen, Unkraut jäten, Rasenkanten stechen und düngen. Auch Holzhochstapeln will gelernt und vor allem zeitig vor dem ersten Schneefall erledigt sein. So verabschiedete sich der Autor mit seinem Umzug von der Stadt aufs Land ziemlich schnell von seinen Vorstellungen, die eher diffus und insbesondere überaus positiv waren – nämlich so ganz nach dem Motto „malerisches Landleben mit Grillzirpen“.
Bald stellte sich heraus, dass die Zeit, die in der Stadt immer und überall zu knapp bemessen war, auf dem Land zu kriechen schien. Die Entschleunigung war ein paar Takte zu rigoros. Und nicht jeder ist schliesslich dazu geschaffen, bei minus zwanzig Grad zum Bäcker zu stapfen, ohne dass dabei Gedanken aufkommen, was wohl um alles in der Welt Amundsen und Scott Richtung Südpol getrieben hat.
Hortikulturelles gibt es in diesem pointiert formulierten Buch wenig zu lesen. An einer Stelle wird von einem Gemeindeangestellten vom Bauhof berichtet, der mit einer Art Karussellauto schmalspurige Spuren in eine Saatfläche walzt und der Autor forscht über Dahlien nach, weil diese ab 2005 Mittelpunkt einer „Land-der-Ideen-Kampagne“ waren und erwähnt dabei kletternde Dahlien (gibt’s die wirklich?). Holger Schaeben schreibt auch wiederholt über die alle zehn Jahre stattfindende Grossveranstaltung „Passionsspiele“ in Oberammergau samt Hintergrund und verbindet diese mit einem hübschen Wortspiel zum Fazit seiner oberbayrischen Zeit (Zitat): „Für uns gab es keine Passionsfrüchte zu ernten“. Über zwischenmenschliche Beziehungen, Begegnungen, Bekanntschaften oder gar neue Freundschaften schweigt sich der Autor grossmehrheitlich aus, bedankt sich aber am Ende der Nachrichten bei ein paar Männern und Frauen fürs Kennenlernen.
Zum Abschluss dieser als unsachliches Sachbuch bezeichneten Nachrichtensammlung betont der Autor ausdrücklich, dass Oberammergau keine Schuld an den Enttäuschungen aufgrund falscher Erwartungen und Vorstellungen hat, was in den einzelnen Nachrichten zuweilen auch leicht anders interpretiert werden könnte. Immerhin war die Luft besser als im Rheinland.
Holger Schaeben:
Es ist ein hartes Leben in der Provinz – Aber einer musste es tun
Edition Octopus, 2013
Mitten in einem Sommer werden die Pläne in die Tat umgesetzt. Der Möbelwagen steht vollgepackt vor der Tür des neu gebauten Hauses. Aber in diesem neuen Daheim ist noch etliches unfertig und so startet das Landleben mit dem Koordinieren, Antreiben, Beaufsichtigen und dem Bezahlen von verschiedenen Handwerkern. Die damalige Lage inklusive finanzieller Sorgen beschreibt der Autor rückblickend kurz und treffend mit den Worten (Zitat): „Wir waren jetzt im Gebirge und hier in ein betriebswirtschaftliches Tal geraten“. Und mit diesen Problemen ging der Sommer zu Ende und der Herbst zog ein.
Die Mängelliste mit einundvierzig Positionen wurde nach und nach kleiner und nicht alle Erlebnisse mit Baufachleuten waren so nervenaufreibend wie jene mit dem Maler, der den nicht gerade schmeichelhaften Übernahmen „Fritz die Pottsau“ erhalten hat. Ebenfalls unter Erfahrungen abgebucht werden können die Bekanntschaften mit den verschiedenen Arten von Fliegen: Stubenfliegen, Pferdefliegen, Dungfliegen, Dasselfliegen, Schwingfliegen und Schwebefliegen.
Und war der harmlose Gruss „Schönes Wochenende“ in der Stadt ein Synonym für Vergnügen, Erholung und Ruhe entwickelte er sich auf dem Land zu einer Androhung für die Erfüllung von unzähligen Pflichten wie Rasenmähen, Unkraut jäten, Rasenkanten stechen und düngen. Auch Holzhochstapeln will gelernt und vor allem zeitig vor dem ersten Schneefall erledigt sein. So verabschiedete sich der Autor mit seinem Umzug von der Stadt aufs Land ziemlich schnell von seinen Vorstellungen, die eher diffus und insbesondere überaus positiv waren – nämlich so ganz nach dem Motto „malerisches Landleben mit Grillzirpen“.
Bald stellte sich heraus, dass die Zeit, die in der Stadt immer und überall zu knapp bemessen war, auf dem Land zu kriechen schien. Die Entschleunigung war ein paar Takte zu rigoros. Und nicht jeder ist schliesslich dazu geschaffen, bei minus zwanzig Grad zum Bäcker zu stapfen, ohne dass dabei Gedanken aufkommen, was wohl um alles in der Welt Amundsen und Scott Richtung Südpol getrieben hat.
Hortikulturelles gibt es in diesem pointiert formulierten Buch wenig zu lesen. An einer Stelle wird von einem Gemeindeangestellten vom Bauhof berichtet, der mit einer Art Karussellauto schmalspurige Spuren in eine Saatfläche walzt und der Autor forscht über Dahlien nach, weil diese ab 2005 Mittelpunkt einer „Land-der-Ideen-Kampagne“ waren und erwähnt dabei kletternde Dahlien (gibt’s die wirklich?). Holger Schaeben schreibt auch wiederholt über die alle zehn Jahre stattfindende Grossveranstaltung „Passionsspiele“ in Oberammergau samt Hintergrund und verbindet diese mit einem hübschen Wortspiel zum Fazit seiner oberbayrischen Zeit (Zitat): „Für uns gab es keine Passionsfrüchte zu ernten“. Über zwischenmenschliche Beziehungen, Begegnungen, Bekanntschaften oder gar neue Freundschaften schweigt sich der Autor grossmehrheitlich aus, bedankt sich aber am Ende der Nachrichten bei ein paar Männern und Frauen fürs Kennenlernen.
Zum Abschluss dieser als unsachliches Sachbuch bezeichneten Nachrichtensammlung betont der Autor ausdrücklich, dass Oberammergau keine Schuld an den Enttäuschungen aufgrund falscher Erwartungen und Vorstellungen hat, was in den einzelnen Nachrichten zuweilen auch leicht anders interpretiert werden könnte. Immerhin war die Luft besser als im Rheinland.
Holger Schaeben:
Es ist ein hartes Leben in der Provinz – Aber einer musste es tun
Edition Octopus, 2013
9. Mai 2013
Beth Chatto und Christopher Lloyd: Dear Friend and Gardener – Ein Briefwechsel über das Leben, das Gärtnern und die Freundschaft
In den Jahren 1996 und 1997 haben die beiden bekannten englischen Gärtner und Gartenbuchautoren Beth Chatto (geboren 1923) und Christopher Lloyd (1921 – 2006) als Grundlage für dieses Buch einen regen Briefwechsel geführt, der nun nach fünfzehn Jahren auch in deutscher Übersetzung vorliegt. Im Vorwort zur Originalausgabe von 1998 verrät Beth Chatto, dass sich die beiden dannzumal bereits seit rund zwanzig Jahre gekannt haben. Die Freundschaft zwischen den beiden basierte auf einer Meinungsverschiedenheit, die in einer Einladung zum Lunch nach „Great Dixter“ mündete, wo schliesslich viele gemeinsame Interessen und Wertvorstellungen entdeckt wurden. In der Folge blieb man mit gegenseitigen Besuchen und Telefonaten in Kontakt und nahm auch gemeinsam an Konferenzen auf anderen Erdteilen teil.
Christopher Lloyd wurde die Passion fürs Gärtnern bereits in die Wiege gelegt und er absolvierte ein Gartenbaustudium. Er lebte Zeit seines Lebens in einem historischen Erbe und gärtnerte in einem von Edwin Lutyens entworfenen Garten. Bekannt wurde er auch durch seine Tätigkeit als Gartenschriftsteller und Kolumnist. Im Briefwechsel erfährt man, dass er sich sehr diszipliniert dem Schreiben widmet, seine Texte selber tippt und auch ziemlich ungehemmt im Garten mit Gift hantiert bzw. spritzen lässt. Er mochte keine „kopierten“ Gärten ohne eigene Inspirationen und Ideen, und er war bekannt für seine exotischen, oft gewagten (Farb-)Kompositionen. Ausserdem schätzte er den Kontakt, insbesondere auch mit jüngeren Leuten und er war ein ausserordentlich grosszügiger Gastgeber. Er war ziemlich direkt und konnte schon mal die Leute vor den Kopf stossen. Sehr verständlich ist sein Ärger über Gartenbesucher, die uneingeladen ins Haus platzen und dort ohne Hemmungen in privaten Dingen wühlen.
Beth Chatto ihrerseits verfügt über keine gärtnerische Grundausbildung, hatte aber im Künstler und Gärtner Cedric Morris einen ausgewiesenen hortikulturellen Mentor. Ihren Garten in Elmstead Market hat sie von Grund auf selbst angelegt und gestaltet und wurde dabei durch die lokalen Boden- und Witterungsverhältnisse zum Experimentieren gezwunden. Nach wie vor macht sie sich nachts oft Sorgen um ihre Pflanzen, wenn stürmische Winde durch den Garten fegen. Ihr Kies- und ihr Sumpfgarten, aber auch ihre Bücher darüber sind schon lange weit über die englischen Grenzen hinaus bekannt. Ihr Hauptinteresse gilt der Wirkung von Blattformen und Strukturen, während Blüten erst zweitrangig sind und sie gärtnert ökologisch. Bei der Anlage des Gartens konnte sie sich nicht vorstellen, dass dieser jemals von Gartenliebhabern besucht werden könnte und sie hat deshalb auch keine besonderen Vorkehrungen für Wege eingeplant. Dafür bewundert sie umso mehr die Weitsicht von Edwin Lutyens, der auf „Great Dixter“ seinerzeit ein ausgeklügeltes Wegnetz geplant hat, das sich harmonisch in die Anlage einfügt. Zum Schreiben von Briefen und Texten muss sie sich oft aufraffen und ihre handschriftlichen Notizen werden von einer Sekretärin abgetippt.
Die Meinungen zwischen den beiden Gärtnern gehen immer wieder auseinander, etwa auch in der Ansicht, ob der berühmte Kiesgarten nun pflegeleicht ist oder nicht. Ganz offensichtlich sehr aufwendig ist das Herausnehmen der frostempfindlichen Pflanzen aus den Beeten in „Great Dixter“ vor dem Wintereinbruch. In der Korrespondenz kommen aber auch viele Gemeinsamkeiten aufs Tapet und man liest, dass auch grosse Gärtner zuweilen Fehlentscheidungen treffen. Immer wieder trifft man lesend auf bekannte Namen aus der englischen, aber auch der deutschen Gartenszene (Frank Ronan, Alan Bloom, Ewald Hügin, verschiedene Personen aus der Staudengärtnerei Gräfin Zeppelin). Beide kochen gerne und schätzen eine gute Küche mit frischen Produkten aus dem eigenen Garten. Sie besuchten auch gerne und wiederholt gemeinsam Konzerte.
Beth Chatto war zur Zeit dieses Briefwechsels wegen ihrem schwer kranken Mann Andrew ans Haus gebunden und vermisste deshalb zuweilen das Reisen und die Impulse aus fremden Gärten. In ihren Briefen erfährt man auch von ihren Gedanken, die sie sich über die Zukunft von grossen komplexen Gärten macht. Mit Billiglöhnen und einem Manager ohne Herz für die Anlage funktioniert der Unterhalt wohl eher nicht. Sie träumt aber auch von einem Gen, das unschöne Überbleibsel von verblühten Blüten selbständig sauber ablöst.
Aus der Lektüre geht hervor, dass der Frühling im Jahr 1996 wie dieses Jahr recht lange auf sich warten liess. Das Wetter ist allgemein regelmässig Thema in den Briefen und die unterschiedlichen Regenmengen in Elmstead Market und „Great Dixter“ werden laufend miteinander verglichen. Fotos aus den beiden Gärten und ein separates Pflanzen- sowie ein Personen- und Sachregister runden diese faszinierende Publikation für alle Garten- und Gartenbuchliebhaber ab.
Beth Chatto und Christopher Lloyd:
Dear Friend and Gardener – Ein Briefwechsel über das Leben, das Gärtnern und die Freundschaft Deutsche Verlags-Anstalt, 2013
Christopher Lloyd wurde die Passion fürs Gärtnern bereits in die Wiege gelegt und er absolvierte ein Gartenbaustudium. Er lebte Zeit seines Lebens in einem historischen Erbe und gärtnerte in einem von Edwin Lutyens entworfenen Garten. Bekannt wurde er auch durch seine Tätigkeit als Gartenschriftsteller und Kolumnist. Im Briefwechsel erfährt man, dass er sich sehr diszipliniert dem Schreiben widmet, seine Texte selber tippt und auch ziemlich ungehemmt im Garten mit Gift hantiert bzw. spritzen lässt. Er mochte keine „kopierten“ Gärten ohne eigene Inspirationen und Ideen, und er war bekannt für seine exotischen, oft gewagten (Farb-)Kompositionen. Ausserdem schätzte er den Kontakt, insbesondere auch mit jüngeren Leuten und er war ein ausserordentlich grosszügiger Gastgeber. Er war ziemlich direkt und konnte schon mal die Leute vor den Kopf stossen. Sehr verständlich ist sein Ärger über Gartenbesucher, die uneingeladen ins Haus platzen und dort ohne Hemmungen in privaten Dingen wühlen.
Beth Chatto ihrerseits verfügt über keine gärtnerische Grundausbildung, hatte aber im Künstler und Gärtner Cedric Morris einen ausgewiesenen hortikulturellen Mentor. Ihren Garten in Elmstead Market hat sie von Grund auf selbst angelegt und gestaltet und wurde dabei durch die lokalen Boden- und Witterungsverhältnisse zum Experimentieren gezwunden. Nach wie vor macht sie sich nachts oft Sorgen um ihre Pflanzen, wenn stürmische Winde durch den Garten fegen. Ihr Kies- und ihr Sumpfgarten, aber auch ihre Bücher darüber sind schon lange weit über die englischen Grenzen hinaus bekannt. Ihr Hauptinteresse gilt der Wirkung von Blattformen und Strukturen, während Blüten erst zweitrangig sind und sie gärtnert ökologisch. Bei der Anlage des Gartens konnte sie sich nicht vorstellen, dass dieser jemals von Gartenliebhabern besucht werden könnte und sie hat deshalb auch keine besonderen Vorkehrungen für Wege eingeplant. Dafür bewundert sie umso mehr die Weitsicht von Edwin Lutyens, der auf „Great Dixter“ seinerzeit ein ausgeklügeltes Wegnetz geplant hat, das sich harmonisch in die Anlage einfügt. Zum Schreiben von Briefen und Texten muss sie sich oft aufraffen und ihre handschriftlichen Notizen werden von einer Sekretärin abgetippt.
Die Meinungen zwischen den beiden Gärtnern gehen immer wieder auseinander, etwa auch in der Ansicht, ob der berühmte Kiesgarten nun pflegeleicht ist oder nicht. Ganz offensichtlich sehr aufwendig ist das Herausnehmen der frostempfindlichen Pflanzen aus den Beeten in „Great Dixter“ vor dem Wintereinbruch. In der Korrespondenz kommen aber auch viele Gemeinsamkeiten aufs Tapet und man liest, dass auch grosse Gärtner zuweilen Fehlentscheidungen treffen. Immer wieder trifft man lesend auf bekannte Namen aus der englischen, aber auch der deutschen Gartenszene (Frank Ronan, Alan Bloom, Ewald Hügin, verschiedene Personen aus der Staudengärtnerei Gräfin Zeppelin). Beide kochen gerne und schätzen eine gute Küche mit frischen Produkten aus dem eigenen Garten. Sie besuchten auch gerne und wiederholt gemeinsam Konzerte.
Beth Chatto war zur Zeit dieses Briefwechsels wegen ihrem schwer kranken Mann Andrew ans Haus gebunden und vermisste deshalb zuweilen das Reisen und die Impulse aus fremden Gärten. In ihren Briefen erfährt man auch von ihren Gedanken, die sie sich über die Zukunft von grossen komplexen Gärten macht. Mit Billiglöhnen und einem Manager ohne Herz für die Anlage funktioniert der Unterhalt wohl eher nicht. Sie träumt aber auch von einem Gen, das unschöne Überbleibsel von verblühten Blüten selbständig sauber ablöst.
Aus der Lektüre geht hervor, dass der Frühling im Jahr 1996 wie dieses Jahr recht lange auf sich warten liess. Das Wetter ist allgemein regelmässig Thema in den Briefen und die unterschiedlichen Regenmengen in Elmstead Market und „Great Dixter“ werden laufend miteinander verglichen. Fotos aus den beiden Gärten und ein separates Pflanzen- sowie ein Personen- und Sachregister runden diese faszinierende Publikation für alle Garten- und Gartenbuchliebhaber ab.
Beth Chatto und Christopher Lloyd:
Dear Friend and Gardener – Ein Briefwechsel über das Leben, das Gärtnern und die Freundschaft Deutsche Verlags-Anstalt, 2013
5. Mai 2013
Barbara Claypole White: The Unfinished Garden (Dt: Der Wilde Garten)
Die gebürtige Engländerin Tilly Silverberg lebt mit ihrem achtjährigen Sohn in North Carolina. Den Lebensunterhalt bestreitet die junge Witwe mit ihrer Gärtnerei „Piedmont Perennials“, wo sie sich so weit als möglich vom Rest der Welt abschottet, während ihre Angestellte Sari sie unverhohlen dazu drängt, das Geschäftsgebiet auszudehnen und auch Gartenumgestaltungen anzubieten. Tillys Mann David ist vor drei Jahren gänzlich unerwartet gestorben und seit seinem Tod hat sich die ehemals schüchterne Frau in eine solche mit starkem Durchsetzungsvermögen verwandelt.
Noch mehr Auftrieb erhält Saris Idee, während Tillys Abneigung diametral dazu sinkt, als ein potentieller Kunde namens James Nealy in der Gärtnerei auftaucht und Tilly für die Gestaltung seines Gartens eine grosse Summe Geld anbietet. Obwohl das Angebot finanziell sehr verlockend ist, lehnt sie es kategorisch ab und lässt sich auf keine Diskussionen ein. James Nealy aber ist es gewohnt, seinen Willen durchzusetzen und lässt nicht locker.
Wegen einer dringenden Familienangelegenheit reist Tilly mit ihrem Sohn ungeplant für längere Zeit nach England und begegnet dort ihrem inzwischen getrennt von seiner Frau lebenden Jugendfreund Sebastian wieder, der gleichzeitig ihre erste grosse Liebe war. Und völlig unerwartet taucht auch ihr hartnäckiger Möchtegern-Kunde James Nealy auf Woodend auf.
Die nächsten Wochen in England entpuppen sich als ziemlich turbulent. Sind da noch Gefühle für Sebastian? Und wie soll Tilly mit dem hartnäckig-aufdringlichen James umgehen, der an einer Zwangsstörung leidet und von seinen irrationalen Ängsten gesteuert wird? Dazu kommen unerwartete Geständnisse und ihre Angst, an Krebs erkrankt zu sein, sowie immer wieder aufkommende Schuldgefühle im Zusammenhang mit der Patientenverfügung ihres verstorbenen Mannes.
Die zunächst sehr perfekt geschilderte Ehe zwischen Tilly und David entpuppt sich während der Lektüre als doch nicht ganz so vollkommen und die Leserin bekommt Einblick in die Schattenseiten der Beziehung. Tilly hat ihre Karriere für die Familie aufgegeben und sich weitgehend Davids Wünschen und Bedürfnissen untergeordnet. Dieser war recht dominant und bestimmte sogar über den Belag auf der Pizza seiner Frau, schickte sie aber im Gegenzug gerne in teure Schönheitssalons, die ihr wiederum nicht besonders gefielen. Rücksichtnahme war nicht so sein Ding und die oft prekären finanziellen Verhältnisse der Familie kümmerten ihn nicht gross.
James Nealy bekommt trotz all seiner Bemühungen keinen fertigen Garten von Tilly, sondern er muss ihn zusammen mit ihr selber gestalten. Bereits in England führt sie ihn in hortikulturelle Geheimnisse ein. Die beiden therapieren sich beim Gärtnern gegenseitig und versuchen dabei, die ihre Leben bestimmenden Ängste loszuwerden. Und obwohl eigentlich alle Gründe gegen eine Beziehung der beiden sprechen, ist eine gewisse gegenseitige Anziehungskraft nicht zu verleugnen.
Barbara Claypole White:
The Unfinished Garden
Harlequin MIRA, 2012
Der wilde Garten
Ullstein Verlag, 2014
Noch mehr Auftrieb erhält Saris Idee, während Tillys Abneigung diametral dazu sinkt, als ein potentieller Kunde namens James Nealy in der Gärtnerei auftaucht und Tilly für die Gestaltung seines Gartens eine grosse Summe Geld anbietet. Obwohl das Angebot finanziell sehr verlockend ist, lehnt sie es kategorisch ab und lässt sich auf keine Diskussionen ein. James Nealy aber ist es gewohnt, seinen Willen durchzusetzen und lässt nicht locker.
Wegen einer dringenden Familienangelegenheit reist Tilly mit ihrem Sohn ungeplant für längere Zeit nach England und begegnet dort ihrem inzwischen getrennt von seiner Frau lebenden Jugendfreund Sebastian wieder, der gleichzeitig ihre erste grosse Liebe war. Und völlig unerwartet taucht auch ihr hartnäckiger Möchtegern-Kunde James Nealy auf Woodend auf.
Die nächsten Wochen in England entpuppen sich als ziemlich turbulent. Sind da noch Gefühle für Sebastian? Und wie soll Tilly mit dem hartnäckig-aufdringlichen James umgehen, der an einer Zwangsstörung leidet und von seinen irrationalen Ängsten gesteuert wird? Dazu kommen unerwartete Geständnisse und ihre Angst, an Krebs erkrankt zu sein, sowie immer wieder aufkommende Schuldgefühle im Zusammenhang mit der Patientenverfügung ihres verstorbenen Mannes.
Die zunächst sehr perfekt geschilderte Ehe zwischen Tilly und David entpuppt sich während der Lektüre als doch nicht ganz so vollkommen und die Leserin bekommt Einblick in die Schattenseiten der Beziehung. Tilly hat ihre Karriere für die Familie aufgegeben und sich weitgehend Davids Wünschen und Bedürfnissen untergeordnet. Dieser war recht dominant und bestimmte sogar über den Belag auf der Pizza seiner Frau, schickte sie aber im Gegenzug gerne in teure Schönheitssalons, die ihr wiederum nicht besonders gefielen. Rücksichtnahme war nicht so sein Ding und die oft prekären finanziellen Verhältnisse der Familie kümmerten ihn nicht gross.
James Nealy bekommt trotz all seiner Bemühungen keinen fertigen Garten von Tilly, sondern er muss ihn zusammen mit ihr selber gestalten. Bereits in England führt sie ihn in hortikulturelle Geheimnisse ein. Die beiden therapieren sich beim Gärtnern gegenseitig und versuchen dabei, die ihre Leben bestimmenden Ängste loszuwerden. Und obwohl eigentlich alle Gründe gegen eine Beziehung der beiden sprechen, ist eine gewisse gegenseitige Anziehungskraft nicht zu verleugnen.
Barbara Claypole White:
The Unfinished Garden
Harlequin MIRA, 2012
Der wilde Garten
Ullstein Verlag, 2014
1. Mai 2013
Nikola Hahn – Der Garten der alten Dame
Elis Leben wird gerade völlig auf den Kopf gestellt. Ihre Eltern haben sich getrennt uns so muss sie sich an eine neue Wohnung, eine neue Schule und an neue Klassenkameraden gewöhnen. Ihr ganzes neues Leben kann Eli mit einem Wort umschreiben: doof! Nicht einmal die Aussicht aus ihrem Zimmer gibt was her. Während sie zuvor auf eine alte knorrige Stieleiche blicken konnte, sieht sie nun nur öde Dächer. Vor allem aber vermisst sie Papas Geschichten, denen sie immer so gerne zugehört hat. Aber ihn sieht sie nun nur noch am Wochenende und die Mutter ist oft unaufmerksam und hat keine Zeit für die Tochter.
In der Schule schliesst sie sich an Emma an, obwohl die beiden so gar nichts gemeinsam zu haben scheinen. Ausser vielleicht der Tatsache, dass beide keine anderen Kolleginnen haben und deshalb ab und zu zusammen Hausaufgaben machen. Emma ist zwar sehr nett, aber für Elis Geschmack ist sie viel zu brav. Als Eli mit ihrer neuen Klassenkameradin nach Hause läuft, weckt ein hinter einer Mauer versteckter Garten ihre Aufmerksamkeit. Emma spricht von einem Schandfleck und meint, dort gäbe es nur Unkraut und ein kaputtes Haus, dessen Besitzerin Frau Meyer schon vor Jahren gestorben ist. Elis Neugierde aber ist entfacht und nachdem sie vom Balkon vor Emmas Zimmer aus einen Blick in den zugewucherten Garten hat werfen können, möchte sie unbedingt einen Weg hinein finden.
Dieser versteckte Garten zieht Eli in seinen Bann, denn er erinnert sie an die Geschichte über einen alten Garten, die ihr der Vater dreimal vorgelesen hat. Das Mädchen verschafft sich Zugang durch einen schmalen Spalt in der Mauer, der umrahmt ist von dürren Ästen und dornigen Ranken. Jenseits der Mauer leuchten die Büsche in herbstlichen Farben, die Blumen sind von Unkraut überwuchert, das Gras steht kniehoch und mitten drin steht ein Kirschbaum. Und Eli wird bereits von einer alten Frau in einem Schaukelstuhl erwartet und mit ihrem Namen begrüsst.
Während Emma weiterhin lieber mit ihren Puppen spielt, schlüpft Eli, so wie ihr es Frau Meyer prophezeit hat, immer öfter durch den Mauerspalt in den Garten, der sich zu ihrem ganz persönlichen Zauberreich und Rückzugsort entwickelt hat. Sie plaudert jeweils mit Frau Meyer und das Scheidungskind erfährt mit Erstaunen, dass diese sechsundsechzig Jahre verheiratet gewesen ist und drei längst erwachsene Kinder hat. Eli macht auch die Bekanntschaft eines Trolls namens Nikodemus und der rostigen Eisenbahn Rudi-Luigi. Sie schärft ihren Blick für Käfer, Spinnen, Blattläuse, Libellen und Amseln. Sie legt ein eigenes Blumenbeet an und sie misshandelt ein Olivenbäumchen mit ihrer Schnittkunst. Bei der Auswahl der Pflanzen wird sie von einer geduldigen Blumenfrau in einem Blumenladen um die Ecke beraten, wo sie ebenfalls einen Teil ihrer Freizeit verbringt.
Der fantasievolle Roman ist ein gelungener Mix aus Magie und Märchen mit philosophischen Einflüssen und der Epilog bildet einen schönen und überaus passenden Abschluss. Die Autorin erläutert im Anhang zum Buch ihre Inspirationsquellen und wer gerne mehr über sie und ihren eigenen Garten erfahren will, schaut in ihren Blog "Baumgesicht". Warum ständig darüber sinnieren, was in Zukunft alles schief gehen kann? Eli lernt, das Jetzt zu geniessen und keine kostbaren Stunden zu vergeuden. Die Gartenbewohner bringen ihr auch bei, die Dinge nicht so zu wünschen wie sie gewesen sind, sondern so wie sie werden sollen und dass einem Materielles wieder genommen werden kann, aber die eigenen Gefühle nicht.
"Der Garten der alten Dame" ist ein berührendes Buch, das mich immer wieder in vor Jahren gerne gelesene Bücher geführt hat ("Der alte Garten" von Marie-Louise Kaschnitz und der „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Expupéry). Das Buch ist übrigens in verschiedenen Jahreszeiten-Ausgaben mit unterschiedlicher Ausstattung erhältlich.
Nikola Hahn:
Der Garten der alten Dame
Thoni Verlag/Eigenverlag, 2013
In der Schule schliesst sie sich an Emma an, obwohl die beiden so gar nichts gemeinsam zu haben scheinen. Ausser vielleicht der Tatsache, dass beide keine anderen Kolleginnen haben und deshalb ab und zu zusammen Hausaufgaben machen. Emma ist zwar sehr nett, aber für Elis Geschmack ist sie viel zu brav. Als Eli mit ihrer neuen Klassenkameradin nach Hause läuft, weckt ein hinter einer Mauer versteckter Garten ihre Aufmerksamkeit. Emma spricht von einem Schandfleck und meint, dort gäbe es nur Unkraut und ein kaputtes Haus, dessen Besitzerin Frau Meyer schon vor Jahren gestorben ist. Elis Neugierde aber ist entfacht und nachdem sie vom Balkon vor Emmas Zimmer aus einen Blick in den zugewucherten Garten hat werfen können, möchte sie unbedingt einen Weg hinein finden.
Dieser versteckte Garten zieht Eli in seinen Bann, denn er erinnert sie an die Geschichte über einen alten Garten, die ihr der Vater dreimal vorgelesen hat. Das Mädchen verschafft sich Zugang durch einen schmalen Spalt in der Mauer, der umrahmt ist von dürren Ästen und dornigen Ranken. Jenseits der Mauer leuchten die Büsche in herbstlichen Farben, die Blumen sind von Unkraut überwuchert, das Gras steht kniehoch und mitten drin steht ein Kirschbaum. Und Eli wird bereits von einer alten Frau in einem Schaukelstuhl erwartet und mit ihrem Namen begrüsst.
Während Emma weiterhin lieber mit ihren Puppen spielt, schlüpft Eli, so wie ihr es Frau Meyer prophezeit hat, immer öfter durch den Mauerspalt in den Garten, der sich zu ihrem ganz persönlichen Zauberreich und Rückzugsort entwickelt hat. Sie plaudert jeweils mit Frau Meyer und das Scheidungskind erfährt mit Erstaunen, dass diese sechsundsechzig Jahre verheiratet gewesen ist und drei längst erwachsene Kinder hat. Eli macht auch die Bekanntschaft eines Trolls namens Nikodemus und der rostigen Eisenbahn Rudi-Luigi. Sie schärft ihren Blick für Käfer, Spinnen, Blattläuse, Libellen und Amseln. Sie legt ein eigenes Blumenbeet an und sie misshandelt ein Olivenbäumchen mit ihrer Schnittkunst. Bei der Auswahl der Pflanzen wird sie von einer geduldigen Blumenfrau in einem Blumenladen um die Ecke beraten, wo sie ebenfalls einen Teil ihrer Freizeit verbringt.
Der fantasievolle Roman ist ein gelungener Mix aus Magie und Märchen mit philosophischen Einflüssen und der Epilog bildet einen schönen und überaus passenden Abschluss. Die Autorin erläutert im Anhang zum Buch ihre Inspirationsquellen und wer gerne mehr über sie und ihren eigenen Garten erfahren will, schaut in ihren Blog "Baumgesicht". Warum ständig darüber sinnieren, was in Zukunft alles schief gehen kann? Eli lernt, das Jetzt zu geniessen und keine kostbaren Stunden zu vergeuden. Die Gartenbewohner bringen ihr auch bei, die Dinge nicht so zu wünschen wie sie gewesen sind, sondern so wie sie werden sollen und dass einem Materielles wieder genommen werden kann, aber die eigenen Gefühle nicht.
"Der Garten der alten Dame" ist ein berührendes Buch, das mich immer wieder in vor Jahren gerne gelesene Bücher geführt hat ("Der alte Garten" von Marie-Louise Kaschnitz und der „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Expupéry). Das Buch ist übrigens in verschiedenen Jahreszeiten-Ausgaben mit unterschiedlicher Ausstattung erhältlich.
Nikola Hahn:
Der Garten der alten Dame
Thoni Verlag/Eigenverlag, 2013
29. April 2013
Heinz-Peter Baecker: Blütenfest – Der igs-Krimi
In Hamburg laufen die Vorbereitung für die Eröffnung der Internationalen Gartenschau am 26. April 2013 unter dem Motto „In 80 Gärten um die Welt“ auf Hochtouren als eine Explosion auf dem Gelände an einem frühen Morgen rund zweieinhalb Wochen vorher die Anwohner unsanft aus ihren Träumen weckt.
Auch Jette Heitmann schreckt aus dem Schlaf, als ihr Zimmer bebt und Fensterscheiben klirren. Sie wohnt in nächster Nähe des Ausstellungsgeländes und entdeckt von ihrem Fenster aus in etwa hundert Meter Entfernung eine dunkle Wolke, aus der Sand und Gestein herunterfallen.
Unter den Trümmern liegen nicht nur zerstörte Blumenbeete, sondern viel schlimmer, auch eine männliche Leiche. Bald steht durch kriminaltechnische Ermittlungen fest, dass die Explosion nicht auf einen bis anhin unentdeckten Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg zurückzuführen ist, sondern eine Bombe absichtlich per Handy gezündet worden ist. In einem Erpresserschreiben an die Geschäftsleitung der igs-Hamburg werden weitere Anschläge angedroht, falls die verlangte Lösegeldforderung der Erpresser nicht erfüllt werden sollte.
Der Anschlag stellt Jettes Leben völlig auf den Kopf. Nach einem beängstigenden ungebetenen Besuch steht sie unter Polizeischutz. Sie nimmt die Einschränkungen zwar einigermassen mit Humor auf sich, doch wer hat aus welchen Gründen überhaupt ein Interesse, die junge Frau zu bedrohen?
Die zuständige Soko arbeitet unter Hochdruck und ermittelt in verschiedene Richtungen, damit der oder die Täter dingfest gemacht und das geplante Blütenfest pünktlich und ohne Nebengeräusche eröffnet werden kann. Gelingt es, dieses Ziel zu erreichen?
Heinz-Peter Baecker:
Blütenfest – Der igs-Krimi
Kontrast Verlag, 2012
Auch Jette Heitmann schreckt aus dem Schlaf, als ihr Zimmer bebt und Fensterscheiben klirren. Sie wohnt in nächster Nähe des Ausstellungsgeländes und entdeckt von ihrem Fenster aus in etwa hundert Meter Entfernung eine dunkle Wolke, aus der Sand und Gestein herunterfallen.
Unter den Trümmern liegen nicht nur zerstörte Blumenbeete, sondern viel schlimmer, auch eine männliche Leiche. Bald steht durch kriminaltechnische Ermittlungen fest, dass die Explosion nicht auf einen bis anhin unentdeckten Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg zurückzuführen ist, sondern eine Bombe absichtlich per Handy gezündet worden ist. In einem Erpresserschreiben an die Geschäftsleitung der igs-Hamburg werden weitere Anschläge angedroht, falls die verlangte Lösegeldforderung der Erpresser nicht erfüllt werden sollte.
Der Anschlag stellt Jettes Leben völlig auf den Kopf. Nach einem beängstigenden ungebetenen Besuch steht sie unter Polizeischutz. Sie nimmt die Einschränkungen zwar einigermassen mit Humor auf sich, doch wer hat aus welchen Gründen überhaupt ein Interesse, die junge Frau zu bedrohen?
Die zuständige Soko arbeitet unter Hochdruck und ermittelt in verschiedene Richtungen, damit der oder die Täter dingfest gemacht und das geplante Blütenfest pünktlich und ohne Nebengeräusche eröffnet werden kann. Gelingt es, dieses Ziel zu erreichen?
Heinz-Peter Baecker:
Blütenfest – Der igs-Krimi
Kontrast Verlag, 2012
25. April 2013
Adrian Thomas: Gärtnern für Tiere – Das Praxisbuch für das ganze Jahr
Jeder Garten ist ein wichtiger Lebensraum für Tiere. Jedenfalls dann, wenn er nicht völlig zubetoniert ist. Da ganz allgemein immer mehr Grünflächen zugepflastert und überbaut werden, ist es umso wichtiger, mit dem eigenen Garten verantwortungsbewusst umzugehen. Schon kleine Massnahmen reichen oft aus, um mehr Tiere der unterschiedlichsten Arten und Gattungen anzulocken. Vielleicht beginnen Sie als Gärtner mit dem Vorsatz, sich nicht über jedes angeknabberte Salat- oder Hosta-Blatt zu ärgern (nicht immer ganz einfach!), indem Sie sich vor Augen zu führen, dass ein Gartenmitbewohner daran seinen Hunger gestillt hat?
Das Buch "Gärtnern für Tiere" ist farblich in mehrere Bereiche unterteilt, die das Nachschlagen von Themen erleichtern und wie folgt gegliedert:
Adrian Thomas räumt in diesem Praxisbuch gleich zu Beginn mit verschiedenen Irrtümern auf und zeigt anhand realistischer Beispiele, dass ein Garten keinesfalls gleich in eine Wildnis umgekrempelt werden muss, damit sich darin (mehr) Tiere wohl fühlen und diesen als Daheim auswählen und akzeptieren. Es ist auch nicht notwendig, sich strikt auf einheimische Pflanzen zu beschränken. Und es gibt keine allgemein gültige Gebrauchsanweisung für den perfekten tierfreundlichen Garten, sondern unzählige unterschiedliche Möglichkeiten.
Schauen Sie sich in der Natur um und nehmen Sie sich Zeit zum Beobachten, auch ausserhalb des Gartenzauns. Versuchen Sie, sich in die Bedürfnisse der kriechenden, fliegenden, hüpfenden vier- und sechsbeinigen Bewohner zu versetzen. Wie nehmen diese den Garten samt seiner Gebäude und Bepflanzung wohl war? Im Buch findet sich dazu eine anschauliche Skizze mit Beschrieb. Und vergessen Sie nicht, dass der eigene Garten keine Insel ist.
Sie haben bereits eine vage oder sogar eine konkrete Vorstellung davon, welche Tiere Sie gerne in Ihren Garten einladen wollen? Mit dem angelesenen Wissen werden Sie nach der Lektüre dieses Buches Zusammenhänge verstehen und diese in die Praxis umsetzen können. Besonders wichtig für die Fauna sind beispielsweise Bäume. Der Autor vergleicht sie mit einem Luxushotel mit fast unbegrenztem essbarem Material auf der Oberfläche, wo sich die Tiere wie in einem Selbstbedienungsladen versorgen können.
Im Kapitel „Die 300 besten Gartenpflanzen für Wildtiere“ werden in Kurzportraits neben grossen und kleinen Bäumen auch geeignete Sträucher, Kletterpflanzen und Stauden vorgestellt. Bei sämtlichen Blütenpflanzen sollten einfache Blüten den gefüllten vorgezogen werden. In letzteren kann das Innere von Bienen gar nicht erreicht werden und diese sind somit nutzlos. Selbst Totholz erfüllt wichtige Funktionen und kann mit Leben gefüllt werden. Es dient als Unterschlupf für Kröten und Molche sowie als Winterquartier für Igel.
Adrian Thomas ist Mitarbeiter der „Royal Society for the Protection of Birds“ und lässt den Leser in Vogelportraits von der Amsel über den Grünfink, Hausrotschwanz, Kleiber bis zum Wintergoldhähnchen an seinem Wissen teilhaben. Er weiss, welcher Vogel bevorzugt in Kolonien unterwegs ist, dass Mauersegler meist hoch in der Lust schlafen und welcher der gefiederten Freunde zu den Allesfressern gehört. Zu den Portraits gehören Informationen über die Verbreitung der verschiedenen Vögel, den Lebensraum, die Lebensweise, Nahrung, Schlafplatz und die Brut und der Autor erklärt, wie richtig gefüttert wird, wo Tränken und Vogelbäder platziert werden sollen und welche Vogelarten Nistkästen nutzen.
Der textliche Inhalt wird durch unzählige aussagekräftige Fotos ergänzt. Adrian Thomas vermittelt sein Wissen mit einer ansteckenden Begeisterung. Lassen Sie sich ermuntern, den gesamten Gartenraum samt der Senkrechten zu nutzen, um Lebensräume zu schaffen und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Raum. Wenn Sie Ihre Bemühungen und Ergebnisse regelmässig schriftlich und fotografisch festlegen, werden Sie nicht nur darüber staunen, was Sie im Laufe der Zeit alles vergessen haben, sondern insbesondere verblüfft sein, über die konkret nachvollziehbaren Veränderungen der Populationen in Ihrem grünen Reich.
Adrian Thomas:
Gärtnern für Tiere – Das Praxisbuch für das ganze Jahr
Haupt Verlag, 2013
Das Buch "Gärtnern für Tiere" ist farblich in mehrere Bereiche unterteilt, die das Nachschlagen von Themen erleichtern und wie folgt gegliedert:
- Vorwort, Einführung und Aufräumen mit Irrtümern
- Gärtnern für verschiedene Bewohner (Vögel, Tagfalter, Säugetiere, Reptilien und Amphibien, Bienen, Libellen, Nachtfalter und für die verborgene Welt, zu der Laub- und Feldheuschrecken, Käfer, Wanzen, Fliegen, Ameisen, Spinnen, Asseln, Regenwürmer, Nackt- und Gehäuseschnecken, Moose und Pilze sowie Flechten zählen)
- Verschiedenen Lebensräume schaffen (zum Beispiel Tipps zur Anlage von Komposthaufen und von Wassergärten, Hinweise wie der Ziergarten und der Balkon wildtierfreundlich gestaltet werden können und wie Flüssigdünger selber hergestellt werden kann)
- Die 300 besten Gartenpflanzen für Wildtiere
- Gärtnern für Tiere
- Arbeitskalender von Januar bis Dezember
- Beobachtungen und Aufzeichnungen
- Literaturhinweise, Register
Adrian Thomas räumt in diesem Praxisbuch gleich zu Beginn mit verschiedenen Irrtümern auf und zeigt anhand realistischer Beispiele, dass ein Garten keinesfalls gleich in eine Wildnis umgekrempelt werden muss, damit sich darin (mehr) Tiere wohl fühlen und diesen als Daheim auswählen und akzeptieren. Es ist auch nicht notwendig, sich strikt auf einheimische Pflanzen zu beschränken. Und es gibt keine allgemein gültige Gebrauchsanweisung für den perfekten tierfreundlichen Garten, sondern unzählige unterschiedliche Möglichkeiten.
Schauen Sie sich in der Natur um und nehmen Sie sich Zeit zum Beobachten, auch ausserhalb des Gartenzauns. Versuchen Sie, sich in die Bedürfnisse der kriechenden, fliegenden, hüpfenden vier- und sechsbeinigen Bewohner zu versetzen. Wie nehmen diese den Garten samt seiner Gebäude und Bepflanzung wohl war? Im Buch findet sich dazu eine anschauliche Skizze mit Beschrieb. Und vergessen Sie nicht, dass der eigene Garten keine Insel ist.
Sie haben bereits eine vage oder sogar eine konkrete Vorstellung davon, welche Tiere Sie gerne in Ihren Garten einladen wollen? Mit dem angelesenen Wissen werden Sie nach der Lektüre dieses Buches Zusammenhänge verstehen und diese in die Praxis umsetzen können. Besonders wichtig für die Fauna sind beispielsweise Bäume. Der Autor vergleicht sie mit einem Luxushotel mit fast unbegrenztem essbarem Material auf der Oberfläche, wo sich die Tiere wie in einem Selbstbedienungsladen versorgen können.
Im Kapitel „Die 300 besten Gartenpflanzen für Wildtiere“ werden in Kurzportraits neben grossen und kleinen Bäumen auch geeignete Sträucher, Kletterpflanzen und Stauden vorgestellt. Bei sämtlichen Blütenpflanzen sollten einfache Blüten den gefüllten vorgezogen werden. In letzteren kann das Innere von Bienen gar nicht erreicht werden und diese sind somit nutzlos. Selbst Totholz erfüllt wichtige Funktionen und kann mit Leben gefüllt werden. Es dient als Unterschlupf für Kröten und Molche sowie als Winterquartier für Igel.
Adrian Thomas ist Mitarbeiter der „Royal Society for the Protection of Birds“ und lässt den Leser in Vogelportraits von der Amsel über den Grünfink, Hausrotschwanz, Kleiber bis zum Wintergoldhähnchen an seinem Wissen teilhaben. Er weiss, welcher Vogel bevorzugt in Kolonien unterwegs ist, dass Mauersegler meist hoch in der Lust schlafen und welcher der gefiederten Freunde zu den Allesfressern gehört. Zu den Portraits gehören Informationen über die Verbreitung der verschiedenen Vögel, den Lebensraum, die Lebensweise, Nahrung, Schlafplatz und die Brut und der Autor erklärt, wie richtig gefüttert wird, wo Tränken und Vogelbäder platziert werden sollen und welche Vogelarten Nistkästen nutzen.
Der textliche Inhalt wird durch unzählige aussagekräftige Fotos ergänzt. Adrian Thomas vermittelt sein Wissen mit einer ansteckenden Begeisterung. Lassen Sie sich ermuntern, den gesamten Gartenraum samt der Senkrechten zu nutzen, um Lebensräume zu schaffen und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Raum. Wenn Sie Ihre Bemühungen und Ergebnisse regelmässig schriftlich und fotografisch festlegen, werden Sie nicht nur darüber staunen, was Sie im Laufe der Zeit alles vergessen haben, sondern insbesondere verblüfft sein, über die konkret nachvollziehbaren Veränderungen der Populationen in Ihrem grünen Reich.
Adrian Thomas:
Gärtnern für Tiere – Das Praxisbuch für das ganze Jahr
Haupt Verlag, 2013
21. April 2013
Brigitte Riebe: Die schöne Philippine Welserin
Wermut (Artemisia), Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Schlehdorn ( Prunus spirosa) – Philippine Welser sucht im Auftrag iher Mutter Anna Welser regelmässig nach Heilkräutern und weiss inzwischen selber ziemlich genau, welche Pflanze welches Leiden kurieren und welche Nebenwirkungen hervorrufen kann.
Augsburg im Jahr 1556 – Die Leute reden über die 29jährige Philippine Welser, die noch immer unverheiratet ist und bei ihrer Mutter wohnt, welche mit finanziellen Problemen kämpft, da der Vater der Familie den Rücken gekehrt und diese ihrem Schicksal überlassen hat. Zwar gab es den einen oder anderen Bewerber, der Interesse an der jungen Frau gezeigt hat, doch keiner von ihnen konnte Ferdinand das Wasser reichen, dem sie ihr Herz geschenkt hat und der aber gleichzeitig unerreichbar für sie ist. Denn während sie selber aus einem bürgerlichen Haus stammt, ist er der Lieblingssohn des künftigen Kaisers Ferdinand I.
Wie in einem Käfig eingesperrt fühlt sich Philippine. Dabei würde sie liebend gerne ferne Länder erkunden. Gefördert und unterstützt wird sie von ihrem geliebten Onkel Bartholomé, doch die junge Frau hasst die familiären Umstände, die sie zwingen, diesen immer wieder um Geld anzubetteln. Nach einer kurzen Liebelei mit Konsequenzen, die von ihrer Mutter mit Hilfe von Kräutern gerade noch korrigiert werden können, erhält Philippine eine Einladung ihrer Tante Kat aus Böhmen. Sie soll sich dort erholen. Und natürlich keimen in der hoffnungslos verliebten Frau schon wieder Erwartungen auf. Denn von Böhmen ist es ja schliesslich nicht viel mehr als ein Katzensprung nach Prag, wo Ferdinand lebt. Ob sie ihn wohl wiedersieht?
Tatsächlich treffen sich die beiden wieder und Ferdinand erwidert Philippines Gefühle. Er heiratet sie sogar, jedoch nur heimlich. Die Öffentlichkeit und auch der Kaiser dürfen nichts von der geheimen Legalisierung der Verbindung wissen, droht doch sonst eine Staatsaffäre. Nur ganz wenige Nahestehende sind eingeweiht und wissen von der nicht standesgemässen Ehe der beiden und dem heimlichen Familienleben. Das Ehepaar bekommt nämlich im Laufe der Jahre vier Kinder, die aber als unehelich gelten.
Philippine führt gleichzeitig ein schönes und ein schreckliches Leben. Lohnt sich der Preis? Ihre Kinder sind von der Erbfolge ausgeschlossen und erhalten nur eine Apanage. Zudem muss sie ständig um ihr Leben fürchten und nutzt ihren geliebten Hund kompromisslos als Vorkoster. Zeitlebens nie verwindet sie den Tod ihrer Zwillinge, die im Kleinkindalter sterben, als die Pest wütet, der auch mit grossem Heilkräuterwissen nicht oder nur beschränkt beizukommen ist.
Jedes Kapitel dieses historischen Kriminalromans beginnt mit der Zeichnung einer Heilpflanze und Angaben zu deren positiven und negativen Wirkungen. Das entsprechende Heilkraut findet dann auch im entsprechenden Abschnitt Verwendung. Ablenkung von ihren Sorgen und eine Aufgabe findet Philippine in der Pflege ihres eigenen Kräutergartens und dem Studium der einheimischen und der exotischen Pflanzenwelt. Ihre Lateinkenntnisse testet sie, während sie sich in Leonhard Fuchs‘ „De historia stirpium“ vertieft. Das von ihrer Mutter geerbte Kräuterbuch ist ihr heilig und sie ergänzt und erweitert die Informationen darin laufend. Als Philippine später in Tirol auf Schloss Ambras lebt, besitzt sie einen Garten mit kleinen Bauwerken und Pavillons und sie initiiert die Eröffnung eines Offizins, wo alle Kranken kostenlos behandelt werden. Doch immer wieder liegen Schatten auf Philippines Leben - eine Metapher zum Wort und der Bedeutung von "Ambras"?
Der historische Roman wird in zwei Strängen erzählt. Entweder berichtet Philippine in Tagebuch- oder die Autorin erzählt in Romanform. In der Handlung vermischt Brigitte Riebe auf anregende Weise Daten und Geschehnisse aus dem Leben der „echten“ Philippine Welser mit Fiktion und gibt dabei Einblick in die Lebensweise im 16. Jahrhundert und dannzumal übliche, heute teilweise merkwürdig erscheinende Sitten. So darf Philippine ihre Kinder nach der Geburt nicht behalten. Diese werden ihr weggenommen, vor die Türe gelegt und hernach quasi als Findelkinder aufgenommen und aufgezogen. Und natürlich darf die leibliche Mutter ihren Nachwuchs auch nicht selber stillen.
Brigitte Riebe:
Die schöne Philippine Welserin
Gmeiner-Verlag, 2013
Augsburg im Jahr 1556 – Die Leute reden über die 29jährige Philippine Welser, die noch immer unverheiratet ist und bei ihrer Mutter wohnt, welche mit finanziellen Problemen kämpft, da der Vater der Familie den Rücken gekehrt und diese ihrem Schicksal überlassen hat. Zwar gab es den einen oder anderen Bewerber, der Interesse an der jungen Frau gezeigt hat, doch keiner von ihnen konnte Ferdinand das Wasser reichen, dem sie ihr Herz geschenkt hat und der aber gleichzeitig unerreichbar für sie ist. Denn während sie selber aus einem bürgerlichen Haus stammt, ist er der Lieblingssohn des künftigen Kaisers Ferdinand I.
Wie in einem Käfig eingesperrt fühlt sich Philippine. Dabei würde sie liebend gerne ferne Länder erkunden. Gefördert und unterstützt wird sie von ihrem geliebten Onkel Bartholomé, doch die junge Frau hasst die familiären Umstände, die sie zwingen, diesen immer wieder um Geld anzubetteln. Nach einer kurzen Liebelei mit Konsequenzen, die von ihrer Mutter mit Hilfe von Kräutern gerade noch korrigiert werden können, erhält Philippine eine Einladung ihrer Tante Kat aus Böhmen. Sie soll sich dort erholen. Und natürlich keimen in der hoffnungslos verliebten Frau schon wieder Erwartungen auf. Denn von Böhmen ist es ja schliesslich nicht viel mehr als ein Katzensprung nach Prag, wo Ferdinand lebt. Ob sie ihn wohl wiedersieht?
Tatsächlich treffen sich die beiden wieder und Ferdinand erwidert Philippines Gefühle. Er heiratet sie sogar, jedoch nur heimlich. Die Öffentlichkeit und auch der Kaiser dürfen nichts von der geheimen Legalisierung der Verbindung wissen, droht doch sonst eine Staatsaffäre. Nur ganz wenige Nahestehende sind eingeweiht und wissen von der nicht standesgemässen Ehe der beiden und dem heimlichen Familienleben. Das Ehepaar bekommt nämlich im Laufe der Jahre vier Kinder, die aber als unehelich gelten.
Philippine führt gleichzeitig ein schönes und ein schreckliches Leben. Lohnt sich der Preis? Ihre Kinder sind von der Erbfolge ausgeschlossen und erhalten nur eine Apanage. Zudem muss sie ständig um ihr Leben fürchten und nutzt ihren geliebten Hund kompromisslos als Vorkoster. Zeitlebens nie verwindet sie den Tod ihrer Zwillinge, die im Kleinkindalter sterben, als die Pest wütet, der auch mit grossem Heilkräuterwissen nicht oder nur beschränkt beizukommen ist.
Jedes Kapitel dieses historischen Kriminalromans beginnt mit der Zeichnung einer Heilpflanze und Angaben zu deren positiven und negativen Wirkungen. Das entsprechende Heilkraut findet dann auch im entsprechenden Abschnitt Verwendung. Ablenkung von ihren Sorgen und eine Aufgabe findet Philippine in der Pflege ihres eigenen Kräutergartens und dem Studium der einheimischen und der exotischen Pflanzenwelt. Ihre Lateinkenntnisse testet sie, während sie sich in Leonhard Fuchs‘ „De historia stirpium“ vertieft. Das von ihrer Mutter geerbte Kräuterbuch ist ihr heilig und sie ergänzt und erweitert die Informationen darin laufend. Als Philippine später in Tirol auf Schloss Ambras lebt, besitzt sie einen Garten mit kleinen Bauwerken und Pavillons und sie initiiert die Eröffnung eines Offizins, wo alle Kranken kostenlos behandelt werden. Doch immer wieder liegen Schatten auf Philippines Leben - eine Metapher zum Wort und der Bedeutung von "Ambras"?
Der historische Roman wird in zwei Strängen erzählt. Entweder berichtet Philippine in Tagebuch- oder die Autorin erzählt in Romanform. In der Handlung vermischt Brigitte Riebe auf anregende Weise Daten und Geschehnisse aus dem Leben der „echten“ Philippine Welser mit Fiktion und gibt dabei Einblick in die Lebensweise im 16. Jahrhundert und dannzumal übliche, heute teilweise merkwürdig erscheinende Sitten. So darf Philippine ihre Kinder nach der Geburt nicht behalten. Diese werden ihr weggenommen, vor die Türe gelegt und hernach quasi als Findelkinder aufgenommen und aufgezogen. Und natürlich darf die leibliche Mutter ihren Nachwuchs auch nicht selber stillen.
Brigitte Riebe:
Die schöne Philippine Welserin
Gmeiner-Verlag, 2013
17. April 2013
Karen Meyer-Rebentisch: Das ist Urban Gardening! – Die neuen Stadtgärtner und ihre kreativen Projekte
In den letzten Jahrzehnten ging vor allem in städtischen Gebieten viel hortikulturelles Wissen verloren, das früher zur Allgemeinbildung gehörte und wenn es vielleicht auch nicht gerade fürs nackte Überleben wichtig war, so doch unerlässlich für das Auskommen mit dem Haushaltseinkommen. Mit dem Aufkommen von Supermärkten an fast jeder Ecke und Kühlschränken mit für jedermann erschwinglichen Preisen, war oder schien es nicht mehr notwendig, sich selber mit der Anzucht und Pflege von Obst und Gemüse abzumühen. Diese Freizeitbeschäftigung galt daher lange als eher altmodisch. In den letzten Jahren hat aus verschiedenen Gründen, zu denen auch Lebensmittelskandale gehören, vermehrt ein Umdenken stattgefunden.
Karen Meyer-Rebentisch hat sich für diese aktuelle Publikation aufgemacht, in verschiedenen Städten in Deutschland urbane Garten-Projekte aufzusuchen und berichtet nun von den Visionen und aus dem (gärtnerischen) Alltag der neuen Stadtgärtner. Junge Leute, die sich für das Gärtnern entscheiden, können heutzutage oft nicht auf die Erfahrung der vorherigen Generation zurückgreifen und sind deshalb auf andere Informationsquellen angewiesen. Das ist mit ein Grund, weshalb Gartenbücher, Gartenmagazine und insbesondere Zeitschriften mit dem Wort „Land“ im Titel boomen und die Auswahl am Kiosk fast unüberschaubar ist. Doch gelernt wird in erster Linie im Garten selber und gerade in Gemeinschaftsgärten kommt es wie die Autorin anmerkt, zu einem (Zitat) „inspirierenden Zusammenspiel von Fragen, Wissen, Talenten und Experimentierlust“, während Besserwisser fehl am Platz sind.
Stadt und Garten – (k)ein Widerspruch? Nach einleitenden Gedanken und einem Überblick in die Geschichte des öffentlichen Grüns im Lauf der Zeit, ist das Buch in die folgenden Themen gegliedert:
Es lässt sich nachlesen, wie das Gemüse immer öfter in die Stadt zurückkehrt. Im Buch werden interessante Projekte wie „Essbare Stadt Kassel“, „Incredible Edible Todmorden“ und „Agropolis“ in München in Kurzform vorgestellt. Auch die „Essbare Stadt Andernach“, die auf öffentlichen Brachen Nutzpflanzen anbaut, welche die Bürger dann ernten dürfen, wird thematisiert. Andernach geht auch in anderer Hinsicht einen Schritt voraus. Während vielerorts Bewilligungen eingeholt werden müssen, um vor dem Haus etwas zu pflanzen, setzt diese Stadt aus eigener Initiative Rebstöcke an Hauswände, sofern der Besitzer nicht ausdrücklich widersprochen hat. Andere Projekte wie beispielsweise der schon oben erwähnte Kistengarten oder die Internationale Gärten Göttingen werden im Buch ausführlicher beschrieben.
Welches sind die Beweggründe, in einem Gemeinschaftsgarten aktiv zu werden und/oder im kleinen Rahmen vorzuspuren, was (vielleicht) etwas Grosses auslöst? Üppige Ernteerträge sind gar nicht unbedingt oberstes Ziel. Gärten, und ganz besonders mobile Versionen davon, vereinen Menschen, die sich sonst kaum begegnet wären und schaffen Verbindungen. In Interviews erzählen ein Mathematikstudent von seinem Engagement im Gemeinschaftsgartenprojekt „O’pflanzt is“, eine Berufsgärtnerin über ihre Motivation, ehrenamtlich einen interreligiösen Kräutergarten anzuregen und umzusetzen und eine Akademikerin aus Bagdad darüber, wie ihr die Interkulturellen Gärten Göttingen, wo sie auch Pflanzen aus der Heimat anbauen kann, die Integration und das Schlagen von Wurzeln vereinfacht haben.
Gleicherweise ist Guerillagärtnern derzeit in aller Munde. Die Autorin berichtet vom vielleicht ersten Guerillagärtner, der schon ab ungefähr 1873 in diesem Sinn aktiv war. Der Ingenieur und Schriftsteller Heinrich Seidel war für die die Verbreitung des Zimbelkrauts (Linaria cybalaria) besorgt und kämpfte schon dannzumal gegen ordnungsliebende Stadtgärtner. Etliche Jahre später zur Zeit des Kalten Krieges haben zwei Familien im Schatten der Berliner Mauer auf DDR-Gebiet ein Stück Land in einen blühenden Garten verwandelt. Mittlerweile ist darauf auch ein kurioses Bauwerk errichtet worden und bereits baut die zweite Generation im Gewohnheitsrecht Gemüse an.
Dieses inspirierende Buch ist mit viel Herzblut recherchiert und geschrieben worden. Es ist keine Pflanzanleitung fürs Gärtnern in der Stadt, sondern gibt einen reich illustrierten Überblick, was in Sachen Urban Gardening in Deutschland los ist. Möge diese Publikation möglichst viele (potentielle) Gärtner motivieren, ein eigenes grünes urbanes Projekt anzustossen und durchzuziehen! In Zürich beispielsweise sind gerade Bemühungen in Richtung „Essbare Stadt“ im Gange und sollen im nächsten Frühling umgesetzt werden.
Karen Meyer-Rebentisch:
Das ist Urban Gardening! – Die neuen Stadtgärtner und ihre kreativen Projekte
BLV Buchverlag, 2013
Karen Meyer-Rebentisch hat sich für diese aktuelle Publikation aufgemacht, in verschiedenen Städten in Deutschland urbane Garten-Projekte aufzusuchen und berichtet nun von den Visionen und aus dem (gärtnerischen) Alltag der neuen Stadtgärtner. Junge Leute, die sich für das Gärtnern entscheiden, können heutzutage oft nicht auf die Erfahrung der vorherigen Generation zurückgreifen und sind deshalb auf andere Informationsquellen angewiesen. Das ist mit ein Grund, weshalb Gartenbücher, Gartenmagazine und insbesondere Zeitschriften mit dem Wort „Land“ im Titel boomen und die Auswahl am Kiosk fast unüberschaubar ist. Doch gelernt wird in erster Linie im Garten selber und gerade in Gemeinschaftsgärten kommt es wie die Autorin anmerkt, zu einem (Zitat) „inspirierenden Zusammenspiel von Fragen, Wissen, Talenten und Experimentierlust“, während Besserwisser fehl am Platz sind.
Stadt und Garten – (k)ein Widerspruch? Nach einleitenden Gedanken und einem Überblick in die Geschichte des öffentlichen Grüns im Lauf der Zeit, ist das Buch in die folgenden Themen gegliedert:
- Humus auf den Asphalt! - Die grünen Visionen der neuen Stadtgärtner
- "Hier hat meine Seele ein Zuhause“ - Interkulturelle Gärten
- Der Städter und sein Bauer - ein Pakt für die Zukunft
- Ökologie beginnt im Kopf - Umweltpädagogik in Natur und Garten
- Grün für alle!– Frischluftschneisen, Gartenzwerge und Gemüse
- Green Guerillas und brave Bürger – Von der grünen Lust der Städter
- Anhang mit hilfreichen Links und weiterführender Literatur
Es lässt sich nachlesen, wie das Gemüse immer öfter in die Stadt zurückkehrt. Im Buch werden interessante Projekte wie „Essbare Stadt Kassel“, „Incredible Edible Todmorden“ und „Agropolis“ in München in Kurzform vorgestellt. Auch die „Essbare Stadt Andernach“, die auf öffentlichen Brachen Nutzpflanzen anbaut, welche die Bürger dann ernten dürfen, wird thematisiert. Andernach geht auch in anderer Hinsicht einen Schritt voraus. Während vielerorts Bewilligungen eingeholt werden müssen, um vor dem Haus etwas zu pflanzen, setzt diese Stadt aus eigener Initiative Rebstöcke an Hauswände, sofern der Besitzer nicht ausdrücklich widersprochen hat. Andere Projekte wie beispielsweise der schon oben erwähnte Kistengarten oder die Internationale Gärten Göttingen werden im Buch ausführlicher beschrieben.
Welches sind die Beweggründe, in einem Gemeinschaftsgarten aktiv zu werden und/oder im kleinen Rahmen vorzuspuren, was (vielleicht) etwas Grosses auslöst? Üppige Ernteerträge sind gar nicht unbedingt oberstes Ziel. Gärten, und ganz besonders mobile Versionen davon, vereinen Menschen, die sich sonst kaum begegnet wären und schaffen Verbindungen. In Interviews erzählen ein Mathematikstudent von seinem Engagement im Gemeinschaftsgartenprojekt „O’pflanzt is“, eine Berufsgärtnerin über ihre Motivation, ehrenamtlich einen interreligiösen Kräutergarten anzuregen und umzusetzen und eine Akademikerin aus Bagdad darüber, wie ihr die Interkulturellen Gärten Göttingen, wo sie auch Pflanzen aus der Heimat anbauen kann, die Integration und das Schlagen von Wurzeln vereinfacht haben.
Gleicherweise ist Guerillagärtnern derzeit in aller Munde. Die Autorin berichtet vom vielleicht ersten Guerillagärtner, der schon ab ungefähr 1873 in diesem Sinn aktiv war. Der Ingenieur und Schriftsteller Heinrich Seidel war für die die Verbreitung des Zimbelkrauts (Linaria cybalaria) besorgt und kämpfte schon dannzumal gegen ordnungsliebende Stadtgärtner. Etliche Jahre später zur Zeit des Kalten Krieges haben zwei Familien im Schatten der Berliner Mauer auf DDR-Gebiet ein Stück Land in einen blühenden Garten verwandelt. Mittlerweile ist darauf auch ein kurioses Bauwerk errichtet worden und bereits baut die zweite Generation im Gewohnheitsrecht Gemüse an.
Dieses inspirierende Buch ist mit viel Herzblut recherchiert und geschrieben worden. Es ist keine Pflanzanleitung fürs Gärtnern in der Stadt, sondern gibt einen reich illustrierten Überblick, was in Sachen Urban Gardening in Deutschland los ist. Möge diese Publikation möglichst viele (potentielle) Gärtner motivieren, ein eigenes grünes urbanes Projekt anzustossen und durchzuziehen! In Zürich beispielsweise sind gerade Bemühungen in Richtung „Essbare Stadt“ im Gange und sollen im nächsten Frühling umgesetzt werden.
Karen Meyer-Rebentisch:
Das ist Urban Gardening! – Die neuen Stadtgärtner und ihre kreativen Projekte
BLV Buchverlag, 2013
13. April 2013
Beverley Nichols: Lieblingsblumen
Beverley Nichols ist eindeutig mitschuldig an meiner Leidenschaft für Gartenlesebücher. Meine ersten Taschenbücher („Grosse Liebe zu kleinen Gärten“, „In ein Haus verliebt“ etc.) aus seiner spitzen Feder habe ich Ende der 1980er Jahre gelesen. Diese stehen immer noch in der ersten Bücherreihe und längst haben sie Nachbarn in Form von englischen Ausgaben bekommen. Nach wie vor zählt Beverley Nichols zu meinen Lieblingsautoren und ums so mehr habe ich mich auf ein für mich neues Buch des 1983 verstorbenen Engländers gefreut. Er stellt in dieser kleinformatigen Publikation seine vierzig Lieblingsblumen von Aquilegia (Akelei) über Lilium regale (weisse Königslilie) bis Sternbergia lutea (Herbstgoldbecher) vor.
Das Büchlein ist im Original 1964 erschienen und schon dannzumal stellte Nichols fest, dass der Himmel übersät ist von Kondensstreifen der Flugzeuge, die Strassen Rennstrecken ähneln und die Menschen durch die Städte hetzen. Er ärgerte sich auch bereits vor fünfzig Jahren jeweils im Februar über aus Marokko eingeflogene weisse Spargeln. Was würde er wohl heute zu diesen Themen für die Nachwelt festhalten? Doch genau wie heute galt auch schon vor einem halben Jahrhundert, dass mit Eintritt in einen besonders reizvollen Garten den Besucher eine Art Entschleunigung erfasst und ein anderer Rhythmus den Takt angibt, der aber nicht unbedingt mit der vom Autor beschriebenen therapeutischen Wirkung von Stiefmütterchen zusammenhängen muss.
Lieblingspflanze ist nicht gleichbedeutend mit schön. Die Glockenrebe etwa hat sich ihren Platz unter den vierzig Lieblingen durch ihre Schnelligkeit und Anspruchslosigkeit erworben, während der Seidelbast (Daphne mezereum) Pluspunkte sammelt, weil er mitten im Winter einen Hauch von Sommer verbreitet. Im Beitrag mit dem Untertitel „Karneval der Blumen“ sinniert der Autor mit dem Blick des Künstlers darüber, welche Blume zu welchem Komponisten passt und schlägt für Mozart eine Frühlingswiese in den Bergen vor, für Chopin eine Narzisse im Regen und die Akelei ordnet er Schuhmann zu, natürlich mit passender Begründung.
Persönlicheres zum Charakter des Autors liest man immer wieder direkt oder auch nur zwischen den Zeilen, wie etwa in der Episode „Lohn der bösen Tat“, wo er von seinem Gewissen berichtet. Dieses plagt ihn beispielsweise nach dem Stibitzen einer Samenkapsel. Lohnen sich wohl der rote Kopf, Herzklopfen und die Tage andauernde Angst bei jedem Läuten der Hausglocke (es könnte ja die Polizei vor der Türe stehen)? Dafür geniesst Nichols die geheime Freude, wenn er hinter dem Rücken seines Gärtners Fuchsienblüten zum Platzen bringt oder wenn „unbotmässige“ Kinder, die sich ungefragt an den Früchten seiner Birnen von einem Gehölz in Trauerform bedienen, feststellen müssen, dass diese gar keine Wohltat für die Zähne darstellen. Aber auch er selber kann sich wie schon weiter oben erwähnt nicht immer zurückhalten und er empfiehlt, sich auswärts immer gut mit dem Obergärtner zu stellen, so dass man sich abends nach dem Eindunkeln ohne Angst vor Konsequenzen mit einem noch leeren Korb Richtung Schneeglöckchenblüte aufmachen kann…
Des Weiteren gibt er Unschlüssigen einen Tipp zu Entscheidungshilfe beim Durchblättern von Katalogen. Er schlägt nämlich vor, einfach eine Stecknadel ins Papier zu stecken. Ausserdem lädt er ein, den melodischen Klängen, die der Wind Gräsern oder Heidekraut entlockt, zu lauschen und er meint, die Adelssippe der Rhododendron sei vergleichbar bunt und protzig wie die Habsburger und Hohenzoller. Auch Gartentipps sind immer wieder zu lesen. Er empfiehlt Hostas als lohnende Gartenpflanzen (schreibt aber nichts über Schnecken) und Pfingstrosen sollen nie in Erde gepflanzt werden, in der schon eine solche gestanden hat. Wenn die Erde nicht zumindest ausgetauscht wird, ist mit Reaktionen ähnlich menschlicher Familienfehden zu rechnen.
Ein bezauberndes, blumiges und etwas altmodisch angehauchtes Büchlein zum immer wieder drin Schmökern.
Beverley Nichols:
Lieblingsblumen
Schöffling und Co., 2013
Das Büchlein ist im Original 1964 erschienen und schon dannzumal stellte Nichols fest, dass der Himmel übersät ist von Kondensstreifen der Flugzeuge, die Strassen Rennstrecken ähneln und die Menschen durch die Städte hetzen. Er ärgerte sich auch bereits vor fünfzig Jahren jeweils im Februar über aus Marokko eingeflogene weisse Spargeln. Was würde er wohl heute zu diesen Themen für die Nachwelt festhalten? Doch genau wie heute galt auch schon vor einem halben Jahrhundert, dass mit Eintritt in einen besonders reizvollen Garten den Besucher eine Art Entschleunigung erfasst und ein anderer Rhythmus den Takt angibt, der aber nicht unbedingt mit der vom Autor beschriebenen therapeutischen Wirkung von Stiefmütterchen zusammenhängen muss.
Lieblingspflanze ist nicht gleichbedeutend mit schön. Die Glockenrebe etwa hat sich ihren Platz unter den vierzig Lieblingen durch ihre Schnelligkeit und Anspruchslosigkeit erworben, während der Seidelbast (Daphne mezereum) Pluspunkte sammelt, weil er mitten im Winter einen Hauch von Sommer verbreitet. Im Beitrag mit dem Untertitel „Karneval der Blumen“ sinniert der Autor mit dem Blick des Künstlers darüber, welche Blume zu welchem Komponisten passt und schlägt für Mozart eine Frühlingswiese in den Bergen vor, für Chopin eine Narzisse im Regen und die Akelei ordnet er Schuhmann zu, natürlich mit passender Begründung.
Persönlicheres zum Charakter des Autors liest man immer wieder direkt oder auch nur zwischen den Zeilen, wie etwa in der Episode „Lohn der bösen Tat“, wo er von seinem Gewissen berichtet. Dieses plagt ihn beispielsweise nach dem Stibitzen einer Samenkapsel. Lohnen sich wohl der rote Kopf, Herzklopfen und die Tage andauernde Angst bei jedem Läuten der Hausglocke (es könnte ja die Polizei vor der Türe stehen)? Dafür geniesst Nichols die geheime Freude, wenn er hinter dem Rücken seines Gärtners Fuchsienblüten zum Platzen bringt oder wenn „unbotmässige“ Kinder, die sich ungefragt an den Früchten seiner Birnen von einem Gehölz in Trauerform bedienen, feststellen müssen, dass diese gar keine Wohltat für die Zähne darstellen. Aber auch er selber kann sich wie schon weiter oben erwähnt nicht immer zurückhalten und er empfiehlt, sich auswärts immer gut mit dem Obergärtner zu stellen, so dass man sich abends nach dem Eindunkeln ohne Angst vor Konsequenzen mit einem noch leeren Korb Richtung Schneeglöckchenblüte aufmachen kann…
Des Weiteren gibt er Unschlüssigen einen Tipp zu Entscheidungshilfe beim Durchblättern von Katalogen. Er schlägt nämlich vor, einfach eine Stecknadel ins Papier zu stecken. Ausserdem lädt er ein, den melodischen Klängen, die der Wind Gräsern oder Heidekraut entlockt, zu lauschen und er meint, die Adelssippe der Rhododendron sei vergleichbar bunt und protzig wie die Habsburger und Hohenzoller. Auch Gartentipps sind immer wieder zu lesen. Er empfiehlt Hostas als lohnende Gartenpflanzen (schreibt aber nichts über Schnecken) und Pfingstrosen sollen nie in Erde gepflanzt werden, in der schon eine solche gestanden hat. Wenn die Erde nicht zumindest ausgetauscht wird, ist mit Reaktionen ähnlich menschlicher Familienfehden zu rechnen.
Ein bezauberndes, blumiges und etwas altmodisch angehauchtes Büchlein zum immer wieder drin Schmökern.
Beverley Nichols:
Lieblingsblumen
Schöffling und Co., 2013
9. April 2013
Gabriele Bickel: Geschenke aus meinem Kräutergarten
Gabriele Bickel wird auch Kräuterhexe genannt. Denn seit vielen Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Kräutern, ihrem Kräuterhexenreich im Kloster Maulbronn, ihrem Kräuterhexenladen und teilt in Kursen ihr umfangreiches Wissen mit interessierten Kräuterhexenlehrlingen. Bekannt ist sie auch durch die Medien und ihre früher erschienenen Bücher.
In ihrer aktuellen Publikation „Geschenke aus meinem Kräutergarten“ lässt die Autorin die Leser in ihren Hexenkessel blicken und stellt verschiedene Rezepte aus ihrem reichen Fundus vor. Die Palette reicht von Teemischungen über Heilkräuter bis zu Schönheits- und Pflegprodukten. Gegliedert sind die aromatischen Ideen in die folgenden Kapitel:
- Essige – umkompliziert und vielfältig
- Würzöle – Kräuter aromatisch einlegen
- Kräutersalze – tolle Mischungen
- Weine – Liköre und Schnäpse veredeln
- Edle Steine und Öle - Tees liebevoll herstellen
- Kräuterbäder und Crèmes zum Wohlfühlen
Zu jedem Kapitelthema gehört eine Textseite „Das Wichtigste auf einen Blick“), auf welcher wichtige Informationen etwa zu Haltbarkeit und Lagerung, Qualität der Zutaten oder eine kurze Salzkunde lesen sind. Welche Öle eignen sich am besten als Basis für Kräuterwürzöle und sollen frische oder getrocknete Kräuter verwendet werden? Antworten auf diese und andere Fragen finden sich im jeweiligen Rezept und die Autorin erklärt, was bei der Kräuterernte unbedingt zu beachten ist. Die Kräuter müssen nämlich bei trockenem Wetter am frühen Morgen gepflückt werden, frühestens drei Tage nach dem letzten Regenschauer. Und die Trockenzeit an einem warmen, schattigen Ort soll kurz gehalten und die Ernte anschliessend dunkel und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden.
Und was für Geschenke für sich selber oder als Mitbringsel können Sie in diesem Buch erwarten? Hier sollen noch ein paar der beschriebenen Rezepte verraten werden: Sommer-Essig mit Basilikum und Apfelrosen, Salatkräuter-Öl , Zimt-Öl, Tomaten-Würzsalz, Löwenzahnwein, Antistress-Schnaps, Hexen-Husten-Tee, Ringelblumen-Crème, Rosmarin-Fussbad …
Für Nicht-Esoteriker – auch wenn Sie die Seiten mit den Rezeptvorschläge überblättern, für welche Edelsteine eine Basis bilden, finden sich noch etliche praxisnahe Vorschläge für die die Verwendung von Kräutern im Alltag. Den Abschluss bildet ein Serviceteil mit einem alphabetischen Register und Informationen zu Bezugsquellen.
Gabriele Bickel:
Geschenke aus meinem Kräutergarten
Kosmos Verlag, 2013
In ihrer aktuellen Publikation „Geschenke aus meinem Kräutergarten“ lässt die Autorin die Leser in ihren Hexenkessel blicken und stellt verschiedene Rezepte aus ihrem reichen Fundus vor. Die Palette reicht von Teemischungen über Heilkräuter bis zu Schönheits- und Pflegprodukten. Gegliedert sind die aromatischen Ideen in die folgenden Kapitel:
- Essige – umkompliziert und vielfältig
- Würzöle – Kräuter aromatisch einlegen
- Kräutersalze – tolle Mischungen
- Weine – Liköre und Schnäpse veredeln
- Edle Steine und Öle - Tees liebevoll herstellen
- Kräuterbäder und Crèmes zum Wohlfühlen
Zu jedem Kapitelthema gehört eine Textseite „Das Wichtigste auf einen Blick“), auf welcher wichtige Informationen etwa zu Haltbarkeit und Lagerung, Qualität der Zutaten oder eine kurze Salzkunde lesen sind. Welche Öle eignen sich am besten als Basis für Kräuterwürzöle und sollen frische oder getrocknete Kräuter verwendet werden? Antworten auf diese und andere Fragen finden sich im jeweiligen Rezept und die Autorin erklärt, was bei der Kräuterernte unbedingt zu beachten ist. Die Kräuter müssen nämlich bei trockenem Wetter am frühen Morgen gepflückt werden, frühestens drei Tage nach dem letzten Regenschauer. Und die Trockenzeit an einem warmen, schattigen Ort soll kurz gehalten und die Ernte anschliessend dunkel und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden.
Und was für Geschenke für sich selber oder als Mitbringsel können Sie in diesem Buch erwarten? Hier sollen noch ein paar der beschriebenen Rezepte verraten werden: Sommer-Essig mit Basilikum und Apfelrosen, Salatkräuter-Öl , Zimt-Öl, Tomaten-Würzsalz, Löwenzahnwein, Antistress-Schnaps, Hexen-Husten-Tee, Ringelblumen-Crème, Rosmarin-Fussbad …
Für Nicht-Esoteriker – auch wenn Sie die Seiten mit den Rezeptvorschläge überblättern, für welche Edelsteine eine Basis bilden, finden sich noch etliche praxisnahe Vorschläge für die die Verwendung von Kräutern im Alltag. Den Abschluss bildet ein Serviceteil mit einem alphabetischen Register und Informationen zu Bezugsquellen.
Gabriele Bickel:
Geschenke aus meinem Kräutergarten
Kosmos Verlag, 2013
5. April 2013
Elsemarie Maletzke: Giftiges Grün – Ein Gartenkrimi
Heinrich Weil ist verstorben. Zuletzt hatte der alte Mann zurückgezogen in einer kleinen heruntergekommenen Wohnung gelebt. Bei der Räumung seiner vier Wände finden sich aber doch ein paar Schätze wie etwa Loniceru’s „Kreuterbuch“ aus dem Jahr 1713, Chaumetons „Flora médicale“ und zwei Pflanzenkupfer aus dem „Hortus Eystettensis“.
Bei der Testamentseröffnung schliesslich stellt sich heraus, dass der Verstorbene sogar ein kleines Vermögen zu vererben hat. Die Auszahlung von Euro 30‘000 hat Heinrich Weil aber an eine Bedingung geknüpft. Und zwar soll derjenige erben, der den Erblasser von jedem Verdacht einer Schuld reinwaschen kann, die sein Leben zerstört hat. Im Sommer 1977 verstarb nämlich während einem Sommerfest ein ihm anvertrautes junges Mädchen namens Marion unter nie geklärten Umständen. An Heinrich Weil aber blieb zeitlebens ein Verdacht haften, Schuld an dessen Tod zu sein. Sollte innert drei Monaten kein Licht ins Dunkel dieser letzten Stunden von Marion gebracht werden können, fällt das Erbe an eine Stiftung.
Die Erben von Heinrich Weil sind die Geschwister Lina und Karl, deren Vetter Horst Eilemann sowie eine Madame Ernest Calvet, die aus gesundheitlichen Gründen von einem Anwalt vertreten wird. Die drei jungen Leute machen sich getrennt auf, ihre Fähigkeiten als Amateurdetektive zu testen und herauszufinden, ob nach so vielen Jahren noch jemand für eine Tat zur Rechenschaft gezogen werden kann oder ob es sich vielleicht doch einfach um einen tragischen Unfall gehandelt hat und ein Skandal vertuscht worden ist.
Was für ein Geheimnis steckt hinter diesem Jahrzehnte zurückliegenden Todesfall und wer war Heinrich Weil? Lina hat als kleines Mädchen wiederholt die Sommerferien bei ihm und Tante Rose in der Villa Buchfinkenschlag verbracht und sie erinnert sich an stundenlange Wanderungen und einen grossen Vogelliebhaber und Anekdotenerzähler. Heute ist Lina vierzig Jahre alt und Inhaberin des Hotel Garni Augusta mit fünf Gästezimmern. Ihr Leben ist durchorganisiert und von Gewohnheiten geprägt, während ihr Bruder seine Brötchen als Antiquar verdient und nicht besonders gut mit Geld umgehen kann. Vetter Horst wiederum ist Autor, Journalist und in erster Linie ein Profiteur mit dem Ziel, mit möglichst wenig Aufwand ein Maximum an Ertrag zu erwirtschaften.
Unter Onkel Heinrichs Hinterlassenschaft findet Lina einen Zettel, auf dem Tante Rose diesen einer Schuld bezichtigt und fortschickt. Zusammen mit ihrer gartenverrückten Mutter Berta Weil fährt Lina an den mutmasslichen Ort des Verbrechens. Das Gittertor zur Villa Buchfinkenschlag ist geschlossen und das Gebäude selber wie auch der Garten scheinen auf den ersten Blick völlig vernachlässigt und verlassen. Die beiden Frauen verschaffen sich Zutritt und treffen auf einen Mann; den attraktiven Gärtner Johann, der wie sich herausstellt, einen ausgeprägten Hang zu giftigen Pflanzen hat. Welche dunklen, grünen Geheimnisse verbergen sich hinter den Mauern von Buchfinkenschlag?
Ein spannender Gartenkrimi, bei dem nicht nur der Titel hortikulturell ist. Immer wieder streut die Autorin ihr umfangreiches botanisches Wissen ein. Zu lesen gibt es dabei auch Absurdes (über tierisches Kompostmaterial), Zerstörerisches (Geländewagenfahrer, der Beete plattwalzt) oder ganz einfach Hinweise für Besucher von offenen Gärten (bitte die Anpflanzung loben, nicht die tolle Aussicht). Lina selber hat keine Ahnung von Blumen, aber ihre Mutter ist eine leidenschaftliche Gärtnerin, die in ihrem Garten Gestaltungselemente von Colette übernommen hat und der Meinung ist (Zitat), „man dürfe Eigentumsverhältnisse nicht ganz so eng sehen, wenn es um die Ausbreitung von wünschenswerter Vegetation geht“. Ausserdem tut sie sich schwer, ihren „schwangeren“ Agapanthus alleine zu lassen, der erstmals seit drei Jahren Blütenknospen trägt, die sich jeden Tag entfalten können.
Auch ohne Leineneinband ist die Fortsetzung der immer schön anzuschauenden Pocket-Size-Gartenlesebücher aus dem Schöffling Verlag eine überaus erfreuliche Sache. Verbleibt mir nur noch Sie vor spitzen Regenschirmen zu warnen und darauf hinzuweisen, dass im Leben alles irgendwann zurückbezahlt werden muss.
Elsemarie Maletzke:
Giftiges Grün – Ein Gartenkrimi
Schöffling und Co., 2013
Bei der Testamentseröffnung schliesslich stellt sich heraus, dass der Verstorbene sogar ein kleines Vermögen zu vererben hat. Die Auszahlung von Euro 30‘000 hat Heinrich Weil aber an eine Bedingung geknüpft. Und zwar soll derjenige erben, der den Erblasser von jedem Verdacht einer Schuld reinwaschen kann, die sein Leben zerstört hat. Im Sommer 1977 verstarb nämlich während einem Sommerfest ein ihm anvertrautes junges Mädchen namens Marion unter nie geklärten Umständen. An Heinrich Weil aber blieb zeitlebens ein Verdacht haften, Schuld an dessen Tod zu sein. Sollte innert drei Monaten kein Licht ins Dunkel dieser letzten Stunden von Marion gebracht werden können, fällt das Erbe an eine Stiftung.
Die Erben von Heinrich Weil sind die Geschwister Lina und Karl, deren Vetter Horst Eilemann sowie eine Madame Ernest Calvet, die aus gesundheitlichen Gründen von einem Anwalt vertreten wird. Die drei jungen Leute machen sich getrennt auf, ihre Fähigkeiten als Amateurdetektive zu testen und herauszufinden, ob nach so vielen Jahren noch jemand für eine Tat zur Rechenschaft gezogen werden kann oder ob es sich vielleicht doch einfach um einen tragischen Unfall gehandelt hat und ein Skandal vertuscht worden ist.
Was für ein Geheimnis steckt hinter diesem Jahrzehnte zurückliegenden Todesfall und wer war Heinrich Weil? Lina hat als kleines Mädchen wiederholt die Sommerferien bei ihm und Tante Rose in der Villa Buchfinkenschlag verbracht und sie erinnert sich an stundenlange Wanderungen und einen grossen Vogelliebhaber und Anekdotenerzähler. Heute ist Lina vierzig Jahre alt und Inhaberin des Hotel Garni Augusta mit fünf Gästezimmern. Ihr Leben ist durchorganisiert und von Gewohnheiten geprägt, während ihr Bruder seine Brötchen als Antiquar verdient und nicht besonders gut mit Geld umgehen kann. Vetter Horst wiederum ist Autor, Journalist und in erster Linie ein Profiteur mit dem Ziel, mit möglichst wenig Aufwand ein Maximum an Ertrag zu erwirtschaften.
Unter Onkel Heinrichs Hinterlassenschaft findet Lina einen Zettel, auf dem Tante Rose diesen einer Schuld bezichtigt und fortschickt. Zusammen mit ihrer gartenverrückten Mutter Berta Weil fährt Lina an den mutmasslichen Ort des Verbrechens. Das Gittertor zur Villa Buchfinkenschlag ist geschlossen und das Gebäude selber wie auch der Garten scheinen auf den ersten Blick völlig vernachlässigt und verlassen. Die beiden Frauen verschaffen sich Zutritt und treffen auf einen Mann; den attraktiven Gärtner Johann, der wie sich herausstellt, einen ausgeprägten Hang zu giftigen Pflanzen hat. Welche dunklen, grünen Geheimnisse verbergen sich hinter den Mauern von Buchfinkenschlag?
Ein spannender Gartenkrimi, bei dem nicht nur der Titel hortikulturell ist. Immer wieder streut die Autorin ihr umfangreiches botanisches Wissen ein. Zu lesen gibt es dabei auch Absurdes (über tierisches Kompostmaterial), Zerstörerisches (Geländewagenfahrer, der Beete plattwalzt) oder ganz einfach Hinweise für Besucher von offenen Gärten (bitte die Anpflanzung loben, nicht die tolle Aussicht). Lina selber hat keine Ahnung von Blumen, aber ihre Mutter ist eine leidenschaftliche Gärtnerin, die in ihrem Garten Gestaltungselemente von Colette übernommen hat und der Meinung ist (Zitat), „man dürfe Eigentumsverhältnisse nicht ganz so eng sehen, wenn es um die Ausbreitung von wünschenswerter Vegetation geht“. Ausserdem tut sie sich schwer, ihren „schwangeren“ Agapanthus alleine zu lassen, der erstmals seit drei Jahren Blütenknospen trägt, die sich jeden Tag entfalten können.
Auch ohne Leineneinband ist die Fortsetzung der immer schön anzuschauenden Pocket-Size-Gartenlesebücher aus dem Schöffling Verlag eine überaus erfreuliche Sache. Verbleibt mir nur noch Sie vor spitzen Regenschirmen zu warnen und darauf hinzuweisen, dass im Leben alles irgendwann zurückbezahlt werden muss.
Elsemarie Maletzke:
Giftiges Grün – Ein Gartenkrimi
Schöffling und Co., 2013
1. April 2013
Lorraine Harrison: Gärten lesen – Gartenarchitektur erkennen und verstehen
Wasserspiele, verschiedene Ebenen, Brücken, Küchengärten, Arkaden, Rosarium – es gibt unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten, die im Garten umgesetzt werden können. Nicht immer ist die Zuordnung der Formensprache so einfach und eindeutig wie beispielsweise in einem Gemüse- oder einem Heilkräutergarten und oft sind auch gleich mehrere unterschiedliche Einflüsse auszumachen.
Lorraine Harrison, die nebenbei bemerkt auch für das englische Gartenjournal Hortus schreibt, hat mit dem von Stefan Leppert ins Deutsche übersetzten Buch „Gärten lesen“ einen Schnellkurs zum Erkennen und Verstehen von gartenarchitektonischen Elementen verfasst. Das Vorwort zu dieser Publikation hat Juliet Nicholson geschrieben, die Enkelin von Vita Sackville-West und Harald Nicholson.
Nach einer Einleitung gibt es ein paar Worte zur Datierung von Gärten und zur Geschichte der Gartenbesucher. Dabei wird auch nicht verschwiegen, dass gerade Gärten wie etwa Sissinghurst oder Great Dixter, die von Besuchern geradezu überschwemmt werden, gewissermassen Opfer ihres eigenen Erfolges sind und jeder Besucher dafür neben dem Eintrittspreis einen zweiten Preis bezahlt. Nämlich den in Form von Mangel an (privater) Atmosphäre und eines nicht ganz perfekten, weil abgenutzten Rasen.
Der Gartentyp liegt im Zweck begründet oder ist zumindest eng damit verbunden. Im ersten Kapitel wird eine Auswahl verschiedener Gartentypen vorgestellt. Darunter sind Islamische Gärten, konzeptuelle Gärten, Sammlungen und Prachtgärten. Themen der folgenden Kapitel sind (die Aufzählungen in Klammern sind nicht abschliessend):
Das Buch bietet eine umfangreiche Einführung in das vielschichtige und schwierige Thema, Stile und historische Einflüsse in Gärten zu identifizieren. Als Führer für unterwegs ist das Buch eher etwas schwer und vielleicht in Anbetracht der Gestaltung und Bindung auch etwas schade, aber es eignet sich ausgezeichnet als Vorbereitung auf eine Gartenreise oder einen Gartenbesuch. Denn es lehrt, die Augen für Details offen zu halten und man erfährt so ganz nebenbei allerlei Wissenswertes wie den Unterschied zwischen formalen und informellen Alleen oder einem Arboretum und einem Wald.
Oder man liest von Zierbauten ganz ohne Nutzwert und von Tempeln der Philosophie, die schon als Ruine geplant waren, unfertig gebaut als Sinnbild für das unvollständige menschliche Wissen. Auch Brücken erfüllen nicht immer den Zweck trockenen Fusses von einer Seite des Gewässers ans andere Ufer zu kommen, sondern waren oder sind im Sinne der Gartengestaltung oft nur Scheinbauten, die als Blickfang dienen. Effekt ist und war oft wichtiger als historische Genauigkeit. Die Autorin ermuntert deshalb, Gärten in erster Linie zu geniessen und zu bedenken, dass Veränderungen zum Gärtnern und zu Gärten gehören und mangelnde Stilechtheit und -treue nicht gleichbedeutend mit Vernachlässigung ist.
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden an gewissen Orten Pflanzen besser behandelt, als die Gartengehilfen. Während nämlich letztere oft in einer lausigen, kalten und dunklen Behausung hausten, wurden die exotischen Gewächse mit Wärme und Licht verwöhnt. Und haben Sie gewusst, dass es einmal einen Beruf „Einsiedler“ gab? Diese bezahlten bärtigen Gesellen durften sich nicht pflegen, auch nicht mit den Besuchern sprechen und wohnten in besonderen primitiven Hütten. Zum Jobprofil gehörte das Überraschen der Besucher durch unvermitteltes Hervortreten zwischen Bäumen.
Ein Glossar (ohne Seitenangabe), ein umfangreiches Register sowie Empfehlungen für weiterführende Literatur runden die informative und interessante Publikation ab.
Lorraine Harrison:
Gärten lesen – Gartenarchitektur erkennen und verstehen
Haupt Verlag, 2013
Lorraine Harrison, die nebenbei bemerkt auch für das englische Gartenjournal Hortus schreibt, hat mit dem von Stefan Leppert ins Deutsche übersetzten Buch „Gärten lesen“ einen Schnellkurs zum Erkennen und Verstehen von gartenarchitektonischen Elementen verfasst. Das Vorwort zu dieser Publikation hat Juliet Nicholson geschrieben, die Enkelin von Vita Sackville-West und Harald Nicholson.
Nach einer Einleitung gibt es ein paar Worte zur Datierung von Gärten und zur Geschichte der Gartenbesucher. Dabei wird auch nicht verschwiegen, dass gerade Gärten wie etwa Sissinghurst oder Great Dixter, die von Besuchern geradezu überschwemmt werden, gewissermassen Opfer ihres eigenen Erfolges sind und jeder Besucher dafür neben dem Eintrittspreis einen zweiten Preis bezahlt. Nämlich den in Form von Mangel an (privater) Atmosphäre und eines nicht ganz perfekten, weil abgenutzten Rasen.
Der Gartentyp liegt im Zweck begründet oder ist zumindest eng damit verbunden. Im ersten Kapitel wird eine Auswahl verschiedener Gartentypen vorgestellt. Darunter sind Islamische Gärten, konzeptuelle Gärten, Sammlungen und Prachtgärten. Themen der folgenden Kapitel sind (die Aufzählungen in Klammern sind nicht abschliessend):
- Gartenstile (Verspielte Gärten, Gärten der Ordnung, Der Künstler im Garten)
- Bäume (Bäume in der Luft, Wurzelkulisse, Früchte und Formenstrenge)
- Blumen und Gehölze (Essbare Gärten, Sumpfgärten, Knotengärten)
- Landschaftselemente (Gartenpuzzles, Schnittkunst, Vielgestaltige Hecken, Senkgärten, Aquatische Extravaganzen)
- Gartengebäude (Düstere Grotten, Fantastereien, Glaspaläste)
- Gartenelemente (Säulen, Vögel und Bienen, Zeitmesser, Gartenmöbel).
Das Buch bietet eine umfangreiche Einführung in das vielschichtige und schwierige Thema, Stile und historische Einflüsse in Gärten zu identifizieren. Als Führer für unterwegs ist das Buch eher etwas schwer und vielleicht in Anbetracht der Gestaltung und Bindung auch etwas schade, aber es eignet sich ausgezeichnet als Vorbereitung auf eine Gartenreise oder einen Gartenbesuch. Denn es lehrt, die Augen für Details offen zu halten und man erfährt so ganz nebenbei allerlei Wissenswertes wie den Unterschied zwischen formalen und informellen Alleen oder einem Arboretum und einem Wald.
Oder man liest von Zierbauten ganz ohne Nutzwert und von Tempeln der Philosophie, die schon als Ruine geplant waren, unfertig gebaut als Sinnbild für das unvollständige menschliche Wissen. Auch Brücken erfüllen nicht immer den Zweck trockenen Fusses von einer Seite des Gewässers ans andere Ufer zu kommen, sondern waren oder sind im Sinne der Gartengestaltung oft nur Scheinbauten, die als Blickfang dienen. Effekt ist und war oft wichtiger als historische Genauigkeit. Die Autorin ermuntert deshalb, Gärten in erster Linie zu geniessen und zu bedenken, dass Veränderungen zum Gärtnern und zu Gärten gehören und mangelnde Stilechtheit und -treue nicht gleichbedeutend mit Vernachlässigung ist.
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden an gewissen Orten Pflanzen besser behandelt, als die Gartengehilfen. Während nämlich letztere oft in einer lausigen, kalten und dunklen Behausung hausten, wurden die exotischen Gewächse mit Wärme und Licht verwöhnt. Und haben Sie gewusst, dass es einmal einen Beruf „Einsiedler“ gab? Diese bezahlten bärtigen Gesellen durften sich nicht pflegen, auch nicht mit den Besuchern sprechen und wohnten in besonderen primitiven Hütten. Zum Jobprofil gehörte das Überraschen der Besucher durch unvermitteltes Hervortreten zwischen Bäumen.
Ein Glossar (ohne Seitenangabe), ein umfangreiches Register sowie Empfehlungen für weiterführende Literatur runden die informative und interessante Publikation ab.
Lorraine Harrison:
Gärten lesen – Gartenarchitektur erkennen und verstehen
Haupt Verlag, 2013
29. März 2013
Astrid Ruppert: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Die 64jährige Annemie Hummel führt als Witwe ein bescheidenes und
recht zurückgezogenes Leben. Sie pflegt ihre Marotten und ihre grösste
Freude gehört dem Kuchenbacken. Mit dieser Leidenschaft bessert sie
gleichzeitig als Hochzeitstortenbäckerin ihre Rente auf. Aus jedem Teig
holt sie das Beste heraus und ihre süssen Dekorationen sind legendär.
Doch was hat sie mit ihrem Leben angefangen? Nie hat sie gelernt, ihre
eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen und ganz einfach mal
„nein“ zu sagen. Als ihre rund drei Jahrzehnte jüngere Nachbarin Liz
schwer verunfallt, lässt sich Annemie deshalb auch recht rasch
breitschlagen, deren Geschäft „Hochzeitsfieber“ mit Unterstützung vom
Krankenbett aus temporär zu führen.
Während die temperamentvolle Liz also im Krankenhaus operiert wird und sich in Geduld üben muss, versucht Annemie, Anflüge von Panikattacken zu unterdrücken und die Agentur für Hochzeitsplanung einigermassen in den Griff zu bekommen. Eine ganz besondere Aufgabe stellt die bevorstehende Vermählung der jungen Juwelierstochter Nina dar. So wird Annemies bis anhin unaufgeregtes Leben plötzlich spannend und abwechslungsreich. Und mit ihrer reichen Lebenserfahrung meistert sie (fast) alle beruflichen und privaten Herausforderungen.
Ein unterhaltsamer Roman rund um Brautsträusse, drei Frauen und deren wechselnden Ansichten zum Heiraten und einen Gärtner, der sich völlig vom Rest der Welt zurückgezogen hat und eher erfolglos versucht, in indigoblauen, tiefblauen und lapislazuliblauen Hortensien Ersatz für unvergessliche blaue Augen wiederzufinden, die ihn vor vielen Jahren für immer verlassen haben. Setzlinge, die er wie kleine Kinder auf das Leben ausserhalb der Gärtnerei vorbereitet, sind gewissermassen die einzige Gesellschaft des Einzelgängers. Daneben gibt’s eine Menge Missverständnisse und einen traumhaft schönen Rosengarten.
Passend zum zwar bereits wieder etwas länger zurückliegenden Jahresanfang und zu den für Viele dazu gehörenden Vorsätzen ist dieser Roman ein Aufruf, seine Träume nicht einzupacken und aufzuschieben, sondern zu versuchen, diese in den Alltag zu integrieren und Stück für Stück zu verwirklichen.
Astrid Ruppert:
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Ullstein Verlag, 2012
Während die temperamentvolle Liz also im Krankenhaus operiert wird und sich in Geduld üben muss, versucht Annemie, Anflüge von Panikattacken zu unterdrücken und die Agentur für Hochzeitsplanung einigermassen in den Griff zu bekommen. Eine ganz besondere Aufgabe stellt die bevorstehende Vermählung der jungen Juwelierstochter Nina dar. So wird Annemies bis anhin unaufgeregtes Leben plötzlich spannend und abwechslungsreich. Und mit ihrer reichen Lebenserfahrung meistert sie (fast) alle beruflichen und privaten Herausforderungen.
Ein unterhaltsamer Roman rund um Brautsträusse, drei Frauen und deren wechselnden Ansichten zum Heiraten und einen Gärtner, der sich völlig vom Rest der Welt zurückgezogen hat und eher erfolglos versucht, in indigoblauen, tiefblauen und lapislazuliblauen Hortensien Ersatz für unvergessliche blaue Augen wiederzufinden, die ihn vor vielen Jahren für immer verlassen haben. Setzlinge, die er wie kleine Kinder auf das Leben ausserhalb der Gärtnerei vorbereitet, sind gewissermassen die einzige Gesellschaft des Einzelgängers. Daneben gibt’s eine Menge Missverständnisse und einen traumhaft schönen Rosengarten.
Passend zum zwar bereits wieder etwas länger zurückliegenden Jahresanfang und zu den für Viele dazu gehörenden Vorsätzen ist dieser Roman ein Aufruf, seine Träume nicht einzupacken und aufzuschieben, sondern zu versuchen, diese in den Alltag zu integrieren und Stück für Stück zu verwirklichen.
Astrid Ruppert:
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Ullstein Verlag, 2012
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